Latest / LebensWert - das Jetzt versichern / Depressionen - wie fühlt es sich an?
Transcript
- 0:00Also ganz ehrlich, ohne das jetzt kleinzureden,
- 0:04das kann ein Bürgergeldempfänger treffen,
- 0:06es kann eine Hausfrau treffen, es kann ein Topmanager treffen,
- 0:10es kann Prominenten treffen, wo man auch oft einmal hört,
- 0:14dass es die Leute trifft, weil das durch die Presse geht.
- 0:18Also, da ist keiner vorgefallen.
- 0:20Also, ich bin ganz ehrlich, vor 2014,
- 0:22ich hab öfter von Depression gehört.
- 0:25Aber hab auch schon so gedacht,
- 0:27ich weiß nicht, ob mir das jetzt passiert, was mir passiert.
- 0:31Dann war ich in der Klinik 2014
- 0:33und hab Leute kennengelernt, die in Angststörungen hatten,
- 0:36die Panikattacken hatten, hab gesehen, wie sich das geäußert hat,
- 0:40dass die völlig verzweifelt waren, am Schreien waren, am Heulen waren.
- 0:44Ich hab gesagt, das wird mir nie passieren.
- 0:472020 hatte ich Panikangststörung auf einmal.
- 0:49Also, es kann jeden treffen zu irgendwelchen gewissen Zeitpunkt,
- 0:53in einer schweren Lebenskrise,
- 0:55vielleicht auch irgendwas, was noch nicht richtig verarbeitet wurde,
- 0:59wie bei mir, kann das in irgendeiner Weise ausbrechen.
- 1:03Und leider ist keiner gewappnet vor.
- 1:06Hallo und herzlich willkommen bei "Lebenswert",
- 1:09das jetzt versichern.
- 1:10Mein Name ist Shilu Könke und ich bin Host in diesem Podcast.
- 1:14Ich freue mich, gemeinsam mit meinen Gästen Themen
- 1:17aus der Gesellschaft aufzugreifen,
- 1:19die direkten Einfluss auf unser Leben und die Lebensqualität haben.
- 1:23Wir sprechen über Fragen rund um mögliche Lebensrisiken,
- 1:26den Lebenswandel an sich, aber auch ganz persönliche Lebensgeschichten.
- 1:30Und darüber, uns das jetzt bewusst zu machen.
- 1:33Das jetzt, also genau diesen Moment,
- 1:36in dem sich alles gut und richtig anfühlt.
- 1:38Viel Spaß beim Zuhören.
- 1:40Heute ist Christoph Jena zu Gast,
- 1:45der ehemals von psychischen Erkrankungen betroffen war
- 1:48und der es geschafft hat, diese erfolgreich zu überwinden.
- 1:52Inzwischen teilt Christoph als Coach und Referenz
- 1:54seine Erfahrungen für Fachkräfte,
- 1:56Interessierte, Betroffene und Angehörige.
- 1:59In seiner sehr persönlichen Geschichte
- 2:01wird er unter anderem auch auf das Thema Suizidgedanken eingehen.
- 2:05Deshalb an dieser Stelle die dringende Bitte,
- 2:08solltet ihr euch mit solchen Gedanken tragen?
- 2:10Dann hört diesen Podcast bitte nicht alleine
- 2:13oder nur, wenn ihr euch stabil genug dafür fühlt.
- 2:15Hilfreiche Kontakte und Telefonnummern
- 2:18findet ihr in unseren Shownotes.
- 2:20Hier in unserem Podcast bei Lebenswert klären wir immer wieder
- 2:24über die Bedeutung der gesundheitlichen Vorsorge auf.
- 2:27Und die gesundheitliche Vorsorge beinhaltet natürlich
- 2:30sowohl die mentale als auch die psychische Gesundheit,
- 2:34denn beides hängt eng miteinander zusammen,
- 2:36wie wir heute auch wieder hören werden.
- 2:39Und wenn die Psyche einmal erkrankt,
- 2:41ist droht eine längerfristige Phase der Berufsunfähigkeit,
- 2:46in der ich nicht arbeitsfähig bin.
- 2:49Und wie wir wissen und auch immer wieder darauf hinweisen,
- 2:52sind psychische Erkrankungen die Hauptursache
- 2:55für Berufsunfähigkeitsausfälle.
- 2:58Wir haben heute die besondere Gelegenheit,
- 3:01mit einem Gast zu sprechen,
- 3:03der ehemals von psychischen Erkrankungen betroffen war.
- 3:07Und wir müssen es diesmal wirklich in der Mehrzahl nennen.
- 3:10Wir werden es gleich hören, lieber Christoph Jenner.
- 3:14Und ich begrüße dich ganz herzlich
- 3:16und bedanke mich bei dir schon mal vorab,
- 3:19dass du bereit bist, deine Geschichte mit uns zu teilen
- 3:22und hier über deine Erfahrungen zu berichten.
- 3:24Herzlich willkommen, Christoph. Schön, dass du hier bist.
- 3:27Ja, danke, Schino. Ich freue mich auch, hier zu sein.
- 3:31Was mir ganz wichtig ist zu sagen,
- 3:33ist, dass du nicht nur betroffen warst
- 3:36von zwei verschiedenen psychischen Erkrankungen im Laufe der Jahre,
- 3:40sondern dass du es geschafft hast,
- 3:42erfolgreich dich wieder zurück ins Leben zu kämpfen.
- 3:45Und heute erfolgreich als Personalcontroller
- 3:49in einem großen Konzern tätig bist.
- 3:51Insofern verdient das natürlich höchsten Respekt.
- 3:55Und du wirst da gleich auch drüber sprechen,
- 3:57wie du das geschafft hast,
- 3:59wie du dich wieder stabilisiert hast, was du getan hast.
- 4:03Und du bist sogar auch sehr, sehr engagiert
- 4:09als Coach, als Begleiter, als Berater
- 4:12für Angehörige oder Betroffene,
- 4:15die selber in einer ähnlichen Situation sind
- 4:17und die mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen haben.
- 4:21Insofern bist du da sehr, sehr aktiv nebenbei,
- 4:25nebenberuflich sozusagen. - Genau, ist richtig.
- 4:27Und bevor wir darauf eingehen,
- 4:30würde ich natürlich gerne erst mal ganz an den Anfang zurück,
- 4:33wenn du dich an deiner allererste psychische Erkrankung erinnerst.
- 4:39Wie ist es eigentlich damals dazu gekommen?
- 4:41Und wie hast du dich gefühlt?
- 4:43Ja, das ist schon meine erste Erkrankung
- 4:46schon ein bisschen länger her.
- 4:48Das war tatsächlich im Jahr 2014, ist das ausgebrochen.
- 4:52Und ich hatte eine schwere Depression diagnostiziert bekommen.
- 4:56Es fing an, dass sich meine Freundin damals von mir getrennt hat
- 5:02und ich nicht so recht damit klarkam.
- 5:05Das lag vor allem daran, dass ich so zu 100 Prozent emotional
- 5:10von meiner Freundin eigentlich abhängig war.
- 5:13Und ich sag immer, es gibt nichts Schlimmeres als emotional
- 5:17oder finanziell von irgendwelchen Personen abhängig zu sein.
- 5:20Und hab eigentlich so für meine Freundin nur gelebt.
- 5:23Also weniger andere Sachen im Vordergrund gehabt.
- 5:27Wie alt bist du da gewesen, wenn ich fragen darf?
- 5:30Da war ich 28. - Mhm.
- 5:32Und das war auf jeden Fall ein großes Problem,
- 5:38was ich mitgenommen hatte.
- 5:40Und es ist dann so gekommen, okay,
- 5:42meine Freundin ist nicht mehr da.
- 5:44Ich muss jetzt irgendwas anders finden.
- 5:46Ich bin von 100 Prozent auf 0 Prozent.
- 5:49Der Boden wurde mir weggezogen.
- 5:51Also muss ich jetzt was anderes machen.
- 5:53Und hab mich in die Arbeit gestürzt.
- 5:55Hab einen Werkstudentenjob gehabt, hab da ganz viel gemacht.
- 5:58Hab nebenbei meinen Masterstudium gemacht.
- 6:01Hab da probiert, Scheine vorzuziehen, ganz viel.
- 6:04Und weil es dann einfach auch zu viel wurde
- 6:06und ich mich sowieso nicht gut konzentrieren konnte,
- 6:09weil meine Freundin mich verlassen hatte,
- 6:11in der Nachrichtigkeit hatte ich vorher immer einen guten Ruf.
- 6:15Wenig Fehler gemacht, mir wurde viel zugetraut.
- 6:17Mein Chef hat mich auch verangesprochen,
- 6:19was ist der Netzzeit mit dir los?
- 6:21Du hast so viele Fehler, du hast einen großen Hauptfehler gemacht.
- 6:25Da wurde mir auch so eine Hauptaufgabe entzogen.
- 6:27Was noch mal so ein Schlag ins Gesicht war.
- 6:30Das klappt jetzt auch nicht mehr.
- 6:32Und dann hab ich mich wirklich, wo das nicht mehr funktioniert hat,
- 6:35auch mit den Arbeiten, weiter zurückgezogen.
- 6:38Bin nur noch zu Hause geblieben.
- 6:40Hab traurige Videos angeguckt, ganz selten das Haus verlassen.
- 6:44So Noteinkaufen gegangen, hab tatsächlich weniger gegessen.
- 6:48Konnte sehr schlecht schlafen, wenn überhaupt.
- 6:51Ein- und Durchschlaufschwierigkeiten.
- 6:54Und hab mir alles, was traurig war oder ist, angeguckt.
- 6:59Traurige Filme, traurige Musik gehört.
- 7:02Und hab mich da immer weiter eingeiegelt.
- 7:05Und das ist so der, wie das bei mir,
- 7:10gekommen ist.
- 7:11Der Auslöser war meine Freundin.
- 7:13Ursache wurde in der Therapie später festgestellt,
- 7:16war eine ganz andere.
- 7:18Das ist so ein bisschen Kindheitserlebnisse,
- 7:21die ich nicht so recht verarbeiten konnte.
- 7:24Dramatische.
- 7:25Du hast gerade gesagt, du hast dich zuerst
- 7:29mit der Arbeit versucht abzulenken.
- 7:31Und ich da richtig reingestürzt.
- 7:32Und später hast du dich dieser Trauer total hingegeben.
- 7:37Und hast auch nur noch traurige Musik gehört und so weiter.
- 7:41Da ist da richtig drin aufgegangen sozusagen.
- 7:43Hast du am Anfang im Job oder in deiner Werkstudententätigkeit
- 7:48reagiert auf die Fehler, die dir passiert sind,
- 7:54damit, dass du dich noch mehr angestrengt hast.
- 7:57Hast du dir immer mehr abverlangt am Anfang?
- 7:59Und hast gedacht, es kann nicht sein.
- 8:01Ich muss hier funktionieren, ich hab immer funktioniert.
- 8:04Oder hast du das gleich akzeptieren können?
- 8:06Nee, ganz im Gegenteil.
- 8:08Ich muss funktionieren, muss jetzt noch mehr funktionieren.
- 8:11Weil mir wurde was entzogen.
- 8:12Und ich will jetzt in der anderen Sache, die als zweites da ist,
- 8:15das ist der Job im Werkstudenten gewesen.
- 8:17Und auch im Studium, da will ich noch mehr funktionieren,
- 8:20noch besser werden.
- 8:22Da will ich vielleicht auch so noch mehr Wertschätzung bekommen.
- 8:25Weil meine Freundin einfach nicht mehr da ist.
- 8:28Ich will zum Studium glänzen, am besten nur Einsen schreiben.
- 8:31Und das ging so in die Richtung.
- 8:33Und das ging natürlich dann,
- 8:34aber mich nicht konzentrieren konnte aufgrund dieser Situation,
- 8:38eigentlich total in die Hosen.
- 8:40Und kannst du dich noch daran erinnern,
- 8:42wie lange diese Phase war,
- 8:43in der du am Anfang dich in die Arbeit gestürzt hast
- 8:47und in der du dich immer mehr angestrengt hast
- 8:50und mehr von dir abverlangt hast,
- 8:52bis dahin, dass du quasi kapituliert hast
- 8:56und dich zurückgezogen hast?
- 8:57Ja, so circa zwei Monate.
- 8:59Mhm.
- 9:00Bis ich dann wirklich kapituliert hab.
- 9:02Dass dann immer kam,
- 9:04dann wurde ich auch von Freunden und Familie angesprochen.
- 9:09Du meldest dich gar nicht mehr, was ist denn los?
- 9:12Wir wissen ja mit deiner Freundin, aber du redest,
- 9:15also ich hab auch wenig darüber geredet.
- 9:18Das war natürlich auch ein Problem.
- 9:20Später hab ich nur noch darüber geredet,
- 9:22also in dieser Trauerphase dann.
- 9:24Aber Anfang aber überhaupt nicht,
- 9:26was ist diese Nicht-Wahrhaben-Wollenphase?
- 9:28Die Trauerphase hat nach zwei Monaten richtig angefangen.
- 9:31Und nicht mehr zum Studium richtig gegangen bin.
- 9:35Da ging diese Phase los,
- 9:36wo ich dann wirklich getraut hab, dass die Beziehung vorbei ist.
- 9:40Und ja, dann wurde mir geraten,
- 9:43vielleicht auch mal psychologische Hilfe zu suchen.
- 9:46Weil es ja auch wirklich ...
- 9:47Ich hab die Symptome dann beschrieben bei meiner Hausärztin,
- 9:51die hat mich direkt überwiesen zum Psychiater
- 9:53und auch zum Psychotherapeutin.
- 9:55Die hat das sehr ernst genommen, zum Glück in dem Fall.
- 9:58Dann hab ich auch sehr schnell tatsächlich einen Termin bekommen
- 10:02beim Psychiater, weil die Symptome, die ich geäußert hab,
- 10:05mit den Schlafstirungen, ich verlass das Haus nicht mehr.
- 10:08Ich hab schon tendenziell Suizidgedanken da geäußert, so ganz grob.
- 10:13Dass ich grad überhaupt nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll.
- 10:16Und das war dann schon so ein Alarmzeichen,
- 10:19glaub ich, zum Glück in dem Fall.
- 10:21Und dann hab ich eine Psychotherapie auch begonnen.
- 10:25Ich hab recht schnell auch einen Therapeuten dann zum Glück gefunden.
- 10:29Mhm.
- 10:30Und ist die Therapie ambulant gewesen oder stationär?
- 10:34Weil du beschreibst es grade so sehr ernsthaft den ganzen Verlauf
- 10:38und auch die Suizidgedanken, die du gerade geäußert hast,
- 10:41hat man dann dich ambulant behandeln können?
- 10:44Oder bist du gleich in die Rehabilitation sozusagen,
- 10:50in die stationäre Rehabilitation gekommen?
- 10:54Also, meine Therapeuten, ich hatte erst einen Therapeuten ambulant,
- 10:58die hat aber sehr schnell signalisiert, es geht so nicht mehr.
- 11:01Also, ich hab auch, wir haben ja Therapie angefangen.
- 11:05Und ich hatte ja grad gesagt, von der Ursache,
- 11:08von diesen Kindheitserlebnissen wurde probiert,
- 11:11ein bisschen zu verarbeiten.
- 11:12Und dadurch ging's mir eigentlich noch schlechter im ersten Moment.
- 11:16Also, das soll jetzt nicht Leuten, will jetzt nicht zu Leuten sagen,
- 11:20mach keine Therapie ganz im Gegenteil,
- 11:22sondern das verarbeitet, weil sonst bricht das immer wieder
- 11:25in irgendwelchen Situationen auf.
- 11:27Aber das kann natürlich passieren, während einer Therapie,
- 11:30dass es jemanden auf einmal wieder schlechter geht.
- 11:33Und das Wichtige war einfach, dass ich das gemacht hab, die Therapie,
- 11:37und dass sie mir dann auch klar geäußert hat,
- 11:39ich schaff das nicht alleine mit dir oder mit ihnen.
- 11:43Wir müssen stationär machen,
- 11:45weil die Gedanken werden immer schlimmer.
- 11:47Ich hab's dann auch geäußert, ja.
- 11:50Die Suizidgedanken gingen auch schon ein Schritt weiter.
- 11:53Also, nicht nur ich hab Suizidgedanken, sondern wirklich,
- 11:56wie kann ich das machen, vielleicht sogar.
- 11:59Und da war ganz klar die Grenze, wo sie gesagt haben,
- 12:02jetzt ritschreichts, und sie hat auch gemerkt,
- 12:04dass ich das auch ernst meine.
- 12:06Kann man dich nicht mehr alleine lassen.
- 12:08Man kann mich nicht mehr alleine lassen.
- 12:11Und dann haben sie auch sehr schnell die Psychiaterin
- 12:13und die Therapeuten einen sehr schnellen Therapieplatz
- 12:16für mich gefunden in einer Klinik.
- 12:18Da war ich knapp drei Monate stationär.
- 12:21Was war genau die Diagnose?
- 12:23Ähm ... Schwere Depression.
- 12:27Mhm.
- 12:28Also schwere depressive Episoden, in dem Fall.
- 12:31Ja, genau.
- 12:33Wie lange hat dann dieser Zustand gedauert, dieser Erkrankung,
- 12:36oder bist du einigermaßen dich wieder stabilisieren konntest
- 12:41und wieder nach Hause gehen konntest?
- 12:43Wie lange war der Prozess?
- 12:44Nach drei Monaten stationär war ich wieder zu Hause.
- 12:47Aber auch da ...
- 12:49war noch nicht alles gegessen ganz im Gegenteil.
- 12:52Die Klinik ist ein geschützter Raum.
- 12:54Die Glaskugel sagt man so schön, wo man geschützt ist.
- 12:57Und wenn man die dann verlässt ...
- 12:59Ich war total fertig, als ich die Klinik wieder verlassen musste,
- 13:03weil ich musste ja wieder alleine leben.
- 13:05Am besten wieder meinen Werkstudenten-Tätigkeit aufnehmen,
- 13:09mein Studium wieder aufnehmen.
- 13:11Da bin ich noch mal in tiefes Loch gefallen.
- 13:13Hatte auch, man sagt ja, Psychosomatik ganz häufig ...
- 13:17und dann hab ich dann eigentlich nach Hause gekommen,
- 13:19war nicht schwimmen oder sonst was.
- 13:22Oder hab nicht einfach eine Ohr rumgespielt,
- 13:24hatte gleich eine ganz schwere Ohrenentzündung,
- 13:27musste noch mal ins Krankenhaus.
- 13:29Wurde dann auch vermutet, das Immunsystem wird schwach.
- 13:32Da hat sich der Stress körperlich äußert,
- 13:34den du hattest, damit alleine zu sein.
- 13:37Und deinen Alltag wieder zu organisieren.
- 13:39Genau, richtig.
- 13:40Und dann hab ich natürlich die ambulante Therapie weitergemacht.
- 13:44Und dann hab ich auch gesagt,
- 13:46du willst ja auch wieder einigermaßen normales Leben führen.
- 13:50Und die Suizidgedanken waren natürlich weg zum Glück.
- 13:54Aber trotzdem solltest du jetzt wieder rausgehen,
- 13:58solltest jetzt wieder Sachen unternehmen.
- 14:00Und solltest jetzt wieder zum Studium gehen
- 14:04und die Werkstudenten-Tätigkeit machen.
- 14:06Und das hab ich dann auch gemacht.
- 14:09Also der ganze Krankheitsverlauf waren anderthalb Semester,
- 14:12so ganz grob acht Monate.
- 14:14Du hast jetzt beschrieben, dass du natürlich
- 14:17in der Theorie wusstest, du solltest jetzt wieder
- 14:20dein Studium aufnehmen und du solltest jetzt wieder
- 14:22in deiner Werkstudententätigkeit nachgehen und so weiter.
- 14:26Das sind ja aber alles Gedankenkonstrukte.
- 14:28Wie hast du das geschafft, dich da tatsächlich wieder nachzurichten?
- 14:33Also hast du andere Glaubenssätze gelernt in der Therapie?
- 14:39Ja, total.
- 14:41Also Achtsamkeitsübungen, dass man sich wirklich hier und jetzt
- 14:46auf Sachen konzentriert und nicht mit den Gedanken abschweift
- 14:50auf die Vergangenheit oder Zukunftsängste hat.
- 14:53Das sind so Punkte, die ich gelernt hab.
- 14:55Entspannungsübungen, leichte gelernt.
- 14:59Auch ein strukturiertem Tagesablauf gelernt,
- 15:02wie ein strukturierter Tagesablauf funktioniert,
- 15:05den ich damals ja nicht mehr hatte, nicht mehr einkaufen gehen,
- 15:08nicht mehr rauszugehen, nichts mehr zu unternehmen.
- 15:12Soziale Kontakte ist ein ganz wichtiger Lebenspunkt,
- 15:15den wieder zu aktivieren.
- 15:19Ging das relativ gut?
- 15:20Also hatte dein Freundeskreis dann in der Phase,
- 15:24in der du dich zurückgezogen hast und du hast gerade beschrieben,
- 15:27wie lange über Monate hat sich das jetzt alles hingezogen?
- 15:30Wie lange es gedauert hat, hat dein Freundeskreis
- 15:33wieder mit Verständnis reagiert?
- 15:35Teils, teils.
- 15:37Während der Zeit viele Freunde verloren, lag auch viel an mir selber.
- 15:41Weil ich immer gehofft hab, es ist sofort Verständnis da.
- 15:46Wenn ich sage, ich hab Depressionen,
- 15:48ihr müsst das jetzt verstehen, was mit mir abgeht.
- 15:50Und die ... es war ...
- 15:52Also, heute bin ich im Nachhinein überhaupt nicht mehr böse,
- 15:55aber damals war ich böse.
- 15:56Ihr versteht mich alle nicht, ihr wisst nicht, was ihr das ist,
- 16:00ihr kennt das nicht.
- 16:01Dann hab ich viele Kontakte selber abgebrochen
- 16:03oder die Leute, wenn ich das so erzählt hab,
- 16:06was mit mir ist, was mit mir abgeht,
- 16:08haben selber den Kontakt teilweise auch abgebrochen.
- 16:11Und sehr viele Freunde verloren.
- 16:14Ähm ...
- 16:15Ich hab auch ein Beispiel in der Familie,
- 16:17da hab ich das ja auch erzählt, ich geh jetzt in die Klinik,
- 16:20zwar Weihnachten, und dann sagt ein Familienmitglied zu mir,
- 16:23äh, Christoph, ich hab dir das gar nicht angesehen,
- 16:26dass du psychisch krank bist oder Depression hast.
- 16:29Ja, das ist eben genau die Gefahr.
- 16:31Es ist eine Krankheit, die man nicht sieht.
- 16:33Ein gebrochenes Bein oder so. - Richtig, die man nicht sieht.
- 16:36Ich hab dann so gefragt, einfach so ganz frech,
- 16:39was hätt ich denn machen sollen, damit du das siehst.
- 16:42Ja.
- 16:43Und die Personen dann, das weiß ich auch nicht, ich so, du ich auch nicht.
- 16:46Mhm. - Also, das ist ja so ein klassisches Beispiel, ne?
- 16:50Man sieht das nicht.
- 16:52Und das ist es, eine Person, die lacht,
- 16:55kann auch eine Depression haben, ne?
- 16:58Eine Depression heißt nicht, ich guck die ganze Zeit trau ich,
- 17:01und läuft durch die Gegend.
- 17:03Also, ne, ich glaub, das ist so ...
- 17:04Viele probieren es ja heute immer noch zu verschleinen
- 17:08oder zu verstecken in irgendeiner Weise.
- 17:10Oder ich lerne es halt immer wieder kennen,
- 17:12ich gehe ja sehr offen mit meinen Erkrankungen um
- 17:14oder mit meinen ehemaligen Erkrankungen.
- 17:17Und sobald ich es erzähle, erzählen mir Leute auch davon.
- 17:20Aber wenn ich nichts erzähle, erzählen mir Leute das nicht.
- 17:23Genau. Da du ja als Coach sozusagen auch tätig bist
- 17:26und Menschen begleitest auf ihrem Weg
- 17:29durch diese psychischen Erkrankungen,
- 17:32was redest du, Angehörigen oder auch Betroffenen in dieser Situation,
- 17:35wie sollen sie auf ihr Umfeld ...
- 17:38Äh ... also, wie sollen sie quasi das Umfeld informieren
- 17:41darüber, wie es ihnen geht?
- 17:43Sollen sie viel darüber sprechen?
- 17:45Sollen sie sagen, wie sie sich fühlen?
- 17:47Oder weil du gerade beschrieben hast, man sieht es dir nicht an.
- 17:50Was ist dein Tipp für Betroffene?
- 17:53Ich finde schon, dass es wichtig ist, darüber zu sprechen,
- 17:59weil wenn man das in sich reinfrisst, wird es schlimmer.
- 18:02Also schon darüber sprechen
- 18:04und auch die Angehörigen auch natürlich zuzuhören.
- 18:08Und natürlich auch, wie kann ich dir helfen?
- 18:10Wie kann ich dich unterstützen?
- 18:12Wollen wir mal zusammen einkaufen gehen?
- 18:14Wollen wir vielleicht zusammen was kochen?
- 18:16Natürlich, wenn es jetzt in solchen Sachen geht,
- 18:19wie mit Suizidgedanken oder, ich sag jetzt mal,
- 18:22selbst verletzenden Verhalten, etc.,
- 18:24dann bitte professionelle Hilfe holen
- 18:27und nicht selber probieren, an ein Hobbypsychologe zu sein.
- 18:30Das ist auf jeden Fall ganz wichtig, was sich den Angehörigen
- 18:33dann in dem Fall auch hat.
- 18:35Mhm.
- 18:36Ja, es ist ein guter Tipp, glaub ich.
- 18:39Den haben wir auch öfter schon von Betroffenen gehört,
- 18:42dass sie sich wünschen, dass Angehörige in die Initiative gehen
- 18:45und dass sie sagen, jetzt komm doch mit raus,
- 18:47wir machen einen Spaziergang, aber trotzdem auch nicht beleidigt sind.
- 18:51Wenn jemand sagt, nee, das möchte ich nicht machen,
- 18:54ich fühl mich jetzt nicht danach,
- 18:56genau, und auch nicht die Leute zwingen.
- 18:58Leute nicht zwingen, irgendwas zu machen,
- 19:00oder auch nicht so sagen, mach doch mal Sport,
- 19:02oder geh doch mal raus, oder fahr doch ein Urlaub,
- 19:04oder andere können es doch auch, boah, das sind so Sätze.
- 19:07Nee, das lässt sein Unterdruck zusätzlich.
- 19:09Das lässt sein Unterdruck ist ein Wienschlag
- 19:11ins Gesicht für die Betroffenen.
- 19:14Also da ein bisschen vorsichtig sein,
- 19:17Fragen, Hilfe anbieten, auch sagen,
- 19:21wir suchen zusammen Therapieplatz
- 19:23und wir suchen zusammen eine Selbsthilfegruppe.
- 19:26Selbstverständlich muss der Betroffene selber das natürlich merken.
- 19:29Also man kann Leute nicht zwingen, eine Therapie zu machen,
- 19:33die Betroffenen sollten selber merken.
- 19:35Klar, Hinweise geben, da stimmt was nicht, was anders.
- 19:40Mir ist das und das aufgefallen, ich hab das und das beobachtet.
- 19:44Und auch Gefühle zu äußern, das macht mich traurig, dich so zu sehen.
- 19:50Und ja, das auf jeden Fall äußern,
- 19:54aber dann natürlich auch für sich selber als Angrüger
- 19:59die Grenzen zu setzen, nicht, dass man selber noch mit reingezogen wird.
- 20:03Und natürlich diese professionelle Hilfe.
- 20:05Es gibt genug Nummern, es gibt genug ärztliche Unterstützung.
- 20:09Das ist ein ganz wichtiges Thema.
- 20:11Du hast vorher beschrieben, dass es immer wieder vorkommen kann,
- 20:14dass man in eine emotionale Krise gerät,
- 20:17wenn man einmal betroffen war von einer psychischen Erkrankung.
- 20:20Also es ist nicht so, man ist dann geheilt und alles ist wieder gut,
- 20:24man ist natürlich anfällig.
- 20:26Auch weiterhin dafür, wahrscheinlich reagiert man auch sensibler,
- 20:30kann ich mir vorstellen, ich weiß nicht, ob es stimmt,
- 20:33aber das hast du vorher gesagt, es kann immer mal wieder auftreten.
- 20:36Wie ist es zu deiner zweiten psychischen Erkrankung gekommen?
- 20:40Und wie viele Jahre oder Monate später ist das gewesen?
- 20:43Also tatsächlich ist es sechs Jahre später erst gewesen.
- 20:48Also im Jahr 2020.
- 20:50Und das war dann in dieser Corona-Phase,
- 20:53diese Corona-Krise, da hatte ich meinen Job verloren.
- 20:56Bin gerade umgezogen aus Nordrhein-Westfalen nach Niedersachsen.
- 21:01Hab da ja auch in Nordrhein-Westfalen mehr was aufgebaut,
- 21:04das hab ich alles liegen lassen.
- 21:06Und auf dieser Umschwung, und dann verliert man sofort seinen Job,
- 21:09war nicht so ganz einfach für mich.
- 21:11Und auch da hat sich eine neue Erkrankung geäußert,
- 21:15und zwar eine Angstymtomatik.
- 21:18Also Agoraphobie mit generalisiertem Geheimnis,
- 21:21und eine andere Angstörung in Kombination.
- 21:24So sind Diagnosen in dem Fall gewesen.
- 21:26Und da ich das nicht kannte,
- 21:29wusste ich am Anfang gar nicht, was das ist.
- 21:32Und bin erst mal von Arzt zu Arzt gerannt.
- 21:34Das heißt, es waren ganz andere Symptome. - Komplett.
- 21:37Mhm. - Komplett.
- 21:38Es war was ganz anderes, weil ich hab immer so gesagt,
- 21:43nee, Depression ist es definitiv nicht.
- 21:45Das kanntest du ja schon. Und wie hat es sich geäußert?
- 21:48Ich hatte eine Panikattacke zum ersten Mal
- 21:51in einem Auto.
- 21:52Ich war unterwegs und dann hab ich gemerkt,
- 21:55oh Gott, es drückt an meinen Herzen.
- 21:57Ich hab Schweißausbrüche, ich mir schwindel dich,
- 22:01ich werd gleich unmächtig.
- 22:02Ich krieg keine Luft mehr.
- 22:05Ich hab so das Gefühl, ich sterb gleich.
- 22:07So, das Symptom hatte ich. - Mhm.
- 22:09Bin ich rechts rangefahren, hab meinen Bruder angerufen,
- 22:12er ruf sofort Krankenwagen, keine Ahnung, ich kann dir nicht helfen.
- 22:16Krankenwagen gerufen, ins Krankenhaus gefahren.
- 22:19Bis auf hohen Blutdruck und hohen Puls,
- 22:21was natürlich in der Panikattacke völlig normal ist,
- 22:24haben sie nichts feststellen können.
- 22:26Blutbild war in Ordnung, haben mich wieder nach Hause geschickt.
- 22:29Diese Situation im Auto ist immer wieder aufgetaucht.
- 22:32Mein Fehler war, dass ich danach nicht mehr ins Auto gestiegen bin,
- 22:35weil ich immer Angst hatte, dass das wieder passieren kann.
- 22:39Dann fängt es an, bin ich mal Auto gefahren,
- 22:41dann ging es weiter, ich bin keine Angst, einkaufen zu gehen.
- 22:44Dann ging es, ich hab Angst, rauszugehen,
- 22:47ich kann keine U-Bahn mehr fahren, ich hab Höhenangst.
- 22:49Wie konnte es nicht einschätzen, wann es wieder auftritt?
- 22:52Ich hab immer wieder Angst gehabt, diese Panikattakten zu bekommen.
- 22:56Wenn ich weniger gemacht hab, hab ich sie weniger bekommen,
- 22:59weil ich mich nicht konfrontiert hab mit Sachen.
- 23:02Aber selbst zu Hause sind sie dann auch mal aufgetreten,
- 23:04auch häufig nachts.
- 23:06Und ich hatte da auch erhebliche Ein- und Durchschaftörungen.
- 23:09Der Unterschied war da, bei den Suizidgedanken,
- 23:12in Anführungszeichen bei der Depression wollte ich sterben.
- 23:15Und bei der Angsterkrankung hatte ich Angst zu sterben.
- 23:18Weil ich hab gesagt, wenn ihr einschläft,
- 23:21wachst du nicht mehr auf, weil du irgendwie 'ner Nacht ...
- 23:25Ja, stirbst.
- 23:27Und ich hatte so Angst zu sterben,
- 23:30dass ich immer wieder nachts aufgestanden bin
- 23:33und hergeleuchtet bin, nicht einschlafen konnte.
- 23:35Ich hatte erhebliche Angst vorm Tod,
- 23:37ich hatte erhebliche Angst, eine schwere Erkrankung zu bekommen
- 23:41und dann zu sterben.
- 23:42Da war so komplett drin.
- 23:45Und diese körperlichen Symptome, dacht ich immer,
- 23:48das steckt 'ner Erkrankung hinter, diese Panikattacken.
- 23:52Ich hab gedacht, da ist irgendwas mit meinen Herzen.
- 23:55Oder weil ich auch so Kopfschmerzen hatte,
- 23:57vielleicht sogar mit meinen Gehören in dem Fall.
- 24:00Oder ich weiß es nicht.
- 24:01Und dann bin ich zu sämtlichen Ärzten gegangen,
- 24:04hab wirklich einen vierstelligen Bereich
- 24:06auch für private Untersuchungen ausgegeben.
- 24:09Und keiner konnte irgendwie weiterhelfen, was feststellen.
- 24:12Und die Diagnose der Diagnose der Ärzte,
- 24:14die ich in der Diagnose hatte,
- 24:16die ich in der Diagnose hatte,
- 24:18die ich in der Diagnose hatte,
- 24:20die ich in der Diagnose hatte,
- 24:21die ich in der Diagnose hatte,
- 24:23die ich in der Diagnose hatte,
- 24:25die ich in der Diagnose hatte,
- 24:27die ich in der Diagnose hatte,
- 24:28die ich in der Diagnose hatte,
- 24:29die ich in der Diagnose hatte,
- 24:31die ich in der Diagnose hatte,
- 24:33die ich in der Diagnose hatte,
- 24:34die ich in der Diagnose hatte,
- 24:36die ich in der Diagnose hatte,
- 24:38die ich in der Diagnose hatte,
- 24:39die ich in der Diagnose hatte,
- 24:41die ich in der Diagnose hatte,
- 24:42die ich in der Diagnose hatte,
- 24:44die ich in der Diagnose hatte,
- 24:45die ich in der Diagnose hatte,
- 24:47die ich in der Diagnose hatte,
- 24:48die ich in der Diagnose hatte,
- 24:50die ich in der Diagnose hatte,
- 24:52die ich in der Diagnose hatte,
- 24:53die ich in der Diagnose hatte,
- 24:55die ich in der Diagnose hatte,
- 24:56die ich in der Diagnose hatte,
- 24:58die ich in der Diagnose hatte,
- 24:59die ich in der Diagnose hatte,
- 25:01die ich in der Diagnose hatte,
- 25:02die ich in der Diagnose hatte,
- 25:04die ich in der Diagnose hatte,
- 25:06die ich in der Diagnose hatte,
- 25:07die ich in der Diagnose hatte,
- 25:09die ich in der Diagnose hatte,
- 25:10die ich vermute.
- 25:11Ich habe eine Verdachtsdiagnose,
- 25:13die will ich jetzt aber nicht äußern.
- 25:15Das war auch Alkohorophobie.
- 25:17Und generisierte Angststörung in dem Fall,
- 25:19lassen Sie das mal bitte checken.
- 25:21Und die haben dann auch recht schnell festgestellt,
- 25:24dass es genau das ist.
- 25:25Ich habe dann durch meine Krankenversicherung
- 25:27zum Glück die Hilfe bekommen,
- 25:29auch einen schnellen Therapieplatz zu bekommen.
- 25:31Und auch da war wieder der Fall,
- 25:33ambulant wird schwierig, Klinik.
- 25:35(Lachen)
- 25:36Und das hat dann wirklich lange gedauert.
- 25:39Ähm, vier Monate Klinik in Süddeutschland.
- 25:43Sechs Monate Tagesklinik.
- 25:45Dann nochmal ...
- 25:47anderthalb Monate gesundheitliche Reha.
- 25:49Und ich sage jetzt mal noch mal anderthalb Monate
- 25:52berufliche Reha.
- 25:53Zwischendurch immer wieder mal zu Hause
- 25:55und ambulant Therapie weiter.
- 25:57Also der ganze Krankheitsfalllauf hat sich über zwei Jahre hingezogen.
- 26:01Ja, das ist eine lange Zeit. - Ja.
- 26:03Das war dann 2020, oder? - Ja.
- 26:06Mhm.
- 26:07(Sie stöhnt.)
- 26:08Hast du in der Zeit finanzielle Einbußen gehabt?
- 26:12Und wenn ja, wie hast du dich über Wasser gehalten?
- 26:15Ja, erhebliche finanzielle Einbußen.
- 26:18Ich hab ja ...
- 26:19Da ich meinen Job verloren hab,
- 26:22kein Krankengeld bekommen, sondern Arbeitslosengeld.
- 26:26Und wenn man dann noch 60 Prozent bekommt
- 26:28von seinem vorherigen ...
- 26:30was man da bekommen hat,
- 26:31trotzdem die Kosten hat, die Wohnung finanziert,
- 26:34musst du finanziert werden, etc.
- 26:37Mhm.
- 26:38Auto jetzt und so, die ganzen Lebenshaltungskosten.
- 26:41Also davon konnte ich alleine nicht leben.
- 26:43Ich hab zum Glück ein bisschen was gespart.
- 26:46Man musste jeden Monat, ein paar Hunderte
- 26:48von meiner Spaten dran glauben.
- 26:50Und ich sage ganz ehrlich, nach den ...
- 26:52knapp zweieinhalb Jahren ...
- 26:54sah es eng aus in meiner Kasse.
- 26:56Also das war wirklich schon die Grenze, wo ich sage so,
- 26:59oh, wenn du jetzt noch länger krank bist,
- 27:01dann weiß ich jetzt nicht, wie du das finanziell machst.
- 27:04Ja, klar, das kann ich mir vorstellen.
- 27:06Vor allen Dingen war es ja auch nicht das erste Mal,
- 27:09sondern du hast ja beschrieben,
- 27:11dass du sechs Jahre vorher auch schon mal eine länger ...
- 27:14Monate andauernde ...
- 27:16Depressionsphase hattest
- 27:18und dort ja auch nicht arbeitsfähig warst.
- 27:20Genau.
- 27:21Viele Menschen, glaub ich,
- 27:23scheuen den Gedanken für sich selber,
- 27:26dass sie vermuten, dass bei ihnen selbst so was auftreten könnte.
- 27:29Also viele sagen so, ich bin da total von gefeit.
- 27:32Mir passiert das schon nicht.
- 27:34Oder ich hab ein Bürojob oder so weiter.
- 27:36Ich bin sicher davor, also diese Thematik betrifft mich nicht.
- 27:40Was sagst du solchen Menschen?
- 27:42Ja, ich lache jetzt grad, weil keiner davor gefeilt ist.
- 27:47Also ganz ehrlich ...
- 27:49ohne das jetzt kleinzureden,
- 27:52das kann dein Bürgergeldempfänger treffen,
- 27:55es kann eine Hausfrau treffen, es kann ein Topmanager treffen,
- 27:58es kann ...
- 27:59Prominenten treffen, wo man auch oft einmal hört,
- 28:02dass es die Leute trifft,
- 28:04weil das durch die Presse geht.
- 28:07Da ist keiner davor gefeilt.
- 28:09Ich bin ganz ehrlich, vor 2014,
- 28:11ich hab öfter von Depression gehört.
- 28:13Ähm ...
- 28:14Aber hab auch schon so gedacht,
- 28:16weiß ich nicht, ob mir das jetzt passiert.
- 28:19Dann war ich in der Klinik 2014
- 28:21und hab Leute kennengelernt, die 'ne Angststörung hatten,
- 28:24die Panikattacken hatten, hab gesehen, wie sich das geäußert hat,
- 28:28dass die völlig verzweifelt waren, am Schreien, am Heulen.
- 28:32Das kann nie passieren.
- 28:33So, 2020 hatte ich ...
- 28:35Panik, Angststörung, auf einmal.
- 28:37Also ...
- 28:39Es kann jeden treffen zu irgendwelchen gewissen Zeitpunkt,
- 28:42in einer schweren Nehmenskrise,
- 28:44oder vielleicht auch irgendwas,
- 28:45was noch nicht richtig verarbeitet wurde, wie bei mir.
- 28:48Ähm ...
- 28:49Kann das in irgendeiner Weise ausbrechen.
- 28:51Und ...
- 28:52Leider ist keiner gewappnet vor auch ich,
- 28:55der die ganzen Symptome auch von Ängsten und Depressionen
- 28:58rauf und runter kennt.
- 28:59Und auch ...
- 29:00jetzt psychisch logische Seminare ohne Ende besucht hat.
- 29:05Äh ...
- 29:06Von halt praktiker Psychotherapie über psychologischer Berater,
- 29:10über Live-Coaching, Trauerbegleitung.
- 29:12Ich hab ja so viel schon gemacht an Seminaren.
- 29:15Auch ich bin davor nicht gefaltet und hab heute noch,
- 29:18ist zum Glück sehr, sehr selten, aber auch wieder so Symptome,
- 29:22die auftreten, wo ich denke, es könnte,
- 29:27wenn ich da nicht drauf achte, wieder in 'ne Krankheit rutschen.
- 29:30Und in der Zeit, wenn ich im Spiel bei 'ner Depression,
- 29:33hatte ich wieder mal so 'ne Phase, wo ich morgens gedacht hab, puh.
- 29:37Warum stehst du jetzt überhaupt auf? - Mhm.
- 29:39Warum stehst du jetzt überhaupt auf
- 29:41und tust dir den ganzen Blödsinn überhaupt an?
- 29:44Und ...
- 29:45dann denk ich auch, ist überdreht nach Rom.
- 29:48Meine Nichte hat auch noch 'n zwei- wochen Geburtstag.
- 29:50Da muss ich 'n Geschenk organisieren, da muss ich da hinfahren.
- 29:54In der Zwischenzeit, in den nächsten zwei Wochen,
- 29:56musste das und das noch erledigen und arbeiten und so weiter.
- 30:00Also, diese Gedanken waren dann wieder.
- 30:02Und in dem Moment denke ich dann wieder so, stopp.
- 30:04Also, wenn du jetzt nicht aufstehst oder wenn du jetzt nicht ...
- 30:08du liebst deine Nichte, wenn du nicht zu deiner Nichte fährst,
- 30:11dir 'nen Arsch tritzen, Geboss das Geschenk zu kaufen.
- 30:14Das war für mich so 'n Beispiel dieses Zeichen.
- 30:16Es waren so die Tage, ich glaube, ich hab nicht arbeiten gegangen.
- 30:20Aber auch nach der Arbeit hab ich so gar nichts mehr gemacht,
- 30:23weil ich diese Lustlosigkeit hatte.
- 30:26Und es war auch übrigens im Winter letzten Jahr, was war das?
- 30:29Und dann kam so wieder diese Phase, wo ich so dachte,
- 30:32wenn du das jetzt nicht machst,
- 30:34dann rutscht du rein wieder in die Depression,
- 30:38wenn du da jetzt nicht hingehst zum Geburtstag.
- 30:40Ich bin zum Glück hingegangen, das Geschenke kauft,
- 30:43ist vielmehr wirklich sehr schwer.
- 30:45Aber für mich war da so dieses Zeichen,
- 30:48dass die Ampel leuchtet auf gelb.
- 30:50Wenn du das nicht machst, dann geht die Ampel auf rot.
- 30:52Ich hab's dann gemacht und lustigerweise war alles weg.
- 30:55Ich find das ganz interessant, was du erzählst.
- 30:58Also, ja, natürlich. - Das zweite Beispiel ist bei Ängsten.
- 31:01Also, ich hab immer noch Panikattacken, sehr selten.
- 31:04Der Vorteil ist, dass ich weiß, ich kann davon nicht sterben.
- 31:07Das kann mir gar nichts passieren.
- 31:10Ich weiß, die kommen, die gehen.
- 31:12Ich hab die teilweise sehr selten, vielleicht auch jetzt,
- 31:15ich glaub auch Anfang des Jahres hatte ich mal eine im Büro.
- 31:19Und dann hab ich gesagt, okay, geh raus,
- 31:25bin auch kurz spazieren gegangen,
- 31:27mach deine Entspannungs- und Atemübung, die du gelernt hast,
- 31:30und bin dann auch wieder runtergekommen.
- 31:32Auch da ist mir aufgefallen,
- 31:34wenn ich mich jetzt da im Büro verkrimmt hätte
- 31:37und mich da rein gesteigert hätte oder gar nach Hause gefahren wäre,
- 31:44dann hätte ich ja wieder der Angst gesagt,
- 31:47du, Angst, du hast gewonnen, ging mich.
- 31:49Ich arbeite jetzt nicht weiter, mir geht's schlecht.
- 31:52Ich gewinne nicht gegen dich, ich mach nichts dagegen.
- 31:55Ich hab aber was dagegen gemacht.
- 31:57Das sind diese Phasen, die ich dann immer wieder hab,
- 32:00wo die Ampel auf Gelb oder vielleicht schon auf hell orang schleuchtet.
- 32:04Und ich diese Mechanismen auf jeden Fall kenne.
- 32:08Und gerade das ist es so, wenn man diese Ampel da nix gegen tut,
- 32:14dann wird's schwierig.
- 32:16Sobald man in diesen roten Bereich ist oder hellroten Bereich,
- 32:20ist es ganz, ganz schwierig.
- 32:22Ich war zwar im dunkelroten Bereich,
- 32:24aber ich war zwar in meiner Klinik.
- 32:26Aber das klingt jetzt so für mich, als wärst du sehr ...
- 32:29Also du hast natürlich dieses ganze theoretische Wissen mittlerweile
- 32:34über diese Krankheiten.
- 32:36Du hast auch deine eigenen Erfahrungen damit gemacht
- 32:39und deine Leidensgeschichte sozusagen durchgestanden.
- 32:44Es klingt jetzt so für mich,
- 32:46dass du in den Situationen, in denen es wieder schwieriger wird
- 32:50oder droht, schwieriger zu werden,
- 32:52dass du dich dann auch zusammenreißen kannst.
- 32:55Also du kannst aufgrund der Erfahrung und aufgrund des Wissens,
- 32:59das du hast, kannst du vorbeugen
- 33:02und kannst entsprechend dich auch zwingen, bestimmte Schritte zu gehen,
- 33:06die andere vielleicht dann nicht gehen,
- 33:08weil sie entweder das Wissen nicht haben
- 33:10oder die Erfahrungen darüber nicht haben
- 33:12oder dann eben auch, wie du es am Anfang geschildert hast,
- 33:16sich diesem Gefühl der Traurigkeit oder der Antriebslosigkeit hingeben
- 33:22und eben nicht aktiv werden können.
- 33:25Was ist dein Tipp für diese Menschen?
- 33:27Also es ist wichtig, dass man einfach nicht kapituliert
- 33:31und sich der Krankheit hingibt, weil ...
- 33:35Weil das Leben ist dann wirklich nicht mehr so schön, wie es ist.
- 33:42Das Leben ist einfach auch schön.
- 33:45Und es lohnt sich einfach zu kämpfen
- 33:47und diese Sachen zu machen,
- 33:50dass man da rauskommt und das rate ich einfach hin.
- 33:53Das finde ich ein ganz schöner Satz, den du gesagt hast.
- 33:56Und ich finde, das Leben ist einfach schön.
- 33:59Und dass du, obwohl du zweimal durch so einen Tief gegangen bist,
- 34:04wie du es jetzt beschrieben hast,
- 34:06auch das weißt, dass es so ist und die Erkenntnis hast
- 34:09und dass du weißt, dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen,
- 34:12das finde ich ganz schön. - Danke.
- 34:14Was meinst du in deinem Alltag, wenn du so auf deinen Alltag schaust,
- 34:18nicht nur in der Begleitung Betroffener oder Angehöriger,
- 34:21die eben auch mit psychischen Erkrankungen zu tun haben,
- 34:24sondern vielleicht im beruflichen Umfeld oder auch im privaten Umfeld?
- 34:29Was meinst du?
- 34:31Erfährst du dort das Thema psychische Belastung, emotionaler Stress
- 34:39und klingeln bei dir dann die Alarmglocken?
- 34:43Oder hast du diese Berührungspunkte ansonsten gar nicht außerhalb
- 34:48der Coachings, die du machst?
- 34:51Ich hab die Berührungspunkte ganz häufig.
- 34:54Und ich erfahre auch von ganz vielen Leuten,
- 34:58wenn ich den ersten Schritt mache und sage,
- 35:00ich hab übrigens mal eine Angsterkrankung gehabt,
- 35:03ich hab Depression gehabt, ach übrigens ich auch.
- 35:06Aber die Leute sagen es nicht von sich aus zuerst.
- 35:08Das finde ich schade, weil die Leute denken, sie haben Angst,
- 35:13es ist eine Schwäche zu zeigen, wenn ich psychisch erkrankt war oder bin.
- 35:17Ganz im Gegenteil, es ist eine Stärke,
- 35:20das zu zeigen, wenn man das äußert, finde ich.
- 35:22Weil ich geb es zu, dass ich das hab.
- 35:25Ich finde das eher stark.
- 35:26Das sage ich den Leuten auch im Coaching oder in den Seminaren.
- 35:32Und ich hab, egal ob auf der Arbeitswelt oder im Familienumkreis
- 35:38oder am Freundeskreis, und ich glaub, da stimmst du mir zu,
- 35:42du kennst sicherlich auch jeweils in diesen Bereichen mindestens ein,
- 35:46wenn nicht gar noch mehr, die das haben.
- 35:49Oder wo du es vielleicht sogar vermutest anhand von Symptom.
- 35:53Und es tritt immer, immer mehr auf.
- 35:56Und da müsste auch noch eine Menge getan werden.
- 36:00Ich hab das Gefühl, dass es in die richtige Richtung geht.
- 36:03Auch in den letzten Jahren hat sich was entwickelt.
- 36:06In den letzten Jahrzehnten sowieso.
- 36:08Wir brauchen ja gar nicht zwei Generationen zurückdenken,
- 36:11aber wir haben noch ganz, ganz viel Luft nach oben
- 36:14in ganz vielen Bereichen.
- 36:15Ja, das ist sicher richtig.
- 36:17Ich glaube, es ist als Gesellschaft schon viel besser geworden,
- 36:20der Umgang mit diesem Thema.
- 36:22Wir sind aufgeklärt da, und wir wissen auch,
- 36:24dass es keine Schwäche oder kein Versagen ist.
- 36:28Sondern es ist eben eine Erkrankung, die man ernst nehmen muss.
- 36:32Und die ihre Ursachen in verschiedenster Hinsicht irgendwie hat.
- 36:36Aber es ist eben, wie du sagst,
- 36:39auch vielfach noch schwierig, transparent damit umzugehen,
- 36:44ohne verurteilt zu werden oder ohne beurteilt zu werden.
- 36:47Sag mal, lieber so.
- 36:49Ja, ich kann ... - Von Menschen, die unwissens sind.
- 36:52Ich kann ja mal ein Beispiel nennen.
- 36:54Es gibt Leute, die sagen zu mir,
- 36:56sie haben Angst, zu meinen Vortrag zu gehen.
- 36:59Nicht, dass einer von der Arbeit auch bei diesem Vortrag ist.
- 37:02Und ich dann sieht.
- 37:03Warum interessiere ich mich dann zu diesem Vortrag?
- 37:06Weil ich auch einfach nur interessierter sei.
- 37:09Nee, das möchte ich nicht.
- 37:10So eine Sache, solche Rückmeldungen bekomme ich teilweise.
- 37:14Das finde ich echt schlimm, diesen Gedanken.
- 37:16Und da auch noch mal bitter an die Arbeitgeber.
- 37:19Ich fühle jetzt auch Seminare zum Glück.
- 37:22Für die Mitarbeiter zum Thema Burnout und Stress.
- 37:26Und auch im nächsten Jahr für die Mitarbeiter in der Psychiatrie.
- 37:31Da kann noch ein bisschen was gemacht haben.
- 37:35Das ist eine Entspannungskurse anbieten.
- 37:38Warum keine Achtsamkeitskurse anbieten?
- 37:40Warum nicht?
- 37:41Präventionen, diese Symptome, wo wir gerade beschrieben haben,
- 37:45was machen Leute dagegen, die das nicht wissen?
- 37:48Dass sie vielleicht mal aufgeklärt ist,
- 37:50was ist eine Depression, was für Symptome sind da?
- 37:53Was für Gefühle habe ich? Was ist ein Burnout?
- 37:55Was gibt es für Stress Symptome?
- 37:57Die meisten Leute sind nicht darüber aufgeklärt.
- 38:00Da können die Arbeitgeber noch so viel machen.
- 38:03Resilienz ist ein Thema, das gibt es schon häufiger,
- 38:06sehe ich gerade in Firmen.
- 38:08Aber trotzdem auch diese Themen, Depressionen, Ängste, Burnout.
- 38:12Wir sehen diese betroffenen Zahlen.
- 38:15Noch mal 52 Prozent von 2013 bis 2023
- 38:19sind die psychischen Erkrankungen gestiegen.
- 38:23Und deswegen haben wir gerade so hohe Krankheitsausfälle.
- 38:26Klar kosten solche Kurse Geld, aber was kostet mehr Geld?
- 38:30Dass die Prozentwerte noch weiter hochgehen.
- 38:32Das ist ein langer Ausfall von ...
- 38:34Genau. Und noch weiter, die Leute noch mehr krank werden.
- 38:38Und noch länger ausfallen, wichtige Leute,
- 38:40wo man dann Ersatzbedarf hat.
- 38:42Oder ein bisschen Geld in diese oder Investitionen,
- 38:45in diese Kurse zu stecken.
- 38:47Dass es diese Häufigkeit einfach nicht mehr hat.
- 38:50Da vielleicht noch mal als Arbeitgeber so ein bisschen ...
- 38:55... drüber nachdenken.
- 38:59Jetzt ist natürlich dieses ganze Thema Umgang mit psychischen Erkrankungen
- 39:03wirklich dein Thema geworden.
- 39:05Ich finde, muss ich ganz ehrlich sagen,
- 39:07ich hab's dir ja schon im Vorgespräch gesagt,
- 39:10ganz beeindruckend.
- 39:11Es ringt mir wirklich viel Respekt ab,
- 39:14dass du das zweimal geschafft hast, dich wieder zurück ins Leben zu kämpfen
- 39:18und aktiv auch wieder am Leben teilzunehmen,
- 39:21an der Gesellschaft, am Berufsleben teilzunehmen
- 39:24und da erfolgreich Fuß zu fassen.
- 39:27Wenn du jetzt in deinen Coachings und in deinen Beratungsgesprächen
- 39:31und Seminaren immer wieder dich um dieses Thema drehst,
- 39:35glaubst du, das ist eine Hilfe für dich persönlich,
- 39:38um noch aufgeklärter zu sein
- 39:41und um das Thema noch mehr in die Gesellschaft zu tragen.
- 39:44Und ich meine, an der Stelle, wo du's tust,
- 39:47hilft es ja tatsächlich auch,
- 39:48den Betroffenen mit ihren Themen umzugehen.
- 39:52Aber ist es für dich selber auch eine Hilfe?
- 39:55Was bewirkt es für dich?
- 39:57Ganz viel.
- 40:00Also, ich liebe das, was ich mache.
- 40:02Es gibt ja in Amaslo-Pyramide die verschiedenen Phasen.
- 40:06Die höchste Phase ist die Selbstverwirklichung.
- 40:09Und das ist meine Selbstverwirklichung.
- 40:11Das ist ein ganz wichtiger Teil meines Lebens geworden.
- 40:14Und mir gibt das so viel, den Leuten da Tipps zu geben, zu helfen.
- 40:19Ich bin total stolz, ich weiß noch vor ein paar Tagen,
- 40:22hat mir am Psychologe geschrieben.
- 40:24Ich war bei Ihnen beim Vortrag, der war so toll.
- 40:27Danke, Herr Hiener.
- 40:28Die Leute kommen nach dem Vortrag zu mir.
- 40:31Bedanken Sie sich für den Vortrag.
- 40:33Ja, es ist teilweise echt rührend,
- 40:35was ich da für Mails bekomme
- 40:37oder was für eine Bestätigung und Wertschätzung ich bekomme.
- 40:40Es gibt dann wieder 5 Prozent, die blote Kommentare machen.
- 40:43Aber ich sag mal zu Femme ... - Die müssen uns nicht interessieren.
- 40:47Genau, die 95 Prozent der Leute sagen, toll, klasse, was du da machst.
- 40:51Ich mach auch ganz viel ehrenamtlich.
- 40:53Ich geh zu ganz vielen Veranstaltungen ehrenamtlich.
- 40:56Es ist mir einfach eine Herzensangelegenheit geworden,
- 41:00das zu machen und den Leuten da zu helfen.
- 41:03Und ich weiß selber, wie schwer es ist, da rauszukommen.
- 41:06Also, ich hab gekämpft wie 'ne Lüwe.
- 41:09Also, wirklich, das muss ich sagen, um überhaupt da wieder rauszukommen.
- 41:13Weil es war ja wirklich zweimal so tief.
- 41:15Ja, offereer haben sie gesagt,
- 41:18ob das mit Arbeiten jemals wieder klappt.
- 41:20Und das als Mitte 30-Jähriger zu hören, das ist schon hart.
- 41:23Ja, klappt ja.
- 41:24Und war aber auch ein harter Weg dahin.
- 41:27Und für mich ist es fast ein bisschen Eigentherapie.
- 41:31Wenn ich diese Vorträge halte und ich erzähle von meiner betroffenen Sicht,
- 41:36erzähle, was man machen kann, das ist immer ein bisschen Eigentherapie.
- 41:40Also, das ist ein ganz wichtiger Teil meines Lebens.
- 41:42Mhm.
- 41:43Also, wie gesagt, höchste Anerkennung für deinen Weg
- 41:47und für deine Geschichte.
- 41:48Und vor allen Dingen auch dafür,
- 41:51dass dir diese Herzensangelegenheit ist, wie du gerade beschrieben hast,
- 41:55anderen Menschen auch zu helfen in ihrer Situation.
- 42:00Das finde ich wunderbar, lieber Christoph.
- 42:02Und ich kann das gar nicht genug in Worte fassen.
- 42:05Das ist wirklich eine ganz tolle Initiative, die du zeigst.
- 42:08Und ich hab da große Bewunderung für.
- 42:11Vielen Dank, dass du heute bei uns hier im Gespräch warst
- 42:14oder bei mir zu Gast warst.
- 42:16Ich danke dir für deine Offenheit
- 42:19und dafür, dass du deine Erfahrungen hier mit uns
- 42:23so transparent geteilt hast.
- 42:25Vielen Dank, Christoph.
- 42:27Ja, danke auch noch mal.
- 42:28Ich wollte noch mal sagen, das Leben ist schön.
- 42:31Und es lohnt sich einfach,
- 42:33für dieses tolle, wunderbare und schöne Leben zu kämpfen.
- 42:36Und seid stolz, dass ihr auf der Welt seid.
- 42:39Das sind die schönsten Abschlussworte.