Latest / Fadegrad / Bella Glinksi gegen weibliche Genitalverstümmelung
Transcript
- 0:06Viele wissen gar nicht, bevor sie hierher kommen, dass sie
- 0:09beschnitten sind oder dass es eine etwas ganz Schlimmes
- 0:13angetan worden. Sie haben mit dieser Leid und
- 0:16Schmerzen einfach lebenslang gehabt und können gar nichts
- 0:22mehr, als das zu leiden. Stellt euch vor, jedes Mal
- 0:28Wasser lassen auf der Toilette tut weh.
- 0:31Sex macht keinen Spaß, weil er mit großen Schmerzen verbunden
- 0:35ist und vor der Geburt eines Kindes habt ihr Angst, weil das
- 0:39vernarbte Gewebe dem Baby den Weg versperren wird.
- 0:44In wenigen Tagen, am 6. Februar, ist der internationale
- 0:47Tag gegen Mädchenbeschneidung und um weibliche
- 0:50Genitalverstümmelung geht es in dieser Podcast Folge ich bin
- 0:54Ines Schaberga. Vater Grad.
- 1:02Der Podcast, der fragt, warum Menschen tun, was sie tun und
- 1:06wie sie geworden sind, wer sie sind.
- 1:13Schweizweit leben 24 600 Mädchen und Frauen, die beschnitten sind
- 1:19oder der Gefahr ausgesetzt sind, beschnitten zu werden.
- 1:23Das heißt, ihnen wurden äußere weibliche Geschlechtsorgane
- 1:27teilweise oder ganz entfernt oder sie wurden schwer verletzt,
- 1:31und das, ohne dass es einen medizinisch notwendigen Grund
- 1:35dafür gegeben hätte. Mir gegenüber sitzt Bella
- 1:38glinski, sie leitet die Anlaufstelle gegen
- 1:41Mädchenbeschneidung in der Ostschweiz, es.
- 1:45Sich ein schweizweites Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung und
- 1:48zusätzlich regionale Anlaufstellen herzlich
- 1:51willkommen. Vielen Dank.
- 1:54Ich kenne die Beschneidung von kleinen Buben, wie sie im
- 1:57Judentum und Islam praktiziert wird, wo die Vorhaut
- 2:00abgeschnitten wird, kann man mädchenbeschneidung weibliche
- 2:04Genitalverstümmelung damit vergleichen?
- 2:06Nein, absolut nicht. Weil das eine schwerwiegende
- 2:10gesundheitliche Folgen hat für die Frauen.
- 2:13Später, wenn sie dann an Frauen heranwachsen.
- 2:17Was genau passiert bei der Mädchenbeschneidung?
- 2:20Also es gibt 3 verschiedene Arten von Beschneidung.
- 2:24Beschneidung Typ 1 heißt, dass es Klitoris und Klitoris Vorhaut
- 2:28entfernt wird und dass es zusammengenäht wird, Typ 2 kann
- 2:32es sein, dass es innere Schamlippen mit der Klitoris und
- 2:36Klitoris Vorhaut entfernt wird und alles zusammengenäht wird?
- 2:413 ist schlechter das Frauonische Beschneidungsart nennt man das.
- 2:43Ist denn ganz tragisch, das ist dann alles entfernt, wird, was
- 2:48gesehen werden kann und dann alles zusammen genäht wird, so
- 2:53eine lange Schlauch was ein Körnchen drauf passt.
- 2:57Das ist ganz tragisch. Übrig bleibt also nur ein
- 3:00klitzekleines Loch für den Urin und die Monatsblutung.
- 3:04Und erst in der Hochzeitsnacht wird dieses kleine Loch dann
- 3:08aufgeschnitten oder aufgerissen. Kein Wunder, dass es da oft zu
- 3:12Infektionen kommt und das ganze höllische Schmerzen verursacht.
- 3:20Du hast gesagt, der dritte Typ heißt Pharaonische Beschneidung.
- 3:24Kommt die weibliche Genitalverstümmelung noch aus
- 3:26der Zeit der Pharaonen? Es ist eine uralte oder
- 3:29archaische Tradition, die gar nicht mit den Religionen, mit
- 3:33dem Solar Schmerzen, gar nichts zu tun hat.
- 3:36Der dritte Typ. Ist eine reine, traditionelle
- 3:38Handlung. Kommt das noch aus der Zeit?
- 3:40Es handelt sich also um eine Tradition, wie sie seit
- 3:43Jahrtausenden praktiziert wird, nicht nur im Islam, auch in
- 3:48christlichen Ländern und auch Ländern mit lokalen Religionen.
- 3:53Dazu gehören einige afrikanische Länder, aber auch Länder des
- 3:57Nahen Ostens, Südostasiens und auch Lateinamerika.
- 4:06Bei der weiblichen Genitalverstümmelung handelt es
- 4:09sich um eine schwere Menschenrechtsverletzung.
- 4:12Es ist also verboten. Und trotzdem leitest du die
- 4:16Anlaufstelle gegen Mädchenbeschneidung, Ostschweiz
- 4:19und Liechtenstein. Das heißt, es ist auch
- 4:22hierzulande Thema. Tatsächlich, weil.
- 4:26Die Menschen kommen auch mit ihren Kulturen und ihrer
- 4:28Vorstellung hierher. Unsere Aufgabe als Stadt ist,
- 4:34dass wir die Menschen aufklären, nicht nur Verbot aussprechen,
- 4:38sondern auch das ist eine Tiefe verankerte Tradition in dieser
- 4:42Gesellschaft. Und wenn man nicht hier aufklärt
- 4:46und rechtzeitig etwas nicht macht, dann sind praktisch alle
- 4:49gefährdet, die hier auf die Welt kommen.
- 4:53Und deshalb ist es ganz wichtig, dass man ganze
- 4:56Entypotisierungsprogramme macht. Der Community Arbeit machte,
- 4:59Gespräche sucht, mit dem Männer, mit dem Eltern, aber auch als
- 5:05Staat, dass man dann auch die Leute.
- 5:08Einfach nur sagte, Mer hätt gesagt oder sie informiert, dass
- 5:12sie das nicht dürfen, sondern dass wir auch Verantwortung
- 5:14übernehmen und sagen, OK, auch hier haben wir Anlaufstellen und
- 5:19Fachberatungen, Familie, Beratung, Sexualität und ich
- 5:23glaube, Fgm gehört auch jetzt dazu und das soll es der Stadt
- 5:29auch werden. Fgm ist die Kurzform für.
- 5:32Familien Tel. Motivation.
- 5:34Also weibliche Genitalverstümmelung.
- 5:38Finde ich auch besser aus. Worum es sich handelt.
- 5:41Mädchenbeschneidung klingt irgendwie so harmlos.
- 5:43Also wenn ich jetzt hier bei dir bin, kann ich das sagen als
- 5:47Aktivistin, als die Leiterin der Anlaufstelle.
- 5:51Aber wenn ich mit mit einer betroffenen Frau kommuniziere
- 5:55und im Büro bin und berate. Den würde ich jetzt nicht
- 5:59zeigen, dass sie verstümmelt ist, sondern dass sie als Opfer,
- 6:03also als beschnittene Frau betrachte und nicht als
- 6:06verstümmelte, weil viele Wissen gar nicht, wie vor sich hierher
- 6:11kommen, dass sie beschnitten sind oder dass es ihnen etwas
- 6:15ganz Schlimmes angetan worden. Sie haben mit dieser Leid und
- 6:19Schmerzen einfach lebenslang gehabt und können gar nichts
- 6:24mehr, als das zu leiden. Ihre Würde wurde ja nicht
- 6:29verstümmelt. Nein, ihre würde, also sie
- 6:34später, wenn sie denn das verstehen.
- 6:37Und wenn sie nicht gar nicht einverstanden sind, dann kommt
- 6:40dann das ganze Trauma, das sich den die Frauen, die Mädchen sich
- 6:45den als. Ja das das Sie verspüren, denn
- 6:49dass es ihnen weg was weggenommen worden ist, dass
- 6:53Ihnen er verwirrte, tatsächlich aber auch entnommen worden ist
- 6:58ohne ihre. Zu Geständnisse oder ohne
- 7:03Erklärung. Man kann nicht sagen, es gibt
- 7:05ja, es ist ja so, dass es ganz schwierig ist.
- 7:08Darum gibt es ja die Anlaufstelle, das Ganze ist so,
- 7:12wenn sie in der Heimat sind, und das sind alle betroffen, und
- 7:16alle sind gleich, dann ist man ganz anders, wenn man nicht
- 7:20betroffen ist. Komischerweise, man fühlt sich
- 7:24nicht aufgenommen, die Community, das ist eine
- 7:27Identitätsverlust, wenn sie das auch nicht mit.
- 7:31Mit Gleichaltrigen mithalten können quasi.
- 7:34Das macht aber das schwierig. Und dann wollen sie auch, dass
- 7:38sie zu dieser Gruppe gehören. Wir wollen doch nicht
- 7:40ausgestoßen werden, wir wollen nicht beleidigt werden als
- 7:43Dreck, als unrein, und ich denke, die ganze Community muss
- 7:48ändern, dass es gar nicht Frau sein oder weibliche genital
- 7:52Organ grundsätzlich gar nicht mit Scham verbunden ist oder mit
- 7:56unrein oder etwas in der Art. Du hast schon einige Gründe
- 8:01genannt, warum sich Menschen entscheiden, ihre Mädchen
- 8:05beschneiden zu lassen, also dazu gehören wollen.
- 8:08Und die Scham sind 2 Gründe. Was ist aber so der Hauptgrund
- 8:12dafür? Weil Mädchen ist es ja
- 8:15problematisch für die Familie, wenn sie vorher vor der ehe
- 8:19Geschlechtsverkehr hatte und deshalb muß sie warten, bis es
- 8:23ein Mann kommt. Brautpreis bezahlt natürlich
- 8:27will Mädchen kosten ja für die Familie, dass sie denn so lange
- 8:31ernähren müssen. Drum muss sie dem EP auch
- 8:36Jungfrau bleiben, bis sie verheiratet wird.
- 8:40Das ist eigentlich der Hauptgrund, wird aber nicht so
- 8:42explizit erwähnt. Also indem man das Mädchen
- 8:47zuniet, garantiert man scheinbar, dass sie
- 8:50jungfräulich. Bleibt es ist eine Segel, und
- 8:53das ist tatsächlich auch eine Versiegelung.
- 8:55Man wird da wirklich die Wunde versiegelt mit passte.
- 8:59Dahinter stecken also ganz alte Vorstellungen davon, wie eine
- 9:03Frau zu sein hat, wie weibliche Sexualität zu sein hat und schon
- 9:08bei Typ 1 wird die Klitoris verletzt, also das Organ, das
- 9:12für das Lustempfinden zuständig ist.
- 9:16Die Lust der Frau spielt da keine Rolle mehr, oder?
- 9:19Die Lust der Frau ist weg. Bei uns spielt keine Rolle, ne.
- 9:23Sie muss ja keinen haben, sie muss ja schon brav zu Hause
- 9:25sein. Jungfrau bleiben.
- 9:28Du bist selbst aus einer betroffenen Community?
- 9:32Möchtest du erzählen, wie das bei dir war und ob du selbst
- 9:36beschnitten bist? Was das mit dir gemacht hat?
- 9:41OK, das respektiere ich natürlich.
- 9:44Du bist selbst Mutter. Ich würde gern wissen, ob für
- 9:47dich immer klar war, dass deine Tochter einmal keine
- 9:50Mädchenbeschneidung bekommt. Ja, ja, weil es ist ja so, dass
- 9:54es dann mehr mehr so in die Öffentlichkeit, so denn mehr
- 9:58kommen ich mir jetzt als fachpersonen fachstelleleitung,
- 10:01dann wollen sie immer wieder diese Opferseite drum nerven.
- 10:04Ja, versteh ich. Bin betroffen, dass ich.
- 10:07Auch okay. Aber darum hab ich auch die
- 10:10Kraft her mitzumachen und die Anlaufstelle so zu leiten.
- 10:15Mhm und doch mein Trauma durch meine.
- 10:19Dass deshalb setz ich mich auch für die Präventionsarbeit, für
- 10:24Aufklärungsarbeit und mache die Aufklärungsarbeiten Thürachisch
- 10:30zwischen betroffenen Fachpersonen.
- 10:33Das ist mir sehr wichtig, dass Ihnen gute Hände sind und gut
- 10:38gute Dolmetscher Multiplikatorinnen nennen wir
- 10:42sie, weil sie ist spezifisch, weil wir die Dolmetscher
- 10:45explizit ausgebildet haben für dieses Thema.
- 10:50Dass sie sensibel sind und dass sie nicht verurteilen.
- 10:54Gelegentlich ist es so, dass es Typ 3 sagt, ja, das ist Shelim
- 10:58auch in den verschiedenen Communities.
- 11:02Eritreier, Sudan, Somalia, Dschabuti, Mali, Senegal usw,
- 11:08aber. Es wird die anderen 2 Typen
- 11:12verharmlost. Und dein Ziel ist es natürlich,
- 11:15alle 3 Typen zu stoppen. Natürlich, das ist ein Mensch,
- 11:19recht Vernetzung, das müssen sie sehen, und das ist Entwürdigung
- 11:24und wüsste auch nicht, warum das weitergeführt werden muss.
- 11:29Wie hast du das gegenüber deinem Umfeld kommuniziert?
- 11:32Hat dich dein Umfeld unter Druck gesetzt, dass du deine Tochter
- 11:35doch beschneiden sollst? Weil ich hier mich für dieses
- 11:39Thema engagiere. Und Sie wissen ja, was ich
- 11:43selber durchgemacht habe oder was mein Arbeit ist.
- 11:47Sie kommen gar nicht auf solche Idee, mich das anzusprechen, zum
- 11:51Glück. Ich seh schon da übrigens sich
- 11:54die klärenden Gespräche. Ja klar.
- 11:57Für uns als Eltern kommt nicht im Freien.
- 11:59Wir werden unser unsere Tochter mit mit allen Mittel beschützen,
- 12:03dass sie nicht beschnitten wird. Bei einem Mädchen wird das also
- 12:06nicht passieren. Werden die Mädchen, die hier in
- 12:09der Schweiz gefährdet sind, auch hier beschnitten oder findet das
- 12:13dann in den Herkunftsländern der Familien statt?
- 12:17Das ist schwierig zum das zeigen.
- 12:19Es gab's mal Wand darinnen, die in der Schweiz einwandern, die
- 12:23das durchführen, aber dann gibt es auch andere Methode, die sie
- 12:28anwenden, Verätzen und ritze, alles Mögliche tun sie es
- 12:33machen, so dass es nicht auffällt, aber doch noch
- 12:37Verletzungen der Geschlechterorgane trotzdem
- 12:40vornehmen. Das heißt, das Macht kein
- 12:43medizinisches Fachpersonal, sondern das machen die Mütter
- 12:46der Babys, oder? Ja, es gibt aber auch im
- 12:51Ausland. Man kann nicht sagen, aber.
- 12:54Ist auf jeden Fall Fakt. Dieser Podcast ist ein
- 13:01ökumenisches Projekt und wird präsentiert von den
- 13:03evangelischen und katholischen Kirchen, der Kantone St.
- 13:06Gallen und Appenzell. Danke für eure Unterstützung.
- 13:13Ich spreche heute mit Bella glinski.
- 13:15Sie leitet die Anlaufstelle gegen Mädchenbeschneidung
- 13:17Ostschweiz aus ihrer eigenen Betroffenheit heraus hat sie
- 13:21eine unglaubliche Kraft und Stärke entwickelt und berät und
- 13:25begleitet heute Eltern. Wie hilfst du in so einer
- 13:29Situation, wenn Mädchen in Sankt Gallen oder in der Umgebung
- 13:34gefährdet sind? Als erstes suchen wir Gespräche.
- 13:39Und am Anfang ist es wirklich auch nicht einfach.
- 13:43Der Sugan, dass die Eltern überhaupt zustimmen, dass wir
- 13:48diese Aufklärungsarbeit, diese Aufklärungsgespräche machen
- 13:51müssen. Da muss man auch den Zugang
- 13:54finden, Feinfühligkeit, wir sprechen, das andere kann nicht
- 13:57jeder, und wir wollen ja eigentlich tiefgreifende
- 14:01Gespräche führen, weil ich glaube nicht, wenn ein
- 14:05Fachberaterin Fragen würde, bist du betroffen oder willst du das
- 14:09machen, dann sagen sie sicher nein, nein, sicher, weil das ist
- 14:13unsere Kultur, es geht ja nicht. Und ich finde es auch ganz toll,
- 14:18jetzt ich mit meinen Migrationshintergrund, dass ich
- 14:22auch über unsere Probleme quasi so betiteln kann, dass wir jetzt
- 14:27das anschauen müssen, wie wir unsere Tochter beschützen
- 14:31sollen. Not is not ergibt sich
- 14:34tatsächlich, dass ich Situationen erlebe, die am
- 14:38Anfang sehr schwierig sind, um überhaupt Gespräche mit dieser
- 14:42Familie oder mit Vater. Allem zu zu bekommen aber, denn
- 14:48später, wenn ich dieses Gespräch gemacht habe, weiß ich, dass es
- 14:53das Kleine, das Kleinmädchen beschützt ist durch dieses
- 14:58Gespräch, durch unser Aufklärungsprotokoll, die sie
- 15:01unterzeichnen müssen, dass sie die Information bekommen haben,
- 15:06weil dann können sie nicht mehr leugnen, wenn ich das Gefühl
- 15:10habe, der Vater und die Mama hat verstanden, was das bedeutet für
- 15:14das Kind und später. Was das auch als Frau oder eine
- 15:18gesundheitliche Folgen mit Entzündungen, mit
- 15:23Harninfektionen, mit Urinlösungen.
- 15:27Also sie können ja nicht mal Urin normal dann später lösen,
- 15:31denn menstruationsprobleme können davon kommen, dass sie
- 15:36immer unterleibsschmerzen haben, 2 Leben lang den Geburten.
- 15:42Und tatsächlich, fast alle betroffenen Frauen können gar
- 15:46nicht normal gebären. Werden alle Bekannten.
- 15:49Ausschnitt. Zur Welt gebracht.
- 15:52Und das müssen Sie auch sehen, als weil die verstehen gar
- 15:55nicht, die haben gesundheitliche Folgen gar nicht Aspekt im Auge,
- 16:00Aspekte, dass es mit dem ganzen Zusammenhängen könnte, es seien
- 16:04sensible Gewebe und. Die Venen und Adern, die Blut
- 16:12und Nervenbahnen verbunden sind, wenn das ganze System
- 16:16unterbrochen wird oder gestört wird, kann er auch das ganze
- 16:22Mechanismus durcheinander bringen.
- 16:24Du sagst, es sind die Viecher, die man überzeugen muss.
- 16:27Erlebst du, dass die Mütter sensibler sind für das Thema,
- 16:30weil sie ja genau wissen, worum es geht und selbst darunter
- 16:33leiden? Das kann man nicht sagen.
- 16:36Ich hatte einen Vater, ich habe ihm aufgeklärt.
- 16:40Separat und am Schluss hat er mich gefragt.
- 16:43Ich verstehe die Frauen nicht, wie sie das machen können, wenn
- 16:48sie selber durchgemacht haben, also die Großmama das
- 16:52durchgemacht hat, Urgroßmama das durch Mathe, sie wissen doch
- 16:54alles und jetzt wenn die Mama dann für ihre Tochter das
- 16:58wünscht, ich verstehe das nicht und das ist lustigerweise was
- 17:04nicht in Ordnung ist. Warum nimmt der Vater keine
- 17:09Verantwortung für seine Tochter? Wer ist es eigentlich, der die
- 17:14Beschneidung normalerweise organisiert und durchführt?
- 17:19Das sind meistens Frauen, meistens.
- 17:21Es kommt auch vor, dass es Medizino oder Medizin Personal
- 17:27das durchführen die Männer sein können, aber mehrheitlich 90%
- 17:31sicher Frauen. Und wer das organisiert, da sind
- 17:36schon Frauen, die das auch wollen, dass das Kind nicht
- 17:40ausgegrenzt wird. Sie wollen eigentlich gar nicht
- 17:43das Kind schaden. Natürlich tun Sie ihr weh und
- 17:46Schaden und alles Mögliche. Aber in dem Moment möchten Sie
- 17:52eigentlich sehr helfen, damit sie Jungfräulichkeit nicht
- 17:56verliert, damit sie gut verheiratet wird, damit sie
- 18:00nicht ausgegrenzt wird und so weiter deshalb will sie
- 18:04eigentlich die Mama, sich da engagieren und hat das Gefühl,
- 18:08sie macht was Gutes. Und bedenkt die gesundheitlichen
- 18:12Folgen gar nicht. Sie wissen nicht und kennen
- 18:15nicht, weil für sie auch das normal ist.
- 18:17Ist es leid für Sie? Ganz normal.
- 18:20In welchem Alter werden Mädchen eigentlich beschnitten?
- 18:24Das ist unterschiedlich, das kann man nicht verallgemeinern.
- 18:27Jeder Land handhabt anders. Ich weiß bei Retrea als
- 18:32Häuptling in Somalia so ab dem vierten Jahr in Ägypten, wenn
- 18:39man Menstruation bekommen hat, wenn man sagt in der Pubertät.
- 18:44Wahrscheinlich spielt es auch keine Rolle, weil der Schmerz
- 18:47immer gleich schlimm ist. Ja, weil.
- 18:51Auch wenn das praktiziert wird. In ganz schwierigen Umstände
- 18:56durchgeführt wird. Es ist nicht allzu still, die
- 19:00Gegenstände und es kann sein. Während also die Beschneidung,
- 19:06dass es schon Infektionen entstehen können, die den
- 19:09lebenslang Beeinträchtigung führen können, bis zur
- 19:13Kindlosigkeit. Wie viel Prozent der Mädchen
- 19:17sterben auch durch die Beschneidung.
- 19:20Das ist schwierig zum Sagen. Wieviel, aber Sterberate ist
- 19:25hoch. Weil sie später nicht, während
- 19:27sie es gibt, diejenige, die auf der Stelle verbluten, wo es
- 19:32dirterien oder über die Gewebe fest verletzt haben.
- 19:37Aber es gibt die anderen, die an an Fieber und an Infektionen
- 19:41sterben nach der Beschneidung und eneper Sterberate, wenn die
- 19:45Frau nicht zum Beispiel hier in Europa lebt, sondern woanders
- 19:49der medizinische Versorgung schlechter ist als hier, wenn
- 19:52sie den ersten Kind sich aus der Welt bringen, das ist ein
- 19:55Großgefahren, dass es Kind und Mutter.
- 19:58Dann sterben. Oder dass es einen Darmriss
- 20:00gibt, das stimmt alles wirklich dann offen, oder, und das ist
- 20:05zum Beispiel gesundheitlich folgen, da kann sie nicht mehr
- 20:10Stuhlgang, sogar zurückhalten, Urin, alles ist dann
- 20:14durchtrennt. Kann man weibliche
- 20:17Genitalverstümmelung rückgängig machen oder wie sieht eine
- 20:21medizinische Versorgung hier aus?
- 20:23Das Rugging kann man bestimmt nicht machen und es gibt hier 2
- 20:27Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist, dass man
- 20:30den Klitus. Wieder nachbauen kann und
- 20:34wiederherstellen kann, sofern es möglich ist.
- 20:38Ich bin keine Medizinerin, aber ich kann mir nicht vorstellen,
- 20:41dass man die Nervenverbindungen und alles so hinbekommt, dass
- 20:46man wieder alles spürt. Nein, es gibt keinen Garantie
- 20:51wirklich. Man hat vielleicht Gefühle und
- 20:55man hat vielleicht auch nicht, das hat man wirklich keine
- 20:57Garantie, aber es ist ein Versuchswert auf jeden Fall und
- 21:02bis jetzt ist das vielleicht psychisch oder ist das physisch,
- 21:07hatte ich. Eine gute Rückmeldung von dem
- 21:10Her gehe ich davon aus, dass etwas, auch wenn es wenig ist,
- 21:14zurückkommt. Es gibt Hoffnung.
- 21:17Es gibt Hoffnung und zweite Möglichkeit ist einfach
- 21:21Beschwerde lindere, dass der Urin normal fließen kann, dass
- 21:27Urin. Öffnung freigelegt wird und hebe
- 21:33Scheide weg. Das ist auch Menstruation,
- 21:36Monatsblütungen normal raus fließen kann also, dass auch
- 21:39gereinigt werden kann. Es ist unglaublich, etwas, das
- 21:43für mich ganz selbstverständlich ist, dass man das erst mühsam
- 21:47wiederherstellen muss durch eine Operation.
- 21:51Ja, auf jeden Fall. Ein weiteres Tätigkeitsfeld von
- 21:56dir ist die psychosoziale Beratung.
- 21:58Was kann ich mir darunter vorstellen?
- 22:01Psychosozialberatung ist alles drin, von a bis z.
- 22:08Das heißt? Wenn Sie die Informationen
- 22:11bekommen. Das erste Gespräch, wie führe
- 22:15ich, was will die Klientin? Möchte er einen Glyptus nach,
- 22:20dass man eine Hälfte, dass sie, wir haben ja gesagt.
- 22:24Wieder Nachbaut also die Klitoris rekonstruiert.
- 22:28Genau. Oder geht es darum, dass sie so
- 22:31beschwerten hat, dass sie im Moment gar nicht an Klitoris, an
- 22:35Empfindungen denkt, sondern einfach das erste Mal eine
- 22:39Erleichterung, weil sie vielleicht ständig an Juckreiz
- 22:42leiden, weil sie nicht richtig kreinigen kann zwischen den
- 22:44Beine und weil sie einfach normal lösen möchte.
- 22:49Das sind so solche Sachen und dann muss man schauen, riskant
- 22:53muss man dann abklären und dann muss man auch geeignete
- 22:56Gynäkologen finden. Denn Triage Arbeit machen und
- 23:00begleiten oder die Klientin dorthin und wir stellen sicher,
- 23:06dass sie so diese richtige Personen, die erste kommt und
- 23:10wir stellen. Sicher, dass sie interkulturelle
- 23:14Dormagen, die wir zur Verfügung stellen, Sie begleiten so diese
- 23:18Termine. Diese Dolmetschenden sind
- 23:20wahrscheinlich speziell geschult und sensibilisiert für das
- 23:24Thema. Ja richtig, das machen wir auch.
- 23:27Wir bilden unsere Dolmetscher, Wir bilden auch Fachpersonen
- 23:30aus, also wir geben Weiterbildungen, aber ja, wir
- 23:33bilden sie aus. Sie sind auch bei uns
- 23:36angestellt, das wissen wir, wissen, dass sie auch.
- 23:42FG Optik 103 ist klar ablehnen und nicht tolerieren und das ist
- 23:46sensibilisiert sind der Umgang mit wohlergaben Frauen, wenn sie
- 23:50begleiten. Auch dort braucht's ganz viel
- 23:54nicht mehr mitleiden, das wär falsch, aber sehr richtig und
- 23:58adäquat unterstützen, so dass sie sich wohlfühlt und keine
- 24:02Angst bekommt. Neben der medizinischen und der
- 24:05psychosozialen Begleitung steht auch die Communityarbeit bei
- 24:09euch im Fokus. Wie kommt ihr mit den
- 24:11unterschiedlichen Communities, mit den Menschengruppen
- 24:14überhaupt in Kontakt? Ja, das ist eine Knochenarbeit,
- 24:19eine von der schwierigste Arbeit überhaupt, in der Communities
- 24:22Reinzuklopfen, um über solche Tabuthemen anzusprechen.
- 24:26Dass man da Vertrauen aufbaut, stell ich mir schwer vor.
- 24:29Genau das ist das Wichtigste, was wir leisten müssen.
- 24:32Wir haben eben noch Arbeitsinstrumen entwickelte für
- 24:36die Community Arbeit, so dass sie profitieren können für
- 24:40unsere Arbeit und dass wir auch der Aufklärungsarbeit so
- 24:43weiterhin treiben können, dass es eingeben und einnehmen.
- 24:47Berau mich vor Schanze oder Sie zäh und ja, habt Ihr Probleme,
- 24:52ihr könnt kommen, niemanden kommt ihr mit solcher
- 24:54Tabuthemen, wir müssen aktiv was machen, wir müssen in Familie
- 24:59Leute. Suchen und es gelingt, indem wir
- 25:03aktiv regelmäßig unsere Programme durchführen.
- 25:09Welches sind die größten Communitys im Rheintal und in
- 25:12der Region, mit denen ihr schon zusammenarbeitet?
- 25:16Somalia, Romo, Eritrea. Ja und Sudet.
- 25:23Und welche Communities würdet ihr gern noch besser erreichen?
- 25:27Ich würde gerne mehr mehr erreichen.
- 25:29Auf jeden Fall alle alle betroffenen Communities, die
- 25:31hier in in in der Ostschweiz leben, auf jeden Fall, das ist
- 25:34mein Ziel, alles zu erreichen. Ich bin dran.
- 25:37Sie sehen eine harte Weg, sich hindurchzusetzen, aber ich bin
- 25:43mir sicher, dass sie alle Community mit meiner Arbeit
- 25:46erreiche und dass ich dadurch alle die Informationen gebe, so
- 25:51bis hin gehört. Und ich möchte auch, dass
- 25:55Bevölkere einfach nicht jetzt alle verurteilt.
- 25:57Sie sind natürlich nicht alle betroffen, das muss man auch
- 26:01sagen, man darf auch niemanden diskriminieren, weil die Leute.
- 26:07Aus bestimmter Regionen kommen der vielleicht betroffen sein
- 26:10könnte, oder für mich oder für betroffene Frauen ist
- 26:15unangenehmen, wenn sie dich oder die Klientin direkt fragen, bist
- 26:21du betroffen. Ich finde das absolut nicht in
- 26:24Ordnung, weil das ist auch Privatsache, das gehört nicht
- 26:27einfach in der Öffentlichkeit, außer man macht öffentliche
- 26:30Arbeit, was ist ja jetzt gerade mache, aber ich finde, das muss
- 26:35man wirklich nicht auch als. Fachbesucher oder wenn ich jetzt
- 26:38denke hm OK, diese Person krönte aus dieser Region entkommen,
- 26:43dann soll sie oft der regionale Anlaufstelle kommen, weil wir
- 26:47sind adäquat auch ausgebildet und können mit der Fachperson
- 26:52dieses Gespräch führen, so dass es für sie nicht unangenehmen
- 26:56ist und für Betroffene auch nicht.
- 27:02Vielleicht hört jemand gerade diesen Podcast und hat das
- 27:05Gefühl in meinem Umfeld, da gibt es jemanden, da gibt es ein
- 27:09Mädchen, das gefährdet ist. Was soll diese Person dann tun?
- 27:14Auf jeden Fall nicht die Polizei anrufen und kein Kästchen,
- 27:17sondern das nationale Netzwerk oder die regionalen
- 27:21Anlaufstelle, falls es eine regionale Anlaufstelle vorhanden
- 27:24ist, setzt sich informiere, haben wir in der Ausschweife
- 27:27eine Anlaufstelle für dieses Thema, dann sollen sie umgehend
- 27:31uns bei uns melden und wir werden mit der Fachperson
- 27:35zusammen und mit den nationalen Netzwerk werden wir adäquate
- 27:39Lösung finden, weil es nutzt und es hilft niemanden.
- 27:45Voreilige Entscheid zu treffe einfach sich informiere und
- 27:50einfach coole Kopf bewahren. Es nutzen nicht Leute das Hetze
- 27:54weil es gab schon mal so was. Dass also jemand die Polizei
- 27:58gerufen hat oder die Kesb, die Kinder und
- 28:01Erwachsenenschutzbehörde informiert.
- 28:03Hat, und das braucht es nicht. Die Mitarbeitenden dort sind ja
- 28:06meistens auch nicht speziell geschult für dieses Thema.
- 28:09Absolut. Und das ist eben das.
- 28:12Wir müssen Casper auch das darüber.
- 28:14Komme und sie müssen auch sich mal um Weiterbildung machen zu
- 28:17diesem Thema, weil sie auch einen Schutz von Kindern
- 28:20dazugehört. Aber genau deshalb ist es immer
- 28:23wichtig, sie sollen sich immer an uns wenden, dann können wir
- 28:26selber gemeinsam gut überlegen, wir werden ein bisschen umgehen
- 28:31und mittlerweile wissen, wie, um welche Kniffe wir drücken
- 28:34müssen. Welche Knöpfe drückst du dann in
- 28:37so einem Beratungsgespräch? Alle Knöpfe um eine kleine
- 28:41Mädchen zu retten. Es ist meistens wirklich.
- 28:45Sehr sensibilisierungsarbeit die Technik, die ich verwende,
- 28:50tiefgreifende Gespräche führe und natürlich, wir haben ein
- 28:55Gesetz in jeder Schweiz Artikel 124 das ist auch ein Instrument
- 29:02im schlimmsten Fall. Kann man auch klagen?
- 29:05Kann man klagen? Genau.
- 29:06Wurde das schon gemacht? Ja, in der Schweiz sei mal.
- 29:10Und das kam. Durch einmal.
- 29:13Und im anderen Fall? Leider nicht.
- 29:16Mangelnde Beweismittel? Wenn man selbst aktiv werden
- 29:22möchte, was kann man dann tun gegen Mädchenbeschneidung?
- 29:27Puls Mitglied werden und supporten.
- 29:29Uns unterstützen. Bei uns meint in diesem Fall der
- 29:33Verein gegen Mädchenbeschneidung, oder?
- 29:35Genau. Genau.
- 29:37Vielen Dank für dieses Gespräch. Gerne.
- 29:41Am 6. Februar ist der internationale
- 29:43Tag gegen Mädchenbeschneidung. Alle Informationen zu diesem Tag
- 29:47findet ihr auf unserer Webseite und auch in den Shownotes.
- 29:52Wenn ihr diesen Podcast wichtig findet, dann teilt ihn doch
- 29:55gerne oder gebt uns eine gute Bewertung in der Podcast App
- 29:59eurer Wahl. Das.
- 30:01Auch sehr macht es gut, Eure Ines.
- 30:10Vater Graz.