Latest / ntv Wirtschaft / Neue Tank-Regel, alte Sorgen: Warum Sprit nicht wirklich günstiger wird
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- Die Preise an der Tankstelle sollen transparenter werden. Doch was bringt die neue Regel wirklich? Apple wird 50 und steht plötzlich wieder unter Druck. Und der Iran-Krieg droht, die deutsche Konjunktur auszubremsen. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Seit heute gilt eine neue Regel an den Tankstellen in Deutschland. Betreiber dürfen die Preise nur noch einmal am Tag erhöhen. Senkungen bleiben weiterhin jederzeit möglich. Und das ist dann heute auch passiert. Pünktlich um 12 Uhr schossen die Preise regelrecht in die Höhe. Der Dieselpreis zum Beispiel stieg von etwa 2,30 Euro auf 2,37 Euro im bundesweiten Durchschnitt. Die Idee hinter der Neuerung ist klar. Weniger Preissprünge, mehr Transparenz. Denn bislang erleben wir oft ein regelrechtes Auf und Ab an den Zapfsäulen, teilweise mehrmals täglich. Wer zur falschen Zeit tankt, zahlt schnell deutlich mehr. Die neue Regel ändert also vor allem die Dynamik, nicht unbedingt das Preisniveau. Heißt aber auch, wer sparen will, muss weiterhin auf den richtigen Zeitpunkt achten. Astrid Fronja hat mit dem Verbraucherexperten Hermann-Josef Tenhagen gesprochen. Haben Sie welche für uns weitere Tipps, wie wir am besten, wann wir am besten tanken, um Geld zu sparen? Ja, tatsächlich ist es ja so, bisher hat man immer gesagt, abends tanken, das ist natürlich jetzt anders, wenn mittags der Preis festgelegt wird und von da an nur noch fallen kann, ist morgens tanken, also auf dem Weg zur Arbeit womöglich deutlich günstiger als früher abends tanken. Also tanken Sie eher morgens auf dem Weg zur Arbeit und wenn Sie zwischen 11 und 12 tanken können, ja, dann sollten die Preise am niedrigsten sein. Und nutzen Sie die Tank-App auch? Ich habe mich auch geärgert. Ich habe also auf dem Weg an die Ostsee, wo ich gerade in der Nähe bin, habe ich das erste Mal in meinem Leben für über 100 Euro getankt, um meinen Tank vollzumachen. Das gab es vorher nicht. Ich nutze natürlich seit Jahren eine Tank-App, aber das ist tatsächlich im Augenblick die Situation. Und natürlich ist die Frage, wie lange die Polen das hier mitmachen. Der Ministerpräsident hat letzte Woche gesagt, also sie haben einen Preis, einen Höchstpreis festgelegt, 1,58 für E10 und 1,77 für Diesel. Das sind ungefähr 50 Cent weniger als hier. Ich habe gerade noch mal in die Tank-App geguckt. Hier sind die E10-Preise bei 2,15, die niedrigsten zurzeit. Also 20 nach 12. Alle haben um 12 Uhr die Preise angepasst. Und das ist jetzt die zweite Energiepreiskrise innerhalb von wenigen Jahren. Erst nach dem Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine, jetzt durch den Krieg im Iran. Ein hochsensibles Thema für alle Verbraucher in Deutschland. Glauben Sie, dass wir sensibler werden in Sachen erneuerbare Energien? Und dass diese neue Krise vielleicht dem E-Auto, aber auch der alternativen Heizung zum Durchbruch verhelfen könnte? Also beim E-Auto ist das sicherlich eine Hilfe und auch für diejenigen, die jetzt über eine Heizung nachdenken und vielleicht noch einen Heizöltank haben, die werden sehr ernsthaft darüber nachdenken, weil es sehr, sehr viel teurer geworden ist. Natürlich muss man aber auch noch mal gucken, ob man den Konzernen nicht doch ein bisschen beikommen kann. Es ist doch nicht einzusehen, dass wir alle deutlich mehr zahlen und die Börsenkurse von Ölkonzernen durch die Decke gehen, weil die sich gerade eine goldene Nase am Krieg verdienen. Das mag ich eigentlich auch nicht einsehen. Und ein bisschen mehr politische Fantasie an der Stelle würde ich mir wünschen. Nicht nur in Deutschland, vielleicht auch mal von der EU aus. Absolut. Wo würden Sie denn ansetzen? Es sind ja so einige Vorschläge auf dem Tisch. Eine Übergewinnsteuer haben wir eben darüber gesprochen, um die Gewinne der Mineralölkonzerne eben hier auch abzuschöpfen. Oder es wird sogar darüber diskutiert, das Handelsblatt berichtet darüber, dass dem Verbraucher, also demjenigen, der ein Kfz besitzt, dass direkt vom Staat Geld überwiesen wird zur Entlastung. Wo würden Sie ansetzen? Naja, also wenn man darüber nachdenkt, dass das ja vor allen Dingen um die Leute geht, die zur Arbeit müssen und dafür das Auto brauchen. Da gibt es ja Millionen davon. Das ist natürlich mit der Erhöhung der Steuerrückzahlung im nächsten Jahr ist denen nicht geholfen. Man könnte das aber natürlich über die Arbeitgeber machen. Man könnte sagen, Arbeitgeber können in einem gewissen Umfang ihren Mitarbeitern quasi einen Tankgutschein geben und den können sie tatsächlich abrechnen beim Finanzamt, weil so ein Arbeitgeber, der muss ja sowieso regelmäßig Kontakt mit dem Finanzamt haben und Sachen abrechnen. Und möglicherweise kann man auf die Art und Weise da ein Stück weiterkommen und vor allen Dingen schnell weiterkommen. Für diejenigen, die sozusagen für die Freizeit mit dem Auto unterwegs sind, da muss ich leider sagen, also da bin ich dann auch bei den Ökonomen. Wir können uns das nicht leisten, tatsächlich auf Dauer das zu subventionieren. Und da müssen wir uns alle ein bisschen an die Nase fassen und überlegen, wie wir es günstiger hinbekommen. Einen Tipp habe ich immer noch, den habe ich mal vom ADAC abgeguckt. Vor einigen Jahren hat der ADAC bei einem jungen Autofahrer getestet, auf dem Weg nach München rein und hat mit dem ADAC-Ingenieur auf dem Beifahrersitz. Deren Spritverbrauch für 100 Kilometer von 8 Liter auf 6 Liter runtergebracht. Da ist offenbar noch Spielraum. Und während wir hier über ein paar Cent pro Liter diskutieren, geht es an anderer Stelle um ganz andere Dimensionen. Um einen Konzern, der ganze Märkte verändert hat. Apple wird heute 50 Jahre alt. Und die Geschichte dieses Unternehmens liest sich fast wie ein modernes Märchen. 1976 gründen Steve Jobs und Steve Wozniak die Firma in einer Garage. Ihre Idee? Computer sollen nicht nur für Unternehmen da sein, sondern für alle. Damals sind Rechner groß, teuer und kompliziert. Der Apple One bringt erst mal so etwas wie einen Personal Computer in Reichweite von Privathaushalten. Der große Durchbruch kommt aber später. Nach Krisen und dem zwischenzeitlichen Ausstieg von Steve Jobs steht Apple Mitte der 90er Jahre sogar kurz vor dem Aus. Dann kehrt Jobs zurück. Und liefert. 2001 kommt der iPod, 2007 das iPhone. Produkte, die ganze Branchen verändern. Heute gehört Apple zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Beim Smartphone-Markt liegt der Konzern zuletzt mit rund 20% Marktanteil knapp vorn. Dicht gefolgt von Samsung, dahinter Xiaomi. Doch der Druck wächst. Vor allem beim Thema künstliche Intelligenz hinkt Apple hinterher. Die große Frage ist also, gelingt Apple noch einmal so ein Durchbruch wie mit dem iPhone? Gesa Eberl hat darüber mit Malte Mansholt vom Stern gesprochen. Malte, wenn du heute auf 50 Jahre Apple schaust, ist der Konzern heute noch rebell oder längst Ozeandampfer? Ich glaube, so kann man das nicht vereinfachen. Also der Konzern ist sicher nicht mehr so rebellisch wie am Anfang, aber das ist ja auch schon seit 20 Jahren nicht mehr, wenn man ehrlich ist. Innovativ ist Apple aber trotzdem, würde ich sagen. Und auch immer noch sehr erfolgreich darin, vorauszusehen, was Leute wollen, ohne dass sie das selber wollen. Ja, ohne selber wissen, Entschuldigung. Ja, wir werden selber wissen. Viele fragen sich ja, ist die große Zeit eben von Apple vorbei? Also sehen wir da gerade den Übergang von der iPhone-Revolutionsfirma zum eher verwaltenden Tech-Giganten, der Trends wie KI hinterherläuft, statt sie zu setzen? Ich glaube, das ist zu einfach gedacht. Also so richtig der Innovator war Apple eigentlich lange nicht, sondern es war in erster Linie immer eine Firma, die lange genug gewartet hat, bis ihr Produkt so fit war, dass die Leute es wirklich haben wollten. Weil das iPhone war ja nicht das erste Smartphone. Die Apple Watch war nicht die erste Smartwatch. Und deswegen darf man es bei KI, glaube ich, auch nicht überbewerten. Zumal Apple immer noch eine Produktfirma ist und Hardware verkaufen will, die dann mit Services zusammen und der Software ein Gesamtprodukt liefert. Und KI ist ja ein eigenes Produkt. Und ich glaube, wenn man sich anschaut, wie Apples Strategie gerade ist, sie haben noch keine KI, die mit den Konkurrenten mithalten kann, deswegen setzen sie auf Produkte von den anderen, um ihre eigenen Produkte besser zu machen, ist das immer noch eine sehr clevere Strategie, damit umzugehen. Zumal Apple anders als die KI-Firmen damit ja auch Geld verdient, weil zum Beispiel, wenn man ChatGPT auf dem iPhone abonniert, verdient Apple Geld und nicht ChatGPT, die weiter Geld verlieren mit ihrem Produkt. Und jetzt hat ja Apple auch noch mit Mac, mit iPod, mit iPhone und App Store gleich mehrere Branchen umgekrempelt. Kann denn so ein Unternehmen in dieser Größe überhaupt noch einmal etwas ähnlich Disruptives schaffen oder sind solche Sprünge heute eher von kleineren Playern zu erwarten? Ich glaube schon, dass Apple das noch kann. Also man bereitet das ziemlich vor mit der Vision Pro, die ja eigentlich nur ein Zwischenschritt ist, will Apple den RR-Markt, also Augmented Reality, im Endeffekt aufmachen. Andere Firmen arbeiten da ja auch dran. Meta hat eine Brille vorgestellt, die ähnlicher aussieht wie die hier. Die Vision bei Apple wird auch sein, Solo eine Brille zu schaffen, nur dass die eben noch nicht vorgestellt wurde. Und die Vision Pro, das Konzept durch diese Brille, durch eine virtuelle Welt zu sehen, erst mal führt. Ob das sich dann so durchsetzt, kann man natürlich nicht sagen. Aber Apple hat da auf jeden Fall immer noch gute Chancen, mit innovativen Produkten und einem guten Ansatz, die Kunden zu überzeugen. Und viele Kundinnen und Kunden empfinden ja die letzten Produktzyklen eher als Fine-Tuning statt als One-More-Thing-Moment. Also täuscht dieser Eindruck oder fehlt Apple aktuell ein wirklich großer Wurf, der wieder dieses frühere Wow-Gefühl auslöst? Das ist ein bisschen dem ganzen Produkt Smartphone geschuldet. Bei Samsung zum Beispiel sind die Schritte auch immer kleiner geworden. Ich glaube, man muss da von dem Gedanken weggehen, dass man sich alle zwei Jahre oder sogar jedes Jahr ein neues iPhone kaufen soll. Apple geht mittlerweile davon aus, dass man alle drei bis vier Jahre eins kauft. Und wenn man sich dann die Sprünge zwischen den Generationen über vier Jahre anschaut, sind sie eben doch groß. Aber die Innovation beim Smartphone ist auf jeden Fall doll zurückgegangen. Das ist aber auf dem ganzen Markt so. Und während Apple an der nächsten großen Innovation arbeitet, schaut die deutsche Wirtschaft gerade eher mit Sorge in die Zukunft. Der Krieg im Iran hinterlässt zunehmend Spuren, auch bei uns in Deutschland. Wirtschaftsforschungsinstitute gehen inzwischen davon aus, dass der Konflikt das Wachstum spürbar bremst. Die führenden Forschungsinstitute halbieren sogar ihre Schätzung und rechnen nur noch mit 0,6 Prozent Wachstum für 2026. Für Deutschland bedeutet das weniger Dynamik und geringere Investitionen. Und diese Entwicklung ordnen wir jetzt ein. Nadine Janz im Gespräch mit dem Konjunkturchef des IFO-Instituts, Timo Wollmashäuser. Herr Wollmashäuser, mehr als die Hälfte ist jetzt die Prognose zurückgestuft worden auf 0,6 Prozentpunkte. Warum? Ja, das ist der Energiepreisschock, der die deutsche Wirtschaft trifft. Der Krieg im Iran hat dazu geführt, dass Öl und Gas knapper geworden sind. Die Öl- und Gaspreise weltweit sind stark gestiegen. Wir spüren das hier bei uns schon an der Zapfsäule. Die Energie, die Benzin- und Dieselpreise sind stark gestiegen. Das heißt, am Ende wird uns Kaufkraft verloren gehen. Und das dämpft die deutsche Konjunktur. So eine Prognose, man weiß ja eben nicht genau, was passieren wird und wie lange jetzt die Handelsstraße von Humus gesperrt bleibt. Was haben Sie denn da zugrunde gelegt? Ja, wir haben natürlich Annahmen treffen müssen. Zum einen werden die Energiepreise nicht stärker steigen als auf das jetzige Niveau. Und das ist schon ordentlich. Der Ölpreis hat sich seit Jahresbeginn und Grunde genommen fast verdoppelt. Und wir haben angenommen, dass der Konflikt in den nächsten Wochen beigelegt werden wird, dass also die Straße von Hormuz wieder passierbar sein wird. Dass damit dann eben auch die Energiepreise allmählich wieder zurückgehen. Das ist natürlich ganz entscheidend für die Prognose, wenn das anders kommt. Der Krieg länger dauert, andere Länder noch in Mitleidenschaft gezogen werden oder gar die Finanzmärkte in stärkere Turbulenzen geraten, dann können die Effekte natürlich noch deutlich größer ausfallen als die 0,3 Prozentpunkte, die wir jetzt in unsere Prognose eingestellt haben. Das heißt, angenommen, es kommt in den nächsten Wochen nicht zu einer Niederlage des Konflikts, was hätte das dann für Folgen für die deutsche Wirtschaft? Ja, das kommt natürlich darauf an, wie das dann alles weitergeht. Wir sehen ja jetzt schon, dass es zum Beispiel zu Knappheiten, was die Gaslieferungen betrifft, in Asien kommt. In Asien hören wir auch schon, dass es erste Produktionsstilllegungen gibt. Wenn wir dort praktisch Produkte nicht mehr bekommen, Vorprodukte, die für die deutsche Produktion wichtig sind, dann hätte das neben den höheren Energiekosten natürlich auch weitere Folgen. Lieferketten-Schwierigkeiten, wie wir das aus der Corona-Pandemie beispielsweise schon kennen. Es kann dann auch eben zu Produktionsstilllegungen oder zu Produktionsdrosselungen in Deutschland führen. Dann werden die Effekte deutlich größer. Und wenn die Energiepreise weiter steigen, dann wird das die Kaufkraft der Deutschen noch weiter reduzieren. Und insgesamt könnten dann deutlich größere Effekte herauskommen als die, die wir jetzt unterstellt haben. Und der Weg hin zu einer Stagnation, also Nullwachstum, wäre dann natürlich relativ schnell erreicht. Verbraucherinnen und Verbraucher merken ja jetzt schon die Auswirkungen ganz deutlich an den Tankstellen. Trotzdem haben sie eben von einem Tankrabatt abgeraten. Warum? Ja, der Tankrabatt wäre eine Maßnahme, die zwar jetzt allen irgendwie zugute kommt, wir würden das sofort spüren, aber er wäre das falsche Instrument auf die aktuelle Situation. Er würde so tun, als wäre die Knappheit, und die ist ja da. Wir haben derzeit ein Problem, was die Versorgung der Weltwirtschaft mit Rohöl und Erdgas betrifft, als ob die Knappheit dann nicht mehr da wäre. Wir würden also unser Verhalten nicht anpassen. Und das würde dazu führen, dass wir weiterhin sehr viel Öl und Gas nachfragen würden. Und am Ende des Tages würde das dazu beitragen, bei knappem Angebot, dass die Preise auf den Weltmärkten weiter steigen. Das heißt, ich gehe davon aus, dass der Effekt über kurz oder lang verpuffen würde und dass der Rabatt, der sehr kostspielig ist, am Ende in die Taschen derjenigen geht, die das Öl, das knappe Öl und Gas jetzt noch zur Verfügung stellen. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.