Latest / ntv Wirtschaft / Die Inflation steigt weiter: Amerikas Preisschock kann auch Europa treffen
Transcript
- 0:05In den USA zieht die Inflation stärker an als erwartet, vor allem wegen des teuren Spritz.
- 0:11Gleichzeitig verstärkt sich Chinas Exportboom. Was bedeutet beides für uns?
- 0:16Und außerdem schauen wir noch auf einen neuen kleinen Krimi beim KI-Entwickler OpenAI.
- 0:22In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:27die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:32Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:37Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:41geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:47Die vom Ölpreis schockgetriebene Inflation ist in den USA noch stärker als erwartet auf dem Vormarsch.
- 0:54Waren und Dienstleistungen haben sich im September um 3,7 Prozent zum Vorjahresmonat verteuert.
- 1:01Nach zuletzt 3,4 Prozent im August.
- 1:05Preistreiber ist vor allem der teure Sprit. US-Präsident Trump war vor gut anderthalb
- 1:10Jahren mit dem Versprechen ins Weiße Haus zurückgekehrt, die Inflation einzudämmen.
- 1:16Gleichzeitig hat er die unabhängige Notenbank FED immer wieder vergeblich zu
- 1:20Zinssenkungen aufgefordert.
- 1:23Im September stemmte die sich mit der ersten Zinserhöhung im laufenden Jahr
- 1:27gegen den anhaltenden Preisdruck.
- 1:30Wie geht es jetzt weiter mit der Zinspolitik der FED? Frank Mayer hat an der
- 1:35Börse mit Gregor Eder gesprochen.
- 1:37Er ist Volkswirt bei Union Investment. Müssen wir sich denn Sorgen machen?
- 1:42Fakt ist, die Zahlen haben nach oben überrascht. Nicht nur die Gesamtrate,
- 1:45also inklusive Nahrungsmittel und Energie, aber auch die Kernrate ist etwas stärker reingekommen.
- 1:51Beispielsweise wegen Mieten, auch weil Transportkosten natürlich angezogen haben.
- 1:55Sorgen machen, ja, die Inflation erweist sich als hartnäckiger.
- 1:58Ich würde es jetzt noch nicht überspitzen und sagen, das geht jetzt absolut
- 2:01in die falsche Richtung. Einfach, weil wir auch sehen mussten,
- 2:03dass in den vergangenen Monaten die Inflation doch deutlich nachgelassen hat.
- 2:08Nochmal, ich möchte es nicht überbewerten, den heutigen Print,
- 2:10aber geholfen hat er definitiv nicht. Und geholfen hat er auch sicherlich nicht, der FED.
- 2:13Also klar ist jetzt oder mehr klar ist jetzt, dass die Zinsen das nächste Mal steigen werden?
- 2:18Also der Markt preist inzwischen in Reaktion auf diesen heutigen Trend etwa
- 2:2150 Prozent ein, also 50-50.
- 2:24Wir haben momentan die Einschätzung, dass es zwar ein Close Call ist,
- 2:27also ein knapper Call, ob sie es macht oder nicht.
- 2:30Bislang sind wir davon ausgegangen, dass eben dieser Desinflationstrend nachlassende
- 2:34Inflation, heißt das ja, anhalten wird und deswegen die Fed nicht nochmal nachlegen muss.
- 2:39Aber mit dem heutigen Inflationsdatenpunkt kommt da bestimmt ein Fragezeichen
- 2:43hintendran. Also, dass im Dezember noch mal die Zinsen hochgehen und darüber hinaus?
- 2:47Das Problem ist so ein bisschen, wir reden ja hier über Angebotsschocks,
- 2:51die wir hier erleben. Beispielsweise über die gestiegenen Energiepreise.
- 2:54Wir haben ja auch Angebotsschocks gesehen im Nachgang der Pandemie.
- 2:57Darauf kann die Notenbank klassischerweise nicht viel machen.
- 3:00Beispielsweise die Straße von Hummus geht ja nicht dadurch auf,
- 3:03dass die Notenbank den Leitzins anhebt.
- 3:05Die Lösung ist das nicht. Aber warum macht es die Notenbank dennoch?
- 3:08Warum hat die Fed im September den Leitzins angehoben?
- 3:10Einfach damit die Inflationserwartungen im Markt, aber auch bei den Haushalten verankert bleiben.
- 3:15Das war der Hauptgrund. Und wenn sie jetzt nochmal nachlegen sollte,
- 3:18wie gesagt, für uns ist das noch keine ausgemachte Sache für den Dezember,
- 3:21wäre das die Hauptmotivation, eben zu schauen, dass die Inflationserwartungen im Zaum bleiben.
- 3:25Dadurch fließt nicht mehr Öl und dadurch wird auch nicht der Ölpreis sinken, das ist keine Frage.
- 3:29Gucken wir mal kurz auf Deutschland. Wir haben heute Großhandelspreise bekommen,
- 3:31die gehen ja auch durch die Decke. Kriegen wir hier Inflation?
- 3:36Wir haben eine Inflationserwartung für dieses Jahr, dass wir Richtung Jahresende
- 3:39auf über 3% gehen für Deutschland.
- 3:41Bei der Kernrate auch hier ein gleiches Bild wie in den USA.
- 3:43In Deutschland die Kernrate etwa 2,5% zum Jahresende. Wir sehen diese Lücke
- 3:47zwischen Kernrate und Gesamtrate eben durch die Energiepreise.
- 3:50Ist ja auch mit der Grund, warum wir davon ausgehen, dass die EZB im Dezember
- 3:55noch mal nachlegen muss.
- 3:57Apropos, neuer Preisdruck zeigt sich hierzulande gerade schon, nämlich im Großhandel.
- 4:03Die Großhandelspreise lagen im September um 8,7% über dem Vorjahreswert.
- 4:08Der stärkste Anstieg seit 3,5 Jahren.
- 4:12V.a. Energie und Rohstoffe verteuerten sich durch den Krieg im Nahen Osten.
- 4:17Mineralölerzeugnisse kosteten sogar fast 50% mehr. Noch kommen nicht alle Preissteigerungen
- 4:23bei den Verbrauchern an, klar.
- 4:25Aber was wir heute im Großhandel sehen, könnte dann bald auch an der Ladenkasse
- 4:30auf der Rechnung stehen.
- 4:31Während teure Importe also die Inflation antreiben können, liefert China gerade
- 4:36deutlich mehr Waren in die Welt.
- 4:39Die chinesischen Exporte steigen. Und das unerwartet kräftig.
- 4:43Wegen der weltweit starken Nachfrage nach Halbleitern und Autos.
- 4:47Im September lag das Plus bei gut 36 Prozent zum Vorjahresmonat,
- 4:52so Pekings Zollbehörde.
- 4:54Die Einfuhren zogen nicht ganz so stark an. Und dabei fällt auf,
- 4:58die Importe aus Deutschland, die stagnierten.
- 5:01Verlieren wir im Handelsduell mit China weiter an Boden?
- 5:05Börsenreporterin Nancy Lanzendörfer ordnet das ein.
- 5:09Nun, das Ungleichgewicht im chinesisch-deutschen Handel nimmt zu und zu und zu.
- 5:14Wenn wir hier auf die Absatz- und Umsatzzahlen von deutschen Autobauern,
- 5:19berichten, wenn wir darauf schauen, dann fällt ja oft das Wort China bei schwächerem
- 5:24Absatzmarkt dort und gleichzeitig steigender Konkurrenz aus China.
- 5:30Da haben wir ja die sinkenden Absatz- und Umsatzzahlen der deutschen Autobauer vor allem im Blick.
- 5:35Und jetzt eben gibt es auch Zahlen aus China. Demnach sind nämlich in den ersten
- 5:39neun Monaten Chinas Autoexporte sowohl wert- als auch volumenmäßig um mehr als
- 5:4650 Prozent angestiegen.
- 5:50Ändert sich daran was in der Zukunft? Die EU hat ja erst vor wenigen Tagen sich
- 5:54geeinigt mit China auf eine Obergrenze für Hybrid-Auto-Importe.
- 6:01Das könnte auf Dauer bzw. in der Zukunft erstmal belasten, ja.
- 6:07Aber Exporteure werden vermutlich jetzt vor Ablauf der Deadline erstmal ihre
- 6:13Lieferungen hochfahren.
- 6:15Also nach sofortiger Erholung oder Änderung, wenn man so will, sieht das nicht aus.
- 6:21Zum Schluss gehen wir noch mal kurz zurück in die USA, wo zwei Unternehmen für Schlagzeilen sorgen.
- 6:27Bei OpenAI gab es einen Abhörversuch. Das FBI hat einen inzwischen entlassenen
- 6:33Mitarbeiter des KI-Konzerns festgenommen.
- 6:36Er soll eine Wanze in einem wichtigen Konferenzraum platziert haben.
- 6:40OpenAI und das US-Justizministerium sprechen von einem 35-jährigen saudischen Staatsbürger.
- 6:47Der Chat-GPT-Entwickler erklärt, eigene KI-Modelle hätten dabei geholfen,
- 6:52den mutmaßlich Verantwortlichen zu identifizieren.
- 6:56Hinweise auf einen unrechtmäßigen Zugriff auf Quellcodes oder Kundendaten gäbe es bisher nicht.
- 7:02OpenAI steht schon wegen mehrerer Sicherheitsvorfälle unter Beobachtung.
- 7:07Erst am Freitag hatte das Unternehmen drei Forscher entlassen,
- 7:11weil sie gegen interne Richtlinien zum Umgang mit sensiblen Informationen verstoßen haben sollen.
- 7:17Bei einem ganz anderen Thema soll sich derweil die Bank of America schuldig gemacht haben.
- 7:22Vor allem wegen Versäumnissen bei der Geldwäschebekämpfung muss die Bank rund
- 7:271,2 Milliarden Dollar Strafe zahlen.
- 7:30Das ist die dritthöchste Geldstrafe, die das US-Finanzministerium jemals verhängt hat.
- 7:36Laut Ministerium meldete die Großbank verdächtige Aktivitäten im Umfang von
- 7:41mehr als 5 Milliarden Dollar nicht.
- 7:44Wir aber beenden mit dieser Meldung unseren Blick auf die aktuellen Nachrichten
- 7:48aus der Wirtschaft für den Moment.
- 7:51Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.