Latest / Am Ballhausplatz / Folge 30: Mehr Finanzbildung für Österreich: Das Rüstzeug fürs Leben
Transcript
- 0:00Speaker 0: Also ich glaube, es geht darum dass man sich selber mal auch einen Überblick verschafft.
- 0:05Speaker 0: Was habe ich für Ausgaben im Monat?
- 0:07Speaker 0: Passt das mit meinem Einkommen zusammen?
- 0:09Speaker 0: und dass ich mir auch überlege was möchte ich mir einmal ansparen welche größeren Anschaffungen stehen an?
- 0:16Speaker 0: und ganz wichtig Ich muss nicht selber alles wissen!
- 0:18Speaker 0: Ich muss auch wissen wo ich einfach ein verlässlichen Rat bekomme.
- 0:22Speaker 0: Und mein Rat wäre einfach drüber zu reden.
- 0:25Speaker 0: Es ist ja oft noch ein Tabuthema in Österreich, sogar innerhalb der Familie wird man noch nicht über das Thema Geld gesprochen.
- 0:31Speaker 0: also mein Tipp wäre offen darüber reden sich Unterstützung auch holen und einfach eine gewisse Planung machen und sich das vor Augen führen.
- 0:40Speaker 0: wo stehe ich und was habe ich vor?
- 0:47Speaker 1: Herzlich willkommen am Ballhausplatz dem Podcast des österreichischen Bundeskanzlers!
- 0:51Speaker 1: Mein Name ist Amra Mullidt und gemeinsam blicken wir hinter die Kulissen und sprechen über aktuelle Schlagzeilen.
- 0:58Speaker 1: Wie gut wissen wir eigentlich über Geldbescheid?
- 1:01Speaker 1: Diese Woche wurde die neue österreichische Finanzbildungsstrategie für die Jahre twenty-sevenundzwanzig bis zwanzig fünfunddreißig vorgestellt.
- 1:09Speaker 1: Sie soll Finanzwesen stärken, finanzielle Unabhängigkeit fördern und Menschen besser auf die finanziellen Herausforderungen vorbereiten.
- 1:17Speaker 1: Was genau dahinter steckt, welche Neuerungen geplant sind und wie wir alle davon profitieren können darüber spreche ich heute mit Barbara Albinger Miedl.
- 1:26Speaker 1: Herzlich willkommen.
- 1:27Speaker 0: Danke für die Einladung und fürs Interesse!
- 1:30Speaker 1: Wenn wir über Finanzbildung sprechen, was bedeutet das eigentlich konkret?
- 1:34Speaker 1: Geht es nur darum gut mit Geld umzugehen oder was steckt dahinter?
- 1:38Speaker 0: Ja, Finanzbildung ist so ein abstraktes Wort und klingt vielleicht hochtrabend... Im Endeffekt geht es aber darum, dass wir den Menschen des Rüstzeug mitgeben, dass sie bessere finanzielle Entscheidungen treffen im Leben.
- 1:49Speaker 0: Weil man ist das ganze Leben über Mitentscheidungen konfrontiert.
- 1:54Speaker 0: Da geht's beispielsweise darum ob man sich ein erstes Eigenheim einrichtet.
- 1:59Speaker 0: da gehts darum, damit man vielleicht größere Anschaffungen macht bis hin zur Altersvorsorge wo es auch unterschiedliche Angebote gibt oder einfach die monatliche Haushaltsrechnung.
- 2:11Speaker 1: Diese Woche wurde die neue Finanzbildungsstrategie, die im Jahr für die Menschen in Österreich ändern soll.
- 2:22Speaker 0: Zum einen möchte ich dazusagen, dass wir schon eine Finanzbildungsstrategie hatten in Österreich und Österreich der wirklich Vorreiterland ist.
- 2:29Speaker 0: Wir haben unter dem Dach der Finanzbildung-Strategie zweihundertfünfunddreißig konkrete Maßnahmen und Angebote.
- 2:35Speaker 0: Und jetzt gehen wir damit auf ein neues Level mit einer neuen Strategie und das Besondere daran ist, dass hier sieben strategische Schwerpunkte festgelegt haben wo unterschiedliche Ministerien aber auch die Nationalbank wirklich einen Fokus drauf legen.
- 2:49Speaker 0: für uns im Finanzministerium Beispiel ist das Thema Finanz- und Kapitalmärkte ein Schwerpunkt, wo wir aufzeigen wollen dass Österreich ja als Land der Sparerinnen und Sparern also des Sparbuchs hier sehr viel Potenzial noch liegen lässt weil wir zu wenig in Wertpapiere beispielsweise veranlagen.
- 3:08Speaker 0: Es gibt aber auch andere Schwerpunkte und da ist mir einer ganz besonders am Herzen liegend, nämlich Schwerpunkt für Mädchen und Frauen weil wir aus Umfragen wissen dass wenn sie sich selbst einschätzen sollen in ihrem Finanzwissen dann meistens noch unsicher fühlen oder weniger gut informiert und gut vorbereitet und deswegen wollen wir da einen Schwer Punkt drauflegen eben das Frauenministerium in dem Fall.
- 3:31Speaker 1: Wo kann man sich denn über diese Neuerungen in der VVN-Anz-Bildungsstrategie informieren?
- 3:37Speaker 1: Gibt es da irgendwie ein Handout für die Bürgerinnen und Bürger.
- 3:40Speaker 0: Also sie wird jetzt einmal im Ministerrat behandelt werden, wir dann mit ersten erstes Jahrzehntel, siebenundzwanzig in Kraft treten und ist dann natürlich auch veröffentlicht und wir werden auch dann Anfang nächsten Jahres eine Auftaktveranstaltung machen wo ja auch ganz viele Partner und Stakeholder dabei sind.
- 3:56Speaker 0: weil mir ist immer wichtig das was wir jetzt auf den Weg bringen ist eine Strategie, das sind so die Grundeckpfeiler.
- 4:02Speaker 0: Aber wir haben ganz viele Stakeholder und Partner, die dann konkrete Maßnahmen umsetzen also von einzelnen Akademien bis hin eben zu Medienberatungsstellen zur Schuldnerberatung Also ganz viele, viele, die hier mitwirken.
- 4:18Speaker 1: Sie haben ja schon erwähnt dass die neue Strategie sieben Schwerpunkte umfasst Welche Schwerpunkt es sind?
- 4:25Speaker 1: Und was ist das Besondere an dieser Finanzbildungsstrategie?
- 4:29Speaker 0: Wir haben uns mit allen Partnerinnen und Partnern in den unterschiedlichen Ministerien vorgenommen, dass jeder hier eine Schirmherrschaft für ein Thema übernimmt.
- 4:38Speaker 0: Also bei mir im Finanzministerium ist es eben bereits wie angesprochenes Thema Finanz- und Kapitalmärkte.
- 4:44Speaker 0: welche Chancen haben wir?
- 4:45Speaker 0: Wie können wir mehr zum Land der Investorinnen und Investoren werden?
- 4:49Speaker 0: Dann ist beispielsweise ein ganz wichtiger Partner des Bildungsministeriums weil die Kinder und Jugendlichen sehr großes Interesse an dem Thema zeigen und das einfach wichtig dass wir bereits in der Schule hier das Rüstzeug mitgeben.
- 5:02Speaker 0: Es gibt übrigens sogar schon vereinzelt Angebote im Kindergarten, also man kann wirklich auch schon in ganz jungen Jahren dieses Thema der Finanzen näher bringen.
- 5:11Speaker 0: Wichtiger Partner ist auch das Sozialministerium.
- 5:14Speaker 0: da haben wir den ganzen Bereich auch der Schuldenberatung.
- 5:17Speaker 0: des Thema Überschuldung ist ja leider auch ein Thema das immer wieder vorkommt und da gilt es daher auch einen Schwerpunkt zu setzen.
- 5:26Speaker 0: Dann haben wir die Verantwortliche für Jugend und Familie, also unsere Familienministerin Claudia Bauer.
- 5:32Speaker 0: Die auch ganz bewusst in diesem Bereich einen Schwerpunkt setzen wird und das Frauenministerium speziell für Frauen und Mädchen.
- 5:39Speaker 0: Ich glaube da braucht es auch ganz besondere Angebote und da sollte man ganz besonders darauf eingehen dass man die Mädchen bewusst auch in diesen Thema stärkt.
- 5:48Speaker 0: Was vielleicht gar nicht so auf den ersten Blick naheliegend ist, dass auch das Umweltministerium dabei ist.
- 5:54Speaker 0: Nämlich Norbert Totschnick der die Schirmherrschaft übernommen hat für das Thema der grünen Finanzinstrumente.
- 6:01Speaker 0: was verbirgt sich da dahinter?
- 6:03Speaker 0: Dass man selber auch bei Investitionsentscheidungen sich beispielsweise bewusst dann für Produkte entscheidet, die im Bereich der Nachhaltigkeit wirken.
- 6:13Speaker 0: Wir haben vielleicht um jetzt auch ein eigenes Produkt zu nennen, wir haben ja auch den sogenannten Bundesschatz.
- 6:19Speaker 0: Also die Anleihen, die man beim Bund entsprechend bekommt und da gibt es auch den Grünen-Bundesschatz.
- 6:27Speaker 0: für dem was ich entscheiden kann also auch hier einen Schwerpunkt der von Norbert Dotschnick gelegt wird.
- 6:33Speaker 1: Sie haben jetzt einen Überblick ergeben über alle Bereiche.
- 6:37Speaker 1: geben wir vielleicht ein bisschen ins Detail.
- 6:39Speaker 1: Viele Menschen hätten sich ja gewünscht, schon in der Schule mehr über Geld zu erfahren oder zu lernen.
- 6:44Speaker 1: Welche Rolle spielen Kinder und Jugendliche in der neuen Strategie?
- 6:48Speaker 1: Und wie soll Finanzbildung künftig stärker im Bildungsalltag verankert werden?
- 6:53Speaker 0: Also das ist für uns eine ganz wichtige Zielgruppe die Schülerinnen und Schüler und wir haben ja auch diverse Studieren und Umfragen unter Jugendlichen.
- 7:02Speaker 0: Und wenn die gefragt werden, was würdet ihr euch mehr in der Schule wünschen?
- 7:06Speaker 0: Dann ist es genau das Thema Wirtschafts- und Finanzbildung also die jungen Wünsche als sich.
- 7:10Speaker 0: und gemeinsam mit dem Bildungsministerium sind wir dabei dass wir das Thema Finanzbildung jetzt noch stärker in die Schulen bringen.
- 7:17Speaker 0: Das machen auf unterschiedliche Art und Weise.
- 7:19Speaker 0: In einem ersten Schritt verleihen wir gerade Schulzertifikate d.h.
- 7:24Speaker 0: ready for finance an jene Schulen die freiwillig gestern mal einen Schwerpunkt.
- 7:29Speaker 0: Das sind immerhin jetzt schon an die hundert Schulen in Österreich, die hier so einen Finanz- und Wirtschaftsbildungsschwerpunkt setzen.
- 7:36Speaker 0: Dann geht es uns auch darum, dass wir Lehrerinnen und Lehrerausbildung diesen Schwerpunkt verankern.
- 7:42Speaker 0: Die sind ja diejenigen, die das dann auch an den Kinder weitergeben sollen und weiter geben müssen.
- 7:47Speaker 0: Und in weiterer Folge soll es dann auch ein eigenes Unterrichtsfach geben wie Wirtschafts- und Finanzbildung damit man schon sehr früh dieses Rüstzeug mitgibt weil es ist wirklich ein Grundpfeiler für ein weiteres selbstbestimmtes Leben.
- 8:02Speaker 1: Ein Schwerpunkt, der Ihnen ja auch am Herzen liegt ist die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen und Mädchen.
- 8:08Speaker 1: Warum ist das besonders wichtig?
- 8:10Speaker 1: Und welche konkreten Verbesserungen sind hier jetzt geplant?
- 8:14Speaker 0: Ja also es ist einfach ein Faktum auch wenn man sich die Zahlen anschaut dass wir bei Frauen immer noch einen Gender P-Gap haben, auch einem Bension P Gap
- 8:24Speaker 0: d.h.,
- 8:24Speaker 0: Frauen haben in der Regel weniger Pension, haben andere Erwerbsbiografien.
- 8:29Speaker 0: Das heißt es sind einige Jahre vielleicht wegen der Kinderbedrohung zu Hause arbeiten länger Teilzeit und das hat alles Auswirkungen dann in weiterer Folge aufs Lebenseinkommen und auch auf die Pensionen, auf die Altersvorsorge.
- 8:43Speaker 0: Deswegen ist es wichtig dass wir ganz bewusst Frauen auch aufzeigen wie ihre Entscheidungen sich dann in weiteren Folgen finanziell auswirken.
- 8:54Speaker 0: Da ist beispielsweise eine ganz wichtige Ansprechstelle auch der Bereich der Frauen- und Mädchenberatungsstellen, die es österreichweit gibt.
- 9:02Speaker 0: Flächendeckend gibt und wo wir dann auch wirklich ganz nah bei den Frauen in den Regionen die Informationsangebote bieten wollen
- 9:12Speaker 1: von Online-Banking über Kryptowährungen.
- 9:14Speaker 1: Wie hilft die neue Strategie dabei, sich in der digitalen Finanzwelt zurechtzufinden und finanzielle Risiken besser abzuschätzen?
- 9:22Speaker 0: Ja da bin ich wirklich sehr froh dass wir auf die Kompetenz vom Staatssekretariat von Alexander Beul und dem gesamten Team setzen können, die auch österreichweit unterwegs sind mit einer digitalen Kompetenztrategie und digitalen Angeboten weil wie es angesprochen wurde die gerade die jungen Leute heutzutage, sie mit dem Smartphone dabei per Mausklick Wertpapiere einzukaufen.
- 9:49Speaker 0: Kryptowährungen beispielsweise auch ein ganz großes Thema bei den Jungen.
- 9:52Speaker 0: also da ist ein Rieseninteresse dar und auch die Angebote kommen übers Internet wirklich sehr intensiv auf Sie zu Und insofern brauchen wir da auch entsprechende Informationen, entsprechende Aufklärung über Chancenrisicking eben alles auch plassibel ist und nachvollziehbar ist.
- 10:13Speaker 0: Und mir ist es auch wichtig, dass wir ganz klar aufzeigen wo kann man sich informieren?
- 10:19Speaker 0: Wo gibt's verlässliche qualitätskontrollierte Angebote wie beispielsweise auch unser eigenes Finanzonline-Tool das nennt sich Finanznavi.at wo man unterschiedliche Angebote auch rund um Fragen der Finanzen sich holen kann.
- 10:36Speaker 1: Sie haben ja gesagt, ab dem Jahr die Strategie gilt.
- 10:41Speaker 1: Was bedeutet das konkret?
- 10:42Speaker 1: Was wird dann umgesetzt und wo kann man sich informieren?
- 10:47Speaker 0: Die ganz konkreten nächsten Schritte werden sein, dass wir wieder eine Schulzertifizierung vornehmen.
- 10:55Speaker 0: die Schulen der Unterstufe, also entweder Gymnasium oder die Mittelschulen hier an Bord und wir werden das jetzt aber ab dem nächsten Jahr auch erweitern auf polittechnische Schulen.
- 11:05Speaker 0: Das ist auch ganz wichtig weil es werden diejenigen sein, die dann in der Lehre sehr bald auch ein eigenes Einkommen haben noch schneller und mehr das Rüstzeug im Alltag benötigen werden.
- 11:17Speaker 0: Und es wird gerade im nächsten Jahr dann auch, beginnend mit dem Schuljahr im Herbst in den wirtschaftsnaden-Schulzweigen also Handelsakademie-, Handelsschulen ein eigenes Unterrichtsfach geben namens Wirtschafts- und Finanzbildung.
- 11:32Speaker 1: Zum Abschluss noch ganz praktisch welchen einen Tipp würden Sie unseren Zuhörerinnen und Zuhören geben um Ihre Finanzkompetenz schon heute zu verbessern?
- 11:42Speaker 0: Also ich glaube, es geht darum dass man sich selber mal auch einen Überblick verschafft.
- 11:47Speaker 0: Was habe ich für Ausgaben im Monat?
- 11:49Speaker 0: Passt das mit meinem Einkommen zusammen?
- 11:51Speaker 0: und da sich mir auch überlegt was möchte ich mir mal ansparen welche größeren Anschaffungen stehen an?
- 11:58Speaker 0: und ganz wichtig Ich muss nicht selber alles wissen!
- 12:01Speaker 0: Ich muss auch wissen wo ich einfach ein verlässlichen Rat bekomme.
- 12:04Speaker 0: Und mein Rat wäre einfach auch drüber zu reden.
- 12:07Speaker 0: Es ist ja oft noch ein Tabuthema in Österreich.
- 12:09Speaker 0: Sogar innerhalb der Familie wird manchmal nicht über das Thema Geld gesprochen, also mein Tipp wäre offen drüber reden sich Unterstützung auch holen und einfach eine gewisse Planung machen und sich das vor Augen führen.
- 12:22Speaker 0: wo stehe ich und was habe ich vor?
- 12:26Speaker 1: Danke viel für die Einblicke.
- 12:28Speaker 1: Finanzbildung ist wie wir sehen nicht nur der richtige Umgang mit der Geld sondern auch des Wissen darüber.
- 12:35Speaker 1: Vielen Dank, der Podcast ist nachzuhören überall dort wo es Podcasts zu hören gibt.
- 12:41Speaker 1: Bis zum nächsten Mal!