Latest / HOW IT STARTED - mit Lars Behrendt / Vom Regale einräumen zum Jägermeister CEO - Paolo Dell Antonio
Transcript
- 0:04How it's sold. Paolo.
- 0:09Grüß dich, Lars. Paolo ist heute gasmann.
- 0:12Hier einen wunderschönen Namen Paolo Dell Antonio also es ist
- 0:15glaube ich der schönste Name aller Gäste, die wir jemals
- 0:17gehabt haben. Das ist auch im Italienischen.
- 0:20Vollkommen richtig. Paolo Dell Antonio genau.
- 0:23Paolo. Genau das ist die.
- 0:25Italienische Paul Variante. Aber du sprichst komplett
- 0:28akzentfrei deutsch. Das heißt, du bist wo
- 0:31aufgewachsen. Sogar ein bisschen norddeutsch,
- 0:32ne, wenn wir ehrlich. Sind ja.
- 0:35Also ich hab meinen größten Teil meiner Jugend hab ich in Hamburg
- 0:38verbracht. Ah Hamburger perfekt.
- 0:40Also wer paodo de Lantour nicht kennen sollte, ich mach mal ne
- 0:43kleine Vorstellrunde, bei uns geht's ja immer, wir wollen ja
- 0:47auch außergewöhnliche Gäste vorstellen, die so ganz
- 0:50besondere Wege Karriere gemacht haben.
- 0:52Und du warst Vorstand bei Jägermeister, 17 verdammte Jahre
- 0:57lang. Also ich zieh den kompletten
- 0:58Hut, wenn du das. Verdammt, wenn du das verdammt,
- 1:01bitte streichst. Na ja, 17 Jahre ist ne Leistung,
- 1:04also also wo gibt es das heute noch?
- 1:06Über das CEO ist bei so einem Unternehmen solange da was aktiv
- 1:09waren und da wollen wir nachher mal wissen wie du das geschafft
- 1:11hast. Danach warst du bei Verhan glaub
- 1:13ich noch mal 7 Jahre ne und heute bist du ja du begleitest
- 1:17Unternehmen wie wie CW Bitburger die Presse Druck Mediengruppe im
- 1:20Beirat und Aufsichtsrat und so weiter und.
- 1:23Also du hast dich aus dem aktiven Geschehen eines CEO
- 1:26zurückgezogen und bist jetzt von ganz oben derjenige, der über
- 1:29die Schicksale sozusagen entscheidet und steuert und
- 1:32macht wird. Also ich glaube schon.
- 1:34Aufsicht und Rat ist da der richtige richtige Zusammenhang.
- 1:38Ja, aber aber. Aber du hast schon ne sehr, sehr
- 1:41eindrucksvolle Karriere hingelegt und unser Podcast
- 1:44heißt ja How It's starded und was wir natürlich wissen wollen,
- 1:47ist so. Wie hast du das gemacht?
- 1:50Also das ist ja wirklich außergewöhnlich, was du da
- 1:52hingelegt hast. Und magst du mal von den
- 1:56Anfängen berichten, weil ich habe gelesen, bei Linken steht,
- 1:59du hast als Unternehmensberater hast du angefangen, ist das
- 2:01richtig? Ja, die Frage ist, wo möchtest
- 2:04du gerne anfangen? Ganz vorne gerne.
- 2:06Auch ganz vorne. Also vielleicht so ein paar
- 2:09Sachen, die mich geprägt haben. Ich glaube, das ist ja das,
- 2:12worauf du abzielst. Also ja, ich bin in Südtirol
- 2:17geboren, also meine Eltern kommen beide aus Südtirol.
- 2:20Ich habe so ein bisschen Kindergarten, italienischen
- 2:22Kindergarten, auch noch in Südtirol gemacht, und dann bin
- 2:24ich mit 5 Jahren, bedingt durch meine Eltern, weil mein Vater
- 2:29beruflich sich verändert hat, nach Hamburg gekommen und bin
- 2:33mit 5 Jahren eingeschult worden. Mit der Idee, dass der noch mal
- 2:37die Klasse wiederholt, damit er sich so n bisschen
- 2:39akklimatisieren kann. Und die nur durch die Sprache
- 2:41lehrt. Genau, weil ich zu dem Zeitpunkt
- 2:44eigentlich nur so Südtirolerisch gesprochen habe und die Angst
- 2:48doch groß war, dass keiner mich versteht und ich auch keinen
- 2:50verstehe, was auch bedingt richtig war.
- 2:54Ne. Genau insofern bin ich dann mit
- 2:565 eingeschult worden. Relativ früh, hat aber irgendwie
- 3:00dann doch geklappt und. Insofern habe ich in Hamburg auf
- 3:05einer Dominikanerschule die ersten 4 Jahre verlebt, war dann
- 3:09auf einer Jesuitenschule in Hamburg.
- 3:11Und habe. Dort Abitur gemacht und das
- 3:13relativ früh. Also ich bin gerade irgendwie
- 3:17knapp 18 gewesen, als ich dann Abitur gemacht habe und ich habe
- 3:22so 2 Erlebnisse, weil du immer fragst, was prägt einen so 1 war
- 3:27ich habe mit immer Spaß Dinge zu tun und auch zu arbeiten.
- 3:32Also im Sinne irgendwie teilzuhaben, auch Geld zu
- 3:35verdienen, das war immer schon bei mir so ein Thema, was so im
- 3:39Kopf war. Und ich habe bei einem kleinen
- 3:41Reformenhaus irgendwann angefangen mit 13 Jahren, ah.
- 3:45Das ist das, was nicht auf Link entsteht.
- 3:46Ja, genau das sind ja die Sachen, die vielleicht nicht
- 3:48mehr draufstehen bei einem kleinen Reformenhaus.
- 3:52Da habe ich den Inhaber so lange genervt aus der Nachbarschaft,
- 3:55bis er mir dann irgendwie meinen Job gab, und das war am Anfang
- 3:57irgendwie Regale aufräumen etc. Aber das hat dann irgendwie sich
- 4:00so weiterentwickelt und. Und dann habe ich irgendwann
- 4:03plötzlich angefangen, waren zu verkaufen und jetzt schon Damen
- 4:07zu erklären, wie die Kosmetika anzuwenden ist und über
- 4:11Rechtsdrehende Milchsäure und ähnliches auch mich anzulesen,
- 4:15also wirklich auch Seminare zu besuchen.
- 4:17Ich war dann plötzlich interessiert, war so in dem
- 4:19Thema, ich wollte es auch wissen und das hat eigentlich viel Spaß
- 4:22gemacht. In Hamburg war das auch, oder?
- 4:24Was war in Hamburg genau? Und insofern habe ich dort
- 4:27eigentlich so ein bisschen das Rüstzeug gelernt.
- 4:29Verkaufen, organisieren. So einen kleinen Laden zu führen
- 4:33in Anführungsstrichen, und das hat mir wahnsinnig viel Spaß
- 4:35gemacht. Das war so eine Sache, die mich
- 4:37wahnsinnig geprägt hat, und das zweite, Ich habe zu der Zeit,
- 4:42das war ich, habe Abitur 1982 gemacht, und das war so die
- 4:48Phase davor, wo es Nato doppelbeschluss gab und die
- 4:52Frage ist, entweder warst du als Jugendlicher stramm links oder
- 4:56du warst eher so ein bisschen konservativer, und ich gehörte
- 4:59eher zu der Konservativen. Variante und dann irgendwann
- 5:02habe ich gesagt Okay, komm, du gehst mal in die Junge Union und
- 5:08möchte ja irgendwas bewegen in Anführungsstrichen, also auch
- 5:11gesellschaftlich und war der Meinung, naja, da könnte man ja
- 5:15was tun und das ist auch sehr vernünftig gegangen.
- 5:19Ich war damals hatte nur die. Italienische Staatsbürgerschaft
- 5:24und war da am Ende. Das nennt sich dann so groß
- 5:27hochtrabend, Präsident der Delegiertenversammlung.
- 5:29Das war so das Hamburger Parlament, das Junge Union
- 5:33Parlament, da war ich dann irgendwann Präsident und.
- 5:37Wie alt warst du da? Da war ich 1717.
- 5:40Mit 17 Jahren schon. Also Wahnsinn.
- 5:44Und dann 19 ja, also als ich Präsident Delegierte, war ich
- 5:47Anfang 20 schon da studierte ich schon, da komme ich gleich noch
- 5:50drauf. Aber worauf ich hinaus will ist,
- 5:52kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, dass das in der
- 5:55CDU in Hamburg für Gesprächsstoff gesorgt hat, dass
- 5:59ein Ausländer mit italienischem Pass nee plötzlich so ne
- 6:03Position bekleiden könnte, also in der heutigen Zeit
- 6:06unvorstellbar, und der damalige CDU Bürgerschaftsabgeordnete, da
- 6:13gab es wohl auch einige Kommentare hinter meinem Rücken.
- 6:17Also ich will nur sagen, wie sich die Zeit verändert hat.
- 6:19Absolut. Was ich dort gelernt hab,
- 6:21vielleicht noch ganz kurz, was ich dort gelernt hab, ist eben
- 6:26nicht so sehr leider die inhaltliche Auseinandersetzung,
- 6:28da komm ich gleich noch zu, sondern vielmehr diesen diese
- 6:32Grabenkämpfe, dieses Machtverhältnisse herbeizuführen
- 6:38auf Teufel komm raus, und das war für mich auf der einen Seite
- 6:42sehr lehrreich, auf der anderen Seite auch erschreckend.
- 6:47Und das war auch der Grund, warum ich dann irgendwann
- 6:48aufgehört. Hab.
- 6:50Weil ich gesagt hab. Aber die ist ja nicht weniger
- 6:54ellbogenlastig. Aber.
- 6:58Der Frustrationsgrad ist schon noch finde ich höher in der
- 7:00Polizei. Da bin ich bei heute, da musst
- 7:01du. Wirklich, da musst du wirklich
- 7:03für geschaffen sein, die Leidensfähigkeit aufrecht zu
- 7:06erhalten. Und danach?
- 7:08Wie ging es da weiter? Also ich hab dann muss dazu
- 7:11sagen, meine Eltern waren sehr alt, ich war eigentlich n
- 7:14nachzögling, also meine meine Eltern kommen beide aus sehr
- 7:19kinderreichen Familien und insofern wie auch viele Cousins
- 7:22und Cousinen, aber meine Mutter hatte leider 2 Fehlgeburten und
- 7:26insofern war es gar nicht mehr geplant und dann kam ich
- 7:28hinterher und so nach dem Motto gar.
- 7:30Nicht allerletzte Drille. So ungefähr ungeplant.
- 7:34Und mein Vater war schon 49, als ich geboren wurde.
- 7:39Bin und meine Mutter 37 insofern war ebenso die Vorstellung
- 7:43Mensch Junge, wenn wir nicht mehr sind, also du musst jetzt
- 7:46noch schnell was anständiges lernen, also hab ich, das war
- 7:49damals so eigentlich Usus, zuerst mal ne Banklehre gemacht,
- 7:52ne, die hab ich in Hamburg gemacht.
- 7:54Und hab dann irgendwas langweilig sowas.
- 7:57Nein, das. War aber damals so ne, es gab ja
- 7:58gar nicht so ne riesen Auswahl. Es gab Nein wenn du was werden
- 8:01willst geh in die Bank, das war damals so der Spruch oder das.
- 8:03War der eine Punkt und der Zweite ist, wenn du studierst,
- 8:06dann ist die Frage, welche Zusatzqualifikation ist
- 8:08eigentlich hilfreich und eine Zusatzqualifikation war eben du
- 8:12machtest vorher ne Lehre und so hab ich vorher ne Banklehre
- 8:14gemacht. Ist ja halt heute auch noch
- 8:16wert. Also.
- 8:17Da hat man noch mal was. Schon.
- 8:18Ja, ich hab ne Menge gelernt, also ich hab viel Kundenkontakt
- 8:21gelernt, ich hab. Während des Studiums auch später
- 8:24noch mal in der Bank gearbeitet und n bisschen
- 8:27wertpapierverkäufe gemacht in Filialen und so weiter also das
- 8:30hat auch Spaß gebracht. Das ist nicht so, dass man jetzt
- 8:32irgendwie da ganz blöd rausgegangen.
- 8:34Ist also dieses Verkaufen. Das war immer so n bisschen dein
- 8:36Ding, ja Kundenkontakt. Menschen, ich glaub das, was
- 8:39mich immer fasziniert, was mich heute noch reizt, ist, neue
- 8:43Menschen kennenzulernen versuchen.
- 8:46Mir, die in Interaktion zu treten, so haben wir uns ja auch
- 8:49kennengelernt, die nur die. Haben auch mich zugesteuert.
- 8:52Genau Hallo, ich bin Paulo. Die Neugier auf was Neues, oder?
- 8:56Ja, absolut. Und das ist das, was mich
- 8:58fasziniert. So, und das hat mich eben, weil
- 9:01du sagst, das Waren sicherlich die ersten sehr, sehr prägenden
- 9:04Momente für mich im Leben, die mir immer Spaß gebracht haben
- 9:10und dich auch nicht müssen möchte.
- 9:13Würdest du schon sagen, dass das diese grundlegenden Faktoren
- 9:15waren für die ganze nachkommende Karriere, dass da also Neugier
- 9:19und dieses Menschenzugewandte. Ja, ich glaube schon, dass es
- 9:22ein, also ich alleine, aber es ist sicherlich ein Faktor, der,
- 9:27glaube ich, ganz wichtig ist. Also ich bin ja ein rationaler
- 9:29Mensch, ja, also ich bin auch stark in in Fächern wie Mathe
- 9:33immer gewesen, und man ist ein. Italienisch abstammender Mensch,
- 9:36ein rationaler Mensch, der soll. Ja, und auch eher zahlenaffin et
- 9:40cetera. Und ich glaube, dass ich sehr
- 9:42viel durch diese 2 Erlebnisse, von denen ich gerade berichtet
- 9:46hatte, dass die mir eben sehr viel auch eine ganz andere
- 9:49Seite, nämlich das Menschliche, das empathische, das
- 9:52miteinander, das Kombinieren mit dem einen, mit dem anderen, und
- 9:56ich glaube, das hat mir schon geholfen.
- 9:58Wie ging es denn weiter, was, was kam?
- 10:01Als Position kam dann der Berater.
- 10:03Genau. Also ich habe dann irgendwie
- 10:04ganz normal Betriebswirtschaft studiert, nicht wer nichts wird,
- 10:08wird wird ja Betriebswirt. Aber gibst du also du wusstest
- 10:12damals auch noch nicht ganz genau, wo deine Kerry hinläuft.
- 10:14Also war das war das noch nicht so den hundertprozentigen,
- 10:16glasklaren Fahrplan. Keine Ahnung, danke.
- 10:19Dass du es jetzt danke, dass du es auch mal so sagst, weil wir.
- 10:22Ja, genau, und jetzt wird es noch viel schlimmer.
- 10:23Kann ich auch noch kleine Anekdote erzählen, da ich nicht
- 10:26wusste, was ich nach dem Studium machen soll, hab ich mich ganz
- 10:30blind weiß nicht blind schon systematisch, aber ich sag mal
- 10:33bei 30 oder 35 Firmen beworben. Und damals war es ja üblich,
- 10:37dass man diese Assessment Center machte.
- 10:39Ja, so 2 Tage wurde man dann durchgegrillt und am Ende wurden
- 10:45dann irgendwie ein paar Leute, wir waren, ja ich gehörte jetzt
- 10:48dem Baby Boomer. Ja, also da war ja, da war der
- 10:52Wettbewerb um eine Stelle noch richtig groß, da war richtig
- 10:56hauen und stechen, also im übertriebenen Sinne, aber das
- 10:58war richtig, sehr kompetitiv, und dann habe ich also so 30
- 11:03Bewerbungen weggeschickt und ich.
- 11:05Ich hab 28 einladungen zu irgendwelchen assessment centern
- 11:08bekommen. Was hast du da richtig gemacht?
- 11:11Ja, hat da ein bisschen was gepasst?
- 11:13Natürlich, ich sag mal so, dass das, was ich außerhalb des
- 11:15Studiums gemacht hat, geholfen. Die Noten waren auch nicht so
- 11:18schlecht, ja, das Abitur war für damals.
- 11:20Der Präsidententitel, der früher schon.
- 11:23Ich glaub der weniger, aber. Hat halt ich weiß nicht, aber
- 11:25das zeigt ja schon, dass jemand auch Drive hat.
- 11:27Ja also sowas sowas hinzubekommen da oben in Hamburg
- 11:30ist sicherlich ganz einfach ne. Genau, ich glaub das ist der
- 11:32eine Punkt dann natürlich. Immer interessant mit
- 11:36internationalem Background. Ja, so ein bisschen nicht nur
- 11:39eine Sprache, also da sind so ein paar Punkte zusammen
- 11:42gekommen, die sicherlich zumindest mal dafür gesorgt
- 11:44haben, dass du eingeladen worden bist.
- 11:47Aber was dann passiert, ist dann halt, dass ich 6 Wochen lang
- 11:50nichts anderes gemacht habe als Assessment Set.
- 11:52Von einem Ding zum nächsten. Genau, und zwar über
- 11:55Automobilindustrie. Bankenberatung also ich habe
- 12:00wirklich Bund Konsumgüter. Hochspannend, und das artet das
- 12:07aus und dann merkt man auch selber, wo man selbst dann
- 12:09reflektieren muss, das jetzt auch genug ist, dass ich bei
- 12:13einem Assessment Center war, der Leiter des Personalbereichs des
- 12:18Personalbereichs auch dabei, also nicht nur derjenige, der
- 12:21zuständig war für die für die neuen Studienabgänger, und der
- 12:28kam ganz am Ende auf mich zu. Beim Abschlussgespräch und
- 12:32sagte, wenn ich mal hier dazwischen fahren kann, ich
- 12:35möchte 1 wissen, ich bin sicher, dass sie nicht kommen werden und
- 12:40wir machen Ihnen auch ein Angebot, aber wie oft haben Sie
- 12:44schon Assessments da? Kam schon die Routine durch da
- 12:46ne. Und da sagte ich nur wieso und
- 12:49hatte so einen halb roten Kopf. Wieso?
- 12:52Da sagt er, weil sie da so routiniert durchziehen hier
- 12:56aber. Das ist ja auch eine Karriere.
- 12:59Schlüssel, dass man einfach Dinge so oft macht und
- 13:02wiederholt, bis man irgendwann richtig gut ist, ja.
- 13:05Aber dann muss man auch aufpassen, dass man dann noch
- 13:07authentisch. Ist ja ja, sonst rappelt man das
- 13:09hier runter, ne? Wenn du nachher so durchsichtbar
- 13:12bist, dass du nicht mehr authentisch bist.
- 13:17Da muss man sich halt die Frage stellen, ist das noch gut und
- 13:20das hab ich halt gemerkt und du gesagt, jetzt ist Schluss, bloß
- 13:22keins mehr. Und dann hat das haufenweise
- 13:24Angebote, dass ich so OK, ich kann mich nicht so ganz
- 13:25festlegen, ich geh mal an die Beratung, weil weil da hab ich
- 13:28das volle Spektrum, oder wie war der Gedanke ja.
- 13:29Also mich hat meine Beratung immer gereizt, weil ich gesagt
- 13:31hab, du lernst ne Menge Rüstzeug.
- 13:33Ja in der Breite auch auch Dinge die dir helfen können, was du
- 13:38vielleicht in so einem BWL Studium.
- 13:40Gar nicht. Auch eher theoretisch.
- 13:42Dann überhaupt ne und so kommst du wirklich mal in die Praxis,
- 13:44dann. In die Praxis wie wie
- 13:45funktioniert Bilanz, wie wie siehst du dies und das und ich
- 13:48muss zugestehen, dass die ersten Monate Training da in der
- 13:53Unternehmensberatung war fantastisch, also ja ja, also in
- 13:56in. Ich war damals in München
- 13:58ansässig, also von inhouse in München über dann die ersten 3
- 14:04Wochen lang Intensivst in London.
- 14:07Danach in den USA. Auch so richtig aus dem Koffer
- 14:09gelebt und und 16 Stunden, Tage und nachts die powerpoint
- 14:12zusammengeklöppelt. Und das damals war das wirklich?
- 14:16Ich sag mal ganz hart Brot und spiele, also wir haben teilweise
- 14:207 Tage die Woche gearbeitet, heute unvorstellbar in einer
- 14:23Intensität, die gigantisch war, funktioniert auch heute nicht
- 14:26mehr bei den großen Beratern, also ich war bei Bain und
- 14:28Company damals und auch einer der ganz großen, aber auf der
- 14:32anderen Seite spielte ich sag mal Essen gehen.
- 14:36Abends in der Zwischenzeit dann wurde mal ein Wochenende
- 14:41irgendwie organisiert in Istanbul, ja auf Kosten der
- 14:44Firma, also das war wirklich Brot und Spiele.
- 14:47War es aber. Unheimlich lehrreich und für
- 14:50mich eine ganz wichtige Phase für das Rüstzeug.
- 14:53Ich habe verstanden, wie Cashflow funktioniert, wie eine
- 14:55Bilanz, wie eine Gnv auch wirklich funktioniert.
- 14:59Und dann bist du eigentlich sozusagen als Junior Consultant
- 15:01oder was war ja genau und wie weit hast du es dann gemacht?
- 15:04Oder wie lange? Also ich habe es, ich komme
- 15:06gleich nur zweieinhalb Jahre gemacht und da gab es für mich
- 15:09auch ein ganz spannendes Thema, das.
- 15:11Ist der Vergleich mit der klassischen Wirtschaft wie 4
- 15:12Jahre in der klassischen Wirtschaft allein von den
- 15:15Stundenzahlen her? Von den Stundenzahlen her auf
- 15:17alle Fälle aber auch da so ein prägendes Momentum.
- 15:20Ich durfte dann irgendwie nach einem halben dreiviertel Jahr
- 15:24hatte ich so ein kleines eigenes Projekt, und zwar ging es da um
- 15:27die Restrukturierung eines Werkzeugbaus.
- 15:31Für Kunstspritzteile also. Die stellten, so Labello, Stifte
- 15:35her und Cremedosen etc. Also schon relativ komplex habe
- 15:40ich mir auch nie vorstellen können, aber ich hatte ja keine
- 15:42Ahnung von der Technik von Ingenieurwissenschaften und kam
- 15:46dann irgendwie dorthin. Die Krux der Berater, du hast
- 15:49sie gerade völlig offenbart. Ich bin ganz ehrlich genauso.
- 15:53Max, kennst du den? Die Krux maximale Souveränität
- 15:56bei völliger Ahnungslosigkeit. Der.
- 15:59Das war, glaube ich so meine Voraussetzung.
- 16:03Und da war ein Werkzeugmeister, der da ja ne Wahnsinnserfahrung.
- 16:07Ja gut, die kannst du eh nicht überholen.
- 16:09Genau. Und dann war so nach dem Motto
- 16:11hab ich überlegt, was ist eigentlich dein Beitrag hier
- 16:14oder was kannst du überhaupt beitragen und der hat sich
- 16:16wahrscheinlich die gleiche Frage gestellt und der hat nachher
- 16:19eine so tolle Zeit, weil wir ich bin ehrlich uns gegenseitig
- 16:23befruchtet haben. Ich hab wahnsinnig von.
- 16:25Denen der hat aber wahrscheinlich 20 Jahre mehr
- 16:26Erfahrung auf dem Brühl gehabt. Ja, und fachlich natürlich vom
- 16:30allerfeinsten, aber ich scheine irgendwie so ein paar richtige
- 16:33Fragen gestellt zu haben, sodass wir dann zusammen wirklich
- 16:36nachher etwas hinbekommen haben. Gemeinsam, was er immer gesagt
- 16:42hat, das war für ihn eine irre Erfahrung und für mich sowieso,
- 16:45also. Er war auch mal schön so zu
- 16:47hören, weil er die meisten Unternehmensberater natürlich
- 16:50aus der Rolle heraus, ja immer diese diese Souveränität so
- 16:54spielen müssen, dass bloß kein bewusst wird.
- 16:56Ach. Eigentlich hat er von der
- 16:57fachlichen Thematik nur einen sehr beschränkten Horizont.
- 17:01Na ja, aber wenn du natürlich 27 bist irgendwie also und deine
- 17:06Berufserfahrung außer im Reformhaus überschaubar ist,
- 17:11dann ist das mit Beratung schwierig, ja spannend.
- 17:14Aber das war nein, also insofern tolles erleben ist auch für mich
- 17:17noch 1 so und in der Tat bin ich dann, ich habe dann so die
- 17:22ersten Karriereschritte dort gemacht, vermutet worden.
- 17:26Aber dann gab es eine Situation, die überhaupt nicht geplant war.
- 17:31Und zwar war der Sohn eines Unternehmers, der mit mir
- 17:34zusammen dort arbeitete und bei mir an so diesen typischen
- 17:38Knochentischen, wo man zu zweit saß, mit mir dort saß, und ich
- 17:45kannte die Familie gut. In der Zwischenzeit war bei
- 17:48denen zu Hause öfter etc. Und irgendwann sagte er zu mir,
- 17:51übrigens, ich gehe jetzt zurück. Elterlichen Betrieb OK, ja.
- 17:56Hat der das auch irgendwie zweieinhalb, 3 Jahre gemacht,
- 17:58dann sagt er gut. Ach, der sollte sich auch quasi
- 18:00die Hörner abstoßen. Einmal die Beratung mitmachen,
- 18:03das harte Business lernen. Und dann lass mich.
- 18:05Raten, dann hat er dich an den Arm genommen und mitgenommen,
- 18:08oder was? Nicht er, sondern der Vater
- 18:10hatte mich, ach. Weil du ihn da kennengelernt
- 18:13hast. Ja, ja genau, ich hab den Vater
- 18:15dann auch kennengelernt, die Familie bin bei denen öfter
- 18:17gewesen, die hat in der Schweiz auch ein großes Haus und dann
- 18:20hab ich bei denen übernachtet, also das war sehr, wirklich sehr
- 18:22nett und irgendwann sagte der Vater, Mensch, ihr passt so gut
- 18:25zusammen, ihr seid so unterschiedlich vom Typus, ihr
- 18:30ergänzt euch doch prima so und hast du nicht Lust mitzukommen.
- 18:33Okay. Oh Gott, 28 die Welt ist offen
- 18:39oder 29 die Welt ist offen, kannst du ja mal machen.
- 18:42Darfst du sagen, welches Unternehmen oder mal andeuten
- 18:44welche Branche? Dann kann man das vielleicht als
- 18:46Hörer besser machen. Ich kann das sagen, das ist ja
- 18:47bei mir auch auf dem Profil, stimmt Wolf Wolf Garten also.
- 18:51Damals nicht so ganz klein, ne, schon ein richtig gesunder
- 18:53Mittelständler. Absolut gesunder Mittelständler
- 18:56weit über 1000 Mitarbeiter damals schon sehr.
- 19:02Erfolgreich, tolle bekannte Marke etc.
- 19:07Also aber sehr komplex eben und sehr breit aufgestellt, weil sie
- 19:12eben im Konsumgüterbereich von Handgeräten Überscheren.
- 19:16Ein riesen Produktportfolio. Dinger, Saatgut und jetzt
- 19:19weitermachen und das eben auch im Professional Bereich und da
- 19:22der Marke Eurogreen damals mit größeren Rasenzuchtflächen etc.
- 19:27Also hochspannend, eigentlich hochspannend.
- 19:30Gelesen hab ich, dass da relativ schnell so was drin stand, wie
- 19:32dass du auch Gesellschafter warst.
- 19:34Bin ich der richtigen informiert und lieg ich da ja.
- 19:35Da gab es, da gibt es noch ne Zwischengeschichte dazu muss man
- 19:38sagen, also das ist. Kann man sich denn als 27
- 19:42jähriger in so 1000 Mann Unternehmer?
- 19:44Einkaufen? Ja, ich hab mir ja gar nicht
- 19:46eingekauft, sondern der, der der Punkt war, dass ich eben dort in
- 19:50dieses Unternehmen kam und. Der Vater das auch so
- 19:54strukturiert hatte, dass wir direkt an ihn berichteten.
- 19:57So, das war so mit Doppeltleid an die Untersuchung so ungefähr.
- 20:01Also es war ein bisschen eine ganz eigenartige Konstellation,
- 20:06und dann stellten wir eben nach kurzer Zeit doch fest, dass
- 20:10dieses Unternehmen, was sehr, sehr, sehr saisonabhängig war,
- 20:13darf man nicht vergessen, eine extreme Saison natürlich genau,
- 20:17wenn das Wetter nicht kommt, passiert im Garten nicht so viel
- 20:20und umgekehrt genauso. Und wir haben dann eben sehr
- 20:23schnell festgestellt, dass das Unternehmen einer deutlichen
- 20:26Restrukturierung bedarf. Und das war dann meine richtige
- 20:32erste Ladenkurve, dass wir also relativ schnell angefangen
- 20:36haben, den ganzen Laden auf den Kopf zu stellen, Personal
- 20:39abzubauen, Finanzierungslinien mit den Banken neu auszuhandeln
- 20:44und so weiter und sofort. Das ist sonst jetzt so locker,
- 20:47aber das war bestimmt kein einfaches Unterfangen, oder?
- 20:49Ja, das war 1 meiner härtesten Zeiten.
- 20:50Also wenn du. Menschen, und die haben die alle
- 20:54selbst gemacht mit dem Leiter der Personalabteilung Menschen
- 20:58freisetzen muss und denen das im Angesicht sagen muss, dass sie
- 21:02irgendwie nach 1520 Jahren mit 2 Kindern zu Hause man sich leider
- 21:07von denen trennen muss, dann ist man mit 30 nicht abgebrüht genug
- 21:12dafür und wahrscheinlich später auch nicht.
- 21:14Also ich bin es jedenfalls nie gewesen, das hat mich immer
- 21:16berührt, ganz stark. Weil ich genau wusste, was du
- 21:21mit diesen Menschen eben anstellst.
- 21:24Und am Ende musst du das Ganze retten und insofern musst du dir
- 21:28auch überlegen, wie du, wie du damit umgehst und was das
- 21:32Richtige ist. Und da fehlt dir die Erfahrung
- 21:34natürlich auch. Und ich.
- 21:35Glaube die Erfahrung, die kann man gar nicht.
- 21:37Nein, aber kann man nicht jemals machen, ich weiß es nicht.
- 21:40Nein, aber wenn du älter wirst, weißt du schon.
- 21:42Natürlich auch, wie du mit Menschen umgehst.
- 21:48Im Rahmen des Möglichen auf was du achten musst et cetera, also
- 21:52diese ganzen vermeintlichen Stockfehler, die gehen dir
- 21:55natürlich die Nächte vor solchen Gesprächen durch den Kopf und du
- 22:00wälzt dich von rechts nach links und überlegst dir, wie machst du
- 22:03die Intro und wie machst du den Satz so rum oder so rum.
- 22:06Egal wie du es machst, ist es ja immer verkehrt.
- 22:08Und du weißt eh, dass es eh verrückt.
- 22:09Bei jedem ist es individuell und anders und Punkt.
- 22:12Aber wie hast du es geschafft da so in diesen Sattel
- 22:15reinzukommen, weil ich sag mal davon jetzt als.
- 22:17Über eine Freundschaft, auch über Leistung, sicherlich auch.
- 22:20Ja, also es wird ja nicht so, aber wie bist du dann
- 22:23Gesellschafter geworden? Ja, und dann gab es einen
- 22:25Generationswechsel, dass der Vater sagt, ich, ich möchte
- 22:29meinen Anteil abgeben an meine Kinder, also gab es 2 Schwestern
- 22:32auch noch, und der Sohn bekam die Majorität, auch das steht
- 22:37da, Presse, also jetzt haben es 63% die beiden Schwestern
- 22:41bekamen jeweils 13% und er wollte aber unbedingt, dass ich
- 22:45da mit. Ach, er wollte das.
- 22:47Die Familie wollte das insgesamt und insofern hatte ich dann eben
- 22:51für die Zeit 10% war der erste fremde Gesellschafter, war es
- 22:56eine sehr spannende, eine sehr spannende.
- 22:58Vom vom Regal einsortieren über den Direktor, zumal 10% an so
- 23:02einer, das ist ja schon eine richtige Marke hier auch ne,
- 23:04also das war damals auch schon eine erfolgreiche Firma und.
- 23:07Ich habe das erste Mal eben dann auch so dieses Thematik von
- 23:11Familienunternehmen kennengelernt, was mich
- 23:13eigentlich fasziniert hat. Wo es eben eigentlich neben der
- 23:17rationalen Ebene eben auch eine emotionale Ebene gibt.
- 23:20Absolut. Und das ist vielleicht bei dem
- 23:23Unternehmen ganz spannend, dass der Großvater bei seinem Tod die
- 23:32Aufteilung seines Unternehmens in 3 Teile an die 3 Geschwister,
- 23:38also die 3 Brüder waren, 3 Söhne, die er hatte, verteilt
- 23:42hat. Weil er meinte, darüber die
- 23:45Familie stärker zusammenzuhalten zu können.
- 23:48Und das Gegenteil ist passiert. Und das Gegenteil ist leider
- 23:50passiert. Ja, das ist genau das tragische
- 23:54und ich glaube, dieses Verstehen von Familienunternehmen, das hat
- 23:58mich damals eben schon mit allen Höhen und Tiefen, mit allen
- 24:02Herausforderungen, mit allen Unberechenbarkeiten, das hat
- 24:05mich damals schon fasziniert. Das glaube ich.
- 24:08Wie lange warst du, wie lange dann bei der Firma?
- 24:10Ich war bei Wolf, jetzt muss ich mal ganz kurz nachdenken. 77
- 24:16Jahre, ja 78 Jahre. Wow.
- 24:19Genau. Wow.
- 24:23Und dann ging es weiter. Und dann ging es weiter und dann
- 24:26ging es eigentlich an die an die Fragestellung.
- 24:27Wir haben diese Restrukturierung ganz gut hinbekommen, glaube
- 24:30ich, und Gregor war jemand, der extrem kreativ war, tolle
- 24:36Produktideen hatte. Erstens Scooter mehr und
- 24:40ähnliche Geschichten, die richtig spannend waren und die
- 24:44auch sehr erfolgreich waren. Aber wir haben dann einfach
- 24:47unterschiedliche strategische Vorstellungen gehabt, also wie
- 24:50das nach vorne hin das Unternehmen weiterzuentwickeln
- 24:54ist. Und der Wettbewerb wurde immer
- 24:56stärker und stärker, weil die Italiener kamen plötzlich und
- 24:59Amerikaner kamen auf dem Markt etc.
- 25:00Und ich war der Meinung, wir müssen uns fokussieren und Krieg
- 25:05auch, war der Meinung das geht schon irgendwie in der Breite.
- 25:08Und dann habe ich irgendwann gesagt, du 63% jetzt ist ganz
- 25:15einfach und am Ende muss, muss, muss einer auch, glaube ich dann
- 25:20auch seine Vision durchbringen. Das war der Weg, wo ich gesagt
- 25:25habe, dann mache ich mich auf die auf die Reise und so bin ich
- 25:29zum nächsten Familienunternehmen gekommen und das war dann genau
- 25:32jägermeister. Aber du bist ja dann direkt als
- 25:35CEO eingestiegen, ne? Ne, Nein, ich bin als CFCFO
- 25:40eingestiegen, genau damals. Und war ja auch schon ich mein.
- 25:43Wie groß ist das Unternehmen, ist ja noch deutlich größer, ne?
- 25:46Das ist deutlich größer, war natürlich auch deutlich später.
- 25:49Damals gehörte damals sicherlich auch schon zu den relativ
- 25:54renommierten. Marken, das war ja eine
- 25:57Spirituose Marke, die in Deutschland sehr renommiert war
- 26:00und angefangen und dann also ein bisschen verstaubt war in
- 26:03Anführungsstrichen und aber sehr schon zu dem damaligen Zeitpunkt
- 26:08gute Erfolge in den USA hatte. Und insofern war das eine
- 26:14Faszinosung ja, also auch das zum Beispiel eine nette
- 26:17Geschichte, dass am Anfang wollte man mich gar nicht
- 26:20unbedingt haben, weil ich eigentlich zu jung, ja.
- 26:23Wie alt warst du da? Das muss, lass mich überlegen,
- 26:293536. Ja, das ist für einen CFO Post
- 26:33posten eigentlich ungewöhnlich in der Zeit, ja.
- 26:36Für mittelständische Unternehmen, was eben sehr
- 26:38geprägt war von doch älteren Herrschaften.
- 26:42Das heißt? Du musstest dich doch wieder
- 26:43durchsetzen. Ja, aber da gibt es nette
- 26:45Anekdoten, auch weil da im Aufsichtsrat jemand war aus der
- 26:49Familie, der einen sehr hohen Hang zu Südtirol hatte.
- 26:51Ja, und? Insofern haben wir uns nach
- 26:53kürzester Zeit bestes verstanden.
- 26:55Also da kam das Menschliche auch schon wieder hier.
- 26:57Da war der Durchbruch glaube ich eher die Südtirol Fraktion in
- 27:00dem Fall. Es ist ja manchmal auch sind
- 27:02Zufälle, ja, da muss das Gesicht passen, da muss die Chemie
- 27:05gerade in dem Moment stimmen und die hat halt in dem zu dem
- 27:09Zeitpunkt gestimmt, ja. Und dann bist du irgendwann nach
- 27:12ein paar weiteren Jahren tatsächlich in die Rolle des Ce
- 27:14OS weiter gewachsen. Genau, genau.
- 27:16Also ich hatte dort die Chance, eben als CF o anzufangen, ganz
- 27:20klassisch. Wobei da das Faszinierende für
- 27:24mich immer war, dass dieses Unternehmen so extrem
- 27:26erfolgreich war, aber auch eine ganz eigene Struktur hatte.
- 27:30Ja, und in also irgendwo in ihrer kulturellen Ausprägung,
- 27:38ich sag mal, da war ganz viel Luft nach oben, also.
- 27:41Das haben wir jetzt schön formuliert. 350 selbst
- 27:44gestrickte Programme, alles selbst gestrickt, selbst die
- 27:47Personalabrechnung war selbst gestrickt.
- 27:52Nicht ja. SAP, also die ganzen Systeme,
- 27:55waren nicht nicht jahrtausendfähig, sie waren
- 27:57nicht eurofähig, also auch ganz einfache Dinge wie morgens die
- 28:01Stechuhr geklingelt und alle hatten dann irgendwie um Viertel
- 28:04vor 8 anzufangen und um Viertel nach 4 ging jeder nach Hause und
- 28:10selbst die. Prokuristen wo man dann n Termin
- 28:14für 16:00 Uhr Abmachte sagten dann einem Na ja, aber sie
- 28:18wissen schon, um 16:15 Uhr ist Feierabend.
- 28:20Ja also. Etwas anders als ne separater.
- 28:22Welt Völlig andere Welt. Aber weil es, weil es denen
- 28:24grundsätzlich gut ging, ja, also weil, weil die Zahlen passten,
- 28:27und dann konnte man sich so n Stück weit sowas auch erlauben,
- 28:29sozusagen. Ja, und natürlich sehr
- 28:30patriarchalisch geführt, also auch viele kulturelle.
- 28:33Themenblöcke und ja, ich hatte das Glück eben klassisch mit mit
- 28:37Finanzthemen anzufangen und dann ging es Schritt für Schritt
- 28:40weiter. Dann kam der Part dazu, dann kam
- 28:42Immobilien dazu, dann kam Personal dazu, dann kam.
- 28:45Ja, vor allen Dingen kam 1 dazu, in der späteren Rolle, dass das
- 28:49ja wirklich ne absolute Bombenmarke am Markt geworden
- 28:53ist. Ja, das sozusagen mal.
- 28:54Das war deine Zeit. Das war genau mit meine Zeit.
- 28:58Also der Günter Mast ist ja rausgegangen und.
- 29:04Oder man hatte sich getrennt von eben 1997 / 98 und dann begann
- 29:09eben eine neue Ära, wo plötzlich ein komplett neuer Vorstand war,
- 29:13rein aus, extern, mit einem einzigen Herren, der eben schon
- 29:17vorher da war, und der machte das Auslandsgeschäft und der hat
- 29:22eben eigentlich auch die Grundlage gelegt für vieles, was
- 29:26gar nicht so bekannt ist, nämlich auch zusammen mit dem
- 29:29Importeur damals in den USA. So einige Sachen entwickelt, wie
- 29:35zum Beispiel die Girrets, wie zum Beispiel die Tap Machine,
- 29:37diese Zapfanlage, die ja sehr rational entstanden ist, muss
- 29:42man ja sagen. Aber der, Oh ja, aber ein
- 29:44Wahnsinn. Sie war ja quasi in jeder
- 29:46Gastronomie der Welt sichtbar und und.
- 29:49Aber die ist halt eine sehr rational.
- 29:51Ist eigentlich sehr spannend, wenn man mal überlegt, dass so
- 29:54vermeintliche Gimmicks eine ganz klare.
- 29:59USP haben und auch n Grund warum sie gemacht.
- 30:02Wurden aber beschreib noch mal kurz für den Hörer der den der,
- 30:04der es nicht kennt, das sieht ja aus wieso ne Bierzapfanlage
- 30:07eigentlich ne, also das Leben die Flasche über Kopf
- 30:10reingesteckt ne genau und war denn die auch gekühlt oder wie?
- 30:12Ja genau ne die die ging warm oben rein.
- 30:15Das waren 3 Flaschen in Anführungsstrichen, das war n
- 30:17Dreierpack hintereinander und die wurde gekühlt in dieser
- 30:22Maschine. Auf -18 Grad.
- 30:25Genau. Und dann war die doch so
- 30:26Angefrostet nach oben, so ne. Genau.
- 30:28Und dann du nahmst diesen Zapfhahn ja und dann durch das
- 30:33Durchlaufen durch die Schleife durch die Kühlanlage ging es
- 30:36runter auf -18 Grad und warum hat man das gemacht?
- 30:39Das klingt jetzt alles so nett, weil man eben gesagt hat, so ein
- 30:43klassischer Kräuterlikör aus Deutschland, die sind ja alle
- 30:47gleich und warm schmecken die gar nicht so gut.
- 30:50Also eigentlich eher wie Knüppel auf Kopf, wenn man ehrlich ist,
- 30:52ja. Nein, so würde ich das nicht
- 30:53formulieren. Das ist schon sehr viel Bouquet
- 30:55und. War klar, dass ich das jetzt
- 30:57sagen muss. Aber die Idee war eben eiskalt.
- 31:02Ja, und das auch als Differenzierungsmerkmal zu allen
- 31:05anderen. Da wart ihr die ersten, ihr wart
- 31:07die absolut ersten am Markt, die das gemacht haben.
- 31:10Und wenn ich das aber eiskalt machen will, dann heißt das, das
- 31:13muss in den Kühlschrank oder ins Tiefkühlfach.
- 31:16Wenn ich das tue, sehe ich die Flasche nicht mehr in der Bar.
- 31:19Also war die Frage, was muss ich okay, damit ich Visibilität
- 31:24hinbekomme und trotzdem eiskalt. Trinken sie war natürlich voll
- 31:28im Blick des Gastes, also direkt am Zapfhahn montiert sozusagen.
- 31:33Genau. Und das erste, was man halt
- 31:35versucht hat, ist dann zu sagen okay, ich packe showflaschen ins
- 31:38Regal. Aber da hat natürlich der
- 31:39Gastronom gesagt, Ey, die Fläche ist mir so wichtig, die.
- 31:42Brauchen aus der Zeit weg, da war was.
- 31:45Anderes. Und so kann man auf die Idee
- 31:47Mensch, man könnte ja so eine Zapfanlage machen und die ersten
- 31:51waren technisch nicht gerade bombastisch und der ganz große
- 31:56Unterschied, was Jägermeister gelungen ist, diese Zapfanlagen
- 31:59zu verkaufen. Wie ihr habt ja noch Geld für
- 32:02gekriegt. Ja, und es ging nicht darum,
- 32:05Geld zu bekommen, sondern es ging darum, dass der Gastronom
- 32:09einmal das Portemonnaie aufmacht.
- 32:11Damit er sozusagen ein Stück weit nicht mit anders.
- 32:15Ich werde es anders formuliert haben, auch ein bisschen
- 32:17gefangen ist sozusagen. Die Anlage auszulasten und und
- 32:20sie zu nutzen und sie zu benutzen, also reines
- 32:22Commitment, der hat dann Freigläser bekommen, er hat frei
- 32:30Jägermeister bekommen Flaschenweise, der hat eine
- 32:33Jäger red Promotion bekommen wo abends dann wirklich dort auch
- 32:37attraktiviert worden ist. Also an Wert hat er mehr
- 32:41bekommen drumherum. Als das Geld, was er auf den
- 32:45Tisch gepackt hat. Weil er dann einmalig die
- 32:46Installation quasi sozusagen gemacht hat, ja.
- 32:49Ja und war dann Commitment. Also immer dann ist ja so, wenn
- 32:51du was, ja wenn du was umsonst kriegst im wahrsten Sinne des
- 32:54Wortes nicht nur kosten, sondern umsonst, dann ist das Gefühl,
- 32:56dass es auch umsonst ist in Anführungsstrichen und dieses
- 33:00alle, die später vergleichbare Dinge versucht haben, haben den
- 33:04Fehler gemacht aus meiner Sicht den Fehler gemacht, das für.
- 33:10Kostenlos zur Verfügung zu stellen und das ist zum Beispiel
- 33:12so ein Learning, nichts kostet, ist nichts wert.
- 33:15Genau das ist also dieser banale Spruch, der trifft leider auch
- 33:19bei diesen ganz vielen Dingen durch, weil die guten Outlets,
- 33:22die guten Gastronomen, die werden natürlich von allen
- 33:25Seiten bombardiert mit Ideen, was man noch bei ihnen machen.
- 33:28Kann das war jetzt das technisch sachlich nüchterne?
- 33:31Ja, das verstehe ich, aber ich habe das so in Erinnerung.
- 33:35Dass dass ihr wart ja so präsent in der in den in der Diskotheken
- 33:39damals und in der in der Gastroszene das, und und.
- 33:44Witzigerweise war das auch zeitgleich noch extrem cool.
- 33:48Ja, es gab ja durchaus andere Versuche von anderen Leuten, wo
- 33:50man sagt, Ja, OK, nice trike, abgehakt, ja, aber ihr wart, ihr
- 33:54habt das Bild damals so dominiert, wie habt ihr das
- 33:58gemacht, nur aufgrund dieser Thematik, nein, das kann es
- 34:01nicht sein. Nein, nein.
- 34:02Aber wir haben in aus den USA eben schon einiges.
- 34:05Rüber genommen und jetzt ist halt die Frage gewesen, wie
- 34:08machst du das in Deutschland um eben entsprechend das auch zu
- 34:12Attraktivieren und da gab es schon eine ganz starke vorwärts
- 34:16Kampagne im Sinne erst mal wieder laut zu sein, wieder
- 34:20Präsenz, wieder sein, wieder da zu sein.
- 34:22Was waren das Promotions, Kampagnen, TV Spots, Radio?
- 34:26Das Ganze war der. Move und so weiter was da alles
- 34:29gemacht worden ist und zwar frech, einfach mal wieder sein,
- 34:33wir sind da. Das war die erste Message.
- 34:37Und dann eben genau über diese Jigurets über laut sein, über n
- 34:40bisschen frech sein, also auch n bisschen anzüglich zu sein, was
- 34:47damals alles noch viel mehr ging würde.
- 34:49Ja, das war. Ich erinnere mich an die
- 34:51Werbung, die war schon, die hatte Ecken und Kanten, auf
- 34:53jeden Fall, das war nicht so, was so mal eben so
- 34:54durchflutschte, wie ja häufig viele Sachen sind.
- 34:56Absolut genau so. Ja genau da bleibt gar keine
- 34:59Botschaft. Ich sag mal heute jägerets, die
- 35:02auf den Tischen tanzten in den Bars ja und und den Leuten
- 35:05praktisch den Jägermeister in den Mund einschütten, das
- 35:09würdest du heute nicht mehr machen.
- 35:11Nein. Die Zeiten haben sie ja
- 35:12grundsätzlich komplett gehört. Der Alkoholkonsum hat sich gut
- 35:15geändert, das ist, da brauchen wir nicht mehr reden, ja.
- 35:17Das Beispiel das Beispiel, was zum Beispiel auch sehr schön
- 35:19ist, auch wieder so n anderes rational jägermeister Promotion.
- 35:25Ist man durch die Kneipen gegangen und hat den Leuten
- 35:29immer gesagt, einmal musst du sie ja dazu bekommen, dass sie
- 35:32es probieren, dann können Sie immer noch sagen, schmeckt oder
- 35:34schmeckt nicht. Wie machst du das, indem du
- 35:37natürlich eine Verkostung anbietest?
- 35:39Wie machst du das? Das hast du 2 Optionen du kannst
- 35:42das im normalen Glas machen, dann ist die Wahrscheinlichkeit
- 35:45bei etlichen, die das hinstellen und sagen ist erledigt und wir
- 35:49haben auch aus den USA gelernt, Reagenzgläser zu nehmen.
- 35:53Weil die Reagenzdier sind unten rund, die kannst du nicht
- 35:56abstellen. Nein, dieses Ding in der Hand,
- 35:59Nein, Wahrscheinlichkeit, dass ich es trinke ist deutlich höher
- 36:03wie? Geil ist das denn.
- 36:06Würde man heute wahrscheinlich. Ich weiß nicht, ob nicht auch
- 36:08der ein oder andere. Recht übergriffig heute
- 36:10vielleicht. Und wer hätte gewisse
- 36:11Diskussionspotentiale, aber aber trotzdem.
- 36:13Heute nicht mehr gemacht. Nein, aber das ist ja viel.
- 36:16Aber ich ziehe den Hut davor, das war ja im Grunde ein
- 36:18Produkt, was ja me too, also jeder andere jetzt machen
- 36:22können. Ihr habt die Darreichungsform
- 36:24Innoviert, ihr habt die Kampagnen innoviert, ihr habt
- 36:26ein ganz anderes Auftreten gehabt, bis hinzu diesen diesen
- 36:30Zapfhaaren mit der durchgefrorenen Flasche.
- 36:32Und sehr konsequent internationalisiert.
- 36:35Sehr, sehr konsequent. Also ich habe gerade noch mal
- 36:38mit den alten Kollegen gesprochen, die haben jetzt
- 36:41gerade den neuesten Markt eröffnet, also eröffnet, heißt
- 36:45das erste Mal ware hingeschickt, also das ist jetzt mit einem
- 36:48Importeur, aber das ist der Südsudan, nee.
- 36:52Ja. Also der dachte aufgrund des
- 36:54Glaubens ist da unten. Der Südsudan ist ja christlich
- 36:56geprägt. Das ist ja nicht Muslime,
- 36:58sondern er ist christlich geprägt, und insofern ist da
- 37:01auch der Import von von, von, von Spirituosen auch erlaubt,
- 37:05aber will damit nur sagen, das ist schon ne Marktdurchdringung,
- 37:08die ist schon relativ hoch weltweit.
- 37:10Ja, also das ist sehr konsequent, diese
- 37:12Internationalisierung gemacht worden et cetera.
- 37:15Also auch auch wirklich einfach durch Arbeit.
- 37:18Ja, also massiv. Kampagnen gefahren an den
- 37:21Ländern reingegangen. Und Konsequenz, Konsequenz,
- 37:23Konsequenz und vielfach auch muss man wirklich sagen Try and
- 37:28error, weil leider funktioniert das Konzept nicht in jedem Land
- 37:32gleich, sondern es gibt immer an gewissen Stellen triggerpunkte
- 37:36und irgendwann plubbt es dann hoch und dann läuft es plötzlich
- 37:41und dann geht es ab. Also du hast nie eine lineare
- 37:44Funktion in der Spiritualindustrie ja, sondern
- 37:47irgendwann. Funktioniert s.
- 37:48Und das ist eigentlich das Schöne dabei gewesen.
- 37:50Ja, jetzt. Hast du das ganze 17 Jahre lang
- 37:52gemacht? Jetzt zieh ich jetzt ernsthaft
- 37:53den Hut vor oder weil ich hab das schon mal im anderen Podcast
- 37:56erzählt. Das durchschnittliche deutsche
- 37:58Unternehmen wird gerade mal 17 Jahre alt.
- 38:02Hast du das gewusst? Nein, aber so, so in die
- 38:06Richtung. Ja, du hast recht.
- 38:07Das ist interessant, ne? Wahnsinnig.
- 38:08Ja, ja. Wie macht man das, dass man 17
- 38:11Jahre an der Spitze eines solchen Konzerns bleibt?
- 38:14Mehr oder weniger unangetastet? Ich mein, das wird nicht nur.
- 38:17Sicherlich angenehme Zeiten gegeben haben, aber das ist ja
- 38:20schon. Also ich glaube, dass nach nach,
- 38:26nach dieser Veränderung letztendlich, weil Jägermeister
- 38:29danach schon relativ gute Konstanz eingetreten ist.
- 38:33Also wir haben schon etliche Leute gehabt, die 819 Jahre auch
- 38:39dabei waren oder auch jetzt die Kollegen, die jetzt an Bord
- 38:43sind, werden auch 1517 Jahre auch wahrscheinlich nachher da
- 38:46sein. Also da gibt es schon ne gewisse
- 38:49Konstanz. Das ist untypisch.
- 38:51Das ist sehr untypisch und gerade beim Unternehmen, was ja
- 38:53doch relativ nach vorne gerichtet und modern sich immer
- 38:57wieder neu erfinden muss im Sinne von wie vermarkte ich das?
- 39:01Bleibt ja nicht stehen. Die, die die Vorstellung einer
- 39:05jungen Generation sind, ganz anders, ja, und ich muss immer
- 39:09wieder überlegen, wie, wie bleibe ich aktuell, ja, wie bin
- 39:11ich im Mindset. Junger Konsumenten noch präsent
- 39:17das ist ein ganz wichtiger Punkt.
- 39:19Also das ist, sag mal, die eine Dimension.
- 39:23Die zweite Dimension ist, dass ich natürlich auch dort einen
- 39:26Generationswechsel miterleben durfte, also es gab früher eine
- 39:30Alleingesellschafterin, die dann eben verstorben ist.
- 39:34Dann kam plötzlich die nächste Generation und die nächste
- 39:37Generation. War nicht entsprechend
- 39:40vorbereitet oder die übernächste Generation, also eine Generation
- 39:43ist übersprungen worden, das sind die Enkelkinder gewesen und
- 39:49da durfte ich einfach so ein bisschen mit begleiten in
- 39:52Anführungsstrichen und auch zu überlegen.
- 39:56Wie macht man eine Inhaberstrategie?
- 39:58Was möchten denn die Enkelkinder überhaupt?
- 40:01Und das war für mich auch noch mal eine ganz lehrreiche
- 40:04Geschichte in Anführungsstrichen.
- 40:05Ja, die musst du an beide Seiten arbeiten, nicht nur Richtung
- 40:07Markt, sondern auch Richtung Inhaberschaft sozusagen.
- 40:09Genau Richtung Inhaberschaft und und da den den den Richtigen die
- 40:15richtige Mischung zu finden, aber auch den richtigen
- 40:19Freiheitsgrad, um das Vertrauen zu erhalten, ist auch keine
- 40:21selbstverständlich. Nee, das glaube ich.
- 40:23So, und ich glaube, das war. Eine tolle Zeit, auch eine
- 40:29lehrreiche Zeit. Und ich habe wieder eine neue
- 40:30Facette von Familienunternehmen kennengelernt, also gerade in
- 40:35dieser ganzen Entwicklungsgeschichte und
- 40:37Veränderungsgeschichte. Und es ist einfach schön, heute
- 40:40noch zu sehen, dass man jetzt irgendwie da ist, ein Family
- 40:44Office eingerichtet worden und hatte ich damals noch mit
- 40:46gegründet in Anführungsstrichen, und da gab es jetzt gerade.
- 40:50Jubiläum. Und da wird man immer noch
- 40:52eingeladen. Und ja, und es ist bis heute
- 40:53auch noch wirklich n modernes Unternehmen also, die ja nicht
- 40:56jetzt nur in der Marke aktiv, sondern in Venture investieren
- 41:00und genau in neue Produkte innovative Dinge machen und
- 41:03ausprobieren, wo man wirklich den Hut vorziehen kann und
- 41:05sagen, ja, ihr habt es wirklich verstanden, wie man es macht.
- 41:07Also wahrscheinlich hast du damals hat die Grundsteine noch
- 41:09mitgenommen. Also ich glaub das hat sich
- 41:10weiterentwickelt. Also das ist schon muss man
- 41:12zugestehen, da ist natürlich inzwischen viel, viel passiert,
- 41:14aber. Ja, die Tatsache, dass man heute
- 41:17immer noch Bezug dazu hat und immer noch Kontakt hat.
- 41:20Und trotz des Themas, was ja heute also Alkohol wird ja
- 41:24zunehmend immer auch negativer wahrgenommen, draus oder
- 41:27andersrum. Die junge Generation trinkt
- 41:29immer weniger Alkohol, so Punkt. Genau.
- 41:31Ich glaube, dass die negative Wahrnehmung würde ich, würde ich
- 41:35differenzieren. Ja, muss man differenzieren.
- 41:37Ja, ja. Ich glaube schon, dass das nach
- 41:40wie vor. Alkohol konsumiert wird also
- 41:43weltweit sowieso. Ja, wenn wir jetzt gerade in
- 41:46Deutschland oder im europäischen Raum sind, dann sicherlich
- 41:48weniger bewusster. Also früher wurde jeden Tag
- 41:52getrunken und heute ist es eben, dass man mal ne Party macht.
- 41:54Oder wir haben durchaus früher Hektoliterweise das Zeug
- 41:57inhaliert, das muss man mal. Ja und?
- 41:59Da gab es auch noch ganz andere Getränke, die noch viel stärker
- 42:02hektolitermäßig absolut getrunken worden sind und die
- 42:05heute gar nicht mehr da sind oder fast verschwunden sind.
- 42:09Diese Hype sind da und dafür. Hat sich Jägermeister finde ich
- 42:12sehr, sehr, sehr gut gemacht und ist nach wie vor in Deutschland
- 42:16einer der Führenden. Absolut Dosen absolut, aber man
- 42:21muss sich den Trend anpassen. Ja also.
- 42:22Ja, du siehst es ja, also ich selbst zum Beispiel trinke seit
- 42:253 Jahren gar keinen Alkohol mehr, weil ich, weil ich
- 42:26irgendwann du bist, ja auch hier, du trinkst nen Auraring,
- 42:28ne, das ist richtig geil, du trackst ja auch deine
- 42:31Vitaldaten, der Ingenieur trackt ja alles, ich hab 5 geredet
- 42:33gleichzeitig und wertet immer alles aus.
- 42:35Ja, ich hab nur 2. Ja, aber irgendwann bei mir war
- 42:39der Punkt, dass ich gemerkt habe, so.
- 42:42Auch wenn ich nur so kleine Mengen nehme.
- 42:44Ja im Glas Wein abends oder was, dass ich, dass ich einfach
- 42:47deutlich schlafe, deutlich regeneriere und hab's dann
- 42:51bewusst mal weggelassen, mal bewusst wieder was getrunken und
- 42:54du konntest wirklich anhand der Datenlage exakt sägen okay Mist.
- 42:58Wenn ich jetzt Sonntag Sport machen will mit meinen Freunden,
- 43:01ich glaube ich lass das mal weg. Und wenn ich da Sport gemacht
- 43:04habe, dann mach ich danach auch kein Feierabendbier und nichts
- 43:06mehr, sondern ich lass das auch mal weg, zumindest bei mir.
- 43:09Ja, ab einem gewissen Alter hab ich gemerkt, ist vielleicht die
- 43:12bessere Idee, aber wir haben natürlich damals sich
- 43:15hektoliterweise da unser Zeug reingiebelt ja bis hinzu Wodka,
- 43:17Red Bull und Wat nicht alles, da gab es ja die übelsten
- 43:21Kombinationen, die man damals sich zugeführt hat, aber mit
- 43:24wachsenden Begeisterung, das war ja es gab es gab ja keinen
- 43:26Gedanken daran. Also.
- 43:29Man kann das natürlich so extrem machen jetzt wie du es machst.
- 43:31Also ich tracke zwar auch meine Daten, ich tracke, ich tracke ja
- 43:34auch meine Daten, aber ich genieße auch.
- 43:40Ich genieße auch, ich esse gerne gut und ich trinke auch gerne
- 43:44gut. Ja, und genauso gehört für mich
- 43:46dazu, mal einen Jägermeister danach zu trinken oder als
- 43:51Aperitif irgendwo einen Jägermeister mit Tonic oder in
- 43:54anderen Formen oder jägermeister jetzt gerade ein neues Produkt
- 43:56rausgebracht, jägermeister, orange.
- 43:59Zum Beispiel gerade als Trend auch weniger Alkohol leichter.
- 44:04Ja, so als Aperitif Reingehend und du siehst ja, also es ist ja
- 44:10nicht so, ich glaube, es wird einfach weniger Alkohol
- 44:13getrunken, es wird leichter getrunken, aber es gibt
- 44:15natürlich nach wie vor erfolgreiche Marken, die
- 44:18unterwegs sind, nicht nur jägermeister, aber nimm mal.
- 44:22Aperol Ja, waren das Erfolgskonzept.
- 44:24Also es gibt nicht schwarz weiß ich glaube dieses.
- 44:29Günstig Weinbrand günstig, Schnaps im wahrsten Sinne des
- 44:34Wortes im weitesten Sinne, das hat nimmt ab.
- 44:38Das sind ab ja glaube ich auch interessant, aber trotzdem, ich
- 44:42las dich noch nicht von der Kette.
- 44:43Also das ist mir zu einfach, weil du so lange da an der
- 44:47Spitze warst. Und da gab es sicherlich auch
- 44:50diverse aufs und Abs und quälen und nicht alles garantiert auch
- 44:54ja. Aber sich trotz all dieser
- 44:56Widerstände, du musst ja irgendwas gehabt haben, ist es
- 44:59der menschliche Umgang oder deine Fähigkeit, sich immer
- 45:02wieder von Leuten einzustellen, wie wie, wie machst du das, das,
- 45:04dass du so lange da in so einem Amt warst?
- 45:07Also das zieht dir wirklich einen Mut vor.
- 45:10Ja, das ist immer schwierig über einen selbst dann.
- 45:14Also. Ich, ich versuche schon, mich
- 45:17immer auf die Situation einzugehen und ich glaube.
- 45:22Was, glaube ich, ganz wichtig ist Kommunikation und
- 45:24Transparenz. Ich glaube, das ist ganz wichtig
- 45:28für Mitarbeitende, was oftmals also spätestens seit Corona,
- 45:32muss es eigentlich jeder verstanden haben, dass klare
- 45:34Kommunikation mit eines der wichtigsten Themen ist und
- 45:39konsistente Transparenz und konsistente Kommunikation ist,
- 45:43glaube ich, eines der wichtigsten Themen und das
- 45:46gegenüber allen Stakeholdern. Sagen wir fangen jetzt mal von
- 45:50Banken an, Gesellschafter, Mitarbeitende.
- 45:54Ganz stark finde ich und und je klarer und je einfacher du
- 45:59kommunizierst, umso besser ist. Es also nicht zu hoffen.
- 46:02Ach, die werden das schon verstanden haben und und Grunde
- 46:04genommen, sondern wirklich. Intensiv auf die jeweiligen
- 46:07Stakeholder zugehen und klipp und klar Klartext mit einfachen
- 46:10Botschaften zu sprechen. So.
- 46:11Genau. Also ich glaube, das ist 1 der
- 46:13ganz, ganz wichtigen Botschaften, und ich glaube,
- 46:15gerade bei Familienunternehmen geht es ganz stark darum, die
- 46:17Bedürfnisse von Eigentümern zu verstehen.
- 46:21Ja, und da geht es nicht immer nur, was richtig oder falsch
- 46:25ist, nach einer persönlichen Meinung, sondern vor allen
- 46:29Dingen auch die Frage, wie wird das wahrgenommen und.
- 46:32Einem Gesellschafter ist das wichtig und im anderen ist das
- 46:35wichtig. Und ich glaube, darauf muss man,
- 46:36darauf muss man eingehen, das ist letztendlich ist man
- 46:40Angestellter, ja, darf man nicht vergessen, auch wenn man im im
- 46:44im Vorstand sitzt und und natürlich unternehmerisch
- 46:48agieren sollte, aber immer mit Blick auf dem, was, glaube ich,
- 46:53für die Gesellschafter wichtig ist, und das ist an der Börse
- 46:56relativ einfach, weil es da Spielregeln gibt, die sind
- 46:58relativ klar, was. Der Markt von dir erwartet
- 47:02spätestens der Kapitalmarkt, aber das ist bei
- 47:04Familienunternehmen eben nicht so einfach.
- 47:07Ja, das spielt ein bisschen mehr Persönlichkeit rein und und der
- 47:09eine möchte mir Links, der andere möchte mir rechts und ja
- 47:10und? Jetzt mal unheimlich von
- 47:11jägermeister. Das ist bei Jägermeister nicht
- 47:13der Fall, aber das ist meine Erfahrung auch später.
- 47:16Das eine ist, was artikuliert wird, aber das andere, was
- 47:19wirklich gewollt wird, und das ist oftmals auch nicht.
- 47:21Auf wie bringst du was in Erfahrung?
- 47:22Über über intensive Gespräche und Kommunikation.
- 47:25Oder intensive Gespräche, intensive Gespräche.
- 47:27Und wenn ich heute Mandat übernehme, bin.
- 47:31Dann sage ich immer, ich gerne mit allen Gesellschaftern
- 47:33zusammen, aber danach mindestens mit jedem einzelnen einzeln
- 47:38alleine, und zwar eineinhalb Stunden, 2 Stunden.
- 47:41Damit du richtig eintauchen kannst in die.
- 47:43Weil das die die Verletzung der Vergangenheit oder die
- 47:47Ausprägung der Vergangenheit prägen.
- 47:49Auch das das tun im jetzt. Ist das so vielleicht deine
- 47:56Erfolgsformel? Dass du auf den jeweiligen
- 47:58Menschen einzeln dich einstellst.
- 48:01Also das ist das, was ich versuche.
- 48:03Ja, und das ist, was ich über die Zeit gelernt habe,
- 48:06sicherlich auch besser einzuschätzen, was Menschen
- 48:10wichtig ist und was nicht wichtig ist und ich da
- 48:13vielleicht schon so inzwischen ein bisschen Händchen habe zu
- 48:17wissen, wie man damit umgeht. Welche Fähigkeit hat dich am
- 48:22weitesten gebracht und welche Stand dir am ehesten im Weg?
- 48:27Also am weitesten gebracht ist wahrscheinlich, das gelernt zu
- 48:33haben. Also wir sind ja alles ein
- 48:38bisschen Alphatiere, sonst wären wir nicht da, wo wir irgendwo
- 48:40hingekommen sind und Alpha hat halt immer den Hang dazu, sofort
- 48:45in der Lösung zu kommen, ja. Autsch.
- 48:48Ich liebe die Hand. Ja, aber das?
- 48:52Dafür werden wir bezahlt. Ja schnell Lösung.
- 48:56Und das ist auch richtig. Und bei Familienunternehmen muss
- 48:59man halt immer noch eine Schleife machen und sagen okay,
- 49:01was heißt das jetzt, ja, ist es, ist das wirklich die
- 49:04offensichtlich einzige? Klarer Appell für wirklich mal
- 49:06intensiver und mehr zuhören. Genau.
- 49:09Spätestens dann, wenn wenn Eigentümer die Eigentümerschaft
- 49:16davon betroffen ist oder in irgendeiner Form tangiert sein
- 49:18könnte, sollte man noch mal eine Schleife fahren und sagen.
- 49:22Ist das richtig? Also das wäre jetzt auch eine
- 49:24deiner Schwächen gewesen, dass du also auch als Alphatier zu
- 49:27sehr zu schnell auch Lösung hattest.
- 49:29Oder hast du das schon ganz früh abgelegt und sagen ich, ich gehe
- 49:32noch mal ins Zuhören und. Ich, ich glaube, das war
- 49:38sicherlich auch eine Sache, die ich auch hab lahmen müssen,
- 49:43Schritt für Schritt, dem noch mehr Rechnung zu tragen, weil
- 49:48wenn du. Irgendwie gerade so.
- 49:50Wenn ich bei Wolf noch nachdenke an Restrukturierungsphasen etc.
- 49:54Da musst du schnell reagieren und zwar zackig.
- 49:58Hast du keine Zeit, aber es gibt eben Situationen, wo du auch
- 50:02Zeit hast und wo du ja auch die eine oder andere Schleife noch
- 50:05mehr gönnen könntest und die vielleicht auch hilfreich wäre,
- 50:09und zwar im Sinne der Eigentümer.
- 50:13Spannend. Gibt es so eine Entscheidung,
- 50:15die du häufig so rein aus dem Bauch getroffen hast, weil du
- 50:18sagst, bist du eigentlich eher ein analytischer Mensch?
- 50:20Ja. Ja, also spätestens bei Corona
- 50:23haben wir alle gelacht, aus dem Bauch zu entscheiden.
- 50:25Weil, weil wir gar nicht mehr diese, diese früher gab es ja
- 50:29die 5 Jahres Fahrpläne immer und Strategien und oder oder bei dem
- 50:33Autobiokonzern ja sogar die 7 Jahre Strategien und so weiter
- 50:36das ging in Corona gar nicht mehr, Verfahren, Aufsicht.
- 50:38Fahren Aufsicht, und zwar die Sicht, war teilweise ein Tag
- 50:41oder 2. Das muss ja für so einen
- 50:42Analytiker wie dich muss das ja grausam sein eigentlich, oder?
- 50:44Auch nicht. Ja, aber du lernst also das ist
- 50:47halt Entscheidung unter Unsicherheit, wenn ich keine
- 50:49Daten habe, kann ich auch nicht entscheiden, also da muss ich
- 50:51entscheiden, ich kann nur mit dem entscheiden was ich hab,
- 50:54ganz einfach ich kann nicht darauf warten, dass morgen Daten
- 50:56kommen, das hilft mir auch nicht so richtig viel.
- 50:59Naja. Also später bei Corona hat kein
- 51:01Mensch gewusst, was passiert. Aber dann steht ja gerade in so
- 51:06einer Situation, also 1 ist natürlich ein Riesenbedarf an
- 51:09Führung. Aber es war natürlich auch ein
- 51:11riesiger Druck, der dann auf auf solchen Schultern dann lastet,
- 51:14nach dem Motto, Wo geht es lang, sag uns, wo es lang geht, ja.
- 51:17Alle gucken, alle gucken auf dich oder gucken auf den
- 51:20Vorstand insgesamt. Und dann ist es ja meistens so,
- 51:24dass der, der da an der Spitze steht, irgendwie als erstes
- 51:28gefragt wird, aber Videokonferenzen natürlich, da
- 51:30gucken dir alle Kacheln irgendwie.
- 51:32Wie gehst du damit um? Also wirklich als als Mensch,
- 51:35weil ich mein, du bist ja am Ende des Tages.
- 51:37Wahrscheinlich ein sehr intelligenter und einfühlsamer,
- 51:39aber ein besonderer Charakter. Ja, schon definitiv, aber du
- 51:43bist ja auch nur Mensch und da kommen plötzlich Anforderungen
- 51:46auf dich eingeprasselt, wo jeder Normalstäblich sagen würde, oh
- 51:49Gott, oh Gott, ich glaub ich geh noch mal kurz raus.
- 51:53Ach, ich hätte da zu keinem Zeitpunkt irgendwie Angst oder
- 51:58Unsicherheit. Also Unsicherheit schon,
- 52:00tschuldigung, aber auf mich persönlich bezogen.
- 52:03Woher nimmst du diese Souveränität?
- 52:06Also. Weiß nicht, vielleicht ist es
- 52:09auch eine Erfahrung nach einer gewissen Zeit, wo du sagst,
- 52:11Mensch, so schnell kann dich jetzt auch nichts erschüttern
- 52:13und ich meine ja, das war eine Pandemie und kein Mensch wusste,
- 52:18was da auf uns zukommt, aber am Ende kannst du nur das
- 52:21letztendlich entscheiden und tun und machen und ich finde, Corona
- 52:25hat auch viele. Viele, ich sag mal, neue
- 52:28Perspektiven gebracht und absolut die Phase.
- 52:31Es klingt jetzt ein bisschen makaber und ich wünsche mir
- 52:34bitte keine wieder vorbei, nicht falsch verstehen, aber ich fand
- 52:38die sie hat meinen Horizont auch erweitert an vielen Stellen und
- 52:46insofern war das auch wieder eine neue Erfahrung, so eine
- 52:49neue Erfahrung wie des neuen Markt den Kollaps.
- 52:53Und alles, was damit, also jede dieser Phasen.
- 52:56Ich sehe gerade in den aktuellen Kollaps auf mich zu rollen und
- 52:59und ich habe schon diverse Male auf Social Media vorgewarnt, das
- 53:02ist ganz interessant das Ding, wenn ich so was mache, das mache
- 53:06ich ja nicht aus Berechnungen, sondern aus innerster
- 53:08Überzeugung, ich kriege ganz wenig Resonanz drauf, weil es
- 53:12will keiner hören, ich bin fest davon überzeugt, dass in einer
- 53:15absoluten Ki blase gerade. Und das wird sowas von
- 53:18aufschlagen. Aber wie meinst du KI Blas in
- 53:20welche Richtung? Na ja, aber ich glaube einfach,
- 53:21dass KI ne commodity wird. Ja, das wird einfach Standard
- 53:24werden, das wird in jeder Lösung, in jeder Technik wird
- 53:26das irgendwo einfach standardmäßig implementiert sein
- 53:28und es ist kein kein so n riesiger Markt man draußen jetzt
- 53:31annimmt wo die ganzen Investorengelder reinströmen so
- 53:33und deswegen da hab ich immer vor gewarnt kenn das ganz ganz
- 53:36viele Dinge die draußen gerade so stattfinden im Startup
- 53:39Bereich sind ja fast alles so sogenannte Rapper Modelle, das
- 53:41heißt sie haben da drunter nen eigentlichen Chor der von
- 53:44irgendeinem großen Dienstleister zur Verfügung gestellt wird.
- 53:47Und sie packen irgendwas spezialisiertes oben drauf und
- 53:49sagen dann, keine Ahnung, wir sind die KI Lösungen.
- 53:52Für was hatte ich heute noch wieder?
- 53:53Ich hatte wieder ein Startup Gepitcht, das war schon wieder
- 53:55so abstrus was ich vergessen habe, ich glaube für Restaurants
- 53:58oder Hotels genau für Hotels, da denke ich ja das mag ja alles
- 54:02sein, dass ihr jetzt die KI Lösung für Hotels sein und dass
- 54:05ihr der wollte jetzt mal eben 5000000€ einsammeln für die
- 54:10erste Bewertungsrunde wo ich dann denke ja aber.
- 54:14Ki Hotels, die wird in jeder Standard Software abgebildet
- 54:18werden und das sind buchungsprozesse.
- 54:20Das sind vielleicht auch ich sehe ich sehe es nicht, ich sehe
- 54:23das, das ist sowas wie Internet. Ja irgendwann haben wir uns
- 54:26kaputt gelacht über die Internetagenturen, vielleicht
- 54:28erinnerst du dich an weil Internet war einfach überall,
- 54:31das ist keine so und das wird meiner Meinung nach im KI
- 54:34Bereich wieder passieren und da ist einfach zu viel aufgehitztes
- 54:39Grad draus zu viel Aufregung für wahrscheinlich zu wenig was
- 54:42kommen wird. Ja, aber es ist doch etwas was.
- 54:45Also ich finde schon, was uns grundlegend absolut flossen
- 54:50wird. Es wird alles verändern.
- 54:51Genauso OK. Das steht außer Frage.
- 54:54Aber wird das überall das große Geschäft sein, das.
- 54:56Das steht also, wenn du es, wenn du es monetär siehst seh ich bin
- 54:59ich bei dir. Also wir werden ganz viel Abfall
- 55:01erleben in Anführungsstrichen ganz viel und es wird wie immer
- 55:04n Paar geben die davon profitieren und das ist aber so
- 55:08ist sind die meisten Märkte entstanden.
- 55:10Na ja, aber im Moment ist es dann schon n bisschen überhitzt,
- 55:12ne und du musst ja im Prinzip beim Startup nur KI mit
- 55:14reinschreiben und schon sind alle ganz hellhörig.
- 55:17Ja, momentan auch. Funktioniert auch nur KI und
- 55:19Rechenzentren nicht. Ja, anders halte ich für n
- 55:21Fehler, weil ich glaube der große Hype ist schon vorbei.
- 55:23Der Bewertungshype gerade gerade gerade unsere Welt, diese
- 55:26Startup Bewertung, das ist eigentlich schon vorbei.
- 55:28Ich glaube, dass wenn du jetzt irgendwo noch einsteigst, nicht
- 55:30mehr wirklich großgeld verdienen kannst.
- 55:32Ich glaube, die physischen Produkte werden wieder kommen,
- 55:34bin ich fest von überzeugt. Weil das wird der Effekt von KI
- 55:37sein, dass alles, was automatisierbar ist und digital
- 55:40und Software und so weiter das wird ne absolute Commodity, so
- 55:43ne Beiläufigkeit sein. Jeder kann in einer Kurzzeit
- 55:46irgendeinen digitalen Prozess aufsetzen und ihn und ihn
- 55:49automatisieren, aber was jeder nicht kann, ne zum Beispiel
- 55:52Jägermeister, ein physisches Produkt weltweit ausrollen mit
- 55:56Vertriebsstruktur, mit Logistik, mit.
- 55:59Mit was anfassbaren und ich glaube, die Unternehmen werden
- 56:02meiner Meinung nach sind die gerade völlig unterbewertet.
- 56:04Jetzt zum aktuellen Zeitpunkt und werden das nächste große
- 56:10Ding sein, wenn vorausgesetzt sie lösen echte Probleme und aus
- 56:14meiner Perspektive ist es halt so.
- 56:15Ich sehe halt einen viel zu großen Hype auf dem KI Thema
- 56:19ist. Ich weiß natürlich wie groß die
- 56:21Welt dauert bis es ankommt, aber ich glaube da werden so einige
- 56:26einen Irrglauben aufsetzen. Ja, spannend.
- 56:29Ja, das ist unglaublich spannend.
- 56:32Lass mal auf dein Thema nochmal kommen, in der Vorbereitung hast
- 56:36du mir gesagt, Lars, Ich habe auch ganz viel Glück gehabt, ja,
- 56:42das sagt sich immer so leicht, aber ich habe auch den Eindruck,
- 56:44so wie du bist. Du hast auch ganz viel, also
- 56:49bist du eher die Partei Glück oder bist du eher die
- 56:51Parteivorbereitung wenn du vorbei gehst?
- 56:53Ich glaube und ich glaube dir du bist eher zweiteres oder?
- 56:56Also vom Grundprinzip bin ich schon jemand, der Vorbereitend
- 57:00reingeht, aber was ich damit eigentlich nur sagen wollte ist,
- 57:04dass du zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle sein
- 57:07musst. Jawohl, das ist dann wiederum
- 57:09Glück. Und das meinte ich und das
- 57:11meinte ich mit Glück, das musst du halt auch haben und das
- 57:13kannst du nicht übers Knie brechen, da kannst du ganz viel
- 57:17wollen und da habe ich einfach ein paar Punkte gehabt, wo ich.
- 57:22Glück gehabt. Habe ja, wie zum Beispiel der
- 57:24Einstieg jetzt bei Wolf ja. Typisches Beispiel ja so, oder
- 57:28dass das gerade mit Jägermeister so gepasst hat.
- 57:31Ja, weil die suchten halt gerade jemanden und ich finde die Marke
- 57:33finde ich halt faszinierend, hat nicht mal Marke fasziniert und
- 57:37es war wieder Familienunternehmen.
- 57:38Ja und auch meine letzte operative Tätigkeit bei Wehrhahn
- 57:42war ja auch wieder Familien und. Da musst du noch mal kurz
- 57:44erklären, das ist ja ein Mischkonzern, ja, die ja ganz
- 57:47viele spannende Beteiligungen haben, so Bausektor und.
- 57:50Genau, also Familienunternehmen 1 sicherlich 1 der größten und
- 57:55renommiertesten alten Familienunternehmen aus aus
- 57:59Neuss. Das ist ja also mal nicht weit
- 58:03von Düsseldorf entfernt auf dann an, wie man so schön sagt, auf
- 58:06der richtigen Rheinseite in Anführungsstrichen.
- 58:10Und das bekannteste ist, was unter dem, was sie beteiligt
- 58:12sind, ist die Basalt AG und Zwilling.
- 58:13Genau, genau. Es gibt 33 Sparten, einmal
- 58:16Konsumgüter, dazu gehört also Zwilling, und den USA gehört
- 58:19Fiseman, das sind so Pinzetten und ähnliche Geschichten, dann
- 58:22gibt es eben die Basalt, also die BAG, die baut Basalt ab und
- 58:28macht in Deutschland daraus Asphalt auch teilweise und ist
- 58:33einer der ganz großen Hersteller von Asphalt in Deutschland und
- 58:36die dritte Sparte ist dann. Finanzdienstleister, also
- 58:41Factoring und Leasing und Autofinanzierung und so weiter
- 58:44also eine relativ großes Potbury in der Breite und das fand ich
- 58:49halt damals sehr spannend. Dazu eben mehrere 100
- 58:53Gesellschafter, Ach. Du heilige schon.
- 58:56Und hast die alle gezählt? Darüber hinaus?
- 59:00Ja, da gibt es ja auch sowas wie Verwaltungsrate, die das
- 59:03organisieren und das Spannende eben auch dort, dass man selber
- 59:07an. Gesellschafter berichtet, aber
- 59:11teilweise auch Gesellschafter an mich berichtet haben, sodass du
- 59:14auch so eine Art Sandwich Position hast als
- 59:16Familienfremder, was auch ganz spannend ist und insofern war
- 59:21die Herausforderung dieser Komplexität die sicherlich finde
- 59:26ich in der Art und Weise schon fast einmalig ist in
- 59:29Deutschland. Das fand ich hochspannend und.
- 59:32Natürlich gerade so, was ich gelernt habe, dass solche
- 59:34Unternehmen, die so viele Standbeine haben, natürlich
- 59:36logischerweise in Krisen. Da kann schon mal das eine mal n
- 59:39bisschen kippeln ja immer knicken, aber dann gibt es noch
- 59:424 bis 5 andere Standbeine, die ganz solide da stehen und es ist
- 59:46das schon so oft. Jetzt beobachtet bei auch bei
- 59:47unserem Kundenkreis. Dann denkt man, OK, dieses
- 59:50krippelnde Bein. Ja gut, das ist dann jetzt mal
- 59:53so, aber wenige Jahre später ist das plötzlich das stabile
- 59:56Standbein wieder und die anderen sind am Krippeln.
- 59:57Ja, und das ist wirklich total interessant bei diesen, bei
- 59:59diesen ist immer mischkonzernen. Das ist bei diesem
- 1:00:01Mischkonzernen ist heute an der, wenn du börsennotiert wärst kaum
- 1:00:05machbar. Ne, weil da würdest du sofort
- 1:00:06irgendwie n cave out oder ne Abspaltung oder wie auch immer
- 1:00:10direkt an die, weil es immer um um Optimierung letztendlich des
- 1:00:15des des Einzelnen geht. Wie kann ich noch n bisschen
- 1:00:17mehr draus machen? Und da denken
- 1:00:19Familienunternehmen natürlich ganz anders.
- 1:00:20Die denken eben langfristig, die denken halt über Generationen
- 1:00:24hinweg, und das ist ein riesen Riesen Asset auch gerade bei
- 1:00:28solchen Unternehmen wie wir haben ja.
- 1:00:29Das wäre nicht meine nächste Frage gewesen.
- 1:00:31Also was ist das große Geheimnis dieser starken
- 1:00:34Familienunternehmen und du hast es gerade schon gesagt, das ist
- 1:00:37tatsächlich diese Langfrist. Gedanken drin zu haben.
- 1:00:41Genau diese, diese Kontinuierlichkeit
- 1:00:43kontinuierliche. Daran arbeiten dieses diese,
- 1:00:48diese Grundwerte, die da sind, die vielleicht doch noch mal ne
- 1:00:50andere Dimension haben als n börsennotiertes Unternehmen und
- 1:00:54das spiegelt sich halt in vielen Dingen wieder.
- 1:00:56Ja erstmal in der strategischen Ausrichtung, zweitens aber auch
- 1:01:00in der oftmals in der kulturellen Aufstellung, die ja
- 1:01:03ne ganz. Andere Loyalität, auch zu
- 1:01:04bestimmten Dingen auch ne man man hat n viel längeren Atem,
- 1:01:07also was was was mich ja wir arbeiten ja viel auch für.
- 1:01:10Unternehmen, die vielleicht börsennotierter sind.
- 1:01:13Und dann passiert schon mal sehr häufig.
- 1:01:14Du hast n Ansprechpartner, du kennst du, man kennt sich ja und
- 1:01:17irgendwann schreibst du dir noch mal ne e Mail und dann kommt n
- 1:01:19Outresponder, der arbeitet einfach nicht mehr der Punkt so
- 1:01:23und denkst kann nicht wahr sein war das Unternehmen was wo ist?
- 1:01:27Wo ist das denn jetzt und dann das find ich teilweise n
- 1:01:30bisschen erschreckend das ist bei bei Familienunternehmen so
- 1:01:32ist mir das eigentlich bisher noch nicht passiert, sondern
- 1:01:35dann wird das mit langen Planen angekündigt und er will wechseln
- 1:01:38und so weiter ja und? Würdest du sagen, dass die
- 1:01:43Loyalität in diesem Familienunternehmen eher ein
- 1:01:46Risikofaktor ist oder eher ein Gewinnfaktor?
- 1:01:50Also das ist eben die Kunst, glaube ich, in
- 1:01:53Familienunternehmen die richtige Balance zu finden.
- 1:01:55Du hast in der Regel höhere Betriebszugehörigkeiten, was hat
- 1:02:01seine Vorteile, aber die Frage eben manchmal auch der
- 1:02:05Durchmischung und ein bisschen frischen.
- 1:02:07Dass sie die ganze Bude einpennt, weil sie.
- 1:02:10Was hast du jetzt gesagt? So hart würd ich das nie
- 1:02:12formulieren, aber diese richtige Balance hinzubekommen, ja.
- 1:02:17Ja, wenn sich alle zu wohl fühlen und alle schon sehr, sehr
- 1:02:19lange da sind, dann kann ja auch so n Effekt eintreten, so n
- 1:02:22bisschen ja wieso geht doch und wird schon ja.
- 1:02:25Und das ist glaub ich auch ne Gefahr die da ist.
- 1:02:28Das heißt ne gewisse Dynamik aufrechtzuerhalten ist ne Kunst.
- 1:02:31Man muss das jetzt nicht amerikanisch machen, dass man
- 1:02:33alle 2 Jahre irgendwie den Job rotieren muss oder ähnliche
- 1:02:36Dinge. Dafür musst du auch eine
- 1:02:38Systematik aufbauen. Das haben in der Regel
- 1:02:40Familienunternehmen deutscher Prägung nicht so sehr, aber so
- 1:02:44ein bisschen Durchmischung hilft dann manchmal schon auch.
- 1:02:46Ja ist, glaube ich notwendig, darf man nicht unterschätzen.
- 1:02:49Und es wäre auch ein Familienunternehmen.
- 1:02:51Letztendlich, oder? Ja, 100%. 100%. 100%
- 1:02:54Familienunternehmen. Und und sind die sind, die auch
- 1:02:57mit im Management tätig? Ich weiß es gar nicht.
- 1:02:59Nein, das war ja das erste Mal. Also als mein Vorgänger dann
- 1:03:03ausschied und. Vorsitzende des Verwaltungsrates
- 1:03:06wurde, war das das erste Mal, dass kein Familienmitglied im
- 1:03:10Vorstand mehr war. Wie entsteht sowas?
- 1:03:13Also jetzt mal unabhängig von wer soll generell?
- 1:03:15Ja das heißt da kommt eine nächste Generation und die sagt
- 1:03:22Unternehmer möchte ich eigentlich gar nicht sein oder
- 1:03:25was passiert da so im? Hintergrund Die Schwierigkeit,
- 1:03:27ja, die alle Familienunternehmen haben ab einer gewissen
- 1:03:30Größenordnung. Es gibt ja einige, die haben
- 1:03:33sich. Von vornherein entschieden sagen
- 1:03:35Wir wollen gar keine Familienmitglieder mehr im
- 1:03:37Unternehmen haben. Ja, dazu gibt es, und zwar viele
- 1:03:42der Großen haben genau sich dann für diesen Weg entschieden, weil
- 1:03:45das natürlich für Familienmitglieder in einem
- 1:03:47solchen Unternehmen auch nicht einfach ist.
- 1:03:49Also auf der einen Seite wird ihnen oder könnte Ihnen der
- 1:03:54Vorwurf gemacht werden, du bist ja nur dort, weil du
- 1:03:56Familienmitglied bist, und auf der anderen Seite könnte es
- 1:04:00sein. Dass sie eben dann in so einem
- 1:04:05Auswahlprozess so stark unter Beobachtung gelangen, dass sie
- 1:04:11sagen, ich möchte mir das gar nicht antun, also dieses dieses
- 1:04:15Verhältnis zwischen. Du bist ja immer an deinem
- 1:04:18Vorhergänger. Ja immer wieder gemessen
- 1:04:19sozusagen. Das ist das eine, und ich werde
- 1:04:21immer von meinen Mitgesellschaftern genau
- 1:04:23begutachtet. Und unter Umständen bekomme ich
- 1:04:27Lob oder Druck, in welche Richtung auch immer, dass die
- 1:04:29eine Seite, die es nicht ganz einfach macht.
- 1:04:32Und auf der anderen Seite bin ich ja dann zusammen mit
- 1:04:34anderen, die nicht Familienmitglieder sind, unter
- 1:04:37Umständen einer Geschäftsführung, wie auch
- 1:04:39immer. Und auch da muss ich, müssen
- 1:04:41sich alle an gewisse Spielregeln halten und das oftmals zerreißt
- 1:04:47auch Familien. Das glaube ich.
- 1:04:48Und das ist der Grund, warum es so ganz schwierig ist, den
- 1:04:52richtigen Weg zu finden in Familienunternehmen.
- 1:04:55Das eine mit dem anderen zu verbinden.
- 1:04:57Wenn ich eine gewisse Größenordnung erreicht habe.
- 1:05:00Also solange ich praktisch nur mehr die Frage habe, ob ich von
- 1:05:03von von den Eltern auf die nächste Generation überführe.
- 1:05:08Ja, und ich habe die richtigen Kinder dafür, Beispiel Fielmann,
- 1:05:12Viessmann, wie auch immer. Ja, oder Otto jetzt gerade
- 1:05:15aktuell. Ja, genau, da funktioniert es ja
- 1:05:17da. Wurde wurde ich weiß gar nicht,
- 1:05:18wie Alt Michael Otto der ist. Müsste ja auch locker über die
- 1:05:2170 immer dabei sein. Das sieht man ja häufig, dass
- 1:05:24die dann sehr, sehr, sehr, sehr lange Unternehmen sind, auch ein
- 1:05:27bisschen. Also in diesem Sinne sind sogar
- 1:05:29positiv patriarchisch das ganze und dem auch geformt hat und es
- 1:05:32sehr sehr sehr lange dauert bis dann die nächste Generation
- 1:05:36nachkommt, die dann teilweise schon 4050 und noch älter sind,
- 1:05:38ne? Das ist unterschiedlich.
- 1:05:40Ich meine, ich meine ein ein, ein Fielmann war relativ jung,
- 1:05:42ein ein Viessmann ist relativ jung, die Problematik ist, wenn
- 1:05:48die wenn die Eigentümer zu lange warten ja.
- 1:05:53Und 60 und 70 geht ja noch. Aber wenn sie dann 80 sind.
- 1:05:56Ja, haben wir auch schon im Kundenkreis sowas auch schon
- 1:05:58gehabt? Ja, da ist dann irgendwann
- 1:05:59schwierig. Ne, und dann funktioniert es
- 1:06:00nicht mehr. Ja dann können die nicht mehr
- 1:06:02loslassen. Also die Frage rechtzeitig sich
- 1:06:05Gedanken zu machen. Du hast ja meinen Sohn gerade
- 1:06:07schon kennengelernt. Hier eben, ja.
- 1:06:09Genau, ihr fangt ja schon früher.
- 1:06:11Ja, ja. Mal schauen, ob es klappt.
- 1:06:14Da weiß. Ich ja genau.
- 1:06:14Mal gucken was. Passiert ja sehr schön, aber
- 1:06:17aber gibt es gibt es so Signale eigentlich so aus aus den?
- 1:06:21Wann ist so ein Familienmitglied bereit, auch so Verantwortung zu
- 1:06:24übernehmen? Oder würdest du sagen, da gibt
- 1:06:26es gar keine generelle Formel für?
- 1:06:28Das ist immer so individuell unterschiedlich bei den
- 1:06:30jeweiligen Unternehmen also. Ich glaube ich bei jedem
- 1:06:32Unternehmen sehr, sehr, sehr unterschiedlich.
- 1:06:34Das eine ist, wie werde ich darauf vorbereitet, das zweite,
- 1:06:37wie sind die Rahmenbedingungen. Ja, also will ich mir das antun,
- 1:06:43habe ich Lust da drauf, ja oder bin ich eh nur unter sag mal so
- 1:06:49in der Arena und. Alle schauen nur für eine
- 1:06:51Zuschauerin, was ich da jetzt gerade treibe.
- 1:06:55Das. Das kann unangenehm sein.
- 1:06:57Das kann auch sehr unangenehm sein.
- 1:06:58Also. Ich könnte sogar rein
- 1:07:00theoretisch das fachlich voll drauf haben.
- 1:07:02Ich könnte rhetorisch fit sein, die Führung drauf haben, aber
- 1:07:04ich muss mir trotzdem noch überlegen, will ich mir das
- 1:07:07eigentlich antun, weil wenn mein Name da steht ist klar, ach er
- 1:07:11ist der Sohn oder er ist die Tochter oder wie auch immer ja
- 1:07:14wenn du wenn du keine Ahnung 3 oder 4 Gesellschafter hast in
- 1:07:18der nächsten Generation. Dann kann man da offen drüber
- 1:07:20sprechen und dann ist vielleicht der Fokus n anderer, als wenn
- 1:07:24ich hunderte habe und alle gucken da irgendwie was, sagt
- 1:07:27der jetzt ja so und es gibt ja genug Beispiele, wo da schon
- 1:07:31sehr herausfordernd war, ja. Jetzt, du hast ja n unglaublich
- 1:07:36breiten Horizont unternehmen ja schon begleitet.
- 1:07:38Ne noch mal zu diesem Muster, ja, also welches Muster siehst
- 1:07:43du bei erfolgreichen Fallmieunternehmen, was machen
- 1:07:45die richtig wie? Wie würdest du das?
- 1:07:48Kann man das überhaupt zusammenfassen oder ist das
- 1:07:49immer so individuell? Na, ich glaube, es gibt es gibt
- 1:07:53schon ein paar aus meiner Sicht ein paar Muster, wie du so schön
- 1:07:59formulierst, die immer wiederkehrend sind.
- 1:08:03Ich glaube das eine ist, dass sie eine klare Corporate
- 1:08:06Governance haben, das klingt sehr technisch, aber eine ganz
- 1:08:10klare Aufgabenverteilung haben und zu gehen, worüber
- 1:08:13beschäftigen wir uns als Gesellschafter?
- 1:08:18Wenn Familienmitglieder in der Geschäftsführung sind, ich.
- 1:08:20Muss jetzt mal eben nicht überall reinquatschen.
- 1:08:23Ja, unter anderem auch das genau, also nicht überall alles
- 1:08:26machen, sondern jeder muss wissen, welche Freiheitsgrade
- 1:08:29hat er, ob er als Gesellschafter in einem Gesellschafterausschuss
- 1:08:33oder Aufsichtsrat oder immer das heißt ist oder ob ich in der
- 1:08:37Geschäftsführung bin und damit, das müssen sowohl die Externen,
- 1:08:41also die nicht Familienmitglieder wissen, als
- 1:08:44auch die Familienmitglieder. Und wenn ich diese Spielregel
- 1:08:48nicht irgendwie sauber einhalte, dann wird es eben brüchig.
- 1:08:52Egal für wen. Und das ist zum Beispiel etwas,
- 1:08:56was ich gelernt habe, das ist 1 der wichtigen Punkte, das zweite
- 1:09:00eben sehr früh darüber nachzudenken, wie ich eigentlich
- 1:09:05meine Familie organisiere, ja, das gibt ich, habe ein Mandat,
- 1:09:09da sind es inzwischen jetzt 40 Gesellschafter, das waren mal 20
- 1:09:14oder 25 und. Und das wächst halt sehr
- 1:09:17schnell, dann irgendwann exponentiell.
- 1:09:18Und wenn du die Grundregeln nicht vorne gelegt hast, wie wir
- 1:09:22denn zusammenarbeiten wollen als Familie, wie wir uns
- 1:09:25organisieren wollen, Stimmrechte und und und von Stimmrechten,
- 1:09:30welche Gremien gibt es, was soll die Familie machen, in welchen
- 1:09:34Gremien soll sie wie sein? Wer soll den Vorsitz machen?
- 1:09:39Familienfremder Familieneigener das gibt es ja nicht.
- 1:09:42Tausende von von von Themen, die dann auf.
- 1:09:44Tausende von Fragen, die du aber regeln musst.
- 1:09:46Ja, was ist, wenn ein Gesellschafter raus möchte, weil
- 1:09:50er irgendwie Geld für gewisse Dinge braucht, oder?
- 1:09:53Also wie kann ich, kann ich liquidieren, will ich
- 1:09:56liquidieren, will man das nicht, hat ja auch viele Fragen nachher
- 1:10:00von Schenkungssteuer, erbschaftsteuerliche Komponenten
- 1:10:03etc. Ja, also.
- 1:10:04Alles nicht eindimensional. Es ist nicht eindimensional.
- 1:10:06Gibt es auch nicht richtig oder falsch.
- 1:10:08Neben einem Beispiel, wenn ich meine Anteile verkaufen möchte,
- 1:10:13aber ich eine Formel definiert habe, die eigentlich unter dem
- 1:10:18klassischen Verkehrswert ist. Was ich tun kann, dann hilft mir
- 1:10:21das, wenn ich. Vererbe oder verschenke.
- 1:10:25Wenn ich aber verkaufe, hilft mir das nichts, weil da will ich
- 1:10:28einen hohen Wert haben und ich muss mich als Familie
- 1:10:31entscheiden, welchen Weg ich gehe, weil ich kann nicht sagen,
- 1:10:34bei dem mache ich den Wert und bei dem mache ich den Wert, das
- 1:10:37wird das Finanzamt nicht mitmachen, also ich will nur
- 1:10:39sagen, das hat schon tragweiten nachher in einer Dimension, wo
- 1:10:44sich eine Familie sehr früh überlegen muss, welchen Weg sie
- 1:10:49einschlägt. Und je früher sich Familien
- 1:10:54darüber Gedanken machen, also wie sieht auch meine
- 1:10:56Inhaberstrategie aus, was will ich eigentlich als Inhaber mit
- 1:11:00meinem Unternehmen machen, lege ich auf Steigerung des Wertes
- 1:11:04großen Wert oder möchte ich eine hohe Dividende haben?
- 1:11:09Wie möchte ich in welchen Feldern wachsen, wollen wir in
- 1:11:12unserem Bereich bleiben, wollen wir diversifizieren, das sind ja
- 1:11:16Fragestellungen, die ich mir als Familie stellen muss.
- 1:11:21Ja, weil wenn du Angestellter Geschäftsführer oder Vorstand
- 1:11:25bist, dann musst du diese Rahmenbedingungen kennen.
- 1:11:28An der Börse kenne ich sie, weil ich genau weiß, ja das.
- 1:11:30Ist klar. Klare Regulatorik, ja.
- 1:11:32Genau, aber das kann bei jeder Familie anders sein.
- 1:11:34Und dann? Sind wir jetzt angekommen in
- 1:11:35deiner aktuellen Welt? Du bist ja als Aufsichtsrat
- 1:11:38Aufsichtsratsvorsitzender, du bist in Gremien tätig und bist
- 1:11:41jetzt aus der aus der C. Rolle bisschen zurückgezogen ja,
- 1:11:44aber. Bist jetzt quasi und das wissen
- 1:11:46ja die wenigsten, in die absolute Entscheiderrolle rein.
- 1:11:49Nein, nein, nein, nein. Nein, es ist so, aber jetzt
- 1:11:51ernsthaft also ein ein Vorstand kann auch nicht alles
- 1:11:56entscheiden. Ja, also ist ja für den jetzt
- 1:11:57mal für den, der es jetzt zum ersten Mal hört, er muss sich
- 1:12:00mit dem Aufsichtsrat abstimmen und der muss zustimmen bei
- 1:12:03großen wesentlichen Entscheidungen.
- 1:12:05Das wäre, so die einfache Darstellung, kannst du ne
- 1:12:07bessere Darstellung geben? Sicherlich.
- 1:12:09Ja, also Aufsichtsrat, wie das der Name schon sagt, hat 2
- 1:12:13Dinge, nämlich Aufsicht und Rat, Rat des Vorstands, also
- 1:12:17Unterstützung des Vorstands in seiner Tätigkeit, um es
- 1:12:21vielleicht an einer Stelle noch irgendwo einen Input zu geben,
- 1:12:24dafür vielleicht, dass am Ende noch n bisschen was Besseres
- 1:12:26rauskommt und Aufsicht heißt die Eigentümerinteressen vertreten,
- 1:12:31Schutz des Eigentums. Und insofern aufzupassen in
- 1:12:35Anführungsstrichen, dass kein böses Zeug, würde man sagen,
- 1:12:37gemacht wird. So und am Ende nachher auch den
- 1:12:41Vorstand entsprechend zu besetzen, das heißt, durch
- 1:12:44Berufung und Bestellung von Vorständen, aber auch oder
- 1:12:47Abberufung oder Nachfolgeregelung eben auch
- 1:12:49dafür Hinzufinden im Sinne. Im Sinne einer vernünftigen
- 1:12:53weiter Du hast so schön gesagt, du, du hast mehrere Mandate
- 1:12:56sogar zeitgleich. Ja, da fragt man sich, wie macht
- 1:12:59man das denn, aber das sind ja immer Termine, die im Großen im
- 1:13:01Großen und ganzen ja eigentlich schon im im Voraus bekannt sind.
- 1:13:04Ja wann ist ne Aufsichtsratssitzung, wann ist
- 1:13:06ne, wie nennt sich das konstitutionelle Sitzung ja und
- 1:13:10die ganzen Themen das und so machst du dir deinen Jahresplan
- 1:13:12und wieviel Tage im Jahr bist du an unterschiedlichsten
- 1:13:15Diskussionen beschäftigt. Ja, also ich würde sagen, so mit
- 1:13:19mit Mandatstätigkeiten die Hälfte, die Hälfte meiner Zeit,
- 1:13:26also bist du. Aber sie ist eben, also genau
- 1:13:29wie du sagst, es gibt die wiederkehrenden Dinge, aber es
- 1:13:31gibt natürlich, wenn du jetzt morgen eine Vorstandssuche hast,
- 1:13:34wo dann plötzlich unter Umständen auch.
- 1:13:37Etwas akutes passiert. In dem Ausschuss mit drin bist
- 1:13:40ja, wo du eben ein ein ein neues Vorstandsmitglied gewinnen
- 1:13:44möchtest. Dann gibt es eben schon ein paar
- 1:13:46mehr Gespräche. Ja, und die sind eben on top,
- 1:13:48das ist halt mal so, was ist dann mehrmals weniger.
- 1:13:50Und du bist am Ende dann doch wieder beim fulltime Job und
- 1:13:53wieder bei den 16 Stunden angelangt, oder?
- 1:13:54Ja, aber nein. Das bringt mir ja Spaß.
- 1:13:56Also ich habe ja nicht, ich habe mich ja nicht für diesen Weg
- 1:13:58entschieden, weil ich gesagt habe, ich möchte weniger
- 1:14:00arbeiten, sondern ich habe dann gesagt, ich möchte
- 1:14:02selbstbestimmter arbeiten und ich kann mir eben heute meine
- 1:14:05Mandate aussuchen, und wenn ich der Meinung bin, ich kann einen
- 1:14:09Beitrag leisten. Nicht nur ich, sondern vor allen
- 1:14:12Dingen auch die andere Seite ist der Meinung, dass sie keinen
- 1:14:14Beitrag leisten. Dann herzlich gern, dann bringt
- 1:14:18das ja auch Spaß und wenn man merkt, dass man keinen Beitrag
- 1:14:21leisten kann, dann sollte man das dann eben auch ruhen lassen,
- 1:14:26beenden oder wie auch immer. Trotzdem ist es ja so häufig,
- 1:14:31dass natürlich nicht bei deinen Mandaten jetzt unbedingt, aber
- 1:14:34generell ist die richtig kritischen Themen, die kommen in
- 1:14:38den Aufsichtsrat. Und müssen dann zumindest
- 1:14:40beleuchtet, beraten und auch mitentschieden werden.
- 1:14:43Ja. Ja, und viele der richtig
- 1:14:45kritischen kommen erst gar nicht in den Aufsichtsrat, sondern
- 1:14:47die, die die Wabern. Wenn ich das so sagen darf,
- 1:14:51zwischendrin dann irgendwo, und ich glaube, damit muss man sich
- 1:14:57also gerade bei Familienunternehmen eben sehr
- 1:14:59stark beschäftigen. Ja, bei Börsennotieren ist es
- 1:15:01noch einfacher, aber gerade wo Familienunternehmen sind, wo ja
- 1:15:03oftmals. Manchmal ja gar keine
- 1:15:05Notwendigkeit für einen Aufsichtsrat besteht trotzdem
- 1:15:08die Familie sich entscheidet. Wir wollen aber einen.
- 1:15:11Ach so, um quasi so eine Art Instrument der Steuerung noch
- 1:15:14dazwischen geschaltet zu haben. Ja, oder sie wollen selber, sie
- 1:15:16wollen selber eine Struktur aufbauen, wo Sie sagen, wir
- 1:15:19wollen uns selbst professionalisieren als Familie,
- 1:15:21ja wollen hier auch, ich sag mal, gewisse Spielregeln
- 1:15:25einhalten, die dann für eine Geschäftsführung oder für einen
- 1:15:29Vorstand. Besser voraussehbar sind, auf
- 1:15:32die sie sich einstellen können. Ja im Sinne einer einer guten
- 1:15:35Corporate Governance. Auch das gibt es mehr und mehr,
- 1:15:39also gerade bei Generationswechsel in die
- 1:15:41nächste Generation gibt es oftmals den Wunsch, eben auch zu
- 1:15:44professionalisieren, aber da muss man sich auch alle
- 1:15:48Beteiligten dann eben an die Spielregeln halten, ne?
- 1:15:51Ja, interessant. Also du bist jetzt aktuell bei
- 1:15:55aktuelle moderate Cewe Bitburger ne.
- 1:15:58Pressedruck Mediengruppe, also völlig unterschiedliche Branchen
- 1:16:04auch. Ja, wie macht man das, muss ja
- 1:16:07auch überall to date sein mit den Themen, die sich beschäftigt
- 1:16:11haben. Also die, die die Verbindung
- 1:16:13ist. Immer wieder Familienunternehmen
- 1:16:16also sind alles selbst CW als börsennotiertes hat ja eine
- 1:16:20Ankerfamilie letztendlich eine Gründerfamilie.
- 1:16:24Und diese Prägung eines Familienunternehmens mit allen
- 1:16:28Herausforderungen damit verbunden sind, das ist das, was
- 1:16:32letztendlich mein verbindendes Lied ist.
- 1:16:36So bin ich auch zu CEWE gekommen, um ein Beispiel jetzt
- 1:16:38zu nehmen. Und bei Cewe gibt es halt noch
- 1:16:40diese Besonderheit einer Stiftung, weil man irgendwann
- 1:16:43mal versucht hat, einen amerikanischen Hedgefonds.
- 1:16:46CW zu übernehmen. Da gab es mal ganz, ganz üble
- 1:16:48Auseinandersetzungen. Warst du da?
- 1:16:50Schon dabei? Nein, da war ich nicht dabei.
- 1:16:51Das ging hier durch die Presse wie verrückt, wo dann plötzlich
- 1:16:54irgendwie in so einer, ich glaub es war war es ne
- 1:16:56Aufsichtsratssitzung, ich weiß gar nicht genau, irgendwie ein
- 1:16:59Headfond dann plötzlich versucht hat, ich sag mal so seine
- 1:17:02Interessen durchzudrücken mit vehementen Hebel so ungefähr ja
- 1:17:05und das ging durch die Presse wie verrückt.
- 1:17:08Und das glaube ich genauso ein ein Thema, wo man dann eben ein
- 1:17:11Konstrukt gewählt hat, um das zukünftig zu vermeiden, über
- 1:17:17eine Stiftungslösung und zum Beispiel gibt es da eben 2
- 1:17:22Gremien, nämlich einmal das Kuratorium, einmal den
- 1:17:24Aufsichtsrat, und da bin ich in beiden als einziger, um auch so
- 1:17:28ein bisschen die Bindung zwischen diesen beiden Gremien
- 1:17:31herzustellen. Aber das sind immer so
- 1:17:33Sondersituationen und insofern in jedes Unternehmen hat da so
- 1:17:38seine eigenen und seine Besonderheiten, und das ist
- 1:17:40meistens so ein Rahmen, warum man mich an der einen oder
- 1:17:46anderen Stelle dazu anspricht und sagt, Mensch, kannst du dir
- 1:17:49das vorstellen, so was für uns zu machen.
- 1:17:52Wie gehst du mit so Phasen um? Also ich kenn das von mir selbst
- 1:17:54ja auch ne, also uns ist es ja berufsbedingt so, dass uns
- 1:17:57Fragen gestellt werden, auf die es noch keine Antworten gibt und
- 1:18:00ich könnt mir vorstellen, dass es bei euch auch ganz ähnlich
- 1:18:02ist. Ja also oder sag mal zumindest
- 1:18:04wo du wo du wo es noch keine klare Antwort, noch keine klare
- 1:18:07Antwort gibt, ja wie, wie gehst du mit sowas um, weil ich mein
- 1:18:10die Verantwortung ist groß, ne CW hat ja auch zum Beispiel X
- 1:18:13Tausende Mitarbeiter oder n Bitburger ja auch ne da ist ja
- 1:18:16auch der Wandel was wir über gesprochen haben mit dem.
- 1:18:18Weg von den Alkollastigen, hinzu alkoholfreien Getränken und so
- 1:18:22was. Ja, wie gehst du mit solchen
- 1:18:24Dingen um? Also jetzt persönlich, du, wie
- 1:18:26wie findest du da den Weg das so zu begleiten, dass die Antwort
- 1:18:33eine klare wird, wie machst du das?
- 1:18:36Ich glaube, es gibt 2 Ebenen. Es gibt also die eine Ebene ist
- 1:18:39die Frage von Zukunftsthemen, die wir alle nicht beantworten
- 1:18:41können. Da frage ich dann eher solche
- 1:18:44Leute wie dich, die da viel näher dran sind.
- 1:18:47Versuche mich selbst auf dem Laufenden zu halten in
- 1:18:49Anführungsstrichen so gut es geht.
- 1:18:51Also das ist für mich Neugier auf neue Dinge.
- 1:18:54Also ich finde auch KI hochspannend und beschäftige
- 1:18:58mich auch damit und habe Gott sei dank 2 Kinder die die da so
- 1:19:03ein bisschen mehr Ahnung haben als ich und mich da an der ein
- 1:19:05oder anderen Stelle auch noch ein bisschen anzuschauen, 26 und
- 1:19:0823 und dann aufschlauen in Anführungsstrichen zu manchen
- 1:19:13Themen. Aber Spaß beiseite, das ist die
- 1:19:16eine Dimension, aber die andere Dimension ist eben auch die
- 1:19:19Frage, wie kannst du einen Beitrag leisten, eine, ich sag
- 1:19:26mal Entscheidung herbeizuführen, auch unter Unsicherheit, und ich
- 1:19:31meine, die Zeiten, die wir heute haben, mögen vielleicht noch ein
- 1:19:34bisschen komplexer sein, als was wir in der Vergangenheit erlebt
- 1:19:37haben, aber wir haben ja auch schon.
- 1:19:40Die ein oder andere Krise hinter uns in Anführungsstrichen, die
- 1:19:42uns sehr wohl beeinträchtigt. Hat und Multikrisen übereinander
- 1:19:46gelagerte Krisen in sich verankerte.
- 1:19:48Krisen, alles, alles. Und ich glaube, das ist ein ganz
- 1:19:50wichtiger Punkt, sich auch drüber noch mal einen Klaren zu
- 1:19:51machen. Ja, die Welt mag schneller sein,
- 1:19:54sie mag noch eine Stufe komplexer sein, aber am Ende
- 1:19:58muss man sich immer ein Stückchen auch zurückkehren und
- 1:19:59sagen okay welche Parameter habe ich und an welchen Schrauben
- 1:20:03kann ich denn überhaupt drehen und ich glaube diese Ruhe
- 1:20:06einfach noch mal hinzugehen und sagen okay das.
- 1:20:11Nicht in Hektik auszubrechen, sondern Dinge nach unten zu
- 1:20:14sezieren. Ich glaube, das ist aus meiner
- 1:20:16Sicht etwas, was nicht unwichtig.
- 1:20:18Ist wie schön. Was macht dich optimistisch,
- 1:20:21wenn du heute mal auf die deutsche Unternehmenslandschaft
- 1:20:23blickst, weil wir da draußen ja viel Abgesang und und wir sind
- 1:20:26ja alle, aber lass mal auf den positiven Blick was was stimmt
- 1:20:29dich optimistisch, wenn du heute auf die deutsche
- 1:20:32Unternehmenslandschaft blickst? Ich glaube, wir haben
- 1:20:34insbesondere ganz, ganz viele tolle Familienunternehmen
- 1:20:37mittelständischer Natur. Die teilweise ja hidden
- 1:20:41Champions sind, die wir oftmals gar nicht kennen, oder die
- 1:20:45meisten von uns gar nicht kennen.
- 1:20:46Wollen wir es mal so formulieren, mich inklusive.
- 1:20:50Und wenn man so durch die Landen fährt, ob man jetzt hier im
- 1:20:54Oldenburger Land ist oder. Ja, wir haben hier so n paar
- 1:20:56paar paar Glanzlichter wo man denkt wer ist das noch nie
- 1:21:00gehört. Das ist nicht nur Oldenburg.
- 1:21:02Ja, und wenn du weiter runter fährst, wenn du ins Münsterland
- 1:21:05gehst oder wenn du nach Baden Württemberg gehst.
- 1:21:07Man ist erstaunt, wie viele Regionen es gibt, die wirklich,
- 1:21:10wirklich, wirklich gute Mittelständler haben.
- 1:21:13Und das ist nach wie für mich das Größte mit Substanz.
- 1:21:16Vor allen Dingen auch ja. Genau, mit Substanz.
- 1:21:18Du fährst da teilweise in so Firmenhöfe rein, wo du denkst,
- 1:21:21OK, sieht ja verdammt gut aus. Ja und dann wird man durch die
- 1:21:24für durch die Fertigung geführt oder irgendwann denkst Wow, wow
- 1:21:26wow. Dann hörst du irgendwie
- 1:21:28Weltmarktführer von so und so. Ja hochspezialisiert auf dem und
- 1:21:32dem Sektor und davon haben wir etliche natürlich.
- 1:21:35Werden wir eine Transformation auch in der Wirtschaft erleben?
- 1:21:38Und davon wird es einige Morgen nicht mehr geben, das ist auch
- 1:21:40so, aber die Substanz ist da, die Kreativität ist da und ich
- 1:21:47glaube, gerade die Mittelständler haben eine hohe
- 1:21:48Anpassungsfähigkeit, so insofern, glaube ich, wird uns
- 1:21:53das helfen. Als Gesellschaft sehe ich eher
- 1:21:55das Problem, dass wir leider die Mittelständler auch flexibel
- 1:22:00sind. Flexibel heißt auch, dass viele
- 1:22:03von denen sich schon Gedanken darüber machen und.
- 1:22:05Wo baue ich zukünftig Ressourcen auf aufgrund der
- 1:22:08Rahmenbedingungen? Das hast du aber jetzt super
- 1:22:10formuliert. Also du meinst auch, dass es
- 1:22:12genügend gibt, die sagen ich darf ja Klartext reden, wir
- 1:22:16gehen vielleicht auch so aus Deutschland mal weg, ja, wenn
- 1:22:17wenn sich hier gewisse Sachen weiterhin so anstrengend
- 1:22:21konstellieren, wie sie sich gerade uns darstellen.
- 1:22:24Also ich kenne ganz viele Familienunternehmer, die sich
- 1:22:26sehr wohl Gedanken darüber haben.
- 1:22:28Eben. Ich sag mal die nächste
- 1:22:31Fabrikation nicht in Deutschland zu bauen, sondern sie irgendwo
- 1:22:34keine Ahnung in Rumänien oder wie auch immer.
- 1:22:36Wenn man sieht, bin vor kurzem an der tschechischen Grenze,
- 1:22:39gefühlt 5 Kilometer hinter der tschechischen Grenze ist werden
- 1:22:42Firmen aufgebaut, wo du denkst, wow.
- 1:22:45Sind Tschechien, Polen ja unglaublich viel, viel.
- 1:22:47Das ist ein bisschen schade, ne, aber wir wollen ja über den
- 1:22:49positiven Komponenten. Also wenn du drauf guckst, also
- 1:22:54optimistisch, stimmt dich, dass wir überall noch diese hidden
- 1:22:57Champions haben, die wahnsinnige Potenziale und die.
- 1:23:00Ja, das sehe ich genauso. Und ich glaube, dass es immer
- 1:23:03noch die Ausbildung noch noch gut ist.
- 1:23:08Wir haben immer noch dieses duale System, wir haben immer
- 1:23:11noch das Ausbildungssystem, das sind eigentlich große Assets in
- 1:23:15Deutschland, die wir. Nicht das wissen die wenigsten,
- 1:23:17dass das noch kein deutsches Thema ist, absolut.
- 1:23:20Das kriegt kaum einer mit. Wir haben mal für Alibaba sagt
- 1:23:22ihr vielleicht was mal ein Projekt gehabt, weil die gesagt
- 1:23:26haben. Wir würden gerne dieses System
- 1:23:28für uns adaptieren, also nur jetzt nicht für gesamt China,
- 1:23:31sondern nur für Alibaba. Ja, dieses Ausbildungssystem,
- 1:23:34die waren da so begeistert von, dass man Leute an den Beruf
- 1:23:37ranführen kann, die im Grunde genommen aus ganz anderen
- 1:23:39Bereichen kommen, sukzessive jetzt mal auf intelligenten kann
- 1:23:42ja und dann reinbringt. Absolut also, und darum ist ist
- 1:23:46auch der klassische Sachbearbeiter in Deutschland,
- 1:23:50mit Verlaub gesagt, viel besser ausgebildet, viel besser
- 1:23:53ausgebildet. Als wenn du nach England oder in
- 1:23:55die USA gehst und hier meinen klassischen Sachbearbeiter.
- 1:23:57Das hoffe ich, weil das ist zum Beispiel ein ganz wesentlicher
- 1:24:00Effekt von KI, dass ich glaube, diese all diese wiederholenden
- 1:24:04Tätigkeiten, von denen sich auch viele Sachbearbeiter ja so vom
- 1:24:06vom Definition des Berufs her absolut sag mal, jetzt nicht
- 1:24:11alle, aber n Großteil der Tätigkeit, willst du das
- 1:24:13wahrscheinlich ausmachen, da sehe ich so n bisschen schwarz,
- 1:24:15wie stellen die sich in Zukunft auf, also ne, absolut.
- 1:24:18Ja, und da wird auch einiges wegfallen.
- 1:24:19Ne, also so ist es nicht. Ich bin jetzt nicht der Meinung,
- 1:24:21dass das alles so bleibt, aber ich würde sagen.
- 1:24:23Wir haben schon ein paar Assets, denen wir uns auch wieder
- 1:24:27bewusst werden müssen und die wir auch nutzen müssen.
- 1:24:32Also das waren so aus meiner Sicht, das sind eben auch
- 1:24:34wirklich positive Assets. Gefällt mir noch mal auf dich
- 1:24:38persönlich, wenn du jetzt noch mal 40 wärst absolut noch mal am
- 1:24:43Beginn deiner Karriere so. Ja, in welchem Bereich würdest
- 1:24:48du neu starten? Das würde mich interessieren.
- 1:24:50Heute. Ja.
- 1:24:52Du kannst noch mal die Uhr zurückspulen und sagen, ich kann
- 1:24:54jetzt mit all der gesammelten Erfahrungen, die ich jetzt habe,
- 1:24:57die letzten 3040 Jahre Berufserfahrung noch mal wieder
- 1:25:01von vorne und habe habe eben das nötige Grundalter, habe die
- 1:25:06Erfahrung habe, habe das Marktwissen was, wie würdest du
- 1:25:09dann durchstarten? Also ich würde wäre heute
- 1:25:13wirklich gefährdet, mich noch mal selbstständig zu machen.
- 1:25:16Ehrlich in. Welchem Bereich?
- 1:25:19Richtung Robotik wahrscheinlich eher in diesem Bereich, also da,
- 1:25:23wo ich praktisch die die die Hype Themen Wir sprachen vorhin
- 1:25:28drüben wie KI und so weiter nutzen kann, aber in Bereichen
- 1:25:35die ich wirklich nachher in der Anwendung schon kenne, schon
- 1:25:40weiß und wo ich jetzt schon weiß, da geht was.
- 1:25:43Ah OK, weil weil weil du auch viel Erfahrung mittlerweile
- 1:25:46weißt wo du siehst. OK, da ist noch sehr viel
- 1:25:47händischer Prozess heute, absolut absolut, ja wir sehen
- 1:25:51wir, ich hab vor kurzem n ganz beeindruckendes Video gesehen,
- 1:25:53auch aus China mal wieder. Und zwar aus diesen Sortier und
- 1:25:56Packanlagen von diesen Postpaketen.
- 1:25:59Zum Beispiel? Wo es ja bislang immer hieß, das
- 1:26:01ist nicht automatisierbar, keine Chance, ne, das eine ist lang,
- 1:26:05das andere ist dick, das andere ist gewickelt, das andere ist
- 1:26:07gerollt, das andere ist quadratisch, so, so, und dann
- 1:26:09haben die doch einfach nur den Arbeitern dort Kameras
- 1:26:12aufgesetzt und haben mal so 5 bis 10000 Stunden Videomaterial
- 1:26:15aufgenommen, wie die halt Dinge sortieren und haben damit ne KI
- 1:26:18gespeist. Und haben damit jetzt Humanoiden
- 1:26:20ans Band gestellt, die genau diese Tätigkeit dann doch
- 1:26:23übernehmen können. Ist erschreckend, wenn man
- 1:26:26denkt, ach, das geht alles nicht, ja und ich hör ja immer
- 1:26:28wieder das Beispiel des Plumbers, also den derjenige,
- 1:26:30der. Genau.
- 1:26:32Ja, der wird auf ewig und Ewigkeit wird der ja nicht
- 1:26:35gefährdet sein, das seh ich gar nicht so sehr, also wenn.
- 1:26:38Du hast ein Thema und das find ich eben faszinierend.
- 1:26:42Du kannst die mit Daten speichern und du kannst
- 1:26:45humanoide Roboter dahin packen. Wir wir müssen technisch das
- 1:26:50jetzt noch umsetzen, in Geschwindigkeit der Bewegung des
- 1:26:54Roboters, und da sind wir eben noch nicht optimiert.
- 1:26:58Na Mercedes. Nee, BMW hat ja schon einen am
- 1:27:00Band. Gab es auch wirklich Videos, die
- 1:27:02jetzt nicht nur Show sind, wo im Hintergrund einer mit dem
- 1:27:05Joystick steht und nicht steuert, sondern er ist wirklich
- 1:27:06im im im Presswerk ist er tätig. Und die Geschwindigkeit war
- 1:27:09schon erstaunlich gut. Weil er aber gelernt hat,
- 1:27:11gelernt, gelernt, gelernt, gelernt, gelernt.
- 1:27:13Aber sonst bin ich bei der die Geschwindigkeit.
- 1:27:14Ist und weil er wiederkehrende Tätigkeit weit.
- 1:27:17Absolut wiederkehrende Tätigkeit im Hochsicherheitsbereich.
- 1:27:20Ne, genau. Aber da wo du, was du jetzt
- 1:27:21gerade sagtest, nämlich packen mit verschiedenen
- 1:27:25Größenordnungen, mit verschiedenen Materialien, wo
- 1:27:28ich ich weiß nicht n mal n Möglichkeiten, aber die wirklich
- 1:27:31gigantisch hoch sind. Brauche ich ja nicht nur
- 1:27:34rechnerleistung, sondern ich brauche auch Arme, die so
- 1:27:37schnell arbeiten können. Ja, und da haben wir halt in der
- 1:27:41Vergangenheit immer noch gelernt, das dauert ne.
- 1:27:45Absolut. Und jetzt gab's ja die ersten
- 1:27:48Humanoiden, die schon im Preisbereich um die $3000
- 1:27:50adressiert worden sind, wo ich sage, okay, jetzt wird's richtig
- 1:27:53spannend und jetzt glaube ich nämlich die große Chance für
- 1:27:55Deutschland, wir haben ja an den Fachkräftemangel und ich glaube.
- 1:28:01Wenn wir die dieses Gejammere des Fachkräftemangels mal kurz
- 1:28:04pausieren, einen Schritt nach vorne gucken, auf KI und
- 1:28:07Robotik, genau was du sagst, dann haben wir keinen
- 1:28:10Fachkränkelmangel, sondern sind wir perfekt aufgestellt, weil
- 1:28:14wir dann diese diese riesen Delle, die wir da haben, genau
- 1:28:17mit Automatisierung, Robotik und sonstiges schön auffüllen
- 1:28:19können. Das Ingenieurstum draußen rum
- 1:28:22können wir sowieso relativ gut, dann den gesunden
- 1:28:25Familienunternehmen dahinter und dann schließt sich der Kreis.
- 1:28:29Nämlich, dass wir vielleicht physische Produkte mit Hilfe von
- 1:28:31KI bauen. In Familienunternehmen aus
- 1:28:34Deutschland heraus zu einer ganz gesonderten Qualität.
- 1:28:37Und das, ich glaube das wirklich, ich bin davon fest
- 1:28:39überzeugt. Stimme ich dir zu.
- 1:28:41Und wenn wir dann noch den richtigen Mindset dazu haben.
- 1:28:45Ja, ich fand das ganz faszinierend, wenn du nach Japan
- 1:28:47gehst und über KI sprichst, ist die Begeisterung riesengroß, und
- 1:28:51zwar die normalen, die normale Bevölkerung.
- 1:28:55Ist völlig positiv, weil sie genau wissen, Sie haben morgen
- 1:28:58nicht genug Menschen, um zum Beispiel Pflege, Versorgung wie
- 1:29:03auch. Absolut sicherheitsabsur.
- 1:29:04Ein riesiges Feld. Das heißt, die sehen das als
- 1:29:06positiver Effekt? Ja, was wir, wir kommen erstmal
- 1:29:09hin und sagen, alles ist furchtbar, Gott, oh Gott, was
- 1:29:11kann da alles passieren. Nein, die Frage ist, wofür ich
- 1:29:15es nutze. Ja, ich glaube, da wird ja eine
- 1:29:17Riesenchance. Weil das Sinnbild natürlich
- 1:29:19eines Roboters etwas ist. Da kommt eine Maschine, die ist
- 1:29:21unpersönlich und da will ich als alter Mensch noch nicht mit zu
- 1:29:24tun haben. Aber n Willy hat es vorgemacht,
- 1:29:26kennst du diesen kleinen süßen Roboter, der, der haben sich auf
- 1:29:29der Bühne präsentiert, der ja sofort Gefühle von ach, den
- 1:29:32möchte ich gerne knuddeln in sich trägt.
- 1:29:33Ja, ich glaube, wir haben einfach noch ein falsches Bild
- 1:29:35von dem, wie was man damit alles machen kann und wie man es
- 1:29:38anwendet, und das wird natürlich gerade in der Pflege, wo wir
- 1:29:40natürlich auch unzählige Stunden und machen und.
- 1:29:42Nicht alles. Ich glaube, es wird auch da eine
- 1:29:44gute Lösung geben, bin ich fest. Von der nicht fest überzeugt,
- 1:29:46glaube ich ja. Und das wird vielleicht auch das
- 1:29:48Rentenproblem, insofern dann irgendwann mal lösen, dass wir
- 1:29:50sagen, wir müssen gar nicht mehr so unfassbar riesengroße Summen
- 1:29:54in diese Systeme reingießen, weil wir da unglaublich viel
- 1:29:56Personal brauchen, sondern wir haben gewisse Dinge in
- 1:29:59Anführungsstrichen automatisiert, in nett, in süß,
- 1:30:02in angenehm, ja auch für jemanden akzeptabel, dass die
- 1:30:05Probleme dort auch gelöst werden.
- 1:30:06Also ich bin da auch total positiv, aber.
- 1:30:08In einfachen Dingen auch hier ne Essensverteilung.
- 1:30:11Arzneimittel Dosen irgendwie fixieren.
- 1:30:14Also was ich damit nur sagen will ist, es gibt immer einen
- 1:30:18Mittelweg. Ist die Frage auch des Mindsets,
- 1:30:20also auch das ist was ganz, ganz Wichtiges, wie wir einfach nach
- 1:30:22vorne gucken. Ja und einfach mal mit ganz
- 1:30:25anderen mal aufhören, ne. Also weil ich meine, da sind wir
- 1:30:27Deutschland wirklich Weltmeister.
- 1:30:29Das können wir, das können. Wir aber uns geht's allen noch
- 1:30:33verdammt gut. Okay aber doch mal auf dich.
- 1:30:38Was war dein schwerster Moment deiner Karriere und und was hat
- 1:30:42dich dann in dem Moment trotzdem weitermachen lassen?
- 1:30:44Magst du über sowas reden? Ja, kann ich, kann ich, kann ich
- 1:30:48erzählen. Ich glaube, dass der so das
- 1:30:50erste Aufschreckmoment, den ich wirklich hatte.
- 1:30:55Ich hatte bei Bain eine Managerin, eine Italienerin, die
- 1:31:00eigentlich nie zufrieden war, und ich weiß noch meine erste
- 1:31:05Beurteilung, die ich bekam, die war gar nicht gut.
- 1:31:08Gar nicht gut. Und ich?
- 1:31:11Hab's nicht verstanden und dann gehst du schon nach Hause und
- 1:31:16zweifelst. Eigentlich bist du hier
- 1:31:18eigentlich richtig, richtig was du hier machst.
- 1:31:21Und dann ist man zaghaft dabei, zunächst bei ihr noch mal zu
- 1:31:27hinterfragen, das war jetzt vom also ich muss sagen, die
- 1:31:32Werterhellung war überschaubar und.
- 1:31:36Und dann habe ich dann den den Senior Consultant, nannte sich
- 1:31:41da, also den zwischen mir und ihr gefragt, der hat ja auch
- 1:31:45eine schlechte Bewertung bekommen und dann gab es noch
- 1:31:48jemanden, der eine schlechte Bewertung bekommen hat und
- 1:31:50irgendwann hatte ich dann verstanden, ein paar schlaflosen
- 1:31:53Nächte, dass es vielleicht nicht nur an mir lag, ja, aber das hat
- 1:31:57mir damals einen echten Tiefschlag versetzt.
- 1:31:59Das so zu machen, ja, die ist nachher ausgetauscht worden.
- 1:32:03Aber jetzt bist du damit umgegangen.
- 1:32:05Also. Ja, weil ich.
- 1:32:06Ich war total unsicher. Ich wusste überhaupt nicht was,
- 1:32:08weil ich es auch nicht verstanden hatte, also die die
- 1:32:11Argumente, die sie mir zuspielte, konnte ich nicht
- 1:32:15nachvollziehen auf die Beispiele.
- 1:32:18Und hat sich das mehr angetrieben?
- 1:32:20Oder die ist mehr gebremst? Es hat mich zuerst verunsichert,
- 1:32:23weil es das erste Mal war. Ich kannte das, ich konnte damit
- 1:32:25nicht umgehen und das. Dann habe ich eben versucht zu
- 1:32:30hinterfragen, also zu rationalisieren.
- 1:32:33Das war mit ihr nicht möglich und dann habe ich versucht, eben
- 1:32:36mich schlau zu machen, bei anderen habe ich eben, gab es
- 1:32:39doch eine Aufhellung. Naja, es war so ein bisschen
- 1:32:41systemscheinbar, ja. Aber ich habe daraus gelernt,
- 1:32:44dass du, dass du viel, wie soll ich sagen, viel direkter damit
- 1:32:49umgehen musst und wirklich versuchen musst, zu verstehen
- 1:32:53und. Und ich habe gemerkt, dann hatte
- 1:32:55sie nur zwischen Tür und Angelzeit 3 Fragen.
- 1:32:57Die Beantwortung war relativ für mich nicht hilfreich, weil es
- 1:33:04eben auch keine Beispiele waren, wo ich sagen kann, ah Mensch, wo
- 1:33:07kann ich mich denn verbessern? Ja, so, da kam nicht so richtig
- 1:33:10was, aber ich habe nämlich gemerkt, du musst dich auch
- 1:33:13nicht so schnell verunsichern lassen, sondern du musst schon
- 1:33:16versuchen klares Bild zu bekommen, was dein Gegenüber
- 1:33:20denkt, aber das ist wichtig. Und das durch der Fragen auch
- 1:33:24noch mal zu spezifizieren. Abo Klares Bild wie definierst
- 1:33:29du Erfolg heute? Ich meine, du hast ja offen
- 1:33:32reden, ich komme ja auch aus dieser Zeit, Visitenkarten,
- 1:33:35Titel, Firmenwagen, Gehalt ja ich glaube da warst du
- 1:33:38wahrscheinlich auch nicht anders in den Anfängen deiner Karriere.
- 1:33:40Aber ist normal, oder? Da kommen wir alle irgendwie
- 1:33:44her. Aber so jetzt mal jenseits von
- 1:33:45von Zahlen und Titeln. Ich meine du hast, du hast ja
- 1:33:47wirklich eine, kann man schon so seine Bilderbuchkarriere
- 1:33:50hingelegt bis heute ja immer noch, ja ist gefragt.
- 1:33:53Aber wie? Wie würdest du, würdest du
- 1:33:56Erfolg definieren? Also Erfolg gibt es gibt es für
- 1:34:00mich 2 Dimensionen die eine Dimension ist die die die meinen
- 1:34:05oder was für mich Erfolg ist. Persönlich und wie gesagt, da
- 1:34:08gibt es 2 Dimensionen die eine Dimension ist.
- 1:34:11Wie kann ich denjenigen oder diejenigen, für die ich tätig
- 1:34:15bin oder für die ich irgendwas mache.
- 1:34:18Ich sag mal deren Zufriedenheitsgrad steigern.
- 1:34:20Du bist wirklich Dienstleister am Herzen.
- 1:34:23Ich bin absolut Dienstleister im Herzen, weil das treibt mich
- 1:34:25wieder, wenn ich da was erreichen kann, dann hab ich was
- 1:34:29erreicht. Aber es ist interessant.
- 1:34:30Also dann ist das vielleicht auch ein Kern deines Erfolges,
- 1:34:34dass du immer den Menschen, den anderen, was Gutes tun möchtest.
- 1:34:40Genau, also jetzt nicht zwangsläufig.
- 1:34:42Also, wenn man Menschen freisetzt, ist das jetzt nicht
- 1:34:44gerade was gutes, aber es geht um die Sache, kann ich nicht.
- 1:34:47An der Sache oder in dem Fall jetzt Eigentümer oder Familien
- 1:34:52helfen und kann ich da was Positives bewirken?
- 1:34:56Und das gibt dir eine Zufriedenheit zurück.
- 1:34:58Das gibt mir eine Zufriedenheit und das das ist letztendlich
- 1:35:00meine intrinsische Motivation. Was du bei Familienunternehmen
- 1:35:05schnell lernst, ist, wenn du dein Ego, also dein Alpha, deine
- 1:35:09Visitenkarte nach vorne bringst. Das wird nicht gut gehen, bei
- 1:35:11Familienunternehmen solltest du dir lieber ein anderes
- 1:35:13Unternehmen aussuchen, du solltest nie.
- 1:35:17Im Mittelpunkt stehen, das ist immer die Familie.
- 1:35:19Das ist aber auch eine Kunst. Trotz all dieser Verantwortung,
- 1:35:22sich in der Situation dann wieder so zurückzunehmen und der
- 1:35:25Dienstleister zu sein. Das ist das, was idealerweise
- 1:35:28genau der Fall ist. Das gelingt mal besser und mal
- 1:35:32schlechter. Auch das ist menschlich, aber
- 1:35:33das ist das, wie ich Erfolg für mich definieren würde.
- 1:35:37Und das zweite ist meine persönliche, also das ist dann
- 1:35:40die Folge daraus, meine persönliche Zufriedenheit damit.
- 1:35:43Und dies direkt verknüpft. Ja.
- 1:35:46Klar. Und.
- 1:35:48Was willst du noch lernen? Trotz all dieser ganzen
- 1:35:51Erfahrungen, die du schon gemacht hast, weil du bist ja
- 1:35:53ein sehr neugieriger Mensch, nach wie vor immer noch, man
- 1:35:55merkt. Das ja.
- 1:35:56Also jeden Tag. Ich möchte jeden Tag lernen,
- 1:35:58also ich hab da, ich möchte da gar nicht, also ich.
- 1:36:01Sehe das als totales Muster, dass so Menschen wie wie du ja,
- 1:36:05dass diese Neugier da drin steckt.
- 1:36:07Ja, das ist das, was mich immer angetrieben hat.
- 1:36:09Also irgendwas neues noch mal und was zu schauen.
- 1:36:12Ich hab auch alle 10 Jahre. Irgendwie größere Projekte mir
- 1:36:18vorgenommen, oder? Dann habe ich noch mal
- 1:36:20irgendwann Executive MBA nebenbei gemacht.
- 1:36:22Oder nebenbei macht man sowas. Dann habe ich ja, dann habe ich
- 1:36:24auch mal einen Flugschein, dann habe ich einen Flugschein noch
- 1:36:26mal gemacht, irgendwann, weil ich das, weil ich das spannend
- 1:36:29war, weil ich immer schon mal selber fliegen wollte.
- 1:36:32Ja, also das sind so Themen, die mich dann reizen, und da habe
- 1:36:37ich dann auch Lust, ja, mich noch mal reinzuknien, also auch
- 1:36:41mental noch mal gefordert zu werden.
- 1:36:45Einfach um dich einzurosten und auch mal den Horizont auch
- 1:36:47wieder ein bisschen breiter zu machen.
- 1:36:48Kennst du dieses, dieses dieses, der unfaire Vorteil?
- 1:36:51Das haben wir, wenn wir jetzt so Start UPS entwickeln oder neue
- 1:36:54Produkte, dann haben wir immer so einen unfairen Vorteil.
- 1:36:56Was wäre dein unfairer Vorteil, hast du einen also den kein
- 1:37:00anderer kopieren kann, den kein anderer eben adaptieren kann,
- 1:37:04sondern das ist einfach so. Ach Mist, der Paono, der kann
- 1:37:06das aber verdammt gut, aber da kommen wir nicht ran.
- 1:37:10Ja, ich glaube, jeder ist jeder ist, jeder ist ersetzbar und
- 1:37:13jeder ist teilbar. Und insofern darf man sich da,
- 1:37:16glaube ich, nicht zu wichtig, zu wichtig nehmen.
- 1:37:19Und ich glaube nicht, dass ich da einen Vorteil habe, den kein
- 1:37:24anderer hat. Das glaube ich nicht.
- 1:37:25Ich glaube schon und du hast ihn gerade ausgesprochen, nämlich
- 1:37:27dieses auch nicht zu wichtig zu nehmen.
- 1:37:29Kann das sein? Das könnte könnte ein Punkt
- 1:37:34sein, aber ich glaube, den können andere auch nach.
- 1:37:36Wir können andere auch machen, oder?
- 1:37:38Weiß es. Ja, aber du siehst ja bei vielen
- 1:37:41im Sea Level sieht man ja schon dieses sehr stark ausgeprägte
- 1:37:43Ego, was dann im Zweifel bei Familienunternehmen eher zur
- 1:37:46Kollision führt, das ist schon. Das ist so, das ist so.
- 1:37:49Aber du wirst natürlich auch im Alter ein bisschen ruhiger, ne,
- 1:37:51also auch das ist also die PS zahlen hat man ein bisschen
- 1:37:54besser im Griff, vielleicht vielleicht weil man es auch
- 1:38:00nicht mehr nicht falsch verstehen auch nicht mehr nötig
- 1:38:02hat. Ja also.
- 1:38:05Ich, sagen wir mal so schön, dieses Fuck you money, fand ich
- 1:38:07einen tollen Begriff. Ich geh mal davon aus, du bist
- 1:38:11in den ganzen Positionen die du hast auch ein klein wenig was in
- 1:38:13der Richtung vielleicht angehäuft haben können für dich,
- 1:38:15aber das heißt du machst mittlerweile auch die Dinge, die
- 1:38:18dir auch Spaß bereiten ja sonst nicht aus außen.
- 1:38:21Ich muss es unbedingt, sondern. Genauso.
- 1:38:23Das spürt man bei dir aber auch. Genauso, und das gibt mir aber
- 1:38:25natürlich ne Ruhe und noch mal n bisschen mehr Abstand und noch
- 1:38:28mal n bisschen mehr Objektivität auch meinem gegenüber
- 1:38:35zumindestens. Das zu sagen, was ich wirklich
- 1:38:38denke, ja, ohne irgendwie, das kann man nicht einpacken etc.
- 1:38:43Aber über die Frage, was was der Gegenüber hören möchte, ja.
- 1:38:48Absolut. Gibt's denn noch eine Frage, die
- 1:38:49ich dir noch nicht gestellt habe, die du gerne mal loswerden
- 1:38:52möchtest hast? Du mir schon einiges gestellt.
- 1:38:56Ehrlich ja, ja, obwohl du sagst, das muss unbedingt mal die Welt,
- 1:38:59also dieser Irrglaube oder sowas hast du sowas wo du sagst, das
- 1:39:03muss ich unbedingt mal raushauen.
- 1:39:06Nein, ich glaube, dass den Punkt, der mir wichtig ist, dass
- 1:39:09wir eben sag mal unsere aktuelle Situation, nicht nur bejammern
- 1:39:15sollten, sondern auch darin vielleicht Chancen sehen
- 1:39:17sollten, das nach vorne zu treiben.
- 1:39:21Und da wünsche ich mir Mut von allen Beteiligten.
- 1:39:25Ich glaube, dass Familienunternehmen das ganz
- 1:39:27stark haben. Ich wünsche es mir bei der
- 1:39:31Politik auch nicht mal noch ein bisschen.
- 1:39:32Und wenn wir das, glaube ich, gemeinsam in diese Richtung
- 1:39:35kriegen, dann haben wir auch wieder eine gute Zukunft.
- 1:39:39Danke Paolo für diese Klarheit, für die klaren Worte, für die
- 1:39:42Ruhe, aber auch durch finde strahlst du unglaublich Ruhe
- 1:39:44aus, also total angenehm so im Gespräch mit dir.
- 1:39:46Also wow hat Spaß gemacht und. Vielen Dank kann ich nur
- 1:39:51zurückgeben, und zwar sehr kurzweilig und das nicht sagen
- 1:39:54von meiner Seite. Ich danke dir.
- 1:39:56Danke. Alles Gute.