Latest / Rheinpegel - der Düsseldorf-Podcast / "Löwensenf"-Weggang aus Düsseldorf, Sicherheit in der Stadt und Neues aus der "Fliese"
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- Heute bin ich nicht alleine an dieser Stelle. Hallo Christopher. Hallo Tosia. Christopher Trinks sitzt mir gegenüber und dieses Intro gestalten wir heute mal ein bisschen anders als sonst. Wir reden über Senf, weil das ist offensichtlich gerade ein Thema, was die Stadt umtreibt und beschäftigt. Was geht in der Welt des Senfes, lieber Christopher? Du bist Experte, habe ich mir sagen lassen. Inzwischen ja. Ich habe mich da ein bisschen reingefuchst in das Thema. Das ist auf jeden Fall eine pikante Nachricht. Die Wortwitze bei diesem Thema sind wirklich, also so sehr es auch emotional aufgeladen ist für ganz viele Leute, die Wortwitze, they keep rolling, wirklich. Alle wollen ihren Senf dazugeben. Drück auf die Tube, komm. Was geht in Senfhausen? Ja, dass Löwensenf wegzieht und künftig nur noch in Thüringen produziert wird. Das war wirklich ein Schock für viele Düsseldorfer. Und daraufhin haben sich auch bei mir die Mostertfreunde Düsseldorf gemeldet. Ein ganz, ganz junger Verein, erst im September gegründet. Das ist natürlich jetzt doof, ne? Ja, die haben nämlich gerade riesige Vorbereitung für das große Jubiläum, was nämlich eigentlich das nächstes Jahr eingestanden hätte. Nämlich 300 Jahre Senfgeschichte in Düsseldorf. Das ist ja 100 Jahre noch mehr als Karneval. Also Senf und Karneval wirklich. Ich finde, irgendwie gehört das auch zusammen natürlich wegen der Snacks, also wegen der Frikadellen oder Schnitzelchen oder was, wo man dann Senf irgendwie sich draufschmiert. Und darum ist das schon, also kann ich schon verstehen, dass das ein emotionales Thema ist. Was ist mit diesem Senfverein? Ich habe was von einer Senfgefäßsammlung gehört. Einer Pöttchensammlung, wie man hier im Rheinland sagt. Genau, das sind sieben Mitglieder und das sind vor allen Dingen Sammler, die in den vergangenen Jahren immer mal wieder auf verschiedenen Flohmärkten, Radschlägermarkt und sonstiges nach eben Senfpöttchen gesucht haben. Nach historischen Stücken, in denen der Senf... Reingefüllt wird und wo er sich dann besonders gut hält. Die klassischen, die kennt man, das sind diese ABB-Senf-Töpfe mit dem Anker aus Steingut. Gibt aber auch ganz viele andere. So einer ist mir immer auf den Zeh gefallen. Das tut ganz schön weh. Also die sind massiv, so massiv, wie sie aussehen. Also bevor der Senf-Topf bricht, dann bricht wahrscheinlich eher der Zeh. Aber hallo. Also das heißt, du hast da besondere Senf-Töpfchen gesehen. Dieser Verein ist jetzt ein bisschen entmutigt, wahrscheinlich weil Senf aus Düsseldorf wegzieht, aber Senf gibt es ja noch. Der Verein sagt sich sogar jetzt erst recht, weil wenn es keine Firma mehr gibt, die Senf in Düsseldorf herstellt, dann soll zumindest die Geschichte dieser langen Tradition bewahrt bleiben und deswegen wollen sie jetzt auch ihre, unfassbar große Sammlung, also einer davon hatte allein 2000 Stück, dann hat er noch den Nachlass von einem Befreundeten. Wo lagert man das? Der meinte irgendwann zu mir, als dann die Kinder ausgezogen sind, war dann plötzlich Platz da, also Kinder raus, Pöttchen rein. Verstehe, das ist so dieses typische wir haben ein Zimmer zum Arbeitszimmer oder zum Yoga-Zimmer gemacht, ist jetzt das Senfzimmer. Cool. Und das Glück, der er hatte war, dass auch seine Ehefrau diese Sammelleidenschaft mitträgt und das ganze Wohnzimmer wirklich dekoriert mit Senfpöttchen, das war eindrucksvoll. Okay. Muss ich sagen, ja. Christopher, ich danke dir sehr für diesen kurzen, aber doch sehr scharfen. Einblick in die Welt der Senf-Sammelleidenschaft und jetzt als kleines Dankeschön darfst du den wichtigsten Satz dieses Podcasts sagen. Und damit herzlich willkommen zum Rheinpegel. Mein Name ist Christopher Trings. Mein Name ist Tasia Korban. Ihr hört Folge 358 und der Rhein steht bei 2,33 Meter. Music. Hallo zum Rheinpegel, dem Podcast, in dem wir jede Woche darüber sprechen, was Düsseldorf bewegt, was seine Bewohnerinnen und Bewohner umtreibt, kurz und gut, was geht. Mein Name ist Tosja Kohlmann und diese wirklich wunderschöne Aufgabe darf ich übernehmen. Wenn ihr uns etwas mitteilen wollt, könnt ihr das sehr gerne tun. Unter rheinpegel.podcast.reinische-post.de oder 0160 80 80 844 erreicht ihr uns. Wir freuen uns immer von euch zu hören. Das Senf-Thema zieht sich heute ein bisschen durch. Mit Maximilian Nowroth habe ich ausführlich über den Wegzug von Löwensenf aus Düsseldorf gesprochen. Diese Nachricht hat für viel Bewegung in der Stadt gesorgt. Maximilian Nowroth kennt die Einzelheiten zum Hergang dieser Entwicklung und erklärt, was die Stadt vielleicht hätte verhindern können. Lieber Max, ich habe noch nie so viel über Senf gehört, wie in den letzten vielleicht anderthalb Wochen. Es ist ein emotionales Thema und es ist offenbar, also alle mögen Senf, alle lieben Senf und alle sind berührt davon, dass Löwensenf, unser Senf, jetzt aus dieser Stadt sich irgendwie verabschieden muss. Kannst du mal ganz kurz ein bisschen die Genese dahin erzählen? Was ist passiert? Also ich glaube auch, dass es interessant ist, dass es die Leute so stark bewegt, was ja irgendwie zeigt, was für eine Tradition dieses Unternehmen hat, weil am Ende des Tages reden wir von 54 Beschäftigten, die jetzt davon betroffen sind, dass Löwensenf gesagt hat, wir stellen die Produktion in Düsseldorf bis Ende 2026 ein, was natürlich traurig ist für die 54 Leute, die ihren Arbeitsplatz verlieren, das muss man glaube ich als erstes mal sagen. Aber es hat auch sehr viele Menschen in der Stadt bis heute beschäftigt, wahrscheinlich werden wir an Karneval mehr denn je Löwensenf-Kostüme sehen. Ja, also dieses Produkt ist ja seit 1918 beheimatet in Düsseldorf. Es hieß auch bis vor zehn Jahren Düsseldorfer Löwensensens. Ich glaube, es ist die bekannteste Senfmarke Deutschlands, also nicht nur in Düsseldorf bekannt. Und dieses Unternehmen hat produziert oder produziert immer noch am Flughafen. Dieses Werk kennt man vielleicht auch, wenn man da auf der Autobahn vorbeifährt. Und das werden die aufgeben, diesen Standort. Das hat die Mutter von Löwensenf, das ist die Dewelei-Gruppe aus Unterhaching bei München bekannt gegeben, schon in der vergangenen Woche und seitdem. Ja, sind viele im Aufruhr und fragen sich halt auch, und das ist auch Thema in dieser Woche im Stadtrat in Düsseldorf, hat die Stadt das Kommen sehen, warum hat sie es nicht verhindert? Was hätte die Stadt denn verhindern können? Also genau, es gibt diese Löwensenf-Produktion und die wird ja jetzt einfach verlagert. Genau, also Löwensenf kommt künftig nicht mehr aus Düsseldorf, sondern aus Erfurt. Da gibt es ein Werk von dem Unternehmen Bornsenf. Das ist nicht 60 Jahre alt wie das Löwensenfwerk in Düsseldorf, sondern ungefähr sieben Jahre jung, hat eine PV-Anlage auf dem Dach, ist hochmodern, wie die Divelei-Gruppe so gerne sagt. Also ich war da noch nicht, aber wenn man es alleine sich mal anschaut vom Luftbild, sieht es schon einfach gut aus, weil es eben auch ein Neubau ist. Und da wird künftig eben nicht nur der Bornsenf, wie bisher, rauskommen, sondern auch Löwensenf. Und ja, die Stadt ist natürlich sehr traurig, weil eine Marke verschwindet, die hier wahrscheinlich so in einer Liga spielt wie Altbier oder Killepitsch. Ja, zum Beispiel ABB-Senf, die gehören ja auch zu Löwensenf. Die sind ja so groß und stehen in jedem Brauhaus auf dem Tisch. Bei meiner Metzgerei standen die da auch immer vorne dran, dass sogar der Hoppeditz am 11.11. Immer aus so einem ABB-Steintopf rauskommt, um da dann seine Reden zu halten. Und da war natürlich die Befürchtung groß. Ja, geht jetzt diese komplette Tradition verloren. Da gibt es aber dann eben zumindest die, ja nicht nur Hoffnung, sondern auch die Entscheidung, dass ABB Senf, also die noch ältere, fast 300 Jahre alte Marke, die zu Löwensenf gehört, die soll in Düsseldorf bleiben, nämlich in Form einer Schaumanufaktur, also Showroom Neudeutsch, wo auch immer der entsteht. Da sucht gerade die Wirtschaftsförderung von der Stadt Düsseldorf mit. Und der Löwensenfladen, den wahrscheinlich auch viele kennen. Also ich kaufe da manchmal Souvenirs für Leute, wenn ich die besuche in anderen Städten. Der soll auch bleiben an der Bergerstraße in der Altstadt. Verstehe. Also ganz verschwindet der Senf ja nicht. Aber genau, was hätte die Stadt verhindern können? Also was wäre da, wie kommt es zu dieser Frage? Also die Besonderheit bei dem Werk von Löwensenf hier in Düsseldorf ist, dass denen das Werk nicht selber gehört, sondern der Flughafen ist Eigentümer und die Stadt Düsseldorf ist ja zur Hälfte wiederum am Flughafen beteiligt und der Flughafen hat halt gesagt. Also der bisherige Mietvertrag läuft Ende 2026 aus, die wollten die da bis Ende 2030 halten, das hat Löwensenf aber abgelehnt, deswegen ist jetzt eben schon nächstes Jahr Schluss. Aber der Flughafen hat andere Pläne für dieses Gelände. Also das war schon ein paar Jährchen klar. Die wollen da den Flughafen ausbauen. Es gibt ja auch diesen Masterplan 2045 beim Flughafen Düsseldorf. Vielleicht werden da Büros entstehen, vielleicht ein Hotel. Jedenfalls wird das Werk perspektivisch abgerissen. Okay, aber die Frage ist ja, warum hat Löwensenf hier nicht investiert? Und da hat meine Recherche halt ergeben, also es gab zum Beispiel ein Gespräch zwischen Stefan Duracht, dem Chef von Dewelei und unserem Oberbürgermeister Stefan Keller, wo auch gesagt wurde, naja. Um hier ein neues Werk zu bauen, hätte Löwensenf halt zweistelligen Millionenbetrag, vielleicht 40 Millionen Euro investieren müssen. Und da die eben das Werk in Erfurt haben und PS dort auch die Menschen deutlich weniger verdienen als in Düsseldorf, nämlich ungefähr 1000 Euro im Monat weniger, es gibt da nicht mal einen Betriebsrat und der in Düsseldorf ist sehr stark. Gab es halt am Ende die, wie es immer so schon heißt, wirtschaftlichen Gründe, die dazu geführt haben, dass Löwensenf gesagt hat, sorry, Tradition ist das eine, aber die Zukunft sehen wir in Erfurt. Ich verstehe. Ich finde, wenn du das so sagst, die wirtschaftlichen Gründe, ich denke irgendwie die ganze Zeit auch so, was hätte man verhindern können und so. Ich denke irgendwie an eine Beziehung. Es ist ja eine Beziehung. Und es ist so ein bisschen diese unüberbrückbaren Differenzen, die dann immer angeführt werden, wenn sich irgendwie ein Paar getrennt hat und das in der Öffentlichkeit stattfindet. Und so ist es auch die wirtschaftlichen Gründe, weil genauso ist es, ja, es hört sich, wenn du das jetzt auch nochmal so beschreibst, irgendwie auch mit natürlich einem, ja, mit einem menschlichen Ton dahinter, genau, man wusste das irgendwie, also es gibt ein Problem, aber es ist ja viel schöner, da vielleicht auch jetzt nicht ständig drüber zu sprechen oder immer zu fragen, ja, was ist denn jetzt, wollen wir jetzt mal den nächsten Schritt und so, wollt ihr nicht jetzt mal selber investieren, wollen wir nicht mal irgendwie, und jetzt ist es halt so, darum wirkt es vielleicht so ad hoc und so. Ich glaube, das war's Also wenn man sich jetzt mal die Stadt als diejenige, von der sich getrennt wird, vorstellt, dann wurde die Stadt tatsächlich davon so überrascht wie wir und die haben es dann aus den Medien erfahren, also aus Artikeln auch von der Rheinischen Post. Und dann sagte mir aber wiederum Christian Zaum, der ist sowas wie der Wirtschaftsminister von Düsseldorf, also Beigeordneter für Wirtschaft unter anderem, dass die Stadt halt versucht hat, schon vor anderthalb Jahren auf Löwensenf zuzugehen, mit der Wirtschaftsförderung zu sagen, Mensch, können wir euch hier irgendwie unterstützen, vernetzen, vielleicht nach einem neuen Standort schauen. Und da kam wohl nur die, wie er sagte, relativ rüde Antwort zurück, nein, kein Interesse. Und rückblickend betrachtet vermutet er halt, dass dieser Abgang dann schon von langer Hand geplant war. Also dieses Zitat steht auch in dem Artikel, den ich geschrieben habe, das hat er mir so gesagt. Während Löwensenf geht da gar nicht drauf ein. Ich habe die dazu gefragt. Die sagen halt wiederum, also es ist ja auch spannend, wenn Paare sich trennen, mit wem du sprichst. Genau, es hängt die ganze Zeit an. Sagt dann Löwensenf, naja, wir haben halt dreimal versucht, dieses Grundstück nahe des Flughafens mit dem Gebäude zu kaufen. Dreimal ohne positives Ergebnis. Einmal 2001, als sie auch das Unternehmen Löwensenf gekauft haben und dann auch zuletzt sogar nochmal vor vier Jahren. Aber weil das halt nicht gelungen ist und denen der Standardnummer nicht gehört und die hier nicht oder viel mehr hätten investieren müssen, als sie es wollten, hat es dann eben nicht sollen sein. Ja, verstehe. Jetzt stelle ich eine Frage, die sich kontroverser anhört, als ich sie meine. Also ich entschuldige mich im Voraus. Also am Ende ist ja in der Tube, was jetzt auch in der Tube ist. Also das Rezept wird gleich bleiben. Das wäre ja auch irgendwie unsinnig, das zu verändern. Und ich glaube, die gute Nachricht für so Kern-Düsseldorferinnen und Düsseldorfer ist ja, dass ABB-Senf weiterhin hier produziert werden soll. Übrigens muss es das auch, weil sonst dürfte es sich nicht ABB-Düsseldorfer-Mostat-EU-Herkunftssiegel geschützt nennen. Ja, also wenn du dieses Produkt kaufst, dann findest du ja, egal ob im Supermarkt oder in diesem Laden, immer dieses blau-gelbe Siegel. Das dürfen nur Produkte tragen, die auch da hergestellt werden, wie sie heißen. Genauso wie Schwarzwälder Schinken aus dem Schwarzwald kommen müssen. Und Champagner. Genau. Nicht wahr? Ja. Verstehe. Ich danke dir für dieses, ich sag's jetzt, scharfe Gespräch, lieber Max. Sehr gerne und Düsseldorf wird weiter Spuren von Sally verteilt. Bis bald, tschüss. Kurze Pause. Vielleicht mit etwas Werbung. Music. Das Stadtbild verändert sich stetig. Manchmal offensichtlich, manchmal dauert es, bis man es merkt. Eher auffällig waren die Beton-Lego-Steine, die an den Ein- und Ausgängen zur Innenstadt und Fußgängerzone standen. Die sind in den letzten Wochen und Monaten ersetzt worden durch sogenannte Okta-Blöcke. Was die von den Klötzen unterscheidet, warum sie als sicher gelten und was weitere Pläne sind, das erzählt Alexander Esch. Hallo. Ich habe mich gefragt, wenn du so durch die Stadt läufst und wie wir aus vorherigen Gesprächen ja wissen, bist du selten mit dem Auto unterwegs, immer mal mit der Bahn, öfter mit dem Fahrrad. und ich interpretiere jetzt einfach mal dann und wann zu Fuß. Wenn du dann so durch die Stadt läufst, fallen dir oft Sachen auf, die sich verändert haben oder muss man dich da so drauf stoßen? Also hey, dieses eine Gebäude ist weg. Ach, ist mir noch gar nicht aufgefallen. Oder da gehst du jeden Tag durch die Stadt im nächsten Moment. Hier war gestern noch ein anderes Plakat. Doch, mir fallen schon viele Sachen auf. Ja? Doch, vor allem, wenn man eben auch mal an der Stelle länger nicht war oder so, wenn man nicht so den ganz alltäglichen Blick hat. Ich frage deswegen, weil mir ist was aufgefallen, als ich über die Bolkerstraße gelaufen bin. Da waren bis in meinen Augen vor nicht allzu langer Zeit so Blöcke, die quasi, ja, so ein bisschen wie so ein, fast wie so eine Abgrenzung waren zwischen der Straße und dann der beginnenden Fußgängerzone Innenstadt. Das gibt es auch auf der Mühlenstraße, diese Betonklötze. Und die sind auf einmal weg und da stehen jetzt so Pöller, so dicke Pöller. Was hat es damit auf sich? Ja, sie sehen schon eigentlich auf den ersten Blick aus wie ein Metallpfosten, kann man vielleicht sagen, der relativ massiv ist. Dieses ganze Ding wiegt mehrere hundert Kilo, also es bringt echt viel Gewicht mit. Und was die jetzt auszeichnet, deswegen heißen, das kann man auch aus dem Namen ein bisschen ablesen, Octablock, also Achteck, die haben unten so eine achteckige Scheibe, ist es ja dann nicht, weil es so eckig ist, aber sieht doch aus wie ein bisschen so wie ein Zahnrad. Und eben auch mit so wirklich krassen Zacken unten dran. Und wir reden eben von diesen Antiterrorsperren, also das sind schon weiterhin, ist das eine Einrichtung, die eben verhindern soll, dass irgendwo Fahrzeuge auf viel bevölkerte Plätze mit hoher Geschwindigkeit reinfahren können. Sondern dass da eben irgendwie Barrieren sind, die man erstmal umfahren müsste und so weiter. Und dafür sind die eben da. Und die haben eben unten diese zackige Kante, diese zackige Platte, weil das wohl dann so funktioniert, wenn ein Auto davor fährt und das Ding umkippt, dann verkeilt sich halt diese Zackenplatte im Fahrzeug und im Boden und bremst dann das Auto aus. Die füllen eigentlich so einen ähnlichen Raum aus, weil zwei ja nebeneinander stehen und dann versetzt dahinter, zum Beispiel jetzt am Burka Stern stehen welche, von der Heine Allee aus gesehen, dann nochmal versetzt dahinter, wieder zwei, sodass man da quasi einmal so Slalom fahren müsste, wenn man jetzt da rein will. Und es kann eben nicht komplett abgesperrt werden, weil ja immer Lieferverkehr da ist, weiß nicht, die Avista da was entsorgt. Und das ist nämlich, glaube ich, ja der Punkt, warum das jetzt großflächig ausgetauscht wird, oder? Weil wenn ich mich recht entsinne, sind alle Blöcke weg. Ja. Vorerst. Oder sind schon alle weg oder ist der Plan, dass es ausgetauscht wird? Ja, genau. Es gibt an der Mühlenstraße sind noch welche. Am Burgplatz sind ums Rathaus rum auch welche. Am Marktplatz auch, ja. Genau. Ja. Und Beukerstern haben wir gesagt. Ratingerstraße, glaube ich auch. Ja, stimmt. Stimmt, da auch der Eingang vor der Polizei direkt, ne? Wir reden jetzt so darüber, es geht ja... Darum etwas zu verhindern, was ja an sich schon einfach gar nicht sehr schön ist und in letzter Zeit aber leider immer häufiger passiert ist und zwar, dass irgendwie die Möglichkeit besteht, mit einem Auto, mit einem Fahrzeug in eine Zone zu fahren, wo sich Leute in Massen aufhalten oder FußgängerInnen und so. Also sind diese Dinger tatsächlich sicher? Also so pauschal kann man das bestimmt nicht sagen, aber ist das was, wo man dann sagt, okay, das ist so geprüft irgendwie, hat sich das in anderen Städten schon etabliert? Also wie kommt man auf diese Pöller? Ein Vorteil dieser Dinger ist ja auch, du hast gesagt, es ist Lichter, das heißt man kann auch einen besseren Überblick. Man sieht, man sah ja sonst nicht, was hinter diesen großen Blöcken da ist. Kommt da gleich ein kleines Kind da hervorgehen, oder was auch immer. Also allein das ist schon auch ein Vorteil. Ja, diese Sicherheitsfrage muss am Ende die Polizei beantworten. Das hat sie eben auch zusammen mit der Stadt getan. Da gab es eine enge Abstimmung, die uns die Stadt mitteilt. Bei der Auswahl dieser. Sicherheitseinrichtung und sie wird auch in anderen Städten tatsächlich eingesetzt. In Berlin werden diese Okta-Blöcke auch mehr und mehr installiert, auch bei vielen Fan-Zonen, bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr. Gibt sie dann auch so in verschiedenen Härtegraden quasi, das gibt es ja auch noch größer. Zwei unterschiedliche Größen, die aber nicht so einen großen Unterschied machen. Ein bisschen mehr Gewicht, ein bisschen höher. Ja, das ist eigentlich... Das ist der Stand und man kann vielleicht noch dazu sagen, es gab ja so eine längere Geschichte dieser Antiterrorsperren. Es gab ja mal ganz am Anfang so eine Ad-Hoc-Maßnahme, kann man sagen, nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin. Da wurden ja erstmal so große Schuttcontainer aufgestellt, auch auf der Mühlenstraße und so, also vor allem in der Altstadt. Aber was natürlich erstmal nur eine kurzfristige Lösung war und das war dann so ein bisschen längerfristig mit diesen Betonblöcken. Aber letztendlich war immer auch schon vor einigen Jahren die Idee, wir überlegen uns da sowas Grundsätzliches, was jetzt eigentlich am besten zum Einsatz kommen soll. Und diese Okta-Blöcke sind jetzt nun das Mittel der Wahl und die sollen eben auch noch an anderen Stellen zum Einsatz kommen. Wo zum Beispiel? Schadustraße, gerade am Werhen wird ja auch gebaut gerade. Da sollen die zum Beispiel zum Einsatz kommen. Es wird auch noch, sagt die Stadt, ein Gesamtkonzept für die Altstadt gerade erarbeitet. Also da könnte auch noch mehr kommen. Also ja, letztendlich an vielen Stellen in der Stadt mit großem Besucheraufkommen ist das sicherlich noch vorstellbar. Hat es etwas mit der anstehenden fünften Jahreszeit zu tun, dass das jetzt gerade ausgetauscht wurde? Also ist es auch so ein bisschen vielleicht um für Karneval auch einfach fürs Gefühl? Im letzten Jahr schon zum Teil. Also das ist jetzt nicht ganz aktuell, aber es ist eben auch nicht groß kommuniziert worden oder so, Weil die Stadt ja oder auch die Polizei mal sehr zurückhaltend sind, wenn es um Sicherheitskonzepte geht, auch um technische Details und so weiter, was ja nachvollziehbar ist. Und so hat es erstmal direkt mit Karneval nichts zu tun. So ganz grundsätzlich sind natürlich weiterhin diese Sperren auch zu den beschriebenen Zwecken da und natürlich würde auch ein Rosenmontagszug, wenn er da durch die Altstadt führt, haben diese Antiterrorsperren da auch ihren Zweck. Nur da wird es auch zusätzlich ein großes Sicherheitskonzept natürlich wieder geben, das jetzt auch nochmal komplett überarbeitet worden ist, für diesen Rosenmontagsdruck und aktualisiert worden ist und so weiter. Also das steht nicht in unmittelbarem Zusammenhang, aber ein indirekter Zusammenhang ist natürlich auch irgendwie immer da. So wie wahrscheinlich auch nachher mit den anderen Weihnachtsmarkten, Gourmetfest, Kölfestivitäten, die da immer stattfinden. Oder auch für den Alltag letztendlich. Die Alltag ist ja einfach generell ein Ort, der hochfrequentiert ist. Ja, also das heißt, diese Blöcke sind jetzt tatsächlich auch weg. Das ist jetzt keine Übergangslösung. Die werden jetzt abgeschafft. Jetzt gibt es diese Pöller. Das bedeutet, ein Stück weit wird versucht, diese öffentlichen Orte immer noch sicherer zu machen. Und ja, es bleibt nichts als zu hoffen, dass das funktioniert. Absolut. Ich danke dir sehr für dieses Gespräch. Wir sehen uns bald wieder. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Music. In Oberbeek tut sich was, immer und immer wieder. So auch auf der Flügelstraße mit der Fliese, manchen auch noch bekannt als die Kassette, bereichert Inhaber und Betreiber Matthias Biesel das Viertel durch guten Kaffee, Snacks, Kuchen, Drinks und Veranstaltungen. Wie er zum Wirt des Kiez-Wohnzimmers wurde, was er noch plant und warum er Oberbeek so mag, darüber haben wir gesprochen. Wieder einmal habe ich die Reise aus der Düsseldorfer Lokalredaktion an einen anderen Ort in Düsseldorf auf mich genommen, möchte ich sagen. Ich bin gelandet in Oberbilk auf der Flügelstraße in der Fliese. Mir gegenüber in einem sehr gemütlichen Eckchen in diesem schönen Café sitzt Matthias. Du bist der Betreiber, Inhaber. Was bist du eigentlich hier? Hi, liebe Tosja. Hallo. Ich bin Betreiber und Inhaber gleichermaßen. Wow. Die Fliese, das müssen wir vielleicht einmal betonen oder erwähnen, ist vielen Düsseldorferinnen und Düsseldorfern jetzt bekannt, aber war auch vorher schon ein Ort, wo man sich getroffen hat. Es war mal die Kassette. Genau. Bis vor knapp zwei Jahren war das die Kassette. Dann hat der Laden geschlossen im Oktober und die Betreiber, ich habe vorher schon an der Kassette gearbeitet, wussten, dass ich mich gerne gastronomisch selbstständig machen möchte und sind dann auf mich zugekommen und haben mir diesen schönen Ort dann übergeben. Und du hast das jetzt gerade schon gesagt, du wolltest dich eh gastronomisch schon betätigen. Wie ist das in dir gewachsen? Was ist dein Weg hierher? Wie konnte das passieren, dass wir jetzt hier sitzen? Ja, ich war zuvor auch Journalist, genauso wie du und hatte da schon die Idee, dass ich mal irgendwann gastronomisch selbstständig werden möchte, und habe dann gesagt, ich muss irgendwo den Absprung finden und habe ihn gefunden, wo er jetzt über... Drei Jahre, glaube ich. Und habe mir gesagt, ich würde gerne zwei Sachen machen, Kaffee und Bar. Und deswegen habe ich parallel in der Kassette gearbeitet. Das war eine Bar, reines Abendgeschäft, habe 18 Uhr geöffnet. Nebenher aber immer auch in Cafés. Um quasi das Beste aus zwei Welten selber in meinem Geschäft jetzt die Fliese vereinzeln zu können. Woher kommt dieser Wunsch? Also ist das irgendwie, bist du ein Gastro-Kind sowieso? Fasziniert dich einfach, weil ich finde, vom Journalismus zum Kaffeebetreiber oder Barinhaber ist ja schon eine kleine Schere. Also wie ist das in dir entstanden? Ich bin überhaupt kein Gastro-Kind. Ich habe bis zu dem Tag, wo ich das erste Mal in der Kassette damals gearbeitet habe, nie einen einzigen Tag in der Gastronomie gearbeitet. Ich war kompletter Neuling, aber da war irgendwas in meinem Kopf. Und diesen Traum wollte ich verfolgen, deswegen, also ich war mehr Newbie als ich, konnte man nicht sein, ich hatte keine Ahnung, wirklich gar nicht. Ich habe versucht quasi mir mein eigenes Studium, meine eigene Ausbildung zu schaffen durch meine Arbeit in den Läden quasi hands on. Verstehe und vielleicht auch ein bisschen der Ort, den du dann selber gerne besuchen würdest, oder? Also so hört sich das an, dass du einfach sagst, okay, was ist für mich irgendwie eine schöne Bahn, ein schönes Café, mache ich das einfach selber. Genau, ich habe quasi den Ort versucht zu erschaffen, an dem ich es selber am liebsten privat wäre, wenn es den gäbe und ich ihn nicht selber betreiben würde. Und ist der Plan aufgegangen? Absolut. Ich finde das auch spannend, das ist ja schon auch ein Schritt, sich sozusagen selbstständig zu machen und dann auch noch in der Gastronomie, in Zeiten, wo man vielleicht immer mehr hört, irgendwie ist es schwer, Systemgastronomie takes over, die Mieten steigen und so. Also hast du da das Gefühl dadurch, dass dieser Ort ja schon in irgendeiner Art und Weise auch etabliert war, gerade hier auf der Flügelstraße, das ist ja eh eine Straße, wo irgendwie viel passiert oder wo so das Viertel so ein bisschen zusammenkommt, also hast du das Gefühl, du hattest einen auch guten Einstieg, weil du quasi auch schon…. Stammpublikum übernehmen konntest, also wie war da die Stimmung, also oder hattest du Bedenken? Also für mich war das das größte Glück, dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist, weil der Ort an sich schon sehr schön ist, wir befinden uns hier auf einer Straße mit einem sehr alten Baumbeschleitenden Baumallee, also es ist einfach an sich eine sehr schöne Straße in Oberbilk und das Zweite ist, ja, ich habe extrem davon profitiert, dass die Menschen, die schon vorher in die Kassette gegangen sind, mich persönlich auch kannten, weil ich da ja auch über zwei Jahre gearbeitet habe oder knapp zwei Jahre und gewusst haben, dass da was weiteres Cooles kommen wird. Und das hat mir extrem in die Karten gespielt. Ich verstehe. Du hast ja schon ein bisschen was verändert. Also war dir das wichtig, dass du quasi nicht einfach nur reingehst und dann läuft es weiter nur mit einem anderen Namen. Wie bist du auf Fliese gekommen? Was hat es damit auf sich? Zum Ersten, ja, es war mir sehr wichtig, dass der Laden anders aussieht, anders heißt und auch ein anderes Konzept ist. Das war auch so mit den vorhandenen Besitzern abgesprochen. Es sollte keine Kassette 2.0 werden. Das hätte man durchaus machen können, weil der Laden auch gut lief. Das war nie eine Frage des Wirtschaftlichen. Aber ich wollte mein eigenes machen und deswegen habe ich versucht, es visuell und mit allem, was dazu gehört, es zu ändern. Ich habe viel hier gemacht. Der Boden ist der alte, aber er ist aufgearbeitet worden. Wir haben neu verputzt, wir haben neu gestrichen, wir haben die Theke ein bisschen umgebaut, alte Kassettengänger werden erkannt haben. Elemente sind geblieben, aber wir haben die Bäder komplett neu gemacht. Das wollte ich gerade fragen, wenn du sagst, wir, du meinst auch wirklich du und andere. Ich und Freunde und Handwerker, die mir ihr Know-how geliehen haben. Genau, wir haben den Eingangsbereich ein bisschen verändert. Wir haben viele, viele Fliesen integriert, die man. Sehr offensichtlich findet, wenn man den Laden betritt. Das leitet über direkt zum nächsten. Warum heißt der Laden die Fliese? Aus zweierlei Gründen. Der erste ist für mich, sind Fliesen in dem, wie ich sie hier präsentiere, das absolute Urlaubsgefühl. Das erinnert mich an Südspanien, also an Andalusien oder Portugal. Das erinnert mich an die Maghreb-Staaten. Das erinnert mich an den Nahen Osten, alles Ländern, die ich schon bereist habe. Und für mich ist das unweigerlich, wenn ich das sehe, ist das für mich Urlaub. Und Urlaub ist für mich im besten Fall Entspannung. Und genau dieses Gefühl wollte ich mit diesem Laden schaffen. Also Leute seien herkommen und das Gefühl haben, ich kann mich hier zurücklehnen und im Alltag entfliehen. Und das zweite, viel offensichtlichere ist, wir servieren alle unsere Speisen auf Fliesen, unterschiedliche Fliesen und deswegen ist es auf der Fliese kriegt man das Essen. Ich verstehe. Sammelst du die Fliesen irgendwie auch selber? Also gehst du manchmal so auf Fliesenjagd? Ich habe das große Glück, dass mir schon viele Leute Fliesen mitgebracht haben. Ja, ist eigentlich dann ein gängiges Geschenk wahrscheinlich. Kannst du dich bei Fliesen kaum noch retten. Ja, genau. Cool, schon wieder eine Fliese, danke. Wenn man genau hinschaut und die Fliesen umdreht, dann sieht man hinten auch Namen drauf. Das sind die Leute, die die dann geschenkt haben. Ach, wie schön. Und es steht der Ort drauf, woher sie kommen und das Datum, wann sie geschenkt worden sind. Deswegen, man kann natürlich auch als Gast, das haben viele Gäste auch schon gemacht, Fliesen mitgebracht. Ich wollte gerade sagen, also wenn man sich hier direkt beliebt machen möchte, kann man mit einer Fliese anreisen und dann bekommt man auf seiner Fliese seinen Kuchen oder sein Getränk serviert. Genau. Sehr schön. Jetzt haben wir schon ein bisschen darüber gesprochen. Es gibt hier hervorragenden Kaffee. Es gibt verschiedene Drinks auch, weil ja abends dann Barbetrieb ist. Ihr habt kleine Speisen. Was hast du da? Also was ist da das Konzept? Was war dir da wichtig? Die Idee war, in eine mediterrane Richtung zu gehen, ohne sich was anzueignen zu wollen, was man nicht kann. Das Ding ist, wir können selber hier nicht zubereiten. Deswegen sind wir darauf angewiesen, auf gute Partner, die uns beliefern. Und da haben wir unter anderem Empanada. Für mich ist das auch etwas, was ich mit Urlaub verbinde. Ja, ich weiß, ein südamerikanisches Essen. Die Länder sind nicht unbedingt für Fliesenkunst bekannt, aber es ist dennoch etwas, was ich mit Urlauber verbinde, weil ich da auch schon mal gereist bin. Wir haben vieles in Bio-Qualität, vieles von lokalen Partnern. Wir haben Bananenbrot, was eine Düsseldorf-Rontäne produziert. Wir haben Brownies eines Düsseldorfer Unternehmens. Wir haben Focaccia, was ja vielleicht etwas Italienisches ist, aber trotzdem etwas. Die Idee ist immer irgendwo schwirrt im Hintergrund das Urlaubsgefühl. Das, finde ich, spiegelt sich auch ein bisschen, wenn man nach draußen guckt. Also jetzt gerade ist es natürlich noch ein bisschen kalt, obwohl heute war ein sehr schöner, sonniger Tag. Ihr habt hier dieses Zelt, was ja auch mit, also ich bin ja, sobald Lichterketten am Start sind, bin ich eh in einem anderen Modus und könnte hier Stunden verbringen. Aber ihr habt hier so ein bisschen diese kleinen Sofas, es gibt Teppiche auf den Böden. Also das ist ja auch schon sehr urlaubig oder lädt sehr zum Verweilen und zum Entspannen ein. Jetzt habt ihr Tagesgeschäft, genau. Also man kann sich hier treffen und Kaffee kuchen, ganz klassisch. Und gen Abend wird es dann zur Bar und hier finden ja auch ganz viele andere Sachen statt und das finde ich ganz besonders spannend, ein Ort, der sozusagen designiert ist auf der einen Seite zum Treffen, Kaffeeklatsch im schönsten Sinne, aber wenn man zu bestimmten Zeiten hier ankommt, erlebt man Live-Musik, man erlebt Quizabende, es gibt irgendwie Treffpunkt-Momente und so. Was ist da die Idee, also war dir das von Anfang an wichtig, war dir klar, okay, ich möchte auch eine Bühne bieten für KünstlerInnen, MusikerInnen aus der Stadt vielleicht oder auch von ein bisschen weiter weg, also was ist da so, das war ja in der Kassette auch schon, hast du das übernommen oder hast du auch gesagt, okay, ich möchte das auch machen, aber selber gedacht sozusagen? Also ich habe in der Kassette mitbekommen, wie schön das sein kann und wie bereichernd das für ein Location sein kann. Also ich bin inspiriert worden durch die Kassette. Meine Idee war aber immer, es auszubauen. In der Kassette waren sehr viele, auch sehr gute Konzerte. Das wollte ich beibehalten und aber es noch schaffen, weitere Veranstaltungen einzustreuen. Also es gab in der Kassette auch noch mehr als Konzerte, aber dafür war sie sehr bekannt. Und somit habe ich jetzt versucht, Literaturabende mit einzubauen. Wir haben ein Format, das nennt sich Books in Biers, findet jeden ersten Dienstag im Monat statt. Da kommen professionelle SprecherInnen und tragen aus Werken zu einem Thema vor und im Anschluss hat das Publikum die Möglichkeit, ins Gespräch zu treten. Man diskutiert dann gemeinsam. Ich hätte, das ist ein Beispiel, ich hätte nie gedacht, dass, erstens habe ich anscheinend mit meinem Ort jemanden inspiriert, der auf mich zugekommen ist und gesagt, ich würde gerne so ein Format machen, lassen uns zusammen was überlegen. Also Ulf Plagemann heißt dieser Mensch, der moderiert das Ganze und dass es dann noch so ist, dass man so ein Format schafft und Leute aufstehen an so einem Abend und ganz offen vor 50, 60 anderen Menschen sprechen über ein Thema, politisch alles mögliche. Es ist in allen Bereichen scheitern, emotional werden und das hätte ich ja im Leben nicht mehr erträumen lassen, dass ich einen Ort schaffe, wo ich andere inspiriere, die es schaffen, Formate zu installieren, wo andere so wiederum, so viele Menschen mit abgeholt werden. Und das habe ich halt ganz häufig. Wir haben jetzt einen Social Run, da hat jemand, es ist sonntäglich, ab 12 Uhr trifft man sich, geht im Volksgarten, der hier direkt um die Ecke ist, eine Runde joggen, je nachdem jeder wie die Puste reicht und trifft sich ja anschließend auf einen Kaffee oder Kuchen. Und das ist spannend, das habe ich noch gar nicht mitbekommen. Genau und dann connecten Menschen so miteinander und auf einmal ist das ja ein Ort, der nicht nur Kaffee und Bar ist, was ich nie nur wollte, sondern auch ein Treffpunkt darüber hinaus, kulturell, aber auch gesellschaftlich. Und hast du das Gefühl, dass, also Oberweg ist ja eh auch ein sehr, ja hier ist eh viel los, habe ich das Gefühl. Ich finde auch, dass also die Menschen, die ich kenne, die hier leben oder sich hier bewegen, haben auch so sehr so ein kieziges Gefühl. Also ich finde auch gerade hier die Flügelstraße oder alles, was hier so angrenzt, wie ich eben schon gesagt habe, da sind ja auch noch andere Lokalitäten und so. Also hast du das Gefühl, dass auch immer mehr Leute von überall kommen quasi oder ist es doch schon sehr verortet hier, also sind deine Stammgäste hauptsächlich, die halt auch hier um die Ecke wohnen und dann in der Mittagspause vom Homeoffice irgendwie sich hier ihren Kaffee holen oder ihre Pause machen oder erlebst du auch, dass wirklich Leute von überall kommen jetzt, wo das Angebot immer größer und vielleicht breiter gefächert wird? Also anfänglich war es glaube ich so und... Ich glaube nicht nur, dass mein Stammpublikum aus Oberbild kommt, ich kann es nicht bemessen, bei vielen weiß ich, wo sie wohnen, aber längst nicht bei allen, aber ich habe das Gefühl, dass wir immer mehr auch in die anderen Stadtteile kommen und die Menschen explizit hier also nach Oberbild kommen, um in die Fliese zu gehen. Und das ist jetzt nicht unbedingt der Ort, wo man jetzt in Zweifel vorbeispaziert, weil einfach nicht so viel Publikumsverkehr ist. Es ist halt eine Seitenstraße und glaube ich, was auch häufig passiert, Leute, die sich im Polskarten bewegen und was auf die Hand haben wollen, die kommen hier vorbei. Auch sonntags merkt man das sehr stark und nimmt sich was mit. Deswegen, um deine Frage zu beantworten, ich glaube schon, dass wir mittlerweile stark über die Grenzen von Oberweg gewachsen sind. Ja, das Gefühl habe ich auch. Also ich höre das auch oft so, dass das hier was ist und dass Leute sich hier treffen oder hier hingehen, das stimmt. Und wie ist so, weil ich das jetzt schon eben so ein bisschen etabliert habe, wie ist so die Connection hier zwischen den Gastronomen, zwischen den anderen Leuten? Also habt ihr hier eine Community wirklich? Also man kennt sich, man tauscht sich aus, man befruchtet sich gegenseitig oder ist es so ein bisschen, hier ist ganz klar eine Zielgruppe vielleicht und dann zwei Häuser weiter im Restaurant ist die Zielgruppe oder weil die Straße ist ja auch irgendwie sehr offen. Also stelle ich mir vor, wenn hier draußen Leute sitzen und dann nebenan ist eine Pizzeria oder ein Italiener. Die sitzen dann auch draußen, also vermischt sich das auch manchmal? Ja, auf jeden Fall und es ist auch absolut meine Absicht, weil Gastronomie befruchtet sich ja eigentlich immer miteinander und ich verweise an den sehr guten Italiener nebenan und der verweist genauso an mich, aber auch andere, jetzt ist die Kaffeekultur in Oberböck nicht so riesig, aber Manis, wer es kennt auf der Kruppstraße, super toller Laden und die Mani ist ein super herzlicher Mensch und wir machen das auch so, wenn, ich kann nicht leider die Bandbreite an Essen oder die Breite ein Essen anbieten. Dann sage ich, geht zu ihr, die hat wirklich tolle Sachen, die macht alles selber, alles frisch. Und sie wiederum schließt nachmittags und verweist dann häufig an mich. Können wir beide davon profitieren und ich kann guten Herzens jenen dahin schicken. Wir haben hier direkt um die Ecke Jotas Forelle eine sehr alteingesessene Kneipe. Da kann man wunderbar Dart spielen. Da bin ich auch gerne mal. Wenn wir hier die Pforten schließen, kann man da nochmal auf ein Bier hin oder was auch immer. Unheilkoholisches Getränk. Ja, hier gibt es britische Biere, ist auch ein toller Ort, haben eine riesengroße Auswahl an Craftbieren, frisch vom Hahn, kann man auch gute Zeit verbringen, die haben auch tolle Quizabende. Also wenn du so erzählst, dann habe ich schon das Gefühl, dass hier irgendwie eine Menge geht und auch, dass ihr euch ja alle gegenseitig kennt und unterstützt, was ich sehr schön finde. Und ich würde jetzt gerne noch ein bisschen mehr über die Konzerte und über diese ganzen Sachen sprechen. Du veranstaltest Konzerte, weil du Musik liebst, gehe ich von aus, oder weil du das gerne hast, weil du gerne irgendwie das selber hörst. Hattest du auch das Gefühl oder hast du das Gefühl, dass es Bühnen braucht und deswegen ist das erst recht gut, dass du das hier veranstaltest? Also wie ist der Zuspruch da? Kriegst du viele Anfragen? Ich will mir das nicht anmaßen, aber mein Gefühl war schon, dass viele kleinere Konzertlocations in den vergangenen Jahren geschlossen haben und es solche Orte braucht, weil es gibt, ich glaube, es gibt in Düsseldorf Locations für kleinere Bands, die aber schon zu groß für unseren Laden sind, aber nicht für Leute, die einsteigen wollen oder es vielleicht auch nur hobbymäßig machen. Und da wollte ich schon ein Ort sein, oder eine Möglichkeit schaffen für solche Bands, weil ich glaube, wir haben das auf extrem viel. Gute MusikerInnen und KünstlerInnen, die haben aber halt nicht immer einen Ort, wo sie halt frei ausspielen können. Und wir haben hier, glaube ich, ein sehr dankbares Publikum, die sehr aufmerksam sind und wirklich dann für die Musik da sind und nicht die ganze Zeit quatschen, das Konzert beispielsweise so und das auch wertschätzen und. Das war mir wichtig, weil ich Musik liebe, weil ich denke, dass es gute KünstlerInnen in Düsseldorf gibt und weil es halt auch einfach eine sehr große Spannweite an Musik gibt. Also ich hatte hier schon einen Querflitisten, der geloopt hat mit Elektro und so. Ich habe demnächst eine Jazzband, die nur Akustik spielt. Ich hatte aber auch schon sphärische Sachen. Ich habe Singer, Songwriter. Ich will mich da gerne halt auch ausprobieren. Das ist ja das Coole. Ich kann es ja auch machen. Und wenn die Leute Bock drauf haben, dann kommen sie. Wenn nicht, ist das natürlich schade. Ja, ich verstehe. Ist das Booking, also du machst das alleine? Das heißt, man kann sich bei dir bewerben und du wählst ein bisschen nach deinem eigenen Gusto? Also das finde ich auch ganz spannend. Wie entsteht dann dieses Programm? Ich kriege sehr viele Anfragen von auch internationalen Künstlern mittlerweile. Das finde ich verrückt. Also ich habe den nächsten Australier, der hier spielt. Der macht Europatour und hält in der Fliese so, wo sonst. Ja, klar. Aber auch über Connections, Leute, die andere Leute vorschlagen, sagen, die sind gut, die machen geile Mucke so und dann, wenn ich die Person kenne und der Vertraue, dann weißt du, das wird schon gut sein. Also ich höre natürlich rein und letztendlich ist es, es ist leider so, was heißt leider, aber es ist halt einfach so, das, was mir gefällt, läuft halt auch in der Fliese. Auch hängen hier sehr viele Bilder an der Wand. Macht ihr hier auch Ausstellungen? Also ist das auch, werden die Wände quasi, die Fliesenwände auch bespielt und benutzt oder ist das jetzt gerade ein Zufall? Ne, tatsächlich haben wir immer Ausstellungen von auch jungen NachwuchskünstlerInnen, also in diesem Fall jetzt, ein Fotograf, der hier auch häufiger Gast ist, der Bilder ausstellt und ein Künstler, der sehr viel zeichnet, wenn wir hier Veranstaltungen haben und viele der Veranstaltungen halt festgehalten hat. Wir wollen auch Kunst ausstellen, also das ist auch immer, Freuen wir uns auch, wenn Leute sich melden. Ich habe am liebsten Sachen, die einen Düsseldorf-Bezug haben. Am aller, allerbesten einen Oberbeck-Bezug. Okay, ich höre schon so ganz leise raus, man darf sich bei dir melden, wenn man irgendwie das Bedürfnis, das Gefühl hat, man könnte hier auch mal was machen. Stimmt das? Immer gerne, ja, immer gerne. Jetzt geht die Disco-Kugel an, guck mal, das ist mein zweitliebstes Nachlichterketten. Ja, das ist jetzt der Übergang, jetzt ist nicht mehr Kaffee, jetzt ist es bar. Das ist aber schön. Stehst du selber auch viel hinter der Theke oder war das auch dein Wunsch und das passiert auch? Oder merkst du, du bist mit administrativen Sachen, mit irgendwie Orga hin und her so beschäftigt, dass du eigentlich selber nicht mehr den Kaffee machst und die Drinks mixt? Es ist halb-halb. Also wir haben zwölf Stunden am Tag offen. Natürlich kann ich nicht immer hier hinter der Theke stehen. Aber ich versuche schon noch da zu sein. Für mich ist aber Gastronomie nicht, ich bin nicht die Fliese, sondern die Fliese ist ein eigener, unabhängiger Ort. Und alle meine Mitarbeiter stehen mit ihrem Gesicht für die Fliese. Wie viele Leute hast du hier im Team? Neun sind wir. Und da ist es für mich nicht wichtig, dass ich immer da bin. Der Chef ist da. Ich merke, dass die Leute das freut, aber es ist für mich kein Muss. Ja, verstehe. Für mich ist eine Hälfte halt viel administrativ im Hintergrund, andere Hälfte hier aber vor Ort, weil es mir natürlich auch Spaß macht. Ich hatte letztes Jahr mal eine Zeit, da war ich weniger hier, da habe ich gemerkt, mir fehlt was. Aber man muss natürlich auch schauen, wie man so mit seinen Kräften und seiner Zeit aushält. Weil du natürlich am Ende auch der Ansprechpartner dann, wie wir gerade schon etabliert haben, für alles bist. Also du kriegst Mails, du kriegst Anfragen, du kriegst wahrscheinlich auch Warenbestellungen. Also es geht ja dann alles über dich, nicht wahr? Also du bist hier der Grupp der ganzen Organisation. Wenn du jetzt ein bisschen in die Zukunft schaust, also wir haben jetzt ja über die Geschichte gesprochen wir haben über den Jetzt-Zustand gesprochen hast du noch irgendwas, wo du denkst also möchtest du ein Fliesen-Festival veranstalten gibt es irgendwie, würdest du gerne mal die Fliese raustragen, weiß ich nicht Open-Air-Bühne im Volksgarten, also hast du da irgendwie so Ideen, hast du noch Wünsche offen die irgendwie, hast du Pläne, die dir noch so im Herzen rumgehen ich habe immer tausend Ideen, was alles noch machbar ist so möglich. Und ich bin aber immer, ich halte mich immer zurück, sage immer kleine Schritte, eins nach dem anderen. Was für mich ein nächstgrößeres Ziel oder Traum wäre, wären Coffee-Bikes. Quasi die Fliege, Fliege auf zwei oder drei oder vier Rädern. What's that ever. Rausfahren und halt guten Kaffee irgendwo hinbringen und wenn es die Konzession erlaubt, vielleicht auch mal ein alkoholisches Getränk dazu. Oder so auf so einem, hier am Oberbäckermarkt ist doch auch immer Markt, oder? So was? Verstehe! Ich finde, also ich gehe gerne auf den Markt in Flingern und da ist ein Coffee-Bike, beziehungsweise kann man Coffee kaufen. Ich finde das klasse. Also Marktbesuchen mit einem Kaffee auf der Hand, ich finde das mega. Und das gibt es aber gar nicht auf jedem Markt und könnte es mehr geben, meiner Meinung nach. Und jetzt so ganz konkret, also das waren jetzt ja so ein bisschen die Wünsche oder die Sachen, die du so, genau, vielleicht mit langer Sicht machst oder überlegst, was passiert jetzt in den nächsten Monaten? Also ist für den Sommer irgendwas geplant? Ja, also im Sommer auf jeden Fall. Unsere Terrasse wird größer. Die wächst im Sommer immer und sie wird noch schöner, als sie es eh schon war. Sie wird sehr grün, wir pflanzen ganz viel. Das ist mein Ziel. Ich möchte es noch mediterraner schaffen. Ich möchte, dass die Leute hier abends bei lauwarmen Wetter sitzen können und einfach bequem sitzen, gute Drinks genießen können, was Kleines dazu essen können. Für mich ist Terrasse das hört sich so lapidar an aber es steckt viel Arbeit hinter ich muss noch einige neue Möbel anschaffen genau Pflanzen, alles mögliche ich hoffe und ich glaube es wird sehr sehr schön also wird es ein guter Sommer in Oberbilk sowieso ich danke dir sehr für dieses Gespräch ich danke dir für den kleinen Einblick in deinen Alltag als Barbetreiber, Cafébesitzer als. Naja Konzertveranstalter und andere Formate sind ja auch, also man kann sich auf jeden Fall hier jeden Tag in der Woche irgendwie was abholen, nicht wahr? Ja, auf jeden Fall. Also wer interessiert ist, schaut bei Instagram vorbei, schaut auf meiner Homepage vorbei, da werde ich Thema geupdatet zu allen möglichen Events. Könnt ihr euch immer informieren und das sollte man vielleicht dazu sagen, die meisten meiner Veranstaltungen sind kostenlos, sie sind auf Spendenbasis. Das heißt, es ist sehr, sehr niederschwellig. Wenn es einem nicht gefällt, dann geht man halt wieder. Aber anschauen kann man sich sehr immer. Und die Möglichkeit, dass es gefällt, das weiß ich aus eigener Erfahrung ist, auf jeden Fall groß. Vielen, vielen Dank und ich freue mich schon, den einen oder anderen lauen Sommerabend hier zu verbringen und wir sprechen uns bald wieder. Ich danke dir. Tschüss. Das war der Rheinpegel für diese Woche. Wenn ihr uns, wenn ihr mir einen wirklich sehr großen Gefallen tun wollt, dann abonniert diesen Podcast überall, wo es ihn zu abonnieren gibt. Bewertet ihn mit Punkten, mit Daumen, mit Sternen, mit allem, was geht und teilt diesen Podcast. Erzählt doch jemandem davon, der Düsseldorf liebt oder hey, noch viel besser, der das gefälligst noch lernen soll. Ich danke euch fürs Zuhören. Mein Name ist Tasia Kornmann. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Den Rheinpegel gibt es jeden Donnerstag neu. Folgt dem Podcast jetzt in eurer Podcast-App, um keine Episode mehr zu verpassen. Music.