Latest / Schlagabtausch – Das Schlagzeugmagazin im Podcast-Format / Zwischen Baumarkt und Konzertsaal – Vanessa Porter & Emil Kuyumcuyan - Schlagabtausch # 151
Transcript
- 0:05Herzlich Willkommen zum Schlagabtausch, eurem Schlagzeugmagazin im Podcast-Format.
- 0:10Heute mit einem Pärchen und neuen Clanwelten. Los geht's!
- 0:34Liebe Schlagabtausch-Community, ich begrüße euch sehr herzlich zur 151.
- 0:40Schlagabtausch-Episode mit mir, Timo Ingenroth. Und seit 151 folgen mein Partner
- 0:47in Crime oder Partner in Drums, Mr. Dirk Brand. Hi Dirk.
- 0:53Partner in Drums, sehr geil. Schönen guten Morgen, ihr Lieben da draußen.
- 0:56Oder eigentlich stimmt es diesmal gar nicht. Eigentlich haben wir den ersten Fauxpas.
- 1:00Wir nehmen zum allerersten Mal, glaube ich, in der Geschichte des Podcasts nachmittags
- 1:05auf, oder? Haben wir noch nie gemacht, ne? Ja, drei Uhr.
- 1:10Ich kann mich nicht an drei Uhr erinnern. So lange habe ich noch nie geschlafen.
- 1:15Du bist schon älter. Ja, so lange habe ich noch nie geschlafen.
- 1:21Ich weiß auch nicht, woran hast du diesmal gelegen? Ich glaube,
- 1:23es hat mir gelegen. Ja, doch, ich wollte eher.
- 1:27Aber jetzt kommen ja bald die Ferien wieder dazwischen und das hat dann alles
- 1:31ein bisschen durcheinander geworfen halt irgendwie.
- 1:34Es ist dramatisch. Es ist dramatisch. Bevor wir jetzt aber hier ins Schwafeln
- 1:39kommen oder ins Schwelgen oder wie man das nennen möchte, ich mache mal einen
- 1:43kurzen Rundown der heutigen Folge.
- 1:52Wir sprechen noch mal kurz über unsere Verlosung, die wir 150 ausgerufen haben.
- 1:57Im Anschluss daran geht es direkt in das Interview mit zwei tollen Menschen.
- 2:04Das ist die Vanessa Porter und
- 2:06der Emil Kumunyuchan, die, als wir sie interviewt haben, in Paris waren.
- 2:12Und es geht um neue Musik, um Neuklangwelten, aber auch um Elektronik.
- 2:18Und beide sind Professorin bzw. Professor für Schlagwerk in Deutschland und
- 2:25die haben echt Spannendes zu erzählen.
- 2:26Da freue ich mich besonders drauf und es ist mal wieder etwas anderes,
- 2:29weil es geht diesmal wieder um etwas, was nicht direkt mit Trumps zu tun hat,
- 2:33sondern vieles, was da drumherum ist.
- 2:35Und das finde ich immer besonders spannend, einfach über den Tellerrand zu schauen.
- 2:39Danach haben wir ein bisschen Hörerfeedback, sozusagen eine konkrete Frage an
- 2:43Dirk und dann haben wir natürlich unsere Empfehlung der Woche,
- 2:48sowie unser obligatorisches Dankeschön und Bettel-Outro.
- 2:57Ähm.
- 3:07Da wir ja Folge 151 haben, könnt ihr nachrechnen, dass in der vorigen Folge
- 3:12150 war, also unsere Jubiläumsfolge. Und wir haben ja zu einer Verlosung aufgerufen,
- 3:17wo ihr drei Fragen beantworten solltet.
- 3:21Und wir nehmen diesen Podcast jetzt hier zu früh auf in der zeitlichen Abfolge,
- 3:27sodass wir noch keine Gewinnerinnen und Gewinner hier küren können.
- 3:30Das machen wir dann in Folge 152.
- 3:32Das heißt, wenn ihr diese Folge hört, ist quasi, wie soll ich das sagen,
- 3:37die Leitungen sind noch offen, beziehungsweise unsere E-Mail-Adresse.
- 3:42Also wenn ihr wissen wollt, was ihr gewinnen könnt und welche Fragen ihr beantworten
- 3:47müsst dafür, dann hört natürlich die Folge 150 nochmal an.
- 3:53Ganz wichtig, wir machen uns ja die Mühe, unsere ganzen Folgen auch mit Kapitelmarkern zu versehen.
- 3:59Das heißt, ihr könnt auch schnell dorthin finden. Ihr müsst nicht irgendwie
- 4:02quer hören, sondern es ist ganz klar, wo das Ganze zu hören ist.
- 4:06Und dann, wenn ihr Antworten parat habt für uns, schreibt uns die Antworten
- 4:09an schlagabtauschpodcast.gmail.com und ihr könnt tolle Preise gewinnen.
- 4:13Also macht euch ruhig noch mit die Mühe, 150 zumindest den Teil euch anzuhören
- 4:18und beim Preisausschreiben, das klingt nämlich so 80er Jahre, ne?
- 4:22Das Preisausschreiben. Macht beim Preisausschreiben mit und ihr könnt tolle
- 4:27Sachen gewinnen, wie gesagt. Mitmachen.
- 4:35Heute hatten wir sehr wenig Smalltalk, deswegen steigen wir direkt in unser
- 4:39Gespräch ein und unsere heutigen Gäste gehören zu den vielseitigsten Persönlichkeiten
- 4:43der zeitnahistischen Schlagzeugszene.
- 4:46Vanessa Porter ist international als Solistin und Kammermusikerin tätig.
- 4:49In ihren Projekten verbindet sie zeitnahistische Musik mit Improvisation,
- 4:52Elektronik, Video und Performance. Seit 2024 ist sie Professorin für Schlagzeug
- 4:58an der Hochschule für Musik in Karlsruhe.
- 5:00Ihr Partner Emil Kujum-Chulian ist Percussionist, Komponist und Elektronikmusiker.
- 5:05Seine musikalische Sprache ist geprägt von 90er Klassik, Jazz,
- 5:09Anatolischer Musik, EDM und Drum and Bass.
- 5:11Seit 2023 ist er Professor für
- 5:15Schlagzeug an der Hochschule für Musik und Dachshundekunst in Frankfurt.
- 5:18Gemeinsam haben Vanessa und Emil das Projekt Better Me ins Leben gerufen.
- 5:22Ein Klangkosmos aus Perkursionen, Elektronik, Improvisation und Performance.
- 5:27Wir sprechen mit den beiden darüber, wie aus zwei individuellen Künstlerpersönlichkeiten
- 5:32ein gemeinsames Projekt entsteht,
- 5:33welche Rolle Freiheit und Kontrolle in ihrer Musik spielen und wie sich das
- 5:36Berufsbild von Schlagzeugern verändert, wenn sie nicht nur interpretieren,
- 5:40sondern selbst komponieren, produzieren und ganze Konzertreihen entwickeln.
- 5:44Herzlich willkommen im Schlagabtausch Vanessa Porter und Emil Kujumchujan.
- 5:50Es wird spannend. Interview ab.
- 5:59Wir freuen uns sehr, dass wir heute Gäste, wir haben direkt Gäste,
- 6:04nämlich, sonst haben wir ja oft ja nur einen Interviewpartner,
- 6:07eine Partnerin, diesmal direkt zwei auf einmal, das freut uns besonders.
- 6:10Und es sind Gäste aus einem Bereich, der dem Dirk und ich nicht ganz so quasi
- 6:19in Kenntnis gesetzt sind.
- 6:21Denn wir haben mit der Vanessa Porter und dem Emil Kojumchujan haben wir zwei,
- 6:26nicht nur Professorinnen oder Professor am Start, sondern auch zwei,
- 6:30die in der neuen Musik sich auskennen,
- 6:34am klassischen Schlagwerk tätig sind und vieles, vieles mehr machen.
- 6:39Und was sehr spannend ist, auch ihr neues Projekt, nämlich Better Me mit Elektronik,
- 6:43das Ganze auch noch verbinden.
- 6:44Und wir sind wahnsinnig froh, dass Sie heute da sind. Sie haben keine Kosten und Mühen gescheut.
- 6:49Sie sind nämlich nicht mal in Deutschland. Sie sind in der wunderschönen Stadt
- 6:53Paris und haben sogar, wie Sie uns gerade gesagt haben, extra nochmal die Location
- 6:58gewechselt, weil das Internet nicht stabil genug war.
- 7:00Was ja in Europa eigentlich gar nicht vorkommen kann, aber es ist anscheinend auch so.
- 7:04Und deswegen herzlich willkommen, Vanessa, Emil. Wir sind super froh,
- 7:08euch hier in unserem Podcast zu haben.
- 7:11Vielen Dank. Schönen guten Morgen, ihr beiden. Klasse, dass ihr dabei seid.
- 7:16Wir legen direkt mal los. Und zwar, ihr seid ja jetzt zu zweit hier.
- 7:20Das hat natürlich seinen Grund, denn ihr habt ein gemeinsames Projekt.
- 7:24Bevor wir auf jeden von euch beiden mal vielleicht ein bisschen eins noch eingehen.
- 7:27Aber beschreibt doch mal euer Projekt.
- 7:31Was ist es? Wie habt ihr euch gefunden? Und was können auch Zuschauer,
- 7:36nicht nur Hörerinnen und Hörer, es geht ja auch um Zuschauer,
- 7:38das heißt es ist ja ein quasi multidimensionales Projekt, was können die Leute
- 7:43davon überhaupt erwarten und mitnehmen?
- 7:48Gute Frage. Also ich glaube, Bad Ami ist ein Projekt, das so ein bisschen ganz
- 7:53viele Genres und Stile miteinander verbindet. Es geht natürlich viel um Groove und Drumset.
- 8:01Es geht aber auch um Minimal Music. Es geht auch um theatralisches Zeugs und
- 8:07auch so Soundy-Geräusche, die man macht.
- 8:10Also wir haben wirklich versucht, bei dem Projekt Schlagzeug in vielen Facetten
- 8:15zu zeigen. Und bei den allermeisten Stücken ist eben auch Elektronik dabei.
- 8:21Wir haben auch jemanden gefunden, der die Videos für uns gestaltet zu den Stücken, Raffaello Samisaidi.
- 8:27Und ja, ich glaube, es ist so ein ziemlich bunter Mix. Emil hat die Stücke komponiert.
- 8:34Wer vielleicht Emils Musik ein bisschen kennt, weiß, dass es so in diese Richtung
- 8:39geht. Das ist irgendwas zwischen zeitgenössisch, Pop, Groove.
- 8:43Bitte nicht, aber ja ja.
- 8:49Mit dem Begriff NERCO und wie lange gibt es das Projekt jetzt schon,
- 8:54das heißt, wann habt ihr euch dann zum ersten Mal wann habt ihr euch dann zum
- 8:57ersten Mal die Köpfe zusammengesteckt und gesagt, okay, wir machen jetzt mal was gemeinsam auch,
- 9:02Also wir sind ein Paar geworden, sozusagen, und dann haben wir so ungefähr ein
- 9:08Jahr, anderthalb Jahre vermieden, zusammen Projekte zu machen,
- 9:13und haben angefangen, sehr viele Deutsche Bahn Tickets zu kaufen und fahren,
- 9:18wo der andere Partner ist und haben gesagt,
- 9:21weißt du was, vielleicht sollten wir was Gemeinsames machen.
- 9:25Und dann, das war glaube ich vor drei Jahren, oder?
- 9:32Schon lange her eigentlich.
- 9:36Da haben wir gesagt, was sollen wir machen? Wir hatten die Idee,
- 9:40wir wollen was Szenisches machen, unbedingt selber schreiben.
- 9:46Und bei der Nutzung sagt, dass ich die Stücke geschrieben habe,
- 9:48aber sie hat auch in zwei oder drei Stücken eigentlich am meisten geschrieben.
- 9:55Und,
- 9:58wir waren uns einig, dass es uns einfach ein bisschen auf den Sack geht, dass dieser,
- 10:03Selbstoptimierungszwang und dass man jede Minute kalkuliert für sich und für
- 10:07sein Leben und man ist ständig beim physischen Optimieren und Effizienz,
- 10:15wie man Tagesplanung macht und so weiter.
- 10:17Und wir haben gesagt, lass uns ein Stück darüber machen mit Video,
- 10:20Elektronik und wir schreiben alles selber.
- 10:24Cool. Und das war in der Zeitraum jetzt von drei Jahren. Das heißt,
- 10:28ihr habt ja quasi die Premiere ist jetzt erst im Oktober anstehend,
- 10:31wenn ich richtig informiert bin.
- 10:33Oder? Ist das jetzt falsch von mir? Nein, oder? Ne, ist ganz falsch.
- 10:36Das ist die CD-Release. Das heißt, wir haben ziemlich lange gekauft für diesen
- 10:40Prozess. Also vor drei Jahren war schon die Premiere. Da haben wir es schon gespielt.
- 10:44Seitdem haben wir es auch ein paar Mal wiedergespielt. Dann kam jetzt im Frühjahr unsere CD raus.
- 10:50Und jetzt im Oktober ist es Release in Berlin.
- 10:54Ich glaube, am 12. Oktober ist richtig, glaube ich.
- 10:59Ich glaube, der Podcast hier, ich muss jetzt mal auf das Datum gucken, kommt zu spät.
- 11:04Das heißt, ich habe ja gesagt, wir machen noch eine Ankündigung vorher.
- 11:08Das heißt, wenn ihr das jetzt hier hört, ihr habt es leider schon verpasst,
- 11:10beziehungsweise wenn ihr die Ankündigung gehört habt, dann seid ihr natürlich da gewesen.
- 11:15Emil, du hast die Stücke alle selbst geschrieben und die Frage ist ja bei zeitmöglicher
- 11:20Musik oft, wie viel ist jetzt wirklich ausgeschrieben davon,
- 11:25also wirklich komponiert und wie viel Improvisation,
- 11:28ist noch mit dann in diesen Werken dabei?
- 11:31Das ist manchmal auch, wenn man das dann sieht, ich habe natürlich einiges von
- 11:35euch auch angeschaut, ist es nicht immer ganz ersichtlich auch,
- 11:37was ist improvisiert und was ist komponiert und wie verbindest du diese beiden
- 11:41Elemente oder verbindet ihr diese beiden Elemente dann zusammen?
- 11:45Das ist tatsächlich so, das Stück, was wir mit zusammen geschrieben haben,
- 11:49Frictions, das ist ein Stück, wo wir zwei Tische haben mit verschiedenen Objekten.
- 11:55Und die Objekte sind zum Beispiel Schleifpapier.
- 12:03Strohbohrer, Luftspray, so Drucksprays, die man,
- 12:08um Computer zu benutzt, wo mein Deutsch ist jetzt gerade.
- 12:13Nicht wach, noch nicht wach. Doch, alles da, alles da.
- 12:17Genau, und da ist zum Beispiel, also die Form ist klar, ungefähr die Dauer sind
- 12:22klar, aber wie lange es dauern wird, entscheiden wir auf der Bühne,
- 12:26so sagen wir mal. Viele Elemente sind noch offen.
- 12:30Und in anderen Stücken sind teilweise alles fix, weil wir mit dem Playback spielen,
- 12:36und wir einen Klick haben und bei manchen Stücken gibt es gar keinen Raum zum Improvisieren.
- 12:43Also man kann die Töne ändern, aber man kann die Dauer nicht ändern, so sagen wir mal.
- 12:47Ja, wie seid ihr denn auf die Idee gekommen, also zum Beispiel,
- 12:51ich bin ja ein totaler Fan von elektronischer Musik und auch im Schlagzeugbereich,
- 12:56zum Beispiel, wenn ich Calls nehme, das war ein Stück, was mich sehr beeindruckt
- 13:01hat, was ich ziemlich klasse fand.
- 13:04Wie seid ihr auf die Idee gekommen, elektronische Musik im Hintergrund oder
- 13:09du hast gesagt, es ist ein Backing-Track wahrscheinlich, auf das ihr euch draufgesetzt
- 13:13habt, wie hast du das komponiert?
- 13:17Also ich bin auch genauso elektronischer Musikfan sozusagen.
- 13:21Ich höre gerne und ich produziere gerne auch wirklich nur elektronische Musik.
- 13:28Und wir hatten immer Spaß. Also
- 13:29ich habe auch immer mit dem elektronischen Back-and-Crack improvisiert.
- 13:34Ich habe Sachen ausprobiert und ich wollte unbedingt ein Stück schreiben,
- 13:38wo ein bisschen ironisch ist.
- 13:42So einfach fünf Röhrenglocken, total orchestral, etwas kirchlich vielleicht,
- 13:48und spielen wir dahinter so eine Drama and Bass, EDM, Foodwork,
- 13:56kind of, Backing Track. Und erstmal haben wir versucht, die Röhrenglocken erstmal
- 14:02auszuhängen und wirklich zu dämpfen.
- 14:05Und das war sehr unbeständig. Dann hat es nicht geglaubt und dann haben wir
- 14:07gesagt, komm, legen wir einfach drauf auf eine Ablage, schöne Schallstoff und,
- 14:14Es hat dann ja total eine andere Konstellation geworden. Also das ist eigentlich
- 14:17für mich nicht wirklich Röhrenglocken mehr, aber klingt trotzdem etwas kirchlich,
- 14:22trotzdem etwas orchestral und so weiter.
- 14:25Ja, also das hat mich sehr fasziniert. Also quasi diesen Röhrenglocken-Charakter
- 14:30und dann die Beats da drunter.
- 14:32Also das fand ich so, hey, cool, das hat mich sehr mitgenommen. Mega. Ja, schön.
- 14:37Es sagen viele Leute, dass Colts, also viele mögen Colts sehr.
- 14:45Das ist natürlich auch, das Video ist natürlich auch mega produziert,
- 14:48muss man dazu sagen. Es ist ein tolles Video, also wir werden auch alles verlinken
- 14:51hier, also schaut euch das unbedingt an, es ist mega gut.
- 14:54Vanessa, wie war das denn für dich? Hattest du vorher auch schon mit elektronischer
- 14:57Musik Berührungspunkte?
- 14:58Oder bist du aus einer ganz anderen Ecke dann auch gekommen dazu?
- 15:01Oder war das für dich komplett neu und wie hast du es dann erfahren?
- 15:06Also ich habe schon mit elektronischer Musik auch gearbeitet,
- 15:09sowohl, dass jemand ein Stück für mich geschrieben hat und da war Elektronik
- 15:13dabei, aber als auch, dass ich bei meinem Projekt, eigentlich bei beiden Projekten,
- 15:17bei Cycle Sound, Carlo und bei Folia Deux,
- 15:20Elektronik dabei hatte.
- 15:22Aber ich habe das immer mit, also ich habe jemand gebraucht.
- 15:25Ich kann das sozusagen nicht alles, was Emil da irgendwie am Laptop macht und
- 15:29komponiert. Das hat bei mir jemand anders gemacht, Daniel Nutrak hauptsächlich aus Mannheim.
- 15:36Der ist auch Schlagzeuger und hat eben auch sein Tonstudio. Und wir haben das
- 15:39dann immer zusammen gemacht.
- 15:41Also ich bei Cycle Sound Color, das war auch ein Projekt, sehr auf Sounds und
- 15:48auch Objekte. Irgendwie, weiß ich nicht, mit Milchschäumen über Tam-Tam fahren und so Zeugs.
- 15:54Also ich hatte so ein bisschen die Sound-Ideen und er hat es dann aber umgesetzt.
- 15:59Aber was eher für mich neu ist, ist das wirklich Schlagzeug,
- 16:03Schlagzeugspielen und Elektronik.
- 16:04Da gibt es schon auch ein bisschen Repertoire oder einiges Repertoire mittlerweile
- 16:09eigentlich für uns Schlagzeuger, aber habe ich weniger gemacht.
- 16:13Ich habe es immer ein bisschen experimenteller gemacht und jetzt ist es bei
- 16:17Better Me so ein guter Mix aus allem.
- 16:20Das ist auf jeden Fall sehr groove-orientiert, ihr habt ja auch eben gesagt,
- 16:24es geht ja auch um groove und alles.
- 16:26Du hast eben auch interessante Instrumente angesprochen.
- 16:30Oder man ist ja auch dieses Spray, das man benutzt, oder Styropor und so weiter und so fort.
- 16:37Da ist für mich die Frage immer, was war denn zuerst da?
- 16:42Das Instrument, das heißt, du gehst durch den Baumarkt und siehst,
- 16:45oh geil, Styrodor ist ja auch mal ein schönes Instrument.
- 16:49Oder hast du einen Sound in deinem Kopf und suchst dann das passende Instrument dafür? Oder ihr?
- 16:55Beides. Also das war auch ein Moment, wo wir etwas kleineren Übelraum hatten.
- 17:04Und damals war sogar Vanessa-Raum. Und ich war auch ein bisschen fremder und
- 17:09neu umgesogen nach Stuttgart. Und wir haben diese Album-Idee und haben gesagt,
- 17:16okay, ein Stück machen wir mal eben bei Vibra.
- 17:18Dann zwei Stücke, damit es ein bisschen ökonomisch wird und dann drei Stücke.
- 17:22Und was können wir noch machen? Okay, hier steht ein Bates drum, hier steht ein.
- 17:28Ölfass und so. Das war auch teilweise ein bisschen aus,
- 17:34Wie sagt man das? Aus praktischen Gründen. Ich habe geschaut,
- 17:38was in den Quadratmetern da war und was ich mit denen am schlauesten umgehen
- 17:44kann. So wie ich mit denen umgehen kann.
- 17:47Und das war eher so ökonomisch gedacht, aber wir haben auch zum Beispiel die Frictions.
- 17:53Wir sind auch tatsächlich in den Baumarkt gegangen und die Sprays ausprobiert.
- 17:58Weil es gibt mittlerweile auch verschiedene Marken von diesen Druckluftsprays.
- 18:02Und manche sind einfach viel stärker und manche sind einfach schwächer,
- 18:06aber machen sehr gute Pssst.
- 18:08Und wir wollen nicht damit die Tastatur putzen, wir wollen nur einfach den Sound.
- 18:14Bei uns geht es um was anderes. Und es ist immer lustig, mit den Verkäufern
- 18:17zu reden, weil die sind so, kauf doch und das, also du kannst jetzt gehen.
- 18:23Nee, hast du noch was anderes? Ich stelle mir das gerade sehr lustig vor,
- 18:27wie ihr bei einem Baumarkt seid und 20 Spraydosen ausprobiert.
- 18:31Sehr schön, sehr geil. Ja, das ist immer auch, also wenn wir auch so Holzstückchen
- 18:35oder Fliesen, die wir dann, es gibt diese kleinen Fliesen, das parkt,
- 18:39wo man dann einmal heimlich so die Schlegel aus der Tasche packt und ganz leise
- 18:44guckt, ob die gut klingen und das muss man aber immer ganz heimlich machen,
- 18:47weil da gucken die Leute schräg.
- 18:48Aber genau, ich glaube es ist schon so, dass wir natürlich auch vor drei Jahren,
- 18:53zum Beispiel noch nicht diese Stellen an den Hochschulen hatten und ich glaube jeder Schlagzeuger,
- 18:59weiß, dass das einfach auch ein riesen finanzieller und organisatorischer Aufwand
- 19:03ist, dann zu sagen, okay, ich mache jetzt ein Programm für Marimba,
- 19:06Vibra, Trommeln und alles.
- 19:10Vor allem, weil es in Deutschland ja auch nicht so üblich ist,
- 19:12dass der Veranstalter das dann einmal hinstellt. Das ist in Frankreich ja zum
- 19:15Beispiel eigentlich ganz normal, dass der Schlagzeuger da gar nichts mitbringt und so.
- 19:21Und deswegen war das schon, wie du sagst, dieser Prozess, dass wir halt wirklich
- 19:24geguckt haben, was steht hier rum und mit was kann man was machen.
- 19:28Und zum Beispiel gerade dieses Frictions, was glaube ich unser abstraktestes
- 19:32Stück ist, so mit Scratchen, da machen wir dann auch viel mit dem Mund schon
- 19:37in der Probe und sagen, okay, jetzt machen wir so und dann muss da aber so ein Trsch drüber.
- 19:42Und ich glaube, mit diesem Geräusch geht man dann in den Baumarkt und guckt
- 19:45nach der Stärke vom Schleifpapier. Da gibt es ja auch, was wir jetzt mittlerweile
- 19:50wissen, 20 fischende Stärken oder so.
- 19:53Und dann geht es los. Das heißt, mittlerweile könnt ihr den Baumarkt besser
- 19:57beraten als die Baumarktangestellten selbst. Und das Zeug einfach in- und auswendig kennt.
- 20:02Aber ich habe es eben im Baumarkt eigentlich nur geraten, tatsächlich,
- 20:05dass es tatsächlich so ist. Also verrückt, aber ich kann es mir gut vorstellen.
- 20:10Den Stefan Maas kennt ihr ja vielleicht auch. Der macht was Ähnliches.
- 20:13Der geht nicht in den Baumarkt, der geht in so ein Einrichtungshaus und versucht
- 20:17da alle möglichen Wedel aus und keine Ahnung und Schalen und sagt auch,
- 20:22die Leute würden ihn auch ganz immer seltsam anschauen.
- 20:24Bis jetzt, irgendwann hat er gesagt, ich brauche es aber da und dafür.
- 20:27Und seitdem ist Ruhe in deinem Haus.
- 20:31Aber es ist witzig. Und auch mit den Spraydosen habe ich auch ein Aha-Erlebnis.
- 20:34Da hat nämlich auch mal den Produzenten hier, der hat auf einer Taylor Swift-Aufnahme,
- 20:38glaube ich, auch einen Spray als Snare-Tram benutzt.
- 20:43Aber kommst du auf den Namen, Dirk, noch? Ich habe den Namen gerade nicht packen.
- 20:46Ja, Damien, nee. Das war unser saarländischer Kollege, müssen wir nachreichen.
- 20:51Aber da wurde auch Spray-Dons. Aber interessant, was ich sehr interessant dabei
- 20:56finde, ist, dass ihr im Kopf wirklich diese abstrakten Klänge habt.
- 21:01Und dann gezielt losgehen könnt. Also das liegt mir komplett als,
- 21:05ich sage mal, nur doofer Schlagzeuger komplett fern. Weil ich habe nur diese
- 21:08Schlagzeug-Sounds im Kopf.
- 21:09Also ich finde diese Leistung, die da im Kopf passiert, ist schon enorm.
- 21:14Das dann kompositorisch zusammenzusetzen. Also da ziehe ich echt meinen Hut vor.
- 21:19Woher kommt denn überhaupt eure Inspiration? Wie gesagt, ich bin auch,
- 21:23ich sehe mich auch als reiner Schlagzeug. Ich habe zwar auch mal Rimmer gespielt,
- 21:25mal früher, aber das lassen wir mal lieber.
- 21:28Da war ich ganz klein noch und Kesselpauken auch, wie man das so früher alle
- 21:31gelernt hat. Aber wie kommt man da drauf? Also für mich gab es immer nur das Schlagzeug.
- 21:36Das war für mich einfach immer so ein, ich wollte immer Schlagzeuger werden.
- 21:41Wie kommt man in diese Richtung auch die neue Musik? Das ist ja,
- 21:44geht man erst über die Klassik.
- 21:46Seid ihr sehr klassikaffin? Und darüber ist dann die zeitgenössische Musik,
- 21:50wo ihr gesagt habt, okay, das ist eine Weitentwicklung.
- 21:52Wie war da so ein bisschen euer Werdegang, dass ihr überhaupt so komponiert
- 21:56und dass ihr sagt, Nee, ich gehe nicht. Ihr hättet ja auch.
- 22:01Normale Päckersionisten sein können, so wie man das halt kennt.
- 22:05Aber wieso habt ihr diesen Weg gewählt? Wie kommt das? Wo sind so ein bisschen
- 22:08die Roots? Wie hat sich das bei euch entwickelt?
- 22:14Ich kann mal anfangen. Ich weiß es, glaube ich, gar nicht so genau,
- 22:16weil ich komme ja auch aus einer Drama-Familie.
- 22:19Also mein Dad ist 100% Drama und ich glaube, das ist dann irgendwie so eine
- 22:26Reihe von Erlebnissen, was man sieht, was man hört,
- 22:31was man mitnimmt und umso mehr man natürlich so ein bisschen in diese Szene auch reingeht,
- 22:36umso mehr kommen da so neue Sachen auf einen zu.
- 22:40Und das ist natürlich schon auch so, dass wenn wir ein Konzert haben,
- 22:46super experimentell macht es für uns so vom, wie wir es vorbereiten,
- 22:52schon auf den Unterschied ist es jetzt ein neues Musikfestival.
- 22:54Das heißt für die Leute ist Styropor schon wieder so gähnend langweilig,
- 22:58weil das haben die schon 30 Mal gehört.
- 23:00Oder spielen wir in, keine Ahnung, in einem Seniorenheim irgendwie,
- 23:04wo noch nie jemand überhaupt mal eine Marimba gesehen hat. Keine Ahnung,
- 23:07ich improvisiere jetzt aber so.
- 23:09Und deswegen sind wir, glaube ich, auch schon ein bisschen so in dieser Bubble
- 23:14manchmal drin, dass wir manchmal auch vergessen, hey, das ist eigentlich jetzt
- 23:18gar nicht unbedingt normal, was wir machen. Normal, wie du sagst, aber ist natürlich so.
- 23:24Aber ich glaube, es kommt viel von Hören und Sehen und Ausprobieren wahrscheinlich, oder?
- 23:32Ja, also Neugier und du entdeckst das einfach mit deinen Mitteln,
- 23:38was du schon gelernt hast.
- 23:39Also wenn du Trommler bist, vieles ausprobieren kannst und auch nicht nur diese,
- 23:48Trommel spielen kannst, sondern auch wirklich Schrauben und Alublech und Garment.
- 23:52Also natürlich Marimba-Ges gehört auch dazu.
- 23:57Aber für mich war das ein bisschen anders. Also ich war auch so Drummer,
- 24:00sozusagen, oder sehr klassischer Schlagsäger, weil in Istanbul,
- 24:04also ich komme aus Istanbul, und unser Studium war ziemlich oldschool, sozusagen.
- 24:12Das war sehr gut, aber es war auch sehr oldschool.
- 24:15Und wenn ich erst neue Musik entdeckt habe, ich war fasziniert,
- 24:19weil das hat mir auch nicht wirklich diese, habe ich auch diese Brücke selber
- 24:23nicht geschafft, das fällt mir ein.
- 24:26Es hat mich fasziniert, weil es so virtuos war also ich erinnere mich an diese
- 24:30Videos, diese Aufnahmen, die ich geschaut habe von Boulez
- 24:33und von damals Ensemble Moderne, von Ensemble Atac und Taporin die Solisten
- 24:36damals, die auf Videofon oder Marimba gespielt haben, so super schräge Töne,
- 24:40die mir erstmal nicht so gut gefallen haben,
- 24:43aber ich habe gedacht, wow wie geht das überhaupt dass man über so Marimba voll
- 24:47virtuos und vielleicht mit Wucht und so spielt,
- 24:51und das war für mich einfach die Brücke Und dann habe ich angefangen,
- 24:55das zu mögen, wirklich auch auditiv.
- 25:02Aber bei der Anfang war quasi das Drumset, wie man es als Jugendlicher oder
- 25:10als Kind macht, oder eher wirklich
- 25:11so dieses klassische Schlagwerk mit Marimbafon, Pauke, Snare-Drum.
- 25:17Also was sind die tatsächlichen Roots, wo ihr herkommt?
- 25:20Also bei mich war es beides.
- 25:23Also ich wollte unbedingt Musikmauer in Istanbul und wir wollten in die Stadt
- 25:30die Konservatorin gehen.
- 25:32Und ich mache das Serkus und dann haben die mir einfach Posaune in die Hand gedrückt.
- 25:38Und ich musste zwei Jahre lang Posaune spielen.
- 25:42Moment, ganz kurz, lass mich kurz mal nachfragen. Die haben dir eine Posaune
- 25:45einfach in die Hand gedrückt. Das heißt, du konntest vorher keine Posaune spielen?
- 25:48Oder soll ich mir das jetzt vorstellen? Nein, ich konnte gar nichts.
- 25:54Ja, das ist ein bisschen ein fragwürdiges System.
- 25:58Damals wollte ich einfach halbseitig ins Konservatorium gehen aber ich war schon
- 26:03elf und da haben die uns gesagt du kannst nicht halbseitig anfangen,
- 26:09du musst einfach deine Schule wechseln den ganzen Tag ins Konservatorium gehen
- 26:12heißt du hast deine normale Fächer morgens und nachmittags hast du einfach Musik,
- 26:18gut dafür muss man einen Hörtest machen einen Gehörbildungstest die fragen dich,
- 26:25ob du singen kannst von einstimmig,
- 26:29also Intervall, Akkord, Rhythmus, also vormachen und nachmachen.
- 26:33Jemand spielt ein Tor und siehst das nach.
- 26:37Genau. Und ich habe diesen Test einfach zufällig verstanden und wir hatten gar
- 26:45nicht erwartet, dass ich das verstehe.
- 26:49Danach dachte ich, ich kann mein Instrument wählen, aber ich hatte auch nicht
- 26:52wirklich eine Idee, welches Instrument.
- 26:54Und haben die mir einfach Posane gegeben. Und ich war voll schockiert,
- 26:57weil ich wusste nicht mal, was Posane ist. Ich musste damals in der Anzyklopädie
- 27:00schauen, weißt du, so diese ganz großen Bücher damals.
- 27:05Und nach zwei Jahren war mir klar, ich kann das nicht. Also entweder ich gehe
- 27:09von der Schule raus oder gar nicht, ich höre auf.
- 27:14Und gleichzeitig habe ich angefangen, die Trance zu spielen.
- 27:17Ich habe privat kurs genommen und dann habe ich mal einfach gewechselt klassische
- 27:22schlagzeug so für mich war es das klassisch dran sind so,
- 27:28tommy eigo und kann der wickel diese diese das gibt es und dann,
- 27:36ganz ganz klassisch schlagwerk mit silo von entüten mit kleinen trommeln mit,
- 27:43arrangements von klassischen bergen von vivaldi bis bach und genau so was.
- 27:51Vanessa, wie war es bei dir? Also erstmal Spannendes mit der Posaune, finde ich super.
- 27:55Ja, ich finde das auch immer wieder, also ich habe, ich werde die Geschichte
- 27:58natürlich nicht zum ersten Mal, aber ich finde es schon immer wieder erstaunlich,
- 28:00wie unsere Wege komplett anders waren, bis wir uns dann in Stuttgart zum Studium getroffen haben.
- 28:07Und auch überhaupt, wie einfach so diese Schulen in verschiedenen Ländern anders sind.
- 28:11Also ich kam da relativ irgendwie, also ich wurde einfach da reingelegt.
- 28:17Mein Dad hatte eine private Schlagzeugschule, die bei uns eben zu Hause an den
- 28:21Hohenbereich angeknüpft war. Das heißt, für mich war Schlagzeug immer da.
- 28:26Und ich glaube, also ich war relativ faul, ehrlich gesagt, als Kind.
- 28:30Ich habe da schon relativ wenig dafür gemacht, bis ich da glaube ich so mit
- 28:3314, 15 gecheckt habe, okay, wenn ich das jetzt doch studieren will und da irgendwie
- 28:37doch mehr draus machen will, dann muss ich jetzt einfach Gas geben.
- 28:42Und dann hat mein Dad auch zum Beispiel so eine Marimba-Lehrerin geholt.
- 28:47Weil die gab es nicht in unserer Schule. Und dann habe ich da ein bisschen Marimba
- 28:50gespielt und Pauke und dieses Zeug.
- 28:54Aber ich habe erst mal nur bei meinem Dad zehn Jahre ein Drumset gespielt und
- 29:00wollte aber so ein bisschen in das Klassische.
- 29:02Ich weiß gar nicht, warum. Ich würde jetzt nicht sagen, da gab es ganz viele Vorbilder für mich.
- 29:06Und im Drumset gab es irgendwie nicht so viele Vorbilder.
- 29:09Ich glaube, es war einfach so ein Ding, dass mir das dann mehr gefallen hat.
- 29:13Und dann habe ich da eben Gas gegeben und bin dann nach Stuttgart.
- 29:17Dann hat das irgendwie auch geklappt. Aber so diese ganze Ausbildung mit dieses
- 29:23Gehörbildung und Musiktheorie, Musikgeschichte.
- 29:26Ich finde es so schade, dass wir das so in Deutschland so wenig dann eigentlich
- 29:30unterrichten, so als Basis erst mal.
- 29:34Und wenn Emil da mal erzählt, das ist natürlich auch in ganz vielen anderen
- 29:37Ländern so, dass man da irgendwie mal so ein bisschen was hören muss,
- 29:41ein bisschen was verstehen muss.
- 29:43Das finde ich eigentlich schon ganz cool, aber war bei mir nicht so.
- 29:45Ich war da im Studium und musste echt so Töne hören, wo ich dachte,
- 29:50ich check gar nichts, ich habe das nie gemacht, wie kann ich dieses Studium schaffen?
- 29:56Wie es halt überall so ist, wenn man dann irgendwie übt und sich dahinter klemmt,
- 29:59dann klappt es. Aber war jetzt kein Selbstläufer bei mir, würde ich sagen.
- 30:04Auch ein interessanter Werdegang, weil du kamst ja dann aus,
- 30:07ich sag mal, aus dem Rock-Pop-Jazz-Schlagzeug und hast dich dann quasi für die
- 30:11Klassik entschieden, wo dein Papa ja wahrscheinlich auch dann in der Klasse
- 30:15gar nicht so zu Hause war.
- 30:16Das heißt, die Frage wäre doch noch, obwohl du es gar nicht richtig beantworten
- 30:20kannst, aber wo war plötzlich die Schnittstelle da?
- 30:23War das vielleicht sogar, ich meine, Ich versuche jetzt einfach mal,
- 30:26das mal zu interpretieren, dass es einfach so neu war, die Klassik,
- 30:31dass du sagtest, komm, ich muss auch was anderes machen, als ich jetzt zehn
- 30:33Jahre mal beim Dad gemacht habe.
- 30:36Also es war schon so, dass meine Schwester ist auch Schlagzeugerin.
- 30:41Und mein Dad, der hat uns da schon immer sehr gefördert, im Guten.
- 30:46Der hat uns jetzt nicht irgendwie getriezt. Aber guck mal, hier ist ein Jazz-Trio,
- 30:49spiel doch da mal ein bisschen hinten.
- 30:51Und hier haben wir ein Festival. Und es wäre doch cool, wenn du da auch mal...
- 30:55Und ich weiß, dass mir das immer Spaß gemacht hat, aber ich hatte vor dem Drumset
- 30:59auch immer irgendwie einen riesen Respekt und eine Angst vor dieser Rolle,
- 31:03die man irgendwie als Solist da hat am Drumset.
- 31:07Und das war für mich immer so, also Schlagzeug war für mich eigentlich immer
- 31:13wichtiger als der Sänger, auch beim Hören, weil ich immer dachte,
- 31:16ey, wenn der jetzt einen Fehler macht, dann kracht aber alles zusammen so.
- 31:19Also der Sänger kann mal zwei, drei Schiebezüge machen und so und weiter geht's.
- 31:23Und eigentlich für mich, also wahrscheinlich für dieses Publikum ist der Schlagzeug
- 31:28immer so ein bisschen der hinten, der da irgendwie unscheinbar ist.
- 31:30Für mich war das immer so der Solist und ich weiß, dass ich da immer krasse
- 31:34Angst hatte, also wirklich Auftrittsangst, wenn ich das sozusagen machen musste.
- 31:39Wenn er sagt, ja, hier, ich spiel mal ein bisschen und frei und ohne Noten und
- 31:43so. Und da war ich irgendwie nie so...
- 31:46Und dann habe ich einmal so einen Kurs auf der Kapfenburg gemacht,
- 31:51eben mit meiner dann damaligen Professoren und Professor Klaus Trier und Martin
- 31:56Glemasara und habe da mal so ein bisschen mit vier Schlägen versucht, was zu spielen.
- 32:01Und ich habe gemerkt, krass, ich habe irgendwie gar nicht mehr so viel Angst
- 32:04oder gar nicht mehr so viel Panik vor was Unerwartetem, weil das waren ja die
- 32:09Noten, die ich geübt habe und das haut es schon so hin.
- 32:12Also ich war so mit Improvisieren und irgendwie frei und loslassen als Jugendliche,
- 32:18war irgendwie überhaupt nicht mein Ding.
- 32:20Und ich glaube schon, dass dieses, also wahrscheinlich schon auch die Vielfalt
- 32:24und vielleicht ist das Marimba-Fohn auch ein bisschen weiblicher als das Grumset und,
- 32:32als Teenie war mir das irgendwie, weiß nicht, irgendwie hatte ich mehr Connection
- 32:37zu dem Instrument. Ich weiß nicht warum.
- 32:40Und dann ging es da eigentlich so mit diesem Meisterkurs auf Kapfenburg ging
- 32:44es für mich dann da weiter, weil ich irgendwie gespürt habe,
- 32:47da bin ich lockerer, da bin ich freier. Es macht mir immer Spaß.
- 32:50Wie alt warst du bei diesem Meisterkurs, Pima Daumen? Ja, das war so 14,
- 32:5415, glaube ich, wo ich dann gecheckt habe, okay, da muss ich jetzt üben.
- 32:59War das auch der Auslöser zu sagen, ich will das jetzt beruflich machen,
- 33:02weil dir wurde ja quasi in die Wiege gelegt. Gab es jemals eine andere Option
- 33:05für dich, als Schlagzeugerin zu werden?
- 33:09Oder hast du es bewusst entschieden, ich möchte jetzt den gleichen Weg einschlagen?
- 33:14Und ich glaube, es gab nie wirklich eine andere Option. Es war schon klar,
- 33:18dass ich das mache, ob ich das jetzt eben als Freelance-Drummerin dann irgendwie
- 33:22als Kind noch dachte oder einfach irgendwie Musikschule unterrichten und so.
- 33:26Aber ich glaube so, dass ich in dieser Schlafzeugmusik-Bubble bin.
- 33:31Ich hatte auch nie irgendwie einen Wunsch, woanders hinzugehen.
- 33:34Das heißt, ich glaube, es war schon immer eigentlich klar. Und ich habe halt
- 33:40einfach gehofft, dass es klappt.
- 33:42Und ich habe natürlich auch durch meinen Dad gesehen, was es auch so ein bisschen
- 33:46bedeutet, dass es klappen muss.
- 33:48Das ist jetzt nicht nur irgendwie ein mega toller, entspannter und immer ganz,
- 33:54vertiefer und weißt du, wo man so denkt, du bist Musiker, das ist ja dein Hobby und so.
- 33:58Also ich habe schon relativ früh auch gecheckt, dass da ziemlich viel Arbeit
- 34:01und Ehrgeiz und so dazugehört.
- 34:05Und weiß nicht, ich hab's dann glaube ich trotzdem, es war eigentlich schon
- 34:09immer die Idee, dass ich irgendwie Schlagzeugerin in irgendeiner Fassung werde.
- 34:14Interessant finde ich aber auch, dass du gesagt hast, du hattest Angst,
- 34:16bei dem Schlagzeug was falsch zu machen und beim Marimbafon nicht mehr,
- 34:20wobei mir genau jetzt andersrum ist.
- 34:22Beim Marimbafon höre ich ja viel eher den falschen Ton heraus,
- 34:26als wenn ich beim Schlagzeug jetzt mal auf ein falsches Tom haue sozusagen.
- 34:30Wirklich spannend. Die Frage ist jetzt auch an euch beide, weil gerade Manesse,
- 34:34du hast ja besonders deutlich gesagt, wie wichtig die Noten immer waren,
- 34:37so als Halt, als die Sicherheit sozusagen.
- 34:40Und eben bei dir war es ja wahrscheinlich ähnlich, weil du aus der Klassik ja
- 34:43schon stark herausgekommen bist und auch du hast eben auch viele Transkriptionen
- 34:46erwähnt von Weckel und Eige und so weiter und so fort.
- 34:49Wann habt ihr denn dann diesen Switch dann doch noch zur mehr improvisierten
- 34:54Musik bekommen? Oder was gab es da an Auslöser? Ich glaube, es ist auch Etwas,
- 34:57was viele unserer Hörer interessiert.
- 35:00Was hat euch die Angst davor genommen, das zu tun?
- 35:04Weil das ist ja oft, was gerade Erwachsene dann auch haben. Oh Gott,
- 35:07improvisiert, ich weiß gar nicht mehr, was ich machen soll.
- 35:09Das heißt, was war für euch der Punkt, dass ihr sagt, okay, improvisiert ist
- 35:14irgendwie doch irgendwie was Geiles?
- 35:17Also für mich war das trotzdem von Anfang an klar, dass es mir sehr viel Spaß macht.
- 35:23Und ich bin jemand, der einfach, glaube ich, in der Struktur ganz schnell langweilt.
- 35:34Wenn ich was üben muss wenn ich was lernen muss.
- 35:38Das gefällt mir schon, aber bis zu bestimmten Grenzen und da muss ich meinen
- 35:43Weg haben ich habe schon von Anfang an Stücke,
- 35:47umgeschrieben ich habe die einfach komischer gespielt ich habe drumherum improvisiert,
- 35:54ich habe über meine Solfège Gehörbildungsstücke neu komponiert Ich erinnere mich damals.
- 36:01Also von Anfang an musste ich was machen, was nicht wirklich das ist.
- 36:08Und dann entscheidender Punkt war für mich, aber ich habe das noch nie auf der
- 36:11Bühne gemacht. Ich war trotzdem sehr klassisch. Ich war so im Studium,
- 36:14musst du dein Repertoire, musst du deine Hausaufgaben, was weiß ich,
- 36:18dein Recital, was du alles spielen musst.
- 36:21Und das war doch tatsächlich spät bei mir, ich war glaube ich 23, 24,
- 36:26wo ich erst mal gegen Ende meines Studiums oder sogar nach dem Studium,
- 36:32ich bin nicht so ganz sicher, aber eher so später, wo ich selbst vertrauen hatte
- 36:36und gesagt habe, weißt du was,
- 36:38du musst nicht nur diese akademische machen, du kannst auch wirklich nicht trauen,
- 36:43weil ich glaube, es kommt daher,
- 36:46in der Akademie muss alles auch geprüft werden, so Stempel. Der Lehrer hat gesagt, das war gut.
- 36:53Der Pro-Rektor war auch da und er sagt, es war auch ein gutes Konzert.
- 36:56Und dann hast du so eine Sache, okay, es gibt mindestens drei Menschen,
- 36:59die wahrscheinlich diesen Beruf gut kennen, die gesagt haben,
- 37:05du kannst es weitermachen.
- 37:06Aber ich glaube, in der Akademie, wenn du improvisierst und wenn du vielleicht
- 37:10deinen Weg gehst, musst du auch eher mutiger sein. Manche Menschen,
- 37:15die nicht wirklich mögen, was du tust.
- 37:17Das ist auch wirklich so eine Sache. Man muss mal sagen, das ist mein eigenes
- 37:21und es kann auch sein, dass im Moment manche das nicht approven.
- 37:26Ich glaube, das war mir lange schwer, aber ich glaube, wenn man alt genug ist,
- 37:31mindestens bei mir war das so, dann hatte ich den Mut, meinen eigenen Sound
- 37:35wirklich auf der Bühne zu machen.
- 37:38Ich glaube, es ist schon viel Selbstvertrauen. Und vielleicht eben,
- 37:42also kann ich auch von mir sagen, wenn du eine Bestätigung von einem anderen
- 37:45Feld kriegst, dann wirst du vielleicht auch mutiger, mal was zu machen,
- 37:50das den anderen nicht gefällt.
- 37:51Man hat ja noch ein bisschen das, was den anderen auf jeden Fall gefällt im Hintergrund.
- 37:55Und so, ich glaube, als junger Erwachsener wächst man natürlich dann auch so,
- 38:00mit diesen Bestätigungen, die man braucht, mit dem Feedback,
- 38:04dass man dann eben von Lehrern, Kollegen, Familie, Freunde, je nachdem,
- 38:08man braucht es ja irgendwie.
- 38:10Also ich glaube, man kann nicht so ganz allein als Künstler mit kreativen Gedanken
- 38:15durch die Welt gehen, ohne dass mal jemand sagt, hey, das ist super,
- 38:18was du machst. Nein, man braucht eine Bestätigung.
- 38:22Umso mehr da kommt, umso mehr probiert man vielleicht auch mal oder riskiert
- 38:26auch mal hinzufallen und so.
- 38:31Aber sprechen wir ruhig über die Institutionen. Ihr habt beide studiert,
- 38:36ihr seid jetzt beide Professor oder Professorin.
- 38:41Hat sich das auch an den Hochschulen mittlerweile ein bisschen gewandelt?
- 38:44Ich meine, ich kann mir gut vorstellen, dass in den älteren Rigen vielleicht
- 38:49Improvisationen immer auch noch ein bisschen auf Ablehnung stößt,
- 38:51weil es einfach nicht zum Standardrepertoire dieser klassischen Ausbildung gehört.
- 38:57Oder gibt es einen Wandel auch innerhalb der Institutionen?
- 39:02Kriegt man das schon deutlich mit? Ich meine, ihr seid noch jung,
- 39:04ihr könnt natürlich sowieso jetzt sehr viel gestalten auch.
- 39:06Aber unabhängig davon, dass ihr so jung seid, kriegt ihr das auch bei älteren
- 39:10Kolleginnen und Kollegen mit, dass sich was tut allgemein? oder es ist immer noch schwer.
- 39:22Ich glaube, viele Saisons sind anders. Ich glaube, es gibt sehr viele Möglichkeiten
- 39:27innerhalb der Hochschulen, eigene Projekte zu gestalten, einfach eine Bühne zu kreieren,
- 39:37und eigene Shows zu machen, einfach zu gestalten. Es gibt dafür auch Begleitung.
- 39:44Aber was einfach eine goldene Frage ist für eine Institution,
- 39:50was sollen die selber machen und was sollen wir denen geben,
- 39:54und das ist auch alles geregelt, diese Steuergelder und dafür gibt es ein System
- 39:59und man braucht so viel und so viel Musiker und so, das ist ein System halt,
- 40:04das muss einen Zweck haben und das ist,
- 40:09ein bisschen eine herausfordernde Frage wie viel Freiheit in diesem System,
- 40:15gibt, wie viel Freiheit kannst du denen lassen und wie kannst du das auch.
- 40:23Verteidigen, dass die einfach frei studieren oder frei kreieren, frei gestalten.
- 40:29Aber Antwort zu deiner Frage, von meiner Seite aus, ich sehe in vielen Hochschulen
- 40:35viel mehr Freiheit, also es gibt viel mehr Raum für.
- 40:41Selbstkreation, Eigenkreation.
- 40:44Es dauert viele verschiedene Richtungen. Also ich sehe immer mehr in den Rutscheln,
- 40:48viel mehr multikultureller Input da ist.
- 40:53Also Musik aus der ganzen Welt und Jazz. Es gibt viel mehr Kooperation mit Tanz,
- 40:59mit elektronischer Musik, mit EMP, Elementar-Musikpädagogik.
- 41:05Was weiß ich. Also Menschen sind, wir sind nicht so alt. Also ich habe angefangen in 2010.
- 41:11Aber trotzdem, wenn ich so ein bisschen zurückblicke, ich sehe viel mehr Offenheit
- 41:18auch von den Studenten. Die wissen viel mehr, was in den Hochschulen passiert
- 41:21und warum sie dahin gehen, was sie machen können.
- 41:25Und bei uns waren eher, also in Deutschland waren die eher so Orchester, Schulmusik und.
- 41:33Die freien, verrückten, komischen da. Und jetzt siehst du auch jemanden,
- 41:39der einfach Orchesterstelle will und gar eine super Akademischstelle gemacht
- 41:42hat oder Praktikum gemacht hat,
- 41:45einfach mit Tänzern improvisiert oder Jazz-Trio-Kombo spielt.
- 41:49Also das ist schön, finde ich.
- 41:52Aber du hast gerade schon länderspezifisch das ein bisschen auch genannt.
- 41:57Gibt es in den Ländern Unterschiede? Ich meine, ihr seid anscheinend auch viel
- 42:00in Frankreich unterwegs. Du kommst aus der Türkei, Emil.
- 42:03Deutschland kennt ihr natürlich auch selbstverständlich. Also gibt es auch in
- 42:06den Ländern da bestimmte Strömungen, die in einem Land mehr vertreten sind als in anderen?
- 42:15Ja, also es gibt Realitäten zum Beispiel, was ich gesehen habe in England zum
- 42:21Beispiel, es gibt diese Realität von Freelancer, Teacher, Performer,
- 42:27das ist ganz normale Sache, weil Orchesterstellen sind sehr wenig.
- 42:31Und die Performer machen meistens von Schlagzeugern Pit-Musicen.
- 42:35Heißt, die werden in Musicals zwischen
- 42:39Schlagzeuger und, also Drummer und klassischer Schlagzeuger machen.
- 42:45Und in Frankreich gibt es Antimitants, heißt, das ist eine Art Arbeitslosengeld für die Künstler.
- 42:53Wenn du nicht arbeitest, kriegst du einen bestimmten Mindestlohn.
- 42:57Und da gibt es einen anderen Effekt auf die Lebensgestaltung.
- 43:03Viele Patienten deswegen nicht, die können sich erlauben, drei Tage pro Woche
- 43:09einfach zu Hause sitzen und kreieren oder üben und Mails schreiben.
- 43:16In Deutschland ist das anders, wie wir alle hier kennen.
- 43:23Für viele ist es tough. Wir können sagen tough, ja, genau. Also,
- 43:28das kann viel zu der Hauptung gehen, aber es kann auch schwer sein.
- 43:32Aber von Störungen her, vom Studium, wenn ich zu Fragen zurückkomme,
- 43:37gestern habe ich mit meiner Praiser-Kollegin gesprochen und die haben gesagt,
- 43:43die hatten im Studium erstmal eine Freiwahl gehabt, nur bei den Masterabschlüsse.
- 43:50Heißt, die studieren fünf Jahre lang, die müssen, wahrscheinlich mit den Zwischenprüfungen,
- 43:57ungefähr vier, fünf Prüfungen spielen.
- 44:01Und nur am letzten, letzten, letzten dürfen die ein Stück oder zwei Stücke,
- 44:07was weiß ich, frei wählen.
- 44:10Und das ist zum Beispiel in Deutschland gar nicht so. Also wir haben sehr viel mehr Freiheit.
- 44:15Also wir haben vielleicht ein oder zwei Kategorien oder vier Stücke, die man machen muss.
- 44:20Ansonsten, die Studenten sind frei.
- 44:24Das finde ich auch gleichzeitig schön.
- 44:30Du hast auch gerade das Berufsbild ein bisschen beschrieben,
- 44:32dass man einschlagen kann.
- 44:33Viele denken natürlich erstmal bei einer klassischen Ausbildung an das Orchester,
- 44:37selbstverständlich, aber natürlich gibt es wenige Orchester,
- 44:39es gibt immer weniger Orchester, immer weniger Orchesterstellen.
- 44:44Wann war für euch denn klar, welchen Weg ihr da einschlagen wollt?
- 44:47Also seid ihr jetzt quasi als Solo-Künstler, Künstlerin, Performer unterwegs,
- 44:52auch als Komponistin natürlich.
- 44:57An welcher Stelle eurer Karriere kam für euch der Punkt zu sagen,
- 44:59okay, Orchester ist auch, ich merke, es ist nichts für mich,
- 45:02ich muss einen anderen Weg einschlagen als den Freelancer, was ja aber eigentlich,
- 45:06wie wir gerade gehört haben, der Herd, also der toughere Weg ist und der deutlich unsichere Weg.
- 45:12Ja, also ich glaube, bei mir war das schon ziemlich früh so,
- 45:15dass Orchester gar nichts für mich war. Ich habe auch ziemlich schnell im Studium
- 45:19gesehen, das ist ein komplett anderes Denken und ein komplett anderes Üben.
- 45:24Also du bist wirklich mit diesem Buch an Orchesterstellen, die so ungefähr jedes
- 45:28Orchester dann eben abfragt bei den Probespielen, eigentlich dein ganzes Studium beschäftigt.
- 45:34Und das sind ja oft so vier Zeiler, manchmal ist es mal eine Seite,
- 45:37aber tendenziell sind es vier, fünf, zwei, drei Zeiler.
- 45:42Die du einfach tagtäglich übst und das Metronom anmachst und heute 60 und morgen
- 45:4761 und übermorgen aber wieder 60, um zu gucken, ob es noch geht.
- 45:51Und also ich bewundere das, wie man so in dieser Disziplin und.
- 45:57Mit diesem Perfektionismus, ich würde schon auch sagen, dass ich irgendwie Perfektionismus
- 46:02in meiner Arbeit habe, aber es ist natürlich,
- 46:04da wird einfach jeder Ton und jeder Schlag 300 Mal kontrolliert,
- 46:08ob der auch morgens um sechs kommt, ob der auch abends um 23 Uhr kommt und ob
- 46:13der auch mit ein bisschen Hunger kommt und ob der auch ein bisschen müde kommt.
- 46:16Und das war mir irgendwie schon immer ein bisschen schräg und das wollte ich eigentlich nie machen.
- 46:24Das heißt für mich, ich versuche das schon als so ein Zehnkämpfer zu sehen, auch unser Studium.
- 46:30Und ich glaube, es ist auch für Studenten heute gut, wenn die schon alles mal
- 46:37so ein bisschen berühren und
- 46:38dann so ihre Top 3, Top 4 vielleicht als Berufsstil zusammen klatschen.
- 46:44Also ich finde es gar nicht empfehlenswert, wenn jemand mit 18 kommt und sagt,
- 46:48ich will Marimba-Versolist werden. Ich will nur Marimba machen. Ich liebe das.
- 46:52Selbst wenn die Person irgendwie extrem stark an der Marimba ist, glaube ich,
- 46:58ist das eigentlich nicht der richtige Weg für Schlagzeug, weil wie oft werden
- 47:02Marimba-Konzerte gebucht, wo man sagt, ich will da jetzt ein Marimba-Solo-Konzert.
- 47:08Schlagzeug ist oft interessant für Festivals und für Zuschauer,
- 47:14weil es halt so vielseitig ist, weil man dann irgendwie verschiedene Sachen auch zeigen kann.
- 47:20Genau, deswegen für mich war irgendwie immer so unterrichten,
- 47:23klassisch Freelance, auch ein bisschen das zeitgenössische, theatralische Freelance
- 47:28kam später, so nach dem Studium bei mir immer mehr und das dann alles zusammen.
- 47:33Damit ging ich so ein bisschen aus dem Studio raus und dann hat man halt geguckt,
- 47:38wo es am besten klappt auch.
- 47:39Es ist ja auch kein Wunschkonzert, wenn man da im Studium ist und sagt,
- 47:42das will ich jetzt aber machen und fragt mich mal alle an, sondern man muss
- 47:47halt irgendwie ganz viel anbieten und genau.
- 47:53Wie sieht das denn so nach eurem Studium oder überhaupt auch für junge Künstler,
- 47:57weil das ist ja immer so die große Frage auch der lieben Eltern,
- 48:01egal in welchem Genre ist, was ist denn dann nach dem Studio, wie geht es dann weiter?
- 48:05Also bei mir und bei Timo weiß es, das ist so ein bisschen viel Live spielen
- 48:09und die Unterrichtenecke.
- 48:11Aber so in der klassischen Musik, du hast gesagt, wenn du nicht aus Orchester
- 48:15willst, wie ist das hauptsächlich durch Social Media, durch Kontakte oder wie
- 48:20geht es dann weiter? Weil ich glaube, das ist eine ganz, ganz schwierige Frage für viele.
- 48:24Was mache ich überhaupt? Wie komme ich überhaupt? Oder wie werde ich überhaupt gebucht?
- 48:29Das ist ja toll, wenn ich der tollste Keller oder Trommlerin bin im Keller, aber keiner kennt mich.
- 48:36Wie geht es, also ich wüsste jetzt zum Beispiel im klassischen,
- 48:38ich wüsste gar nicht, wo ich da mich melden sollte.
- 48:41Also ich wüsste gar nicht, was ich machen sollte. Also in meinem Bereich, das weiß ich.
- 48:45Aber wie, vielleicht, dass Sie uns da mal so ein bisschen auf eine Reise,
- 48:48wie geht das so vor sich nach dem Studium? Weil es ist, glaube ich,
- 48:51eine Frage für viele, die das eventuell machen. Was ist danach?
- 48:58Also ich glaube, für Orchester ist jetzt Social Media oder so nicht wirklich der richtige Ort.
- 49:03Da musst du einfach wirklich Gott sei Dank immer noch live umtriebig sein und
- 49:08hier eine Aushilfe. Und da auch mal, Orchester bieten auch ganz oft an,
- 49:12dass Studierende sich in den Graben setzen, also wirklich zu den Schlagzeugern
- 49:16runterkommen und einfach nur gucken.
- 49:19Und ich glaube trotzdem, bei Orchester ist schon immer noch viel mehr die Leistung im Vordergrund.
- 49:27Du musst es einfach fehlerfrei runterspielen und im Finale musst das Orchester
- 49:32mehr oder weniger den Eindruck haben, dass du auch menschlich dann in diese
- 49:35Runde passt, weil da sitzen ja auch die Streicher und die Bläser,
- 49:39die dich sozusagen wählen oder nicht wählen.
- 49:41Das sind dann in dem Fall nicht nur die Schlagzeuger. Das heißt,
- 49:43du musst schon irgendwie da überzeugen, die erste Runde ist hinter dem Vorhang.
- 49:48Das heißt, es ist schon noch sehr spielen.
- 49:52Und ich glaube, einfach viel Erfahrung sammeln, Viel mucken,
- 49:54viel machen, sich viel zeigen und vielleicht auch eben nicht nur so auf dieses,
- 50:00Deutschland fokussieren, sondern auch mal gucken, was passiert in den Nachbarländern.
- 50:04Ist da nicht auch eine interessante Stelle oder ein interessantes Orchester?
- 50:10Und ich glaube, bei uns ist es ein bisschen schwieriger. Ich sage mal,
- 50:15Orchester ist für mich immer so ein bisschen schwarz-weiß.
- 50:17Du hast eine Stelle, du hast keine Stelle. Und dazwischen gibt es jetzt nicht
- 50:20so ultra viel, wenn du wirklich ins Orchester willst. Und bei uns ist das alles,
- 50:24irgendwie gibt es so eine riesen Wurst an Grauem. Hellgrau, mittelgrau, dunkelgrau.
- 50:30Und da muss man sich halt irgendwie so seinen Platz finden.
- 50:35Das geht ja eigentlich darum, dass jeder halt am Ende seinen Platz findet.
- 50:38Und ich glaube, und es ist schade und es ist traurig, aber ich glaube,
- 50:42dass man da über Instagram und so nicht mehr ganz so drumherum kommt.
- 50:47Ich glaube, man muss das machen. Ich kenne fast keinen Kollegen oder Kollegin,
- 50:51die irgendwie jedes Mal Hurra schreit, wenn sie einen Post machen,
- 50:54weil es so viel Spaß macht.
- 50:55Irgendwann ist es für alle so ein bisschen, jetzt muss ich wieder was machen,
- 50:59jetzt sind wir wieder zwei Wochen vorbei und jetzt komm, jetzt poste ich mal das Konzert.
- 51:03Also ich finde es eigentlich auch total krass, in welchem Kreislauf wir uns
- 51:10da selbst gegenseitig gebracht haben, wo wir auch wieder ein bisschen zu Better
- 51:13Me kommen, in dieser Selbstinszenierung.
- 51:15Und das muss ich aber wieder zeigen, also nicht nur Musiker,
- 51:19ja auch alle, die irgendwie ihr tollstes Frühstück der Welt zeigen und Selfie von Eiffeltür und
- 51:25dieses ständige Zeigen, dass man doch bitte gut ist und bitte seht auch,
- 51:29dass ich gut bin, weil es ist wichtig.
- 51:31Und wenn ihr mir ein Like gebt, dann ist es noch besser so.
- 51:35Aber wir sagen unseren Studierenden trotzdem auch, ich glaube,
- 51:38ganz ohne geht es heute nicht mehr.
- 51:42Das heißt einfach Videos machen, Fotos machen.
- 51:46Es geht jetzt gar nicht darum, dass man schon einen Haufen Konzerte hat,
- 51:49die man da irgendwie zeigen kann. Aber ich glaube, wenn man auch im Keller sein
- 51:52Tablet aufstellt und vielleicht ein einigermaßen gutes Mikro und da einfach
- 51:56mal irgendwas spielt und hochlädt.
- 51:59Und so, dann muss man sich halt, man muss sich zeigen, weil wie du sagst,
- 52:04dass da jemand im Keller jetzt irgendwie gerade ganz toll Drumset spielt,
- 52:07ja okay, aber zeig's halt auch. Also ich meine, genau, versteck's da nicht.
- 52:14Ja, also in meiner Umgebung auch, ich kenne auch Leute, die kein Social Media
- 52:18haben, aber die sind auch sehr aktive Musiker, vielleicht nicht so ganz international,
- 52:24aber vielleicht eher regional sozusagen.
- 52:27Szene, so. Szene, also das ist auch natürlich eine Konsequenz,
- 52:30weil vielleicht, wenn du kein Social Media hast, dein Radio ist kleiner,
- 52:35aber die spielen sehr viel.
- 52:38Aber die sind auch die Menschen, die sehr aktiv sind. Die Mails schreiben,
- 52:42die ans Telefon reingehen, die Leute anrufen, die rund SMS schicken.
- 52:48Ich spiele heute in diesem Bar. Kommt vorbei. Und die haben einfach ein Netzwerk.
- 52:53Und es sind nicht diese Leute, die wiederkommen, wie was Vanessa gesagt hat,
- 52:55die einfach im Raum sitzen und warten, bis jemand die Tür klopft und sagt, du bist doch toll.
- 53:02Die sind immer einfach nach außen. Also man muss ein Netzwerk machen.
- 53:06Man muss sich auch so oder so zeigen, glaube ich. Also dass man nicht unbedingt.
- 53:15Schlecht sieht, sondern man kann sich auch schön und trotzdem bescheiden zeigen,
- 53:20wenn man das will. Aber du musst diese Ex machen. So ein Ansatz,
- 53:23das spielst du nur für dich selbst, glaube ich.
- 53:25Also Netzwerken ist natürlich ganz wichtig. Es scheint aber heute,
- 53:28glaube ich, mittlerweile fast in jedem Berufsfeld einfach so zu sein.
- 53:31Und Social Media müssen es einfach damit abfinden, dass es ein Teil unseres
- 53:34Jobs geworden ist irgendwie, ob man das mag oder nicht.
- 53:38Ich glaube, keiner, wir sind uns eigentlich, keiner von uns mag es anscheinend wirklich. Ähm,
- 53:43Die Frage ist aber noch, ich würde die Frage noch ein bisschen weiterführen.
- 53:47Wie kann man denn dann, wenn man einmal die Kontakte jetzt hat,
- 53:51wie kann man dann darin weiter bestehen?
- 53:54Das heißt, wie kann man sich dann wirklich etablieren? Weil ich weiß ja zumindest,
- 53:58glaube ich, dass es ja auch immer wieder Komponistinnen und Komponisten gibt,
- 54:01die dann speziell für jemanden ein Stück schreiben beispielsweise,
- 54:05das dann aufgeführt wird. Das heißt.
- 54:09Wie kommt es zu solchen Zusammenarbeiten? Ich meine, ich kann es mir vorstellen,
- 54:12man ist auf einem Festival, da sieht jemanden, eine Künstlerin oder eine Künstlerin
- 54:17und sagt, mit der möchte ich was zusammen machen.
- 54:20Aber es ist vielleicht nur eine eindemalige Sache. Wie kann da etwas Dauerhaftes entstehen?
- 54:23Gibt es da eine Blaupause, die man anwenden kann? Oder ist es auch hier wie
- 54:30so oft, ja, richtiger Ort, richtige Zeit und Glück gehabt?
- 54:37Ich meine, der Fleiß ist immer da, das muss man ganz klar sagen.
- 54:39Also das steht außen vor. Aber
- 54:41wie schafft man es dann, sich so lange über viele Jahre zu etablieren?
- 54:48Weiß nicht, wie viel wir alle sehen, würde ich sagen. Ja, ich glaube,
- 54:53es gibt nicht so dieses Rezept natürlich.
- 54:57Ich habe neulich, oder wir sprechen da auch wahrscheinlich viel zu viel oft
- 55:01darüber, aber es lässt sich auch nicht wirklich umgehen, wenn man das Gleiche
- 55:06so bald befragt, wie war dein Tag, geht es eigentlich um Musik,
- 55:09entweder um Studenten oder um Konzerte oder so.
- 55:12Und wir haben das Gespräch natürlich auch, weil wir ja auch so eine Verantwortung
- 55:16jetzt für die Studis haben.
- 55:17Also ich glaube, bei uns, ja, vielleicht waren wir beide auch zu richtigem Ort,
- 55:24an richtigen Zeit, dass es dann so passiert ist.
- 55:26Aber wir kennen natürlich auch ganz viele Kollegen und Kolleginnen,
- 55:29die unfassbar gut spielen und die halt irgendwie nicht zu richtigen Zeit am
- 55:33richtigen Ort waren und die halt irgendwie ihre Ziele und Träume nicht erreicht haben, obwohl die,
- 55:38allein von der Kunst, was sie machen, das tauschenmal verdient hätten.
- 55:42Und das ist super traurig.
- 55:46Ich weiß auch nicht, was da dann nicht geklappt hat, was woanders geklappt hat, aber ja,
- 55:53Ich glaube, man muss sich in diesem Beruf schon immer wieder auch sagen,
- 55:58also was ich zu meinen Studis neulich gesagt habe, ist zum Beispiel über Talent zu sprechen.
- 56:01Ich glaube, Talent ist in den jungen Jahren super wichtig, bis du vielleicht
- 56:07wirklich 16, 17, 18 bist. Das merkt man ja auch in der Musikschule,
- 56:10wenn man unterrichtet. Manche Kids checken es halt super schnell und üben nie.
- 56:14Und die anderen üben voll viel und es geht irgendwie trotzdem nicht so schnell
- 56:18wie bei denen, die halt einfach dieses Talent geschenkt bekommen haben.
- 56:22Aber ich glaube, dass es am Studium spätestens, wenn du dann Anfang 20 bist
- 56:27und einfach bis ans Ende, glaube ich,
- 56:31ist Talent da noch so 10% und 90% ist einfach dieser Ehrgeiz,
- 56:36dieser Wille, dieses Durchhaltevermögen.
- 56:39Das hört sich immer so ein bisschen nach, dass man sich selbst die ganze Zeit peitscht.
- 56:43Und es ist leider in unserem Job auch ein bisschen so, dass wir natürlich viel,
- 56:48viel mehr oft reingeben, als wir zum Beispiel finanziell zurückkriegen.
- 56:53Also es gibt natürlich tausend Berufe, die viel weniger arbeiten als wir und
- 56:56irgendwie es fünffachen verdienen.
- 56:58Aber mit der Idee darf man sowieso nicht in ein Musikstudium gehen.
- 57:00Da hat man ja eigentlich schon verloren.
- 57:04Aber was wollte ich eigentlich sagen? Ich habe meinen Faden verloren.
- 57:08Weißt du auch nicht. Mit einem weiter Code auf jeden Fall. Ja,
- 57:13das ist eben um dieses, also ich glaube,
- 57:15genau, wie du auch sagst, Fleisch gehört immer dazu und dass man halt auch diese
- 57:18E-Mails beantwortet und dass man halt auch so diese ganzen Sachen drumherum,
- 57:22die nichts mit Kunst zu tun haben, dass man die halt irgendwie macht.
- 57:26Aber mal kurz dazu, wie würdest du jetzt bei Pima Daumen prozentual diesen Anteil
- 57:33einschätzen zwischen ich muss mich vorbereiten auf Konzerte,
- 57:38ich möchte noch was komponieren, oh, E-Mails muss ich auch noch beantworten,
- 57:43das heißt ich muss das Netzwerken machen, ach, Social Media,
- 57:45was du eben gesagt hast, das habe ich auch schon seit drei Wochen nichts mehr getan.
- 57:49Unterrichten ist ja auch noch
- 57:50irgendwie am Start ich meine gerade als bei einer Professur, das heißt.
- 57:56Gibt es da so einen gewissen Anteil, ist es auch sehr phasenweise klar bei einer
- 57:59Professur schon, weil ihr unterrichtet ja glaube ich dann auch nicht durchgehen,
- 58:01sondern ihr habt jetzt quasi eure Professur für die drei Monate dann ist drei
- 58:05Monate mehr oder weniger ein bisschen Pause aber,
- 58:08so allgemein dieses Netzwerken, komponieren sich vorbereiten,
- 58:12vielleicht auch mal was selbst noch was Neues lernen wollen,
- 58:16wie ist das prozentual bei euch so grob einzuschätzen?
- 58:20Es ist immer anders. Also es gibt eher Phasen. Es gibt Kreationsphasen,
- 58:25wo wir auf einem Album Recording sind und es gibt Prüfungsphasen,
- 58:32wo man einfach zwei Wochen lang in der Hochschule sein muss und da eher schwierige,
- 58:38also es schwierig ist so künstlich aktiv zu sein.
- 58:42Und manchmal kommen die Sachen zusammen und da muss man einfach durch und kämpfen und sich auch umgehen.
- 58:50Also ich würde sagen immer anders. Aber für so einen normalen Hochschulalltag.
- 58:57Alltagswoche, wenn man ein paar Tage in die Hochschule geht und dann weiter
- 59:02übt, gleich einen Tag Konzert spielt und jeden Tag Mails macht,
- 59:08das würde ich so ganz grob sagen.
- 59:12Und vielleicht einmal langfristiges Projekt investieren. So einen Tag sagen,
- 59:16okay, ich wollte ein Video drehen in drei Monaten, mit dem Videotechniker besprechen,
- 59:23mit dem Location sprechen und so.
- 59:25So ungefähr. Aber natürlich beim Hochschulalltag muss man auch die dringenden
- 59:30Sachen dringend erledigen und die können auch.
- 59:35Die Mails sagen, wo der Transponder vom Raum 335 ist und solche Sachen.
- 59:44Ja, ich glaube, das ist ganz wichtig, was man bei euch auch heraushört,
- 59:48dass der Tag schon ein bisschen strukturiert sein sollte.
- 59:51Dass man sich so ein bisschen überlegt, was muss ich meinetwegen heute machen,
- 59:56was muss ich die Woche machen, was muss ich in einem Monat machen.
- 59:58Und ich glaube, das ist auch bei vielen Studierenden oder bei vielen Schüler
- 1:00:04und Schülerinnen immer wieder der Fall, wo man sagt, ey, versuch dich doch einfach mal zu strukturieren.
- 1:00:10Nicht einfach nur, heute übe ich mal das, morgen übe ich mal das,
- 1:00:13sondern guck, was brauchst du jetzt oder deinen Tag ein bisschen einteilen.
- 1:00:17Ist das bei euch auch so, dass ihr sagt, wenn ihr für ein Konzert übt oder für
- 1:00:21eine neue Komposition, dass ihr sagt, wir machen jetzt mal dies oder mal jenes,
- 1:00:25Übt den Abschnitt oder sagt ihr, ich übe mal alles durch oder wie läuft das
- 1:00:29so ein bisschen bei euch?
- 1:00:32Ja, willst du? Du kannst auch anfangen.
- 1:00:38Ich übe ziemlich strukturell eigentlich, also strukturiert. Also ich teile so
- 1:00:43grob auf und voraus. Ich werde an dem Tag das machen, an dem Tag das machen.
- 1:00:47Das wird zwei Tage dauern.
- 1:00:48Das werde ich zwei Vormittage machen. Das werde ich zwei Nachmittage machen. Wirklich so.
- 1:00:54Und das klappt so langsam, so wie ich will. Aber ich weiß, dass am Anfang,
- 1:01:00so wenn ich jünger war, es nicht so geklappt hat.
- 1:01:04Es gibt auch so einen großen Prozentteil von Lernen von selbst einzuschätzen.
- 1:01:10Du musst lernen, wie schnell du Sachen lernst, wie das Material aussieht und
- 1:01:16ob du sagst, das kann ich schaffen in so eine Woche oder eine Woche.
- 1:01:21Und das habe ich so langsam gelernt und es klappt, aber am Anfang war es schwer.
- 1:01:25Und wie du sagst, in solchen Phasen.
- 1:01:29Also ich persönlich teile meinen Tag ganz genau auf.
- 1:01:33Ich gehe um acht oder neun ins Studio, ich mache so lange das,
- 1:01:37in der Mittagspause erledige ich das, abends das und vor dem Schlafen das.
- 1:01:42Und ansonsten kriegt man nicht so viele verschiedene Kolumnen,
- 1:01:45um gleichzeitig zu bearbeiten.
- 1:01:48Weil es gibt viele Verpflichtungen, die wir haben, nicht nur Professor,
- 1:01:53aber auch in unserem Leben, die man machen muss,
- 1:01:58die wir nicht verspätigen können oder nein sagen können oder einfach unbeantwortet lassen können.
- 1:02:06Deswegen braucht man diese.
- 1:02:10Kriegst du genauso, Vanessa? Ja, mittlerweile schon. Also wenn man uns jetzt
- 1:02:14ganz direkt vergleicht, bin ich wahrscheinlich eher die kleinere Chaos-Last-Minute-Queen.
- 1:02:20Nee, nicht für alles. Wir sind mit dem Chaos in verschiedenen Bereichen.
- 1:02:24Aber manchmal denke ich, das ist ja auch so ein halbes Unternehmen,
- 1:02:28das man da hat. Also es wäre ja schön, wenn man sagen kann, Montag,
- 1:02:30Dienstag, Hochschule, Mittwoch komponieren, Donnerstag üben,
- 1:02:34Freitag, Konzert und dann noch zwei Tage frei.
- 1:02:37Das ist ja auch das, was sich wahrscheinlich wenn ich meine Tante vorstelle,
- 1:02:39was ich mache. So ungefähr.
- 1:02:42Und wenn ich dann manchmal, genau, wenn man das dann aufschlägt und sagt,
- 1:02:47okay, in einer Woche ist ein Konzert, das wird nicht so stressig,
- 1:02:50dafür reicht dann ein Tag, aber das sind zwei Monate, das muss ich jetzt anfangen,
- 1:02:54sonst kriege ich das niemals hin.
- 1:02:55Und das ist ja auch so eine Selbstdisziplin, die man vielleicht halt mit 18
- 1:02:58noch nicht hat und mit 28 so vielleicht langsam checkt und mit 38 dann vielleicht hat.
- 1:03:04Das ist ja, also wenn halt niemand oben steht, so ein Chef, der sagt, hier, Abgabe morgen,
- 1:03:11sondern die Abgabe ist halt das Konzert, bei dem du ja auch ein bisschen selbst
- 1:03:14entscheidest, ob du dich halt ganz besonders toll zeigst oder irgendwie so noch
- 1:03:18ein bisschen durchwurschtelt zeigst, aber du kannst dich auf jeden Fall zeigen und,
- 1:03:23ich glaube, das selbst zu kontrollieren und zu disziplinieren und so, das ist schon,
- 1:03:29wahrscheinlich eine Lebensaufgabe.
- 1:03:31Aber ich glaube, irgendwann hat man zumindest mal so ein bisschen gecheckt,
- 1:03:34dass man auch diesen krassen Stress, den man dann am Ende hat,
- 1:03:37wenn man doch zu spät angefangen hat, dass man das einfach gar nicht will,
- 1:03:40weil es einem ja irgendwie auch, es tut einem ja überhaupt nicht gut.
- 1:03:44Also wir haben es beide schon oft erlebt, auch heute noch, ehrlich gesagt,
- 1:03:47obwohl ich behaupten würde, wir sind da wirklich viel besser und müssen auch
- 1:03:51viel besser sein, aber manchmal kommt es auch vor, dass dann halt einer noch,
- 1:03:54weiß ich nicht, bis um eins im Studio ist, weil,
- 1:03:57es halt muss und man dann auch mit einer schlechten Laune und Stress und,
- 1:04:02ungutem Gefühl da nach Hause kommt, ja.
- 1:04:07Lassen wir in eine andere Richtung gerade gehen. Ihr seid ja beide in der Zeit,
- 1:04:10in der sich Musik unterwegs.
- 1:04:13Und es gibt ja dann auch manchmal Stücke, die echte Herausforderungen sind,
- 1:04:18wo man auch manchmal vielleicht gar nicht weiß, was will der Komponist mir jetzt
- 1:04:20in dem ersten Moment damit sagen.
- 1:04:23Gibt es für euch quasi ein Stück, das ihr mal angefangen habt und dann auch
- 1:04:27nicht beenden konntet, weil ihr es.
- 1:04:31Vielleicht nicht mal technisch gesehen nicht konntet, sondern weil ihr nicht
- 1:04:33wusstet, was der Komponist damit an, Also was wollte der Kuponist eigentlich damit sagen?
- 1:04:38Oder gab es vielleicht ein Stück, was technisch auch nicht machbar war,
- 1:04:40weil der Kuponist zu wenig in der Schleizermaterie drin ist und es sich einfach
- 1:04:45nicht vorstellen konnte?
- 1:04:46Habt ihr so Erfahrungen gesammelt oder gemacht?
- 1:04:52Oder ist alles irgendwie dann doch durchführbar? Nein, ist nicht.
- 1:04:56Also während meines Studiums hatte ich schon ein paar solche Fälle.
- 1:05:02Also ich habe ein Stück gespielt.
- 1:05:07Ich konnte das schon spielen, wie du sagst, aber ich war selber nicht zufrieden,
- 1:05:12wie ich das gemacht habe. Und ich habe gemerkt, das braucht eine Pause.
- 1:05:17Vielleicht spiele ich nochmal oder vielleicht nicht. Weil das kann technisch sein, das kann auch,
- 1:05:24mental sein. Vielleicht ist man zu jung für ein Stück oder man versteht.
- 1:05:33Die Form nicht, die Schreibart und Weise nicht. Das liegt nicht so ganz nah.
- 1:05:38Und dann sagt man, vielleicht in ein paar Jahren und vielleicht nicht.
- 1:05:43Und ich hatte schon vielleicht ein, zwei Fälle, wo ich die Stücke neu wieder
- 1:05:50bearbeitet habe, neu wieder geübt habe.
- 1:05:52Und tatsächlich hatte ich viel mehr Spaß, weil ich auch reifer war,
- 1:05:56technisch, aber auch im Kopf.
- 1:05:59Und dann denkst du, ach so, das war so gemeint, vielleicht.
- 1:06:04Also das ist trotzdem nach deiner Interpretation, aber du siehst das von einer
- 1:06:09anderen Perspektive und hast du viel mehr Spaß, weil du das irgendwie verstehst.
- 1:06:14Oder wenn du eine Idee hast, wie du das interpretieren kannst.
- 1:06:18Und das passiert bei mir auch immer wieder.
- 1:06:22Also wenn ich auch Recordings höre, die ich wieder entdecke,
- 1:06:28Jan Garbarek, ein Album, ich habe das gar nicht gemocht und ich entdecke das
- 1:06:33neue Negrips. Unglaublich.
- 1:06:35Wo war ich vor drei Jahren? Wie habe ich das gedacht? Ach so. Es passiert schon.
- 1:06:43Ja. Bei dem, wenn es jetzt ähnlich auswahrscheinlich ist, gab es denn auch schon
- 1:06:47mal Diskussionen da mit Komponisten, wenn ein Stück extra für euch geschrieben
- 1:06:50wurde? Oder wo der Komponist in die Probephase mit involviert war?
- 1:06:54Ist das auch schon vorkommen, wo einer von euch sagt, sorry,
- 1:06:57aber es geht einfach nicht? Oder was willst du mir damit mitteilen?
- 1:07:04Ja, auf jeden Fall. Also ich glaube, jetzt, heute ist es eher so,
- 1:07:07dass die Komponisten und Komponistinnen, die für uns schreiben,
- 1:07:10dass man da auch ein privates, gutes Verhältnis tendenziell hat,
- 1:07:13weil es ist ja eine sehr intime und private und große Zusammenarbeit.
- 1:07:18Also man sucht sich da jetzt niemand aus, wo man denkt, den finde ich eigentlich doof.
- 1:07:22Aber wenn natürlich, also was wir auch hatten, wenn irgendjemand für dich schreibt
- 1:07:27und ich glaube tendenziell bei Schlagzeug, wenn man zeitgenössisch für Schlagzeug
- 1:07:31schreibt, aktuell nicht so, dass da so viele Töne sind, wie in zwei Klavier,
- 1:07:35dass man sagt, das kann man nicht spielen.
- 1:07:37Sondern es halt eher so ist, dass man irgendwie in dieser Hand schnell einen Gong schlagen muss.
- 1:07:41Und dann muss man hier aber auf der Quiro reiben und hier muss man irgendwie
- 1:07:44aufs Splash schlagen. Und man braucht dafür drei verschiedene Mellets,
- 1:07:47weil es geht nicht anders und die kann man nicht halten. und dann muss man noch
- 1:07:51auf die Bassdrum wöbeln und so.
- 1:07:53Dass man dann eher sagt, hey, pass mal auf, das geht nicht. Das sind dann wirklich
- 1:07:56zwei Schlagzeuge. Und dann zeigt man das denen und dann kann man in den Austausch
- 1:08:00kommen, dass sie auch sehen, dass es halt sozusagen einfach nicht machbar ist.
- 1:08:06Aber klar, ich glaube, das gibt es immer. Wir sind trotzdem immer froh,
- 1:08:09wenn Komponisten sich fürs Schlagzeug entscheiden, weil unser Repertoire ist
- 1:08:13einfach immer noch vergleichsweise super klein.
- 1:08:16Und Schlagzeug ist, glaube ich, schon immer noch so, na, wie notiere ich das?
- 1:08:20Also ist halt jetzt nicht so klar, sage ich mal, was wir haben,
- 1:08:23was wir können, wie was klingt.
- 1:08:26Einfach andere Instrumente, das ist so. Und deswegen würde ich trotzdem eher
- 1:08:31ermutigen, mal irgendwie ein paar Sachen zu schreiben, die vielleicht nicht
- 1:08:36alle umsetzbar sind und so,
- 1:08:38als zu sagen, boah, nee, das schreibe ich lieber für Klavier,
- 1:08:41da weiß ich, was die Tasten können und was nicht.
- 1:08:45Inwieweit ist es euch denn lieber, wenn es wirklich komplett festgelegt ist im Vorfeld oder
- 1:08:50also wenn der Komponist euch sagt, das muss genau so und so sein,
- 1:08:53dieses Instrument hätte ich gerne oder habt ihr lieber auch da ein bisschen
- 1:08:55Freiheit, da steht ein Klang, aber der Klang ist nicht definiert und ihr müsst
- 1:08:59die Klänge selbst suchen.
- 1:09:03Also ich persönlich mag die Stücke einfach,
- 1:09:07sozusagen, eine klare Idee haben. Wenn das Stück mit der Freiheit gut funktioniert und es trotzdem,
- 1:09:16sozusagen, Kredit zu Komponist ist und nicht Kredit zu Interpret ist,
- 1:09:20obwohl ich sehr gerne interpretiere und auch Unaufführungen mache,
- 1:09:24aber ich denke, wenn ein Komponist ein Stück schreibt, das muss trotzdem Anerkennung an ihm gehen, erst mal.
- 1:09:31Und ich soll das toll interpretieren.
- 1:09:33Und deswegen, freiemateriell, ja, bitte lass mich auch frei suchen,
- 1:09:38aber ich muss trotzdem anerkennen, was für eine Arbeit du gemacht hast zum Komponist.
- 1:09:45So, das ist so eine Balance. Es gibt auch Komponenten, die so genau schreiben,
- 1:09:49du hast gar keinen Freiraum, das ist auch okay, aber hauptsache es gibt eine
- 1:09:53schöne Idee und es gibt eine Persönlichkeit dahinter.
- 1:09:58Auch bei Freiheit, ein Komponent hat eine Persönlichkeit dahinter und das ist,
- 1:10:03für mich die spannendste, weil ich will auch mit jemandem arbeiten,
- 1:10:06der etwas zu sagen hat und nicht irgendwie sagt.
- 1:10:10Wähl mal so Instrumente, mach mal irgendwas.
- 1:10:14Und da, das ist die, glaube ich, richtige Kollaboration. Also echte Kollaboration für mich.
- 1:10:21Ja, ich glaube, was du meinst, was wir schon auch manchmal dann im schlimmsten
- 1:10:25Fall hatten, ist, dass jemand, weiß ich nicht, einen Metallschlägel ohne ein
- 1:10:28Becken aufschreibt und dann schlägt sie da drauf und sagt, ach so,
- 1:10:31nee, so soll das nicht klingen.
- 1:10:32Das soll ja viel, sondern eher, und dann du denkst, du hast dich halt gar nicht
- 1:10:36damit beschäftigt, wie halt ein Metallschlägel auf einem Becken klingt Und dann
- 1:10:39wird es nervig und dann sagt man, es ist nicht mein Job, dein Stück zu schreiben.
- 1:10:44Also setz du dich vielleicht nochmal hin und dann treffen wir uns wieder. Ja, das hat es gerade.
- 1:10:51Vanessa, du hast, wo wir gerade von Inspiration kommen, du hast ein ganz interessantes
- 1:10:55Projekt gemacht, was du eben auch schon erwähnt hast mit dem Daniel Mutrak.
- 1:10:58Du hast Bilder deines Großvaters, glaube ich, vertont oder hast dich davon inspirieren lassen. und.
- 1:11:08Wie hast du dich inspirieren lassen und warum hast du dann bestimmte Sounds
- 1:11:12ausgewählt? Du hast ja gesagt, das war eine Kollaboration mit dem Daniel Mutrak,
- 1:11:15glaube ich, wo du sagst, du hast auch mit Elektronik gearbeitet.
- 1:11:18Wie ist das so ein bisschen zustande gekommen? Hast du gesagt,
- 1:11:20Mensch, ich will die Bilder meines Großvaters vertonen?
- 1:11:27Genau, also mein Großvater hat sein Leben lang gemalt und es gab schon immer
- 1:11:32diesen Keller voller Bilder.
- 1:11:35Der war immer so ein bisschen tabu, als wir da noch so kleine Enkel waren.
- 1:11:39Das war einfach so das heilige Zimmer an Bildern. Und umso älter ich wurde,
- 1:11:46umso mehr durfte man da natürlich auch mal rein, weil es klar war,
- 1:11:48man hat jetzt nicht Nutella am Finger und macht irgendwas kaputt.
- 1:11:53Und dann kam Corona, in dem Fall Fluch und Segen.
- 1:11:57Und man hatte natürlich Zeit, mal Sachen zu machen, die halt sonst auf der Strecke bleiben.
- 1:12:02Und da war so ein Projekt mit meinem Opa eben auch drin. Und dann habe ich ihn
- 1:12:06gefragt, was er davon hält, weil er hat seine Bilder auch immer so gesichtbar
- 1:12:10halten. Der ist halt nie groß raus und wollte die verkaufen oder hat Ausstellungen organisiert.
- 1:12:17Und da musste ich erst mal fragen, ob es okay ist, wenn ich so ein Projekt jetzt
- 1:12:20mache. Und ich glaube, er fand es super. Er ist leider vor zwei Jahren jetzt verstorben.
- 1:12:27Aber ich weiß, dass er das wirklich toll fand und dass er auch stolz war,
- 1:12:30dass wir da irgendwie was zusammen machen. Und dann habe ich zehn so ganz abstrakte
- 1:12:34Bilder ausgesucht, weil das irgendwie auch für mich, glaube ich,
- 1:12:38einfacher war, mir da verschiedene Musik vorzustellen.
- 1:12:42Er hat ganz viel Landschaft auch gemalt, aber mach mal zehn verschiedene Songs
- 1:12:45mit zehn Landschaftsbildern.
- 1:12:47Da war ich eher so, okay, ich nehme die mit ein bisschen abstrakteren Formen und Mustern.
- 1:12:52Und dann habe ich die zu mir im Proberaum geholt, die Bilder.
- 1:12:56Und das war auch so mein erstes Mal, wo ich wirklich so gesagt habe,
- 1:12:59ich schreibe jetzt was selbst. Also ich habe das davor auch nie so wichtig gemacht,
- 1:13:03hatte da auch mega Respekt, habe ich immer noch.
- 1:13:07Und dann habe ich einfach angefangen, erst mal so Instrumente und Geräusche
- 1:13:11für Bilder zu sammeln, habe die quasi so auf den Haufen gelegt.
- 1:13:15Das klingt für mich jetzt eher kühler und das eher weicher oder so.
- 1:13:20Und dann bin ich mit so zehn A4-Zetteln eben zu Daniel Mutrak ins Studio.
- 1:13:26Wir haben ganz viel übereinander gelegt und Effekte drauf gemacht.
- 1:13:31Deswegen, das konnte ich nicht so ganz allein im Studio ausprobieren.
- 1:13:33Aber ich wusste schon, okay, ich finde hier so ein bisschen so ein Reibegeräusch.
- 1:13:37Und dann soll hier so was ein bisschen Härteres mit Bogen kommen.
- 1:13:40Im Anschluss werden wir dann so rhythmisch. Und so war das von mir ungefähr
- 1:13:44aufgebaut. Und das haben wir dann zusammen gebastelt im Studio.
- 1:13:49Hast du es denn notiert? Hast du es wirklich auskomponiert? Oder ist dann auch,
- 1:13:53dass du sagst, ich habe hier die Skizze und über die Skizze kann ich jetzt kommen,
- 1:13:56wieder zu den Improvisationen.
- 1:13:58Habe ich improvisiert oder war es dann wirklich komplett, nee,
- 1:14:01es ist ausnotiert von vorne bis hinten?
- 1:14:04Nee, das war nicht ausnotiert.
- 1:14:06Also ich glaube, ein Stück ist, glaube ich, der steckt sehen.
- 1:14:10Der ist ziemlich durch. Der geht einfach durch am Mikrofon und so.
- 1:14:13Den habe ich, glaube ich, wirklich auch geschrieben, aber alles andere waren nur Notizen. Ja, genau.
- 1:14:22Lass uns nochmal den Schwenk bekommen zu unserem Anfang, also Better Me,
- 1:14:26um auch so den Kreis ein bisschen zu schließen.
- 1:14:30Ihr arbeitet ja jetzt gemeinsam, ihr habt vorher auch schon wahrscheinlich Projekte
- 1:14:33gemacht, aber jetzt ist es euer gemeinsames Projekt.
- 1:14:37Ich will jetzt hier nicht Stress zwischen euch hervorrufen, eher im Gegenteil.
- 1:14:42Könnt ihr mal sagen, was ihr Künstlerisch an eurem Partner schätzt?
- 1:14:50Das heißt Vanessa, was schätzt du an Emils künstlerischer Tätigkeit und Eva
- 1:14:53schätzt an Vanessa künstlerischer Tätigkeit und wo ergänzt ihr euch vielleicht sogar perfekt?
- 1:14:57Oder gibt es auch Reibungspunkte kann ja auch sein, dass man natürlich auch
- 1:15:00mal künstlerisch doch auseinander driftet aber bleiben wir bei den positiven
- 1:15:04Sachen, was schätzt ihr aneinander künstlerisch?
- 1:15:09Also ich schätze auf jeden Fall, dass Emil einfach sehr,
- 1:15:16klar und konkret spielt und auch sehr klar und konkret weiß,
- 1:15:20was er mit allem, was er sich davor überlegt hat, möchte.
- 1:15:26Da gibt es nicht viel Wischiwaschi, wenn wir so sagen würden.
- 1:15:29Das ist einfach so und jetzt probieren wir das genau so und dann gucken wir,
- 1:15:33ob wir da bleiben oder ob wir woanders hingehen.
- 1:15:37Ich schätze, dass wir eben trotz dieser, das kann man nicht ganz ausschließen,
- 1:15:42trotz dieser privaten Verbundenheit immer versuchen, im Proberaum möglichst,
- 1:15:49so miteinander zu sprechen, als wären wir einfach nur Kollegen.
- 1:15:53Weil es verleitet ja dazu, dass man auch schnell mal irgendwie ein bisschen
- 1:15:56direkter und ein bisschen irgendwie persönlicher wird.
- 1:15:59Und irgendwie schaffen wir das und schafft Emil das auch, dass wir da immer
- 1:16:04in einem guten Kontakt zueinander sind und immer respektvoll und schön miteinander
- 1:16:09sprechen, was wir uns beim anderen, was wir gerne anders hätten beim anderen, so musikalisch.
- 1:16:15Und als drittes würde ich sagen halt, ja, die Kreativität. Relativität,
- 1:16:18dass halt immer wieder mit irgendwelchen Ideen um die Ecke kommt,
- 1:16:22die mir jetzt halt nicht eingefallen wären.
- 1:16:25Und wo ich dann denke, ja, cool, machen wir so.
- 1:16:31Eine Reibungsbruchte? Eine Reibungsbruchte gibt es auch manchmal.
- 1:16:35Die wollen wir gar nicht wissen.
- 1:16:37Wir bleiben bei dem positiven Ding. Eben, was schätzt du bei Vanessa künstlerisch? Ähm,
- 1:16:44Ich schätze, dass sie auch sehr kreativ ist und sehr schnell sich anpasst, so zu sagen.
- 1:16:56Also anpassen, nicht zu mir anpassen, sondern wirklich zu dieser Situation.
- 1:17:02Wann spielen wir was? Wo spielen wir was? Okay, was müssen wir machen?
- 1:17:06Und wie können wir Lösungen finden? Das kann künstlerisch sein oder das kann
- 1:17:09wirklich organisatorisch sein. So sie ist ziemlich schnell, muss ich sagen.
- 1:17:15Und was ich wirklich schätze als Mensch auch.
- 1:17:24Dass wir uns, glaube ich, in den Momenten ergänzen, wo eine weniger Energie hat.
- 1:17:33Das wäre, glaube ich, viel schwieriger, zu zweit so down zu sein.
- 1:17:37Und das schaffen wir irgendwie zu zweit, dass wenn einer tief ist und der andere
- 1:17:42trotzdem sagt, komm, machen wir das, wir schaffen das. Ja, wir stehen trotzdem
- 1:17:45um fünf Uhr auf und laden wir die Stände aus.
- 1:17:49Und sie hat wirklich so eine Kraft,
- 1:17:54die Projekte und die Konzepte und alles, was wir machen, auch so pushen. Und das tut mir gut.
- 1:18:03Cool, schön.
- 1:18:05Peter and Me habt ihr jetzt auf als Recording schon draußen,
- 1:18:09das kann man sich ja anhören, jetzt kommt demnächst auch quasi die Performance dazu,
- 1:18:15musstet ihr für die Performance Sachen oder habt ihr davor Sachen zu ändern,
- 1:18:20die im Studio funktioniert haben, die mit der Performance vielleicht anders
- 1:18:24funktionieren oder war es eher umgekehrt, dass ihr schon Bilder im Kopf hattet,
- 1:18:28bevor ihr das im Studio aufgenommen habt und es im Studio abändern musstet musikalisch,
- 1:18:32weil es ohne Performance nicht funktioniert.
- 1:18:37Wir haben ein Stück, das auf der CD nicht funktioniert hat, weil das so mit
- 1:18:42Body Percussion ganz viel Gesten und Video ganz viel Video ist.
- 1:18:46Das mussten wir bei der CD dann ja obviously rausnehmen, weil da war so viel
- 1:18:50Stille gewesen, fünf Minuten lang.
- 1:18:54Wir haben dieses Soundy-Stück, eben dieses Frictions mit Schleifpapier und Objekten,
- 1:18:59das haben wir ein klitzegleines bisschen gekürzt für die CD,
- 1:19:02weil das halt doch auch irgendwie voll das visuelle Stück ist.
- 1:19:05Und ich glaube, dieses Kratzen, wenn man dann gar nicht weiß,
- 1:19:10was es gerade ist, sich ein bisschen schnell so abhört. Also dann ist man glaube,
- 1:19:14nach zwei Minuten hat man das verstanden und schaltet vielleicht weiter.
- 1:19:20Alle anderen Stücke sind eigentlich so, wie es ist, oder?
- 1:19:23Wir haben auch ein bisschen Overdrafts gemacht, weil wir denken,
- 1:19:28dass eine Produktion ist auch eine Produktion.
- 1:19:30Und das muss nicht unbedingt wie eine Live-Performance sein.
- 1:19:33Und es ist jedem klar, dass wir jetzt zu weit nicht achtstimmige Chorelle singen
- 1:19:37können, aber haben wir doch ein paar so Obedarfs gemacht mit Schlagsack und auch mit Gesang.
- 1:19:46Und auf der Live-Version, wir wollen ein bisschen mehr Freiheit haben,
- 1:19:50trotz dieser alle Mediale, was wir haben.
- 1:19:53Das ist ein Wunsch, glaube ich, dass wir ein bisschen einfach lockerer spielen,
- 1:20:00und das wird hauptsächlich eine Änderung sein von letzten Performances,
- 1:20:05dass wir mehr Zeit für uns nehmen,
- 1:20:09Diese Längern verlängern, diese Hineinander gehen, mehr Improvisation da wird. Einfach mehr spielen.
- 1:20:15Weil es ist etwas hervorragend mit dem Video, mit dem Playback,
- 1:20:18mit den ganzen Lichtcues und so und so weiter. Und man vermeidet das so eher.
- 1:20:24Und wir haben gesagt, nee, komm, dieses Mal muss einfach mehr frei sein. Genau.
- 1:20:29Ich meine, da hat man wunderbar auch den Kreis geschlossen. Man sagt,
- 1:20:32es ist mehr Freiheit für uns. Ist ja Better Me im Prinzip.
- 1:20:35Das ist ja die perfekte Analogie gewesen dafür.
- 1:20:40Ein kleiner Blick in die Zukunft vielleicht jetzt noch, was nach dem 12.
- 1:20:43Oktober bei euch passiert.
- 1:20:45Wird Better Me eine Fortsetzung haben? Wird das ein Projekt sein,
- 1:20:49was dauerhaft bestehen soll, wenn es von eurer Seite ausgeht?
- 1:20:52Oder war das ein einmaliges Projekt?
- 1:20:54Was habt ihr damit jetzt noch so vor?
- 1:20:57Nein, wir wollen gerne das weiterspielen, unbedingt.
- 1:21:01Das ist unser erstes.
- 1:21:05Gemeinsames Projekt sozusagen und es wächst immer.
- 1:21:09Wir ändern Sound, wir verbessern das und das ist ein musikalisches Projekt,
- 1:21:13das man einfach weiterhören kann, weiterspielen kann.
- 1:21:18Ich weiß, dass zum Beispiel im Theater, dass die Stücke killen,
- 1:21:21dass die sagen, okay, nach drei Jahren spielen wir nie wieder und niemand sieht das.
- 1:21:26Bei uns ist das nicht so, wir werden das gerne weiterspielen,
- 1:21:29aber wir produzieren auch gerne neu.
- 1:21:33Wir haben schon jetzt gemeinsame Projekt, ein neues Projekt,
- 1:21:37Tubes heißt das, wo wir auf große Alu-Rohren musizieren und so hoffentlich,
- 1:21:46dass diese Portfolio von uns,
- 1:21:51einfach wachsen und wir werden die Stücke und die Projekte gleichzeitig verarbeiten.
- 1:21:57Spinnen. Wunderbar. Vielen lieben Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt.
- 1:22:04Der Emil spielt heute abends sogar noch. Das heißt, er ist ein bisschen im Stress,
- 1:22:08will ich nicht sagen, er sieht total entspannt aus, aber er hat noch was Großes vor heute.
- 1:22:14Vielen lieben Dank, dass ihr euch in Paris die Zeit für uns genommen habt,
- 1:22:17hier ein bisschen einen kleinen Nerd-Talk zu machen.
- 1:22:21Ich finde es immer super spannend, gerade wenn man aus anderen Richtungen mal
- 1:22:25Dinge zu hören bekommen, die sich für mich als ich sag wie gesagt,
- 1:22:28als normaler Drummer komplett eigentlich nicht erschließen deswegen es war wahnsinnig
- 1:22:32interessant, vielen lieben Dank und.
- 1:22:35Leider ist der Podcast jetzt herum 12.
- 1:22:37Oktober ist dann schon gelaufen, aber wir machen auf jeden Fall noch eine Ankündigung,
- 1:22:40die extra ist und wenn ihr die Möglichkeit habt, die beiden euch anzuschauen,
- 1:22:42ob jetzt im Duo mit Better Me oder auch Solo,
- 1:22:47die sind ja deutschlandweit, europaweit unterwegs, es gibt garantiert auch die
- 1:22:49Möglichkeit in der Umgebung die haben beide tolle Homepages,
- 1:22:53die wir auch natürlich verlinken, wo auch die Termine oft bekannt gegeben.
- 1:22:56Die meisten Termine stehen natürlich auch online dann da.
- 1:22:59Schaut euch das unbedingt an. Auch die YouTube-Kanäle sind tolle Videos dort
- 1:23:03zu sehen. Auch toll produziert. Nicht einfach mit der Handykamera hingehalten,
- 1:23:07sondern das hat alles auch absolut künstlerischen Mehrwert.
- 1:23:10Also absolute Empfehlung. Vielen lieben Dank, ihr beiden, dass euch die Zeit genommen habt.
- 1:23:14Vielen Dank. Viel Spaß gemacht. Ihr beiden vielen lieben Dank.
- 1:23:18Ganz sympathische, tolle Menschen. Viel Erfolg weiterhin.
- 1:23:21Und ich hoffe, unsere Wege kreuten sich mal nicht digital, sondern auch mal live.
- 1:23:25Alles Gute, ihr beiden. Alles Gute.
- 1:23:51Der Dirk hat ein wahnsinnig interessantes Video veröffentlicht für Folge 150,
- 1:23:57wo es um sowas wahnsinnig Nerdiges ging, wie Bassdrumbeater.
- 1:24:01Yo. Tatsächlich ein Thema, was nicht so häufig gefunden wird auf YouTube und
- 1:24:08ich glaube auch nicht so häufig gesucht wird auf YouTube.
- 1:24:11Also es ist wirklich eine absolute Nische, aber diese Nische kommt sehr gut an und,
- 1:24:17wir haben da einiges an Feedback drauf bekommen, im Sinne von super,
- 1:24:20dass man sich dem Thema mal annähert und auch, Dirk, du wirst immer natürlich
- 1:24:24gelobt für deine Soundbeispiele und wie viel Mühe du dir dabei gibst und sowas.
- 1:24:28Aber es ist noch eine Frage dabei aufgekommen, die ich hier mit Dirk besprechen möchte.
- 1:24:35Und zwar schreibt uns Thomas Nussbaum 4711, wahrscheinlich aus Köln, oder?
- 1:24:42Egal. Schönes Video, schreibt er auf YouTube. Ich habe in meinem Studio eine
- 1:24:45Schublade voll mit Bietern.
- 1:24:47Wahrscheinlich hätte man sich für das Geld schon eine gute Snare kaufen können.
- 1:24:51Nach vielen Versuchen komme ich immer wieder zum Danmar Filzbeater zurück,
- 1:24:55weil dieser vom Gewicht und Sound für mich ideal ist.
- 1:24:57Im Studio nutze ich keine Patches, weil die mir zu viel Bass wegnehmen. Eine Frage.
- 1:25:03Ich muss meine Bassdrums immer sehr stark anwinkeln, damit der Beater in der
- 1:25:0712 Uhr Position mit größtem Fellkontakt auftritt. Das scheint bei dir, Dirk, nicht so zu sein.
- 1:25:14Der starke Winkel setzt den Spannreifen unter starken Druck.
- 1:25:19Jetzt ist die Frage, Dirk, was machst du, damit der Winkel passt?
- 1:25:26Warst du überhaupt was? Warst du es bewusst? Nein, ich mache bewusst tatsächlich, ich weiß auch was.
- 1:25:35Wie hieß der nochmal, Wolfgang? Nein, der Thomas. Der Thomas, entschuldige Thomas.
- 1:25:41Danke erstmal für deine Mail und du hast völlig recht, das habe ich früher auch
- 1:25:44gemacht und zwar habe ich immer, wenn ich so früher, ich war ja war oder bin
- 1:25:49immer noch ein Weckel-Fan, finde den immer noch klasse.
- 1:25:52Und bei denen hatte ich immer den Eindruck, dass die Base-Trum also so ein bisschen schräg ist.
- 1:25:57Das heißt, die haben die Füße sehr ausgefahren und dadurch, wenn du die Base-Trum-Füße
- 1:26:00natürlich sehr weit nach oben machst, hast du automatischen Winkel, richtig?
- 1:26:04Ich habe früher geglaubt, das wäre deshalb, weil dann, wenn die Base-Trum natürlich
- 1:26:09ein bisschen mehr zu dir gekippt ist, hat man natürlich auch ein schneller,
- 1:26:12wenn du das Fußpedal trittst, bist du schneller auch in der Base-Trum.
- 1:26:17Von dem war ich aber dann irgendwann mal weg, weil ich dann gemerkt habe.
- 1:26:22Also das ist alles mein eigener Mist, was ich jetzt gerade erzähle.
- 1:26:26Ich fand dann, dass die Base-Rum zu weit nach oben gestrahlte,
- 1:26:31nicht nach vorne raus, weil das Loch ist ja dann auch ein bisschen angewinkt,
- 1:26:34ist jetzt wirklich auch wieder Nerd.
- 1:26:36Irgendwie, also so habe ich das empfunden.
- 1:26:39Und ich fand dann auch, dass die Fußmaschine tatsächlich zu viel Spannung auf
- 1:26:44den Spannreifen gegeben hat, weil das war ja dann echt zu sehr angewinkelt.
- 1:26:50Und das fand ich dann irgendwann auch komisch. So bin ich dann dazu übergegangen,
- 1:26:54dass ich versuche, die Bassdrum-Füße recht wenig auszufahren,
- 1:26:59also dass die Bassdrum relativ gerade steht und bin dadurch aber auch noch ein
- 1:27:06bisschen dazu gekommen, dass ich,
- 1:27:08meine Fußmaschinen schlägele, die kannst du ja auch bei den meisten Fußmaschinen
- 1:27:12auch ein bisschen verstellen,
- 1:27:15dass die also nicht ganz unten sind, sondern eigentlich.
- 1:27:20Wenn das jetzt die Fußmaschine ist, dann ist das so, glaube ich, mein Winkel.
- 1:27:24Es gibt dann einige, die sind hier ganz unten, einige haben sie ziemlich nah,
- 1:27:26die Extreme-Trommler, die halt ganz
- 1:27:28schnell spielen müssen. Da ist der Bassdrum-Beater relativ nah am Feld.
- 1:27:31Also, Dirk, lass uns mal für Podcast-Hörende auch mal über Winkel,
- 1:27:35also vielleicht Grad-Zahlen sprechen. Also, du hast ungefähr einen Winkel von
- 1:27:4045 Grad, wenn ich das richtig interpretiert habe.
- 1:27:42Würde ich sagen, 45 Grad. Und du hast gerade darüber gesprochen,
- 1:27:45dass Bassdrum-Spieler, die extrem schnell Double-Bass spielen müssen,
- 1:27:48einen kleineren Winkel nehmen, vielleicht von 30 Grad, Pi mal Daumen,
- 1:27:52vielleicht sogar noch weniger oder ein bisschen mehr. Also ich sage mal Pi mal Daumen.
- 1:27:55Und dass Leute, die vielleicht mehr Kraft haben, aber nicht schnell sein müssen,
- 1:27:59einen etwas größeren Winkel noch sich aussuchen.
- 1:28:03Also ich bin wirklich quasi so ein bisschen in der Mitte. Und das hat für mich
- 1:28:08so das optimale Spielgefühl erreicht. Deshalb habe ich zum Beispiel auch Probleme.
- 1:28:13Oder kann oder spiele nicht gerne, wenn ich auf Festivals bin und man gibt mir
- 1:28:18eine Doppelfußmaschine mit Direct Drive, mit diesem Chef Drive.
- 1:28:22Also ich bin wirklich ein Kette-Typ, ich brauche also auch ein bisschen so die
- 1:28:26Kraft dahinter, weil dann kann ich das besser, auch den Sound kann ich besser beeinflussen.
- 1:28:32Und Thomas, ich gebe dir total recht, die Patches nehmen Bassanteile weg.
- 1:28:37Alle Patches haben für mich sofort oder fügen der Bassdrum Höhen hinzu.
- 1:28:46Also mit Patches meint er diese kleinen Impact-Patches, was so ein kleines Fell
- 1:28:50da drauf ist. Und ich habe auch das Gefühl, sobald ich einen Patch da drauf habe, wird...
- 1:28:55Das wird der Bassdrum-Zone mit mehr Höhen versehen.
- 1:28:59Und Filzschläge gebe ich dir recht. Finde ich auch interessant.
- 1:29:04Aber ich bin mittlerweile eher, ich habe ja die Pearl Eliminator.
- 1:29:09Und wenn ich Metal spiele, habe ich tatsächlich die Plastikseite vorne.
- 1:29:15Aber im Orgentrio oder wenn das ganze Jazz ist, blusiger ist,
- 1:29:18nehme ich tatsächlich die Filzschläge.
- 1:29:20Das sind so meine. Aber mein absoluter Favorit, was ich gerne,
- 1:29:24wo ich mir einen zweiten Schlägel mal von besorgen würde, beim Test,
- 1:29:28und das hätte ich nicht erwartet, waren diese Gelbieter.
- 1:29:30Und das wäre für dich auch mal vielleicht auch eine interessante Sache.
- 1:29:33Ich war wirklich von den Gelbietern unheimlich überrascht. Und da fand ich auch,
- 1:29:39wenn du das mit dem Fußpedal so ausrichtest, dass die Auflagefläche auch relativ,
- 1:29:44komplett ist, also der Schlägel, also.
- 1:29:48Nicht nur die Spitze oder nicht nur das Ende, sondern dass der Schlägel relativ
- 1:29:51gut auftrifft, fand ich den hervorragend. Aber auch du hast recht,
- 1:29:56wenn ich meine Bassdrum-Schläge hier so zusammenzähle, da kommt ganz schön was
- 1:30:00zusammen. Da hast du völlig recht.
- 1:30:03Obwohl beim Dirk es nicht an Snare-Trumps leidet sozusagen.
- 1:30:10Das heißt, ich glaube, da sind wir uns einig, Dirk, die Bassdrum vorne nicht zu hoch nehmen.
- 1:30:17Bei mir ist es auch so ein Zentimeter vielleicht über dem Boden nur.
- 1:30:22Ja. Würde ich fast sagen. Also ich glaube, bei mir ist es...
- 1:30:24Der vordere Spannreifen ist wirklich, versuche ich, relativ ebenerdig zu halten.
- 1:30:29Relativ flach zu halten.
- 1:30:32Und,
- 1:30:34Was ich ja ganz gerne nutze, den hast du ja auch gehabt im Test,
- 1:30:37ist der Vahan Trizone Beater, weil der ja diese Möglichkeit hat,
- 1:30:41dass du den Winkel an sich des,
- 1:30:45Beaters quasi, also am Kopf des Beaters quasi, ja so einstellen kannst,
- 1:30:49dass der immer schön plan auftrifft.
- 1:30:52Die Gelbeater haben das wahrscheinlich auch nicht, die haben einfach nur Stange
- 1:30:56und fester Beater obendran. Genau, genau.
- 1:30:59Ich fand den einfach vom Spielgefühl toll. Ich finde zum Beispiel den Warnbieter,
- 1:31:02finde ich auch Wahnsinn, aber ich habe gemerkt, für meine Double Bass-Tram-Sachen
- 1:31:06und für meine Pop-Sachen funktioniert der, ist ein toller Bieter,
- 1:31:10also mega durchdacht, aber funktioniert der einfach nicht so.
- 1:31:13Da wäre vielleicht, Willi, falls du uns zuhörst, mach die gleiche Technik nur
- 1:31:18mit einem kleineren Kopf. Ja.
- 1:31:21Das wäre, glaube ich, für viele noch so das Ding halt, ne?
- 1:31:25Ja, also ich finde den Bieter toll, aber wie gesagt, mein absoluter Favorit,
- 1:31:29was ich nicht kannte, war dieser grüne Gelbieter, der wirklich ein Zwischending
- 1:31:34zwischen Filz und Holz oder Plastik ist.
- 1:31:39Ja, ist dir denn auch aufgefallen, dass du doch früher die Bassdrum winkliger
- 1:31:44stehen hattest, also steiler, Dirk? Viel, viel. Viel steiler,
- 1:31:48aber ist dir dann auch aufgefallen, dann trifft der Schlägel ja auch...
- 1:31:53Sag mal, schräg aufs Fell auf. Genau, genau. Hast du dadurch auch eine stärkere
- 1:31:57Abnutzung des Fells gehabt? Das heißt, hast du dadurch schneller Risse gehabt
- 1:32:00im Fell oder schneller die Mulden, die ja auch mal so bekannt sind?
- 1:32:03Also ist dir da was aufgefallen, dass der Verschleiß auch höher war?
- 1:32:07Also ich habe immer mit Fellems früher gespielt. Also das sind diese Patches, die man aufklickt?
- 1:32:11Die Patches, genau. Und die gibt es ja auch in verschiedenen Stärken.
- 1:32:14Ich habe früher tatsächlich also relativ dicke Patches gehabt.
- 1:32:19Also von daher war das eigentlich egal, wie der Bieter aufgekommen ist,
- 1:32:22wenn ich ganz ehrlich bin. Ja, kennst du diese dicken Phelom?
- 1:32:25Es gibt ja auch Phelom-Fälle, so für Marching-Drummer, und da gibt so kleine
- 1:32:30Dinger, die daraus, und die,
- 1:32:33sind unheimlich stabil. Aber du hast völlig recht, wenn du dann mal keinen zur
- 1:32:37Hand hattest, dann hast du gleich diese Mulden, wie du so angesprochen hast,
- 1:32:40oder wirklich diese kleinen Löcher fast schon in der Bassdrum gehabt.
- 1:32:45Und ich versuche, wenn es geht, so ein kleines Impact-Ding, die heißen jetzt
- 1:32:52bei Remo, heißen die Impact irgendwie und die schneide ich dann auch durch,
- 1:32:56das ist auch nicht das Ganze und wirklich nur hauptsächlich da, wo der Bieter kommt.
- 1:32:59Aber ich verstehe den Thomas total, der sagt, der nimmt zu viel Bässe weg,
- 1:33:03du hast sofort einen Klickanteil damit.
- 1:33:05Absolut richtig. Und da möchte ich jetzt zum, ich sag mal nicht unbedingt widersprechen, aber schon.
- 1:33:16Denn normalerweise Für mein Verständnis zumindest, wenn du, nehmen wir mal an,
- 1:33:22du hast eine Snare-Dram.
- 1:33:25Und die Snare-Dram, da legst du jetzt, was weiß ich, Dämpfungsring drauf oder
- 1:33:31du machst irgendwas, von mir ist auch ein Taschenbuch oder ein Moogill-Pette oder sonst irgendwas.
- 1:33:36Dann machst du damit ja die Snare-Dram vom Sound-Thema, wie wir so schön sagen,
- 1:33:40trockner. Das heißt, du nimmst Obertöne raus.
- 1:33:43Jetzt hast du eben gesagt, wenn du einen Patch auf deinen Bass-Dram klebst,
- 1:33:46würdest du Obertöne reinholen.
- 1:33:47Und da möchte ich widersprechen. Ich glaube nämlich nicht, dass du Obertöne
- 1:33:52reinholst. Du holst trotzdem Obertöne raus.
- 1:33:54Aber was du zuletzt gesagt hast, oder dass du es jetzt bewusst gesagt hast,
- 1:33:58worauf ich hinaus wollte, du erhöhst den Klickanteil, den Attack,
- 1:34:05aber ich behaupte, der Bass ist genauso wie vorher.
- 1:34:08Es sei denn, du würdest jetzt, was du eben beschrieben hast,
- 1:34:11diese wahnsinnig dicken Flams oder Patches da draufkleben.
- 1:34:14Aber wenn du ein relativ schmales Patch nennst, um nur das Feld zu schonen,
- 1:34:18behaupte ich, der Bassanteil ist der gleiche,
- 1:34:21aber du hast mehr Attack, weil du eher einen Klacken erzeugst,
- 1:34:26weil du diese, wie soll ich sagen, das Wummern ein bisschen rausnimmst.
- 1:34:29Aber das Wummern ist nicht die Obertöne.
- 1:34:31Nein, ich glaube, ich denke mal genau, das, was ich meine, ist der Attack.
- 1:34:36Das, was Timo sagt, was ich gemeint haben möchte, ist... Genau.
- 1:34:40Nee, nee, nein, es ist, also wie gesagt, es ist gefühlt, es ist ja so oder so,
- 1:34:43bei dem ganzen Bass-Test, es ist ja alles, finde ich, so eine Feeling-Geschichte
- 1:34:47und das ist immer schwierig zu beschreiben.
- 1:34:49Man hat das Gefühl, man hört diesen Klickanteil höher also hat man das Gefühl,
- 1:34:55der Sound ist höher aber eigentlich ist es nicht der Sound sondern.
- 1:35:00Der Klickanteil der ist höher und der fügt quasi die Obertöne,
- 1:35:04klar wenn du etwas dämpft irgendwie nimmt das weg aber
- 1:35:07ich glaube das ist so gering ich denke mal wirklich das was hinzugefügt wird
- 1:35:11ist dieser Klickanteil, wie man früher ja auch zum Beispiel was machen wir mal
- 1:35:13früher, das war zu meiner Zeit noch sehr innen, das gibt es gar nicht mehr.
- 1:35:18Habe ich seit Ewigkeiten zumindest nicht gesehen,
- 1:35:20dass man ein 5-Mark-Stück, das gibt es ja auch nicht mehr, früher ein 5-Mark-Stück
- 1:35:25mit Gaffer-Tape aufs Bassdrum-Fell geklebt hat, um
- 1:35:28diesen typischen Lars-Ulrich-Metallica-Click-Sound zu bekommen am Anfang.
- 1:35:32Das war zum Beispiel früher ganz, ganz weit verbreitet.
- 1:35:35Aber dazu gibt es wieder, wenn man den Katalog von Musikwein anschaut,
- 1:35:40von Danmark, tatsächlich das gleiche Prinzip, wo man so eine Art,
- 1:35:44Kunststoffschiene in so quasi Folie gepackt hat und die dann vor den Base kommt.
- 1:35:50Und dann hast du aber einen ganz hohen Klickanteil. Wer den sucht...
- 1:35:54Und anstatt 5 D-Mark, also 2,50 Euro, kostet das 50 Euro jetzt wahrscheinlich.
- 1:35:59Ich denke mal nicht ganz so viel, aber ich denke mal, du bist schon bei einer
- 1:36:02guten Summe dabei. Absolut. UVP natürlich, UVP.
- 1:36:06Ganz wichtig, was zu sagen. Ja. Sehr, sehr geil.
- 1:36:13Genau, also nur ganz kurz, ich nutze gar nichts auf meiner Bassdrum.
- 1:36:17Also kein Patch oder sonst irgendwas. Und,
- 1:36:22der Bassanteil, nochmal vielleicht dazu, entsteht sowieso für mich auch nicht
- 1:36:27an dem Schlagfeld selbst, sondern vorne.
- 1:36:31Oder auch was du reinlegst, finde ich, wenn du ein großes Kissen reinlegst oder
- 1:36:37sowas ich finde, eigentlich ist es eine Kombination aus allem.
- 1:36:43Und ich finde wirklich so, es sind ein bisschen Flöhe Husten hören aber es macht,
- 1:36:50ich war wirklich ziemlich geplättet von dem ich war auch froh,
- 1:36:53als es dann vorbei war mit dem Bassdrumbeater, wenn ich ehrlich bin weil das
- 1:36:56war schon echt eine ziemlich nerdige Geschichte.
- 1:36:58Ich habe gerade, hier kommt eine Einmeldung rein, ich habe gerade gehört,
- 1:37:01dass Musik die nächsten 20 schon losgeschickt hat an dich.
- 1:37:05Du hast ja nur einen kleinen Teil von denen bekommen, die wirklich da quasi im Angebot sind.
- 1:37:11Also, ihr könnt euch... Nein, das war jetzt Spaß. Aber es ist schon sehr nerdig.
- 1:37:16Hast du denn, aber wir haben es eben ja schon rausgehört, um das Video mal zu
- 1:37:19sprechen zu kommen, also schau es uns natürlich unbedingt an.
- 1:37:21Ich weiß sogar nicht, ob es uns am Ende jetzt gesagt hat, ich erinnere mich nicht mehr genau.
- 1:37:24Hast du für dich einen persönlichen Favoriten raus geholt?
- 1:37:28Der Favorit war für mich vom... Jetzt kommen wir wieder zum Spielgefühl, gar nicht mal vom Sound.
- 1:37:34Ich fand den Gelbieter vom Spielgefühl echt was Neues, weil den kannte ich nicht.
- 1:37:39Und welche Farbe hattest du? Ist ja auch entscheidend.
- 1:37:42Ja, genau. Ein grüner. Grün ist die Farbe der Hoffnung, dass die Bassram-Schläge
- 1:37:47auch alle auf der Einzelnen. Ich glaube nämlich, die gibt es auch in Rot und Türkis.
- 1:37:51Ich glaube, die gibt es auch in verschiedenen Farben. Also, Liebesmusik-Weinteam,
- 1:37:55schick den Dirk Witte mal jetzt die verschiedenen Farben, ob wir da rausfinden
- 1:37:58können, ob auch die Farbe einen Unterschied ausmacht im Sound.
- 1:38:03Nein. Ja, das wär's ja noch.
- 1:38:07Grün klingt etwas spritziger am Abgang sozusagen. sagen. Also schau dir das
- 1:38:12Video an. Ich hoffe, lieber Thomas, wir konnten deine Frage oder deine Anmerkung
- 1:38:17oder eigentlich nur eine Frage, wie Dirk das macht, halbwegs beantworten.
- 1:38:20Sie war es ja ziemlich easy, immer noch mal drauf einzugehen.
- 1:38:23Einfach vorne die Bassdrum nicht so hoch hieven und alles ist easy, würde ich sagen.
- 1:38:30Absolut. Thomas, vielen Dank für dein Feedback. Dankeschön. Und wenn ihr ein
- 1:38:34Feedback habt oder eine Frage oder irgendwas anderes, dann gerne wie jetzt hier
- 1:38:39im Falle von Thomas, ein YouTube-Video kommentieren. Wir lesen alles und wir
- 1:38:43geben auch immer eine Antwort.
- 1:38:45Ich will nicht behaupten, dass wir nicht mal was übersehen können,
- 1:38:47selbstverständlich, aber in der Regel ich würde sagen, 99% aller Kommentare
- 1:38:51werden von uns auch beantwortet.
- 1:38:53In welcher Form auch immer. Und wenn ihr nicht kommentieren könnt,
- 1:38:58kann ja auch sein, oder nicht möchtet, dann schreibt uns gerne eine Nachricht
- 1:39:01an schlagabtauschpodcast at gmail.com.
- 1:39:14Liebe Schlagabtäusch-Community, wir haben heute eine kompakte Sendung für unsere
- 1:39:17Verhältnisse zumindest. Vielleicht
- 1:39:19kommen wir mal unter drei Stunden hier raus. Yeah. Wir werden sehen.
- 1:39:23Es sei denn, wir haben jetzt noch 80 Empfehlungen, die wir raushauen wollen.
- 1:39:27Aber ich glaube, diesmal hält es sich wahrscheinlich in Grenzen.
- 1:39:29Wir bleiben bei unseren regulären zwei, vermutlich, sage ich mal.
- 1:39:33Und ich bin ja immer auf der Suche nach Lebensmitteln, die, wie soll ich das
- 1:39:43sagen, die meinen Zuckerhaushalt nicht allzu sehr belasten.
- 1:39:49Nicht, weil ich es nicht vertragen würde, sondern einfach wirklich,
- 1:39:51weil ich denke, okay, man könnte ja Zucker ein bisschen vermeiden.
- 1:39:55Und wo ich versuche eben auch so ein bisschen auf die Inhaltsstoffe mehr oder weniger zu achten.
- 1:40:01Das heißt, nicht nur Kohlenhydrate, sondern ein bisschen mehr mit Eiweiß und so weiter und so fort.
- 1:40:05Und ich bin auf ein Produkt gestoßen. Erstmal vorab, ich bin jetzt ein großer
- 1:40:10Fan von so Gummibärchen-Zeugs.
- 1:40:13Also saures Zeug so Haribo und was irgendwie der ganze Kram heißt,
- 1:40:19aber es ist halt wahnsinnig viel Zucker drin und nicht so besonders gesund ich
- 1:40:23will auch nicht sagen, dass das, was ich jetzt empfehle, besonders gesund ist,
- 1:40:25aber es ist nicht so viel Zucker drin und zwar gibt es eine Firma,
- 1:40:28die nennt sich Ahead, nicht zu verwechseln mit Ahead Drumsticks,
- 1:40:32die hat ausnahmsweise damit nichts zu tun,
- 1:40:34eine Firma Ahead gibt es also im normalen Supermarkt und die haben ein Produkt
- 1:40:41rausgebracht die haben natürlich viele Produkte, aber eines dieser Produkte sind eben Apfelringe.
- 1:40:47Also diese Gummibärchen-Apfelringe, meine ich damit natürlich.
- 1:40:51Green Apples heißen die einfach so, Ahead Green Apples. Über den Preis können
- 1:40:56wir nochmal diskutieren und über den Inhalt, also es ist sagen wir mal so,
- 1:41:00die kosten 1,79 Euro pro Packung.
- 1:41:04Da denkst du erst mal, komm 1,79 Euro ist ja jetzt nicht die Welt,
- 1:41:08aber es sind auch nur 50 Gramm drin.
- 1:41:11Das ist jetzt nicht so viel also du siehst die Pappen und denkst so okay.
- 1:41:16Das habe ich sonst das Dreifache in einem Abend verzehrt.
- 1:41:20Aber vielleicht bremst es einen ja auch aus. Ist ja vielleicht positiv zu tragen.
- 1:41:22Also ist auf jeden Fall nicht ganz günstig, aber die Dinger sind halt zuckerarm.
- 1:41:27Das heißt, sie haben offiziell 58% weniger Kalorien als vergleichbare Apfelringe
- 1:41:34von anderen Herstellern. Und das ist schon eine Menge, finde ich.
- 1:41:37Sind glutenfrei, ist jetzt für mich nicht so dramatisch ballaststoffreich was
- 1:41:42auch neu ist in diesem Markt weil die meisten haben halt eben einfach nur schlechte
- 1:41:45Kohlenhydrate und gut ist aber die haben auch noch Ballaststoffe mit dabei und sie haben ein,
- 1:41:53sie sind ohne Malit und ich musste auch nachgucken was Malit ist Malit ist ein
- 1:41:57Zuckeraustauschstoff der normalerweise in deine Produkte reinkommt und der ist
- 1:42:02eben auch nicht so wahnsinnig gesund und darauf wird auch verzichtet ich weiß
- 1:42:05jetzt nicht was ich das für sonst reinschmeißen dir zeugst.
- 1:42:08Aber es ist schon mal nicht schlecht, weil das kann auch, wenn man es zu viel
- 1:42:10verzehrt, bei 50 Gramm kommt es natürlich nicht vor, aber es kann auch zur Darmreizung führen etc. pp.
- 1:42:16Aber ich habe eben was gesucht, was ballaststoffreicher ist als der reine Zucker,
- 1:42:21kalorienarmer als die normalen Gummibärchen und ich bin auf diese Head Green,
- 1:42:25Apples gestoßen und die ziehe ich mir jetzt zu viel rein.
- 1:42:31Ja, aber jetzt die Frage, schmecken die Dinger denn auch?
- 1:42:34Schmecken? Ich merke jetzt keinen Unterschied zu den vergleichbaren ein Haribo-Produkt
- 1:42:38oder das nennen wir noch andere Firmen, die wir dann nennen können. Wie heißen denn hier?
- 1:42:43Keine Ahnung. Haribo fällt mir mal als erstes ein. Was gibt es noch? Katjes.
- 1:42:49Oder ist das Haribo? Nee, ist wieder was anderes. Nee, ist auch wieder was anderes,
- 1:42:52glaube ich. Katjes, Haribo.
- 1:42:53Und wer macht diese Fruchtzwerge? Nee, Fruchtzwerge ist ja Joghurt.
- 1:42:57Jetzt kommen wir auf ganz falsche Dinger. Ähm...
- 1:43:01Milchmäuse, ach, wurscht. Ist egal. Also ich finde ja eh allgemein,
- 1:43:05ob das jetzt mit dem Zucker, auch was mich immer so ein bisschen wundert,
- 1:43:10es wird ja im Moment Protein-Eis, Protein-Butter, Protein-Schinken,
- 1:43:16ich habe das Gefühl, Protein-Müsli, Protein-Müsli, was habe ich letztens noch
- 1:43:21gesehen, wo ich dachte, wo braucht man das jetzt wirklich? Ja, genau.
- 1:43:24Wo ich dann denke, ist das auch jetzt wieder so ein Trend, weil die Dinger,
- 1:43:27wenn du die magst, Ich sage mal dazu folgendes, von meinem schlechten Verständnis her,
- 1:43:34es ist schon so, dass wir in vielen Produkten ziemlich wenig Protein haben.
- 1:43:41Und für eine ausgewogene Ernährung musst du ja auch genügend Proteine zu dir
- 1:43:45nehmen. Und das ist, glaube ich, gar nicht so einfach, an genügend Proteine zu kommen.
- 1:43:50Und da finde ich das schon okay, dass es Produkte gibt, die entsprechend mit
- 1:43:55Protein ausgewiesen sind.
- 1:43:56Protein halte ich, das finde ich sehr wichtig, weil da weiß man,
- 1:43:59okay, Es gibt ja auch, ein natürliches Proteinprodukt ist ja Skirt,
- 1:44:02dieser isländische Joghurt. Da ist ja ziemlich viel, ohne dass man was dazugefügt
- 1:44:06hat. Der ist ja an sich schon proteinhaltig.
- 1:44:09Aber ob ich jetzt wirklich da hingehen muss und Proteinmüsli brauche oder.
- 1:44:16Protein hast du nicht gesehen. Also das Ding ist ja, sobald da ja auch steht,
- 1:44:20mehr Protein zahlst du auch das Doppelte.
- 1:44:23Und das finde ich ja auch schon wieder unverschämt. Weil sorry,
- 1:44:26liebe Firmen da draußen, so teuer kann Protein jetzt auch nicht sein,
- 1:44:29Spy gemischt ist, dass es,
- 1:44:31dass es das rechtfertigt, den Preis so dramatisch teilweise zu erhöhen.
- 1:44:36Also wirklich, das ist ja teilweise das Doppelte von dem, was ein vergleichbares
- 1:44:39Produkt ohne den Protein-Zusatz kostet.
- 1:44:42Protein-Pizza kostet fast drei Euro mehr. Ja, überleg nochmal.
- 1:44:47Wahnsinn, oder? Das ist ja mindestens 50 oder mehr Prozent, als die normale Pizza dann kostet.
- 1:44:54Wahnsinn. Also, es ist leider...
- 1:44:58Ein Trend. Es ist definitiv ein Trend. und ich hoffe, dass dieser Trend in dem
- 1:45:03Sinne auch ein Trend bleibt, aber dass die Firmen nicht versuchen,
- 1:45:06aus diesem Trend jetzt so viel Kapital herauszuholen. Sondern man sagt,
- 1:45:09es gehört zu einer ausgewogenen Ernährung dazu, es sollte normal sein.
- 1:45:13Und das ist ja das Problem. Jetzt können wir nur die Leute sich das auch kaufen,
- 1:45:17die es sich einfach leisten können.
- 1:45:19Das ist ja ein großes Problem. Jetzt machen wir ja gesellschaftspolitische Themen
- 1:45:23auf, aber wer sich gut und gesund ernähren möchte, muss richtig viel Geld auf
- 1:45:27den Tisch legen. Absolut.
- 1:45:28Ganz bestimmt. Und wir verwehren einen Mengen Menschen den Zugang zu gesunden
- 1:45:34Lebensmitteln, einfach weil sie es sich nicht leisten können.
- 1:45:37Die müssen zu diesen Convenient-Produkten, die billig hergestellt werden,
- 1:45:40greifen, weil sie einfach den Kühlschrank sonst nicht voll kriegen.
- 1:45:43Und das ist irgendwie falsch.
- 1:45:45Ja, sehe ich genauso. Absolut.
- 1:45:49So, das war das Wort zum Sonntag sozusagen. Aber wir haben schon noch was Positives jetzt, hoffentlich.
- 1:45:56Ja, was hat Positives? Ich habe ja in der letzten...
- 1:46:00Du musst ja auch wieder Geld dafür ausgeben. Aber es ist nichts zu essen.
- 1:46:04Ich habe doch in der letzten Folge über diesen, quasi über die,
- 1:46:08vom Handy, wenn man mit der anderen Kamera filmen will, dass man das Handy immer
- 1:46:12umdreht und die Rückkamera ist nicht so gut.
- 1:46:14Da habe ich ja dann diesen Bildschirm entdeckt.
- 1:46:17Dann hatte ich aber auf einmal das Problem, weil bei mir auf meinem Handy so
- 1:46:20viel Krimskrams drauf ist, dass ich keinen Speicher mehr habe.
- 1:46:24So, dann ist das aber das Problem, wenn du den Bildschirm anschließt mit dem
- 1:46:27Kabel noch, da habe ich keinen Eingang mehr.
- 1:46:32Oder ich will noch eine Lampe, also dann ist mir dann zu viel Killefit,
- 1:46:35finde ich wirklich ein geiles Wort, Killefit.
- 1:46:38Ich weiß nicht, ob ihr das Killefit, boah, was ein Killefit,
- 1:46:40finde ich ein geiles Wort.
- 1:46:42Und dann dachte ich, ja, und jetzt? Und dann habe ich gefunden.
- 1:46:49Die Marke mit dem Apfel, habe ich quasi so einen Hub gefunden. Das ist dieser hier.
- 1:46:58Ein Hub Dual Side Magnetic.
- 1:47:04Und da kann ich quasi, der hat auch diesen MagSafe. Das heißt,
- 1:47:08das ist ein Hub. Das heißt, ich kann sogar Speicherkarten reinstecken.
- 1:47:13Ich kann sogar mehrere Sachen noch anschließen. Es sind mehrere Anschlüsse da dran.
- 1:47:19Und kann auch, weil ich habe selbst für mein iPhone auch einen relativ großen
- 1:47:22Speicher von Lexa, den kann ich hier auch noch dran anschließen.
- 1:47:25Also quasi ein, und dann ist das Ding quasi ist, ähm, diesen Hub funktioniert
- 1:47:32via MagSafe an mein Handy und darauf könnte ich dann quasi auch noch den Bildschirm machen,
- 1:47:37dass der Bildschirm dann nicht irgendwo rumeiert, weil das ist alles schon,
- 1:47:39der ist von beiden Seiten, daher DualSide Magnetic ist magnetisch und damit
- 1:47:44kann ich quasi dann mein Handy erweitern.
- 1:47:47Ob man das braucht, weiß ich nicht. Ich ja, aber ich fand es für mich,
- 1:47:51weil es hat gut funktioniert, weil ich war so ein bisschen am Überlegen oder
- 1:47:55auch was ich manchmal mache, dass ich Konzerte ja mitfilme und wenn dann mal kurz wissen,
- 1:48:01dann habe ich aber nie, mein Laptop gerade ist dann nicht zur Hand,
- 1:48:04dann kann ich quasi auch durch dieses Teil auch die Karte auf meinem Handy dann angucken.
- 1:48:10Und das waren für mich so Sachen, wo ich dachte, cool, könnte noch eine Lampe
- 1:48:13anschließen, mache ich aber nicht zu viel Geld. Noch nicht. Das ist der nächste
- 1:48:16Zitat. Der weiß, ja, kann sein.
- 1:48:19Aber auf jeden Fall passte das gut zusammen, weil ich halt nicht wusste,
- 1:48:22ja, so, jetzt habe ich den Bildschirm da dran und der Bildschirm würde zwar
- 1:48:27wireless auch funktionieren, ich habe aber das Gefühl, dass der mit dem Kabel einfach stabiler ist.
- 1:48:34Und das war für mich dann die, ist dann quasi meine Empfehlung der Woche und
- 1:48:38zwar von der Firma, das ist chinesisch, das kann ich nicht lesen,
- 1:48:45Hagibis. Egal, muss mir gleich mal diktieren, damit ich das in die Shownotes
- 1:48:53packen kann, wie alle anderen Links natürlich hier auch.
- 1:48:57Das ist ein bisschen unscharf. Du bist scharf, wie immer, Dirk,
- 1:48:59aber leider ist dein Produkt unscharf.
- 1:49:03Wäre doof, wenn andersrum, ja, Scheiße. So, sehr gut. Wenn der Hub schärfer
- 1:49:07wäre als du, oh mein Gott.
- 1:49:09Kritisch, kritisch. Ach, was ein Scheiß. Lass uns zum Ende kommen. Ich sag mal dann, bam.
- 1:49:23Das war es soweit, beinahe mit der 151. Ausgabe des Schlagabtausch-Podcasts.
- 1:49:29Vorher habe ich es noch nicht gesagt, Wodcasts, Spodcasts.
- 1:49:32Und es kommt wieder die, ihr kennt sie schon, unsere Bettelei,
- 1:49:39wie soll ich sagen, Bettelei-Litanei.
- 1:49:41Oh, das ist auch ein tolles Wort, Bettelei-Litanei.
- 1:49:45Wir könnten immer noch ein paar Abonnenten gebrauchen auf YouTube oder Abonnentinnen. nennen.
- 1:49:49Also bitte weiter sagen und weiter empfehlen und teilen. Teilen ist,
- 1:49:54glaube ich, das Allerwichtigste mittlerweile.
- 1:49:56Also teilt ruhig mal den Podcast, egal wo, wie, wo, wann, was,
- 1:50:02auf den üblichen Social Media Kanälen.
- 1:50:04Und da würden wir uns doch sehr drüber freuen. Wir müssen irgendwie kommen.
- 1:50:07Wir müssen dieses Jahr noch die Tausend packen.
- 1:50:10Wir müssen, wir haben jetzt noch gut zweieinhalb Monate Zeit.
- 1:50:14Wir müssen die Tausend packen. Leute, Leute.
- 1:50:19Es hören so viel mehr unseren Podcaster. Wäre es doch echt cool,
- 1:50:23wenn ihr einfach auch mal auf YouTube einfach nur kurz reingeht und einfach nur das Abo drückt.
- 1:50:29Und wenn ihr nicht wisst, wie das funktioniert, schreibt uns gerne eine Nachricht
- 1:50:32an schlagabtauschpodcast.gmail.com Wir machen euch dann einen Screenshare.
- 1:50:39Wir greifen dann auf eurem Bildschirm zu und machen das einfach für euch.
- 1:50:43So, wenn wir das jetzt noch zweimal machen müssen, auch geil.
- 1:50:46Okay, vielleicht nicht die beste Idee, aber eine Idee.
- 1:50:50Erstmal eine Idee. Erstmal raushauen in die Welt.
- 1:50:53In dem Sinne, vielen Dank aber, dass ihr uns auch hört oder seht, wo immer ihr seid.
- 1:50:59Übrigens, kurze Randnotiz, wenn ich mich recht entsinne, haben wir sehr viele
- 1:51:04Hörerinnen und Hörer in...
- 1:51:07Dirk, rate mal.
- 1:51:11Du darfst einfach mal ein Land nennen. Oder du darfst drei Versuche.
- 1:51:14Beim ersten Mal wirst du es eh nicht schaffen.
- 1:51:16Südamerika. Nein, aber Südamerika ist doch kein Land. Das ist ein Kontinent.
- 1:51:20Ja, stimmt. Aber ich dachte jetzt das Ganze. Ich habe das jetzt als Ganzes gesehen.
- 1:51:25Ich will es schon genauer haben. Also so kommst du mir nicht davon.
- 1:51:28Ja, habe ich gerade auch gedacht.
- 1:51:32Europäisch oder weiter weg? Soll ich dir jetzt noch einen Tipp geben?
- 1:51:36Ja. Hau doch erstmal einen raus und dann sage ich es dir.
- 1:51:40Also dann sage ich näher dran oder weiter weg. So nach dem Motto, okay. Weißt du?
- 1:51:45Japan.
- 1:51:51Der Kontinent stimmt.
- 1:51:55Jetzt stimmt der Kontinent wieder. Jetzt stimmt der Kontinent.
- 1:52:00Nee, spann mich nicht auf die Folter. Jetzt bin ich echt gespannt.
- 1:52:03Ein ganz kleines, im Prinzip ein Stadtstaat. Was?
- 1:52:08Okay. Singapur. Das ist ja geil. Und jetzt kommt's.
- 1:52:13Ich hau mal ein paar Stats raus. Wir verraten damit nicht zu viel.
- 1:52:17Laut unseren, nicht YouTube, es geht wirklich um Podcast,
- 1:52:23hören uns in Deutschland, also unsere Hörer kommen zu gut 54%,
- 1:52:30oder eigentlich sogar 55% aus Deutschland.
- 1:52:33Und jetzt halte ich fest.
- 1:52:36Zu 28% aus Singapur. Oh.
- 1:52:44Gibt es in Singapur eine deutsche Gemeinde? Mega. Eine deutsche Trommelgemeinde?
- 1:52:48Anscheinend. Also liebe Grüße raus nach Singapur.
- 1:52:51Und um das mal zu relativieren, also um das noch größer zu machen,
- 1:52:57also 55 Prozent aus Deutschland,
- 1:53:0028 Prozent aus Singapur, wenn man den Stats glauben mag, und 7 Prozent als nächstes,
- 1:53:07also als dritte größte Nation aus den USA. Cool.
- 1:53:13Also liebe Grüße raus nach Singapur Übrigens, wir haben beide noch keine Workshops
- 1:53:18in Singapur gemacht, wir freuen uns über Einladungen Singapur muss ja ziemlich
- 1:53:23geil sein Soweit ich weiß, so als Stadt, als Land,
- 1:53:28als Ort, also Dirk und ich werden nicht abgeneigt mal nach Singapur zu reisen,
- 1:53:33wenn euch da drüben was einfällt, wie ihr uns drüber holen könnt Macht das so
- 1:53:36einfach mal In dem Sinne aber, das ist mir gerade so eingefallen,
- 1:53:41vielen lieben Dank fürs Zuschauen und Zuhören, wo immer ihr auch seid da draußen.
- 1:53:46Bleibt vor allem gesund und ich gebe natürlich das letzte Wort ab an Mr. Dirk Brand.
- 1:53:53Yo, das sind interessante Fakten. Ihr Lieben da draußen, es sind gerade sehr
- 1:53:58stürmische Zeiten da draußen. Es weht ein komischer Wind da draußen,
- 1:54:01auch für Vereine und alles Mögliche.
- 1:54:04Ich finde, die Musikwelt ist bunt, soll bunt bleiben.
- 1:54:08Und in diesem Sinne, passt auf euch auf, Euer Podcast-Team, Dirk und Timo. Tschüss.