Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #19 Folge 4: Deine Sucht ist ein Wegweiser: Wie du die Recovery für dein bestes Leben nutzt
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen bei Neelix Berlin.
- 0:02Ich freue mich riesig, dass du heute wieder eingeschaltet hast,
- 0:06um dir Zeit für dich und deine Themen zu nehmen.
- 0:08Ja, Hallo, auch von mir. Heute gehen wir einem Thema auf
- 0:11den Grund, dass ja viele bewegt und oft schwer zu fassen ist.
- 0:16Absolut. Wir stützen uns dabei auf einen
- 0:19sehr persönlichen Artikel von Neelix Berlin.
- 0:21Der Titel ist deine Sucht ist ein Wegweiser.
- 0:24Mhm, ein starker Titel. Ja, finde ich auch.
- 0:27Dahinter steckt die Idee, dass sucht oft nicht beim Rausch
- 0:30beginnt, sondern bei einer tiefen Unzufriedenheit mit dem
- 0:33eigenen Leben. Genau.
- 0:35Und dass die Recovery, also die Genesung, die Nüchternheit, eine
- 0:39riesige, ja fast radikale Chance ist.
- 0:42Eine Chance, genau das zu ändern, ein Leben zu bauen, aus
- 0:45dem man eben nicht mehr fliehen muss.
- 0:47Das ist der Kern. Aber.
- 0:48Achtung, Eine kleine Triggerwarnung direkt am Anfang.
- 0:51Wir berühren heute auch schmerzhafte Themen, Trauma,
- 0:55schwierige Beziehungen, auch das Gefühl von Sinnlosigkeit, so als
- 0:59mögliche Wurzeln von Sucht. Ja, das ist wichtig zu sagen,
- 1:02das kann aufwühlen, also hör gut auf dich, während du zuhörst,
- 1:05Pass auf dich auf. Unbedingt.
- 1:07Denn obwohl sucht oft so als isoliertes Problem gesehen wird,
- 1:11berührt es ja im Kern. Fragen, die uns eigentlich alle
- 1:13betreffen. Stimmt.
- 1:15Wie gehen wir mit Schmerz um? Mit Leere?
- 1:18Welche Wege wählen wir, um uns besser zu fühlen?
- 1:22Und was bedeutet es eigentlich, ein erfülltes Leben zu führen?
- 1:25Genau die Sucht spitzt diese Fragen nur auf eine sehr, sehr
- 1:28dramatische Weise zu. Absolut.
- 1:30Und bevor wir jetzt tiefer in den Inhalt von dem Artikel
- 1:32eintauchen, ist es uns noch ganz wichtig, kurz zu erzählen, wer
- 1:36eigentlich hinter Nielix Berlin und diesem Text steht.
- 1:39Ja, der Autor und Gründer ist Gabriel und.
- 1:42Und das ist nicht nur irgendein Name.
- 1:43Gabriel bringt ne ja enorme persönliche Erfahrung mit.
- 1:47Das merkt man den Texten auch an, finde ich.
- 1:50Total. Er schreibt selbst von 28 Jahren
- 1:52Auseinandersetzung mit Sucht, mit psychischen
- 1:54Herausforderungen und eben auch mit dem Weg der Recovery. 28
- 1:58Jahre, das ist ne lange Zeit, ja.
- 2:00Und er teilt auf nielix Berlin sehr offen seine eigenen Kämpfe,
- 2:03seine Erkenntnisse. Und genau das schafft finde ich
- 2:06eine Verbindung, die man selten findet.
- 2:08So eine tiefe Authentizität. Das ist keine Theorie von außen,
- 2:12ne. Sondern wirklich gelebtes
- 2:13Wissen. Genau das und seine Botschaft an
- 2:16dich ist damit auch ganz klar, du bist mit solchen Themen nicht
- 2:19allein. Mhm Gabriels Weg soll Mut machen
- 2:22und zeigen, es gibt Verständnis und es gibt einen Weg nach vorn.
- 2:26Diese persönliche Ebene ist, glaube ich, auch total
- 2:28entscheidend, um das Thema überhaupt zugänglich zu machen.
- 2:31Ja, es nimmt ihm so ein bisschen die Schwere des reinen Problems
- 2:34und zeigt die menschliche Seite, den Kampf, klar, aber eben auch
- 2:38die Hoffnung und die Möglichkeit der Veränderung, die da drin
- 2:42steckt. Genau.
- 2:43Lass uns mal den Kern des Artikels aufdröseln.
- 2:46Gabriel stellt ja eine ziemlich provokante These auf.
- 2:49Die Sucht beginnt meist nicht aus Lust an der Substanz,
- 2:52sondern aus einer tiefen Unzufriedenheit mit dem Leben.
- 2:55Der Stoff wird zum Fluchtmittel, quasi ein Notausgang vor dem
- 2:58Schmerz. Ja, sei es durch eine lieblose
- 3:00Kindheit, eine kaputte Beziehung, innere Lehre oder
- 3:03einfach das Gefühl, im falschen Film zu sein.
- 3:05Und ganz wichtig dabei ist seine Betonung.
- 3:08Das ist keine Frage von Willensschwäche.
- 3:10Oder von Schlechtem. Charakter.
- 3:11Nein, es ist ein zutiefst. Sicher Versuch zu überleben,
- 3:15Schmerz zu vermeiden, irgendwie klarzukommen.
- 3:18Ein Bewältigungsversuch. Der aber tragischerweise genau
- 3:22ins Gegenteil führt. Ja leider, die Flucht verstärkt
- 3:25das Problem, sie führt immer tiefer rein in eine Art, ja
- 3:30selbst gebautes Gefängnis. Aber, und das ist der Dreh und
- 3:32Angelpunkt bei Gabriel, genau hier liegt die krasse Chance,
- 3:36die Nüchternheit, also das Ende des Konsums, ist nicht das Ende
- 3:39der Geschichte, im Gegenteil. Es ist der eigentliche Anfang,
- 3:42ja. Eine Chance zur radikalen
- 3:44Ehrlichkeit zu schauen. Wovor bin ich eigentlich
- 3:47weggelaufen? Und dann eben die Möglichkeit,
- 3:49das Leben neu zu gestalten. Wirklich neu.
- 3:53Er bringt das in Einsatz auf den Punkt, der echt hängen bleibt,
- 3:55finde ich. Welchen meinst du?
- 3:57Nutze die Klarheit der Nüchternheit, um die Gründe für
- 4:00deine Flucht zu erforschen und endlich das Leben zu erschaffen,
- 4:04aus dem du nicht mehr entkommen musst.
- 4:06Ja, der ist stark. Das ist nicht nur ein Appell,
- 4:09das ist fast schon eine Anleitung.
- 4:10Das hat eine enorme Kraft. Und es ist ja nicht nur ne
- 4:13persönliche Beobachtung von Gabriel.
- 4:16Es gibt ja durchaus auch handfeste Belege dafür, dass
- 4:19Unzufriedenheit und seelischer Schmerz ein Nährboden für Sucht
- 4:23sind. Oder absolut, man spricht da oft
- 4:26von Komorbidität. Das klingt erst mal technisch,
- 4:29meint aber was ganz einfaches und doch sehr schwerwiegendes.
- 4:33Erklär mal. Mehr als die Hälfte aller
- 4:36Menschen mit einer schweren Suchterkrankung haben
- 4:39gleichzeitig noch mindestens eine andere psychische Diagnose.
- 4:42Oft sind das Depressionen oder Angststörungen.
- 4:45Wow. Mehr als die Hälfte ja.
- 4:49Das ist wie ein Rucksack, der ohnehin schon schwer ist und die
- 4:52Sucht packt dann noch einen riesigen Stein oben drauf und
- 4:55oft waren diese anderen Probleme schon vorher da und die sucht
- 4:59war vielleicht sogar ein. Ja, unbewusster Versuch, damit
- 5:02irgendwie umzugehen. Das heißt, die Sucht kommt
- 5:04selten allein, sie ist oft Teil eines größeren Bildes von
- 5:08Seelischem leid. Genau und n weiterer wirklich
- 5:11massiver Faktor, den die Forschung immer deutlicher
- 5:14sieht, sind belastende Kindheitserfahrungen.
- 5:17Die ACS meinst du? Genau, die ACS adverse chilted
- 5:21Experiences. Das können Dinge sein wie
- 5:23emotionaler oder körperlicher Missbrauch, Vernachlässigung,
- 5:27aber auch das Aufwachsen in einer Familie mit Gewalt, sucht
- 5:30oder psychischen Erkrankungen der Eltern.
- 5:32Und die Auswirkungen sind gravierend, oder?
- 5:34Die Zahlen dazu sind wirklich erschreckend.
- 5:37Wer 4 oder mehr solcher ACES erlebt hat, hat ein bis zu
- 5:41zehnfach höheres Risiko, später im Leben eine Sucht zu
- 5:44entwickeln. Zehnfach.
- 5:46Zehnfach. Puh, das ist eine unfassbar hohe
- 5:49Zahl, das Macht so deutlich, wie tief die Wurzeln reichen können.
- 5:52Ja, und das sucht eben oft eine Reaktion auf frühen Schmerz.
- 5:55Ist eine Flucht vor alten Wunden.
- 5:58Exakt und umgekehrt sehen wir auch, was schützt.
- 6:02Zum Beispiel? Na ja, die Logotherapie von
- 6:04Viktor Frankl zum Beispiel, die betont Ja, wie wichtig ein
- 6:08Gefühl von Sinn im Leben ist. Stimmt die Suche nach dem Sinn?
- 6:11Genau. Wer einen Sinn sieht, wofür es
- 6:14sich zu leben lohnt, der ist deutlich widerstandsfähiger
- 6:17gegen Krisen und eben auch gegen sucht.
- 6:19Und die positive Psychologie argumentiert ja ähnlich.
- 6:22Richtig. Wenn man in der Recovery lernt,
- 6:24sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren, auf Werte, auf
- 6:28Ziele, Mhm. Dann gibt man der Lehre, die die
- 6:30Sucht vielleicht hinterlassen hat, einen neuen positiven
- 6:33Inhalt. Genau, und das ist ungemein
- 6:35wichtig für die langfristige Nüchternheit.
- 6:37Absolut. Das führt uns ja dann zu dem,
- 6:39was Gabriel die wahre Diagnose nennt, ja.
- 6:42Stimmt, er sagt ja. Die sucht selbst ist oft nur das
- 6:45offensichtlichste Symptom. Aber um wirklich zu heilen,
- 6:48müsse man tiefer schauen. Genau, wovor bist du eigentlich
- 6:52geflohen? Was war der Schmerz, den die
- 6:55Droge betäuben sollte? Das ist der Kern.
- 6:57Er versucht ja, die Wunden hinter der Sucht zu benennen.
- 7:00Es skizziert da so grob 4 Bereiche.
- 7:02Ja, die Wunde der Kindheit zum Beispiel, also die Folgen von
- 7:06Lieblosigkeit, Chaos, Missbrauch, dieses tiefsitzende
- 7:10Gefühl, nicht gut genug zu sein. Das sitzt oft.
- 7:13Tief, total. Dann die Wunde der Beziehung,
- 7:16die. Wenn man in einer toxischen
- 7:18Partnerschaft feststeckt, die einen langsam zerstört, aus der
- 7:22man keinen Ausweg sieht. Mhm.
- 7:24Und drittens. Drittens die Wunde der Lehre,
- 7:26dieses Gefühl von Sinnlosigkeit, von, das kann doch nicht alles
- 7:30gewesen sein, im falschen Leben gefangen zu sein, quasi.
- 7:33Und die vierte Wunde? Die klinische.
- 7:36Genau, die klinische Wunde. Das meint eine zugrundeliegende,
- 7:39vielleicht unerkannte psychische Erkrankung, eine Depression.
- 7:43Ada S, eine Borderline Störung oder so was und da haben
- 7:47Betroffene dann oft unbewusst versucht, ja ihre Symptome mit
- 7:51Substanzen selbst zu medikamentieren ja und die
- 7:55Recovery, also die Nüchternheit ist dann die Chance, diese
- 7:59echten Wunden anzugehen, sie zu heilen, statt sie immer nur
- 8:03oberflächlich zu betäuben. OK, das leuchtet ein aber.
- 8:07Aber warum funktioniert diese Flucht durch Substanzen
- 8:09eigentlich nicht auf Dauer? Man fühlt sich ja kurzfristig
- 8:12erst mal besser. Ja, kurzfristig schon.
- 8:15Aber psychologisch betrachtet ist sucht ein klassisches
- 8:18Vermeidungsverhalten. Man versucht, unangenehmen
- 8:21Gefühlen Angst, Schmerz, Trauer, Leere aus dem Weg zu gehen.
- 8:26Und das klappt ja auch erst mal. Eben nur kurzfristig die
- 8:29Substanz dämpft oder überdeckt das Gefühl, aber das Kernproblem
- 8:33wird dadurch ja nicht gelöst. Im Gegenteil.
- 8:36Weil man nicht lernt, damit umzugehen.
- 8:38Genau, man lernt nie mit dem schwierigen Gefühl umzugehen, es
- 8:43auszuhalten oder was daran zu ändern und dadurch wird das
- 8:47Gefühl im Hintergrund paradoxerweise immer mächtiger,
- 8:50immer bedrohlicher. Je mehr man davor wegläuft,
- 8:53desto größer wird der Schatten, den es wirft.
- 8:56Ein Teufelskreis. Absolut.
- 8:57Aus dem es schwer ist auszubrechen.
- 8:59Aber. Gabriel bietet ja genau hier
- 9:02einen Ausweg an. Etwas, das er als echten
- 9:04Gamechanger bezeichnet. Ja, die Kraft der Umdeutung, das
- 9:08Reframing. Er schlägt vor, die Fähigkeiten
- 9:10anzuerkennen, die man paradoxerweise in der Sucht
- 9:13gezeigt hat. Das klingt erst mal ziemlich
- 9:16gewagt, oder? Ist es auch provokant?
- 9:19Absolut, aber psychologisch ist es brillant.
- 9:23Und enorm wichtig für die Selbstachtung.
- 9:26Wie meinst du das? Na denk doch mal drüber nach,
- 9:28welchen unglaublichen Willen, welche Energie und oft auch
- 9:32welche Intelligenz braucht es, um über Jahre hinweg täglich
- 9:36Drogen zu beschaffen? Oft gegen alle Widerstände,
- 9:39finanzielle, soziale, gesundheitliche.
- 9:43Stimmt schon. Welche kreativen
- 9:45Problemlösungsstrategien stecken oft dahinter, um komplexe
- 9:49Lügengebäude aufrechtzuerhalten, die Sucht zu verbergen?
- 9:52Ja, und welche extreme Resilienz, welche
- 9:56Überlebenskraft ist nötig, um körperliche und seelische
- 9:59Zustände auszuhalten, die andere Menschen längst in die Knie
- 10:03gezwungen hätten? Puh, ja, wenn man es so
- 10:05betrachtet, dass es. Eine völlig andere Perspektive,
- 10:10weg von der reinen Selbstverurteilung.
- 10:12Genau das ist die Umdeutung. Gabriel sagt, Hör auf, diese
- 10:16Energie nur als krank oder schlecht abzuwerten, sondern
- 10:20diese Energie, dieser Wille, diese Kreativität, diese
- 10:24Resilienz ist nicht das Problem. Das Problem war nur die
- 10:28Richtung, das Ziel. Die Selbstzerstörung.
- 10:31Und die Idee ist, diese Kraft auf etwas Positives zu richten.
- 10:35Stell dir vor, diese immense Kraft wäre auf etwas Positives
- 10:39gerichtet gewesen. Das ist der Punkt.
- 10:41Dazu passt ja auch sein Zitat im Artikel.
- 10:44Nichts ist unmöglich, das solltest du durch
- 10:46unterschiedliche Drogen schon bemerkt haben.
- 10:48Ja, weiter. Und das große Geheimnis ist, all
- 10:52das ist ohne noch viel besser zu erreichen.
- 10:54Ein absoluter Schlüsselsatz. Und das ist die Kernbotschaft
- 10:58dieser Umdeutung. Es ist die Aufforderung, erkenne
- 11:01diese Kraft in dir an, sie ist da.
- 11:04Und nutze sie ja. Nutze sie bewusst für dich für
- 11:09den Aufbau deines neuen Lebens statt gegen dich.
- 11:12Aber wie macht man das konkret von der Erkenntnis zur Handlung
- 11:16ist ja oft der schwierigste Schritt, Gabriel bietet dafür ja
- 11:20eine Art Bauplan für ein neues Leben an 4 Schritte.
- 11:24Ja, er wird da sehr praktisch. Er sagt er.
- 11:26Schluss mit dem endlosen Analysieren der Vergangenheit.
- 11:30Jetzt geht's ans Gestalten der Zukunft.
- 11:32Die Klarheit der Nüchternheit als Werkzeug.
- 11:35Genau. Und die Energie, die früher in
- 11:38die sucht Floß, ist jetzt dein Baumaterial.
- 11:41OK, und der erste Schritt, der klingt erst mal hart, sagtest
- 11:45du. Ja, Schritt 1.
- 11:47Brutale Inventur der Unzufriedenheit OK, das heißt
- 11:51Schreib unzensiert auf. Wovor du wirklich geflohen bist?
- 11:56Nicht die Droge ist der Feind, die war nur das Mittel.
- 12:00Sondern. Was war es wirklich?
- 12:02Die kaputte Beziehung, der Job, der dich krank macht, die alten
- 12:06Kindheitswunden, die innere Lehre benenne den wahren Feind,
- 12:11das schafft Klarheit, ist oft schmerzhaft, klar, aber
- 12:14notwendig. Okay den Feind benennen und dann
- 12:18Schritt 2. Geht dann in die positive
- 12:20Richtung. Genau.
- 12:21Schritt 2 ist die alles ist möglich Vision.
- 12:24Die Frage hier, wenn Angst und Geld keine Rolle spielen würden,
- 12:29wie sähe dann ein Leben aus, vor dem du nicht fliehen müsstest?
- 12:34Ah, okay träumen erlauben. Ja, hier geht es darum, sich
- 12:39wieder zu erlauben, groß zu träumen.
- 12:42Die eigenen Wünsche und Sehnsüchte wieder zu entdecken,
- 12:45die unter der Sucht vielleicht verschüttet Waren.
- 12:47Wie man das Macht, ist egal. Ob man das aufschreibt, malt ein
- 12:52Vision Board bastelt völlig egal, Hauptsache man verbindet
- 12:56sich wieder mit dem, was man wirklich.
- 12:58Will das klingt erst mal schön, aber auch potenziell ja
- 13:02überwältigend. Wie kommt man von der großen
- 13:04Vision ins Tun, das ist ja auf die Hürde.
- 13:08Absolut. Deshalb ist Schritt 3 so
- 13:11wichtig. Der erste winzige Schritt.
- 13:14Also klein anfangen. Ganz klein.
- 13:16Nimm deine große Vision und brich sie auf den
- 13:19Allerkleinsten, heute machbaren Schritt herunter.
- 13:23Gabriels Beispiele sind gut, du träumst davon, ein Buch zu
- 13:26schreiben, dann Schritt heute ist schreib einen Satz.
- 13:30Nur einen Satz, ja. Oder du willst eine neue
- 13:33Ausbildung machen? Dann Schritt heute Google eine
- 13:37passende Schule. Es geht darum, das Riesending
- 13:41greifbar zu machen, ins Handeln zu kommen, sofort ein kleines
- 13:44Erfolgserlebnis zu haben. Das nimmt den Druck raus und
- 13:48Schritt 4 schließt dann den Kreis zur Umdeutung der
- 13:51Suchtenergie. Exakt Schritt 4 nutze deine
- 13:54sucht Superkraft wenn die alten Muster anklopfen, grübeln,
- 13:59Selbstpfeife destruktive Impulse, dieser Drang, alles
- 14:03hinzuwerfen, dann erinnere dich bewusst.
- 14:08An die Energie, die du früher für die Sucht mobilisiert hast.
- 14:11An diesen unbändigen Willen, diese Resilienz.
- 14:15Und dann sagt dir, Stopp, diese Energie, diesen Biss nehme ich
- 14:19jetzt und stecke ihn in meinen kleinen Schritt von heute.
- 14:23Eine aktive Umleitung der Energie.
- 14:26Genau weg von der Zerstörung hin zur Schöpfung deines neuen
- 14:30Lebens. Das ist ein sehr kraftvoller
- 14:32Ansatz. Im Artikel folgt dann ja noch
- 14:35ein ausführlicher FAQ. Teil Gabriel geht da auf Fragen
- 14:38ein, die ihm offenbar oft gestellt werden.
- 14:41Ja, er schreibt ja, er beantwortet sie, als kämen sie
- 14:43von Freunden. Das finde ich gut.
- 14:45Lass uns da mal tiefer Eintauchen, das sind sicher
- 14:48fragen, die viele Zuhörerinnen und Zuhörer auch bewegen.
- 14:50Die erste Frage ist sehr grundlegend, ich weiß gar nicht
- 14:54mehr, was ich wirklich will. Nach all der Zeit fühle ich mich
- 14:57nur noch leer. Was soll ich tun?
- 14:58Ja, das ist eine unglaublich häufige und total
- 15:01nachvollziehbare Frage. Die Sucht überlagert ja oft
- 15:05jahrelang die eigenen Bedürfnisse, die Wünsche.
- 15:08Man verliert sich selbst. Irgendwie.
- 15:10Genau. Und Gabriel sagt dazu, Das ist
- 15:13völlig normal, sei nicht verzweifelt, deswegen die Suche
- 15:17nach dem, was man will, ist ein zentraler Teil der Recovery und.
- 15:21Und ein guter Anfang ist oft nicht zu fragen, was will ich,
- 15:25sondern. Was will ich nicht mehr?
- 15:27Exakt mach eine Liste, welche Menschen rauben mir Energie.
- 15:32Welche Situationen tun mir nicht gut, welche alten Gewohnheiten
- 15:36will ich ablegen, allein das schafft oft schon enorm viel
- 15:40Klarheit und Raum. Indem du definierst, was weg
- 15:42soll. Bekommen die Konturen dessen,
- 15:44was du willst, langsam wieder Form?
- 15:47Es ist ein Prozess des Wiederfindens nicht.
- 15:50Nicht von heute auf morgen, klar.
- 15:51Das ist ein guter Tipp bei dem Negativen anzufangen, um Platz
- 15:54fürs Positive zu schaffen. Die zweite Frage berührt ein
- 15:58heikles Thema, das viele mit Suchtgeschichte kennen,
- 16:00Schuldgefühle. Oh ja.
- 16:03Die Frage lautet, ist es nicht total egoistisch, jetzt an meine
- 16:07Träume zu denken? Ich habe doch so viel Schaden
- 16:09angerichtet. Puh, ja, diese Frage kommt oft
- 16:14und wiegt schwer. Gabriels Antwort darauf ist aber
- 16:18ein ganz klares und wichtiges Nein.
- 16:20Kein Egoismus. Überhaupt nicht.
- 16:22Im Gegenteil, er argumentiert, das Beste, was du für die
- 16:26Menschen tun kannst, denen du vielleicht wehgetan hast, ist
- 16:29selbst stabil, zufrieden und nüchtern zu werden.
- 16:33OK. Dich um dich selbst zu kümmern,
- 16:35ein erfülltes Leben aufzubauen, das ist die nachhaltigste Form
- 16:39der Wiedergutmachung. Weil.
- 16:41Weil ein unzufriedener, frustrierter, nüchterner oft
- 16:45eine Belastung für. Für sein Umfeld bleibt
- 16:47vielleicht sogar eine tickende Zeitbombe ein Mensch aber, der
- 16:51seinen Weg gefunden hat, der in seiner Kraft steht und nüchtern
- 16:55bleibt, der ist ein Geschenk für sich selbst und für die anderen.
- 17:00Also nicht egoistisch. Sondern.
- 17:02Zutiefst verantwortungsvoll jetzt für sich zu sorgen.
- 17:05Es ist eine wichtige Entlastung, denke ich.
- 17:08Die nächste Frage dreht sich um die Angst, die viele in der
- 17:10Recovery begleitet. Die Angst vor dem Scheitern,
- 17:12meinst du? Genau.
- 17:13Ich habe solche Angst vor dem Scheitern.
- 17:15Was ist es? Wenn ich es wieder nicht
- 17:17schaffe, mein Leben zu ändern. Ja, Angst ist ein ständiger
- 17:21Begleiter auf diesem Weg, das ist wahr.
- 17:23Aber Gabriel gibt hier eine entscheidende Perspektive mit,
- 17:26nämlich. Der allergrößte Kampf, nämlich
- 17:29die Sucht zu stoppen und nüchtern zu werden, der ist
- 17:32bereits gewonnen. Das ist die Riesenleistung, und
- 17:35er schlägt vor, die Definition von Scheitern zu ändern.
- 17:39Wie meint er das? In der Recovery bedeutet
- 17:41Scheitern nicht mal Hinzufallen, einen Rückschlag zu erleiden
- 17:45oder dass ein Plan nicht sofort aufgeht.
- 17:47Scheitern bedeutet nur, nicht wieder aufzustehen.
- 17:50Ah okay. Jeder einzelne Tag, an dem du
- 17:53versuchst, einen Schritt in Richtung deines neuen Lebens zu
- 17:56gehen, ist ein. Sieg völlig unabhängig vom
- 17:59großen Endergebnis es geht um den Prozess des Dranbleibens,
- 18:03nicht um Perfektion. Das nimmt enorm viel Druck raus.
- 18:06Okay frage 4. Meine Träume fühlen sich so
- 18:09riesig und unerreichbar an, wie soll ich da bloß motiviert
- 18:12bleiben? Ja, das kennt jeder, der mal vor
- 18:15einem großen Projekt stand. Der Schlüssel liegt laut Gabriel
- 18:18darin, den Fokus zu verlagern. Weg vom großen ganzen.
- 18:22Genau. Starre.
- 18:23Nicht auf den riesigen Berggipfel in weiter Ferne, der
- 18:27dich nur entmutigt. Konzentrier dich stattdessen nur
- 18:30auf den nächsten Schritt direkt vor deinen Füßen.
- 18:33Schritt für Schritt. Deine Aufgabe ist nicht, den
- 18:36Mount Everest auf einmal zu bezwingen, sondern heute den
- 18:39nächsten Stein sicher auf den Weg zu legen.
- 18:42Und die Motivation kommt dann nicht allein aus der fernen
- 18:45Vision. Sondern.
- 18:47Sondern vor allem aus der Summe der Kleinen, erfolgreich
- 18:51gemeisterten Schritte. Jeder kleine Erfolg, der eine
- 18:54geschriebene Satz, die Gegooglte Schule, das geführte Gespräch
- 18:58füttert deine Motivation für den nächsten Schritt.
- 19:01Das ist wie eine Aufwärtsspirale kleiner Siege.
- 19:04Und die letzte Frage im FAQ ist auch ne sehr reale
- 19:08Herausforderung. Was mache ich, wenn mein Umfeld,
- 19:10meine Familie, meine alten Freunde, meine neuen Ziele nicht
- 19:14unterstützt, sie vielleicht sogar belächelt oder schlecht
- 19:16redet? Ja.
- 19:18Das ist leider eine schmerzhafte, aber nicht seltene
- 19:21Erfahrung. Das alte Umfeld, das dich
- 19:23vielleicht nur im Kontext der Sucht kannte, ist oft an den
- 19:27alten Zustand gewöhnt. Auch wenn er schlecht war.
- 19:29Selbst wenn er destruktiv war. Ja, er war doch irgendwie
- 19:32bekannt und berechenbar. Wenn du dich jetzt veränderst,
- 19:35wächst, neue Wege gehst, kann das unbewusst ihre eigene
- 19:38Komfortzone bedrohen. Und dann reagieren Sie.
- 19:41Komisch, sie. Reagieren dann vielleicht mit
- 19:43Unverständnis, Skepsis oder sogar Spott?
- 19:46Gabriels Rat Hier ist dein eigenes.
- 19:48Warum? Der Grund, warum du dieses neue
- 19:51Leben für dich willst, muss lauter sein als ihre Zweifel.
- 19:54Das ist die innere Motivation. Ja und ganz wichtig, such dir
- 19:58bewusst neue verbündete Menschen, die dich verstehen und
- 20:01unterstützen. Das können Leute aus einer
- 20:04Selbsthilfegruppe sein, dein Therapeut, neue Freunde, die
- 20:08deine Vision teilen. Manchmal bedeutet persönliches
- 20:11Wachstum leider auch, sich von alten Beziehungen zu lösen, die
- 20:14einem systematisch die Energie rauben und einen klein halten
- 20:17wollen. Das waren wirklich ausführliche
- 20:20und sehr, sehr lebensnahe Antworten auf schwierige Fragen.
- 20:26Zum Schluss fasst Gabriel seine Kernbotschaft Ja noch mal
- 20:28zusammen. Und vertieft diese Idee der
- 20:31Umdeutung der Energie. Ja, er kommt noch mal auf diesen
- 20:33zentralen Punkt zurück. Die gleiche ungeheure Kraft, die
- 20:37dich fast in den Abgrund gerissen hätte, ist die Kraft,
- 20:40die dich jetzt zu ungeahnten Höhen tragen kann.
- 20:43Das ist schon n starkes Bild. Er beschreibt, dass der
- 20:45Wendepunkt für ihn persönlich die Erkenntnis war, dass all die
- 20:48Energie, die er früher in die Drogenbeschaffung steckte, das
- 20:51manipulieren, das Lügen, das ignorieren körperlicher Grenzen,
- 20:55die schiere Willenskraft. Dass die nicht an sich schlecht
- 20:58war. Genau, nur Ihre Ausrichtung war
- 21:00katastrophal. Und dann kam dieser
- 21:02entscheidende Gedanke. Was wäre, wenn ich diesen
- 21:05unbändigen Willen, diese krasse Resilienz nehme und sie bewusst
- 21:09auf positive Ziele lenke? Richtig auf den Aufbau von etwas
- 21:13neuem, wie sein Projekt Nilix Berlin, auf die Heilung von
- 21:17Beziehungen, auf das Schaffen eines Lebens, das sich echt und
- 21:20stimmig anfühlt. Das ist das große Geheimnis, wie
- 21:23er es nennt. Deine vermeintliche Schwäche,
- 21:25die Energie aus der Suchtzeit, ist in Wahrheit dein größtes
- 21:29Kapital für die Zukunft. Du hast bewiesen, dass du Dinge
- 21:32schaffen kannst, die andere für unmöglich.
- 21:34Halten die entscheidende Frage ist jetzt.
- 21:36Was kannst du alles erreichen, wenn du diese geballte Kraft
- 21:39endlich für dich einsetzt, statt gegen dich?
- 21:42Und Gabriels Überzeugung ist da ganz klar.
- 21:44Was sagt er? Alles, was du dir erträumst ist
- 21:48ohne Drogen nicht nur möglich, sondern sogar noch viel besser
- 21:53und nachhaltiger erreichbar. Das ist ein unglaublich
- 21:57hoffnungsvoller und stärkender Gedanke zum Abschluss.
- 22:00Und er mündet dir in einem letzten Anstoß, einem Gedanken
- 22:03für dich, der du gerade zuhörst. Ja.
- 22:06Dieses neue, Cleane Leben ist deine Chance.
- 22:10Nutze sie, um die beste Version von dir selbst zu werden, nicht
- 22:13irgendwann, sondern jetzt fang heute damit an, stell dir nur
- 22:18mal kurz vor, was wäre wirklich möglich, wenn du diese Kraft,
- 22:22die in dir steckt ab sofort für dich arbeiten?
- 22:25Lässt eine Frage, die wirklich nachwirkt.
- 22:27Die kann man mitnehmen, finde ich.
- 22:29Bevor wir uns gleich verabschieden, noch etwas
- 22:31Wichtiges in eigener Sache, oder besser gesagt in Gabriels Sache.
- 22:34Ja, gerne. Wenn dir dieser Beitrag gefallen
- 22:37hat, wenn du die Arbeit von Nilix Berlin wertvoll findest
- 22:41und vielleicht auch die persönliche Art, wie Gabriel
- 22:43seine Erfahrungen teilt, dann würde er sich riesig über deine
- 22:47Unterstützung freuen. Wie kann man denn helfen?
- 22:50Du kannst Gabriel ganz einfach helfen, indem du diesen Beitrag
- 22:53zum Beispiel auf Social Media teilst.
- 22:55Oder die heutige Besprechung hier, wo du sie gerade hörst,
- 22:58auf Spotify und. Bei Apple Podcasts oder wo auch
- 23:00immer positiv bewertest oder einen Like da lässt.
- 23:04Das hilft ungemein, sichtbarer zu werden.
- 23:06Absolut. Man muss wissen, das Projekt
- 23:09Nilix Berlin wird komplett allein von Gabriel finanziert
- 23:12und erstellt, da steckt unglaublich viel Herzblut und
- 23:15Arbeit drin. Das glaube ich sofort.
- 23:17Jede Form der Unterstützung, sei sie noch so klein, hilft Gabriel
- 23:20direkt dabei, dieses Projekt weiterzuführen und damit nicht
- 23:24nur sich selbst auf seinem Weg, sondern auch vielen anderen
- 23:26Betroffenen zu helfen. Das ist wichtig.
- 23:29Mich sein persönliches Motto, das ihn dabei antreibt, finde
- 23:32ich sehr schön, aus allem schlechten in seinem Leben etwas
- 23:34Gutes zu machen. Das ist wirklich eine Mission,
- 23:37die Unterstützung verdient, gerade weil sie so authentisch
- 23:40aus eigener Erfahrung gespeist wird.
- 23:42Ja, wenn wir das Ganze noch mal zusammenfassen.
- 23:44Gabriels Artikel auf Nielix Berlin zeichnet ein starkes
- 23:49Hoffnungsvolleres zu erschaffen. Der Kern ist diese kraftvolle
- 23:53Umdeutung. Die eigene Geschichte, die
- 23:55eigene Energie nicht als Bürde sehen.
- 23:58Sondern als Ressource und damit aus der Flucht vor dem alten
- 24:01Leben einen bewussten Aufbruch zu machen.
- 24:04In ein neues, selbstbestimmtes und erfüllteres Leben.
- 24:08Vielen Dank, dass du dir heute die Zeit genommen hast und uns
- 24:10zugehört hast. Wir hoffen, es waren wertvolle
- 24:13Impulse für dich dabei. Ja, danke auch von mir.
- 24:16Pass gut auf dich auf und bis zum nächsten Mal.
- 24:18Und wenn du mehr lesen möchtest, schau gerne auf nelixberlin.de
- 24:22vorbei. Dort findest du den
- 24:24vollständigen Artikel und viele weitere Texte und Ressourcen von
- 24:27Gabriel Mach s gut, Tschüss.