Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Social-Media-Verbot unter 16 – echt jetzt?
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- Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler. Das ist Rambo Zambo, der März-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht. Mit euren Hosts Carlotta Richter und Julia Emrich. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Rambo Zambo, dem Podcast, in dem wir einmal in der Woche über unseren Bundeskanzler Friedrich Merz sprechen und über das, was die Bundesregierung in Berlin so macht. In dieser Woche wollen wir eine etwas andere Folge machen, denn wir wollen mal etwas intensiver über ein bestimmtes Thema sprechen, nämlich die Diskussion, die es gerade gibt um ein mögliches Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren. Und deswegen haben wir uns einen ganz besonderen Gast eingeladen, nämlich unseren Head of Social Media, Marvin. Schön, dass du da bist. Schön, hier zu sein. Vielen Dank für die Einladung. Schön, dass du bei uns bist. Wir freuen uns. Ja, wir sind ja, Marvin, du kennst das, weil du die Folgen natürlich alle gehört hast bislang. Wir sind immer gezwungen, uns hier zu beschränken, weil es passiert natürlich so viel. Man könnte täglich Rambuzambo-Podcast machen im Grunde. Diesmal, Carlotta hat es schon gesagt, wollen wir uns auf das Thema Social Media, deshalb bist du auch da, mal konzentrieren. Natürlich war das eine Woche, in der man im Rambo-Zambo-Podcast auch über Friedrich Merz und seine sehr einsamen Entscheidungen als Kanzler hätte reden können. Das ist die Woche, in der Merz entschieden hat, einen teilweisen Waffenlieferungsstopp in Richtung Israel durchzusetzen. Das hat ihm ziemlich viel Protest aus den eigenen Reihen, vor allem auch aus der CSU eingetragen. Und seitdem wird diskutiert, wie viel Führung soll denn der Kanzler nun liefern? Das wäre ein eigenes Thema. Ein weiteres Thema, das Merz wahrscheinlich noch viel stärker diese Woche betroffen hat, ist das geplante Treffen von Donald Trump und Wladimir Putin in Alaska. Da geht es um das Großthema, wie kann in der Ukraine perspektivisch Frieden und Sicherheit herrschen. Da sind die Europäer natürlich bemüht, sich einzumischen, Merz vorneweg. Auch das wäre ein Großthema. Aber wir sehen eben auch, dass in der Regierung und in der Gesellschaft generell die Frage immer brennender wird, wie können wir all diese komplexen Dinge überhaupt an die Menschen vermitteln? Wie können wir sie an junge Menschen vermitteln, die fast ausschließlich auf sozialen Medien unterwegs sind? Und es gibt Überlegungen dazu. Und wir haben uns gesagt, vielleicht muss man mal diesen Schritt zurückgehen und auf dieses Grundthema gucken. Wo holt sich wer Informationen? Wie verlässlich sind die? Und warum sind gerade so viele dabei, international, auf EU-Ebene, aber eben auch in der deutschen Bundespolitik, das Thema stärker regulieren zu wollen? Das ist ja eine Debatte, die schon ein bisschen länger läuft, auch in Deutschland. Angestoßen wurde sie jetzt nochmal von der Bildungsministerin Karin Prien, die sich für ein Verbot ausgesprochen hat, die sich nicht hundertprozentig festgelegt hat, welches Alter dafür gelten solle, 14 oder 16. Aber sie hat sich grundsätzlich dafür ausgesprochen, dass es ein Social-Media-Verbot für junge Menschen geben soll. Und mittlerweile gibt es auch noch andere PolitikerInnen, die das fordern. Daniel Günther unter anderem. Der schließlich holsteinische Ministerpräsident. Richtig, genau. Oder auch Wolfram Weimar, der Kulturstaatsminister. Also das nimmt so ein bisschen Fahrt auf. Auch deswegen, weil es jetzt erste Länder gibt, die darüber diskutieren und ein Land, das auch so ein Social-Media-Verbot schon eingeführt hat, nämlich Australien. In Australien sind... Ein Großteil der Social Media Netzwerke nur noch ab 16 Jahren verfügbar. Das Gesetz gilt bereits. Allerdings ist es aktuell noch so, dass die Plattformen eine Frist bis Ende des Jahres haben, um eine wirklich funktionierende und verbindliche Altersverifikation einzuführen, ein System dazu einzuführen. Das heißt, in der Praxis wird dieses Verbot aktuell auch in Australien noch nicht wirklich umgesetzt. Ja, und ich finde es im Moment hochinteressant, Und wenn man jetzt mal auch auf die letzten Meldungen aus der Bundespolitik guckt, Julia Klöckner, die Bundestagspräsidentin, will den Bundestag jetzt auch auf TikTok präsentieren. Da war man bislang sehr vorsichtig, weil bei TikTok gibt es ja viele Sicherheitsbedenken. Also wir sehen auf der einen Seite interessanterweise so einen massiven Drain in die sozialen Netzwerke. Also auch die, die bislang vorsichtig skeptisch waren, sagen jetzt rein. Also die treffen alle auf Söder, der schon immer da war, so ungefähr, und den Influencer des Jahres da gibt. Das ist sozusagen das eine und auf der anderen Seite gibt es eben diese massive Besorgnis, was passiert da eigentlich? Wir hatten jetzt einen Fall in der letzten Woche, auch nochmal ein schönes Beispiel in Sachsen-Anhalt. Der Spitzenkandidat der AfD, Ulrich Siegmund, ist ein absoluter Social Star. Also der hat eine irre Community aufgebaut, macht das technisch gesprochen sehr, sehr professionell und die Sorge ist ganz groß, wird er den Landtagswahlkampf mehr oder weniger sozusagen als Polit-Influencer deswegen gewinnen, weil er einfach die Leute erreicht, die noch vielleicht unsicher sind und so weiter. Das ist eine große Besorgnis. Also was ich sagen will ist, auf der einen Seite gucken da alle hin, wollen da unbedingt sein, wollen der AfD nicht das Feld überlassen, wollen selber gute Demokraten im Netz sein und auf der anderen Seite sagen sie irgendwie, wer jugendlich ist, wer unter 16 ist. Kann der das überhaupt schon machen? Kann er das im Moment überblicken? Kann er das richtig einordnen? Und müssen wir da nicht eigentlich das Stopp-Schild hinstellen, wie du gerade sagtest, Carlotta? Und natürlich, ich bin total froh, dass ihr jetzt beiden da seid, die das jeden Tag betreiben. Und was ist euer erster Reflex, wenn ihr das hört? Also die Politik will da immer mehr rein, gleichzeitig hat sie totale Angst davor. Der erste Reflex ist, bitte nicht verbieten. Also ich halte von restriktiver Politik und von Verboten relativ wenig, also bei solchen Themen. Ich glaube, wir haben eher ein Problem mit Medienkompetenz und mit politischer Bildung. Also gerade wenn wir jetzt darüber sprechen, wie Meinungsbildung auch im Internet und auf Social Media stattfindet, das ist was, worüber wir auch uns viel Gedanken machen, bei uns im Social Team und auch gerade vor der Bundestagswahl viel darüber geredet haben. Kontext ist unglaublich wichtig, Zusammenhänge verstehen und wir müssen eben zum Beispiel als JournalistInnen auch Zusammenhänge erklären. Das ist eine unserer Kernaufgaben, würde ich sagen. Und ich glaube, man macht es sich ein bisschen zu einfach, wenn man jetzt sagt, also es ist eine sehr einfache Lösung einfach, die man anbietet, zu sagen, wir verbieten es jetzt einfach für alle unter 16. Und einfache Lösungen sind auch häufig jetzt nicht gerade die besten Lösungen, weil sie eben oft auch sehr populistische Lösungen sind. Und ja, das sind so meine spontanen Gedanken dazu. Carlotta, du nickst die ganze Zeit, die, die uns nur hören, sehen das nicht, aber du bist bei Marvin. Ich bin bei Marvin. Ich glaube, dass das Verbot quasi die letzte Lösung wäre, dass wir aber vorher versuchen sollten, alle anderen Möglichkeiten erstmal auszuschöpfen. Und als allerletzte Variante kann man dann von mir aus noch über ein Verbot diskutieren, wenn alles andere nicht mehr funktioniert hat. Haben wir so viel Zeit? Ich glaube, dass diese Verbotsdebatte auch so ein bisschen ein Symptom ist, quasi einer Hilflosigkeit einfach, dass sich viele Menschen, Lehrkräfte, PolitikerInnen, Eltern einfach auch so ein bisschen hilflos dem gegenüber fühlen, die häufig ja auch nicht so mit den sozialen Medien aufgewachsen sind, wie es jetzt eben die junge Generation ist. Das heißt, sie haben auch da irgendwie gar nicht so diesen Einblick da rein, wie viele junge Menschen. Und ich glaube, das ist einfach eine sehr große Hilfslosigkeit, die da aktuell herrscht. Und dann ist es natürlich leicht zu sagen, ach ja, alle Probleme kann ich einfach lösen, indem ich es einfach ganz verbiete. Das heißt nicht, dass ich nicht die Argumente für ein Verbot komplett nachvollziehen kann. Also die Gefahren von sozialen Medien, die Gefahren, die jungen Menschen im Internet drohen, sind absolut real. Also darüber müssen wir überhaupt nicht diskutieren. Junge Menschen begegnen in sozialen Medien, Gewaltdarstellungen, pornografischen Materialien, es gibt Cyber-Grooming, es gibt Cyber-Mobbing, es gibt Gefahren in den sozialen Medien, die absolut real sind. Fake-News, Kampagnen, also wenn wir es nochmal politisch wenden, du hast jetzt mehr den kriminologischen Aspekt genannt, aber ja. Genau. Und dann gibt es natürlich auch noch den anderen Aspekt von Von Schönheitsidealen, die möglicherweise vermittelt werden, von Idealen generell in der Gesellschaft, die da Jugendlichen vermittelt werden, die da schädlich sind, auch für die Psyche. Aber ich glaube, dass wir halt anders darüber nachdenken müssen, wie wir diesen Problemen quasi begegnen können, als dass wir einfach sagen, okay, wir schließen jetzt junge Menschen pauschal bis 16 Jahren von den sozialen Medien aus, die einfach ein ganz, ganz großer Teil der Realität sind mittlerweile. Ja, witzigerweise ist es ja auch so, dass junge Menschen in den allermeisten Ländern leben, Mit 16 wählen sollen. Also wir haben ein Wahlalter auf Landesebene bei 16 in der Regel. Das heißt, die sollen mit dem 16. Geburtstag plötzlich staatsbürgerliche Entscheidungen treffen. Und wir wissen alle, das wisst ihr noch besser, wo kommen die Informationen her? Sie kommen aus dem Netz. Das heißt also, die können nicht ins kalte Wasser einer Wahlentscheidung geworfen werden, ohne vorher auch so sich auf ihre Weise informieren können. Klar, aber weil du das eben sagtest, Marvin, ich will jetzt nicht die Politik verteidigen. Die sagen natürlich nicht alle, hey, wir machen dieses Verbot und mehr machen wir nicht und dann wirkt das oder so. Natürlich betten die das alle ein in so eine Rede von, ja, und wir müssen natürlich die Kompetenz stärken und die Schulen müssen und so weiter. Aber diese Rede, ganz ehrlich, höre ich seit 20 Jahren. Also die Schulen müssen, die Schulen müssen. Und wir müssen die Demokratiebildung stärken und so weiter. Also ich kann es schon echt, ich kann es schon nicht mehr hören. Weil es passiert und es passiert nicht. Jetzt wird es LehrerInnen geben, die sagen, ich mache den ganzen Tag Demokratiebildung. Es heißt zwar Mathe und es heißt zwar Deutsch, aber ich bringe denen bei, wie man fair diskutiert, wie man informationsgesättigt Dinge entscheidet. Aber du hast es eben so klar gesagt das ist wichtig wer soll es denn machen und wie soll es denn laufen, also du siehst mich da ein bisschen, desillusioniert an der Stelle kann ich nachvollziehen bin ich auch, aber das ändert halt nichts daran, also ich glaube wir haben es halt einfach bisher nicht geschafft diesen Prozess vernünftig anzustoßen und ich glaube das ist auch nicht was, was nur der Staat machen muss, sondern was die Eltern machen müssen wo eigentlich die ganze Gesellschaft dran arbeiten muss und, Natürlich, also wir brauchen auch nicht wegzudiskutieren, dass durch Social Media oder durch die Verbreitung von Social Media Fake News zugenommen haben oder zumindest die Verbreitung von Fake News viel, viel schneller passiert. Aber genau, also das ist, finde ich, halt ein Hinweis auf ganz andere Probleme. Und wir dürfen auch nicht unterschätzen, dass Social Media heutzutage, also trägt eben auch bei jungen Menschen, aber auch bei alten Menschen halt schon zur Meinungsbildung bei. Eklatant. Ja, genau. Also in beide Richtungen, positiv wie negativ. Genau, und wenn wir junge, mündige WählerInnen möchten, dann müssen wir eben auch dafür sorgen, dass die Technologien und die Werkzeuge, die zur Verfügung stehen, eben auch entsprechend sinnvoll und konstruktiv genutzt werden. Und natürlich, ja, also das, was du auch gesagt hast, Galotta, also es ist, es passiert halt auch wirklich viel Mist und das braucht man nicht wegzudiskutieren. Aber die Lösung kann nicht sein, das für einen Teil der Bevölkerung zu verbieten, sondern wir müssen überlegen, wie wir sinnvoller damit umgehen. Ich finde das interessant, dass du die Eltern nochmal ansprichst. Das ist ja sozusagen der zweite Adressat. Man sagt immer die Lehrer, okay, dann sagt irgendjemand, oh nee, die können das nicht auch noch. Oder in Klammern, sie machen es schon, aber sie haben eben so viel anderes. Okay, dann die Eltern. Meine Wahrnehmung ist, dass viele Eltern A, das selber gar nicht wirklich mehr können. B, das selber vielleicht auch gar nicht unbedingt wollen, weil sie ihre sozialen Netzwerke zur Unterhaltung, zum Ablenken, zum Entspannen, zu all den Dingen nutzen, wo sie eben überhaupt nicht drüber nachdenken wollen, von wem kommt das und wem folge ich da und so weiter. Und deshalb, ich will nicht sagen, nicht, können oder nicht wollen. Wahrscheinlich ist es eine Mischung. Aber sind die Eltern wirklich diejenigen, die ihren Kindern diese Kompetenz, die alle hier wichtig finden, vermitteln können? Also ist das wirklich, könnte das wirklich die Lösung sein? Also auch da, du siehst mich desillusioniert. Ich möchte heute mit Hoffnung hier rausgehen. Ist schon ein Erziehungsthema, oder? Also total. Und wenn wir über Erziehung sprechen, dann ist es halt nicht nur Schule, sondern natürlich auch das Elternhaus. Definitiv. Und vor allen Dingen ist es ja auch ein Thema, dass man gar nicht nur quasi auf einen Verantwortlichen abwälzen kann. Also man kann nicht nur sagen, es müssen nur die Eltern machen oder es müssen nur die Lehrkräfte machen oder es sind, weiß ich nicht, wer auch immer verantwortlich, nur Expertinnen, die irgendwie Workshops dazu geben, sondern ich glaube, es muss quasi gemeinschaftlich. Funktionieren. Die Eltern müssen da Medienkompetenz beigebracht bekommen. Die müssen einen Kompass an die Hand bekommen, wie sie mit ihren Kindern in den sozialen Medien die sozialen Medien entdecken können, wie sie diese Kinder leiten können in den sozialen Medien. Ich finde aber auch, dass die Schulen eine Rolle spielen müssen. Gleichzeitig muss man auch über ExpertInnen sprechen, die in Schulen kommen, die in Freizeit angeboten, Kinder da irgendwie schulen. Also ich glaube, man kann gar nicht so diesen einen Verantwortlichen irgendwie ausmachen, der es jetzt quasi retten muss. Sondern es muss viel mehr einfach gemeinsam geschafft werden und, Natürlich hat, glaube ich, ein Teil der Elterngeneration aktuell Nachholbedarf. Es kommen jetzt aber auch sehr viele Eltern nach, die mit den digitalen Medien aufgewachsen sind, mit den sozialen Medien und die, glaube ich, auch eine deutlich höhere Medienkompetenz schon haben. Aber allen anderen muss man natürlich auch irgendwie Angebote machen, um sie abzuholen. Weil das kann ich absolut verstehen, dass Eltern sich komplett überfordert fühlen auch davon. Wenn das Kind am Ende mehr schon versteht von diesen ganzen Plattformen als man selber als Elternteil, wie möchte man denen dann irgendwie da eine Guideline geben, wie es sicher in diesen sozialen Medien durchkommt? Das ist nochmal so ein Stichwort. Wir als Journalisten sind ja sozusagen getrimmt darauf, alles, was uns begegnet im Netz, erstmal mit so einem Fragezeichen zu betrachten. So, stimmt das? Woher kommt das? Kann das sein? Wir prüfen unsere Quellen. Wir sind sozusagen erzogen zu maximaler Vorsicht. Das ist so unser Grundmodus, wenn wir über Dinge stolpern im Netz. Das wäre ja schön, wenn Eltern das auch hätten und wenn Eltern diesen Grundmodus ihren Kindern beibringen können. Dieses, sei vorsichtig, prüfe, nutze, aber prüfe. Das ist ja so ein Grundreflex. So, nun wird dieses Prüfen ja selbst für uns Journalisten immer schwieriger. In dem Moment, wo es nicht nur gut gemachte, sondern auch von KI gemachte Nachrichten, Deepfakes, Dinge sind, die zunehmend, und da müssen wir uns ja nichts vormachen, in den nächsten Jahren immer perfekter werden. Wir laufen ja praktisch in so eine soziale Netzwerkwelt hinein, bei der es fast nicht mehr möglich ist, kurzfristig herauszufinden, Was habe ich da? Was ist das da? So. Und meine große Sorge ist, dass viele dann auch abspringen und sagen, ja, dann nehme ich es halt für voll, weil es reden doch alle drüber und es ist doch so, dann wird es doch wohl. Also, dass diese eiserne Disziplin, die wir uns natürlich qua Job auferlegen müssen, dass die gar nicht da ist und die auch immer schwieriger zu erreichen wird. Oder bin ich da schon wieder zu pessimistisch? Boah, also mir schwinden gerade viele Gedanken im Kopf herum. Also erstmal nochmal, also ich glaube auch, das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und jetzt nicht nur ein Problem, was die Jugend betrifft und also Plattformen wie TikTok stellen ja zum Beispiel auch fest, also es gibt unterhaltungsorientierte Mediennutzung, das ist das, wenn man halt zu Hause eben abends auf der Couch sitzt, durch seinen Insta-Feed oder durch seinen TikTok-Feed halt irgendwie scrollt oder genau und sich ein bisschen entertainen lässt, das ist das eine und es gibt aber auch die informationsorientierte Mediennutzung und gerade die Jugend, das sieht man in diversen Studien, nutzt Social Media, um sich Informationen zu beschaffen. Ausschließlich inzwischen in den jüngeren Jahrgängen, würde ich sagen. Zumindest als erste Quelle. Ja, genau. Und Plattformen wie TikTok stellen auch selber fest mittlerweile, dass sie immer mehr auch als Suchmaschinen genießt werden. Also, dass sie quasi auch informationsorientiert ihre Medien dem Publikum anbieten. Und das kann man auch nicht mehr, also ich glaube, das kann man einfach auch nicht mehr aufhalten. Also man kann natürlich darüber reden, ganze Plattformen wie TikTok zu verbieten und auch diese Diskussionen gab es ja schon. Das kann meiner Meinung nach nicht die Lösung sein, weil wir uns damit, glaube ich, auch einen gewissen technologischen Fortschritt berauben. Das ist ja auch der Grund, warum jetzt zum Beispiel, ich hatte es ja eben erwähnt, der Bundestag jetzt auch auf TikTok geht, warum große Medienhäuser ihr ja auch auf TikTok versucht, wenn Bundestagswahl ist oder auch zwischendurch. Solide, verlässliche Informationen, dass wenn jemand suchen geht mit der Suchmaschine TikTok, dass er dann auch Content findet. Das ist ja glaube ich schon die Reaktion. Aber meine Sorge ist, dass es immer so ein bisschen Hase und Igel ist. Wir, die seriösen Medien, versuchen ein gutes Angebot zu machen und dann sind die User aber längst woanders. Weil es knackiger ist, weil es netter ist, weil es attraktiver ist, weil es schneller ist, weil es eingängiger ist, weil es einfacher ist. Ganz ehrlich, wenn man eure Postet, muss man irgendwie kurz mitdenken. Also man muss Nebensätze lesen und man muss im Zusammenhang sich kurz mal anstrengen. So bitter es ist, das gehört aber dazu. Und wer das gar nicht will, sondern die schnelle Antwort sucht, der findet sie halt auch. Ja, das ist natürlich auch ein Problem, dass natürlich auch gerade auch... Durch die Zeit, in der wir leben. Also ja, schnelle Antworten sind immer einfacher und viele geben sich halt auch mit schnellen und einfachen Antworten zufrieden. Aber ja, muss ich wieder darauf zurückkommen. Ich finde, das weist auf ein ganz anderes Problem, auf ein gesamtgesellschaftliches Problem hin. Und wir müssen uns auch klar machen, wenn wir über Verbote sprechen, wir leben halt auch in einer Zeit, in der es Technologien gibt, diese Verbote ganz einfach zu umgehen. Also zum Beispiel, die australische Jugend wird bestimmt den einen oder anderen neuen VPN-Account sich jetzt erstellen und einfach so tun, als wären sie halt nicht in Australien, sondern in Deutschland. Und dann kann man diese Verbote relativ einfach umgehen. Also wenn der Staat das wirklich auch noch unterbinden möchte, dann ist das mit erheblichem technologischem, finanziellem Aufwand verbunden. Und ich glaube, das muss man halt auch einmal zu Ende denken lassen. Also ein Verbot muss ja auch durchsetzbar sein. Und ich bezweifle, dass es wirklich großflächig durchsetzbar wäre. Ja, also ich sag mal, ich glaube es gibt Eltern und ich zähle mich da mal dazu, die natürlich von so einem Verbot so in der Kommunikation mit ihren Kindern vielleicht profitiert hätten. Also es gab sicherlich mal Situationen, wo ich jetzt auch, kann ich mal offen sagen, auch mit so einem Verbot im Rücken vielleicht, es mir hätte ein bisschen einfacher machen können. Hast irgendwie ein junges Kind, das natürlich ganz viel sieht und ganz viel will und so weiter und du kannst natürlich jeden Tag das diskutieren, das ist auch unsere verdammte Verantwortung als Eltern, keine Frage, das ist genau das Erziehen, was du Marvin eben angesprochen hast, aber wenn man so ein Verbot im Rücken hat, wo man irgendwann sagen kann, so und es ist einfach auch nicht erlaubt, Punkt aus, Feierabend, egal was die anderen machen und so weiter, auch eine einfache Antwort. Also ich glaube, ich hoffe mal, dass das Leute nachvollziehen können, aber dass man manchmal einfach denkt, bitte gib mir noch irgendein Instrument in die Hand, lass mich hier nicht das alles so mit meiner eigenen Autorität als Mutter oder so immer alles aushalten müssen. Also das ist sicherlich ein Punkt, wo manche Eltern vielleicht sagen, oh ja bitte, so wie das ja oft bei Handyverbot in den Schulen ist, dass die Schulen, wenn wir das erstmal machen, dass dann nicht jeder einzelne Lehrer immer sagen muss, Evelyn, steck mal dein Handy weg, Marvin, du hast schon wieder irgendwie rumgespielt da, sondern einfach sagt, hier, die ganze Schule hat sich committed oder so. Also oft hilft oder entlastet das die Einzelnen, die ja an tausend Fronten kämpfen. Also Handyverbote im Unterricht, finde ich, also das ist klar, also da muss man nicht drüber reden, das macht schon total Sinn. Das kann man auch einfach durchsetzen und da kann man, also... Das wirkt eben unmittelbar auch. Man kann damit die Aufmerksamkeit der SchülerInnen natürlich erhöhen, indem man sagt, im Unterricht werden keine Handys benutzt. Und das ist ziemlich obvious. Also es wirkt direkt. Es wirkt direkt, ja. Es gibt ja auch schon viele Grundschulen, die das machen. Würdet ihr denn sagen, weil wir ja eben so dieses U16-Thema hatten, Handyverbot in Schulen bis 16? Also ich müsste jetzt mal ausrechnen, welche Klassenstufe das ist. Oder würdet ihr sagen, nee, das ist jetzt eine Regelung, die man vielleicht für U12, U14 oder sonst wie treffen müsste. Also ich glaube, in vielen Grundschulen gibt es das und viele Bildungsminister in den Ländern sind auch dabei, das für etwas höhere Stufen gerade zu etablieren. Aber würdet ihr sagen, da seid ihr bei U16-Verbot dabei? Also dafür bin ich jetzt keine Pädagogin, um das wirklich gut beurteilen zu können. Also ich habe keine Kinder und auch keine Berührungspunkte aktuell zu Kindern in dem Alter, die jetzt in der Schule sind, um das wirklich einschätzen zu können. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass da auch möglicherweise Abstufungen sinnvoll wären. Ich kann es absolut nachvollziehen in Grundschulen und im Unterricht auch. Aber gleichzeitig ist natürlich auch der Unterricht ein Ort, an dem man eben begleitet mit den Kindern. Genau darüber sprechen könnte, wenn ich jetzt mein Handy nutze, worauf muss ich aufpassen? Welche sozialen Medien kann ich wie nutzen? Wo lauern da die Gefahren? Wie kann ich gut recherchieren im Internet zum Beispiel? Welche Suchmaschinen helfen mir da? Wie kann ich KI einsetzen? Also auch da wieder glaube ich, dass man, wenn man einfach nur das komplett ausschließt, dass man damit nicht unbedingt hilft. Und das glaube ich eben auch bei der Social-Media-Debatte, weil das einfach nur zu verbieten für die unter 16-Jährigen. Erstmal würde ja dazu führen, dass sie dann mit 16, wenn sie es nicht vorher umgangen haben, durch diverse technische Möglichkeiten, Eltern oder Erwachsene, die ihnen da irgendwie helfen oder was auch immer. Dass wir dann eine ganze Generation hätten, die dann plötzlich in diese sozialen Medien stürmt, aber damit überhaupt noch gar keine Erfahrung gemacht hat und ehrlicherweise stelle ich mir das sehr gefährlich vor. Und gleichzeitig würden die sozialen Medien in der Zeit möglicherweise auch einfach für alle anderen, die ja trotzdem da sind, nicht besser werden. Du hast ja ganz am Anfang gesprochen unter anderem über die AfD und ich meine, da geht es um WählerInnen ab 18, die trotzdem in den sozialen Medien sind und die trotzdem mit rechten und rechtsextremen Inhalten konfrontiert werden. Und für die hätte sich dann ja am Ende überhaupt gar nichts geändert, wenn einfach nur die 16-Jährigen ausgeschlossen werden. Und ich habe so ein bisschen die Befürchtung, dass quasi einfach nur ein Verbot für Social Media für unter 16 dazu führen würde, dass ansonsten die Plattformen so ein bisschen aus der Verantwortung genommen werden würden, dass sie andere Regulierungen einführen, um die sozialen Medien sicherer zu machen. Weil das ist ja dann so ein bisschen so ein Freifahrtsschein. Macht einfach weiter mit den 16-Jährigen, so wie bisher. Ihr müsst es nicht regulieren oder nicht stärker regulieren als bisher. Wir schließen einfach nur die unter 16-Jährigen aus. Ich würde es sehr viel besser finden, wenn wir und die Politik vor allen Dingen auch die Plattform sehr viel stärker da noch in die Verantwortung nehmen würde, was Regulierungen angeht. Was Markieren und Einschränken von KI-generierten Inhalten angeht, was Bots angeht, was Gewaltdarstellungen angeht. Teilweise dauert es einfach extrem lange, bis gemeldete Kommentare zum Beispiel geprüft werden oder gemeldete Videos geprüft werden. Da müsste man die Plattform viel, viel stärker in die Verantwortung nehmen, mit hohen Strafen auch, wenn es da Verstöße gibt, um einfach die sozialen Medien insgesamt sicherer zu machen und dann den jungen Menschen eine Handreichung zu geben, wie sie in diesen sozialen Medien sich auch sicher bewegen können. Irgendwie musste ja Friedrich Merz zugehört haben oder er wusste, was du sagen wirst. Denn Tatsache ist, dass die Bundesregierung, vor allem der Kulturstaatsminister, der ja für Medien und Kultur ausdrücklich da ist, der will im Herbst tatsächlich ein größeres Paket angehen, eine große Initiative angehen. Das ist natürlich in Friedrich Merz Sinne, das ist klar. Wo es tatsächlich um die große Frage geht, wie gehen wir mit den Tech-Giganten um? Welche Möglichkeiten haben wir da überhaupt als Land? Aber am Ende eben vor allem auch als Europäische Union, denn ist klar, als Deutschland selber ist da national sehr wenig zu holen. Wie können wir die immense Macht beschränken? Wolfram Weimar, der Kulturstaatsminister, hat immer dieses schöne Beispiel gesagt. Zu sagen, wenn ein Donald Trump beschließt, dass eine Region auf der Erde jetzt anders heißen soll, da ging es um den Golf von Mexiko, der Golf von Amerika heißen soll und Google einfach das überall ändert und auf Google Maps dann nur noch einen Golf von Amerika auftaucht. Diese Tech-Giganten sind ja nicht nur meinungsbildend, sie sind sogar wirklichkeitsverändernd in einer gewissen Hinsicht und das ist natürlich eine gigantische Gefahr. Aber umgekehrt ist das alles noch in den Kinderschuhen, weil natürlich die Frage ist, wie kann man deren Macht überhaupt sinnvoll einschränken? Du hast ja gerade ein paar Aspekte schon genannt. Und interessant ist, dass dieses Thema Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige darin ein Teil sein soll, aber sicherlich nicht der einzige Gedanke. Ich finde interessant grundsätzlich, dass diese Regierung sich dieses Thema wirklich vornimmt und vorknöpft. Die anderen Regierungen davor wussten auch um die Gefahr, das ist klar. Aber dass es jetzt gerade diese Parallelität hat, über die wir schon am Anfang sprachen von, alle gehen irgendwie ins Netz mit Macht. Wir haben hier schon mal darüber gesprochen, wie manchmal onkelhaft oder nett das bei März dann läuft. Und gleichzeitig wächst auch die Angst. Und natürlich mit dem Blick auf die nächsten Wahlen, natürlich mit dem Blick auf die nächsten Bundestagswahlen. Am Ende geht es immer um die Frage, die wir jetzt haben. Werden Entscheidungen noch faktenbasiert getroffen? Oder werden sie nur noch meinungsbasiert beziehungsweise auf der Basis von Fake News getroffen? Jetzt nochmal so eine letzte Frage an euch beide, damit ich endlich mal einen Optimismus zurückgewinne. Gewinnen wir den Kampf gegen Kampagnen und Fake News und alle, die das Netz missbrauchen? Okay, ihr rollt beide mit den Augen für alle, die es nicht sehen. Es war kein Augenräumen. Nee, es war so ein schweres Atmen. Ja, natürlich. Also ich möchte daran glauben, dass wir diesen Kampf gewinnen. Aber mit Sicherheit sagen, wir leben in so wilden Zeiten gerade mit vielen autokratischen Regierungen auf der Welt, die nicht nur in ihrem eigenen Land wirken, sondern global. Sie kann man nicht wirklich seriös beantworten, die Frage. Also ich möchte daran glauben. Und ich möchte, wir arbeiten täglich daran mit. Genau. Wir alle. Und ich glaube, mehr können wir nicht tun. Carlotta, du musst jetzt hier den Optimismus verbreiten. Bitte. Wir schaffen das. Schaffen wir das? Das, was Marvin sagt. Also ich glaube, da kann niemand aktuell verlässlich eine Prognose geben, in welche Richtung sich das entwickelt. Ich möchte aber auch daran glauben und ich glaube, wir alle können auch was dafür tun, dass das Netz ein sicherer Ort wird und jeder Einzelne kann Desinformation melden, kann Fake News melden, kann Falschdarstellungen melden, kann sich im Netz dafür einsetzen, dass Informationen richtig gestellt werden. Und kann auch ganz konkret in seinem Freundeskreis, wenn er was hört, nach dem Motto, habt ihr gehört, dass XY schon wieder Z getan hat und man sagt, Leute, Wer hat denn ein Interesse daran, dass das so verbreitet? Denkt doch mal bitte eine Schleife weiter. Also ich glaube, es ist am Ende auch ein Offline-Tun, wo man Dinge einordnet. Oder ich wollte dich nicht unterbrechen, ich wollte dich nicht unterbrechen, aber das ist, wo ich immer denke. Also manchmal ist es so einfach. Ist so und gleichzeitig muss man auch sagen, es gibt auch viele Menschen, die sich in den sozialen Medien sehr dafür einsetzen, für Demokratiestärkung, für Aufklärung zu bestimmten Themen. Für Fakten statt eben Desinformation. Das ist so ein bisschen das, was für mich in dieser ganzen Debatte immer etwas zu kurz kommt. Die sozialen Medien sind ja nicht per se, alles was in den sozialen Medien passiert, ist nicht per se schlecht und negativ. Sondern es gibt auch ganz, ganz viel Positives in den sozialen Medien. Das heißt nicht, dass es die schlechten Seiten nicht auch gibt. Die gibt es, aber gleichzeitig passiert halt auch ganz viel Gutes. Man kann extrem viel lernen über soziale Medien. Man kann mit Menschen in Kontakt kommen, mit denen man sonst möglicherweise im Alltag gar nicht in Kontakt gekommen wäre. Man kann sich verbinden, man kann Gruppen gründen, man kann plötzlich auch ein neues Gefühl von Gemeinschaft finden, wenn man sich mit Gleichgesinnten unterhält. Das Internet und die sozialen Medien haben auch ganz viele Möglichkeiten für Bildung. Es gibt total viele positive Angebote. Also vielleicht ist das so ein bisschen der Optimismus für dich. Ich finde es immer ein bisschen zu kurz, wenn man quasi einfach nur die sozialen Medien per se nur die negativen Seiten sieht. Und das ist auch für mich so ein bisschen der Aspekt in dieser Debatte über dieses Social-Media-Verbot. Ich glaube, dass das eine Debatte ist, die von... Eine Generation geführt wird, die nicht so mit den sozialen Medien aufgewachsen ist, wie die Generation, über die diese Debatte geführt wird, nämlich die jungen Menschen, die unter 16-Jährigen, für die einfach soziale Medien im Alltag eine so, so große Rolle spielen. Die sind einfach Teil der Realität. Und die Debatte wird aber so ein bisschen quasi über ihre Köpfe geführt von Menschen, für die soziale Medien gar nicht so Teil der Realität sind und nicht so natürlich irgendwie dazugehören. Und da geht halt auch manchmal unter, dass auch für junge Menschen soziale Medien sehr viel Positives bieten können. Ich finde, wir sollten darüber reden, wie wir es schaffen, dass weniger Negatives stattfindet in den sozialen Medien. Ja, genau. Also ich bin da total bei dir und das schwirrte mir vorhin schon durch den Kopf der Gedanke. Soziale Medien sind ja erstmal vom Grundgedanken her dazu da, Menschen miteinander zu verbinden. Und das ist ja was Gutes. und. Natürlich gibt es mittlerweile eben Entwicklungen, die nicht so schön sind, aber der Grundgedanke von Social Media ist eben, das Verbinden von Menschen und das ist, finde ich, erstmal eine sehr, sehr gute Sache, vor allen Dingen eben wenn man diese Technologie eben konstruktiv nutzt eben um offene Debatten zu führen, demokratische Debatten zu führen sich auszutauschen, mit seinen Freunden und Freundinnen zu schreiben und. Gerade für junge Menschen und ich glaube auch gerade für Menschen unter 16, wenn wir jetzt so zwischen 14 und 16, da ist Social Media auch einfach wirklich dazu da, um mit den Freunden und Freundinnen halt in Kontakt zu sein. Und auch zu zeigen, ich mache gerade dieses oder ich mache gerade jenes, mein Urlaub ist so oder keine Ahnung, heute Abend bin ich dort unterwegs und das ist schon und jetzt die zukünftigen Generationen dieser Möglichkeit zu berauben, das kann eigentlich nicht die Lösung sein. Die Lösung muss sein, dass wir als Gesellschaft und wirklich alle eben mit daran arbeiten, dass wir diese Technologie eben so nutzen, dass sie auch sinnvoll und konstruktiv ist. Das wäre so mein Abschlussplädoyer. Und als allerletztes, vielleicht sollten wir jungen Menschen vor allen Dingen auch mehr zutrauen. Ich habe vor einigen Monaten einen Workshop gegeben in einer zehnten Klasse zu Desinformation in den sozialen Medien und ich war wahnsinnig beeindruckt, was diese Jugendlichen wussten über Desinformation, über Fake News, über die Gefahren im Internet. Die Lehrerin hatte die Klasse gut vorbereitet. Das weiß ich nicht. Ich glaube eben nicht, dass es so ist, sondern ich glaube, dass wirklich jungen Menschen da sehr, sehr viel auch bewusst ist und dass wir die teilweise einfach unterschätzen, die Kompetenzen, die sie auch möglicherweise haben, weil sie eben einfach Digital Natives sind, weil sie ganz anders mit diesen ganzen Technologien und den sozialen Medien aufgewachsen sind. Und ich finde, wir dürfen denen auch irgendwie ein bisschen mehr zutrauen und sollten sie nicht so bevormunden, und sollten ihn stattdessen nur... Eine Handreichung geben, wie sie eben auch da sicher durchkommen und vor allen Dingen dafür sorgen, dass die Gefahren, die ihnen in den sozialen Medien begegnen, reduziert werden. Also ich danke euch sehr für das optimistische Ende und eure Schlussplädoyers. Also ich gehe nicht ganz so pessimistisch raus, wie ich vielleicht reingegangen bin. Und trotzdem denke ich im Nachhinein Glückwunsch allen denen, die jetzt Social Media Verbot unter 16 fordern. Einen Effekt haben sie, wir reden drüber. Wir reden mal wieder sehr intensiv drüber. Und so wie wir heute, also ich glaube, dieses Ring darum, was wollen wir, was sind die Grenzen, wo müssen wir regulieren, wo können wir. Das ist genauso, wenn jemand mit guten Argumenten ein AfD-Verbot fordert und viele sagen, das geht aber nicht aus Gründen, bla bla bla. Aber wir reden drüber. Wir reden auch über die hohe Gefahr, unter der wir gerade sind. Mein Schlusspädagogik. Gut, dass es eine Forderung nach dem Social-Media-Verbot unter 16 gibt. Denn die hilft uns. Die hilft uns, Argumente zu schärfen und sie hat vor allem Marvin in unseren Podcast geholt. Ein kurzfristig sehr schönes Ergebnis. Alleine dafür hat es sich gelohnt. Marvin, vielen Dank, dass du bei uns warst. Komm gerne wieder, wenn es dir gefallen hat. Dir natürlich auch, Carlotta, für deinen Optimismus. Ich denke, wir werden das begleiten. Der Herbst wird mit interessanten Ideen in dem Bereich aufwarten. Wolfram Weimar hat es bei uns im Interview schon angekündigt. Insofern, ja, wir dürfen gespannt sein und es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir hier drüber reden. In der nächsten Woche wird es aber wahrscheinlich wieder sehr viel über Friedrich Merz zu besprechen geben. Mit Sicherheit. Vielleicht über seine Insta-Reels. Okay, vielen Dank und bis zum nächsten Mal. Tschüss. Tschüss. Music.