Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #6 Folge 15: Distanzlos: Wie meine kaputte innere Alarmanlage die Sucht befeuerte
Transcript
- 0:00Salo und herzlich Willkommen zu unserer heutigen Besprechung.
- 0:04Wir schauen uns heute gemeinsam einen Artikel von Gabriel Metz
- 0:07an, der ja online als Neelix Berlin bekannt ist.
- 0:11Der Text heißt Distanzlosigkeit und sucht, wenn man keine
- 0:15Fremden kennt und sich selbst verliert und ist auf seiner
- 0:18Webseite Clean mit Neelix Berlin.
- 0:21Genau. Und das Besondere daran ist ja,
- 0:23dass Gabriel Metz da wirklich sehr, sehr offen über seine
- 0:26eigenen Erfahrungen schreibt, also mit Sucht und auch mit
- 0:29psychischen Themen. Absolut.
- 0:31Er teilt da wirklich viel von sich.
- 0:32Unser Ziel heute ist es, so ein bisschen die Kernaussagen aus
- 0:36diesem doch sehr persönlichen Text für dich rauszuholen.
- 0:39Ja, lass uns das mal angehen. Also lass uns das vielleicht mal
- 0:41auseinandernehmen. Der Artikel beleuchtet ja eine
- 0:44Verbindung, die vielleicht oft übersehen wird.
- 0:48Ja, das. Stimmt nämlich die zwischen
- 0:50dieser Bestimmung. In Form von Bindungsstörung, der
- 0:53Distanzlosigkeit oder wie er es auch nennt, Enthemmte
- 0:56Bindungsstörung. Genau.
- 0:58Und wie daraus dann ne Suchterkrankung entstehen kann.
- 1:01Exakt. Und was Gabriel Metz da von
- 1:03Anfang an klarstellt, und das ist wichtig.
- 1:06Das ist keine Charaktereigenschaft, so nach
- 1:08dem Motto, der ist halt so. Ah okay.
- 1:11Sondern es ist oft die Folge von frühen, ja teilweise
- 1:14traumatischen Erfahrungen, wenn Babys oder Kleinkinder eben
- 1:19keine verlässliche Bezugsperson hatten.
- 1:21Sowas wie Vernachlässigung, oder?
- 1:23Ja genau, Vernachlässigung, vielleicht auch häufige Wechsel
- 1:26der Betreuungspersonen. Das Ergebnis ist dann, dass sie
- 1:29nie richtig lernen, wem sie eigentlich vertrauen können und
- 1:33wo gesunde Grenzen sind. Und das zeigt sich dann später
- 1:36im Leben, im Erwachsenenalter. Richtig, das äußert sich dann
- 1:40oft durch ein ja distenzloses Verhalten gegenüber Fremden.
- 1:45Man erzählt wildfremden Leuten intimste Details, Puh, es fällt
- 1:50schwer, nein zu sagen, eigene Grenzen zu schützen, und oft
- 1:54geht damit auch ne höhere Risikobereitschaft einher, man
- 1:57erkennt gefahren einfach schlechter.
- 1:59Und lässt dann vielleicht auch zu, dass eigene Grenzen
- 2:02überschritten werden. Genau das.
- 2:04Man wird verletzlicher für Ausnutzung.
- 2:06Okay, und hier wird s ja dann wirklich spannend im Artikel,
- 2:09weil Gabriel Metz sehr eindringlich beschreibt, warum
- 2:12das so gefährlich ist und wie das dann eben direkt in die
- 2:16Sucht führen kann. Ja, er nennt das ja quasi, dass
- 2:19Menschen mit dieser Prägung leichte Beute sind, zum Beispiel
- 2:22für ausbeuterische Freundschaften, gerade so in der
- 2:25Drogenszene. Das ist n ganz wichtiger Punkt,
- 2:28diese Verletzlichkeit, dieses quasi nicht nein sagen können.
- 2:32Und dazu kommt dann noch diese ständige Suche nach
- 2:34Zugehörigkeit. Ah ja.
- 2:36Die Illusion von Familie oder Gemeinschaft, die so eine Szene
- 2:40ja manchmal bieten kann oder zumindest verspricht, Mhm und
- 2:43ganz oft steckt dahinter auch eine tiefe innere Leere, ein
- 2:46Gefühl von Wertlosigkeit, das dann durch Substanzen betäubt
- 2:49werden soll, so ne Art Selbstmedikation eigentlich.
- 2:53Eine verzweifelte Suche nach Linderung.
- 2:55Genau. Und.
- 2:56Und die Impulsivität, die oft auch mit dieser Störung
- 2:58einhergeht, die macht es natürlich zusätzlich schwer,
- 3:01Drogen dann abzulehnen, wenn sie angeboten werden.
- 3:04Das klingt wirklich wie ein Teufelskreis.
- 3:06Ja, ist es oft auch. Die Sucht wird dann zum
- 3:08scheinbar verlässlichen etwas in einem sonst chaotischen
- 3:11Innenleben. Aber, und das betont der Autor
- 3:14ja auch, es gibt einen Ausweg. Das ist ja die gute Nachricht,
- 3:17was ist da der Schlüssel? Der Schlüssel liegt laut dem
- 3:20Artikel in einer Doppeldiagnosetherapie.
- 3:24Also einer Therapie, die beides angeht.
- 3:26Beides heißt. Die sucht und die
- 3:28zugrundeliegende Bindungsstörung man kann nicht nur das eine
- 3:31behandeln. Okay das macht Sinn.
- 3:33Zuerst muss natürlich oft die akute Sucht gestoppt werden, das
- 3:36ist klar. Aber dann geht's an die Wurzel,
- 3:39also lernen, Grenzen zu erkennen, die eigenen und die
- 3:42von anderen, und sie dann auch zu setzen.
- 3:45Das berühmte Nein sagen lernen. Genau.
- 3:48Aber auch Gefühle zu regulieren, ohne zur Substanz greifen zu
- 3:51müssen. Sicherere, gesündere Beziehungen
- 3:53aufbauen, den Selbstwert stärken, das ist ein langer
- 3:56Prozess. Verstehe.
- 3:59Der Artikel hat ja auch so NFAQ Bereich, der ist ganz hilfreich
- 4:02finde ich. Da werden so n Paar typische
- 4:04Fragen geklärt, zum Beispiel ist denn jetzt jeder offene Mensch
- 4:09gleich distanzlos? Ja, gute Frage.
- 4:12Und die Antwort ist klar nein, absolut nicht OK.
- 4:15Der Autor Gabriel Metz unterscheidet da ganz klar,
- 4:18Extrovertiertheit ist was anderes, das ist eine
- 4:21persönlichkeitseigenschaft extrovertierte Menschen sind
- 4:24gern unter Leuten, aber haben meistens gesunde Grenzen.
- 4:27Und distanzloses Verhalten. Das entspringt eher diesem
- 4:30ungestillten Bedürfnis nach Bindung, nach Nähe, wirkt aber
- 4:33oft unangemessen, zu schnell, zu intim.
- 4:36Und dahinter steckt eben oft diese frühe Verletzung.
- 4:39Leuchtet ein. Und die andere große Frage aus
- 4:42dem FAQ, kann man denn als Erwachsener überhaupt noch
- 4:46lernen, Grenzen zu setzen, wenn man das als Kind nicht gelernt
- 4:49hat? Ja, und das ist ne ganz zentrale
- 4:50Botschaft des Artikels. Ja, das kann man.
- 4:52Das ist ermutigend. Absolut.
- 4:55Es ist natürlich n Langer-Weg, das ist keine Frage, es braucht
- 4:57Therapie, es braucht bewusste Übung, Selbstreflexion, aber es
- 5:02ist möglich, dieses Muster zu durchbrechen und zu lernen, sich
- 5:05besser zu schützen. Mhm.
- 5:08Er erwähnt ja auch kurz den Unterschied zur Co Abhängigkeit.
- 5:10Stimmt, die fokussiert sich ja meist auf eine bestimmte Person,
- 5:14den Suchtkranken zum Beispiel. Distanzloses Verhalten ist oft
- 5:18ungerichteter, also auf viele verschiedene, auch fremde
- 5:20Menschen bezogen. Verstehe was ich an dem Artikel
- 5:23wirklich bemerkenswert finde, ist diese persönliche Note.
- 5:27Ja, total. Gabriel Metz also nielix Berlin,
- 5:30der schreibt ja aus eigener Erfahrung, man spürt das in
- 5:34jeder Zeile, finde ich. Er kämpft sich ja selbst gerade
- 5:37aus der Abhängigkeit zurück. Genau, und er teilt diesen Weg.
- 5:40Seine Reise auf seiner Webseite sehr offen, sehr ehrlich um sich
- 5:45selbst, aber eben auch anderen zu helfen.
- 5:47Und das muss man auch mal sagen. Er finanziert dieses ganze
- 5:50Projekt Nelex Berlin komplett allein.
- 5:53Ja, steckt da unheimlich viel Arbeit rein.
- 5:55Ja, das ist wirklich beachtlich. Sein Motto ist ja, wie er
- 5:58schreibt, aus allem schlechten in seinem Leben etwas Gutes
- 6:01machen. Ein starkes Motto.
- 6:03Und deshalb auch dieser Hinweis vom Autor selbst, den wir gerne.
- 6:06Gerne weitergeben. Wenn dir dieser Einblick jetzt
- 6:08geholfen hat oder wenn du die Arbeit von Gabriel Metz generell
- 6:12unterstützen möchtest, dann freut er sich riesig über
- 6:15Unterstützung. Also Teile den Artikel oder
- 6:18diesen Beitrag hier gerne auf Social Media auf deiner Podcast
- 6:22Plattform like ihn. Ja, jede Form von Sichtbarkeit
- 6:25hilft ihm da sicher weiter. Genau das hilft ihm, einfach
- 6:28weiterzumachen und anderen Menschen mit ähnlichen Problemen
- 6:31eine Stimme und vielleicht auch Hoffnung zu geben.
- 6:33Ja, und was für mich hier noch mal ganz deutlich wird.
- 6:36Der Text macht klar, dass es nicht die Schuld der Betroffenen
- 6:40ist, wenn sie solche Muster entwickelt haben.
- 6:43Das sind wirklich oft folgen von frühen Verletzungen.
- 6:46Das ist wichtig zu betonen. Absolut.
- 6:50Aber, und das ist eben die Kernaussage von Gabriel Metz, so
- 6:53wie ich sie lese, es liegt in deiner heutigen Verantwortung,
- 6:58wenn du betroffen bist, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
- 7:01Dir Hilfe zu suchen, die eben genau diese Zusammenhänge
- 7:04versteht und beides angeht, sucht und die Wurzeln dahinter.
- 7:08Ein starker Appell zur Selbstverantwortung trotz der
- 7:12schwierigen Vorgeschichte. Genau, nicht in der Opferrolle
- 7:16verharren, sondern aktiv werden. Ja, Puh, ein wirklich intensives
- 7:24Thema. Vielen Dank, dass du uns bei
- 7:26dieser Auseinandersetzung begleitet hast.
- 7:28Sehr gerne. Vielleicht noch ein kleiner
- 7:30Gedanke zum Mitnehmen für dich da draußen.
- 7:33Ja, gerne. Wie oft beurteilen wir
- 7:35eigentlich verhalten nur an der Oberfläche, sehen vielleicht nur
- 7:39das Laute, das grenzüberschreitende, das
- 7:42nervige, ohne auch nur zu ahnen, welche möglicherweise
- 7:47tiefliegenden Ursachen, welche Verletzungen und welche
- 7:51Geschichte dahinter stecken könnten?
- 7:53Vielleicht regt das ja ein bisschen zum Nachdenken an.
- 7:56Ein sehr guter Punkt zum Abschluss.
- 7:58Danke dir. Und danke dir fürs Zuhören und
- 8:01mitdenken bis zum nächsten Mal.