Latest / Brandschutz To Go - News, Tipps und Anekdoten aus der Sicherheitstechnik / #317 Lithium-Ionen-Akkus im betrieblichen Alltag – das regelmäßig unterschätze Risiko - mit Ruth Bartels
Transcript
- 0:00Speaker 0: Liedst du um Ionen-Akku?
- 0:02Speaker 0: Im betrieblichen Alltag.
- 0:03Speaker 0: Das regelmäßig unterschätzte Risiko in deinem Betrieb, wir reden natürlich über das Brandrisiko.
- 0:10Speaker 0: Darüber rede ich heute mit Ruth Bartels.
- 0:12Speaker 0: Sie ist Professorin an der Hochschule Kaiserslautern und hat mit der Firma DreyS Technologies GmbH eine Lösung für dich – all das in der heutigen Podcastfolge.
- 0:27Speaker 0: Herzlich Willkommen im Podcast.
- 0:28Speaker 0: Brandschuss zu Go.
- 0:29Speaker 0: Mein Name ist Wenzel Stefan Wenzl.
- 0:31Speaker 0: In der heutigen Interviewfolge reden wir über die, ich sag mal kleineren oder größeren Lithium-Ionenakus.
- 0:39Speaker 0: Im betrieblichen Alltag gibt's da eventuell einen – ich nenn es einmal – unterschätztes Risiko auch in deinem Betrieb!
- 0:46Speaker 0: Aber bevor wir in das Thema reingehen sage ich erstmal herzlich willkommen im Interview.
- 0:50Speaker 0: Liebe Ruth
- 0:52Speaker 1: Hallo Stefan Vielen Dank für die Einladung
- 0:56Speaker 0: Sehr gerne.
- 0:57Speaker 0: Wir reden heute also über Lithium Ionenakuse.
- 1:00Speaker 0: Sag mal ganz ehrlich Wie bist du als Professorin an der Hochschule Kaiserslautern überhaupt zu diesem Thema gekommen?
- 1:09Speaker 1: Ja, ich bin im Rahmen meiner Praxisphase in einem Unternehmen auf ein Thema gestoßen das eigentlich fast jeden Betrieb betrifft.
- 1:18Speaker 1: Den Umgang mit Lithium-Ionenakkus.
- 1:21Speaker 1: Bei Lithiumbrenten denken viele zunächst an Elektrofahrerzeuge oder große Batteriespeicher.
- 1:28Speaker 1: In der Praxis begegnet uns aber viel häufiger die vielen kleinen Akkus aus Werkzeugen, Westgeräten oder anderen Handgeräte.
- 1:38Speaker 1: Mich hat überrascht dass diese Akkus oft als unkritisch wahrgenommen werden obwohl sie sich in Werkstätten- oder Servicebereichen schnell in großen Mengen ansammeln.
- 1:50Speaker 1: Genau dieser Unterschied zwischen der tatsächlichen Nutzung im Alltag und der Wahrnehmung des Risikos hat mein Interesse geweckt.
- 2:00Speaker 0: Warum sind gerade kleine Lithium-Ionenakkus so interessant für dich?
- 2:05Speaker 1: Kleine Lithium Ionenakus sind heute nahezu über allem Einsatz.
- 2:09Speaker 1: Wir finden sie in Akkuschraubern, Messgeräten, Scannern, Funkgeräpen oder anderen mobilen Arbeitsmitteln.
- 2:19Speaker 1: Der einzelne Akku wirkt oft harmlos.
- 2:22Speaker 1: Betracht man jedoch die gesamte Situation im Unternehmen kommen schnell viele Dutzende oder sogar hunderte Akkus zusammen.
- 2:32Speaker 1: Aus meiner Sicht ist deshalb nicht der einzelne Akku entsteigend, sondern die Gesamtheit der Akkus und die Art wie mit ihnen im Alltag umgegangen wird.
- 2:43Speaker 0: Wie sieht denn so eine typische Situation in der Praxis aus was du da gesehen hast?
- 2:48Speaker 1: Also häufig sieht man in Werkstätten oder auch im Servicebereich einen Werkbank.
- 2:54Speaker 1: auf dieser Werkbank stehen mehrere Ladegeräte nebeneinander Darüber hängt eine Mehrfachsteckdose und im Laufe der Zeit kommen immer mehr Akkus- und Ladegeräte hinzu.
- 3:07Speaker 1: Das ist jetzt meistens nicht das Ergebnis einer bewussten Planung, sondern entwickelt sich einfach schrittweit am Arbeitsalltag.
- 3:15Speaker 1: Und die Mitarbeiter brauchen einen Platz zum Laden und schaffen pragmatische Lösungen.
- 3:22Speaker 1: So entstehen dezentrale Ladebereiche mit vielen parallelen Ladevorgängen und organisatorisch gewachsene Strukturen.
- 3:30Speaker 1: Und die werden eben selten bewusst hinterfragt, das ist einfach so dann.
- 3:37Speaker 0: Was sagen wir denen?
- 3:37Speaker 0: Ist das Risiko nicht übertrieben?
- 3:39Speaker 0: Die meisten Unternehmen haben sich noch nie einen Akku brand gehabt?
- 3:45Speaker 1: Ja also ich will jetzt das Thema nicht dramatisieren.
- 3:49Speaker 1: Die allermeisten Lithium-Ionenakkus funktionieren zuverlässig Und Akkubrenne sind keine alltäglichen Ereignisse.
- 3:59Speaker 1: Aber man sollte jetzt nicht den Fehler machen, daraus zu schließen dass kein Risiko besteht.
- 4:06Speaker 1: Wenn es zu einem Deffekt kommt kann sich die Situation sehr schnell entwickeln.
- 4:11Speaker 1: Also aus meiner Sicht geht es jetzt nicht darum Angst zu erzeugen sondern die Risiken realistisch einzuordnen und beherrschtbar zu machen.
- 4:21Speaker 0: Was wird in so aktuellen Diskussionen denn Aus deiner Sicht häufig übersehen.
- 4:28Speaker 1: Gut, also die Diskussionen konzentrieren sich häufig auf den Brandfall selbst.
- 4:33Speaker 1: Es geht um Thermal Runaway, Löschmittel oder die Frage wie ein Brand bekämpft werden kann.
- 4:39Speaker 1: Ja deutlich weniger Aufmerksamkeit erhält die Frage was eigentlich davor passiert.
- 4:46Speaker 1: Mich interessiert insbesondere die organisatorische Beherrschbarkeit.
- 4:51Speaker 1: Wo wird geladen?
- 4:52Speaker 1: Wer ist verantwortlich?
- 4:54Speaker 1: Welche Regeln gelten?
- 4:56Speaker 1: Wie viele Akkus sind vorhanden?
- 4:58Speaker 1: In vielen Unternehmen entsteht das Risiko nicht durch mangendes Wissen, sondern durch die gewachsenen Alltagsschrukturen und die Routine.
- 5:08Speaker 0: Erklär es mal genau was bedeutet das konkret für ein Unternehmen?
- 5:13Speaker 1: Gut also die Unternehmen sollten zunächst ihre tatsächliche Situation analysieren.
- 5:19Speaker 1: Wo befinden sich Ladebereiche?
- 5:21Speaker 1: wird tagsüber oder nachts geladen?
- 5:23Speaker 1: welche Akkus werden genutzt?
- 5:25Speaker 1: gibt es private Geräte, wer trägt die Verantwortung?
- 5:30Speaker 1: Genau an dieser Stelle beginnt aus meiner Sicht die Gefährlungsbeurteilung.
- 5:35Speaker 1: Sie hilft dabei, die tatsächlichen Gegebenheiten im Unternehmen systematisch zu erfassen und sichtbar zu machen.
- 5:42Speaker 1: Und erst wenn diese Fragen beantwortet sind können sinnvolle organisatorische und auf technische Maßnahmen abgeleitet werden.
- 5:51Speaker 1: Ein wirksames Sicherheitskonzept beginnt immer mit dem Verständnis der tatsächlichen Situation im Unternehmen.
- 5:59Speaker 0: Gibt es Situationen, in denen organisatorische Maßnahmen allein nicht mehr ausreichen?
- 6:07Speaker 1: Ja, solche Situationen gibt es durchaus!
- 6:10Speaker 1: Also organisatorischen Maßnahmen sind für mich immer die Grundlage.
- 6:14Speaker 1: Trotzdem gibt's Situationen in dem zusätzliche technische Maßnahmen sinnvoll sein können.
- 6:21Speaker 1: Beispielsweise wenn nachts geladen wird oder wenn unterschiedliche Mitarbeitende beteiligt sind oder wenn große Mengen von Akkus genutzt werden.
- 6:31Speaker 1: Gerade in solchen Situationen können technische Maßnahmen helfen, organisatorische Vorgaben zusätzlich abzusichern.
- 6:47Speaker 1: Diese technischen Lösungen sollten sich möglichst einfach im bestehenden Abläufe integrieren lassen.
- 6:53Speaker 1: Viele Unternehmen möchten Risiken reduzieren, können aber mit großen und zentralen Lösungen nicht immer arbeiten.
- 7:01Speaker 1: Genau aus dieser Überlegung heraus ist der Akkogad entstanden.
- 7:06Speaker 1: Die Idee war, eine Sicherheitslösung für kleine Lithium-Ionenakkus zu entwickeln die sich unkompliziert in den betrieblichen Alltag integrieren lässt und dadurch im organisatorischen Maßnahmen sinnvoll ergänzt.
- 7:21Speaker 0: Durchfrag mal einfach!
- 7:22Speaker 0: Ist Akkohgad dann nicht einfach nur eine weitere, ich sage mal, Akkubox?
- 7:31Speaker 1: Auf den ersten Blick könnte man das tatsächlich denken.
- 7:35Speaker 1: Aber die Überlegung dahinter war eine andere.
- 7:39Speaker 1: In vielen Unternehmen gibt es eine Vielzahl kleiner Lithium-Iorenakkus, die täglich geladen und aufbewahrt werden.
- 7:47Speaker 1: Die Frage war jetzt wie kann man den Umgang damit im Alltag einfacher, sicherer und besser beherrschbar machen?
- 7:57Speaker 1: Deshalb betrachte ich den Akkugart nicht einfach als Behälter oder Box sondern als Teil eines Sicherheitskonzepts für die Umgang mit kleinen Wieg.
- 8:06Speaker 1: zum John-Akkus.
- 8:08Speaker 1: Wichtig war uns dabei, dass das System im betrieblichen Alltag auf tatsächlich genutzt werden kann.
- 8:15Speaker 1: Deshalb ist der Akku-Guard mobil wiegt weniger als dreißig Kilogramm und lässt sich flexibel dort einsetzen wo Akkus tatsächlich geladen oder aufbewahrt wird.
- 8:27Speaker 0: Warum sollte ein Unternehmen investieren wenn bisher?
- 8:31Speaker 0: Auch noch nie etwas passiert ist.
- 8:34Speaker 1: Ja, also diese Frage gibt es um Brandschutz sehr häufig.
- 8:39Speaker 1: Also viele Schutzmaßnahmen werden nicht eingeführt weil bereits etwas passiert isst sondern weil man ein möglichst schadens Ausmaß begrenzen möchte.
- 8:50Speaker 1: Entscheidende ist deshalb nicht nur die Eintrittswahrscheinlichkeit sondern auch die mögliche Auswirkung.
- 8:57Speaker 1: Welche Maßnahme sinnvoll ist hängt immer von der konkreten Nutzung der Akku-Menge und der Umgebung ab.
- 9:05Speaker 1: Es geht jetzt nicht um Aktionismus, sondern um eine angemessene und wirtschaftlich sinnvolle Risikoreduzierung.
- 9:12Speaker 0: Kommen wir auf die Schlussgrade so... Was sollte der Zuhörer aus unserer gemeinsamen Podcastfolge mitnehmen?
- 9:24Speaker 1: Ja also mein wichtigster Punkt ist nicht nur den Brandfall betrachten, sondern die Strukturen davor.
- 9:31Speaker 1: kleine Lieds im Akkus sind die da heute nebenunternehmend vorhanden oder in fast dem Unternehmen.
- 9:37Speaker 1: Deshalb soll ihr Einsatz genauso selbstverständlich sein, oder deshalb sollte ihr Einsatz genau so selbstverständliche betrachtet werden wie andere Betriebliche diesigen.
- 9:52Speaker 1: Also ein weiterer Risikofraktor der im zu betrachten ist und man sollte Organisation verhalten und Technik zusammendenken.
- 10:02Speaker 1: Ja, dann können eben die Risiken wirksam reduziert werden und gleichzeitig praktikable Lösungen für den Alltag geschaffen werden.
- 10:11Speaker 0: Wenn ich jetzt ein bisschen inspiriert bin von unserer Podcast-Folge und sage Ey Ruth!
- 10:15Speaker 0: Dein Akkograd!
- 10:16Speaker 0: Wie sieht denn das aus?
- 10:17Speaker 0: Kann man sich das mal irgendwo live
- 10:18Speaker 0: angucken?!
- 10:20Speaker 1: Ja kann man!
- 10:22Speaker 1: Wir sind auf der Feuertrutz Und wenn du auch der Feuertruz bist komm gerne vorbei.
- 10:30Speaker 1: Du findest mich in Halle.
- 10:32Speaker 1: Vier Start-up-Area stand vier, zwei zu acht.
- 10:37Speaker 1: Gehe und ich freue mich auf interessante Gespräche.
- 10:43Speaker 0: Die Brut, dann sage ich erst mal vielen Dank für deine Expertise und für deine Zeit!
- 10:47Speaker 0: Und weiterhin viel Erfolg mit deinem Akkogard!
- 10:50Speaker 1: Okay, dann vielen Dank!