Latest / ntv Wirtschaft / Plötzlich SpaceX im Depot? Was der Rekord-Börsengang jetzt für ETF-Sparer bedeutet
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- SpaceX feiert den größten Börsengang aller Zeiten. Für Anleger stellt sich jetzt die Frage, was das fürs Depot bedeutet. Verbraucherzentralen warnen vor irreführenden Gratis-Testaktionen. Und Proteinpulver wird immer teurer. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Das ist ein echter Rekord. Der Raumfahrtkonzern SpaceX feiert sein Börsendebüt an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq. Dabei verkauft das Unternehmen seine Aktien zum Stückpreis von 135 Dollar. Es ist der größte Börsengang aller Zeiten. Doch was bedeutet das für Anleger? Etienne Bell hat darüber mit dem Finanzexperten Christian Röhl gesprochen. Werden Sie in SpaceX investieren? Nein, also ich bin ja jemand, der sehr gerne breit investiert in den breiten Markt, in MSCI All Country World ETF oder in andere breit diversifizierte Investments. Da wird SpaceX, je nachdem wie die Qualitätskriterien sind, in den einen oder anderen Index reinkommen. Allerdings nur mit dem Free Float und der ist ja sehr gering, der liegt ja unter 5%. Sprechen wir gleich noch drüber, über die generelle Streuung, wo die überall noch auftauchen. Aber mal grundsätzlich, das Unternehmen schreibt rote Zahlen, Elon Musk bekommt die volle Kontrolle. Macht da ein Investment überhaupt Sinn aus Anlegersicht? Naja, also man partizipiert natürlich wirtschaftlich, aber die Geldgeber haben nichts zu sagen, weil eben Musk diese Aktien mit dem Mehrfachstimmrecht hat. Das sind 85,1 Prozent der Stimmrechte, die er sich dadurch gesichert hat. Nur man muss dazu auch sagen, die hat er sich ja nicht geklaut, sondern die hat er von seinen vorbörslichen Investoren ja gewährt bekommen. Und das sind ja vielfach sehr smarte Vermögensverwaltungsgesellschaften, Venture-Capital-Gesellschaften, Private Equity. Und man fragt sich schon, ob das nicht so eine gewisse Genius-Bubble ist, dass so smarte Investoren die Kontrolle völlig abgeben und an einen einzigen Mann dieses Vertrauen geben, dass er schalten und walten kann, wie er möchte. Das ist natürlich bedenklich, auch wenn wir berücksichtigen, dass es hier um die Definition von KI geht, also um ein Thema, was uns nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich in den nächsten Jahren ganz, ganz entscheidend prägen wird. Und dass da so die klassischen Kontrollmechanismen der Marktwirtschaft, der Aktionärsdemokratie von Investoren selbst außer Kraft gesetzt worden sind, weil man darauf verzichtet hat, das ist schon ein Thema, was mir jetzt nicht nur aus Börsensicht, sondern gesellschaftlich im Bauch liegt. Wie erklären Sie sich das? Ja, es ist halt einfach diese Genius-Bubble oder Talent-Bubble, wie das Wall Street Journal das kürzlich geschrieben hat. Man glaubt, dass eben dieser Paradigmenwechsel rüber zur KI-dominierten Ökonomie dieses Genie von Menschen wie Musk oder auch von Zuckerberg, der ja, eine ähnliche Mehrfach-Stimmrechtsklausel bei, Meta hat, braucht und den liefert man sich dann aus. Das ist einfach erstmal festzuhalten. Klar ist natürlich, es müssen mutige Unternehmer voranschreiten. Denn wenn wir KI als staatliche Initiative gehabt hätten, dann würden wir wahrscheinlich erstmal Formulare aus dem Fax ziehen. Schauen wir nochmal auf die Kleinanleger. Ich muss ja am Ende gar nicht die Einzelaktie kaufen. SpaceX wird auch in die großen ETFs aufgenommen, also MSCI World zum Beispiel. Einige Indexanbieter, Sie haben es auch kurz schon angedeutet, haben sogar ihre Regeln dafür geändert. Wie riskant ist das, was da gerade passiert? Ja. Naja, also MSCI hat die Regeln nicht geändert, sondern die haben seit 2007 ein Regime, was eben die Einbeziehung von Mega-Cap-IPOs innerhalb dieser Fristen ermöglicht. Und die Nasdaq hat das ein bisschen anders gehandhabt. Da sind tatsächlich Regeln geändert worden, auch dass man nicht nur das Unternehmen schnell einbeziehen kann, sondern auch eine Gewichtung mit dem dreifachen Free-Float hat. Da sollte man immer berücksichtigen, dass der Nasdaq 100 Index eben kein unabhängiges Börsenbarometer ist, sondern der Index eines Börsenbetreibers und damit auch ein Machtfaktor im Wettbewerb um Listings. Nur man sollte gerade mit Blick auf die Weltportfolios nicht so tun, also FTSE All World, MSCI World, MSCI All Country World. Als wenn jetzt ETF-Sparer hier den Börsengang von SpaceX schultern müssten. Denn aufgrund der Gewichtung nach dem Free-Float-Value, also dem Marktwert des Streubesitzes, werden die Anteile von SpaceX in diesen Weltportfolios etwa so bei 0,1 Prozent indikativ liegen. Das ist also kein Schwergewicht. Das Thema wird uns trotzdem nicht loslassen, denn dieser Streubesitz von 5 Prozent wird ja nicht ewig so niedrig bleiben, sondern wenn Aktien aus den Sperrfristen rausfallen, wenn dann vorbörsliche Investoren auch mal verkaufen wollen, dann wird dieser Streubesitz sukzessive steigen und damit wird auch das Gewicht von SpaceX in den Indizes höher. Aber wir sind aufgrund der Aktionärsstruktur weit entfernt davon, dass SpaceX aufschließt rein von der Indexgewichtung her zu den Max 7. Und auch im Nasdaq 100 liegt die indikative Gewichtung für die Neuaufnahme bei einem Prozent. Der Börsengang von SpaceX macht Gründer Elon Musk wahrscheinlich zum ersten Billionär der Welt. Schon heute ist er der reichste Mensch. Aber wie hat Musk das geschafft? Und wohin will er mit SpaceX steuern? Das hat Etienne Bell mit Matthias Spott von der Agentur für Sprunginnovationen besprochen. Sie kümmern sich ja um den Aufbau und die Förderung von Startups. 2002 ist SpaceX als Startup gestartet, jetzt diese raketenhafte Entwicklung. Ist das ein Vorbild für alle Gründer in Deutschland? Ja, guten Morgen. Also in der Tat ein Vorbild dahingehend, dass wir verstehen müssen, was eigentlich bei SpaceX passiert ist in den Jahren seit 2002, als das Unternehmen gegründet wurde. Eben vom reinen Raketen-Startup, das die Startkosten deutlich gesenkt hat, hin zu einem sehr umfassenden Weltraum, mittlerweile Infrastruktur und KI-Unternehmen. Und Elon Musk wird womöglich der erste Billionär dieser Welt durch diesen Börsengang. Wie schafft man es so weit, wenn man so klein anfängt? Gut, er hat ja im Grunde gar nicht so klein angefangen. Er hatte ja mit seinen ersten unternehmerischen Erfolgen von Paypal genug Startkapital, um vor allen Dingen durch das erste Tal des Todes auch hindurch zu kommen. Das ist sicherlich eine Herausforderung, die gerade deutsche und europäische Startups natürlich haben, die in diesem Segment auch erfolgreich sein möchten. Und dann hat er das Unternehmen konsequent aufgebaut mit dem Staat als Ankerkunden unter anderem. Das amerikanische Militär hat ja auch große Aufträge in SpaceX gegeben, um das Unternehmen damit dann auch voranzubringen. Und heute ist es ein kommerziell nicht mehr wegzudenkenes Unternehmen, das neben den Raketenstarts eben auch die Satellitendienstleistungen anbietet. Und da steckt viel Fantasie drin, aber wie viel Gründerspirit sehen Sie noch bei Elon Musk? Im Gründerspirit dahingehend zumindest, dass er natürlich die Grenzen immer wieder aufs Neue hinterfragt und auch verschiebt mit dem, was er macht. Und da sehe ich eigentlich genau auch diesen Wert des Börsengangs, ihn jetzt gar nicht rein wirtschaftlich zu betrachten, sondern vor allen Dingen zu verstehen, was mit SpaceX auch in Zukunft passieren könnte. Es ist eben nicht mehr dieses Raketenunternehmen alleine. Das ist nur das Mittel zum Zweck, um eben Infrastrukturen im Weltall aufzubauen. Und da spielt dann eben auch das Thema Datencenter und künstliche Intelligenz mit hinein. Und insofern trägt er schon noch das Unternehmergen in sich. Aber er wird den Großteil der Stimmrechte haben, kann quasi alleine entscheiden. Die Aktionäre gucken von der Seitenlinie zu. Dazu kommt, dass das Unternehmen rote Zahlen schreibt. Ist denn dieser Hype nachvollziehbar oder ist es vielleicht auch ein großes Risiko? Also ich denke, es ist beides. Es ist auf der einen Seite ein Hype natürlich. Man möchte nicht verpassen, was Elon Musk vielleicht mit anderen Themen schon auch bewegt hat. Und man möchte es definitiv dann eben auch dieses Mal nicht übersehen. Auf der anderen Seite, ja, werden wir sehen, wie sich der Kurs dann auf Dauer auch hält. Aber wie gesagt, mir geht es vielmehr auch um das Ökosystem, das dahinter steht. Und da sollten wir sehr genau hinschauen. Denn wir haben in Europa in der Vergangenheit auch schon verpasst, neue Raketentechnologien so wettbewerbsfähig zu machen, dass sie kommerziell letztendlich gut funktionieren. Elon Musk hat einen Großteil mit SpaceX, der kommerziellen Startseute in der westlichen Welt. An ihm kommt man nicht vorbei. Europa macht sich klein dagegen aus. Und auch das Thema Satelliteninternet haben wir über Jahre nicht ernst genommen. Wir haben uns nicht vorstellen können, dass es wirtschaftlich ist. Und mittlerweile ist das ja der Bereich bei SpaceX, der tatsächlich sehr profitabel auch daherkommt. Und wenn die roten Zahlen auch nicht zuletzt daherkommen, dass Elon Musk weiter in die Zukunft investiert, sollten wir sehr genau schauen. Und ob wir jetzt dann über eine Million Datencenter-Satelliten im Weltall nachdenken müssen oder nicht. Aber es geht um das Grundprinzip zu verstehen, wie auch hier wieder Grenzen verschoben werden. Und wir als Europa, als Deutschland sollten nicht den Anschluss verpassen. Von SpaceX geht es weiter zu irreführenden Werbeversprechen. Wer einkaufen geht, stößt immer wieder auf Gratis-Testaktionen oder Geld-zurück-Garantien. Doch was auf den ersten Blick nach einem attraktiven Angebot klingt, kann sich schnell als undurchsichtiges Garantieversprechen entpuppen. Davor warnen jetzt einige Verbraucherzentralen. Denn oft ist es gar nicht so leicht, eine Rückerstattung zu bekommen. Außerdem fragen die Anbieter häufig viele Daten ab. Jörg Böker hat darüber mit der Leiterin der NTV-Wirtschaftsredaktion, Frauke Holzmeier, gesprochen. Geld zurück, wenn es nicht gefällt oder 100 Tage gratis testen. Hand aufs Herz. Das klingt so schön, da muss irgendein Haken bei sein. Das klingt erst mal fantastisch. Da sind auch kuriose Sachen dabei. 100 Tage mal gratis schlafen oder wenn die Schokolade nicht geschmeckt hat, kann man sie auch zurückbringen. Du sprichst es schon an, da gibt es Haken, weil diese Aktionen in der Regel nicht kostenlos sind. Die Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg. Die geht dagegen vor. Was ist Ihre Kritik? Ja, eben genau das, weil diese Werbung häufig irreführend ist. Das sind eben solche Lockangebote. Man möchte natürlich die Menschen zu bestimmten Produkten irgendwie bringen. Und dann ist es halt häufig im Kleinen gedrucken. Das heißt, wenn man dann am Ende nachweisen muss, nach 100 Tagen oder wenn die Schokolade nicht geschmeckt hat, das hat mir wirklich nicht geschmeckt oder ich habe nicht gut geschlafen, dann wird es eben häufig aufwendig. Dann musst du das dokumentieren, nachweisen, deinen Kassenbon noch irgendwie dabei haben. Und wie willst du eigentlich erklären, dass es mir nicht geschmeckt hat? Das ist gar nicht so einfach. Und diese Irreführung dabei, das ist eben der Punkt, den die Verbraucherzentrale kritisiert. Ich merke schon, es kann relativ kompliziert werden. Ich stelle mir vor, ich schlafe schlecht, weil ich diese Schokolade gegessen habe. Ich brauche ja ein medizinisches Gutachten nachher noch. Welche Tipps hast du denn, wenn Sie auf solche Angebote stoßen? Also erstmal nichts kaufen, nur weil es eben so ein Angebot gibt. Das ist, glaube ich, der erste Tipp. Man muss das Produkt auf jeden Fall wollen. Ansonsten einmal die Bedingungen genau checken. Ich weiß, das ist immer der nervige Teil, dieses Kleingedruckte, ja, aber das ist total wichtig. Und dann auch eben zum Nachweis die Aktionswerbung im besten Fall abfotografieren oder einen Screenshot machen, wenn es im Netz ist. Und eben vor allem Rechnung und Kassenbon aufbewahren, das sind erstmal die allerwichtigsten Tipps. Die Tipps sind ja wirklich hilfreich, aber wie sieht das juristisch aus? Gibt es da am Ende ganz klare rechtliche Regeln, die für mich... Wichtig sind, die mir helfen bei der ganzen Sache. Was die Verbraucherzentrale jetzt kritisiert, ist diese Undurchsichtigkeit. Also dass nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, du musst das auf jeden Fall erst mal zahlen oder es ist total aufwendig und ich bezahle am Ende mit meinen Daten auch noch, wenn ich dann mir mein Geld zurückholen möchte. Das möchte die Verbraucherzentrale glattziehen. Aber ansonsten ist das erst mal eine freiwillige Aktion der Händler. Da hat man so erst mal ansonsten keinen Anspruch drauf. Und man darf das nicht verwechseln mit den normalen Umtausch- und Widerrufsrechten, die man sonst so hat. Und zum Schluss noch dieses Thema. Verbraucher in Deutschland müssen für Proteinpulver immer tiefer in die Tasche greifen. Laut dem Europäischen Milchindustrieverband steigen die Preise für Molkenpulver seit Mitte 2023 kontinuierlich. Und seit Beginn dieses Jahres hat der Trend deutlich an Fahrt gewonnen. Das liegt an der hohen Nachfrage, aber auch an einem weltweit knappen Angebot. Anbieter werben damit, dass das Pulver den Muskelaufbau unterstützt. Händler und Hersteller spüren den Protein-Hype derzeit auch bei anderen eiweißreichen Lebensmitteln, zum Beispiel bei Tofu. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.