Latest / Erebos.Nights – Der Podcast über Götterwelten, Mythen, Spiritualität / #3.22 - Götter, Moral und die Lüge vom Gutsein
Transcript
- 0:02Willkommen beim Erabos Podcast in Deinem Podcast für den
- 0:05Perspektivenser. Ich bin Geo und freue mich, dich
- 0:08begleiten zu dürfen. Guten Morgen, guten Tag, guten
- 0:13Abend, gute Nacht, wann auch immer du einschaltest.
- 0:15Schön, dass du wieder dabei bist.
- 0:18So ihr Lieben, bevor wir anfangen ihr kennt das
- 0:21Spielchen, mach es dir gemütlich, holt ihr was Leckeres
- 0:25zu trinken und. Hinterlasse doch auch gerne 5
- 0:29Sterne, wenn du schon dabei bist und am Ende der Folge gerne auch
- 0:33einen Kommentar. Das freut mich immer zu lesen,
- 0:36ja, worum geht's heute? Heute gehen wir in ein Thema
- 0:40rein, bei dem ich ja jetzt schon weiß, dass einige vielleicht die
- 0:45innere Augenbraue heben werden, vielleicht sogar beide, denn
- 0:48heute sprechen wir über die über Götter, klar und über die Moral.
- 0:56Genauer gesagt, wir sprechen über die Frage, warum göttliche
- 0:58Ethik nicht dasselbe ist wie menschliche Ethik.
- 1:02Und ich glaube, genau deshalb trauen sich so weniger dieses
- 1:05Thema an, weil es sich erstmal gefährlich anhört, wenn jemand
- 1:12sagt, Götter stehen außerhalb von gut und böse, dann hört sich
- 1:16unser moderner oder dann sagt unser modernes Gehirn sofort
- 1:19etwas anderes, dann hören viele Ah, hast du das alles erlaubt?
- 1:25Oder dann kann man ja jede Grausamkeit spirituell schön
- 1:31ringen, oder? Das klingt nach gefährlichem
- 1:34Egotrip mit Räucherstäbchen. Und ja, diese Gefahr gibt es.
- 1:39Natürlich gibt es Menschen, die Spiritualität benutzen, um
- 1:42Verantwortung zu vermeiden, Menschen, die sagen, das war
- 1:47göttliche Führung, obwohl es eigentlich nur ihre ungeheilte
- 1:52Entscheidung war oder ein ungeheiltes Chaos.
- 1:56Menschen, die behaupten, ich Folge meiner Wahrheit, während
- 1:59sie gerade andere verletzen und sich dabei auch noch besonders
- 2:03tiefgründig fühlen. Aber darum geht es heute nicht,
- 2:06heute geht es nicht darum, Moral abzuschaffen, es geht nicht
- 2:11darum, Menschlichkeit wegzuwerfen, und es geht ganz
- 2:15sicher nicht darum, Verantwortung als spießig zu
- 2:17erklären. Heute geht es darum zu
- 2:20verstehen, dass Götter nicht in unsere kleinen menschlichen
- 2:24Kategorien leben, nicht in sie sind brav und böse, nicht in
- 2:30nett und gemein, nicht in. Es ist erlaubt und es ist
- 2:34verboten, nicht in, das macht man so, das darf man nicht,
- 2:39Götter sind größer als unser innerer Elternabend.
- 2:47Sie sind urkräfte, Prinzipien, Spiegel, Urbewegung, kosmische
- 2:52Archetypen. Sie sind Geburt und Zerstörung,
- 2:57Liebe und Verlust, Ekstase und Konsequenz, Schutz und Sturm,
- 3:03sie sind die Ordnung und der komplette Zusammenbruch, und
- 3:07genau deshalb können wir sie nicht behandeln wie moralisch
- 3:13einwandfreie Vorbilder. Aus einem Selbsthilfebuch
- 3:20komplizierter Satz. Eine göttliche Energie muss
- 3:25nicht sympathisch sein, um wahr zu sein.
- 3:27Eine Göttin muss nicht sanft sein, um Heilend zu wirken und
- 3:33eine Geschichte, eine mythologische Geschichte, eine
- 3:37Erfahrung muss nicht unseren heutigen Moraltest bestehen, um
- 3:42uns etwas über das Leben zu zeigen, es.
- 3:46Ja, das ist manchmal nicht schön, aber genau da wird es
- 3:48doch spannend, denn vielleicht haben wir Moral nicht erfunden,
- 3:51weil wir so erleuchtet sind. Vielleicht haben wir Moral
- 3:54erfunden, weil wir Angst hatten, Angst vor Chaos, vor
- 3:59Kontrollverlust, Angst vor der eigenen tiefen Dunkelheit, Angst
- 4:03davor, dass in uns Kräfte leben, die nicht brav in den Alltag
- 4:08passen, und vielleicht beginnt die echte spirituelle Reise oder
- 4:12die spirituelle Reife nicht dort, wo wir alles in gut und
- 4:14böse sortieren und. Vielleicht beginnt sie dort, wo
- 4:18wir endlich aufhören, die Götter zu verkleinern, nur damit sie in
- 4:23unsere Schublade passen. Und Moral ist erstmal nichts
- 4:27Schlechtes, das müssen wir am Anfang klar sagen.
- 4:31Moral ist nicht der Feind, Moral ist nicht automatisch eng,
- 4:35verlogen oder Kontrollierend, ohne Moral können wir als
- 4:39Menschen wahrscheinlich kaum zusammenleben.
- 4:43Denn sobald mehrere Menschen aufeinander treffen, braucht es
- 4:47halt regeln. Ich weiß, alle Rebellen da
- 4:50draußen sagen, oh mein Gott, nein, uiwa bu pfui ja braucht es
- 4:56trotzdem und das sagt auch ein Rebell, es braucht sichtbare
- 5:03Regeln, es braucht unsichtbare Regeln, alte Regeln, neue
- 5:06Regeln, es braucht Fragen wie was darf ich tun?
- 5:12Was verletzt andere, was schützt die Gemeinschaft, was gilt als
- 5:16fair und was gilt wiederum als Verrat?
- 5:19Und deswegen entsteht Moral da, wo Menschen versuchen,
- 5:23miteinander zu überleben, und das ist wichtig, denn wir sind
- 5:31verletzlich, wir haben Körper, physische Körper, wir haben
- 5:34Grenzen, Bedürfnisse, Ängste, Wir haben Traumata und
- 5:37Erinnerung, wir können. Gebrochen werden und wir können
- 5:43andere brechen, manchmal sogar, ohne es überhaupt zu wollen oder
- 5:48zu merken. Und deshalb brauchen Menschen
- 5:50Moral. Nicht weil wir klein sind,
- 5:52sondern weil wir empfindsam sind.
- 5:55Moral ist im Kern einfach ein Versuch, Chaos zuordnen.
- 5:59Sie sagt, wenn wir alle bestimmte Dinge nicht tun, wird
- 6:03das Leben sicherer und bis zum gewissen Punkt stimmt das so
- 6:09auch grob. Denn wenn niemand lügt, entsteht
- 6:14Vertrauen. Wenn niemand stiehlt, entsteht
- 6:16Sicherheit, wenn niemand Gewalt ausübt, entsteht Frieden, wenn
- 6:21Menschen Verantwortung übernehmen, entsteht Verbindung
- 6:24Sachen, die heutzutage sehr schwierig geworden sind, aber
- 6:30Sachen, die schön sind, die notwendig sind, die menschlich
- 6:33sind, aber jetzt kommt ein kleiner Bruch.
- 6:36Denn Moral bleibt selten. Einfach nur Schutz.
- 6:39Moral wird sehr schnell zur Kontrolle aus, wir wollen
- 6:43einander nicht verletzen, wird irgendwann mal.
- 6:47Du darfst nicht anders sein aus, wir brauchen regeln, wird wir
- 6:53brauchen Gehorsam Blindengehorsam aus, das schützt
- 6:57die Gemeinschaft wird das schützt das Weltbild derjenigen,
- 7:02die gerade macht haben. Und genau da wird Moral
- 7:05gefährlich. Nicht weil sie existiert,
- 7:07sondern weil sie irgendwann mal irgendwann vergisst, warum sie
- 7:12entstanden ist. Es beginnt als Schutzraum und
- 7:15endet manchmal als Käfig. Und das sehen wir einfach
- 7:20überall, ob es in Familien ist, in Religion, auch in der
- 7:24spirituellen Szene, in Unternehmen, in Beziehungen, in
- 7:29Freundschaften. Da heißt es dann einfach nicht
- 7:33mehr. Was ist wahr, sondern was wirkt
- 7:36richtig nach außen nicht mehr, was ist lebendig, sondern was
- 7:41ist akzeptiert, was dient wirklich, sondern was bringt
- 7:47keinen Ärger. Und genau hier verraten viele
- 7:49Menschen ihre eigene Seele, sie will das moralische, akzeptierte
- 7:56wohl etwas in ihnen nach Wahrheit schreit.
- 7:59Sie sagen ja, obwohl ihr Körper längst nein sagt.
- 8:02Sie bleiben freundlich, obwohl sie innerlich brennen, sie
- 8:05spielen Verständnis, obwohl sie eigentlich eine Grenze ziehen
- 8:10müssten, und wollen, sie entschulden, sich für ihre
- 8:14Kraft, damit sich keiner bedroht fühlt.
- 8:18Das muss man sich überlegen, mal überlegen, und dann wird es
- 8:22Reife genannt, aber es ist keine Reife, manchmal ist es einfach
- 8:26nur Angst. In einer schönen Maske, in einer
- 8:30schönen Bekleidung. Denn nur weil etwas als gut
- 8:35gilt, heißt es nicht, dass es wahr ist.
- 8:38Ja, Moral kann uns helfen, aber Moral kann uns auch von unserer
- 8:43Wahrheit trennen und genau deshalb wird es schwierig, wenn
- 8:47wir mit Göttern arbeiten, weil die Götter sich nicht dafür
- 8:50interessieren, ob wir nach außen brav wirken.
- 8:53Sie interessieren sich nicht für unser spirituelles Image, nicht
- 8:57für unsere. Unsere perfekte Licht und liebe
- 9:01Fassade nicht für den Versuch, immer verständnisvoll, sanft,
- 9:05korrekt und angenehm zu sein, nicht von der Social Media
- 9:08Maske, die du trägst und als super duper spirituelle Person
- 9:14auftrittst. Die Götter reißen oft genau dort
- 9:17auf, wo wir uns moralisch eingerichtet haben.
- 9:21Sie fragen dich, warst du nett, Sie sind nicht der
- 9:23Weihnachtsmann, sie fragen eher. Warst du echt?
- 9:29Bist wirklich, tu das und das ist ein gewaltiger Unterschied,
- 9:34denn nett kann man sein, während man sich selbst weiterhin
- 9:38verrät. Die Wahrheit ist unbequem,
- 9:41Wahrheit macht nicht immer beliebt, Wahrheit passt nicht
- 9:45immer in gruppenregeln, Wahrheit kann Beziehungen verändern,
- 9:49Wahrheit kann alte Identitäten komplett zerstören und können
- 9:55vielleicht genau. Das ist der Grund, warum
- 9:57Menschen Moral manchmal lieber mögen als die Wahrheit.
- 10:01Denn Moral gibt im ersten Moment den Schein von Sicherheit, aber
- 10:05Wahrheit gibt Freiheit, aber Wahrheit ist manchmal schwerer
- 10:09auszuhalten oder gerade in dieser Spiritualität sehen wir
- 10:14das ständig. Es gibt Menschen, die so sehr
- 10:19darauf achten, Hochschwingen zu sein, dass sie ihre Wut nicht
- 10:22mehr spüren. Menschen, die so sehr niemanden
- 10:25verurteilen wollen, dass sie keine klaren Grenzen mehr haben.
- 10:28Menschen, die so sehr im Mitgefühl bleiben, wollen auf
- 10:32zwang, dass sie sich komplett selbst verlieren, und dann
- 10:36wundern sie sich, warum sie müde sind, warum ihre Magie nicht
- 10:40fließt, warum ihre Energie nicht fließt durch den Körper, warum
- 10:46die Gebete die Anrufung lehrklingen, warum ihre Rituale
- 10:50zwar hübsch aussehen. Aber absolut nichts bewegen.
- 10:55Vielleicht weil sie nicht mit ihrer Wahrheit vor dem Altar
- 11:00treten, sondern mit ihrer anerzogenen Version von gut
- 11:04sein. Und genau da beginnt diese Folge
- 11:09erst richtig zu wirken. Das Thema das heutige Podcast
- 11:13Thema, denn wenn wir verstehen wollen, warum Götter außerhalb
- 11:16von gut und böse existieren, müssen wir zuerst verstehen, gut
- 11:20und böse. Sind menschliche Werkzeuge
- 11:24nützliche Werkzeuge, aber halt Werkzeuge, nicht die ganze
- 11:29Wahrheit und schon gar nicht der Maßstab, mit dem wir göttliche
- 11:33Kräfte vollständig begreifen können.
- 11:35Es gibt einen Denkfehler, denn viele machen, wenn sie hören,
- 11:38Götter stehen außerhalb von gut und bösen, sie stellen sich dann
- 11:42vor, Götter wären irgendwie fern, abgehoben, irgendwo über
- 11:48allem schwebend. So, als würden sie außerhalb
- 11:52unserer Realität existieren. Auf den Olymp, auf den Wolken,
- 11:57wo auch immer. Aber das stimmt nicht, Götter
- 12:01stehen nicht außerhalb der Welt, sie stehen innerhalb dieser
- 12:03Welt, nur nicht innerhalb von unserer Bewertung dieser Welt,
- 12:10und das ist ein gewaltiger Unterschied, denn wenn wir
- 12:12ehrlich sind, passierte das meiste von dem, was wir als gut
- 12:17und böse bezeichnen. Sowieso einfach.
- 12:22Die Sonne geht auf, ein Kind wird geboren, ein Sturm
- 12:24zerstörten Haus, jemand verliert sich, jemand stirbt, eine
- 12:28Beziehung beginnt, eine andere zerbricht und das passiert alles
- 12:32in diesem Moment, wo du gerade diese Podcast Folge hörst auf
- 12:36diesem Plain. Aber was davon ist gut, was
- 12:40davon ist böse? Und natürlich kommt es darauf
- 12:42an, wen du fragst. Der Regen ist für Bauern ein
- 12:46Segen und. Für diejenigen, wo vielleicht
- 12:50dessen Keller voll läuft, ein Fluch beim Thema Regen und
- 12:54Bauern. Es kommt auf an, weil man fragt,
- 12:57manchmal ist es ein Segen, manchmal ist es ein Fluch und
- 13:02das Thema Tod ist für einen, für den einen Menschen ein Ende und
- 13:08für den anderen vielleicht eine Erlösung.
- 13:11Eine Trennung kann jemand zerstören und gleichzeitig
- 13:13jemand anderen befreien und retten.
- 13:17Und das Leben selbst bewertet halt nicht, es passiert.
- 13:21Und genau hier kommen die Götter ins Spiel, wenn wir uns
- 13:24mythologische Geschichten anschauen, Egal griechisch,
- 13:27nordisch, Ägyptisch oder all andere alte Erzählungen, dann
- 13:33wirst du sehr schnell merken, Götter verhalten sich nicht
- 13:37moralisch korrekt. Sie sind eifersüchtig,
- 13:41leidenschaftlich, zerstörerisch, kreativ, unberechenbar.
- 13:45Sie lieben, sie manipulieren, sie schützen, Sie hassen, Sie
- 13:49bestrafen, Sie schenken und sie nehmen.
- 13:53Und jetzt kommt der Punkt, an dem viele sich unwohl fühlen, wo
- 13:58viele merken und denken, Moment, das klingt doch alles gar nicht
- 14:03so erleuchtet, ja genau, weil Jotta keine moralischen
- 14:09Vorbilder sind. Sie sind Kräfte, einfach
- 14:13existierende Kräfte. Nehmen wir mal unseren Zeus,
- 14:18wenn du Zeus nach menschlicher Moral bewerten würdest, müsste
- 14:23man sagen, schwierig, das lese ich tatsächlich auch bei Social
- 14:29Media immer, das finde ich immer ganz, ganz schwierig, aber das
- 14:31ist ein anderes Thema und trotzdem ist Zeus nicht einfach
- 14:36ein schlechter Gott, er ist ein. Ausdruck von dem Archetypen, den
- 14:43er repräsentiert. Die Personifizierung von Macht,
- 14:48von Expansion, Führung, Kontrolle, Impuls.
- 14:54Er zeigt, was passiert, wenn macht nicht integriert ist.
- 14:59Und gleichzeitig zeigt er, welche rohe Gewalt oder rohe,
- 15:03gewaltige Kraft in Macht liegt, wenn man sie nicht klein redet
- 15:09und. Er ist eben der Gott der
- 15:11Expansion. Natürlich hat er gefühlt 323000
- 15:17Kinder, oder nehmen wir mal Kali für jemanden, der nur in
- 15:21moralischer Kategorien denkt, wird sich wird sich vor Kali
- 15:25erschrecken, Zerstörung, Blut, abgetrennte Köpfe, Radikalität,
- 15:34aber Kali ist nicht böse, sie ist das Ende von Illusion, sie
- 15:38ist das. Durchtrennen von dem, was nicht
- 15:41mehr wahr ist. Sie ist Befreiung, die nicht
- 15:47fragt, ob du bereit bist, sondern ob du, ob die Lüge schon
- 15:51zu lange gelebt wurde oder haben uns Lukia der Lügner, der
- 15:59Trickstar, der Chaosbringer ja, aber und gleichzeitig
- 16:03Katalysator für Veränderung, ein Verstärker.
- 16:07Derjenige, der Systeme sprengt, die längst festgefahren sind und
- 16:10nicht mehr funktionieren. Natürlich ist es nicht bequem
- 16:14oder brav, aber es ist notwendig, wenn du versuchst,
- 16:19solche Mächte in gut oder böse einzuordnen, verlierst du
- 16:23einfach den Kern, weil sie nicht dafür gemacht sind, bewertet zu
- 16:30werden, keiner ist dafür gemacht, bewertet zu werden,
- 16:32bewertet ist ein ganz schwieriges Thema, aber.
- 16:37Das mal ein anderes Mal vielleicht in der diesjährigen
- 16:41Folge mit dem magischen Winger. Sie sind dafür gemacht, einfach
- 16:47zu existieren, verstanden zu werden, noch wichtiger, einfach
- 16:51erlebt zu werden, denn Realität besteht nicht aus festen
- 16:55Kategorien, sie besteht aus Bewegung, Energie bewegt sich
- 16:59immer, sie wandelt sich, sie kippt, sie wechselt die Form,
- 17:03aber sie stirbt nie sie. Das, was heute zerstört, kann
- 17:08morgen befreien. Das, was heute schützt, kann
- 17:11morgen komplett einschränken und das, was heute für richtig
- 17:16erklärt wird, kann morgen vielleicht zu klein geworden
- 17:21sein und genau deshalb funktioniert göttliche Ethik
- 17:24anders, sie fragt nie, ist das gut oder böse, sie fragt, was
- 17:30ist die Bewegung dahinter, was will hier entstehen, was was
- 17:34möchte hier enden. Was muss hier enden, was wird
- 17:38sichtbar? Das Feuer verborgen war, und das
- 17:43ist eine komplett andere Perspektive, denn wenn du
- 17:47anfängst, so zu schauen, kannst du dich nicht mehr so leicht
- 17:50hinter moralischen Urteilen verstecken und das ist eben das
- 17:53Unbequeme daran. Dann kannst du nicht mehr
- 17:56einfach sagen, das ist falsch, sondern warum passiert das
- 18:01gerade. Nicht als Rechtfertigung, nicht
- 18:05als Ausrede, sondern als Gedankenanstoß.
- 18:13Und ich möchte hier keine Straftaten rechtfertigen, das
- 18:17möchte ich einmal klarstellen. Es geht nicht darum, Straftaten
- 18:22von Menschen zu rechtfertigen, das ist nicht das Thema, genau
- 18:29hier wird es auch, aber etwas gefährlich, aber auch kraftvoll.
- 18:33Denn diese Perspektive kann dich entweder in radikale Ehrlichkeit
- 18:37bringen oder in radikalen Ausreden.
- 18:41Das ist die Kante, auf der wir uns hier immer bewegen und genau
- 18:48deshalb scheitern so viele an diesem Punkt, weil sie entweder
- 18:50komplett in Moral hängen bleiben oder sie komplett ablehnen und
- 18:54dann im Chaos bleiben. Es ist immer diese Extreme, die
- 18:58problematisch wird, aber es gibt auch einen dritten Weg.
- 19:03Und bevor wir da hingehen, müssen wir über etwas sprechen,
- 19:06das viele nicht gerne hören. Warum gerade spirituelle
- 19:09Menschen oft die moralisch ängstlichsten sind.
- 19:16Eigentlich müsste es doch genau andersherum sein, Menschen, die
- 19:19sich mit Spiritualität beschäftigen, die sich öffnen
- 19:22für Intuition, Energie, Götter, innere Prozesse, die müssten
- 19:27doch freier werden, unabhängiger, klarer, weniger
- 19:32kontrolliert. Aber wenn man genau hinschaut,
- 19:35passiert oft etwas anderes. Viele werden nicht freier, sie
- 19:37werden vorsichtiger, feiner, vielleicht reflektierter, aber
- 19:43gleichzeitig auch angespannter und vielleicht nicht sichtbar
- 19:47angespannt, eher so eine leise innere Bremse, so ein Gefühl von
- 19:53ich muss aufpassen, wie ich bin, und das zeigt sich nicht mehr so
- 19:57offensichtlich wie früher. Früher waren es klare Regeln,
- 20:01das darfst du, das darfst du nicht.
- 20:02Heute klingt es subtiler, das fühlt sich nicht richtig an, das
- 20:07ist nicht meine Energie, ich möchte nichts Negatives
- 20:11reinlassen. Klingt dir erst mal bewusst,
- 20:15aber wenn man ehrlich ist, steckt da oft etwas anderes
- 20:17dahinter, da steckt keine Klarheit dahinter, sondern
- 20:20wieder Angst, Angst davor, etwas Falsches zu fühlen, Angst davor
- 20:25nicht. Weit genug zu sein, Angst davor
- 20:28zurückzufallen, Angst davor, nicht diesem Bild zu
- 20:31entsprechen, das man sich selbst aufgebaut hat.
- 20:34Denn irgendwann entsteht dieses Bild davon, wie man ist, wenn
- 20:39man spirituell ist, ruhig, ausgeglichen, verständnisvoll,
- 20:44vergeben gelassen, Entschuldigung, dass ich dabei
- 20:47lache und ja, das sind schöne Qualitäten, das sind wirklich
- 20:51schöne Qualitäten. Aber sie werden auch zum
- 20:55Problem, wenn Sie zur Pflicht werden.
- 20:57Ich bin nicht 24 7. Ruhig oder ausgeglichen,
- 21:02verständnisvoll Vergebend gelassen, nein, warum auch, es
- 21:08gibt Momente, da bin ich nicht ausgeglichen, da bin ich eher
- 21:11alles andere als ausgeglichen, ich bin auch nicht immer
- 21:14verständnisvoll oder vergebend auf gar keinen Fall, und das ist
- 21:19wichtig, auch zu akzeptieren und.
- 21:21Wenn du nicht mehr ruhig bist, weil du es bist, sondern weil du
- 21:26glaubst, es sein zu müssen, mein Gott, was für ein Satz.
- 21:31Oder wenn du nicht mehr vergibst, weil es sich echt
- 21:35anfühlt, sondern weil du denkst, alles andere wäre niedrig.
- 21:39Das ist problematisch, wenn du deine Wut nicht mehr spürst,
- 21:43weil sie nicht in dein Selbstbild passt.
- 21:46Dann wird sogar spirituell plötzlich eng anstatt befreien.
- 21:52Nicht weil sie eng ist, sondern weil du dich darin verengst.
- 21:56Und du merkst es nicht sofort. Du wachst nicht eines morgens
- 21:59auf und denkst, ach spannend, ich habe mich selbst spirituell
- 22:02weich gespült. Nein, es sind kleine
- 22:06Verschiebungen, du hältst dich ein bisschen mehr zurück, du
- 22:10weichst ein bisschen mehr aus, du erklärst dir Dinge schön, die
- 22:14sich eigentlich nicht gut anfühlen, und irgendwann
- 22:17entsteht so ein Zustand, der schwer greifen zu greifen ist.
- 22:21Nach außen wirkt es alles stimmig, alles in Balance, aber
- 22:26im Inneren, aber im Inneren fehlt etwas Druck, Ehrlichkeit,
- 22:31Klarheit. Dieses warme, echte Brennen, das
- 22:34zeigt, da ist noch leben drin, stattdessen dämmst du dich die
- 22:40ganze Zeit ein kleines Stück immer weiter, immer wieder, und
- 22:44genau an diesem Punkt verliert Spiritualität ihre Kraft.
- 22:50Weil sie nicht mehr durch durch dich fließt, sondern von dir
- 22:55kontrolliert wird und erstickt wird.
- 22:58Und klar, Kontrolle klingt erstmal nicht schlecht, aber sie
- 23:01hat doch immer einen Preis, du spürst weniger, du reagierst
- 23:05weniger weniger echt, du wirst vorsichtiger mit dir selbst.
- 23:10Was darf ich, was darf ich nicht und wir sind in einer Zeit wo
- 23:15das täglich so ist, wo man sich denkt, was darf ich, was darf
- 23:18ich nicht sagen. Sage ich was falsches?
- 23:20Pipapo und das Problem ist, es wirkt manchmal von außen nach
- 23:26Reife, wenn jemand, der sich im Griff hat, der über die Dinge
- 23:30steht, der alles versteht, aber innen fühlt es sich eher an wie
- 23:36kompletter Stillstand, wie ein Raum, in dem nichts mehr
- 23:40wirklich durchbricht, keine echte Wut, keine klare Grenzen,
- 23:46keine tiefe Freude. Alles ist gedämpft und reguliert
- 23:51und genau da wird es spannend, wenn wir das mit den Göttern
- 23:54verbinden, weil diese Art von Kontrolle, das da die einfach
- 24:00nicht funktioniert. Du kannst dich nicht vorsichtig
- 24:04etwas annähern, das größer ist als du.
- 24:07Du kannst nicht halb ehrlich sein und gleichzeitig tiefer
- 24:11erwarten, du kannst nicht durch die angenehmen Teile von dir.
- 24:16Zeigen und hoffen, dass daraus echte Verbindung entsteht.
- 24:21Das funktioniert vielleicht oberflächlich bei Menschen, wenn
- 24:23alle höflich einfach nur mitspielen, aber nicht, aber
- 24:26doch nicht bei Kräften, die auf die nicht auf oberflächliches
- 24:31reagieren. Wenn du dich zurückhältst
- 24:36bremst. Dämst passiert wenig, nicht weil
- 24:39du dir etwas falsch machst, sondern weil kaum etwas da ist.
- 24:43Worauf worauf reagiert werden kann.
- 24:45Und das ist oft der Punkt, an dem viele sagen, ich spüre
- 24:49nichts. Ja, weil da auch nichts mehr
- 24:52wirklich ausgesendet wird, nur noch eine Version von ihr, die
- 24:57gelernt hat, wie sie sein sollte, glatt und nicht wirklich
- 25:04lebendig, mehr und genau hier liegt die eigentliche
- 25:07Herausforderung, nicht mehr zu wissen, nicht noch mehr zu
- 25:12verstehen. Nicht noch eine weitere Methode,
- 25:16noch ein Ritual, noch ein Kartendeck, noch ein Zeichen,
- 25:20sondern wieder ehrlicher zu werden mit dem, was wirklich da
- 25:25ist. Wir müssen uns nicht für Sachen
- 25:31schämen, nicht für die Wut, die da drin manchmal da ist.
- 25:36Wir müssen uns nicht darüber schämen, als spirituelle
- 25:38Menschen anderen Menschen nicht zu verzeihen.
- 25:41Wenn die Affen nur Scheiße sind. Darüber?
- 25:45Wir müssen uns nicht schämen, so was zu denken zu fühlen, auch
- 25:51wenn es nicht schön ist, auch wenn es nicht passt, auch wenn
- 25:53es nicht dem entspricht, was du gerne vielleicht wärst.
- 25:57Aber es ist der Moment, in dem sich etwas verschiebt in die
- 26:00richtige Richtung, wenn du aufhörst, dich selbst permanent
- 26:02zu korrigieren und anfängst, dich selbst zu zeigen, nicht
- 26:06perfekt, nicht sortiert oder fertig, spirituell.
- 26:12Transformiert, sondern einfach echt.
- 26:15Wie ist es gerade und das ist der Moment, wo einfach
- 26:20Spiritualität, Energie, Magie nennt es wie du willst, wieder
- 26:26wirkt und das nicht, weil irgendwie alles hell ist und
- 26:29schön ist, sondern weil nichts mehr versteckt wird.
- 26:33Du musst nichts verstecken, es gibt einen Moment, der schwer
- 26:39zugreifen ist, aber. Wenn du ihn einmal siehst,
- 26:42kannst du ihn nicht mehr übersehen und das ist der
- 26:45Moment, in dem Moral nicht mehr schützt, sondern dich davon
- 26:49abhält, ehrlich zu sein. Und das passiert häufiger als
- 26:54man denkt, meistens leise und unsichtbar, aber es passiert.
- 27:00Du merkst es daran, dass du innerlich schon längst weißt,
- 27:03was Sache ist, aber nach außen etwas anderes zeigst.
- 27:08Du spürst, dass eine Grenze erreicht ist, aber bleib
- 27:10trotzdem ruhig. Du merkst, dass dich etwas
- 27:13verletzt, aber redest du ja schön, du siehst klar, dass
- 27:18etwas nicht stimmt, aber entscheidest dich, es nicht
- 27:22auszusprechen oder anzusprechen und wenn du ehrlich bist, weißt
- 27:27du auch warum nicht, weil es nicht kommt, nicht weil du es
- 27:31nicht könntest, sondern weil du die Konsequenz nicht möchtest.
- 27:35Weil es wahrscheinlich unangenehm wäre, weil es
- 27:39Konflikt geben könnte. Reibereien, weil sich etwas
- 27:41verändern würde genau hier kommt Moral ins Spiel, plötzlich
- 27:48tauchen Gedanken auf wie, ach, ich möchte kein Drama, ich will
- 27:53verständnisvoll bleiben, ich will niemanden verletzen, ich
- 27:56muss das doch auch von der anderen Seite sehen, wer fühlt
- 28:02sich ertappt bei solchen Gedanken?
- 28:04Ich auf jeden Fall und alles klingt sinnvoll, erwachsen und
- 28:10trotzdem fühlt es sich im Inneren nicht richtig an, weil
- 28:16es keine Gedanken sind, die aus Klarheit kommen, sondern aus
- 28:19Vermeidung der Moral. Wird hier genutzt, um Verbindung
- 28:27zu halten. Also nee, ich stelle mal den
- 28:31Satz um. Moral wird hier nicht benutzt,
- 28:34um Verbindung zu erhalten, sondern um Spannung zu
- 28:36vermeiden. Und das ist der Unterschied.
- 28:39Ein sehr großer Sucker, echte Klarheit kann ruhig sein, aber
- 28:43sie ist nicht weichgespült, echte Ehrlichkeit kann
- 28:47respektvoll sein, aber sie ist nicht ausweichend, die echte
- 28:52Verbindung hält auch Wahrheit aus, nicht nur Harmonie und
- 28:57happy, happy, happy und genau das wird doch immer oft
- 29:01verwechselt. Viele denken, Sie handeln gut,
- 29:04aber eigentlich handeln Sie angepasst.
- 29:08Sie halten sich zurück, wo Sie sprechen müssten.
- 29:10Sie bleiben, wo sie gehen, müssten Sie erklären, wo sie
- 29:13fühlen müssten, und irgendwann entsteht daraus ein Muster.
- 29:19Du wirst jemand, der viel versteht, aber wenig verändert,
- 29:24der viel reflektiert, reflektiert, aber wenig handelt,
- 29:28der viel wahrnimmt, aber wenig ausspricht.
- 29:31Und das fühlt sich dann an wie Stillstand, wie Festhängen, wie
- 29:36dieses diffuse Gefühl. Ich komme einfach nicht weiter,
- 29:40weil du es ja auch nicht tust. Nicht, weil du es nicht
- 29:45könntest, sondern weil du dich selbst zurückhältst.
- 29:48Und jetzt kommt der Teil, der oft unangenehm ist.
- 29:50Das hat nicht immer etwas mit Bewusstsein zu tun, manchmal hat
- 29:54es einfach mit Angst zu tun. Mit der Angst vor Ablehnung,
- 29:59Angst vor Konflikt, Angst davor, jemand jemand zu sein, der nicht
- 30:03mehr in das Bild passt, das andere von dir haben.
- 30:07Oh ja, das ist diese Angst, die ist sehr, sehr präsent gewesen
- 30:17und deswegen deswegen wird Moral zur perfekten Tarnung.
- 30:22Sie sieht gut aus, sie fühlt sich richtig an, sie gibt ihr
- 30:25das Gefühl, ein guter Mensch zu sein, sie.
- 30:28Aber sie hält dich klein. Nicht immer, aber genau dann,
- 30:31wenn du sie benutzt, um dich selbst zu verarschen.
- 30:35Entschuldigung, wenn ich so sage, aber ja, so ist das genau
- 30:40an diesem Punkt fangen viele an, Götter falsch zu verstehen, Sie
- 30:46glauben, sie müssten sich richtig verhalten, um Verbindung
- 30:50zu bekommen, ruhig sein, dankbar sein, verständnisvoll sein,
- 30:54ausgeglichen sein. Aber das ist nicht immer das,
- 30:58worauf nur reagiert wird, nicht auf dein Verhalten, sondern auf
- 31:03deine innere Wahrheit, auf die Tatsachen.
- 31:07Du kannst dich und die Menschen um dich herum verarschen, aber
- 31:12die Götter blicken dahinter, manchmal ist sie direkt,
- 31:15manchmal unbequem, manchmal bringt die Wahrheit Dinge ans
- 31:19Licht, die du lieber noch ein bisschen verborgen halten
- 31:22würdest. Aber genau da liegt doch die
- 31:25Bewegung. Nicht einfach in dem, was
- 31:29korrekt ist angeblich, sondern in dem, was echt ist.
- 31:33Und wenn du anfängst, das zuzulassen, verändert sich
- 31:37etwas. Du wirst klarer, nicht unbedingt
- 31:41ruhiger, aber klarer, du wirst direkter, nicht härter, aber
- 31:45ehrlicher, ehrlich, direkt sein, nicht blind direkt sein, du
- 31:54wirst greifbarer. Lebendig, nicht unkontrolliert,
- 31:57aber lebendig. Und plötzlich merkst du, es geht
- 32:02gar nicht darum, moralisch perfekt zu sein.
- 32:04Es geht darum, dich selbst nicht mehr zu umgehen.
- 32:08Genau hier entsteht doch eine Art von Stärke, keine Stärke,
- 32:11die sich irgendwie anpasst, sondern eine, die steht, eine,
- 32:15die steht, auch wenn es vielleicht unbequem wird, wenn
- 32:18es nicht jedem gefällt, auch wenn es manchmal Konsequenzen
- 32:24hat und. Und das ist der.in, dem sich
- 32:27etwas dreht. Du hörst auf dich über richtig
- 32:30und falsch zu definieren und beginnst dich an Wahrheit zu
- 32:33orientieren, nicht einfach als Konzept, sondern als Gefühl im
- 32:38Körper und von hier aus wird es noch eine kleine Sportive.
- 32:46Jetzt kommt die Frage, wenn Moral nicht mehr dein oberster
- 32:50Kompass ist. Woran orientierst du dich dann?
- 32:55Irgendwann kommst du an einem Punkt, da funktioniert das alte
- 32:59System nicht mehr. Nicht unbedingt, weil es ein
- 33:02falsches System ist, sondern einfach, weil du daraus
- 33:05gewachsen bist. Du kannst dann nicht mehr
- 33:08einfach sagen, das ist richtig, also mache ich das oder das ist
- 33:11falsch, also lasse ich das, weil du plötzlich merkst, dass beide
- 33:15Seiten gleichzeitig wahr sein können.
- 33:18Du kannst jemanden verletzen und trotzdem ehrlich sein, du kannst
- 33:21etwas richtig machen und dich dabei komplett falsch fühle.
- 33:25Du kannst verständnisvoll sein und dich selbst dabei verlieren.
- 33:30Genau da beginnt die Unsicherheit, dieses Gefühl von
- 33:35okay, wenn ich mich nicht mehr nur an richtig und falsch halte,
- 33:39woran dann? Woran soll ich mich halten und
- 33:44viele versuchen genau in diesem Punkt sich neue Regeln zu bauen,
- 33:48einen neuen Rahmen. Feinere Regeln, spirituelle
- 33:52Regeln, individuellere Regeln. Aber es bleibt dasselbe Prinzip,
- 33:56ein System, das dir sagt, wie du sein sollst.
- 34:01Das Problem ist auch, das wird dir irgendwann wieder zu eng,
- 34:05weil echte Orientierung nicht von außen kommt, nicht mal aus
- 34:09einem besseren System, sondern von innen.
- 34:14Und jetzt wird es kurz stiller, weil kein Konzept ist.
- 34:20Weil das kein Konzept ist, das man schnell versteht.
- 34:25Das ist etwas, das man merkt im Körper, in der Reaktion, in
- 34:29diesem ganz klaren Moment, in dem du etwas tust und sofort
- 34:32weißt, das war stimmig, oder na, das weiß nicht, nicht, weil
- 34:41jemand es bewertet hat, sondern weil es sich entweder deckt oder
- 34:46nicht deckt mit dir. Und das ist der Punkt, den viel
- 34:51lange umgehen, weil es natürlich Verantwortung bedeutet, echte
- 34:57Verantwortung nicht die, bei der du dich hier an Regeln hältst,
- 35:01sondern die, bei der du selbst entscheidest und dann auch damit
- 35:07lebst, mit den Konsequenzen, mit den Reaktionen, mit dem, was
- 35:13daraus entsteht. Und das ist natürlich kein
- 35:16leichter Weg. Weil du dich einfach nicht mehr
- 35:19verstecken kannst. Hinter einer Moral regeln, nicht
- 35:25hinter Spiritualität, nicht hinter.
- 35:28Ich wusste es halt nicht besser, doch du weißt es, du spürst es
- 35:32und dann entscheidest du genau hier verändert sich die Qualität
- 35:35von allem, deine Entscheidungen werden klarer, nicht unbedingt
- 35:40einfacher, aber klarer, du hörst auf dich ewig im Kreis zu
- 35:45drehen, du hörst auf. Alles 100 mal abzuwägen.
- 35:50Du hörst auf dich selbst zu überreden, weil du schneller
- 35:53merkst, was wirklich stimmt und wichtig.
- 35:56Das bedeutet nicht, dass du plötzlich immer richtig liegst.
- 36:01Nein, ah, ich würde schon sagen, im Gegenteil, du wirst Dinge
- 36:05tun, die sich im Nachhinein nicht stimmig anfühlen, du wirst
- 36:10Entscheidungen treffen, die Konsequenzen haben, du wirst
- 36:13vielleicht jemanden enttäuschen oder dich selbst.
- 36:17Aber der Unterschied ist, du warst dabei ehrlich, du warst
- 36:21dabei du selbst, weil du daraus lernen kannst, weil du dich
- 36:25daran entwickeln kannst, weil du nicht mehr in diesem Zustand
- 36:30bist, in dem du dich selbst austrickst.
- 36:35Und das ist doch eine neue Form, eine andere Form von
- 36:38Orientierung, keine blinde, moralische, keine perfekte,
- 36:42sondern eine Lebendige, eine Menschliche.
- 36:45Eine, die sich bewegt. Eine, die sich anpassen muss,
- 36:48eine, die sich verfeinert. Je ehrlicher du wirst.
- 36:53Und das ist der Punkt, an dem viele zum ersten Mal wirklich
- 36:55verstehen, was mit innerer Führung wirklich gemeint ist.
- 37:00Nicht als schöne Idee, sondern als etwas, das manchmal sehr
- 37:03klar und manchmal sehr unbequem ist, weil es dich nicht immer
- 37:10dahin führt, wo es ruhig ist, sondern dahin, wo es.
- 37:14Richtig ist, war es echt ist und das kann bedeuten, ein Gespräch
- 37:19zu führen, dass du lange vermieden hast, eine
- 37:22Entscheidung zu treffen, die andere nicht verstehen, eine
- 37:25Grenze zu setzen, die dich früher überfordert hat oder auch
- 37:30etwas loszulassen, das du eigentlich behalten willst.
- 37:35Nicht weil es falsch ist, sondern weil es für dich nicht
- 37:38mehr stimmt. Genau hier wird die Verbindung
- 37:42zu etwas Größerem plötzlich. Greifbarer nicht als Stimme von
- 37:47außen, nicht als klare Anweisung, sondern als ein
- 37:49Gefühl, von das hier bewegt, mich in die richtige Richtung,
- 37:57auch wenn du noch nicht genau weißt wohin.
- 38:02Und das ist doch dein Moment, in dem Vertrauen entsteht dein
- 38:05blindes Vertrauen, sondern ein ruhiges, klares Vertrauen in
- 38:10dich selbst, in deine Wahrnehmung.
- 38:13In deiner Reaktion, in deiner Fähigkeit, damit umzugehen, egal
- 38:18was kommt von hier aus verändert sich auch dein Blick auf das,
- 38:22was viele göttlich nennen, nicht mehr als etwas, das über dir
- 38:28steht und bewertet, sondern etwas, das durch dich wirkt,
- 38:33wenn du aufhörst, dich dagegen zu regulieren.
- 38:36Und genau da wird es doch noch mal spannend, denn was passiert,
- 38:40wenn du diesem inneren Kompass wirklich folgst?
- 38:44Nicht nur in den einfachen Momenten, sondern genau dann,
- 38:47wenn es unbequem wird. Was passiert, wenn du deiner
- 38:50Wahrheit wirklich folgst? Klar, natürlich, es klingt
- 38:54erstmal einfach eine Folge deiner Wahrheit, Spruch des
- 38:57Tages, diesen Satz hast du wahrscheinlich schon 100 Mal
- 39:01gehört auf Instagram, Facebook oder wo auch immer in Büchern,
- 39:04in Gesprächen, als Tagesaffirmation und es klingt
- 39:10gut, frei, klar. Bisschen romantisch, aber das,
- 39:16worüber selten jemand spricht, ist das, was danach kommt.
- 39:20Denn deiner Wahrheit zu folgen bedeutet nicht, dass alles
- 39:23plötzlich leicht wird. Es bedeutet nicht, dass sich
- 39:26alles sofort richtig anfühlt, es bedeutet nicht, dass alle dich
- 39:30verstehen oder dass du für alles, was du machst, Applaus
- 39:34bekommst. Es bedeutet erstmal, dass es
- 39:37vielleicht unruhiger wird. Weil natürlich Wahrheit,
- 39:41Bewegung reinbringen, Bewegung verändert Dinge.
- 39:44Und wenn du ehrlich aussprichst, was du lange und runter
- 39:47geschluckt hast, wird sich auf jeden Fall etwas verschieben.
- 39:51Wenn du eine Grenze setzt, die du früher ignoriert hast oder
- 39:54nicht gesetzt hast, wird auf jeden Fall jemand darauf
- 39:58reagieren, wenn du aufhörst dich anzupassen, passt du vielleicht
- 40:03nicht mehr in jedes Umfeld, passt du vielleicht nicht mehr
- 40:06in dein Umfeld. Und genau da zeigt sich, ob du
- 40:11es wirklich ernst meinst. Weil es wird irgendwie
- 40:14ungemütlich. Deswegen meinst du es ernst?
- 40:17Nicht mit großen Worten, sondern in diesem Moment, in dem du
- 40:20merkst, okay das, was ich mache, hat Konsequenzen und entweder
- 40:25ist das gut so oder ich muss das nächste Mal anders entscheiden
- 40:30und viele, aber viele gehen genau hier einen Schritt wieder
- 40:33zurück, das ist nicht immer. Eine bewusste Entscheidung,
- 40:38sondern vielleicht ein inneres Einlenken, ein leichtes
- 40:43Abschwächen, ein ich hätte es vielleicht doch anders sagen
- 40:47können, ein war vielleicht doch zu heftig oder zu direkt, ein
- 40:53ich will ja eigentlich gar kein Stress und plötzlich bist du
- 40:56wieder da, wo du vorher warst. Vielleicht ein bisschen klarer
- 41:01als vorher, aber immer noch angepasst genug, um keinen
- 41:03echten Bruch zu erzeugen. Und das ist verständlich,
- 41:09versteht mich nicht falsch, weil niemand beigebracht bekommt, wie
- 41:14man mit so einer Situation, mit so einer Spannung umgehen soll.
- 41:20Es sind neue Erfahrungen, vor allem neue, unbequeme
- 41:24Erfahrungen, vor allem wenn es unbequeme Erfahrungen sind,
- 41:27wissen wir natürlich im ersten Moment nicht, wie wir damit
- 41:30umgehen sollen. Mit dem Moment, in dem etwas
- 41:34kippt, in dem es sich nicht mehr harmonisch ist, in dem du nicht
- 41:38mehr sicher bist, ob du gerade etwas aufbaust oder etwas
- 41:42verlierst. Aber genau das gehört dazu.
- 41:47Wahrheit ist kein Zustand, es ist ein laufender Prozess, und
- 41:53manchmal gehört in diesem Prozess auch Verlust dazu.
- 41:59Du verlierst bestimmte Rollen. Dynamiken, Sicherheiten,
- 42:06manchmal auch Menschen. Und das nicht, weil du falsch
- 42:10bist oder falsch liegst, sondern weil du nicht mehr bereit bist,
- 42:13dich so zu verhalten wie früher. Und das ist der Punkt, an dem
- 42:18viele versuchen, sich selbst zurückzuholen, zurück in etwas
- 42:22ruhigeres, Vorhersehbares, Kontrollierbares.
- 42:26Aber das funktioniert nicht wirklich, weil du es einmal
- 42:29gesehen hast. Du hast gemerkt, wie es sich
- 42:32anfühlt, ehrlich zu sein, wie klar dein Körper wird, wie
- 42:36direkt deine Wahrnehmung ist, wieviel Energie plötzlich da ist
- 42:42und gleichzeitig wieviel Reibung entsteht.
- 42:44Klar, und jetzt stehst du dazwischen zwischen dem, was
- 42:48sicher ist und dem, was wahr ist.
- 42:51Genau hier entscheidet sich aber, wie du Weitergehst ganz
- 42:55konkret in kleinen Momenten, in Gesprächen, in Entscheidungen
- 42:59oder Reaktionen. Gehst du zurück oder bleibst du
- 43:03bei dir und bei dir bleiben heißt nicht, dass du
- 43:06rücksichtslos wirst. Nein, nein, das ist wichtig.
- 43:10Ehrlichkeit bedeutet nicht, alles ungefiltert rauszuhauen,
- 43:14nicht über andere drüber zu gehen, nicht blind deine Impulse
- 43:18auszuleben. Es geht nicht nur um dein Ego,
- 43:22es geht um Klarheit, das erlebe ich viele, viele verlieren sich
- 43:25in der Thematik, ich bin ja nur ehrlich und direkt, nein, du
- 43:27bist ein Arschloch gerade. Es gibt einen Unterschied.
- 43:32Man muss auch genauso feinfühlig sein zu sagen, alles klar, wie
- 43:37bin ich gerade ehrlich, denn Klarheit kann ruhig sein, du
- 43:46kannst klar sein, ohne laut zu werden oder beleidigend zu sein.
- 43:49Du kannst ehrlich sein ohne anzugreifen, du kannst Grenzen
- 43:53setzen, ohne jemanden klein zu machen, aber du kannst es eben
- 43:56nicht mehr vermeiden. Genau das verändert alles, denn
- 44:01man hört auf, Dinge schön zu reden.
- 44:04Du hörst auf, dich innerlich klein zu machen, du hörst auf,
- 44:07dich an etwas festzuhalten, das nicht mehr passt.
- 44:10Und das bringt eine ganz andere Form von Stabilität, keine
- 44:15Stabilität, die von außen kommt, sondern eine, die von innen
- 44:19kommt. Du bist dein eigener Anker und
- 44:22genau hier wird das etwas deutlich, das was viele
- 44:25unterschätzen. Freiheit fühlt sich nicht immer
- 44:29gut an. Manchmal fühlt sie sich unsicher
- 44:31an, offen, ungewohnt, außerhalb der Komfortzone, weil du nicht
- 44:38mehr durch Regeln gehalten wirst, sondern durch sie, dich
- 44:42selbst. Und das braucht Übung, das
- 44:45braucht Vertrauen, Erfahrung, das braucht aber auch Fehler,
- 44:51aber es bringt dich näher an etwas heran, das du über Moral
- 44:55alleine nicht erreichen kannst. Echtheit und.
- 44:58Nicht nur als Idee, sondern als wirklich lebenden Zustand.
- 45:01Und genau von hier aus verändert sich auch dein Verständnis von
- 45:04dem, was viele Geld durchnehmen, nicht mehr als etwas, das dich
- 45:10lenkt wie eine Marionette, sondern als etwas, das sich
- 45:15zeigt, wenn du aufhörst, dich selbst zurückzuhalten, und das
- 45:19ist der Moment, in dem sich der Kreis langsam schließt, denn
- 45:24jetzt bleibt noch eine letzte Frage.
- 45:26Was bedeutet das alles für dein Leben?
- 45:30Nicht theoretisch, sondern wirklich konkret, wenn man das
- 45:33alles dazu erst mal hört oder darüber nachdenkt, entsteht auch
- 45:36ein falsches Bild, so ein extremes Bild, ein also entweder
- 45:42okay Moral ist egal. Ich mache einfach was ich will,
- 45:46oder das ist mir zu viel, ich bleibe lieber bei dem, was ich
- 45:49kenne, beides greift einfach viel zu kurz und.
- 45:53Weil es hier nicht darum geht, Moral abzuschaffen und auch
- 45:56nicht darum, komplett auszubrechen.
- 45:59Es geht darum zu verstehen, wo Moral dir dient und wo sie sich
- 46:03begrenzt oder wo sie dich begrenzt, und das ist ein
- 46:07Unterschied, den man nicht einmal, den man einfach nicht
- 46:12einfach entscheidet, den merkt man mit der Zeit in
- 46:17verschiedenen Situationen, die nicht immer schwarz weiß sind.
- 46:23In Momenten, in denen du nicht einfach sagen kannst, das ist
- 46:27richtig oder das ist falsch, sondern in denen du spürst,
- 46:31okay, was hier ist wirklich wahr für mich und genau da beginnt
- 46:37auch die Freiheit, nicht die Freiheit, alles zu tun, sondern
- 46:41die Freiheit, nicht mehr einfach nur automatisch und blind zu
- 46:46reagieren, nicht mehr aus Angst zu handeln, nicht mehr aus
- 46:50Anpassung aus zu entscheiden und.
- 46:53Oder aus Mustern heraus funktionieren, sondern bewusst
- 46:59bewusst bedeutet, nicht perfekt auf gar keinen Fall.
- 47:03Es bedeutet einfach wahr und wach, wach für das, was in dir
- 47:06passiert, wach für das, was du tust und für die Wirkung deiner
- 47:11Entscheidung, und das wird wirklich den Umgang mit allem
- 47:15verändern, mit möglichen Konflikten, mit Beziehungen mit
- 47:21dir selber. So 3 * 50 Minuten nicht schon
- 47:25mal am quasseln? Ja, ich würde sagen, ich beende
- 47:32die heutige Folge, wenn es euch gefallen hat, hinterlasst gerne
- 47:36einen Kommentar, hinterlasst gerne auch eure Gedanken in der
- 47:40Kommentarspalte, egal wo ob was Spotify oder Youtube oder wo
- 47:45auch immer ich lese alles ja. Und bis dahin würde ich sagen,
- 47:51Guten Morgen, guten Tag, guten Abend, gute Nacht.
- 47:54Schön, dass du wieder dabei warst.