Latest / ntv Wirtschaft / Social Media made in Europe - Kann eine neue Plattform gegen US-Giganten bestehen?
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- Chinas Automarkt bricht im April regelrecht ein. Auch Elektroautos schwächeln. Ein Top-Ökonom rechnet mit der Politik ab und sagt, auf wirtschaftlichen Rat hört eigentlich kaum jemand. Und in Europa startet eine neue Social-Plattform, mit dem Anspruch, es mit den US-Giganten aufzunehmen. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Es ist schon ziemlich krass, was in China gerade passiert. Jahrelang war der Automarkt dort der Wachstumsmotor. Und jetzt? Im April brechen die Autoverkäufe dort um mehr als 21 Prozent ein. Nur noch rund 1,4 Millionen Fahrzeuge gehen raus. So wenig wie seit den Lockdown-Zeiten 2022 nicht mehr. Die Konjunktur läuft schwach. Viele Verbraucher halten sich zurück, gerade bei großen Anschaffungen. Verbrenner verlieren massiv an Nachfrage, minus ein Drittel. Aber auch Elektroautos und Hybride geben nach. Das zeigt, das Problem ist größer als nur ein Technologiewechsel. Für deutsche Hersteller ist das heikel. Volkswagen, Mercedes, BMW oder Porsche haben in China lange sehr gut verdient. Jetzt treffen sie auf harte Konkurrenz lokaler Anbieter und auf Kunden, die deutlich vorsichtiger geworden sind. Wie groß der Druck wirklich ist und ob deutsche Autobauer davon profitieren können, das ordnet jetzt unser Börsenreporter Patrick Duane ein. Für Volkswagen, BMW und Mercedes ist das besonders kritisch. Genau mit diesen Verbrennermodellen nämlich hat man in der Vergangenheit hohe Margen erzielen können. Eine Vielzahl von Problemen kommt zusammen, nicht auch bei den Elektroautos, wo ohnehin die Margen insgesamt kleiner sind und der Preiskampf enorm, vor allen Dingen in China. Und nicht nur das. Gleichzeitig hat China auch die Ausfuhren, also die Exporte, um 112 Prozent gesteigert im abgelaufenen April und setzt sozusagen den Autobauern auch hierzulande vor der eigenen Haustür weiter den Kampf an. Und am Ende muss man dann eher mal befürchten, dass das dicke Ende in der Automobilbranche zumindest hierzulande eher noch kommt, als dass eben die Talsohle durchschritten ist. Wenn irgendwo in der Welt die Wirtschaft schwächelt, wird meist nach dem Staat gerufen. Sollte der Staat immer einspringen? Nehmen wir das aktuelle Beispiel mit der Entlastungsprämie. Die Bundesregierung wollte mit 1000 Euro steuerfrei helfen. Doch der Bundesrat hat das Vorhaben gestoppt. Der neue Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr hält das für richtig. Seine Kritik? Zu teuer, zu wenig zielgenau, sagte er in einem NTV-Interview. Statt breiter Maßnahmen plädiert er für gezielte Unterstützung, also Hilfe genau dort, wo Haushalte wirklich unter Druck stehen. Und er stellt auch in Frage, ob die Lage aktuell überhaupt so angespannt ist, dass neue Eingriffe nötig sind. Felbermayr ist einer der, der Einfluss nehmen könnte. Denn er ist nicht nur Mitglied im Sachverständigenrat, sondern auch wissenschaftlicher Beirat im Wirtschaftsministerium. Wohlgemerkt, Einfluss nehmen könnte ... Denn so richtig wird offenbar nicht auf die Experten gehört. Nadine Janz hat auch darüber mit ihm gesprochen. Der Bundesrat hatte ja am Freitag die Entlastungsprämie gestoppt. Die Bundesregierung hatte eigentlich vor, dass Unternehmen steuerfrei mit 1000 Euro Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entlasten können. Halten Sie den Stopp für richtig? Ja, ich halte das für richtig. Die Entlastungsprämie ist wenig zielgenau. Sie ist sehr teuer. Wenn man entlasten will, dann gibt es bessere Methoden. und da sollte sich jetzt die Bundesregierung vornehmen. Das heißt, sie sollte davon ablassen? Sie sollte davon ablassen und mit einem neuen, wenn man denn schon unbedingt wählt, man könnte auch sagen, so schlimm ist die Lage jetzt nicht im Vergleich zu Beginn dieses Jahres. Deutschland hat keine stürmische Konjunktur, das war vorher auch schon so. Die Preise an den Zapfsäulen sind hoch, ja, das stimmt, aber sie sind auch nicht exzessiv hoch. Die Frage ist, ob man überhaupt etwas tun muss in dieser Lage, gegebenen Finanzlage. Aber wenn man den schon entlasten will, dann kann man das besser tun, indem man den Haushalten, die konkret aktuell Schwierigkeiten haben, auch zielgenau dosiert hilft mit Direktzahlungen. Haben Sie denn das Gefühl, dass die derzeitige Bundesregierung genügend auf ökonomischen Rat hört? Nein, das Gefühl habe ich nicht. Bei Einzelnen sehr wohl. Wenn man die Klingbeil-Rede bei der Bertelsmann Stiftung noch im Kopf hat, die war sehr ermutigend. Auch viele Wortmeldungen von Frau Reiche, von Herrn Merz, das macht schon alles Sinn. Könnt ihr vielleicht mal ein, zwei Punkte sagen, die Sie da besonders eindrücklich fanden? Es gibt niemanden von den genannten Personen, die den Notwendigkeiten von Reformen Abrede stellen würden. Also das ist klar. Was uns frustriert, ist, dass diese Erkenntnis keine Folgen hat. Sie hatten vorhin die Steuerreform angesprochen. Was soll denn da jetzt kommen? Und vor allem wird was kommen? Ob was kommt, das ist eine gute Frage, die kann ich nicht beantworten. Dass etwas kommen sollte, das sagen Ökonomen und Ökonomen seit vielen Jahren mittlerweile. Deutschland leidet unter dem sogenannten Mittelstandsbauch. Das bedeutet, dass in der Mitte der Einkommensverteilung die Progression des Stahlsatzes sehr hoch ist. Dort haben wir das Problem, dass ein paar Stunden mehr leisten sich nicht ausreichend lohnt für die, die sich das überlegen oder die die Möglichkeit haben. Hier bräuchte es eine Abflachung, die muss gegenfinanziert sein. Das ist auch klar. In Normalzeiten, ohne einen Inflationsschock wie den, den wir aktuell haben, würde ich dafür sagen, da wäre die Mehrwertsteuer etwas, an dem man drehen kann. Wenn man innerhalb des Systems gegenfinanzieren muss, dann wird man das am oberen Ende der Einkommensverteilung tun müssen. Dosiert, nicht übersteuern. Das heißt für Sie dosiert? Ja, dass die Steuersätze nicht beliebig hoch sein dürfen. In meinem Land, Österreich, ist der Reichensteuersatz bei 55 Prozent. Das halte ich für viel zu hoch. Gabriel Felbermeier war das. Und seine Botschaft ist ziemlich klar. Pauschale Entlastung hilft selten dort, wo sie wirklich gebraucht wird. Stört es Sie auch, dass wir uns bei Social Media fast ausschließlich auf US-Plattformen bewegen? Es könnte jetzt eine Lösung geben. Am Wochenende ist WSocial gestartet. Eine Plattform, die sich als europäische Antwort auf Ex- und andere US-Netzwerke versteht. Die Idee, mehr Datenschutz, mehr Transparenz und vor allem mehr digitale Souveränität in Europa. Also weniger Abhängigkeit von großen amerikanischen Plattformen. Das Thema treibt Politik und Unternehmen schon länger um. Denn Daten, Reichweite und Kommunikation, all das liegt bisher stark in der Hand weniger globaler Player. Ob WSocial daran wirklich etwas ändern kann, ist offen. Denn Plattformen leben von Netzwerken und die entstehen nicht über Nacht. Wie das konkret funktionieren soll, erklärt jetzt die Mitgründerin Anna Zeiter selbst. Das Interview hat Sibylle Schar geführt. Was macht Ihre Plattform denn jetzt wirklich besser und sicherer als Facebook, TikTok und Co.? Ja, gute Frage. Vielen Dank. Also in erster Linie, die Daten sind in Europa gespeichert. Wir haben das ganze System auf europäischer Infrastruktur aufgebaut. Die Investoren kommen aus Europa. Ein zweites Plus. Drittes Plus ist, wir werden Nutzerinnen und Nutzer sozusagen mit einer Einlasskontrolle verifizieren. Wir wollen sicherstellen, dass Nutzerinnen und Nutzer mindestens 18 Jahre alt sind und menschlich sind, weil wir eben auf anderen Plattformen gesehen haben, dass diese ganzen AI-Bots nicht viel Gutes zur demokratischen Debatte beitragen. Darüber hinaus wird es in Zukunft weitere Funktionalitäten geben, aber das ist noch für die nächsten Wochen und Monate geplant. Ja, ich würde gerne noch mal nachhaken. Sie haben gerade das Stichwort Einlasskontrolle gegeben. Das hat sicherlich erstmal ganz, ganz viele Vorteile. Ziel Ihrer Plattform ist es aber, dass hinter Inhalten auch echte Menschen stecken. Aber schließt das zum Beispiel besonders schutzbedürftige Gruppen nicht vielleicht auch aus, die einfach anonym bleiben wollen? Gute Frage. Und genau das haben wir uns auch überlegt. Das heißt, wir als W werden nur wissen, dass sich ein Nutzer angemeldet hat oder eine Nutzerin, die menschlich ist und über 18. Wir selbst wissen nicht den Namen. Nutzerinnen und Nutzer können sich dann selbst dazu entscheiden, ob sie unter Klarnamen auftreten wollen oder unter Anonym. Und das haben wir genauso ausgewählt, dass insbesondere Nutzerinnen und Nutzer aus Ländern mit autokratischen Regimen teilnehmen können, ohne Angst haben zu müssen, dass sie verfolgt werden. Also wir haben sozusagen versucht, das Beste aus beiden Welten zu kombinieren in einer Datenschutz-hoffentlich-vertrauenswürdigen Art und Weise. Frau Zeiter, noch eine abschließende Frage. Ihre Plattform ist sozusagen ja taufrisch. Mit wie vielen Nutzern rechnen Sie und was macht Sie so sicher, dass Sie den Platz zwischen Facebook und TikTok ernsthaft Konkurrenz machen können? Wir sind auf dem sogenannten AT-Protokoll. Auf dem Protokoll sind auch andere Player wie zum Beispiel Blue Sky. Eurosky und durch diese technische Verknüpfung sind wir bereits oder können wir mit 40 Millionen Nutzerinnen und Nutzern weltweit kommunizieren. Von dieser Anzahl befinden sich, wie wir vermuten, bereits 10 Millionen in Europa. Das heißt, wir fangen nicht mit dem sogenannten Empty-Disco-Problem an, Anna und ihre zehn Freunde, sondern wir fangen mit einem großen Netzwerk an. Und zu diesem fügen wir jetzt eigene W-Nutzer hinzu. Und ich kann Ihnen sagen, übers Wochenende haben wir hunderte, wenn nicht sogar tausende Nachrichten bekommen von Early Birds, die gerne dabei sein möchten. und ich hoffe, dass wir bis Ende des Jahres das Ziel 100.000 haben und vielleicht Ende des nächsten Jahres eine Million. Aber Sie wissen, Sachen ändern sich so schnell aktuell, aber wir haben unglaublich großen Zuspruch bereits über das Wochenende bekommen. Ja, wir sind ganz gespannt, wie das weitergeht und werden das hier bei NTV natürlich auch genau im Auge behalten. Anna Zeiter, die Mitgründerin von WSocial. Dankeschön für das Gespräch. Ihnen noch einen schönen Tag. Zum Schluss schauen wir noch nach Ungarn. Dort gibt es einen politischen Wechsel mit möglichen wirtschaftlichen Folgen. 16 Jahre war Viktor Orban in Ungarn an der Macht. Der neue Ministerpräsident heißt Peter Magia. Das Parlament wählt ihn mit klarer Mehrheit ins Amt. Seine konservative TISA-Partei verfügt über eine Zweidrittelmehrheit und damit über großen Spielraum für Reformen. Magia kündigt an, Ungarn wieder stärker an Europa heranzuführen. Ein erstes Signal folgt direkt. Die EU-Flagge kehrt zurück ans Parlamentsgebäude in Budapest. Für die Wirtschaft ist das durchaus relevant. Denn unter Orbán hatte sich das Verhältnis zur EU verschlechtert, mit Folgen für Investitionen und Vertrauen. Barbara Zollmann ist Geschäftsführerin der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer. Astrid Fronja hat mit ihr gesprochen, und sie als erstes gefragt, wie denn der Wahlsieg von Magia aufgenommen wurde. Waren bei Ihnen dann erstmal alle erleichtert oder was war die Reaktion? Also wir messen das ja anhand der Wirtschaft und haben in unseren Umfragen gesehen, dass die Wirtschaft sofort darauf reagiert hat. Wir hatten eine Umfrage vor und nach den Wahlen und da haben wir tatsächlich einen Sprung von plus 27 Prozent bei der Investitionsbereitschaft gesehen. Und ich glaube, das ist ein großer Indikator dafür, dass die Wirtschaft Hoffnung in diese neue Regierung und die Situation setzt. Und die Reaktion der Bevölkerung haben sie selber in den Bildern gesehen und haben festgestellt, dass da wirklich unheimlich viele Leute begeistert sind, viele junge Leute. Und insofern schauen alle oder der größte Teil auf jeden Fall im Moment sehr hoffnungsvoll auf die Veränderungen in Budapest. Orban gilt ja als Freund von Putin. Das war vor allen Dingen den anderen EU-Ländern ja immer wieder ein Dorn im Auge. Was bedeutet das jetzt? Ist Modja ein Freund ebenfalls von Putin oder wie ist das Verhältnis? Der neue Ministerpräsident hat ja schon in den Tagen zuvor und auch jetzt bei dem Amtsübergang gesagt, dass er ein starker Verfechter der Europäischen Union und der NATO und anderer westlicher Werte ist. Also insofern können wir schon mit einer Veränderung dort rechnen. Wie sich das im Außenverhältnis zu den einzelnen Ländern und Wirtschaftspartnern darstellen wird, Das kann man jetzt noch nicht absehen, aber auf jeden Fall das Bekenntnis zur EU ist ganz eindeutig. Die deutsche Wirtschaft lahmt, um es mal positiv auszudrücken. Wir haben dieses Jahr wirklich nur ein Mini-Wachstum. Wenn wir jetzt mal auf das deutsche-ungarische Verhältnis schauen in Sachen Wirtschaft, welche Branchen arbeiten da eigentlich eng zusammen und inwiefern können deutsche Unternehmen von diesem Regierungswechsel jetzt in Ungarn profitieren? Das Wirtschaftswachstum in Ungarn ist jetzt gerade auch nicht sehr groß und das ist ein Teil der Aufgabe, die auch die neue Regierung zu tun haben wird und das eben bei einem sehr engen Staatsbudget. Aber es gibt auf jeden Fall sehr viele Potenziale für die Weiterentwicklung und die deutschen Firmen spielen da in der Tat eine große Rolle. Aktuell sind etwa ein Viertel des ungarischen Außenhandels mit Deutschland verbunden. Und von den ausländischen Investoren sind 30 Prozent deutsche Investoren, die zum BIP beitragen. Und das bedeutet einfach, es liegt sehr viel Potenzial in dieser deutsch-ungarischen Wirtschaftsbeziehung. Und die Bereiche, die man dort ansprechen kann, das sind, glaube ich, auch die, in die der Staat künftig mehr investieren möchte. Das sind das Gesundheitswesen, das ist der Energiesektor, das ist vor allen Dingen auch der Schienenverkehr. Und deswegen sind doch alle recht positiv, wenn sie nach vorne schauen, dass da Potenziale, die jetzt wirklich liegen geblieben sind, auch künftig gehoben werden können. Barbara Zollmann, herzlichen Dank nach Budapest. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.