Latest / Status 3 / Folge 9: 20 Jahre DBRD
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- 0:04Frank Flake: Das Problem, was ich sehe, und das ist das, was mich so ein bisschen ärgert, ist.
- 0:07Frank Flake: Die Notfallreform hat ja einen Grund.
- 0:09Frank Flake: Wir fahren ja so ein bisschen mit dem ICE gerade voll vor die Wand.
- 0:12Frank Flake: Und wenn wir nicht aufpassen, dann wird dieses System komplett kippen.
- 0:20Michael (Mike) Stanley: Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Status 3, dem Podcast vom DBRD zur Berufspolitik im Rettungsdienst.
- 0:27Michael (Mike) Stanley: Mein Name ist Michael Stanley und ich bin sozusagen die Stimme zum Podcast.
- 0:31Michael (Mike) Stanley: Heute im Interview frage ich Frank Flake, eines der Gründungsmitglieder des DBRD, warum der DBRD überhaupt gegründet wurde.
- 0:39Michael (Mike) Stanley: Und wie das so im Rettungsdienst vor 20 und 25 Jahren war, wie da die Kultur war und wie da die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen war.
- 0:47Michael (Mike) Stanley: Das werden
- 0:48Michael (Mike) Stanley: sehr spannende Einblicke und Rückblicke.
- 0:50Michael (Mike) Stanley: Ich glaube, das ist ein gutes Interview geworden.
- 0:53Michael (Mike) Stanley: Vorher will ich euch einmal noch abholen.
- 0:55Michael (Mike) Stanley: Wir haben jetzt, seitdem es den Podcast gibt, immer wieder über das NotfallG
- 1:00Michael (Mike) Stanley: gesprochen und über den Reformgedanken, dass irgendwie die Notfallversorgung angepasst werden muss.
- 1:06Michael (Mike) Stanley: Und
- 1:06Michael (Mike) Stanley: jetzt ist es tatsächlich so: die aktuelle Version des NotfallG, also die der aktuellen Bundesregierung, ist im Bundestag beschlossen worden.
- 1:15Michael (Mike) Stanley: Und zwar Mitte Oktober.
- 1:17Michael (Mike) Stanley: Das heißt, dass das NotfallG
- 1:20Michael (Mike) Stanley: jetzt
- 1:20Michael (Mike) Stanley: nicht mehr groß geändert wird, voraussichtlich, sondern am 20.
- 1:25Michael (Mike) Stanley: 11.
- 1:25Michael (Mike) Stanley: in den Bundesrat
- 1:27Michael (Mike) Stanley: kommt.
- 1:28Michael (Mike) Stanley: Und
- 1:28Michael (Mike) Stanley: formal ist das NotfallG
- 1:30Michael (Mike) Stanley: nicht zustimmungspflichtig vom Bundesrat.
- 1:32Michael (Mike) Stanley: Allerdings kann der Bundesrat
- 1:35Michael (Mike) Stanley: mit einer ausreichenden
- 1:37Michael (Mike) Stanley: Stimmmehrheit dazu
- 1:38Michael (Mike) Stanley: kommen, das Ganze nochmal in den Vermittlungsausschuss zu schieben.
- 1:42Michael (Mike) Stanley: Ob das passiert, ist offen.
- 1:44Michael (Mike) Stanley: Es gibt die Chance, dass das passieren könnte.
- 1:46Michael (Mike) Stanley: Es gibt aber auch die Chance, dass das nicht passiert.
- 1:49Michael (Mike) Stanley: Wir werden es sehen.
- 1:50Michael (Mike) Stanley: Wenn es in den Vermittlungsausschuss geht, dann werden wir sicherlich nochmal drüber sprechen im Podcast.
- 1:54Michael (Mike) Stanley: Dann gibt es relativ viele komplexe Möglichkeiten, wie es mit dem Gesetz weitergehen kann.
- 1:59Michael (Mike) Stanley: Auch je nachdem, wie viele Stimmen wer abgegeben hat und so weiter.
- 2:02Michael (Mike) Stanley: Hoffen
- 2:03Michael (Mike) Stanley: wir mal, dass es dazu nicht kommt.
- 2:04Michael (Mike) Stanley: Sollte es nicht dazu kommen, dann würde das Gesetz also voraussichtlich zum nächsten Jahr in Kraft treten.
- 2:11Michael (Mike) Stanley: Und
- 2:11Michael (Mike) Stanley: wir werden
- 2:12Michael (Mike) Stanley: das jetzt nicht ausführlich diskutieren können, was die vielen Vor und Nachteile dieses Gesetzes sind. Und
- 2:18Michael (Mike) Stanley: was wir aber vielleicht noch einmal ganz kurz rausstellen sollten, ist
- 2:21Michael (Mike) Stanley: Ein großer Schritt ist, dass die medizinische Notfallrettung eine eigenständige medizinische Leistung wird im SGB V, also im Sozialgesetzbuch V.
- 2:31Michael (Mike) Stanley: Da
- 2:31Michael (Mike) Stanley: haben
- 2:32Michael (Mike) Stanley: wir ja
- 2:33Michael (Mike) Stanley: durchaus lange und oft darüber diskutiert in der Berufspolitik
- 2:37Michael (Mike) Stanley: und
- 2:38Michael (Mike) Stanley: uns das gewünscht.
- 2:39Michael (Mike) Stanley: Es wurde immer wieder betont, dass Rettungsdienst nur eine Transportleistung sei.
- 2:43Michael (Mike) Stanley: Nach SGB V
- 2:44Michael (Mike) Stanley: und deswegen ja auch nur Transport die Abrechnungsgrundlage sein könne.
- 2:48Michael (Mike) Stanley: Das ist jetzt vorbei, wenn dieses Gesetz eben in Kraft tritt.
- 2:52Michael (Mike) Stanley: Das ist der Paragraf 30
- 2:54Michael (Mike) Stanley: medizinische Notfallrettung in dem neuen Gesetz
- 2:56Michael (Mike) Stanley: und da
- 2:57Michael (Mike) Stanley: wollen wir einmal ganz kurz reingucken: Was ist
- 3:01Michael (Mike) Stanley: umfasst in der medizinischen Notfallrettung? Grundsätzlich
- 3:04Michael (Mike) Stanley: ist die medizinische Notfallrettung für eine Situation zuständig, nämlich für rettungsdienstliche Notfälle.
- 3:09Michael (Mike) Stanley: Und was ist ein rettungsdienstlicher Notfall?
- 3:11Michael (Mike) Stanley: Auch das definiert das Gesetz, nämlich
- 3:14Michael (Mike) Stanley: da gibt es zwei Bedingungen.
- 3:15Michael (Mike) Stanley: Eine davon muss zutreffen.
- 3:17Michael (Mike) Stanley: Bedingung 1 wäre, es herrscht unmittelbare Lebensgefahr.
- 3:21Michael (Mike) Stanley: Wenn das der Fall ist, dann liegt ein medizinischer, ein rettungsdienstlicher Notfall vor.
- 3:26Michael (Mike) Stanley: Die zweite Bedingung wäre, es
- 3:29Michael (Mike) Stanley: liegt
- 3:30Michael (Mike) Stanley: die ernste Befürchtung vor, dass eine lebensbedrohliche Verschlechterung
- 3:35Michael (Mike) Stanley: des Gesundheitszustandes eintreten könnte, oder eine schwere gesundheitliche Schädigung eintreten könnte, wenn nicht unverzüglich eine medizinische Versorgung erfolgt.
- 3:45Michael (Mike) Stanley: Also eins von diesen beiden Bedingungen, unmittelbare Lebensgefahr oder
- 3:48Michael (Mike) Stanley: lebensbedrohliche
- 3:50Michael (Mike) Stanley: Verschlechterung oder schwere gesundheitliche Schädigung, welche durch unverzügliche medizinische Versorgung abzuwenden wäre.
- 3:57Michael (Mike) Stanley: Dann ist die Notfallrettung zuständig.
- 4:00Michael (Mike) Stanley: Und was sind nun Leistungen der Notfallrettung?
- 4:02Michael (Mike) Stanley: Was gehört zur Notfallrettung dazu?
- 4:04Michael (Mike) Stanley: Auch das ist definiert.
- 4:05Michael (Mike) Stanley: Das sind drei Punkte.
- 4:06Michael (Mike) Stanley: Erstens das Notfallmanagement.
- 4:08Michael (Mike) Stanley: Zweitens
- 4:09Michael (Mike) Stanley: die Notfallversorgung und drittens der Notfalltransport.
- 4:12Michael (Mike) Stanley: Notfallmanagement, das ist die Arbeit in den Rettungsleitstellen, wenn der Notruf reinkommt über die 1.
- 4:17Michael (Mike) Stanley: 1.
- 4:18Michael (Mike) Stanley: 2.
- 4:18Michael (Mike) Stanley: Die Entgegennahme des Hilfesuchens, die Vermittlung der erforderlichen Hilfe, also nicht nur die Entsendung eines Rettungswagens, sondern
- 4:26Michael (Mike) Stanley: eben gegebenenfalls auch die Weitergabe an die 116 117
- 4:30Michael (Mike) Stanley: oder die Entsendung eines Krankentransportwagens, da kommen wir gleich nochmal zu.
- 4:33Michael (Mike) Stanley: Und
- 4:34Michael (Mike) Stanley: sofern im Einzelfall erforderlich, auch die barrierefreie telefonische oder telemedizinische Notfallberatung.
- 4:39Michael (Mike) Stanley: Das gehört alles zum Notfallmanagement, selbstverständlich auch telefonische Anleitung lebensrettender
- 4:44Michael (Mike) Stanley: Sofortmaßnahmen
- 4:45Michael (Mike) Stanley: und eben auch
- 4:47Michael (Mike) Stanley: die Nutzung von
- 4:48Michael (Mike) Stanley: Digitalen Ersthelfer-Alarmierungssystemen
- 4:51Michael (Mike) Stanley: und auch den Zugriff auf das bundesweite AED-Kataster, das es geben soll, wenn dieses Gesetz in Kraft tritt.
- 4:58Michael (Mike) Stanley: Das ist Notfallmanagement.
- 4:59Michael (Mike) Stanley: Dann haben wir die Notfallversorgung.
- 5:01Michael (Mike) Stanley: Was gehört zur Notfallversorgung?
- 5:03Michael (Mike) Stanley: Die Notfallversorgung ist
- 5:05Michael (Mike) Stanley: Die
- 5:06Michael (Mike) Stanley: aus medizinischen Gründen erforderliche Versorgung durch nichtärztliches Fachpersonal an dem Ort, an dem sich der Versicherte
- 5:12Michael (Mike) Stanley: zum Zeitpunkt des rettungsdienstlichen Notfalls befindet.
- 5:14Michael (Mike) Stanley: Und während des Notfalltransports.
- 5:16Michael (Mike) Stanley: Also nochmal in Kurz: die Notfallversorgung ist die medizinische Versorgung des Patienten
- 5:22Michael (Mike) Stanley: am Einsatzort.
- 5:24Michael (Mike) Stanley: Und
- 5:24Michael (Mike) Stanley: auf dem Transport.
- 5:26Michael (Mike) Stanley: Und
- 5:26Michael (Mike) Stanley: da ist jetzt der Begriff, da kann man
- 5:28Michael (Mike) Stanley: streiten, wir haben uns auch durchaus dazu geäußert, nicht ärztliches Fachpersonal genannt.
- 5:33Michael (Mike) Stanley: Wir fänden einen anderen Begriff schöner, aber.
- 5:36Michael (Mike) Stanley: Klar
- 5:36Michael (Mike) Stanley: wird, das Gesetz sieht es so vor, dass wir überwiegend diese Einsätze ohne ärztliche Unterstützung durchführen.
- 5:42Michael (Mike) Stanley: Die Notfallversorgung umfasst auch
- 5:45Michael (Mike) Stanley: sofern aus medizinischen Gründen im Einzelfall erforderlich,
- 5:48Michael (Mike) Stanley: eine zusätzliche Versorgung durch Notärzte, die auch telemedizinisch erbracht werden kann
- 5:53Michael (Mike) Stanley: Also, wir haben Notfallmanagement, die Arbeit in der Leitstelle, wir haben die Notfallversorgung, die Arbeit an der Einsatzstelle und auf dem Transport.
- 6:01Michael (Mike) Stanley: Und jetzt kommt natürlich noch der Transport.
- 6:03Michael (Mike) Stanley: Der Notfalltransport umfasst zum einen
- 6:06Michael (Mike) Stanley: den aus medizinischen Gründen erforderlichen Transport in die nächste geeignete Versorgungseinrichtung
- 6:11Michael (Mike) Stanley: und zum anderen
- 6:12Michael (Mike) Stanley: die aus zwingenden medizinischen Gründen erforderliche Verlegung von einer Versorgungseinrichtung in eine andere.
- 6:17Michael (Mike) Stanley: Da geht es natürlich darum, die Notfallverlegung von
- 6:22Michael (Mike) Stanley: einem Krankenhaus zum Beispiel der Grundversorgung in ein Krankenhaus mit erweiterten Versorgungskompetenzen.
- 6:27Michael (Mike) Stanley: Das
- 6:28Michael (Mike) Stanley: ist also
- 6:29Michael (Mike) Stanley: die
- 6:29Michael (Mike) Stanley: medizinische
- 6:31Michael (Mike) Stanley: Notfallrettung.
- 6:32Michael (Mike) Stanley: Ich hatte angesprochen, auch Krankentransport, da wurde auch ein bisschen was geändert.
- 6:36Michael (Mike) Stanley: Unter anderem ist es jetzt gesetzlich möglich.
- 6:39Michael (Mike) Stanley: dass
- 6:39Michael (Mike) Stanley: ein Krankentransportwagen von der Leitstelle entsendet werden kann zu einem Patienten, wo vorher kein Arzt war, wo vorher kein Krankentransportschein ausgefüllt wurde.
- 6:48Michael (Mike) Stanley: Das
- 6:48Michael (Mike) Stanley: ist mancherorts jetzt schon umgesetzt worden.
- 6:52Michael (Mike) Stanley: Es ist
- 6:53Michael (Mike) Stanley: jetzt auf Bundesebene
- 6:54Michael (Mike) Stanley: oder wenn dieses Gesetz in Kraft tritt, auf Bundesebene
- 6:57Michael (Mike) Stanley: möglich.
- 6:57Michael (Mike) Stanley: Wir werden sicher nochmal ein oder mehrere Folgen machen zum NotfallG, weil das ganze Thema komplex ist und ich jetzt nur den schnellen Abriss des einen Paragrafen gemacht habe.
- 7:07Michael (Mike) Stanley: Ich finde es trotzdem wichtig, da einmal zu sprechen drüber, was jetzt sich ändern könnte.
- 7:11Michael (Mike) Stanley: Jetzt ist der Rettungsdienst also im Sozialgesetzbuch 5 eine medizinische Leistung geworden.
- 7:16Michael (Mike) Stanley: Das war vor 20 Jahren unvorstellbar, das war schon, als ich angefangen habe im Rettungsdienst, eigentlich was, wo alle immer gesagt haben, das ist ein Fiebertraum.
- 7:24Michael (Mike) Stanley: Jetzt ist es da.
- 7:25Michael (Mike) Stanley: Und
- 7:26Michael (Mike) Stanley: wie das vor 20 Jahren war und vor 25 Jahren war, das wollen wir uns jetzt mal im Interview anhören.
- 7:35Michael (Mike) Stanley: Frank, herzlich willkommen zurück in diesem Podcast sozusagen.
- 7:39Michael (Mike) Stanley: Du warst ja schon mal da in Folge 1.
- 7:41Michael (Mike) Stanley: Für diejenigen, die dich vielleicht noch nicht gehört haben oder vergessen haben, wer du bist, stell dich doch bitte nochmal kurz vor.
- 7:48Frank Flake: Ja, danke, Mike.
- 7:49Frank Flake: Schön, dass ich wieder dabei sein kann.
- 7:51Frank Flake: Ja, ich bin Frank Flake, erster Vorsitzender des DBRD und Gründungsmitglied.
- 7:56Frank Flake: Denn darum geht es ja, glaube ich, heute
- 7:58Frank Flake: und bin unter anderem auch Leiter Rettungsdienst Landkreis Oldenburg, Notfallsanitäter und ich glaube
- 8:04Frank Flake: Das sollte an Vorstellung ausreichen.
- 8:06Michael (Mike) Stanley: Alles klar, ja, man kennt möglicherweise den Namen auch von dem einen oder anderen Buchrücken.
- 8:12Michael (Mike) Stanley: Vom Fachbuch und ich habe natürlich ein bisschen recherchiert und auch festgestellt, du warst auch direkt nach Gründung oder mit Gründung des DBRD im Beirat des DBRD.
- 8:21Frank Flake: Ja, das ist korrekt,
- 8:23Frank Flake: genau.
- 8:23Michael (Mike) Stanley: Okay.
- 8:24Michael (Mike) Stanley: Jetzt ist es vielleicht für den einen oder anderen und für mich auch ehrlich gesagt
- 8:28Michael (Mike) Stanley: schon so, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, wie es wäre ohne DBRD.
- 8:32Michael (Mike) Stanley: Aber wie war denn das
- 8:34Michael (Mike) Stanley: 2006?
- 8:35Michael (Mike) Stanley: Wissen
- 8:35Michael (Mike) Stanley: wir, ist der DBRD gegründet worden?
- 8:37Michael (Mike) Stanley: Was war denn so 2005, 2006
- 8:40Michael (Mike) Stanley: los
- 8:40Michael (Mike) Stanley: im Deutschen Rettungsdienst?
- 8:42Michael (Mike) Stanley: Wie kam das zu eurer Gründungsidee?
- 8:44Frank Flake: Naja, so ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde oder aus einer Bierlaune heraus, so entstehen ja meistens Ideen.
- 8:49Frank Flake: Also die Urväter des DBRD
- 8:52Frank Flake: waren genau fünf Personen.
- 8:53Frank Flake: Das war der Ingo Kohlmorgen, der Marco König, der Klaus
- 8:56Frank Flake: Rungaldier.
- 8:58Frank Flake: Bernhard Lewitzki und ich.
- 9:00Frank Flake: Und wir haben uns kennengelernt über ERC-Kurse.
- 9:02Frank Flake: Wir waren dort Instruktoren bei diesen Kursen oder sind
- 9:05Frank Flake: zu dem Zeitpunkt da eingestiegen als Instruktoren.
- 9:08Frank Flake: Und
- 9:09Frank Flake: da sitzt man dann auch abends zusammen und spricht über das eine oder andere.
- 9:13Frank Flake: Und uns haben natürlich viele Dinge damals im Rettungsdienst gestört.
- 9:17Frank Flake: Wir waren alle Rettungsassistenten und wollten irgendwie auch weiterkommen.
- 9:21Frank Flake: Und es gab damals schon einen Berufsverband, den BVRD, nicht zu verwechseln mit dem BVRD in Österreich.
- 9:27Frank Flake: Das sind natürlich zwei unterschiedliche Institutionen.
- 9:29Michael (Mike) Stanley: Natürlich.
- 9:30Frank Flake: Mit denen
- 9:31Frank Flake: waren wir überhaupt nicht zufrieden mit der Arbeit.
- 9:33Frank Flake: Und so entstand so ein bisschen die Idee: Mensch, eigentlich müsste man
- 9:37Frank Flake: was anderes machen.
- 9:39Michael (Mike) Stanley: Okay.
- 9:40Michael (Mike) Stanley: Und was war so 2005?
- 9:42Michael (Mike) Stanley: Jetzt ist natürlich die Schwierigkeit, wir wissen jetzt schon.
- 9:44Michael (Mike) Stanley: Wenn man einen Rettungsdienstbereich in Deutschland kennt, dann kennt man einen Rettungsdienstbereich, aber ihr wart ja damals schon aus verschiedenen Rettungsdienstbereichen.
- 9:51Michael (Mike) Stanley: Was waren so Themen, die euch beschäftigt haben, 2005?
- 9:56Frank Flake: Die eingeschränkte
- 9:57Frank Flake: Kompetenz, damals
- 9:58Frank Flake: waren wir natürlich immer noch gebunden
- 10:00Frank Flake: an die Empfehlung der Bundesärztekammer.
- 10:02Frank Flake: Ich sag mal, bei Nitro war dann Schluss.
- 10:05Frank Flake: Der venöse Zugang war dann vielleicht noch das, was so standardmäßig erfolgte, aber dann waren wir halt in dem, was wir taten, eben zumindest rechtlich auch ein wenig eingeschränkt.
- 10:15Frank Flake: Das war das eine.
- 10:16Frank Flake: Zum anderen wollten wir natürlich etwas verändern und das kann man als Einzelner eben einfach nicht.
- 10:21Frank Flake: Und da war
- 10:22Frank Flake: eben die, oder daraus ist die Idee entstanden, eben ein Berufsverband
- 10:27Frank Flake: zu
- 10:27Frank Flake: gründen, der
- 10:28Frank Flake: am Ende dafür sorgt, in der Politik und durch Drängen etc.
- 10:33Frank Flake: das Berufsbild
- 10:34Frank Flake: Rettungsassistent zu reformieren.
- 10:36Frank Flake: Wir waren nicht die einzigen, es gab natürlich immer mal Stimmen aus der einen oder anderen Ecke.
- 10:41Frank Flake: Einzelne, die
- 10:42Frank Flake: Ähnliches forderten, weil man da festgestellt hat, naja, die Zeit verändert sich, der Rettungsdienst verändert sich, das Berufsbild
- 10:50Frank Flake: des Rettungsfachpersonals wächst aber nicht mit.
- 10:53Frank Flake: Also müssen wir da ran.
- 10:55Frank Flake: Und
- 10:56Frank Flake: das war so das Hauptargument erstmal, warum wir uns da in irgendeiner
- 11:00Frank Flake: Form konstituiert haben.
- 11:02Michael (Mike) Stanley: Verstehe.
- 11:03Michael (Mike) Stanley: Ich erinnere mich, ich habe mal
- 11:05Michael (Mike) Stanley: die kommentierte
- 11:06Michael (Mike) Stanley: Fassung des RettAss
- 11:07Michael (Mike) Stanley: G
- 11:08Michael (Mike) Stanley: gelesen, und da steht schon drin, dass man sich 1989, als das RettAss
- 11:13Michael (Mike) Stanley: G
- 11:13Michael (Mike) Stanley: in Kraft trat
- 11:15Michael (Mike) Stanley: sich
- 11:15Michael (Mike) Stanley: ,
- 11:15Michael (Mike) Stanley: alle Beteiligten einig waren, dass das jetzt der kleinste gemeinsame Nenner ist und ein wichtiger Schritt, aber schon damals sich alle einig waren, dass eigentlich da nochmal was folgen muss, weil das sozusagen noch nicht der Weisheit letzter Schluss
- 11:27Michael (Mike) Stanley: ist.
- 11:27Michael (Mike) Stanley: Dann passierte
- 11:28Michael (Mike) Stanley: aber ja relativ lange nichts an diesem RettAssG.
- 11:31Michael (Mike) Stanley: Und ich erinnere mich natürlich auch noch an die Notkompetenz, die Empfehlung der Bundesärztekammer, die
- 11:37Michael (Mike) Stanley: dem
- 11:37Michael (Mike) Stanley: man
- 11:38Michael (Mike) Stanley: viel Aufmerksamkeit geschenkt hat damals.
- 11:40Michael (Mike) Stanley: Und ich weiß, dass in meinem Rettungsdienstbereich also ein IV-Zugang ohne Notarzt
- 11:45Michael (Mike) Stanley: unvorstellbar war, als ich angefangen habe als Rettungsassistent.
- 11:48Michael (Mike) Stanley: Und das ging so weit, dass ich mal ein NEF abbestellt habe bei einem unauffälligen
- 11:53Michael (Mike) Stanley: Schlaganfallpatienten
- 11:54Michael (Mike) Stanley: und sagte, naja, dann legen wir jetzt noch schnell einen Zugang und fahren in die Klinik.
- 11:57Michael (Mike) Stanley: Und dann sagte
- 11:58Michael (Mike) Stanley: mein erfahrener Kollege, nee, nee, das mit dem Zugang, das geht jetzt nicht mehr, wir haben ja jetzt keinen Notarzt mehr.
- 12:03Michael (Mike) Stanley: Das war ja schon nochmal deutlich später, aber ich weiß, dass da
- 12:07Michael (Mike) Stanley: oder verstehe, dass da einiges nicht so ideal lief.
- 12:10Michael (Mike) Stanley: Ich weiß auch, dass es Rettungsdienstbereiche gab, wo zum Beispiel Notärzte Zugänge wieder entfernt haben.
- 12:16Michael (Mike) Stanley: Die Rettungsassistenten gelegt hatten.
- 12:17Frank Flake: Genau.
- 12:18Michael (Mike) Stanley: Und zwar nicht nur in einer Stadt oder nicht nur an einem Ort, sondern das gab es leider immer wieder zu der Zeit oder davor noch.
- 12:25Michael (Mike) Stanley: Genau, insofern kann ich mir das auch gut vorstellen, wie dann da
- 12:28Michael (Mike) Stanley: Motivierte Retter, die mehr wissen
- 12:31Michael (Mike) Stanley: und
- 12:32Michael (Mike) Stanley: konnten, als vielleicht nach Gesetz vorgesehen, sich überlegt haben, wie sie da was verändern können.
- 12:37Michael (Mike) Stanley: Und dann habt ihr den DBRD gegründet.
- 12:39Michael (Mike) Stanley: Im November 2006
- 12:41Michael (Mike) Stanley: in Hamburg.
- 12:42Frank Flake: Genau.
- 12:43Michael (Mike) Stanley: Deswegen machen wir auch dieses Jahr den Deutschen Rettungsdiensttag in Hamburg als Hommage
- 12:47Michael (Mike) Stanley: sozusagen an den Gründungsort, 20 Jahre später.
- 12:50Michael (Mike) Stanley: Und es gibt ja dazu auch auf dem SK Verlag einen Artikel dazu, der einfach nur kurz erwähnt, dass der DBRD gegründet wurde
- 12:58Michael (Mike) Stanley: Und da gibt es einen schönen Satz drin von den Zielen, die der DBRD damals hatte.
- 13:03Michael (Mike) Stanley: Unter anderem wurde angestrebt, die Verbesserung der präklinischen Versorgung aller
- 13:07Michael (Mike) Stanley: dem Rettungsdienst anvertrauten Patienten.
- 13:10Michael (Mike) Stanley: Nach derzeit geltendem wissenschaftlichen Stand und den aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften.
- 13:15Michael (Mike) Stanley: Und
- 13:16Michael (Mike) Stanley: mein Eindruck ist
- 13:18Michael (Mike) Stanley: Wir tragen dazu bei, dass die Versorgung sich verbessert.
- 13:21Michael (Mike) Stanley: Das würde ich schon mal so sagen.
- 13:23Michael (Mike) Stanley: Das ist mein Gefühl, dass der DBRD da durchaus das tut und ich weiß.
- 13:27Michael (Mike) Stanley: Ich habe, glaube ich,
- 13:28Michael (Mike) Stanley: 2012 einen PHTLS-Kurs
- 13:29Michael (Mike) Stanley: gemacht und damals viel gelernt als Rettungsassistent und 2013 in meinem AMLS-Kurs
- 13:34Michael (Mike) Stanley: auch sehr viel gelernt und gemerkt.
- 13:36Michael (Mike) Stanley: Versorgung geht ja noch anders und noch besser.
- 13:38Michael (Mike) Stanley: Und ich glaube, diese Kurse und auch zum Beispiel das ABCDE, das heutzutage selbstverständlich ist.
- 13:43Michael (Mike) Stanley: Ich erinnere mich, das war damals.
- 13:45Michael (Mike) Stanley: Überhaupt nicht so.
- 13:45Michael (Mike) Stanley: Ich habe noch bewusst sein Atmung-Kreislauf gelernt und
- 13:48Michael (Mike) Stanley: musste auch viele Diskussionen durchleben, ob jetzt abc.
- 13:51Michael (Mike) Stanley: de
- 13:52Michael (Mike) Stanley: gut ist oder nicht.
- 13:53Frank Flake: Das denke ich auch.
- 13:54Frank Flake: Also
- 13:54Frank Flake: ich glaube, wir haben viel dazu beigetragen und wir tragen immer noch ganz viel dazu bei.
- 13:59Frank Flake: Dass sich der Rettungsdienst weiterentwickelt, wie du es gerade schon gesagt hast, das ABCDE-Schema, der ERC und die ERC-Kurse waren so die ersten, die das auf den Markt brachten.
- 14:09Frank Flake: Da
- 14:09Frank Flake: war allerdings die Problematik, dass nur bedingt Rettungsfachpersonal an diesen Kursen teilgenommen hat.
- 14:16Frank Flake: PHLS, AMLS, das, was wir dann am Ende nach Deutschland geholt haben als Berufsverband.
- 14:21Frank Flake: ist
- 14:22Frank Flake: ja speziell auf das Rettungsfachpersonal zugeschnitten, natürlich auch auf alle am Rettungsdienst Beteiligten, auch auf die notärztlichen Kolleginnen und Kollegen.
- 14:30Frank Flake: Keine Frage, aber vor allen Dingen fürs Rettungsfachpersonal.
- 14:33Frank Flake: Und ich glaube, hätten wir das nicht so
- 14:35Frank Flake: stringent verfolgt, wäre das ABCDE nie in die Notfallsanitäter-
- 14:40Frank Flake: Ausbildung eingeflossen und hätte sie massiv verändert.
- 14:43Frank Flake: Also, ich glaube, der rote Faden kommt von uns.
- 14:46Frank Flake: Und auch die Strategien, die sich hinter diesen Konzepten verbergen, werden natürlich vielfach in der Ausbildung
- 14:52Frank Flake: Genutzt und angewendet.
- 14:53Frank Flake: Insofern haben wir da natürlich schon mal einen großen
- 14:56Frank Flake: Pflock eingeschlagen.
- 14:57Frank Flake: Und um nochmal so ein bisschen zurückzugehen, damals war es zumindest für Rettungsfachpersonal gar nicht üblich nach Leitlinien und Standards.
- 15:05Frank Flake: zu
- 15:05Frank Flake: arbeiten, davon abgesehen, gab es viele Leitlinien, die es heute gibt, natürlich auch noch gar nicht.
- 15:10Frank Flake: Und wenn, dann kannte man sie nicht, zumindest nicht in der Ausprägung.
- 15:15Frank Flake: Und
- 15:15Frank Flake: war da vor allen Dingen
- 15:16Frank Flake: fremdbestimmt.
- 15:17Frank Flake: Und das war ein großes Problem.
- 15:19Frank Flake: Also es ging nicht nur um Kompetenzen, sondern es ging natürlich auch darum, dem Rettungsfachpersonal eine Stimme zu geben, die wir zu dem Zeitpunkt eben nicht hatten.
- 15:27Frank Flake: Und ich glaube, dass uns das sehr gut gelungen ist.
- 15:30Michael (Mike) Stanley: Ja, also
- 15:31Michael (Mike) Stanley: ich meine, ich bin natürlich auch ein bisschen befangen, das ist kein Geheimnis, ich bin auch im Vorstand seit zwei, drei Jahren.
- 15:37Michael (Mike) Stanley: Aber ich habe auch den Eindruck, dass der DBRD auf jeden Fall bundesweit bekannt ist.
- 15:42Michael (Mike) Stanley: Ich erlebe ja, dass
- 15:44Michael (Mike) Stanley: bei neuen Landesrettungsdienstgesetzen auch wir befragt werden, dass wir bei den ganzen Bemühungen des Bundes um das NotfallG durchaus
- 15:52Michael (Mike) Stanley: angehört wurden, auch vor Ort in Berlin von PolitikerInnen
- 15:55Michael (Mike) Stanley: eingeladen worden sind zu Gesprächen.
- 15:58Michael (Mike) Stanley: Und wir arbeiten immer wieder auch an den Leitlinien mit.
- 16:01Michael (Mike) Stanley: Das heißt, die laden
- 16:02Michael (Mike) Stanley: uns auch ein und sagen.
- 16:04Michael (Mike) Stanley: Hier die Perspektive
- 16:05Michael (Mike) Stanley: des Rettungsfachpersonals soll da auch berücksichtigt
- 16:08Michael (Mike) Stanley: werden.
- 16:08Michael (Mike) Stanley: Das ist auf jeden Fall was, was mich sehr freut und was natürlich ohne Gründung dieses Vereins nie möglich geworden wäre.
- 16:15Frank Flake: Nee, natürlich nicht.
- 16:16Frank Flake: Wir waren natürlich seinerzeit so ein bisschen, hatten wir eine Menge Flausen im Kopf und haben gedacht, Mensch, wir werden wahrscheinlich
- 16:22Frank Flake: relativ schnell ohne Ende wachsen.
- 16:25Frank Flake: Das hat sich dann ein bisschen anders dargestellt.
- 16:27Frank Flake: Wir hatten
- 16:29Frank Flake: bis 2015, also 2014, erinnerst du dich, ist ja das Notfallsanitätergesetz auf den Markt gekommen.
- 16:36Frank Flake: Also
- 16:36Frank Flake: es war
- 16:36Frank Flake: von 2006
- 16:38Frank Flake: Der Gründung bis 2014 ja nochmal eine Menge Zeit, die wir da gebraucht haben, um das Ganze an den Start zu bringen.
- 16:45Frank Flake: Und
- 16:46Frank Flake: wir haben gedacht, dass wir sehr schnell, sehr groß werden.
- 16:50Frank Flake: sind
- 16:50Frank Flake: aber 2014, 2015 so bei 2.
- 16:53Frank Flake: 500 Mitgliedern gewesen
- 16:55Frank Flake: und auch lange dort hängen geblieben.
- 16:57Frank Flake: Also wir waren.
- 16:58Frank Flake: Ich sag
- 16:58Frank Flake: .
- 16:59Frank Flake: mal,
- 16:59Frank Flake: ich glaube, 2010, 2011 schon bei dieser Zahl und da hat sich das so ein bisschen angependelt.
- 17:05Frank Flake: Und man kann sagen, dass wirklich mit der Installierung des Notfallsanitätergesetzes der Umbruch kam.
- 17:11Frank Flake: Also 2015, seitdem haben wir praktisch jährlich vierstellige Zuwächse.
- 17:16Frank Flake: Nettozuwächse
- 17:17Frank Flake: an Mittel
- 17:18Frank Flake: Mitgliedern und es werden immer mehr.
- 17:20Frank Flake: Ich denke ja immer, irgendwann müsste der Break-Even-Point kommen.
- 17:23Frank Flake: Tut er aber nicht und so Gott will, schaffen wir es am 01.
- 17:26Frank Flake: 11.
- 17:27Frank Flake: in diesem Jahr.
- 17:28Frank Flake: Die 20.
- 17:28Frank Flake: 000er Marke zu knacken.
- 17:30Frank Flake: Damit sind wir natürlich im Bereich der präklinischen Versorgung und Notfallmedizin sicherlich die größte berufsständische Vereinigung.
- 17:37Frank Flake: Und bei 20.
- 17:38Frank Flake: 000 Mitgliedern haben wir natürlich auch eine Stimme.
- 17:41Frank Flake: Deswegen
- 17:42Frank Flake: kann aus meiner Sicht die Politik auch nicht an uns vorbei und wir merken das, wir werden
- 17:46Frank Flake: eingeladen.
- 17:47Frank Flake: Wir haben natürlich auch gute Kontakte nach Berlin in die Politik.
- 17:52Frank Flake: Und ich glaube, unsere Stimme ist da schon ein wenig was
- 17:55Frank Flake: wert.
- 17:56Michael (Mike) Stanley: Absolut.
- 17:56Michael (Mike) Stanley: Und weil man sich das vielleicht gar nicht so vorstellen kann, aber du sagtest es schon im Bereich der Organisationen und
- 18:02Michael (Mike) Stanley: Fachgesellschaften, die sich um die Präklinik kümmern.
- 18:05Michael (Mike) Stanley: Ich möchte jetzt keine einzelnen nennen, aber jeder wird eine einfallen, einen Verein oder eine Organisation oder eine Fachgesellschaft, wo er sagt, ja, die ist ja bekannt, die kümmert sich auch um präklinische Themen.
- 18:15Michael (Mike) Stanley: Und da variieren die Mitgliederzahlen zwischen 2000
- 18:18Michael (Mike) Stanley: und 4500, zum Beispiel.
- 18:21Michael (Mike) Stanley: Da reden wir von den großen Fachgesellschaften, die
- 18:24Michael (Mike) Stanley: mitmachen.
- 18:24Michael (Mike) Stanley: Das schmälert ja deren Engagement und deren Arbeit überhaupt nicht.
- 18:28Michael (Mike) Stanley: Aber andersrum
- 18:29Michael (Mike) Stanley: zeigt es uns doch, dass die 20.
- 18:31Michael (Mike) Stanley: 000 Mitglieder bei uns offensichtlich
- 18:33Michael (Mike) Stanley: uns auch Gewicht geben.
- 18:34Michael (Mike) Stanley: Und
- 18:35Michael (Mike) Stanley: das ist ja schön, sozusagen
- 18:36Michael (Mike) Stanley: nicht nur finanziell uns die Möglichkeit geben.
- 18:39Michael (Mike) Stanley: Präsent zu sein, sondern eben auch unser Stimmgewicht geben.
- 18:42Frank Flake: Absolut, also
- 18:43Frank Flake: es liegt wahrscheinlich, also
- 18:44Frank Flake: nicht nur an der berufsständischen Vertretung, sondern auch
- 18:46Frank Flake: An den vielen Leistungen rund um zu, denen wir den Mitgliedern bieten, vor allen Dingen was Rechtsberatung angeht.
- 18:52Frank Flake: Du weißt es ja selber auch, dass wir
- 18:54Frank Flake: extrem viele Anfragen, rechtliche Anfragen pro Woche bekommen.
- 18:58Frank Flake: was unsere Versicherungsleistungen angeht, etc.
- 19:00Frank Flake: pp.
- 19:00Frank Flake: Ich will da gar nicht tiefer drauf eingehen, aber ich glaube, das Gesamtpaket ist das, was das Ganze interessant macht.
- 19:06Michael (Mike) Stanley: Das stimmt.
- 19:07Michael (Mike) Stanley: Und wie ich immer sage, zu einem Preis weniger als ein Netflix-Abo
- 19:11Michael (Mike) Stanley: im
- 19:12Michael (Mike) Stanley: Monat.
- 19:12Michael (Mike) Stanley: Also übrigens teurer wird jetzt diesen Monat.
- 19:15Michael (Mike) Stanley: Das ist aber sehr spannend, da wollte ich nochmal drauf zurückkommen.
- 19:17Michael (Mike) Stanley: Das heißt, ihr hattet euch aber schon vorgestellt als mit der Gründung, dass das, ich sag mal so, grob
- 19:22Michael (Mike) Stanley: in diese Richtung geht.
- 19:23Michael (Mike) Stanley: Also dass ihr.
- 19:24Michael (Mike) Stanley: viele Mitglieder bekommt, dass ihr von der Politik gehört werdet.
- 19:24Michael (Mike) Stanley: .
- 19:28Michael (Mike) Stanley: Also das war schon ganz konkret, weil ich hätte mir auch gut vorstellen können, dass man am Anfang sagt, puh, wir gucken mal, was passiert, aber
- 19:34Frank Flake: Nee, das war natürlich schon das Ziel.
- 19:36Frank Flake: Also das Ziel war ganz klar, dem Rettungsfachpersonal eben, wie gesagt, diese Stimme zu geben und ein neues Berufsbild auf den Markt zu bringen oder
- 19:44Frank Flake: zumindest den Rettungsassistenten so zu reformieren.
- 19:48Frank Flake: Dass die Dinge, die zeitgemäß sind, auch in diese Gesetze und vor allen Dingen dann am Ende auch in die Tätigkeit des Russfachpersonals
- 19:55Frank Flake: einfließen.
- 19:56Frank Flake: Es gab ja bis 2014 auch noch den anderen Berufsverband.
- 20:00Frank Flake: Es hieß mal, dass der in den besten Zeiten auch so um die 3000 Mitglieder gehabt hätte.
- 20:04Frank Flake: Das weiß ich nicht, das kann alles sein, vielleicht auch mehr oder weniger.
- 20:07Frank Flake: Genau.
- 20:08Frank Flake: Aber der verschwand sozusagen immer mehr, je mehr wir sozusagen
- 20:13Frank Flake: da
- 20:14Frank Flake: an den Staat ging.
- 20:15Frank Flake: Ich glaube, wir haben es am Anfang richtig gemacht.
- 20:17Frank Flake: Wir haben, und das sieht man vielleicht so ein bisschen an den Gründungsmitgliedern.
- 20:21Frank Flake: Wir
- 20:22Frank Flake: haben versucht, gleich so ein bisschen das Who's Who
- 20:25Frank Flake: des damaligen Rettungsdienstes, also alle, die so ein bisschen was zu sagen hatten, auch zusammenzuholen zur Gründung.
- 20:31Frank Flake: Und ich glaube, das ist uns auch ganz gut gelungen mit der Auswahl dort.
- 20:35Frank Flake: Und das hat eben dazu geführt, dass wir an vielen Bereichen einen Schulterschluss bekommen haben.
- 20:40Frank Flake: Bei den Hilfsorganisationen
- 20:41Frank Flake: etc.
- 20:42Frank Flake: Bei dem Rettungsfachpersonal.
- 20:44Frank Flake: Und das, glaube ich, hat uns dann auch einfach geholfen, ein Stück weit auch größer zu werden.
- 20:49Michael (Mike) Stanley: Im November 2006
- 20:50Michael (Mike) Stanley: gegründet und 2007 habe ich dann einen SK-Verlag-Artikel gefunden, den ich natürlich auch in die Shownotes tue.
- 20:57Michael (Mike) Stanley: Wo es darum ging, ob es
- 20:59Michael (Mike) Stanley: nicht eine neue Berufsbezeichnung, ein neues Berufsbild geben soll.
- 21:02Michael (Mike) Stanley: Und der Link dazu
- 21:04Michael (Mike) Stanley: und wahrscheinlich hieß der
- 21:05Michael (Mike) Stanley: Artikel auch dazu, lassen Sie mich durch.
- 21:07Michael (Mike) Stanley: Ich bin, Punkt, Punkt, Punkt.
- 21:09Michael (Mike) Stanley: Und dann war eben unklar,
- 21:11Michael (Mike) Stanley: wie es weitergehen soll.
- 21:12Michael (Mike) Stanley: Wird das RettAss
- 21:13Michael (Mike) Stanley: G
- 21:13Michael (Mike) Stanley: novelliert?
- 21:14Michael (Mike) Stanley: Wird es einen anderen Namen geben?
- 21:16Michael (Mike) Stanley: Und ich glaube, es gab sogar eine Abstimmung irgendwann, wo der DBRD gefragt hat, sozusagen die Community, wie möchtet ihr denn genannt werden?
- 21:25Michael (Mike) Stanley: Und damals hat sich dann schon der Notversanitäter durchgesetzt, richtig?
- 21:29Frank Flake: Ja, das ist richtig.
- 21:30Frank Flake: Also es gab natürlich total viele Ideen, sehr viele aus heutiger Sicht.
- 21:34Frank Flake: Abgefahrene Namen, die man weder damals noch heute sinnvoll verwenden konnte.
- 21:40Frank Flake: Aber der Notfallsanitäter hat sich irgendwie rauskristallisiert.
- 21:43Frank Flake: Kann heute nicht mehr sagen,
- 21:45Frank Flake: wer
- 21:45Frank Flake: den Begriff erstmalig aufgebracht hat, das weiß ich nicht, aber es macht ja auch Sinn, wenn ich jetzt auch zum Beispiel sehe, dass auch die Österreicher ja den Notfallsanitäter als das Berufsbild
- 21:56Frank Flake: haben.
- 21:56Frank Flake: Zwar inhaltlich nicht vergleichbar mit
- 21:58Frank Flake: Deutschland, aber
- 21:59Frank Flake: Am Ende die gleiche Bezeichnung,
- 22:02Frank Flake: dann glaube ich, ist das auch aus heutiger Sicht eine gute Wahl gewesen.
- 22:06Michael (Mike) Stanley: Übrigens, liebe Grüße nach Österreich.
- 22:08Michael (Mike) Stanley: Da wird ja auch gerade daran gearbeitet, das sogenannte Sanitätergesetz dort zu überarbeiten.
- 22:12Michael (Mike) Stanley: Genau.
- 22:13Michael (Mike) Stanley: Da ist ja unsere, ja man kann sagen, Schwesterorganisation der BVRD in Österreich
- 22:18Michael (Mike) Stanley: auch sehr involviert
- 22:19Michael (Mike) Stanley: und freut sich, falls hier ÖsterreicherInnen
- 22:22Michael (Mike) Stanley: zuhören, auch bestimmt dort
- 22:23Michael (Mike) Stanley: über Mitgliedschaft und
- 22:24Michael (Mike) Stanley: Unterstützung.
- 22:25Frank Flake: Absolut.
- 22:26Michael (Mike) Stanley: Und auch 2007, während man sich also überlegte, ob und wie eine Novellierung des Gesetzes stattfinden kann, habe ich auch gefunden
- 22:33Michael (Mike) Stanley: eine Stellungnahme.
- 22:34Michael (Mike) Stanley: Und zwar
- 22:35Michael (Mike) Stanley: gab es Sorge
- 22:37Michael (Mike) Stanley: ärztlicher Berufsverbände, ob denn nicht ein Schlaganfall in Zukunft vielleicht ohne Notarzt versorgt werden könnte
- 22:44Michael (Mike) Stanley: und davor wurde explizit gewarnt.
- 22:47Michael (Mike) Stanley: Ich weiß nicht, wie und wo alle jetzt gerade das hören und ob es noch Rettungsdienstbereiche gibt, wo standardmäßig
- 22:53Michael (Mike) Stanley: ein NEF zum Schlaganfall mitalarmiert wird.
- 22:56Michael (Mike) Stanley: Ich
- 22:56Michael (Mike) Stanley: erlebe das jedenfalls so, dass das eigentlich nicht mehr vorkommt in meinen Gebieten oder in den Gebieten, die ich kenne.
- 23:02Michael (Mike) Stanley: Damals war das noch üblich
- 23:04Michael (Mike) Stanley: Und
- 23:04Michael (Mike) Stanley: wie gesagt, schon sozusagen mit dem Blick auf mögliche Reformen
- 23:08Michael (Mike) Stanley: haben damals, hat damals die ärztliche Berufsgruppe gewarnt und gesagt: Vorsicht, hier könnten in Zukunft
- 23:13Michael (Mike) Stanley: Notärzte vielleicht nicht hingeschickt werden, und das wäre ja.
- 23:16Michael (Mike) Stanley: Gefährlich für die Patientin.
- 23:18Michael (Mike) Stanley: Kannst du dich daran erinnern, an die Diskussion?
- 23:20Frank Flake: Ja, an die Diskussion kann ich mich sehr gut erinnern.
- 23:23Frank Flake: Besonders ein bekannter Notfallmediziner aus dem süddeutschen Raum.
- 23:27Frank Flake: hat
- 23:27Frank Flake: das geprägt und gepredigt.
- 23:29Michael (Mike) Stanley: Und deine Affinität zu Porschefahrzeugen.
- 23:31Frank Flake: Das ist richtig genau.
- 23:32Frank Flake: Dem war es besonders wichtig, dass Schlaganfallpatienten notärztlich versorgt werden, wobei
- 23:37Frank Flake: eine
- 23:37Frank Flake: Versorgung hier gar nicht stattfindet und das war ja auch der Grund, warum wir gesagt haben, das macht ja gar keinen Sinn.
- 23:42Frank Flake: Der steigt ja auch nur ins Auto und fährt mit, weil der Rest ja schon erledigt ist.
- 23:46Frank Flake: Aber diese Diskussion, da ist jetzt der Schlaganfall sicherlich nur ein Bild, sage ich mal, was uns da vor Augen schwebt, die Diskussionen grundsätzlich kennen wir ja auch heute immer noch.
- 23:55Frank Flake: In anderer Form.
- 23:57Frank Flake: Und das ging natürlich damals schon los.
- 24:00Frank Flake: Also, dass man Angst hatte, dass das Rettungsfachpersonal vielleicht zu stark wird, einen Teil der Einsätze wegnimmt, Patienten
- 24:07Frank Flake: nicht
- 24:07Frank Flake: Fach
- 24:07Frank Flake: oder regelgerecht versorgt werden.
- 24:10Frank Flake: Ich glaube, dass wir in vielen Bereichen diese Diskussion
- 24:13Frank Flake: mittlerweile, ich sage mal, dass sie sich überholt haben, aber eben leider nicht in allen Bereichen.
- 24:18Michael (Mike) Stanley: Ja, sehr spannend, weil ich habe auch noch gefunden, auch wo es wieder um das Rettungsdienstgesetz oder Rettungsassistentengesetz ging.
- 24:26Michael (Mike) Stanley: wieder eine Meldung und die, die Links kommen alle in die Shownotes, kann sich jeder nochmal selbst durchlesen.
- 24:31Michael (Mike) Stanley: Und mich hat das sehr beeindruckt und ich lese jetzt einfach mal vor.
- 24:35Michael (Mike) Stanley: Zitat ist natürlich nicht der ganze Artikel, aber der
- 24:38Michael (Mike) Stanley: relevante, für mich relevante Teil.
- 24:40Michael (Mike) Stanley: Aus den Stellungnahmen der Bundesärztekammer und der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte, also die BAND, geht eindeutig hervor.
- 24:49Michael (Mike) Stanley: Dass sie sich wie bereits 1989
- 24:52Michael (Mike) Stanley: gegen eine Kompetenzerweiterung für Rettungsassistenten aussprechen.
- 24:55Michael (Mike) Stanley: Als einziger Berufsverband für das Rettungsfachpersonal hat der DBRD eine Stellungnahme abgegeben,
- 25:01Michael (Mike) Stanley: Er wird auch am kommenden Mittwoch in der Expertenanhörung anwesend sein.
- 25:05Michael (Mike) Stanley: Da sind zwei Sachen, die ich ganz wichtig finde.
- 25:07Michael (Mike) Stanley: Erstens, es
- 25:08Michael (Mike) Stanley: ist hoffentlich unseren HörerInnen
- 25:10Michael (Mike) Stanley: nicht entgangen.
- 25:11Michael (Mike) Stanley: Wir arbeiten
- 25:12Michael (Mike) Stanley: Sehr vertrauensvoll und gut mit der BAND zusammen.
- 25:14Michael (Mike) Stanley: Wir haben nicht immer dieselbe Meinung, aber das muss man auch gar nicht haben in einer
- 25:18Michael (Mike) Stanley: Demokratie, aber wir sind da auf Augenhöhe miteinander und sprechen miteinander.
- 25:23Michael (Mike) Stanley: Und
- 25:24Michael (Mike) Stanley: das ist jetzt natürlich eine sehr, sehr alte Meldung, die ist eben auch fast 20 Jahre her, 19 Jahre her.
- 25:30Michael (Mike) Stanley: Das war natürlich eine andere BAND und eine andere Zeit.
- 25:32Michael (Mike) Stanley: Ich fand es trotzdem wichtig, das an der Stelle jetzt zu erwähnen, weil das natürlich auch ein bisschen zeigt, in was für einer Umgebung dieser Berufsverband gegründet wurde, wie die
- 25:42Michael (Mike) Stanley: ich sag mal
- 25:42Michael (Mike) Stanley: anderen
- 25:43Michael (Mike) Stanley: Berufe
- 25:44Michael (Mike) Stanley: sich positioniert hatten zu uns als Rettungsassistenten, zu uns, als Rettungsfachpersonal.
- 25:49Michael (Mike) Stanley: Und
- 25:50Michael (Mike) Stanley: Eigentlich finde ich den letzten Satz fast wichtiger.
- 25:52Michael (Mike) Stanley: Als einziger Berufsverband für das Rettungsfachpersonal hat der DBRD eine Stellungnahme abgegeben.
- 25:57Michael (Mike) Stanley: Da haben wir angefangen zu sagen: Hey, Moment mal, es soll nicht nur über uns gesprochen werden, sondern wir wollen da auch mitreden.
- 26:03Michael (Mike) Stanley: Wenn
- 26:04Michael (Mike) Stanley: über uns gesprochen wird, wollen wir auch sagen, wie wir das Ganze sehen.
- 26:07Frank Flake: Absolut.
- 26:07Frank Flake: Man muss natürlich zur damaligen Zeit eben sehen, wir reden hier vom Rettungsassistenten.
- 26:12Frank Flake: Und der hatte natürlich eine völlig andere Ausgabe.
- 26:14Frank Flake: Ausbildung, als heute der Notfallsanität.
- 26:16Michael (Mike) Stanley: Entschuldige, und wahnsinnig viele Überleitungsklauseln, ne?
- 26:20Frank Flake: Ja, genau, richtig.
- 26:21Michael (Mike) Stanley: Das muss man auch noch sagen, die auch zeitlich nicht begrenzt wurden.
- 26:24Frank Flake: War ein großer Flickenteppich, was die Qualität angeht.
- 26:27Frank Flake: Da muss ich natürlich ehrlich gestehen, auch wenn es mir an der einen oder anderen Stelle schwerfällt, das war nicht ganz unberechtigt von den
- 26:34Frank Flake: Bundesärztekammer und sicherlich auch von der BAND.
- 26:37Frank Flake: Da genau drauf zu schauen, so will ich es mal nennen, weil es eben einfach eine andere Zeit war.
- 26:42Frank Flake: Aber so wie damals ist es natürlich auch heute unsere Aufgabe, darauf hinzuweisen, dass wir das System verändern müssen.
- 26:48Michael (Mike) Stanley: Ja
- 26:49Frank Flake: Ja, auch
- 26:49Frank Flake: damals die Stellungnahme
- 26:51Frank Flake: war ja nicht so, als dass wir jetzt die totale Öffnung gepredigt
- 26:55Frank Flake: haben, sondern wir
- 26:56Frank Flake: sagten, ja gut, dann müssen wir es halt ändern, dann müssen wir halt da ran, weil es eben nicht mehr zeitgemäß ist.
- 27:01Frank Flake: Und
- 27:01Frank Flake: Da hat sich sozusagen auch von diesem Credo ja heute eigentlich nichts verändert.
- 27:05Michael (Mike) Stanley: Genau.
- 27:06Michael (Mike) Stanley: Und das finde ich so spannend.
- 27:07Michael (Mike) Stanley: Also sozusagen
- 27:08Michael (Mike) Stanley: die konkreten Inhalte, die wir diskutieren, sind natürlich andere heute als damals.
- 27:13Michael (Mike) Stanley: Aber
- 27:13Michael (Mike) Stanley: immer so das Ringen
- 27:15Michael (Mike) Stanley: um
- 27:16Michael (Mike) Stanley: Was kann der Rettungsdienst leisten?
- 27:18Michael (Mike) Stanley: Was sollte der Rettungsdienst leisten
- 27:20Michael (Mike) Stanley: mit und ohne Notarzt?
- 27:22Michael (Mike) Stanley: Das zieht sich ja einfach
- 27:24Michael (Mike) Stanley: durch die ganze Geschichte.
- 27:25Frank Flake: Absolut, wir sagen das ja immer wieder, wir sind auch einer Meinung, wir brauchen die notärztliche Kompetenz, wir brauchen
- 27:31Frank Flake: den guten Notarzt an der Einsatzstelle, aber wir brauchen eben
- 27:35Frank Flake: einfach nicht mehr so häufig, wie wir ihn
- 27:37Frank Flake: früher benötigen.
- 27:38Frank Flake: Und das Problem, was ich sehe, und das ist das, was mich so ein bisschen ärgert, ist, die Notfallreform hat ja einen Grund.
- 27:44Frank Flake: Wir fahren ja so ein bisschen mit dem ICE gerade voll vor die Wand.
- 27:47Frank Flake: Und wenn wir nicht aufpassen, dann wird dieses System komplett kippen.
- 27:51Frank Flake: Und ob wir es dann eingefangen kriegen, und da rede ich nicht nur vom Rettungsdienst, sondern vom gesamten Gesundheitssystem, ob wir es dann eingefangen kriegen, wage ich zu bezweifeln.
- 27:59Frank Flake: Dann wird es hart für alle Beteiligten.
- 28:01Frank Flake: Das heißt, der Fokus muss heute wirklich darauf liegen, was brauchen wir an welcher Stelle.
- 28:06Frank Flake: Und da gibt es sicherlich Einsätze, da sind wir gut beraten.
- 28:10Frank Flake: auf die notärztliche Kompetenz zurückzugreifen,
- 28:13Frank Flake: das sind aber die wenigsten Einsätze.
- 28:15Frank Flake: Und wir müssen dahin kommen, so zielgenau
- 28:17Frank Flake: zu disponieren.
- 28:18Frank Flake: dass
- 28:18Frank Flake: auch nur dort der Notarzt zum Einsatz kommt.
- 28:21Frank Flake: Alle anderen Einsätze kann das Rettungsfachpersonal abarbeiten.
- 28:25Frank Flake: Deswegen finde ich es auch manchmal so müßig, diese Diskussion.
- 28:28Frank Flake: Immer wieder um Kompetenz und es ist ja auch nicht so, dass wir das gerne machen, immer wieder auf die Trommel zu hauen.
- 28:35Frank Flake: Aber es gibt eben noch viele, auch leider ärztliche Kolleginnen
- 28:39Frank Flake: vom alten Schlag
- 28:40Frank Flake: die das scheinbar nicht so sehen.
- 28:42Frank Flake: Ich weiß nicht, was der Grund ist,
- 28:44Frank Flake: will da auch keinem irgendwas Falsches
- 28:46Frank Flake: nachsagen, aber ich glaube, es ist an der Zeit, dass wir einfach damit aufhören.
- 28:50Frank Flake: Und versuchen
- 28:51Frank Flake: gemeinsam ein
- 28:53Frank Flake: gutes, tragfähiges Gesundheitssystem auf den Markt zu bringen.
- 28:56Michael (Mike) Stanley: Absolut.
- 28:56Michael (Mike) Stanley: Und ich glaube, das muss man auch mal betonen, sozusagen, es gibt natürlich auch innerhalb der Berufsgruppe der Ärzte schaft
- 29:02Michael (Mike) Stanley: Sehr viele verschiedene Stimmen und sehr viele verschiedene Perspektiven, und es gibt natürlich auch sehr viele Ärztinnen und Ärzte, die das genauso sehen
- 29:09Michael (Mike) Stanley: Und
- 29:10Michael (Mike) Stanley: die auch gar kein Interesse daran haben, mit dem NEF nachts zum 3
- 29:13Michael (Mike) Stanley: zum Urapidil-Spritzen rauszufahren.
- 29:15Frank Flake: Genau.
- 29:15Michael (Mike) Stanley: Oder wie ein guter, geschätzter Kollege mir neulich erzählte, sogar mit dem NEF ohne Sonderrechte rauszufahren, um ein Vomex zu verabreichen.
- 29:22Michael (Mike) Stanley: Das sind natürlich Stilblüten, die wir möglichst vermeiden wollen im Rettungsdienst und für die Krankenkassen ist das auch nicht sinnvoll.
- 29:29Michael (Mike) Stanley: Gleichzeitig, glaube ich, ist es natürlich so, dass.
- 29:33Michael (Mike) Stanley: Da
- 29:34Michael (Mike) Stanley: auch, und da kann man glaube ich durchaus die Bundesärztekammer nennen, als Vereinigung, die da natürlich auch den Blick drauf hat, wie und wo Ärzte gebraucht
- 29:42Michael (Mike) Stanley: werden und gebraucht
- 29:43Michael (Mike) Stanley: werden sollten,
- 29:45Michael (Mike) Stanley: die
- 29:45Michael (Mike) Stanley: Soweit ich das überblicke, zumindest
- 29:48Michael (Mike) Stanley: seit 2005
- 29:49Michael (Mike) Stanley: sehr konsequent eine Linie fährt, vielleicht sogar seit 1989 sehr konsequent eine Linie fährt.
- 29:54Michael (Mike) Stanley: Und immer sagt, nein, mehr geht nicht, hier sollte ein Arzt herkommen.
- 29:59Michael (Mike) Stanley: Und zwar bei jeder Frage, die ich finden konnte, die den Rettungsdienst
- 30:02Michael (Mike) Stanley: betrifft.
- 30:03Michael (Mike) Stanley: Und da passt ganz gut.
- 30:05Michael (Mike) Stanley: 2013, kleiner Sprung nach vorne, das ist kurz vor dem NotSanG.
- 30:10Michael (Mike) Stanley: Also, wir erinnern uns, das NotSanG
- 30:11Michael (Mike) Stanley: ist in Kraft getreten, 2014, wurde
- 30:13Michael (Mike) Stanley: natürlich verabschiedet, 2013 entsprechend, Ende 2013, glaube ich.
- 30:17Michael (Mike) Stanley: Und irgendwann
- 30:18Michael (Mike) Stanley: Anfang 2013 gab es eine öffentliche Anhörung im Gesundheitsausschuss zum
- 30:24Michael (Mike) Stanley: Netz an G.
- 30:25Michael (Mike) Stanley: Ich werde auch den Link natürlich in die Shownotes tun.
- 30:27Michael (Mike) Stanley: Und ich erinnere mich daran auch.
- 30:29Michael (Mike) Stanley: Ich war ganz frisches DBRD-Mitglied.
- 30:31Michael (Mike) Stanley: Ich war damals natürlich Rettungsassistent und war sehr interessiert daran
- 30:35Michael (Mike) Stanley: zu hören, wie es jetzt weitergeht mit meinem Beruf und mit meiner Arbeit.
- 30:38Michael (Mike) Stanley: Habe also das alles verfolgt im Online, im Parlamentsfernsehen.
- 30:43Michael (Mike) Stanley: Und
- 30:43Michael (Mike) Stanley: damals gab es einen
- 30:45Michael (Mike) Stanley: jungen
- 30:45Michael (Mike) Stanley: Politiker, so jung, doch, der war schon damals jung, muss man sagen.
- 30:49Michael (Mike) Stanley: Der auch jetzt immer wieder in den Nachrichten ist, Jens Spahn.
- 30:52Frank Flake: Ja, genau, Jens Spahn, genau.
- 30:54Michael (Mike) Stanley: Und der stellte Fragen im Rahmen seiner Funktion als CDU-Abgeordneter an verschiedene Expertinnen und Experten, auch an den DBRD.
- 31:02Michael (Mike) Stanley: Und
- 31:03Michael (Mike) Stanley: nach
- 31:04Michael (Mike) Stanley: einer Äußerung der
- 31:05Michael (Mike) Stanley: Vertreterin der Bundesärztekammer, in der sie sagte, also
- 31:10Michael (Mike) Stanley: ich
- 31:10Michael (Mike) Stanley: habe es so verstanden, dass sie im Prinzip sagte, das ist alles ganz schön teuer, was ihr hier vorhabt, das Geld könnt ihr euch sparen, gibt es lieber uns.
- 31:18Michael (Mike) Stanley: Und das ist jetzt meine Lesart.
- 31:19Michael (Mike) Stanley: Allerdings scheint es auch Jens Spahn so verstanden zu haben, denn er fragte
- 31:22Michael (Mike) Stanley: nochmal ironisch nach, ob er das richtig verstanden hätte.
- 31:25Michael (Mike) Stanley: Man solle sich das ganze Geld einsparen und dann lieber an die Ärztinnen und Ärzte
- 31:28Michael (Mike) Stanley: auszahlen.
- 31:29Michael (Mike) Stanley: Und sie antwortete darauf sogar noch mit, na so illusorisch will ich nicht sein, was umgeschrieben ja bedeutet, ja, das wäre eigentlich schon die perfekte Lösung aus meiner Sicht.
- 31:38Michael (Mike) Stanley: Genau.
- 31:39Michael (Mike) Stanley: Ich war richtig fassungslos damals und ich war auch erschrocken, dass das nicht mehr
- 31:43Michael (Mike) Stanley: Wellen nach sich gezogen hat.
- 31:45Frank Flake: Also es hat die größte Welle nach sich gezogen, die sich
- 31:48Frank Flake: überhaupt noch nach sich ziehen kann.
- 31:49Frank Flake: Also
- 31:50Frank Flake: ich war dabei, ich war direkt dort.
- 31:52Frank Flake: im Plenum und hab mir das Ganze mit angehört.
- 31:55Frank Flake: Zu der Zeit
- 31:55Frank Flake: war hatten wir ja noch einen anderen Vorsitzenden, der an der
- 31:58Frank Flake: Überfragung teilgenommen hat
- 32:00Frank Flake: Und ich bin ganz ehrlich gesagt
- 32:02Frank Flake: der Ärztin, der damaligen Vorsitzenden von der Bundesärztekammer heute noch dankbar.
- 32:07Frank Flake: Denn genau aus diesem Grunde
- 32:09Frank Flake: haben wir es geschafft, das Notfallsanitätergesetz zu installieren.
- 32:12Frank Flake: Es
- 32:13Frank Flake: waren durch diese Aussage in dem Saal alle so genervt
- 32:17Frank Flake: davon, dass es wieder nur darum ging, gebt uns mehr Geld und wir lösen jedes Problem.
- 32:22Frank Flake: Vor
- 32:23Frank Flake: allen Dingen
- 32:23Frank Flake: Jens Spahn und es haben wirklich alle mit den Augen gerollt und geraunt.
- 32:27Frank Flake: Das war sozusagen die letzte Frage und dann war für ihn klar, okay, jetzt ist hier
- 32:31Frank Flake: Schluss.
- 32:32Frank Flake: Ihr hat uns damit wirklich über die
- 32:34Frank Flake: Hürde geholfen.
- 32:35Frank Flake: Es gab noch ein paar andere, es war ganz interessant.
- 32:36Frank Flake: Es hat auch noch einen
- 32:38Frank Flake: Professor, der heute auch noch tätig ist.
- 32:41Frank Flake: der sich sehr um Reanimationsforschung auch bemüht, unter anderem
- 32:45Frank Flake: seinerzeit auch eine Studie über Airway
- 32:48Frank Flake: Management und die Intubation.
- 32:51Frank Flake: Am Einsatzort, die hat er da zitiert.
- 32:53Frank Flake: Wir haben das dann auch schnell aufklären können, weil die Erfolgsquote war sehr hoch bei diesen Intubationen.
- 32:59Frank Flake: Und
- 32:59Frank Flake: wir konnten dann schnell aufklären, dass es sich um eine Studie handelt, die mit Paramedics gemacht wurde.
- 33:05Frank Flake: Auch das hat dann sicherlich vielleicht den ein oder anderen.
- 33:09Frank Flake: Ich sage mal, hat ein bisschen dazu geführt, dass wir da weitergekommen sind.
- 33:12Michael (Mike) Stanley: Ja, interessant.
- 33:14Michael (Mike) Stanley: Also, genau, ich meine, die Charaktere
- 33:16Michael (Mike) Stanley: sozusagen auch an den Spitzen dieser
- 33:18Michael (Mike) Stanley: Verbände
- 33:18Michael (Mike) Stanley: ändern sich natürlich, es sind andere Menschen, es sind andere Zeiten.
- 33:21Michael (Mike) Stanley: Deswegen
- 33:22Michael (Mike) Stanley: geht's
- 33:22Michael (Mike) Stanley: Wie gesagt, es ist kein altes Draufhauen, aber ich glaube, wenn man verstehen will, in welcher Welt der DBRD gegründet wurde und welchen Weg der DBRD gegangen ist, dann muss man auch verstehen, gegen welche Widerstände der
- 33:33Michael (Mike) Stanley: angetreten ist und deswegen ist mir das wichtig, sozusagen diese Beispiele zu nennen.
- 33:37Frank Flake: Also die Widerstände waren sehr hoch, aber es gab natürlich auch Zuspruch, das muss man auch sagen.
- 33:42Frank Flake: Auch viel Zuspruch von ärztlicher Seite und von ärztlichen Kollegen.
- 33:46Frank Flake: Es gab schon damals eine ganze Menge Kollegen, die auch bei den Beratungen immer dabei waren,
- 33:51Frank Flake: dieser
- 33:51Frank Flake: Befragung dort.
- 33:53Frank Flake: Durch das Parlament
- 33:54Frank Flake: sind natürlich ganz viele Sitzungen in Berlin vorausgegangen, bei denen wir praktisch die Inhalte besprochen haben, wie könnte das aussehen, etc.
- 34:02Frank Flake: Daraufhin ist auch der Referentenentwurf dann irgendwann mal gekommen und erstellt worden.
- 34:07Frank Flake: Und da hat man teilweise
- 34:09Frank Flake: um einzelne Worte gerungen
- 34:11Frank Flake: und das über Stunden, sage ich mal.
- 34:13Frank Flake: Und da muss man eben einfach auch deutlich anerkennen, dass es eben auch viele gab, die schon die Zeichen der Zeit erkannt haben.
- 34:20Frank Flake: Und wo der Zuspruch dann auch groß war und die auch ganz klar gesagt haben: doch, wir müssen das machen und wir brauchen das auch.
- 34:25Frank Flake: Und wir stehen da hinter euch, Rettungsfachpersonal.
- 34:28Michael (Mike) Stanley: Und ich bin dem DBRD, aber auch diesen Menschen und diesen Organisationen
- 34:32Michael (Mike) Stanley: sehr dankbar.
- 34:33Michael (Mike) Stanley: Denn ich war damals junger Rettungsassistent und war mir nicht so sicher, wie meine Karriere weitergehen soll und wie lange ich im Rettungsdienst arbeiten möchte.
- 34:41Michael (Mike) Stanley: unter den damaligen Umständen, sowohl gehaltstechnisch wie auch von der Arbeit zufriedenheit her.
- 34:46Michael (Mike) Stanley: Und
- 34:47Michael (Mike) Stanley: ich muss sagen, jetzt als NotSan
- 34:49Michael (Mike) Stanley: Ich fahre in einem Rettungsdienstbereich, wo die DBRD-Musteralgorithmen komplett umgesetzt sind.
- 34:54Michael (Mike) Stanley: Und mir fehlt da nichts
- 34:56Michael (Mike) Stanley: und ich habe da große Zufriedenheit, Berufszufriedenheit dadurch, dass ich Patienten gut versorgen kann.
- 35:02Michael (Mike) Stanley: eigenverantwortlich gut versorgen kann und trotzdem natürlich immer ein NEF nachfordern kann, wenn ich eins brauche.
- 35:08Michael (Mike) Stanley: Und
- 35:09Michael (Mike) Stanley: ich glaube, ich wäre wahrscheinlich nicht mehr im Rettungsdienst, wenn das Not
- 35:12Michael (Mike) Stanley: G
- 35:12Michael (Mike) Stanley: nicht gekommen wäre und vor allem auch nicht so gekommen wäre, wie es jetzt
- 35:15Michael (Mike) Stanley: gekommen
- 35:15Michael (Mike) Stanley: ist mit den entsprechenden Änderungen,
- 35:17Michael (Mike) Stanley: 2a, BtMG und so weiter.
- 35:19Frank Flake: Ja, und bei mir war es natürlich genauso, dass ich
- 35:22Frank Flake: immer so ein Stück weit den Veränderungswillen hatte.
- 35:25Frank Flake: mir
- 35:26Frank Flake: der Rettungsdienst wichtig war, also
- 35:28Frank Flake: schon bei meinem Einstieg, das ist ja schon ein bisschen her.
- 35:30Frank Flake: Hauptamtlich bin ich 1985.
- 35:34Frank Flake: In den Rettungsdienst eingestiegen.
- 35:36Frank Flake: Schon damals hat es mich sofort gepackt und ich wollte was verändern, was ich und viele andere natürlich gemeinsam dann ja auch irgendwie geschafft haben.
- 35:45Frank Flake: Und genauso sehe ich das auch.
- 35:46Frank Flake: Also
- 35:47Frank Flake: Ich
- 35:48Frank Flake: verstehe häufig gar nicht, warum sich so viele damit schwer tun.
- 35:51Frank Flake: In meinem Landkreis werden ja, in dem ich zuständig bin, eben auch die DBRD-Musteralgorithmen gemacht.
- 35:56Frank Flake: Wir haben den nicht bestrafenden Umgang mit Fehlern, weil Fehler passieren.
- 36:00Frank Flake: Wir
- 36:00Frank Flake: haben die Möglichkeit, falls es nicht passt, darüber hinauszugehen und natürlich auch immer das NEF nachzurufen.
- 36:06Frank Flake: Und ich glaube, das funktioniert gut.
- 36:08Frank Flake: Die Menschen sind zufrieden.
- 36:09Frank Flake: Wir merken das natürlich auch.
- 36:11Frank Flake: weil
- 36:11Frank Flake: wir nicht so im Fachkräftemangel stecken
- 36:14Frank Flake: wie andere.
- 36:15Frank Flake: Darüber haben wir ja auch schon mal in einem Podcast gesprochen.
- 36:18Frank Flake: Und was mich einfach nur wundert, ist, warum machen es eigentlich nicht alle so?
- 36:22Frank Flake: Also
- 36:23Frank Flake: A, warum will jeder das Rad neu erfinden?
- 36:25Frank Flake: Warum wundert sich der eine oder andere, dass es in seinem Bereich nicht läuft?
- 36:29Frank Flake: Und wenn man dann dahinter guckt, stellt man eben fest, warum es nicht läuft.
- 36:33Frank Flake: Das Leben könnte eigentlich so einfach sein.
- 36:35Michael (Mike) Stanley: Ja, das denke ich mir auch.
- 36:36Michael (Mike) Stanley: Ich war neulich in Brandenburg zu einer
- 36:38Michael (Mike) Stanley: kleinen Fortbildungsveranstaltung
- 36:41Michael (Mike) Stanley: und habe
- 36:41Michael (Mike) Stanley: mich da sehr wohl gefühlt, weil ich auch früher in Brandenburg als Rettungsassistent gearbeitet habe und dort auch Rettungsassistent gelernt habe.
- 36:47Michael (Mike) Stanley: Und Brandenburg ist ja eines der Bundesländer, das sich an die sogenannte sechs Länder SAA, BPR angeschlossen hat.
- 36:54Michael (Mike) Stanley: Und
- 36:54Michael (Mike) Stanley: musste aber feststellen, dass selbst innerhalb Brandenburgs schon Unterschiede bestehen von diesen Sechs-Länder-SAA/BPR.
- 37:01Michael (Mike) Stanley: Wir wissen, Nordrhein-Westfalen hat nochmal ein separates Kompendium, wo wirklich sehr eindrücklich gezeigt wird, wie unterschiedlich man das machen kann mit eigentlich vermeintlich einheitlichen SOPs.
- 37:11Michael (Mike) Stanley: Und auch bei den anderen Bundesländern gibt es große Unterschiede, nicht überall, aber bei vielen, so dass man eigentlich nicht von einem einheitlichen Maßnahmenkatalog sprechen kann.
- 37:19Michael (Mike) Stanley: Und
- 37:20Michael (Mike) Stanley: ja, ich bin da nicht in Verantwortung, das zu entscheiden, aber ich wundere mich da auch immer
- 37:25Michael (Mike) Stanley: warum das so unterschiedlich gehandhabt wird und ob das wirklich so ist, dass sozusagen
- 37:29Michael (Mike) Stanley: lokale Unterschiede so gravierend sind, auch biologisch anscheinend bei verschiedenen
- 37:33Michael (Mike) Stanley: EinwohnerInnen, dass
- 37:35Michael (Mike) Stanley: man dann eine andere Dosierung eines Medikaments braucht oder ein anderes Medikament braucht oder auch manche Medikamente
- 37:40Michael (Mike) Stanley: dann nicht braucht, die man aber sonst bundesweit schon für sinnvoll erachtet.
- 37:45Michael (Mike) Stanley: Das ist schon verwundernswert und jetzt muss man sagen, haben wir die Reise des DBRD schon so ein bisschen diskutiert und ja, es zeigt sich, glaube ich, es gibt noch zu tun.
- 37:53Frank Flake: Ja, es gibt eine ganze Menge zu tun, also um sozusagen dann wieder den
- 37:57Frank Flake: Sprung zu den Anfängen des DBRD zu bekommen, ist es ja so, dass gleich am Anfang gemeinsam mit
- 38:04Frank Flake: dem Bundesverband der Ärztlichen Leiter der Pyramidenprozess initialisiert wurde,
- 38:08Frank Flake: dass wir
- 38:09Frank Flake: die Idee hatten
- 38:11Frank Flake: gleichsam entsprechende Algorithmen auf den Markt zu bringen, die das abdecken, um eben, also die sogenannten Musteralgorithmen, um eben allen etwas an die Hand zu geben, wie man das machen könnte.
- 38:21Frank Flake: Eben als Grundlage den Pyramidenprozess hat.
- 38:23Frank Flake: Auch da, glaube ich, hatten wir immer einen
- 38:26Frank Flake: guten Riecher
- 38:27Frank Flake: und haben das gut vorangetrieben.
- 38:29Frank Flake: Auch da muss man sagen, dass der Pyramidenprozess gemeinsam mit dem Bundesverband und hinterher mit ganz vielen anderen Protagonisten
- 38:35Frank Flake: eine
- 38:36Frank Flake: extrem
- 38:37Frank Flake: angenehme Arbeitsatmosphäre hatte.
- 38:40Frank Flake: Da gab es wenig Stress, es gab wenig hin und her.
- 38:43Frank Flake: Es ging ja eigentlich darum, was es in drei Jahren ausbild
- 38:45Frank Flake: war.
- 38:46Frank Flake: Ja.
- 38:46Frank Flake: Und das war eine gute Geschichte.
- 38:48Frank Flake: Also
- 38:48Frank Flake: ich glaube, das hat uns insgesamt alle sehr weit gebracht, dass das
- 38:52Frank Flake: auf den Markt gekommen ist.
- 38:53Michael (Mike) Stanley: Absolut.
- 38:54Michael (Mike) Stanley: Und jetzt gibt es ja schon die, sozusagen, die dritte Version des Pyramidenprozess
- 38:57Michael (Mike) Stanley: und
- 38:58Michael (Mike) Stanley: Man muss sagen,
- 38:59Michael (Mike) Stanley: der Konsens ist ja, dass es in drei Jahren als Minimum ausbildbar ist.
- 39:03Michael (Mike) Stanley: Das ist der Konsens zwischen DBRD und BV-ÄLRD.
- 39:07Michael (Mike) Stanley: Und
- 39:07Michael (Mike) Stanley: ich freue mich, wenn Schulen auch darüber hinaus noch Dinge ausbilden möchten und wollen
- 39:11Michael (Mike) Stanley: und finde das auch wichtig, dass natürlich nicht alles, also
- 39:14Michael (Mike) Stanley: da steht nichts zur Anatomie, Physiologie drin, aber das muss natürlich ausgebildet werden, damit man dann versteht, warum man was anwendet oder warum man was tut.
- 39:21Michael (Mike) Stanley: Aber genau, ich glaube auch, dass das extrem wertvoll ist.
- 39:25Michael (Mike) Stanley: Und gleichzeitig sind wir eben noch nicht so weit, dass der Rettungsdienst in Deutschland
- 39:30Michael (Mike) Stanley: Einheitlicher funktioniert
- 39:32Michael (Mike) Stanley: und
- 39:32Michael (Mike) Stanley: gibt es auch immer wieder auch
- 39:34Michael (Mike) Stanley: Versuche, das, ich weiß nicht, entweder zu verhindern oder vielleicht wird die Notwendigkeit gar nicht gesehen, das zu tun.
- 39:40Michael (Mike) Stanley: Und ich bin sehr froh, dass wir mit so vielen Mitgliedern und eben mit dieser relativ kurzen Geschichte, muss man sagen, von 20 Jahren, also
- 39:48Michael (Mike) Stanley: gerade aus dem Teenager-Alter raus
- 39:50Michael (Mike) Stanley: soweit sind
- 39:50Michael (Mike) Stanley: ,
- 39:51Michael (Mike) Stanley: und
- 39:52Michael (Mike) Stanley: da jetzt weiterhin darauf zuarbeiten können, auch konstruktiv darauf zuarbeiten können, zu unterstützen.
- 39:57Michael (Mike) Stanley: Ein Beispiel vielleicht, das mir gerade direkt einfällt.
- 39:59Michael (Mike) Stanley: Wir haben
- 40:00Michael (Mike) Stanley: durchaus die eine oder andere Stellungnahme gemacht, wo wir Rettungsdienstbereiche kritisiert haben dafür, dass sie Betäubungsmittel der Anlage 3
- 40:08Michael (Mike) Stanley: Nicht etablieren im Rettungsdienst oder
- 40:10Michael (Mike) Stanley: auf den RTWs und haben gesagt: Hey, das BtMG ist jetzt lang genug geändert, es
- 40:15Michael (Mike) Stanley: wird Zeit.
- 40:16Michael (Mike) Stanley: und
- 40:17Michael (Mike) Stanley: uns haben
- 40:18Michael (Mike) Stanley: verschiedene ärztliche Leiter durchaus auch kontaktiert und auch andere Rettungsdienstleitungen kontaktiert und gesagt, ja
- 40:24Michael (Mike) Stanley: Wir sehen das ja eigentlich genauso, aber wir haben folgendes
- 40:26Michael (Mike) Stanley: logistisches Problem oder unsere Kreisapotheke hat da eine ganz besondere Auslegung oder Vorstellung, wie das zu laufen hat.
- 40:32Michael (Mike) Stanley: Und das
- 40:33Michael (Mike) Stanley: haben wir uns angehört als DBRD und wir, das
- 40:36Michael (Mike) Stanley: auch habe ich schon mal erwähnt, dass das BtMG und die BtMVV
- 40:40Michael (Mike) Stanley: gerade in der Überarbeitung ist, so eine routinemäßige Überarbeitung.
- 40:44Michael (Mike) Stanley: Und wir da auch wieder freundlicherweise gefragt worden sind, ob Änderungen notwendig sind
- 40:49Michael (Mike) Stanley: vom BMG.
- 40:50Michael (Mike) Stanley: Und da haben wir entsprechend auch Änderungsvorschläge eingebracht, die
- 40:54Michael (Mike) Stanley: Zu diesem führen können, dass die Logistik einfacher wird vor Ort und dass hoffentlich dann
- 40:58Michael (Mike) Stanley: Rettungsdienstbereiche, die dadurch strengere Kontrollen oder strengere Auslegungen
- 41:03Michael (Mike) Stanley: der Gesetzestexte
- 41:05Michael (Mike) Stanley: trotzdem sehr praktikable
- 41:06Michael (Mike) Stanley: Lösungen am Ende haben.
- 41:08Michael (Mike) Stanley: Das, glaube ich, habe ich ein gutes Gefühl, dass das berücksichtigt wird und dass das hoffentlich den Leuten das Leben einfacher macht.
- 41:14Michael (Mike) Stanley: Also ich will sagen, wir fordern nicht nur, sondern wir helfen auch.
- 41:16Frank Flake: Natürlich.
- 41:17Michael (Mike) Stanley: Und was mich auch sehr freut in diesem Zusammenhang, auch die Band hat genau
- 41:21Michael (Mike) Stanley: Dieselben Änderungen gefordert.
- 41:23Michael (Mike) Stanley: Das ist natürlich kein Riesenzufall, sondern wir haben miteinander gesprochen.
- 41:27Michael (Mike) Stanley: Und auch die Band hat gesagt: Ja, Mensch, wenn diese kleinen Änderungen dazu führen können, dass dann die Anarchesie besser wird, dann.
- 41:32Michael (Mike) Stanley: Macht es ja Sinn.
- 41:33Frank Flake: Absolut, ist eine der am meisten angewendeten Maßnahmen oder Medikamentenapplikationen
- 41:38Frank Flake: im Rettungsdienst Diana
- 41:40Frank Flake: Geseh
- 41:40Frank Flake: Ist auch sicherlich immer noch
- 41:42Frank Flake: einer der meisten Gründe in vielen Rettungsdienstbereichen, warum ein NEF gerufen wird oder womöglich auch ein Telenutarzt dazu.
- 41:50Frank Flake: Und natürlich gibt es diese Situation, die man als Notfallsanitäter nicht beherrschen kann mit dem, was man zur Verfügung hat.
- 41:57Frank Flake: Und dann braucht man eben ärztliche oder notärztliche Hilfe.
- 42:00Frank Flake: Das ist auch gar kein Problem, aber das meiste
- 42:03Frank Flake: kann man wahrscheinlich eben mit den Dingen arbeiten.
- 42:05Frank Flake: Und das ist so ein bisschen das, was mich häufig wundert.
- 42:08Frank Flake: Du hast gesagt, genau, das BtMG ist von, soweit ich weiß, 2023 geändert worden.
- 42:13Frank Flake: Genau, das heißt, wir sind jetzt im dritten Jahr danach.
- 42:17Frank Flake: Kleines praktisches Beispiel, in meinem Landkreis haben wir es innerhalb von 14 Tagen umgesetzt.
- 42:23Frank Flake: Also im Juli kam es, im August war es umgesetzt.
- 42:26Frank Flake: Es geht alles, ja.
- 42:27Frank Flake: Und was mich so ein bisschen stört, ist, der Notfallsanitäter
- 42:30Frank Flake: ist 2014 auf den Markt gekommen und wir haben 2026.
- 42:34Frank Flake: Wir reden hier also von zwölf Jahren.
- 42:37Michael (Mike) Stanley: Ja.
- 42:37Frank Flake: Notfallsanitäter, klar ist, man hätte nicht erwarten können, dass jetzt innerhalb von zwei, drei Jahren sich die Welt ändert.
- 42:43Frank Flake: Das geht nicht.
- 42:44Frank Flake: Das müssen natürlich erstmal Menschen ausgebildet werden.
- 42:46Frank Flake: Allein die Ergänzungsprüfung macht natürlich, das ist eine formale Prüfung, das ist natürlich etwas, was für uns auch seinerzeit wichtig war, das zu installieren.
- 42:55Michael (Mike) Stanley: Für mich war das sehr wichtig.
- 42:57Frank Flake: Aber
- 42:57Frank Flake: es macht natürlich aus dem Rettungsassistenten keinen dreijährig ausgebildeten Notfallsanitäter.
- 43:02Frank Flake: Das heißt, man musste die Mannschaft erstmal durchmischen etc.
- 43:05Frank Flake: Man musste erstmal für genug Aufbau sorgen, um ein gewisses Ausbildungs- und Qualitätsniveau zu bekommen.
- 43:12Frank Flake: Das ist alles verständlich, aber nochmal ist
- 43:14Frank Flake: zwölf Jahre her.
- 43:15Frank Flake: Das haben wir jetzt.
- 43:17Frank Flake: Und der Schalter muss jetzt endlich umgelegt werden.
- 43:19Frank Flake: Und zwar vollständig.
- 43:20Frank Flake: Ich habe ja immer noch so ein bisschen den Traum, ich weiß nicht, ob ich das noch erlebe.
- 43:24Frank Flake: Ich sage mal, rein rechnerisch habe ich noch fünf Jahre, dann ist, sag ich mal, ist.
- 43:27Michael (Mike) Stanley: Fünf Berufsjahre hoffe ich.
- 43:29Frank Flake: Ja, fünf
- 43:29Frank Flake: genau.
- 43:30Frank Flake: Ja,
- 43:31Frank Flake: hoffe ich auch.
- 43:32Frank Flake: Man weiß es ja nie, ob ich das noch erlebe, aber mein Traum wäre natürlich schon, dass wir bundeseinheitlich auf hohem Niveau
- 43:39Frank Flake: entsprechende Handlungsanweisungen, SOPs, wie man es auch immer nennt, hat.
- 43:44Frank Flake: Als Mindestgrundlage der Pyramidenprozess aus meiner Sicht
- 43:48Frank Flake: darf man da nicht drunter.
- 43:49Frank Flake: Das muss gesetzt
- 43:50Frank Flake: sein.
- 43:51Frank Flake: Und auch von den Dosierungen, die dort notwendig sind bei den Medikamenten.
- 43:56Frank Flake: Muss man vernünftige Dosierungen wählen, die am Ende dem Patienten auch helfen?
- 44:01Frank Flake: Ich lese natürlich auch manchmal in Algorithmen Dosisangaben, wo ich mir denke, naja, gut, da kann man auch Karottensaft auf die Stirn schmieren.
- 44:07Frank Flake: Der Effekt ist wahrscheinlich der gleiche.
- 44:09Frank Flake: Das wirkt so ein bisschen wie, ja, ich gebe
- 44:11Frank Flake: mal ein bisschen was hier an die Hand, dann ist hier Ruhe.
- 44:14Frank Flake: Damit können sie nichts verkehrt machen.
- 44:16Frank Flake: Also es hat dann keine Nebenwirkung, aber eben auch keine Wirkung.
- 44:20Frank Flake: Das wollen wir natürlich nicht.
- 44:21Frank Flake: Aber wie gesagt, das ist ein bisschen mein Traum, dass wir irgendwann auf hohem Niveau einheitliche Algorithmen haben und Handlungsanweisungen
- 44:27Frank Flake: vielleicht.
- 44:28Frank Flake: Bringt das Fachgremium, was ja jetzt installiert werden soll bei der Notfallreform, dort ein bisschen Licht ins Dunkel.
- 44:35Frank Flake: Da schauen wir mal, das hängt natürlich davon ab.
- 44:37Frank Flake: Wie es dann am Ende auch besetzt ist und was sie für eine Arbeit machen.
- 44:40Michael (Mike) Stanley: Absolut.
- 44:41Michael (Mike) Stanley: Und es ist kein Geheimnis, dass wir natürlich als DBRD
- 44:44Michael (Mike) Stanley: den Anspruch haben, da durchaus auch einen Platz zu haben.
- 44:46Frank Flake: Ja.
- 44:47Michael (Mike) Stanley: Aber auch wenn wir den bekommen, sind wir natürlich dann nur einer von
- 44:51Michael (Mike) Stanley: Von vielen Stimmen dort drin, und da muss man natürlich schauen, ob die anderen Stimmen in dieselbe Richtung denken.
- 44:56Frank Flake: Ja, genau.
- 44:57Michael (Mike) Stanley: Sehr gut.
- 44:58Michael (Mike) Stanley: Frank, das war jetzt ein
- 44:59Michael (Mike) Stanley: einerseits schneller Ritt, aber andererseits ausführlicher Ritt durch 20 Jahre DBRD.
- 45:05Michael (Mike) Stanley: Habe ich noch was vergessen?
- 45:06Frank Flake: Ja, was man vielleicht nochmal erwähnen könnte, ist das, was wir irgendwann mal ausgegliedert
- 45:11Frank Flake: haben, nämlich unsere Kursformate, DBRD-Akademie etc.
- 45:14Frank Flake: Also wir haben am Anfang kurz darüber gesprochen, die
- 45:17Frank Flake: Kurse, die machen wir ja nicht zum Selbstzweck, sondern da ist es ja auch das Ziel
- 45:21Frank Flake: am Ende für einen einheitlichen hohen Qualitätsstandard innerhalb
- 45:26Frank Flake: Der gesamten Rettungsdienstfamilie zu sorgen.
- 45:29Frank Flake: Und das war auch ganz spannend.
- 45:31Frank Flake: Wir haben ja PHTLS, ich glaube, 2007, 2008 nach Deutschland geholt.
- 45:35Frank Flake: Und dem vorausgegangen waren natürlich viele Anfragen bei der NAEMT, unserer Schwesterorganisation, die der Lizenzgeber dieses Systems ist in den USA.
- 45:45Frank Flake: Es war aber immer wichtig, und es ist auch heute noch, dass
- 45:48Frank Flake: diese Lizenzen ausschließlich an Non-Profit-Organisationen
- 45:51Frank Flake: im besten Fall an
- 45:53Frank Flake: einen Berufsverband gehängt werden.
- 45:55Frank Flake: Das merkt man auch in vielen anderen Ländern, da ist es an Berufsverbände gehängt.
- 45:58Frank Flake: Oder man hat eben Non-Profit-Organisationen gegründet, die praktisch so ein Absprengsel
- 46:04Frank Flake: der NAEMT sind.
- 46:06Frank Flake: Und so haben wir es geschafft.
- 46:08Frank Flake: Also, wie gesagt, ganz, ganz viele vorher haben es versucht, die Systeme zu holen, haben es nicht hinbekommen.
- 46:13Frank Flake: War bei uns natürlich auch, gingen viele Gespräche voraus mit den Kollegen aus den USA, haben das dann aber eben geholt und nach und nach die anderen Kurssysteme, die auf dem
- 46:22Frank Flake: deutschen Systemen auch sinnhaft sind, eben nachgeholt.
- 46:26Frank Flake: Und ich glaube, das hat halt auch eine ganze Menge gemacht.
- 46:29Frank Flake: Irgendwann haben wir dann halt gesagt: gut, das eine hat mit dem anderen
- 46:31Frank Flake: jetzt erstmal sozusagen zumindest steuerrechtlich nichts zu tun und haben das dann voneinander getrennt.
- 46:37Frank Flake: Und ich glaube, das war seinerzeit auch eine kluge Entscheidung.
- 46:40Frank Flake: Das zu trennen, aber auch die DBRD-Akademie, muss man eben wissen, macht das nicht zum Selbstzweck.
- 46:45Frank Flake: Ist auch eine Non-Profit-Organisation, eine hundertprozentige Tochter des DBRD e.V.
- 46:50Frank Flake: Und alles, was da am Ende gegebenenfalls erwirtschaftet wird an Geld, fließt entweder in die Kurssysteme zurück oder ist für die berufspolitische Arbeit da.
- 46:59Michael (Mike) Stanley: Genau.
- 46:59Frank Flake: Und insofern
- 47:01Frank Flake: haben wir damit, glaube ich, damals auch einen ganz guten Weg eingeschlagen.
- 47:03Frank Flake: Und das
- 47:04Frank Flake: Hat sicherlich auch noch viel dazu beigetragen, dass sich der DBRD so entwickelt hat.
- 47:08Frank Flake: Ich glaube, es gibt heute nicht mehr viele, die uns nicht kennen.
- 47:11Frank Flake: Oder ich hoffe das natürlich.
- 47:13Frank Flake: Ohne es ganz genau zu wissen.
- 47:14Frank Flake: Und ich glaube, beides
- 47:15Frank Flake: trägt dazu bei.
- 47:16Frank Flake: Also zum einen
- 47:17Frank Flake: unsere Präsenz mit jetzt vermutlich 20.
- 47:19Frank Flake: 000 Mitgliedern am 01.
- 47:20Frank Flake: 01.
- 47:21Frank Flake: 11.
- 47:22Frank Flake: Und je mehr Mitglieder man hat, desto mehr wird natürlich darüber gesprochen und weiterempfohlen.
- 47:26Frank Flake: Aber wir sehen natürlich auch mehrere tausend Menschen pro Jahr auf unseren Kursen.
- 47:31Frank Flake: Weit über 200 finden da pro Jahr statt in den verschiedensten Systemen.
- 47:35Frank Flake: Und wenn man sich überlegt, dass da jedes Mal 20 bis 24 Leute drin
- 47:40Frank Flake: sitzen,
- 47:40Frank Flake: Dann ist das natürlich auch nochmal eine Schlagzahl, die dafür sorgt, dass sich DBRD als, ich sag mal, als Marke auch dementsprechend verbreitet.
- 47:49Michael (Mike) Stanley: Das stimmt.
- 47:49Michael (Mike) Stanley: Und ja, sehr gute und wichtige Ergänzung.
- 47:52Michael (Mike) Stanley: Ich.
- 47:52Michael (Mike) Stanley: Kann auch nur sagen, ich bin
- 47:54Michael (Mike) Stanley: also
- 47:55Michael (Mike) Stanley: sozusagen
- 47:56Michael (Mike) Stanley: wirklich froh, dass ihr damals die Idee hattet, den DBRD zu gründen.
- 48:00Michael (Mike) Stanley: Und auch allen
- 48:01Michael (Mike) Stanley: Mitstreitern oder ehemaligen Mitstreitern, die
- 48:05Michael (Mike) Stanley: da mal im Vorstand waren, im Beirat waren und das Ganze begleitet haben, auch wenn sie jetzt vielleicht nicht mehr dabei sind oder nicht mehr so eng an den DBRD gebunden sind, aber ich bin trotzdem da allen sehr dankbar.
- 48:16Michael (Mike) Stanley: Weil die natürlich diesen
- 48:18Michael (Mike) Stanley: Weg bereitet haben und da
- 48:19Michael (Mike) Stanley: zählst du auch du dazu.
- 48:20Michael (Mike) Stanley: Ihr habt natürlich gemeinsam sozusagen
- 48:22Michael (Mike) Stanley: die Grundlage geschaffen für alles, was jetzt kommt, und für alles, was jetzt sozusagen der DBRD macht.
- 48:28Frank Flake: Alle hatten ihre
- 48:29Frank Flake: Zeit und ich glaube, jeder der ehemaligen Vorstands oder Beiratskollegen hat viel dazu beigetragen, dass wir uns so entwickelt haben, wie wir uns entwickelt haben.
- 48:37Frank Flake: Und
- 48:38Frank Flake: irgendwann werden andere ans Ruder kommen.
- 48:39Frank Flake: Wichtig ist nur, dass die Arbeit weitergeführt wird.
- 48:42Michael (Mike) Stanley: Absolut.
- 48:42Frank Flake: Und zwar in dem Sinne.
- 48:43Frank Flake: Denn es gibt noch eine ganze Menge zu tun.
- 48:46Frank Flake: Also das erinnert mich immer ein bisschen daran, dass ich so ein bisschen blauäugig damals war
- 48:50Frank Flake: Als
- 48:51Frank Flake: das Notfallsanitätergesetz dann wirklich gekommen ist, dass ich mir dachte, naja, gut, und was machen wir jetzt eigentlich?
- 48:57Frank Flake: Also, jetzt haben wir den Pflock
- 49:00Frank Flake: eingeschlagen.
- 49:02Frank Flake: Heute weiß ich
- 49:03Frank Flake: Das
- 49:03Frank Flake: war tatsächlich wirklich nur ein ganz kleiner Tropfen auf den heißen Stein und nur der Anfang.
- 49:08Frank Flake: Da ging die Arbeit erst los.
- 49:10Michael (Mike) Stanley: Ja, absolut.
- 49:10Michael (Mike) Stanley: Aber
- 49:11Frank Flake: gut, so denkt man dann eben, wenn man sich besonders über so einen Erfolg freut.
- 49:15Michael (Mike) Stanley: Ja, sehr schön, Frank.
- 49:16Michael (Mike) Stanley: Wir haben
- 49:17Michael (Mike) Stanley: 20 Jahre DBRD im November
- 49:20Michael (Mike) Stanley: des Jahres.
- 49:21Michael (Mike) Stanley: Diese Folge wird im Oktober online
- 49:22Michael (Mike) Stanley: gehen.
- 49:23Michael (Mike) Stanley: Und dann wissen die Leute, warum wir 20 Jahre DBRD feiern, einen Monat darauf.
- 49:28Michael (Mike) Stanley: Und
- 49:29Michael (Mike) Stanley: ich hoffe, dass wir möglichst viele HörerInnen
- 49:31Michael (Mike) Stanley: treffen in Hamburg beim Deutschen Rettungsdiensttag.
- 49:34Michael (Mike) Stanley: Ein paar Tickets gibt es noch, viele sind es nicht mehr, glaube ich, aber ein bisschen was geht noch.
- 49:38Frank Flake: Ja, genau, wir sind fast
- 49:39Frank Flake: Voll, tatsächlich.
- 49:40Frank Flake: Ein paar gibt es noch, aber er sieht sehr gut aus.
- 49:43Michael (Mike) Stanley: Und wenn wir uns nicht in Hamburg sehen, dann freue ich mich sehr, wenn ihr uns ansprecht auf der nächsten Veranstaltungen, wo wir rumlaufen.
- 49:49Michael (Mike) Stanley: Frank ist immer gut zu sehen, weil der deutlich größer ist als ich.
- 49:53Michael (Mike) Stanley: Aber die Chance ist da, dass ich dann da auch irgendwo weiter unten drum rumlaufe.
- 49:57Frank Flake: Ja, natürlich.
- 49:58Frank Flake: Und wenn ihr Fragen habt, dann sprecht uns natürlich gerne an, ruft uns an, schreibt uns, wir freuen uns.
- 50:04Frank Flake: Über jeden, mit dem wir in Kontakt treten können.
- 50:06Michael (Mike) Stanley: Perfekt.
- 50:07Michael (Mike) Stanley: Vielen Dank, Frank, für das Interview und bis zum nächsten Mal.
- 50:09Frank Flake: Ja, danke.
- 50:14Michael (Mike) Stanley: Ja, aus heutiger
- 50:15Michael (Mike) Stanley: Sicht finde ich ziemlich verrückt, was wir da besprochen haben.
- 50:18Michael (Mike) Stanley: Was mich immer noch nachdrücklich beeindruckt, ist die Vorstellung, dass damals doch immer wieder auch IV-Zugänge, die gelegt worden sind durch Rettungsassistenten und die auch korrekt lagen und liefen.
- 50:28Michael (Mike) Stanley: Tatsächlich entfernt wurden durch einen Notarzt und dann neu gelegt worden sind.
- 50:32Michael (Mike) Stanley: Da haben wir uns doch auch kulturell deutlich weiterentwickelt.
- 50:36Michael (Mike) Stanley: Das kommt nicht vor.
- 50:37Michael (Mike) Stanley: Und die Arbeit mit unseren Notärzten auf der Straße ist doch
- 50:41Michael (Mike) Stanley: Überwiegend vertrauensvoll und sehr gut heutzutage.
- 50:44Michael (Mike) Stanley: Ich glaube, bei allem Meckern, in das man manchmal auch gerne rutscht bei so einem langweiligen Nachmittag auf der Wache, muss man doch festhalten, der Rettungsdienst hat sich nicht nur von der Ausstattung her erheblich verbessert, sondern
- 50:54Michael (Mike) Stanley: hat sich auch von seinen ganzen Umständen erheblich weiterentwickelt.
- 50:57Michael (Mike) Stanley: Wir haben nicht nur das NotSan
- 50:59Michael (Mike) Stanley: G, wir haben auch die Heilkunde-Erlaubnis unter bestimmten
- 51:02Michael (Mike) Stanley: Bedingungen innerhalb des NotSanG, das Betäubungsmittelgesetz wurde angepasst
- 51:07Michael (Mike) Stanley: und jetzt stehen NotfallsanitäterInnen
- 51:09Michael (Mike) Stanley: mit drin
- 51:10Michael (Mike) Stanley: Und jetzt ist eben tatsächlich auch dieser
- 51:12Michael (Mike) Stanley: Rettungsdienst in das Sozialgesetzbuch V
- 51:14Michael (Mike) Stanley: als eigenständige Leistung aufgenommen worden.
- 51:17Michael (Mike) Stanley: Das ist schon beachtlich.
- 51:18Michael (Mike) Stanley: Wie habt ihr diese ganzen Veränderungen erlebt?
- 51:21Michael (Mike) Stanley: Habt ihr besondere Hoffnungen oder Befürchtungen in Bezug auf das NotfallG und die Änderungen, die da anstehen?
- 51:26Michael (Mike) Stanley: Sprecht gern mit mir drüber, lasst es mich wissen.
- 51:28Michael (Mike) Stanley: Am liebsten wie immer persönlich, zum Beispiel beim Deutschen Rettungsdiensttag im November in Hamburg.
- 51:34Michael (Mike) Stanley: Und natürlich gerne auch auf Social Media, auf den bekannten DBRD-Kanälen oder auch sehr gerne
- 51:40Michael (Mike) Stanley: Als Mail
- 51:40Michael (Mike) Stanley: an podcast@
- 51:41Michael (Mike) Stanley: dbrd
- 51:42Michael (Mike) Stanley: .de.
- 51:43Michael (Mike) Stanley: Ich lese und schreibe nach wie vor gerne Mails, auch wenn man mir sagt, dass das altmodisch ist.
- 51:48Michael (Mike) Stanley: Und damit verabschiede ich mich schon wieder für diese Folge.
- 51:51Michael (Mike) Stanley: Bis zum nächsten Monat und denkt immer daran, Performance ist kein Verbrechen.