Latest / Erstklassisch mit Mischke - Klassik hautnah / Karita Mattila: „Ich schreie nicht hinter der Bühne“
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- Wiederholen, wiederholen, eine Methode, das ist langweilig, das ist unterschätzen, das Publikum unterschätzen, das Publikum muss eine frische Erfahrung, ein Erlebnis bekommen. Und die spüren sofort, wenn irgendwie eine berufliche, wie ich eine Profi, mit einer Methode zur Bühne kommt und das wiederholt. Erstklassisch mit Mischke, der musikalische Podcast des Hamburger Abendblatts. Schönen guten Tag und Taika Huilu. Das war finnisch und das einzige Wort, das ich mir merken kann, weil ich das mal in Savonlinna gesehen habe. Und das Ganze, mein Gast weiß hoffentlich, was ich meine, ist die Zauberflöte von Mozart. Mein Gast ist Sopranistin. Sie ist Mitte Februar in Hamburg hier bei der Konzertanten Elektra mit Edwin Gilbert und dem NDR-Orchester in der Elbphilharmonie. Da singt sie die Glütemnestra. Das kann eigentlich nur eine sein. Ich versuche es mal mit der richtigen Betonung. Carita Matila und Terve Tuola, hoffentlich. Dankeschön. Alles richtig soweit, was das Finish angeht? Ja. Gut, dann bin ich beruhigt. Und übrigens, falls Sie schon neugierig geworden sind, wer in diesem Podcast schon so alles zu Gast war, das sind inzwischen mehr als 100. Sie finden Erstklassisch mit Mischke auf allen Podcastportalen und bei uns auf abendblatt.de und Bewertungen ab 5 Stern wären toll, dann machen wir weiter. Jetzt aber mal zu den wichtigen Fragen. Mal so zur Begrüßung. Sie haben ja eine Menge Opern, Klischees wahrscheinlich schon miterlebt. Welches davon können Sie überhaupt nicht mehr hören? Wo denken Sie um Himmels Willen? Was denken die Leute, was wir den ganzen Tag machen? Meinen Sie das Leben der Opernsängerin? Meinetwegen. Ein Klischee? Ein Klischee über, das ist irgendwie, dass wir Parfüm pinkeln. Das hat Ihnen mal jemand gesagt? Das ist, aber das ist manchmal, manchmal denken die Leute, wenn wir uns in unseren Abendkleidern auf der Bühne sehen oder in einer Rolle mit viel Maske und Perücke. Und dann denken die, dass es eigentlich uns sind und die Fans denken, dass sie uns kennen. Aber natürlich, wir haben unser Privatleben und ich persönlich schätze es sehr. Ich bin in der Social Media, aber das bedeutet trotzdem nicht, dass die Leute mich kennen. Ich verteile, was ich will. Ich wähle das selber. Aber das ist die Tradition. Und das gehört auch zu dieser Idee vom Theater. Das ist diese Magic, was hinter der Bühne passiert. Gehört nicht zur Öffentlichkeit und so sollte es auch sein, unsere Herausforderungen in dem Prozess oder so, es gehört dazu, es gehört zu uns, uns Beruflichen, die da arbeiten und das Publikum sollte nur. Aufsetzen und genießen. Also Klischee versus reales Leben. Und das andere Klischee, wie man die Oper betrachtet. Ist, dass es irgendwie Elitist sein ist. Und das ist nur wegen Ignoranz. Und wenn man zu wenig über diese sehr herausfordernde Kunst, die viel Talent, Talent und Disziplin und Zeit und Vorbereitung, Studien und alles das braucht, Es ist das, wie man das beruflich machen kann, Jahr über Jahr, ist weit von Elitismus. Haben Sie schon mal jemanden, der vorher jahrelang gequengelt hat und gesagt hat, ich gehe nicht in die Oper, ich will das nicht, ich verstehe das nicht, haben Sie schon mal so jemanden an den Ohren da reingezogen und danach waren alle dann ganz glücklich und haben Ihnen gesagt, Gott sei Dank, endlich, warum hat mir das niemand gesagt, wie schön das ist? Oh, viele, die sich gezögert haben, ob die in die Oper kommen sollten und die finden, dass wenn die davon nichts verstehen, dass die nicht reinkommen, wagen. Und dann habe ich das, ich sage immer, mein Prinzip von dem Anfang meines Berufs, meiner Karriere ist immer gewesen, dass man sich nicht vorbereiten braucht oder muss auf jeden Fall in die Oper zu kommen. Man braucht nichts zu verstehen, man muss nur einen offenen, was ist, also Meinung, einen offenen Kopf und Mind, sodass man das alles nur lebt, mitlebt und hat Augen auf, Ohren auf und nur das passieren lassen, sich selber, was da im Theater passiert. Und ohne Hemmungen, ohne diese, was sind die auf Englisch, sind Prejudices. Vorurteile. Bitte? Vorurteile. Ja, also nichts im Voraus zu denken und alles das rauszulassen und nur mit offenem Kopf und offenen Ohren kommen. Dann wäre ja die Elektra, bei der sie jetzt dabei sind, wäre ja eigentlich ein schicker Einstieg, weil das ist ja im Prinzip ein Splatterfilm. Es wird ständig jemand umgebracht. Die Familie ist jetzt nicht direkt die freundlichste zueinander. Das Ding ist kurz. Es ist eine Menge Lärm dabei. Es ist das totale Drama. Oder sehen Sie das anders? Ist das für Sie ein harmloses kleines Familienstückchen? Nein, es gibt viele, sogar viele Dirigenten, die dieses Stück nicht mögen. Und wer das nicht mag, sollte nicht das tun. Das wäre ein Disservice für diese fantastische Oper. Nein, ich würde nicht, wenn ich Kinder hätte, ich würde meine Kinder nicht als erstes Mal zu dieser Oper nehmen. Es ist jetzt mehr als nie in diesem Fall, in diesem Oper, ganz mit offenem Mind. Wenn man Prejudices hat, also solche Vorgedanken, wie man sein sollte oder so. Das kann so geschüttelt werden mit dieser Oper. Salome, ich habe ein bisschen Erfahrung davon, ist die selber. Und das die sind sehr interessante Oper, weil die auch, wenn man ich sage, das ist provokativ aber ich denke, die Leute, die sich selber lügen oder sich stellen, dass das Leben irgendwie sein ist oder ich bin so und ich bin nur eine gute Person ich lüge nie ich bin nie neidisch ich bin so eine gute Person, nice Person und ich habe alle so und also dann bin sicher, solche Leute, die das nicht zusagen können, dass die diese alle Eigentümer selber drinnen haben. Die könnten Schwierigkeiten haben, wenn die zu dieser Oper kommen und das sehen. Die können das sagen, oh, wie schrecklich. Ich habe mal nachgeschlagen, das ist ja interessant, gerade was die Elektra angeht. Sie haben 1997 in London, also mit fünf Jahren, die Chrysothemis gesungen. Das ist die jüngere Schwester von Elektra. Und jetzt singen sie Clutemnestra. Das ist die Mutter von Elektra. Also sie sind einmal durch den Familienstammbaum dann durch. Wie fühlt sich das denn für Sie an, wenn Sie wissen, ich bin mit diesem Stück gereift? Diese Rolle ist Vergangenheit. Ich bin jetzt in einer ganz anderen Partie. Oder ist das für Sie ein Job wie jeder andere, zu sagen, dann singe ich jetzt halt die Clytemnestra? Ne, also, und haben Sie gemeint, meine erste Chrysotem ist? Ja. Meine erste Chrysotem ist, 95 Corrigierung. 95, okay, gut. Salzburger Festspiele, Osterfestspiele mit Abado, die Regisseur Lef Dodin, eine fantastische Regie. Und meine erste Chrysothemis, ich habe gezögert, wenn Claudio das mir angeboten hat und ich hatte, Nicht Angst, aber ich machte mir Sorgen, dass vielleicht ich nicht hörbar werde sein über dieses Orchester. Und er hat mich überzeugt. Er hat gesagt, keine Sorgen, ich werde dich immer davon kümmern, dass du immer hörbar bist. Und das war ein riesiger Erfolg. Alle diese Leute, ich habe keinen Namen, die dachten, dass ich vorbei bin in den 90er Jahren. Weit gefühlt. Und dann habe ich meine erste Chrysothemis, meine erste solche Straußrolle gemacht. Und I was blooming. Und ich fühlte mich so gut, diese Rolle zu singen, Chrysotemis, weil zum ersten Mal, das war die erste Rolle, wo ich mich wirklich so gefühlt habe, ich war also 34 Jahre alt. Und ich hatte meistens Mozart und solche lyrische, lyrisch-dramatisch höchstens, gemacht. Und ich hatte das Gefühl, dass man nur singt und es gibt keine Bremsen. Und ich war immer daran gewohnt, also sehr kontrolliert zu sein, vokalisch sehr, sehr diszipliniert, welcher sehr gut ist. Aber das war ein anderer Stil, dieser Strauß. Und, Der Claudia hat mich nie geboten, leiser zu singen und ich erinnere mich an dieses Gefühl. Ich war da und ich hatte ein bisschen Angst. Es fühlt so gut und wegen meiner Kultur, wo ich komme, es war drinnen in mir, dass ich dachte, wenn es wirklich gut fühlt, da muss was Schlimmes sein. Es muss was Böses sein, wenn es so gut fühlt. Und nach. Salzburg 1995 bin ich zu meiner Lehrerin nach London gefahren, Vera Roja, weil ich dachte, ich muss sie checken lassen, dass alles in meiner Stimme funktioniert und alles gut ist. Weil ich diese ganz andere Stilrolle gemacht hatte. Und wir haben angefangen und sie hat mich gehört und sie hat gesagt in ihrem ungarischen Akzent, Darling, you are in fantastic form. Und es war so eine Erleichterung. Ich erzähle das nur, weil es so eine große Sache mir war. Ich hatte so eine fantastische Arbeitsbeziehung mit Claudio. Ich habe so viel mit ihm gelernt, er hat mir so viel beigebracht und ich habe mit ihm mein Vertrauen an mich selber gefunden, ein großer Teil gefunden. Ich habe mich immer gefühlt, dass ich besser mit ihm singe, als ich dachte. Und das war auch, weil der diese ganz praktisch, aber so wenig Dirigenten, die so arbeiten, in den Proben, hat der immer dem Orchester gezeigt. Ihr müsst, die Solisten, ihr hört zu, ihr müsst zu. Und es war magic, mit ihm zu arbeiten. Und also, als ich meine erste, dass dieses jetzt kommt zur Clitamnestra, es war ironisch oder komisch oder interessant, dass ich eigentlich nie, ich dachte, Elektra ist so eine riesige Rolle, Aber was ich wirklich so intrigued war, war Klüte Mnestra. Mariana Lipovscheck war meine erste Klüte Mnestra in Salzburger Festspiele, diese Osterfestspiele. Und ich habe sie so bewundert. Und dieses Konzept von Dodin. Und ich habe diese Rolle gewundert. Geliebt und geträumt diese, ich habe keine gute Nächte. Und ich dachte, das wäre, ich erinnere mich nicht daran, was für Kreis ist, ein privater Kreis ich damals hatte, aber ich dachte, so denke ich mir auch und ich habe immer gehört und zugehört, diese Szene und ich dachte immer, danach habe ich immer geträumt eines Tages möchte ich also Glütemnestra war das Ding für mich, nicht so Elektra ich habe früher meine Lehrerin gefragt nach einer guten Gesangsstunde habe ich sie gefragt, Vera, glaubst du dass ich irgendeinmal Elektra singen könnte oder sollte weil da war so eine Geschichte von ihr, dass eine lyrische Tenor einmal sie gefragt hatte, do you think I would sing Othello ever before I die? Und Beras berühmte beantwortet hatte, war well darling, when are you going to die? Und ich dachte, wenn sie das, vielleicht sagt sie mir auch so, darling, when are you going to die? Und wenn ich das ganz absichtlich gefragt hatte, hat sie gesagt. Darling, it is possible. Okay. Aber Clutemnestra war immer als Rolle. Weil mein Prinzip hat immer gewesen, zuerst natürlich, es kommt ohne zu sagen, dass ich das singen kann. Das muss in meiner Lage liegen, vokalisch, musikalisch und so. Aber was die Rolle ist, wie interessant. I was never into crowd pleasers. Ich war immer fasziniert über solche Rollen, die wirklich eine sehr spannende Geschichte gehabt hatten und auf der Bühne erzählen würden oder leben würden. Und Glütemnestra war eine von diesen Geschichten. Und deswegen, und dann kam meine erste Glütemnestra, also was, 25 Jahre später oder so, und hier bin ich. Okay, ich frage mich ja, ob Sie eigentlich in der Lage sind, sich von einem Dirigenten was sagen zu lassen. Oder ist das bei Ihnen schon lange vorbei, dass Sie sich denken, mal hören, was der so vorschlägt? Können Sie das? Können Sie sich noch unterordnen? Ja, ich arbeite doch mit dem Dirigent zusammen, der ist mein Boss. Okay. Und ein Profi wie ich, obwohl, also das ist nur ein Vorteil, dass ich diese Rolle so vielemals gemacht habe. Und generell die Rolle, das ist immer nur Advantage, dass ich mit so viel Erfahrung zu diesen Proben komme. Und alle Dirigenten haben eine individuelle Idee über das Stück und weil ich eine gescheite, gute Profi bin, der Prinzip ist, dann okay, ich kann das auch so machen. Natürlich, ich biete an, wie ich das früher gemacht habe, wie ich das gelernt habe. Also die guten Chorepetitors sagen auch immer, dass diese Stelle zum Beispiel, du wirst das dann mit dem Dirigent, du wirst hören, wie der Dirigent dieses Stück macht. Aber traditionell macht man so, aber ich habe auch gehört, wie der andere Dirigent das anders macht. Und ich komme zu den Proben mit meiner Erfahrung, meine, wie sagt man, my skills, wie ich das machen kann. und dann höre ich zu. Die besten Dirigenten, die fangen immer auf, die fangen an, die hören, die lassen mich singen. Und dann. Dann sagt er Stopp und dann schlägt er vor, wie er das machen möchte oder korrigiert irgendwas. Und natürlich, ich sage immer, ja, natürlich Meister, ich kann das auch so machen. Oder die Besten und die auch gemütlich, wie sagt man, nice Conductes oder höflicher, die auch sagen, das wäre es möglich, die sagen so. Manche sagen, ich möchte, dass diese Stelle so gemacht worden würde. Ich habe gesagt, okay, und dann versuche ich das und dann machen wir. Das ist Kollaboration. Was haben Sie mit Ihrer Frage gemeint? Ich wollte einfach nur mal wissen, ob das bei Ihnen so nach der Methode läuft, wie früher im klassischen Western. Methode? Ja, der Heldreiter. Methode ist amateurisch. Okay. Methode. Also was ich kann und meine Begabung und meine Erfahrung, das ist keine Methode. Wenn ich irgendwie methodisch diesen Beruf über 40 Jahre gemacht hätte, wäre ich schon vorbei. Weil mein Kopf das nicht mehr, also ich würde so gelangweilig sein, ich hätte schon aufgehört und was anderes gemacht. So funktioniert mein Beruf nicht. Also Live-Performances, die sind, also diese frische Approach, das braucht man, wenn du das nicht in deinem Kopf, wenn du irgendwie sagst, ich werde das so machen, wie ich das beim letzten Mal gemacht habe. Wiederholen, wiederholen, eine Methode, das ist langweilig, das ist unterschätzen, das Publikum unterschätzen, das Publikum muss eine frische Erfahrung, ein Erlebnis bekommen. Und die spüren sofort, wenn irgendwie eine berufliche, wie ich, eine Profi mit einer Methode zur Bühne kommt und das wiederholt. Gut, dann haben wir das ja schon mal geklärt. Aber das ist eine schöne Hinleitung zu der nächsten Frage, die ich hatte. Es gibt ja bei der Clitimnestra diese berühmte Stelle mit dem Schrei. Nehmen Sie den spontan, üben Sie den? Haben Sie 18 Versionen davon im Hinterkopf, von denen Sie sich sagen am Abend, also ich nehme diesen Schrei, mache ich jetzt so oder so? Lassen Sie sich überraschen. Warten Sie mal, was der Dirigent so anbietet oder was er gerne so möchte. Wie ist das mit solchen Stellen oder wie ist dieser Perfektionismus bei Ihnen in solchen Momenten oder in dieser Art von Vorbereitung bei Probenarbeiten oder Ähnlichem? Sagen Sie sich, ach, wird schon klappen? Oder ist das was, was Sie genauso penibel üben wie ein hohes Zeh oder eine schwere Linie oder ein Zusammenspiel mit einem großen Ensemble? Wie halten Sie das? Also dieser Schrei nach ich, also ich habe meinen Exit gemacht. Mhm. Ich mache das, ich erzähle Ihnen ein Geheimnis. Sehr schön. Ich mache das nie selber. Da ist immer eine Person vom Chor oder so, irgendjemand macht das. Ich schreie nicht hinter der Bühne. Nein, ich würde das auf der Bühne machen, aber hinter der Bühne, das ist eine andere Person. Ich schätze, also ich mache viele Sachen mit meiner Stimme. Und ich bin sehr dankbar, dass ich das machen kann. Aber so ein Schreien, wie irgendjemand mich mördet, nein, nein, nein. Sie lassen schreien? Ja, da ist irgendjemand, der für mich das macht. Macht das Singen eigentlich noch körperlich, moralisch, intellektuell, macht Ihnen das Spaß noch? Oder sagen Sie sich, ei, ei, ei, ich mache diesen Beruf schon so lange, aber es gibt auch Tage, Wochen, Vorstellungen, wo es wirklich nervt, wo Sie sich denken, warum mache ich das noch? Gibt es solche Abende oder ist dann dieser Zauber doch dann sofort wieder da wie angeknipst, wenn Sie die Bühne riechen und das Publikum sehen und sagen, so raus mit mir, ich singe jetzt? Ich könnte das nicht aus Sitte machen. Also natürlich, ich singe für Geld. Dies ist mein Livelihood. Dies ist mein, wie sagt man, also Livelihood. Dies ist mein Profi. Dies ist meine Arbeit. Ich singe, ich verdiene mein Geld. Ich muss meine, I need to pay my bills, wie alle Leute. So das ist eine Arbeit. Und in jeder Arbeit, sogar wenn man Jünger und Arbeit liebt, gibt es Tage, natürlich, schlechte oder depressionslike, depressionlike days. Aber aber. Und das ist ein Beruf. Das ist der Unterschied zwischen diesen Leuten, die auf dem Sofa sitzen und am Fernsehen sehen, wie jemand auf der Bühne singt und denkt, ach, ich könnte das machen. Oder eine Amateure wie in dieser Social Media, die singen, an einem guten Tag und dann sind die Sterne overnight. Der Unterschied zwischen Profis wie ich sind professional, Sängerin Profisänger die machen das und dieses Wort kenne ich nicht auf Deutsch at will you have to deliver when the time is und diese. Skill wie du das professionell machst dass du jeden Abend dein Bestes, diese frische Approach bringen kannst. Du hast Routine am Tag, wie du dich vorbereitest, wie du alle anderen Distractions, raus. Rausschmeißt und Fokus auf den, Vorstellungen machst. Das ist, warum wir jahrelang studiert haben. Profi macht so. Ich habe 40. 43 Jahre professionell gemacht und ich bin nur riesig dankbar, dass ich das immer noch machen kann, dass ich immer noch deliver und dass ich immer noch Arbeit bekomme, Angebote bekomme. Natürlich, ein Teil von meinem Beruf, ich bin immer Freelancer gewesen, nie, nicht einen Tag in einem Ensemble-Member-Mitglied gewesen. Also, was ich weniger gerne machen würde, besonders jetzt, wenn ich in Amerika wohne und die letzten zehn Jahre meine meiste Arbeit war, ist in Europa gewesen, so weniger reisen, natürlich. Aber ich bin, also dann, wie denkt der Profi? Okay, ich möchte lieber in meinem schönen Haus in Florida bleiben. Ich denke, okay, ich muss arbeiten, dieses kommt nicht umsonst. Ich muss arbeiten. Und dann, ich liebe, ich habe immer meine, mit Leidenschaft meine Arbeit geliebt. Also die Arbeit. Singing gives me the kicks. Immer noch. Aber ich könnte natürlich weniger arbeiten, manchmal kürzere Probenzeit wäre schön, aber es ist, was es ist und ich akzeptiere das. Und natürlich ich habe frustrierende Tage, aber so haben sie, so hat eine junge, irgendjemand in einem Büro hast du einen, also blöd, du fühlst dich blöd und langweilig und so ist der Tag, so ist in allen Berufen, aber warum ich da noch bin, ist, weil ich an Leidenschaft für diese. Für Musik Musik für Singen habe und ich bin so lucky und das ist natürlich, hat nicht viel mit dem Glück zu haben, zu tun, aber es ist wunderbar, ich bin noch da, 65 Jahre alt. Ich nehme für die nächste Frage mal ein ganz klein bisschen Anlauf Ich kann mir vorstellen, oder sagen wir mal so Ich kann mir nicht vorstellen, dass wenn Sie bei einer Produktion dabei sind Dass irgendjemand vom Cast im Ensemble nicht weiß, wer Sie sind Und wie viel Sie schon im Leben geleistet haben als Sängerin, Das stelle ich mir schwierig vor Dass da so eine Gruppe von Menschen um einen rum ist Die erstmal fürchterlich eingeschüchtert sind Andererseits habe ich sie in Salzburg gesehen Im Tritiko mit Asmik Gregorian Da habe ich das Gefühl gehabt, das ist Augenhöhe. Das ist nicht, oioioi, ich stehe neben Carita Matila, die Frau hat so viel mehr Erfahrung als ich, die hat so viel gesungen, da muss ich mich jetzt ganz gut benehmen, sondern es gibt wahrscheinlich auch hin und wieder mal Sängerinnen und Sänger, bei denen diese Augenhöhe von Anfang an da ist oder täusche ich mich da. Ich fühle mich gemütlich mit den jüngeren Kollegen und es kommt wirklich, also es ist wirklich dieses Sagen, die sind so, wie ich bin. Und ich denke nicht daran, wenn ich da bin. Ich bin ein Mitglied von der Gruppe und alle... Alle sind Profis und wir arbeiten zusammen und alle bringen, was sie haben. Und ich denke nicht, das ist ein bisschen verwirrend, ich denke nicht so. Ich bin nur stolz, da zu sein und es wärmt mein Herz, wenn jemand von diesen jungen Leuten kommt Und die begrüßen mich und die sagen, die sind Fans und die haben das und das von mir gesehen. Und das ist so schön und die sind begeistert, meistens mit mir zu arbeiten. Und es ist wirklich, ich bin sehr glücklich, dass ich diese Zeit, diese Jahre in meiner Karriere leben kann. Am Anfang war ich die Jüngste, die mit wenig Erfahrung ist und jetzt bin ich oft die Älteste. Aber glauben Sie mir, wenn ich da in der Probe oder auf der Bühne bin, solche Sachen denkt man nicht an. Die Musik ist schwierig genug. Es ist keine Routine, dort zu gehen. Das verlangt immer totalen Fokus und so sollte es sein. Vermissen Sie eigentlich die Rollen aus der Anfangszeit Ihrer Karriere, also zum Beispiel die angeblich ja so leichten, aber in Wirklichkeit so schweren Mozart-Partien oder Ähnliches? Oder ist das für Sie jetzt einfach abgehakt, liegt in der Schublade, war mal schön und gut, aber egal? Ja. Die sind bestimmt in der Schublade. Ich hatte immer diese, das war meine Instinkt. Ich hatte zum Beispiel, als ich angefangen habe. Loengrin zu singen, Elsa, dann habe ich entschieden, entschieden wirklich, nicht nur, dass ich das Vokal, hätte ich das machen können, dass jetzt singe ich nicht mehr Pamina, jetzt singe ich andere Rollen. Und ich hatte immer das Gefühl, dass ich nicht als Mozart-Sängerin sterben werde. Und ich habe immer Mozart genossen. Und ich bin dankbar für alle diese Mozart-Rollen, mit denen ich viel, die waren die beste Kontrolle über Jahre, auch wie meine Stimme funktioniert. Aber zurückzugehen, nein. Das war auch dieselbe, als ich diese Röglütemnestra und diese Contra Alto, weil ich nur die singe, einfach weil ich die singen kann. Und wenn ich Kostelnytschka gesungen habe, habe ich entschlossen, jetzt singe ich nicht mehr Jenufa. Und ich habe so viele gute Erfahrungen mit diesen alten Rollen, dass ich bin nur begeistert über mein heutiges Repertoire. Und ich bin total begeistert. In Sync mit dieser Situation. Okay, ich habe mal ein Zitat oder besser gesagt zwei Zitate mitgebracht, nämlich man darf sich nicht wichtig nehmen, das ist eine Voraussetzung für diesen Beruf. Musik ist für mich ein Handwerk, das muss man können und ich singe nur, um spielen zu können. Das ist jetzt nicht von Ihnen, sondern von Anja Silja. Aber ich habe das Gefühl, Sie beiden sind Schwestern im Geiste, was diese Idee angeht. Singen ist schön und gut, aber ich will auch, verdammt nochmal, ich will spielen, ich will diese Rolle voll und ganz auskosten auf der Bühne. Sie haben ja auch eine legendäre Salome im Lebenslauf und alles Mögliche gemacht. Die New York Times hat über sie geschrieben, die Geschichte der Mett um die Jahrtausendwende, wenn die geschrieben wird, müsste Carita Mattela ihr eigenes Kapitel haben. Also sie haben nichts ausgelassen, was das angeht. Oder bin ich da völlig auf dem falschen Dampfer und sie sagen sich, Regie ist mir eigentlich egal, Hauptsache ich kann irgendwo auf einem Kreuz stehen und singen, was da drumherum szenisch passiert, finde ich gar nicht so spannend. Ja, also ich bin, ich liebe auf der Bühne, also ich bin ein guter Schauspielerin und ich hatte eine gute Schulung dafür auch, so ein Teil von, ich war, ich hatte Glück, dass als ich an der Sibelius Akademie studiert habe, hatte ich die besten Lehrerinnen, Lehrer für Schauspiel und Interpretation, wie man auf der Bühne ist und so. Und ich war jung genug, keine Ego-Probleme, mich lächerlich machen zu können und mich selber zu vergessen und mich selber in der Rolle zu finden. Und ich fand das faszinierend. Es war mir total neu. Ich hatte immer so eine Faszinierung, eine Liebe oder irgendwie ein Calling für Bühne. Aber es musste immer Musik haben. Also als Schauspieler alleine ist es ein anderer Beruf. Aber Opernsängerin zu sein, für mich, von Anfang an habe ich gelernt, Es kommt, was eine Opernsängerin machen können muss, ist. Schauspiel zu machen, also auf der Bühne to act. Und das war sehr, ich habe darin gewachsen und das ist in mir geblieben und ist immer noch. Und das ist ein sehr wichtiger Teil. Ich bin viel lieber in einer Produktion, Opernproduktion auf der Bühne als Konzertante. Aber ich verstehe auch, dass Konzertante für viele Leute im Publikum auch sehr pleasing ist. Und so ich mache das, aber auf der Bühne das wirklich Schauspiel zu machen und diese Rolle zu leben, ist natürlich ideal für mich. Sie haben ja mit wahnsinnig vielen großen Regisseuren gearbeitet, also mir fällt ein Jürgen Flimm, Sie haben Figaro mit ihm gemacht, Sie haben den Fidelio mit Neuenfels gemacht, Sie haben diesen legendären Lohngren mit Wilson gemacht. Also die drei sind tot, was traurig ist. Ist das auch für Sie immer noch mal im Rückblick schmerzhaft, weil man merkt, ja, die Zeit verläuft? Also Rosenkavalier, Marschallin und so. Oder ich weiß nicht, wie gehen Sie damit um, dass Sie merken, so nach und nach bin ich hier, wird es ein bisschen leer um mich herum? Was das Berufliche angeht, dass Leute aufhören, ihren Beruf beenden oder vielleicht einfach auch aus dieser Welt sich verabschieden müssen? Ja, also, ja. Wenn ich wirklich frustrierend mich fühle, zum Beispiel, wenn ich mit einem schlechten Regisseur, und es gibt viele, wenn ich mit einem schlechten Regisseur arbeiten muss, denke ich, oh mein Gott, die sind so, ich misse, die fehlen mir so, aber Gott sei Dank, es gibt noch gute, also Christoph Loy zum Beispiel, mirakulöse, ich habe mit ihm auf der Bühne meine erste Glutemnestra gemacht, meine erste Ariadne, vor zehn Jahren in London, Und wir haben sofort geklebt. Also Christoph Loy ist ein Gott für mich. So ein Regisseur, der seine Künstler liebt. So wie Peter Stein, Jürgen Flimm, wie die so einen Respekt für den Tätern, für Sänger, Musiker hat. Der ist direkt von dieser Aura und ist da der ist nur ein. Exempel und Gott sei Dank sind es noch gute, Hat es schon mal ein Regisseur es geschafft sie dazu zu bringen zu sagen so auf Wiedersehen das war es jetzt mit uns beiden oder sind sie dafür zu diszipliniert, um einfach alles hinzuwerfen und zu sagen, schönes Leben noch, aber diese Produktion läuft dann mal ohne mich. Ich habe nie wegen meiner persönlichen Probleme oder Herausforderungen, diese Regisseur zu verstehen, bin ich nie rausgestolpert oder gelaufen. Weil mein Prinzip ist, ich, wie sagt man das auf Deutsch, betray my audience. Ich mache diesen Beruf und die Jungen, alle die Jungen, sie sollten diesen Jungen auch, diesen Jungen Künstlern erzählen, eine kristallklare Frage und beantwortet. Warum machst du dies? Warum singst du? Okay, ich muss Geld verdienen, das ist mein Beruf, ich muss Geld verdienen, ich habe meinen Mann, ich habe meine Kinder, ich habe bla bla bla. Aber warum? Okay, das ist ein Beruf, du könntest auch, was weiß ich, aber wenn du eine Performing Art, This is performing arts. Wenn du ein Vertreter bist, du machst das für das Publikum. Und leider, das muss ich als, also war natürlich europäisch geboren in Europa, manchmal, leider, vergessen die europäischen Künstler, weil der Staat. Subventiert, gibt Theatern Geld und Support, welches sehr essentiell ist. Also zum Beispiel mein Geburtsland in Finnland, würde kein Opernhaus haben ohne Geld vom Staat. Und es gibt auch andere Kulturinstituten so. Aber man sollte trotzdem als Künstler, als Vertreter nie vergessen, was der, also dieses Paktum in Europa, dass man diese Unterstützung vom Staat braucht. Und das ist eine Frage von, wollen wir ein Kulturstaat sein oder nicht? So ein Banana Republic, wollen wir eine Banana Republic sein oder wollen wir Kultur haben? Wollen wir um die Leute, die geistliche Needs, was die Leute im Herz brauchen, wollen wir um diese Leute kümmern? Oder ist es nur so, die werden Roboter? Okay, europäische Staaten unterstützen Kultur und die Institute. Und es passiert nicht anders und das ist sehr wichtig. Aber wir als Künstler sollten nie vergessen, warum wir das machen. Und das ist für das Publikum. Wir machen das für das Publikum. Deswegen, wenn wir einen Vertrag, und das habe ich auch von Anfang an gehabt, wenn ich einen Vertrag habe. Dann mache ich das. Und ich habe gelernt als junge Künstlerin, ich habe zusammen mein Debüt in 1985 in Washington DC, habe ich mein amerikanisches Operndebüt gemacht. Und dieser sehr berühmte Don Giovanni war ein Arschloch und der wollte, der wollte, der für erst ist der spät gekommen von einem anderen Vertrag von irgendwo und der war müde. Dann kam der spät, der war müde und dann wollte der weggehen wegen künstlerischen Gründen. Und das war so eine gute Sache zu lernen für eine 24-jährige Sängerin. Ich dachte, Common Sense, so macht man nicht. Wir machen das für das Publikum. Diese sind Proben, okay, wir sind müde, wir sind jetlagged, aber wir schaffen es, weil wir keine andere Wahl haben. Wir haben einen Vertrag, wir haben unterschrieben. Das Einzige, was das hindert, ist, wenn wir krank werden. Das ist eine andere Sache. Und in unserem Beruf, Winter, Saison, ist immer heikel und gefährlich. Und wir müssen manchmal, die meiste Zeit, die Klugen, sehr unsocial sein. Weil wir müssen, weil die Leute, die anderen verstehen das nicht, dass wenn wir krank werden, wir müssen absagen. Also die anderen gehen zu dieser Büroarbeit und sowas, die auch wichtig sind, aber die können, die sind krank, die haben Schnupfen, die haben Influenza und trotzdem gehen die zur Arbeit. Bei uns ist es ein bisschen anders. ein bisschen. So, war das eine gute Antwort? Das war eine tolle Antwort. Ich habe ja noch mehr Fragen, aber noch. Nämlich, wenn Sie so 300 Prozent preußisch sind, wie sehr verletzt es Sie dann? Oder hat es Sie vielleicht mal... Was haben Sie gesagt? Wie viel? 300 Prozent preußisch sind sie. So klingt das ja. Sie sind unglaublich pflichtbewusst. Ja, das bedeutet 100 Prozent. Das ist nicht übertrieben, das ist 100 Prozent. Okay, 100 Prozent. Alle anderen ist weniger, aber es gibt nichts solches wie 300 Prozent. Okay, 100 Prozent preußisch. Wenn das so ist, und das scheint sie jetzt so zu sein, dann kann ich mir vorstellen... Deswegen bin ich nur da. Deswegen bin ich noch da. Genau. Dann kann ich mir vorstellen, dass es sie sicher entsprechend stark verletzt hat, wenn mal eine Produktion beim Publikum nicht so ankam, wie sie dachten, dass es sich gehört für diese Produktion, weil sie davon überzeugt waren. Also wenn man dann auf der Bühne steht, es gibt den Schlussapplaus und dann sitzt irgend so eine Nase in Reihe 8 und buht. Das habe ich erlebt. In Deutschland ist das Publikum sehr politisch. In Deutschland habe ich auch erlebt, in Berlin und in manchen anderen Städten, auch München, es ist sehr politisch. Es ist europäisch. Man buht, wenn irgendjemand einen Sänger nicht mag oder das Publikum wollte, dass irgendjemand anderer, oder in Italien, wenn man das Publikum gewollt hätte, dass irgendjemand anderer das singt, dann wird diese Sängerin oder Sänger gebuht. Ja, das habe ich erlebt, aber das ist ein Teil. Okay, aber gehen Sie dann, ich könnte mir vorstellen, dass Sie dann innerlich kurz davor sind, von der Bühne da runter zu springen und dem guten Mann dann mal Manieren beibringen zu wollen oder können Sie das sehr gut dann auch hinnehmen und sagen sich, auch das ist Teil des Berufs, ich kann nicht von allen geliebt werden? Ja, also wenn du das nicht im Kopf hast, you can't please them all. Wenn du das nicht, also von Anfang an als Künstler, als Sängerin bin ich daran gewöhnt, Kritik zu bekommen oder lesen. Also ich lese Kritik nicht mehr. Es ist mir wurscht, was von mir geschrieben worden ist. Also ich tue das, ich bin immer noch da. Scheiße, ich werde nicht weg. Ich gehe nicht weg. Es gibt solche Kritiker in Finnland. Und Gott sei Dank ist es auch eine neue Generation von Kritikern, die mich nicht so gut kennen. Und die haben diese Chip on their shoulder nicht mehr. Oder die ärgern sich nicht mehr, warum dieses Niveau von Erfolg, wenn man das über Beyond geht, dann ist nichts mehr gut, was du tust. Ich habe damit gewachsen und ich kenne das. Also man wird in Ehrlichkeit, also schlechte Kritik oder Wu, man wird nie daran sich gewöhnen. Das ist eine sehr persönliche Insult und Offense. Aber... Aber wenn man Profi ist, hat man auch das gelernt. Das tut nicht so lange weh. You handle it in your head. Du weißt, was das ist. Und du gehst 100% vor das Publikum und du tust, was du tun solltest und du so lange vorbereitet hast, wenn das Publikum, die haben das Gerecht, das nicht zu mögen. Okay? Wenn ich persönlich gebot werde, Zum Beispiel diese eine, einmal, wenn ich einen Liederabend an Milano La Scala gegeben habe in den frühen 90er Jahren und ich hatte ein fantastisches Programm, ein gutes Pianist und ein fantastisches Programm und ich war in wunderbarer Form und dieses Publikum so hostile war. Aber ich hatte meinen Pianisten gesagt, das ist interessant. Und dann habe ich gesagt, dass wir am Ende, wenn es nötig ist, wir geben ein Anchor und dann ist es Schluss. Und also zweite Teile hat das Publikum entschieden, dass die mich mögen, also total. Und in der Mitte des Albanbergs, sieben früher Lieder nach Nachtigall, haben die angefangen zu applaudieren. Ich habe nichts, nie Geld für diese Klack gegeben. Und die haben entschieden, das Publikum, irgendwie entschieden, dass die mich mögen. Und danach war das total Jubiläum bis zum Ende. Aber ich machte so, wie ich entschieden hatte. Ich mache eine, ein Anker und danach komme ich nie mehr zu La Scala. Weil in meinem professionellen Denken habe ich gedacht, weil meine Meinung war immer, das Publikum hat immer Recht. Ich mache das für Publikum, das Publikum hat das Recht, wie zu mögen oder weniger mögen oder sogar hassen. Aber ich habe das Recht, nicht vor dieses Publikum mehr gehen, wenn ich nicht denke, dass das Benehmen mit der Musik zu tun hat. Und deswegen habe ich gedacht, als Freelancer, ich konnte das mir leisten, weil ich so in Demand war. Ich hatte schon Angebote später von La Scala bekommen, Aber ich bin nie wieder zurück, weil ich dachte, das ist das Publikum. Es gibt andere Prinzipien wie Musik. Und wenn man sich so benehmt, wenn die Künstlerin nicht einmal angefangen hat. Die waren von Anfang an wirklich eine interessante Atmosphäre. Und dann habe ich diese Entscheidung gemacht. War das klare Antwort? Ja, Sie kennen diesen schönen Satz, ich bin nicht nachtragend, ich vergesse nur nichts. Der passt dann ja genau. Ja, also ja, in dem Moment, wenn es das bedeutet, dass im Moment, wenn sowas passiert, unfair für mich, wenn ich in der Mitte der Arbeit bin, I don't quit, I'm no quitter. Das mache ich nicht. Ich mache meine Arbeit, aber das war es dann. Dann werde ich mit diesen Leuten nicht mehr arbeiten. Wenn es so etwas Persönliches ist, weil das ist unprofessionell. Und das ist das Letzte, was Sie möchten. Ich biege mal so langsam auf die Zielgerade ein. Ich habe noch eine Handvoll kleiner, kurzer Fragen. Die können Sie mit der einen oder anderen beantworten, mit der einen oder anderen Möglichkeit. Was ist Ihnen lieber, Piano oder Forte? Ich brauche die beide. Die Forte hat keinen Effekt, wenn man nicht diesen Piano kann. Also man braucht beide. Balance. Das Lieblingsinstrument und die Stimme gilt nicht. Lieblingsinstrument. Cello. Cello, okay. Wissen Sie noch, was Sie mit Ihrer allerersten professionellen Gage gemacht haben? Wissen Sie noch, was Sie mit Ihrer allerersten professionellen Gage gemacht haben? Das erste selbstverdiente Geld professionell für einen Auftritt auf einer Bühne? Nein, aber ich erinnere mich, als ich meinen ersten Liederabend in Brüssel, war das 86, ähm ähm ähm Das war nicht dieser Ring. Dieser ist auch aus Hamburg, deswegen habe ich dieses 30 Jahre alt, das habe ich aus Hamburg gekauft in den frühen 90er Jahren. Aber ich habe einen anderen Ring. Damals hat man Bargeld bezahlt, meine erste Liederabendgage in Brüssel. Und auf dem Flughafen bin ich zu diesem Schmuckladen gegangen und so einen Ring gekauft. Den Ring habe ich immer noch mit zwei Herzen und das hat die ganze Gage gekostet. Also total verrückt, aber ich war ein bisschen verrückt. Ich habe ein bisschen mehr Verantwortung heutzutage, aber ja, das war meine erste Gage. Aber da ich mich jetzt aus Hamburg bei Ihnen melde, in Florida, was hattest du mit diesem Ring aus Hamburg auf sich? Ich glaube, ich habe Cosi in Hamburg gemacht und ich war ein Social Smoker und ich hatte über eine Woche, und das hat mich so schuldig, ich hatte mich guilty gefühlt. Und deswegen, ich war über eine Woche ohne Zigaretten und ich wollte mir ein. Geschenk geben, so bin ich zu einem Wempeladen gegangen, es war, ich glaube, 94 oder 93 oder, und ich habe diesen Ring gekauft, es ist eine blaue, hellblaue Topaz. Für eine Woche nicht rauchen? Über eine Woche. Über eine Woche, na gut. Ja, aber das war mein Social Smoking. Wenn ich daran nicht in Retrospekt jetzt denke, es war nicht so schlimm. Aber ich hatte mich so schuldig gefühlt, dass ich so intensiv versucht habe. Ich muss diese Sitte aufhören. Und ich habe den Ring immer noch. Es ist einmal größer gemacht worden. Es ist doch über 30 Jahre. Aber ich habe den Ring immer noch. Und rauchen Sie noch? Nein. Nein. Nein. Na gut, dann haben wir auch das geklärt. Als letzte Frage habe ich mir gedacht, ich habe ein Zitat von Ihnen gefunden. Sie haben mal gesagt, es ist niemals zu spät für ein Debüt, als Sie die Marie in Wozzeck in London gesungen haben. Haben Sie noch Pläne? Gibt es noch was auf Ihrer Bucketlist, wo Sie sich denken, das schaffe ich noch, das mache ich noch, das will ich noch. Marie? Nein, ich werde nicht zurück nach Marie. Nein, aber nicht die Marie, sondern einen anderen Plan, wo sie sich sagen, ich habe zwar schon eine Menge hinter mir, aber diese eine Sache will ich noch machen. Die fehlt mir noch in meiner Sammlung. Eine Rolle? Ja, eine Rolle, ein Stück. Keine Ahnung was. Nein, also ich bin jetzt sehr begeistert und mein Leben ist sehr spannend im Moment, mein berufliches Leben, weil ich einen neuen Agent habe, endlich einen amerikanischen Agent, Opus 3. Und weil mein Traum ist, dass ich mehr in Amerika singen würde und weniger nach Europa fahren müsste, weil ich doch hier wohne und ich möchte gerne weniger reisen. Es ist eine spannende Idee, der hat diesen letzten Herbst angefangen und im Moment ich bilde solche Konzertprogramme, die die verkaufen können und, Aber auch, was ich am meisten machen würde gerne, ist mit den jungen Leuten, Studenten, jungen Profis zu arbeiten, Meister, Masterclasses und Coaching und sowas. Könnte ich mehr anfangen zu machen. Jetzt ist die Situation neu, aber ich bin sehr, es ist sehr spannend und der ist begeistert über mich und ich bin sehr glücklich, dass die Situation so ist. Aber neue Rollen. Nein, ich habe noch so viele zehn Rollen, die ich immer noch singen würde, ich würde gerne noch, ich könnte Ortrud Ortrud und manche Rollen lieber Konzertante, wie Sieglinde zum Beispiel und aber wirklich total neues Repertoire. Ich möchte diese Rollen, die ich, also Kostelnitschka und. Und La Silla Principessa und sogar De Croissy, De Croissy vielleicht. Solche Rollen möchte ich noch machen. Also ich brauche keine, also ich habe nie Isolde gesungen. Das war nicht nur in meinen Karten. Und dass jetzt da, wo Sie wohnen in Florida, dass es da immer so unangenehm warm ist und ständig die Sonne scheint, damit sind sie jetzt klargekommen inzwischen als Finnen, oder? Sie müssen noch durchdrehen, weil sie haben keinen Schnee, sie haben kein schlechtes Wetter da unten. Macht das nicht ganz wirr im Kopf auf Dauer? Ich bin genau wegen des Wetters hier umgezogen. Ich bin kein diplomatisch geäußert. Ich bin kein Wintermensch. Okay, na gut, dann sind Sie da an der richtigen Stelle. Dann freue ich mich. Vielen Dank für all das. Und Sie haben Ihre Termine dann hier in Hamburg am 4. und am 7. Februar. Ich bin sehr gespannt. In der Elbphilharmonie mit Ellen Gilbert und dem NDR. Kann sein, dass es noch Karten gibt, wenn dieser Podcast draußen ist. Also wenn nicht, dann hoffe ich, dass Sie vielleicht noch Glück an der Abendkasse haben, wer das jetzt hört. Also auf jeden Fall, Elektra ist mit unter zwei Stunden nicht nur kurz, das ist auch noch toll. Und Carita Matila ist dabei, also drei gute Gründe mindestens. Vielen Dank für das Gespräch, guten Flug hierher und ich freue mich darauf, Sie hier zu hören. Dankeschön. Dankeschön.