Latest / Gegen den Strom / Tino Eisbrenner: Warum Frieden nur miteinander möglich ist – nicht gegeneinander
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- 0:00Es wir sind mehr geworden, also es ist auf jeden Fall in diesen
- 0:03letzten von dir beschriebenen 5 Jahren auf jeden Fall mehr Leute
- 0:06geworden, die es wagen zu sagen, Na irgendwas stimmt da ja nicht,
- 0:10ich. Würde sagen, die Künstler sind
- 0:12Menschen wie alle anderen Menschen und mit mit Wut im
- 0:16Bauch, aber auch mit Ängsten, mit Erfahrungen.
- 0:20Was passiert, wenn ich meine Stimme erhebe, warum sind wir
- 0:24nicht in der Lage, in Deutschland die Sache neutral zu
- 0:28betrachten und zu sagen, OK, wir haben diese Bilder eingefangen
- 0:31und wir haben auch diese Bilder eingefangen und wir bringen das
- 0:34Mal in unsere Deutsche Mitte und informieren, das war nicht der
- 0:38Feind, der euer eigentlicher Feind stand.
- 0:41Gegen ein Land also, das Wort Frieden und das Wort gegen
- 0:45schließen einander aus, glaube, man kann immer nur Frieden mit
- 0:48jemandem schließen und mit jemandem machen.
- 0:51Ich hab noch nie gehört, dass jemand sagt, ich mach jetzt
- 0:54meinen Frieden gegen dir. Gegen den Strom zur Person.
- 1:09Hallo bei gegen den Strom. Ich zeige Ihnen Perspektiven und
- 1:13Positionen, welche die Propagandamedien verschweigen,
- 1:18denn wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen.
- 1:22Mein heutiger Gast ist Musiker und Schriftsteller, er ist ein
- 1:28Star in der Bevölkerung Russlands, aber auch in der
- 1:33deutschen Bevölkerung, insbesondere in der ostdeutschen
- 1:36Bevölkerung. Von den Propaganda, Medien und
- 1:41den führenden Musiksendern wird er totgeschwiegen.
- 1:45Er ist Träger der Puschkin Medaille, hat viele
- 1:47Auszeichnungen bekommen und er ist ein Mittler zwischen den
- 1:50Kulturen. Hallo Tino Eisbrenner.
- 1:53Hallo Patrick. Wir leben in Zeiten des Krieges
- 1:56der Ukraine. Krieg geht bald ins fünfte Jahr.
- 2:00Wo sind die Künstler, warum erheben sie ihre Stimme nicht?
- 2:05Na ja, ich würde sagen, die Künstler sind Menschen wie alle
- 2:09anderen Menschen und mit mit Wut im Bauch, aber auch mit Ängsten,
- 2:15mit Erfahrungen, was passiert, wenn ich meine Stimme erhebe und
- 2:24na ja, welcher Künstler möchte schon sein Publikum verlieren,
- 2:27was er sich mühselig erarbeitet hat, was ihm letztendlich in
- 2:31dieser Gesellschaft ja auch ermöglicht.
- 2:35Zu leben, also seinen Broterwerb zu zu haben.
- 2:41Und das Macht aus Künstlern eben Leute, die sich entweder äußern,
- 2:46irgendwo oder sich nicht äußern. Aber es, wir sind mehr geworden,
- 2:51also es ist auf jeden Fall in diesen letzten von dir
- 2:54beschriebenen 5 Jahren. Auf jeden Fall mehr Leute
- 2:57geworden, die es wagen zu sagen, Na irgendwas stimmt da ja nicht
- 3:02und deswegen äußer ich mich mindestens mal in dieser Form
- 3:06und sage im Moment, irgendwas stimmt da ja nicht, manche haben
- 3:10selber noch viele Fragen, verstehen bestimmte
- 3:12Zusammenhänge nicht, also was diesen Krieg betrifft, geht es
- 3:18vielen so wie es mir mit anderen kriegen gegangen ist oder geht,
- 3:22dass man sagt, Oh. Verstehe ich eigentlich gar
- 3:25nicht, was da vor sich geht und das ist ja auch immer ein guter
- 3:30Grund, lieber zu schweigen als sich aufzuspielen.
- 3:34Und insofern begegnen mir viele Kollegen, Künstlerkollegen, die
- 3:43auf ganz unterschiedlichem Level sich schon politisch, also schon
- 3:48politisch denken, aber sich auch schon politisch äußern und.
- 3:52Und, und wenn es erstmal nur mit Fragen ist und ich finde, manche
- 3:55Frage ist oftmals wertvoller als schon eine gegebene Antwort,
- 3:59hinter der nichts kein Wissen ist.
- 4:02Ne du. Hast angefangen, über Angst zu
- 4:03sprechen. Die Angst ist auch dein
- 4:05Begleiter, ist auch mein Begleiter in Kriegsgebieten.
- 4:09Aber was macht Tino Eisbrenner anders als andere Künstler?
- 4:16Na ja, es könnte sein, dass bei mir.
- 4:21An mehr als bei anderen Künstlern.
- 4:23Das Herz spricht so also ich denke immer, man hat so lange
- 4:28Kraft wie das Herz sagt, es ist richtig, was du tust.
- 4:32Da kommt die Urkraft eigentlich her und ich bin ja als
- 4:36Ostgeborener mit der sowjetischen, also auch
- 4:42russischen Kultur aufgewachsen, ich hab als Kind in Bulgarien
- 4:47gelebt, das heißt, ich hab sehr früh.
- 4:51Eine Schulung darin bekommen, was der fremde Anblick, die
- 4:56fremde Sprache, die fremde Kultur, was die mit einem selber
- 5:00macht, wie man sich ins Verhältnis setzt und also
- 5:06fremden Angst nicht entwickelt und dann eben mit der russischen
- 5:14sowjetischen Kultur. Also ich sag immer spaßt sich
- 5:20kein Kessel Buntes in der DDR ohne irgendeinen sowjetischen
- 5:24Beitrag. Das konnten ukrainische Frauen
- 5:27sein, die konnten georgische Tänzer sein, also aus aus dem
- 5:34Kaukasus, die Säbeltänzer es konnten aber auch russische
- 5:39Lieder sein, russische Barden sein.
- 5:42Wir hatten einen anderen Zugang, wir haben die Sprache gelernt,
- 5:45das spielt auch eine große Rolle, wenn wir sie auch nicht
- 5:48alle freiwillig gelernt haben. Es war ein Pflichtfach, die
- 5:53Pflichtfächer liebt man am wenigsten und dennoch ist
- 5:58Sprache natürlich auch ein Schlüssel und man versteht
- 6:01vieles, man ist mit der Kultur irgendwie vertraut, man lernt
- 6:05Menschen kennen. Und, und da ist bei mir sehr
- 6:10viel übrig geblieben, glaube ich, vielleicht mehr als bei
- 6:13manch anderem. Ich hatte auch zur Wendezeit,
- 6:18also eigentlich von Anfang an, so eine, so eine Skepsis, ich
- 6:23habe von Anfang an das Gefühl gehabt, dass man uns und unsere
- 6:28Kultur, unsere Geschichte, auch wenn sie nur scheinbar 40 Jahre
- 6:35gedauert hat. Dass man die nicht wertschätzen
- 6:40wird, sondern sogar vielleicht missachten.
- 6:45Und das ist ja auch eingetreten. Und und da ist also dadurch,
- 6:50dass bei mir die Skepsis eigentlich gleich da war und ich
- 6:53nicht zu denen gehörte, die gesagt haben, Hurra, die Mauer
- 6:57ist offen, und jetzt stürme ich los und sage auch keinem, dass
- 7:03ich ein Ossi bin. Und lerne den American Way of
- 7:07Life. Das war bei mir nicht vorhanden.
- 7:09Ich weiß nicht, was da in mir gesprochen hat, dadurch habe ich
- 7:14wahrscheinlich diese Liebe zu der von mir gelernten erlebten,
- 7:23vielleicht ostdeutsch geschulten Mentalität und zu der Verbindung
- 7:29Russland. Vielleicht habe ich die etwas
- 7:32mehr gepflegt als andere, ohne das so wirklich zu wissen.
- 7:36Ich bin in der Zeit, als die Mauer dann offen war, gleich
- 7:41Anfang der 90er habe ich, bin ich um meinen Kinderträumen
- 7:47gefolgt, bin bei den Indianern gewesen, die ja auch nicht
- 7:50direkt dem American Way of Life sehr wohlgesonnen sind.
- 7:58Sondern auch ihre Kämpfe gekämpft haben gegen den
- 8:00amerikanischen Weg. Und so war ich einfach immer
- 8:04irgendwie mit einer großen Skepsis mindestens behaftet und
- 8:11habe deswegen auch in dem Augenblick, als als ich merkte,
- 8:18irgendwie versucht man gerade die russische Kultur, die ja
- 8:22schon 2010 oder so wurde mir das auffällig.
- 8:26Man versucht, die russische Kultur plötzlich so weg zu, also
- 8:31Journalisten wie Bednarz oder Runge oder so gab es plötzlich
- 8:34nicht mehr, niemand fuhr mehr an den Baikalsee oder erzählte eine
- 8:38Geschichte aus Sankt Petersburg oder Moskau, und dann habe ich
- 8:41gedacht, irgendwas passiert jetzt hier.
- 8:47Klar war mir, dass man vor der Fremde immer am meisten Angst
- 8:50hat und die meiste Aggression entwickelt gegen das, was einem
- 8:54fremd ist. Und dann habe ich gedacht,
- 8:57vielleicht laufen wir gerade auf das hinaus und und habe
- 9:01angefangen, da irgendwie gegenzusteuern, als Künstler
- 9:05Sachen Nachzudichten aus dem russischen, mich mit russischen
- 9:10Barden und ihren Liedern zu befassen und und so weiter und
- 9:16das ist sicher ein Weg, den viele andere Künstler nicht
- 9:18gegangen sind. Und als ich dann plötzlich in
- 9:21der Position war, dass dass sich etwas gegen mich wandte, waren
- 9:27zum Teil Leute, die also, die gerade eben noch Fans waren und
- 9:31plötzlich anfingen zu toben, mit den Russen.
- 9:34Und wenn wenn aber zum Teil waren es auch eben zum Beispiel
- 9:40Medien, die gesagt haben, wollen wir nicht haben, brauchen wir
- 9:44nicht auch zum Teil Medien, die die direkt angegriffen haben
- 9:51und. Mich irgendwo abserviert und mit
- 9:56unschönen Formulierungen irgendwie so n bisschen in die
- 9:59Ecke gestellt haben und in dem Moment war ich aber eigentlich
- 10:02schon so weit, dass ich wusste, mein Herz sagt, Ich muss an
- 10:07dieser Stelle genau hingucken und wenn es nötig ist Partei
- 10:11ergreifen, da hab ich halt natürlich manche Sachen anders
- 10:15gesehen als andere. Du hast gesagt, Sprache, die
- 10:19russische Sprache war ein Schlüssel.
- 10:21In dem Moment ist die Sprache kein Abbild, sondern ein
- 10:24Werkzeug, ein Werkzeug, um das man nutzen kann, um sich etwas
- 10:29zu erschließen, um sich etwas zu erarbeiten, sehe ich das
- 10:32richtig, war das der Weg, die Erfahrung der kulturellen
- 10:36Differenz und das Bemühen, sich die Werkzeuge zu verschaffen,
- 10:40sich eine neue sprachliche, kulturelle Umgebung zu
- 10:44erschließen. Vielleicht nicht bewusst.
- 10:49Dieser Weg, also ich bin eigentlich in erster Linie über
- 10:52die Musik, über die Kunst hier kommen und natürlich um um
- 10:57zeigen zu können oder überhaupt erst mal verstehen zu können,
- 11:00was ein Künstler, der Russisch formuliert oder formuliert hat,
- 11:05was der fühlt oder was er transportiert und das ins
- 11:10Deutsche zu übertragen, das ist ja dann nachdichtungen, sind ja
- 11:13auch immer so ein Ding, ne. Da muss man natürlich n bisschen
- 11:18was verstehen, aber ich glaube gar nicht.
- 11:20In erster Linie ist es dann die Sprache, die man verstehen muss,
- 11:25sondern sondern ist auch das Lebensgefühl, was man verstehen
- 11:28muss, also die man spricht ja immer von der russischen Seele,
- 11:32das ist nicht aus Versehen so, die die Russen haben mit ihrer
- 11:36Sprache, die ja tausende Worte mehr hat als unsere übrigens.
- 11:41Mit ihrer Sprache und ihrer Liebe zur zur Kultur auch
- 11:45übrigens zu unserer Kultur, wird das, finde ich, immer wichtig zu
- 11:48sagen, die Russen lieben die deutsche Kultur mit.
- 11:53Mit dieser, mit dieser Liebe haben, die haben die auch eine
- 11:59ganz besondere Art, ihre Seele zu zeigen und und dadurch auch
- 12:05andere Gepflogenheiten als wir. Also wenn du mit.
- 12:09Mit Leuten, die nicht alle Künstler sind.
- 12:13Am Frühstückstisch sitzt im Hotel und plötzlich steht einer
- 12:17auf und sagt, er möchte dir eine Freude machen, damit der Tag
- 12:21schön ist für dich und fängt an, Baruski ein Gedicht zu
- 12:26rezitieren und du sitzt da und du verstehst auch nicht jedes
- 12:31Wort, aber du sitzt da und denkst du.
- 12:37Du hörst den Klang der Poesie und du denkst es doch eigentlich
- 12:43irre, man stell sich mal vor, ein deutscher Kollege würde
- 12:47jetzt morgens irgendwo aufstehen, im Hotel anfangen,
- 12:52Gedichte zu rezitieren, bloß weil er jemandem eine Freude
- 12:54machen will. Ist ja bei uns überhaupt nicht
- 12:57so, oder oder andere Sachen, ich kann mich zum Beispiel erzähle
- 13:02ich auch immer wieder gerne erinnern, weg nach Deutschland.
- 13:06Durch Belarus nach Moskau gefahren bin mit einem damals
- 13:10ein Wohnmobil. Wir sind mit der Band nach
- 13:12Moskau gefahren und wollten ein Album aufnehmen, haben wir auch
- 13:16willkommen in der Welt heißt das und und dann nach vielen, vielen
- 13:21Kilometern Tankstelle und bei den Russen geht man ja dann an
- 13:26so ein kleines Häuschen, da sitzt dann der Papuschka drin
- 13:29und dann sagt man wieviel Liter man tanken will und dann?
- 13:32Drückt, dann bezahlt man dann drückt die auf den Knopf und
- 13:34dann kommen diese Liter so in der von der Zapfsäule und und
- 13:40die hört mich reden. Bei mir denken Sie immer wenn
- 13:42ich Russisch spreche, ich sage irgendwie Skandinavier oder so
- 13:45ne so, sondern sich erst dann fragt sie, woher kommst du denn
- 13:49und dann sage ich aus Deutschland sagt die und fängt
- 13:54an Goethe zu rezitieren, den Osterspaziergang auf Deutsch,
- 13:58und das sind so jetzt, ich sage mal als kleinen Spaß.
- 14:02Jetzt warte ich immer noch auf den auf den deutschen Tankwart,
- 14:06der einen Russen vor sich sieht, anfängt, Puschkin zu rezitieren,
- 14:10den wird man wahrscheinlich lange suchen, aber für die ist
- 14:14das ein totales Selbstverständnis, keine Angabe,
- 14:16das ist, sondern, sondern das ist für sie die Poesie, in der
- 14:19sie auch in der sie leben, in der sie, man sieht es auch, wenn
- 14:23man durch die Straßen geht, überall stehen Denkmäler hängen,
- 14:26Schildchen für diesen Künstler, für jeden Künstler sie.
- 14:30Sie sind dabei, ihre Leute auch zu bilden.
- 14:33Wer war wer, das spielt ne ganz große Rolle, dass man auch weiß
- 14:36so aus der Geschichte und diesem und ihrem, aber nicht aus der
- 14:39eigenen Geschichte, auch andere, da steht dann was weiß ich,
- 14:42steht dann da eben das Schillerdenkmal da oder die
- 14:45Geschichte aus aus Kaliningrad, weil die gerade das deutsche
- 14:52Wort sagen, fällt mir nicht ein aus Kaliningrad, Königs
- 14:55Königsberg, genau danke. Wie die dort das Schillerdenkmal
- 15:01gerettet haben, indem sie was völlig anderes, also die ersten
- 15:06Truppen, die da gekommen sind, russischen Truppen haben.
- 15:08Wir haben Rangeschrieben, dass das ein russischer Künstler sei,
- 15:14der da abgebildet ist, um das Denkmal zu retten, damit nicht
- 15:18welche Nachkommen und sagen Uiuiui ne und haben auf die Art
- 15:22das Denkmal gerettet. Appellierend an die an, na ja,
- 15:26an ihre eigene wie ihre eigene Kulturliebe hat dazu geführt.
- 15:31Also das ist alles russische Seele, die ich so gerne auch
- 15:36vermittle und weswegen auch meine Bücher entstanden sind mit
- 15:39Geschichten erzählen und und die Platten mit den Liedern drauf,
- 15:43die ich ins Deutsche übertrage und sage, guck doch mal, das
- 15:47ist, das sind auch unsere Themen, das ist unser Alltag,
- 15:50auch das sind unsere Träume, das sind unsere Sorgen.
- 15:54Und aber sie sind eben so mit dieser Seele transportiert.
- 16:00Vielleicht gefällt uns das so. Die Russen interessieren sich
- 16:03sehr häufig für die deutsche Kultur.
- 16:06Das Interesse wird nicht unbedingt erwidert.
- 16:09Ich habe ein Konzert erlebt mit dir, da habt ihr gemeinsam
- 16:15Wladimir Wisotzki gespielt, ein russischer, ja protestsänger,
- 16:18kann man fast sagen. Und das hat ja auch ne Nähe zu
- 16:21dir. Wie kamst du auf Wisotzki, wie
- 16:23ist dein Verhältnis zu wisotzki? Einfach durch das Lied, was mir
- 16:26als erstes in die Hände gefallen ist.
- 16:28Pesni Adrugje, das Lied vom Freund, also die Prüfung, was
- 16:34ist denn n Freund und wie wie kann man das prüfen.
- 16:39Das hat Wisotzki mit so einem kleinen Augenzwinkern
- 16:42beschrieben. Ne nimm ihn mal mit in die Berge
- 16:44rauf, bindet euch beide n Seil fest.
- 16:47An einem Seil fest an 2 enden und dann marschiert mal hoch,
- 16:51dann wird das passieren oder das passieren oder das, vielleicht
- 16:54wird er dich retten, vielleicht wird er sich von dir schleifen
- 16:57lassen, vielleicht wird dies oder das, also er beschreibt das
- 17:00poetisch und sagt und auf die Art kann man zum Beispiel
- 17:05erkennen, wer Freund und wer Feind ist und das also er
- 17:09formuliert so richtig so, vielleicht, ob vielleicht ein
- 17:12Feind mit dir reist, ne. Und wir sind, glaube ich, sowohl
- 17:16im Leben als auch in den letzten Jahren fast alle schon in die
- 17:20Situation gekommen, wo wir plötzlich einen Schritt zurück
- 17:23machen wollten und gedacht haben, oh aha, das ist ein ganz
- 17:29anderer Mensch, als ich dachte da an meiner Seite ne gerade in
- 17:33der berühmten Coronazeit hat sich das ja so ein bisschen in
- 17:36die Familien gezogen und plötzlich sich nicht mehr
- 17:39verstehen konnte und. In den in den Kampffegern ist
- 17:45mit gegeneinander und, und das war über dieses Lied kam ich auf
- 17:50Wisotzki, dessen Platten im Regal meiner Eltern schon
- 17:54standen, also dann auch in meinem, da habe ich angefangen,
- 17:58dieses Lied, dann noch ein nächstes Lied, dann habe ich
- 18:01wisotzki in seiner Gesamtheit irgendwie erfasst, der ja, der
- 18:06wird manchmal bei uns als Protestsänger gesehen und.
- 18:12Aber der ist auch der liebte auch seine Heimat und und war
- 18:16also jetzt kein, der war kein Widerständler in dem Sinne, der
- 18:19war sicher hier und da hatte er dissidentenzüge, weil er einfach
- 18:26auch Themen, ich sag manchmal, dass der sowjetische Bob Dylan
- 18:31gewesen, er hatte manchmal Themen gegriffen und in einer
- 18:33Sprache behandelt, wie es bisher keiner gemacht hat, und hatte
- 18:37natürlich dann auch die Skepsis des Establishments geerntet.
- 18:42Trotzdem war der in Moskau an einem an einem berühmten
- 18:45Theater, Regisseur und Schauspieler seine Platten, also
- 18:49die Kassetten, die die Leute aufgenommen haben, wurden so
- 18:52unter der Hand gegeben, aber der Staat melodia hat auch seine
- 18:55Platten veröffentlicht, wenn auch manchmal zögerlich, ne,
- 18:59also der hat da war viel Reibung mit der sowjetischen Führung,
- 19:08aber. Irgendwie haben Sie ihn auch
- 19:11verehrt. Also und und ihn also auch in
- 19:14vielen Punkten machen lassen. Ne, der war mit Marina Vladi,
- 19:19ich weiß gar nicht ob die verheiratet waren, ich glaube
- 19:21ja, die schöne französische Schauspielerin, dann war er
- 19:26dauernd in Paris, hat auch dort Platten aufgenommen und so, also
- 19:32ne herausragende Künstlerpersönlichkeit die stark
- 19:36genug war auch da wieder das Herz ne.
- 19:38Stark genug war auch auszuhalten, wenn wenn was
- 19:42schwierig wurde, aber die Themen, die er hatte, zu
- 19:45verteidigen. Und dadurch ist er n Volkssänger
- 19:48in erster Linie geworden. Du warst ja, wenn man das
- 19:54politisch sieht, auch ein Mann der ersten Stunde, als der Krieg
- 19:59nach Europa zurückgekommen ist. Nach dem Zusammenbruch der
- 20:03Sowjetunion, der Auflösung der Blockkonfrontation.
- 20:07Da warst du ja auch in Sachen Bomben auf Belgrad ein Skeptiker
- 20:13und bist zum Ja friedenspoeten und Kämpfer geworden.
- 20:17Wie kam das? Na ja, also nicht nur ein
- 20:19Skeptiker. Ich, ich bin ja sehr gut
- 20:22befreundet mit mit dem Schauspieler und Helden unserer
- 20:27Kindertage, Golkumitic, der eigentlich von der Geburt her n
- 20:31Serbe ist. Im Westen sagte man immer, das
- 20:34ist der ostdeutsche Winnetou, also der Mann, der unsere
- 20:37Kindertage mit Defa, Indianer Filmen verschönern ne die
- 20:41Hauptrollen gespielt hat, für uns zum Idol wurde und mit ihm
- 20:46diese ganze Truppe aus Babelsberg Gruppe Roter Kreis
- 20:50die diese Filme gemacht haben mit auch großartigen Regisseuren
- 20:54wie Gottfried Colditz zum Beispiel oder oder Petzold und
- 20:58so. Und der hat damals, also wir
- 21:03haben damals sehr viel, immer gesprochen.
- 21:05Er hat mir dann auch immer Beispiele und Filme geschickt
- 21:08und dies und das, Veröffentlichungen, die bei uns
- 21:09gar nicht zu sehen waren und und der war n bekennender Jugoslawe,
- 21:14der, obwohl er n Serbe war, n bekennender Jugoslawe, hat immer
- 21:18gesagt, der Konflikt ist von außen da reingetragen worden,
- 21:21sie zerschmettern gerade den Balkan und das hat sich
- 21:26bewahrheitet und ist heute kein Geheimnis mehr, damals war das.
- 21:30Natürlich unkommod, wenn wenn jemand so was sagte.
- 21:33Das heißt schon seinetwegen und der Information wegen, die ich
- 21:37hatte, war ich n Gegner dieses Krieges, aber damals noch nicht
- 21:43so. Also ich hab es noch nicht zu
- 21:47meiner Sache gemacht als Künstler so, dann wurde schon
- 21:52anders mit dem Irak Krieg, da hab ich an den großen
- 21:57Demonstrationen teilgenommen. Auch in Berlin, vor der über
- 22:00halbe Millionen Leute und und hab hab da schon gewusst wie man
- 22:07sich ausdrückt und dann kam die Sache mit der Ukraine und ich
- 22:13hab sehr viele ukrainische Freunde und ich hab zum Beispiel
- 22:16auch einen ukrainischen Freund der schon seit 2010 in Moskau
- 22:19lebt, weil er Hals über Kopf abgehauen ist.
- 22:22Weil man ihn so bedroht hat. Seiner Aussage wegen.
- 22:25Was macht ihr denn mit, was soll denn diese ganze Rosophobie
- 22:29jetzt plötzlich, wir sind doch alle Sowjets, da sind sie denen
- 22:34so angegangen, dass er es mit der Angst gekriegt hat und und
- 22:38weggegangen ist nach Moskau mit seiner ganzen Familie, also
- 22:41praktisch ein Flüchtling, der vielleicht ersten Stunde in der
- 22:44Ukraine und. Das heißt, es gab auch viele
- 22:47dieser Geschichten, was sich alle dort abgespielt hat, bevor
- 22:51wir überhaupt aufmerksam wurden, also öffentlich aufmerksam
- 22:55wurden, hab ich schon ganz viel davon abbekommen und hab immer
- 22:59gesagt, da kommt nichts Gutes, dann war natürlich die die
- 23:04Geschichte um die Krim, dann die donbas, Republiken, auch wie
- 23:09lange sich da das. Die Zahnräder gedreht haben, bis
- 23:14wir zu einer Situation gekommen sind, wie sie jetzt ist, dass
- 23:17die also einfach nach Russland gehören wollen oder nicht.
- 23:20Also bis hin dazu, dass dass Putin das ja richtig boykottiert
- 23:24hat, als die gesagt haben, sie wollen nach Russland zu Russland
- 23:30gehören, und die sagt, das machen wir nicht, wir, das
- 23:32schaffen wir einen größeren Konflikt, als er jetzt ist, und
- 23:37auch die. Faschistischen Horden.
- 23:40Ich, ich hab einen guten Freund, der wiederum sehr befreundet ist
- 23:44mit dem damaligen Chef des russischen Hauses in Kiew.
- 23:48Auch der ist über Nacht geflohen, weil um dieses Haus
- 23:53drumrum permanent irgendwas war, was richtige Bedrohung war, also
- 23:58faschistische Horden sozusagen und also auch der ist geflüchtet
- 24:03und und ich hab dadurch sehr viele.
- 24:07Informationen bekommen hab damals noch diese Videos
- 24:10gesehen, wie sie in in der Ukraine in den Städten Russen
- 24:16eingefangen haben und nackt ausgezogen und so um die Bäume
- 24:21mit Garverband um die Bäume geklebt haben und jeder konnte
- 24:24mal sehen und mal reintreten und mal was drüber bauen oder die
- 24:28Zigarette dran aus. Da gab es von allen Videos ich
- 24:31hab mal versucht so was zu teilen auf Facebook, da haben
- 24:33die mir mitgeteilt. Ich würde gerade gegen die
- 24:36Regeln des guten Anstandes verstoßen.
- 24:38Habe ich verstanden, ne, aber all diese Sachen habe ich von
- 24:43der ersten Minute an eigentlich mitbekommen und dadurch ja, war
- 24:50ich vielleicht einer der ersten Stunde der, der diese Sachen
- 24:55irgendwie reflektieren konnte und und sich sich dann eben
- 25:00künstlerisch einmischen. Die Sprache.
- 25:03Die Reisen, das Erkennen, sehen, erfahren fremder Länder, das
- 25:08alles setzt sich ja in die Lage, die Realitätsprobe zu machen.
- 25:13Und da merkt man, die Propagandamedien sagen was ganz
- 25:17anderes. Wie fühlt man sich, wenn man in
- 25:20diese zensurmaschinerie reingerät?
- 25:26Na ja, das sind ja 22 Punkte eigentlich also.
- 25:32Ich würde sagen, schon wegen des Proporzes.
- 25:36Auch in Russland werden. Ja medial wird medial so
- 25:40veröffentlicht, dass man sagen kann, sie, die machen ja jetzt
- 25:44da Propaganda, also weil sie mit dem, was Sie erreichen wollen,
- 25:49natürlich bestimmte Informationen geben.
- 25:55Bei uns läuft da aber da kann man sagen, sie tun es aus, aus
- 25:58einem eigenen Interesse sie sie müssen also, wenn sie zum
- 26:02Beispiel Soldaten an die Front schicken müssen, können Sie ja
- 26:04nicht die ganze Zeit behaupten, dass Soldaten nun der letzte
- 26:07Dreck sind, ganz im Gegenteil, sie sie müssen Ihre Leute
- 26:12motivieren eigentlich und, und sagen wofür, wofür sie gerade
- 26:17treten, kämpfen, ne antreten. Und, und dann gehört eben dazu,
- 26:24dass man alle Sachen, die man kriegen kann aus der Ukraine,
- 26:28alle Bilder auch reinstellt, ne und und sagt so, das ist es also
- 26:36das nur mal um nicht zu sagen, ich sehe die andere Seite nicht
- 26:40ne so bei unseren eigenen aber steht für mich die Frage des
- 26:48Warum. Also warum sind wir nicht in der
- 26:51Lage, in Deutschland die Sache neutral zu betrachten und zu
- 26:56sagen, OK, wir haben diese Bilder eingefangen und wir haben
- 26:59auch diese Bilder eingefangen und wir bringen das Mal in
- 27:01unsere deutsche Mitte und informieren, du weißt ganz genau
- 27:06von die Rede, sie tun es nicht, sondern sie informieren nur aus
- 27:12der einen Seite und alles andere wird verteufelt und das finde
- 27:17ich Propaganda. Die Ukrainer zum Beispiel, die
- 27:20die Russen zum Beispiel, machen einen riesengroßen Unterschied
- 27:26zwischen der Ukraine und Sie meinen das Volk und Kiew, das
- 27:32ist ein riesengroßer Unterschied, und sie betrachten
- 27:35das, was Sie da tun, da sie ja in diesen Krieg, die haben ja
- 27:39diesen Krieg nicht ein angefangen, wie wir immer
- 27:41behaupten wollen in unseren Medien.
- 27:43Sondern sie sind in diesen Krieg eingetreten.
- 27:45Das ist ja ein Unterschied, denn der Krieg.
- 27:48Hat bereits 2014 begonnen. Genau 8 Jahre getobt und mit wie
- 27:53ist ja eigentlich jeder so, leider nicht.
- 27:56Ja ja oder ich sag sagen sagen nicht viele, aber eigentlich
- 27:59weiß es jeder so. Also Russland ist in diesen
- 28:03Krieg eingetreten und zwar mit dem Ziel den Leuten da zu
- 28:06helfen, die sie darum gebeten haben.
- 28:09Und man man darf nie vergessen, in den Jahren davor, also
- 28:13mindestens die letzten 6 Jahre vor 2022, gab es riesen
- 28:18Diskussionen in Russland, schon in den Medien, Talkshows ohne
- 28:23Ende, wo man sich gegenseitig wirklich noch was kontroverser
- 28:28zu sagen hatte und da war ganz oft dabei, dass dass Russen
- 28:32gesagt haben, Militärs aber auch.
- 28:37Politik, Wissenschaftler und und Journalisten alles Mögliche
- 28:41gesagt haben. Wie lange wollen wir noch
- 28:43zugucken? Immer mehr Flüchtlinge kamen
- 28:46nach Russland und jeder Flüchtling, der nach Russland
- 28:48kam, ukrainischer Flüchtling, brachte ja die Geschichte mit,
- 28:51die da drüben stattfindet und immer mehr Leute wurden das bis
- 28:55zu Millionen die die gesagt haben, bitte, jetzt muss
- 29:00irgendwas passieren. So und und Putin, den wir ja
- 29:05hierzulande da so schön beschimpfen, hat da 6 Jahre lang
- 29:07mindestens auf der Bremse gestanden, immer wieder dann,
- 29:10nein, er spricht dann mit dem Westen.
- 29:11Nein, es gibt Minsk 2 und und so weiter.
- 29:15Ich hab mit Leuten gesprochen, die haben mir gesagt, Putin hat
- 29:18uns hier im Stich gelassen im Donbass, der hätte vor 8 Jahren
- 29:21schon kommen. Müssen genau und und heutzutage
- 29:25gibt es also. Es gibt, ich habe ja nie einen
- 29:28Russen getroffen, der gesagt hat, toll, dass wir da drin
- 29:30sind, dass dass wir in diesem Krieg stecken, aber sie sagen
- 29:34alle, wir tun das für unsere Leute in der Ukraine, und zwar
- 29:37nicht nur für die Russen in der Ukraine, die ja mindestens
- 29:415000000 Leute waren, sondern auch für alle, die sich
- 29:47sozusagen pro Russisch oder pro sowjetisch, wenn man so will,
- 29:51immer noch fühlen und und ausdrücken und.
- 29:56Und dann von Kiew, also vom Staat verfolgt wurden dafür, und
- 30:03zwar nicht nur in dem der Rechtsanwalt schreibt, sondern
- 30:07richtig mit den Horden, die sofort ans Leben gehen.
- 30:10War das ein Völkermord, was sich in der Ostukraine zwischen 2014
- 30:16und Januar 2022 abgespielt hat? Also ich würde sagen, ja, wenn
- 30:22wie anders sollte man das einordnen und und und.
- 30:26Vor allen Dingen wie anders sollte man einordnen, die doch
- 30:29wirklich sehr offiziellen auch im Internet immer noch zu
- 30:33findenden Ausrufe von Politikern und also auch Medien, die gesagt
- 30:40haben, so die Russen machen wir hier platt, dann.
- 30:45Klitschko hat Kiew Russen frei gemeldet.
- 30:50Na, was ist denn das? Wir haben hier irgendwann mal
- 30:52Juden frei gemeldet, bei uns im Lande und also, und ich finde,
- 30:59wenn dahinter ein Plan steht, dann ja was ist wie soll man das
- 31:04sonst nennen als Völkermord, wenn man diesen Plan Stück für
- 31:08Stück in die Tat umsetzt. Jetzt haben wir diesen Krieg.
- 31:13Welche Möglichkeiten siehst du als Künstler, als
- 31:16Schriftsteller, als Musiker? Die verbindenden Elemente
- 31:22zwischen den Menschen in Russland und Deutschland, den
- 31:25Menschen in der Ukraine und Deutschland weiterzuentwickeln
- 31:28und aufrechtzuerhalten? Na, da sage ich auch immer gerne
- 31:34einen Satz in Richtung unserer eigenen Politiker.
- 31:38Ich finde ja, dass dass unsere Politiker, die jetzt alle.
- 31:42Dafür voten, dass man Russland bekämpfen muss und bekämpfen
- 31:46muss, dass die ihren Job gar nicht verstanden haben.
- 31:49Denn der Job des Politikers besteht darin, also die die
- 31:54Aufgabe besteht darin, das Verbindende zu suchen.
- 31:57Dafür wurden Politiker erfunden zwischen unterschiedlich
- 32:00interessierten oder denkenden oder handelnden Menschen das
- 32:06Verbindende zu suchen, dafür hat man Politiker angeschafft.
- 32:09Und wenn Politiker praktisch nur die Säbel wetzen, haben sie
- 32:13erstmal einleitend meiner Meinung nach ihren Job nicht
- 32:15verstanden und und daraus resultiert wieder auch die
- 32:19Möglichkeit, die es geben würde, nämlich auf die anderen
- 32:25zuzugehen. Jetzt hab ich gerade gehört,
- 32:27Macron hat interessanterweise gesagt, ja, wir müssen wieder
- 32:29mit Putin reden und und rundrum wundern sich alle, wie kann er
- 32:33denn und. Ja, egal wie der denkt und was
- 32:37er dahinter für Interessen hat. Natürlich muss man miteinander
- 32:43reden, aufeinander zugehen und sagen, OK, wie kommen wir, wie
- 32:47kriegen wir die Kuh vom Eis sozusagen und und Kultur, Kunst
- 32:52und Kultur waren dafür auch Sport übrigens waren dafür
- 32:57eigentlich immer Transportmittel, und das ist
- 32:59meine Hoffnung und auch meine Motivation als Künstler.
- 33:04Ein solches Transportmittel zu sein, wenn man im Internet
- 33:08nachguckt diesen Auftritt in Moskau, den ich gemacht habe,
- 33:132023 bei dem internationalen Contest, wo es darum ging, aus
- 33:19dem Großen Vaterländischen Krieg oder über den Großen
- 33:22Vaterländischen Krieg Lieder zu singen, in der jeweils einige
- 33:26eigenen Sprache der Teilnehmer, da habe ich gedacht.
- 33:30Großer Vaterländischer Krieg wäre doch toll, wenn da ein
- 33:32Deutscher teilnimmt. Die Russen haben sofort
- 33:34verstanden und dann haben wir gesagt, Oh, danke, dass du das
- 33:38machst, wissend, dass das wahrscheinlich hier und nicht
- 33:41nur positives Echo gibt. Und genau so kam es.
- 33:43Ne und genau so kam es so und das wunderschöne friedenslied
- 33:48Kraniche jouravli habe ich da gesungen und im Finale.
- 33:54Hat man das mit einem russischen Star gesungen, wo ich große
- 33:57Glück hatte, weil ich ein Sonntagskind bin, und hatte die
- 33:59schönste Frau, die überhaupt in Russland zugegen ist, nämlich
- 34:04Sarah und eine Ikone von von Sängerin und Schönheit, die aber
- 34:09natürlich auch den Sinn des Liedes wirklich grandios
- 34:12transportiert und die singt die erste Strophe.
- 34:16Und ich singe die zweite Strophe auf Deutsch, und als ich die
- 34:18ersten Zeilen anfange, erheben sich 6000 Mann in diesem Saal,
- 34:22und zwar von vorne, von hinten nach vorne, erheben sich und
- 34:28zupfen ihre Jacken gerade und und stehen und und und wollen
- 34:32mir sagen, mit dieser Geste, mit dieser schweigenden stillen
- 34:36Geste, wollen mir sagen, danke, das heißt, in dem Moment hat die
- 34:44war die Brücke geschlagen. Meine Aufgabe, die ja ist, ihnen
- 34:49auch zu sagen, es sind nicht nur in Deutschland welche, die gegen
- 34:52euch wettmachen wollen und und gegen euch losgehen wollen.
- 34:58Es gibt auch die anderen und für die stehe ich hier, diese
- 35:02Botschaft ist sofort erkannt worden und ist beantwortet
- 35:06worden, ich meine, war alles im Fernsehen gedreht und übertragen
- 35:10und ist beantwortet worden damit zu sagen, Danke, dass du da
- 35:14bist. Wir haben genauso ne Liebe zum
- 35:19deutschen Volk wie du uns die Liebe deiner Leute jetzt gerade
- 35:23bringst. So, und das ist auch was Russen
- 35:26mir immer wieder sagen, wir, wir haben doch kein Problem mit dem
- 35:29deutschen Volk. Ich hatte mal so ne so, weil
- 35:32weil man sich das ja auch manchmal fragt, wie kann das
- 35:34eigentlich sein, wo kommt die Großmut her, da sage ich wieder
- 35:37russische Seele hatte mal so ne Begegnung mit.
- 35:42Unter Freunden habe ich ketzerisch am 9.
- 35:44Mai gesagt, Na ja, jetzt seit 80 Jahren irgendwie den Sieg über
- 35:50die Deutschen zu feiern, ist nicht langsam.
- 35:54Mal genug so, da guckt ihr mich alle an, mit großem Entsetzen
- 35:59und sagt, Wir feiern doch nicht den Sieg über die Deutschen.
- 36:03Jetzt guckte ich und sagte wie, sondern wir feiern.
- 36:10Dass wir in einer dunkelsten Stunde in der Lage waren, unser
- 36:15Volk zu einen und aus dieser Hölle zu führen, das feiern wir
- 36:19seit 80 Jahren. Euch Deutschen haben wir längst
- 36:22vergeben. Die Sprecherin des russischen
- 36:25Außenamtes, Maria Sacharowa, sagt, die Russen haben
- 36:29verziehen. Die Deutschen haben vergessen,
- 36:31stimmt das? Ja, und zwar hat das auch was
- 36:36mit der Erinnerungskultur zu tun.
- 36:38Nun bin ich ja in DDR geboren, ich hab also 40 Jahre erlebt,
- 36:40diese Art von Erinnerungskultur, nämlich, sich immer wieder zu
- 36:44sagen, was ist passiert, warum ist das passiert, und das wollen
- 36:47wir nie wieder in den größeren Teil Deutschlands, aber hat man
- 36:51ne andere Strategie gewählt, von Anfang an, von der ersten Minute
- 36:54nach 45 zu sagen, Oh Gott, sprechen wir nicht mehr drüber.
- 37:01Und so ist es dann über 40 Jahre lang auch gelaufen.
- 37:04Man hat nicht mehr drüber gesprochen und ich lerne heute
- 37:07noch Leute aus dem Westen kennen, die also mit wo es alles
- 37:14in Ordnung ist zwischen uns und plötzlich kommt die Erkenntnis,
- 37:17sie wissen eigentlich gar nicht, was damals stattgefunden hat
- 37:19nach 45 und vorher zum Teil auch nicht, weil na ja, wie ist da?
- 37:25Mein Vater, der hat darüber nie gesprochen.
- 37:28Mein mein Großvater hat darüber nie gesprochen, das war immer
- 37:32ein Tabu in unserer Familie und da war nur so, nur will ich
- 37:37nicht sagen, dass es nicht solche Familien in der DDR auch
- 37:40gegeben hätte, aber die offizielle Vermittlung der
- 37:44Geschichte und was und die Erarbeitung einer einer
- 37:49Freundschaft zu dem ehemaligen Feind war eben in der DDR
- 37:53Programm. Und dieses Programm war
- 37:56Urgesteuert aus der anderen Richtung, nämlich von den
- 37:59Russen, die ich sag, immer wieder unsere Kultur, eigentlich
- 38:05Brahms, Bach, Schiller, Goethe hat uns eigentlich den Arsch
- 38:09gerettet, wenn die Russen diese Kultur nicht gehabt hätten, im
- 38:13in ihrem Kopf und nicht geliebt hätten, die deutsche Kultur
- 38:16hätten die uns nur für Barban gehalten und hätten einmal alles
- 38:21n Kopf kürzer gemacht, aber es war immer das Bewusstsein da.
- 38:25Wie in dem populären Beispiel, wo Churchill gesagt hat, wir
- 38:31streichen Deutschland von der Landkarte, wird es nicht mehr
- 38:34geben und Stalin gesagt hat, Stopp, wir nehmen es den
- 38:38Faschisten weg, aber wir geben dieses Land zurück an das Volk
- 38:41der Dichter und Denker von Goethe, Schiller und Bach und,
- 38:45und das war deren Grundverständnis, und dadurch,
- 38:48dass sie, dass sie diese. Also man, man darf ja auch nicht
- 38:53vergessen, dieser Krieg hat so so dunkel und schlimm er für sie
- 38:56war, er hat natürlich das Land auch geeint, das hat im Grunde
- 38:59genommen den Bürgerkrieg fast beendet, der da stattgefunden
- 39:04hat zwischen immer noch Bolschewiki und allen, die
- 39:07anders dachten, Weißgardisten Rotgardisten, das dann war so
- 39:13ein kurzes Aufatmen, aber es schwelte noch, und dann kam der
- 39:17der Krieg. Also der Große Vaterländische
- 39:19Krieg, deren Teil des Zweiten Weltkrieges, und da mussten sie
- 39:24sich irgendwie einigen, dann hatte doch immer keine Rolle
- 39:26mehr gespielt. Dann haben auch die
- 39:27unterschiedlichen Nationen plötzlich keine Rolle mehr
- 39:30gespielt, weil der Georgier dem Russen und dem Ukrainer den
- 39:33Arsch gerettet hat oder umgekehrt, und dieser Krieg hat
- 39:36sie also auch irgendwie zusammengebracht und durch diese
- 39:39Hölle durchgebracht und und das hab ich ja gerade schon gesagt,
- 39:42feierten sie jedes Jahr, also, das heißt jedes Jahr, immer
- 39:47wieder. Die Erinnerung daran, und
- 39:50dadurch hatten sie ein Fundament dafür, dass sie den, dass Sie
- 39:56das verarbeiten konnten und den Deutschen nach und nach
- 39:58verzeihen. Also der Großvater meiner Frau,
- 40:02meine Frau, ist ja eine halbe Russin, der Großvater meiner
- 40:05Frau ist auch noch mit der mit dem LMG bis Berlin gerannt und
- 40:09bis in den Reichstag, der gehört zu denen, die da unterschrieben
- 40:12haben und. Und der war am Anfang auch die
- 40:17Krauts und die Krauts und dies und das und und ganz langsam hat
- 40:21man auch diesen Leuten beigebracht, die Krauts sind
- 40:24nicht die Krauts und die Faschisten sind nicht das
- 40:27deutsche Volk, da gibt es was dazwischen und guckt mal hier
- 40:30und bruderland DDR und und so weiter und und das haben die
- 40:35eben in diesen ganzen 80 Jahren gelernt und.
- 40:40Und im größeren Teil Deutschlands haben sie es eben
- 40:42nicht gelernt, weil sie es unter den Teppich gekehrt haben und
- 40:44die sagen wollen, mal mich nicht mehr drüber reden.
- 40:46Das heißt, die Menschen, die noch kulturell mit einem Bein in
- 40:51der früheren DDR stehen, haben eine andere Sensibilität, was
- 40:56die Zerschlagung der Demokratie und was den Krieg betrifft in
- 41:00der Ukraine. Haben ein anderes, ein
- 41:02geschultes Schuldgefühl, sagt man immer Herr, ob das nun jetzt
- 41:06so gut ist, aber in dem Fall finde ich hilft es.
- 41:12Zum Beispiel Aufzuhorchen Wenn wenn der Klitschko sagt, er
- 41:16meldet Russen frei aufzuhorchen, weil man weiß, OK, hier haben
- 41:19Sie mal Juden frei gemeldet, was ist denn das?
- 41:23Wir haben da eine andere, eine andere Demut, einfach hoch für
- 41:29das was die Russen. Für uns auch getan haben, denn
- 41:33wie viele Deutsche sind denn eigentlich drauf gegangen, für
- 41:36die man spricht? Natürlich oft von den Millionen,
- 41:39die, die in der Sowjetunion sterben mussten, bis Hitler
- 41:45besiegt war und seine Mannen, aber wie viele Deutsche sind
- 41:50dann auch unter den Hammer gekommen, schon schon 33 schon
- 41:56vorher die Russen sagen zu mir immer die ersten Antifaschisten.
- 42:00Waren Deutsche, so das Wissen die Russen uns, ist das gar
- 42:05nicht so bewusst. Doch wir waren das, die ersten
- 42:08Antifaschisten, und viele davon sind ermordet worden.
- 42:12Ernst Thälmann als als populäres das Beispiel vielleicht aber
- 42:17auch Sportler wie Hans Beimler oder die gesagt haben, nee,
- 42:21machen wir nicht mit, und der dann einfach ermordet wurde, so
- 42:27und. Und, und dieses Bewusstsein
- 42:32haben die Russen mehr, weil sie sich mehr mit dieser Geschichte
- 42:35auseinandergesetzt haben und wir als DDR Leute haben an dieser
- 42:39geschichtlichen Auseinandersetzung sozusagen
- 42:41dran gehangen und waren mit gezwungen, schon um unseren
- 42:46Leuten erklären zu können, die gestern noch versucht haben, bis
- 42:49Stalingrad zu kommen, heute erklären zu können, das war
- 42:54nicht der Feind, der Euer eigentlicher Feind stand im
- 42:57eigenen Land. Der, der euch, der euch
- 43:00eigentlich in diese Situation gebracht hat, und das ist jetzt
- 43:03gerade sehr hilfreich, die diese dieses Geschichtswissen, weil
- 43:08jetzt haben wir wieder im eigenen Land Leute, die völlig
- 43:13kopflos, wo du denkst, sie können die denn nur, also völlig
- 43:17kopflos von von Kriegstüchtigkeit reden und dann
- 43:20wollen wir mal und jetzt kommen, wird das mit der Wehrpflicht, da
- 43:24kommen wir schon Schritt für Schritt kommen wir immer schon
- 43:26näher. Bertolt Brecht hat mal
- 43:29geschrieben, für für die Armeen wird wieder geworben, also in
- 43:34seinem Kanonenzong jetzt, jetzt ist es genau so, die Leute
- 43:38kommen schon wieder an die Schulen und und fangen an, da
- 43:42Vorträge zu halten und zu sagen, Armee ist ja gar nicht mal so
- 43:46schlecht, mein Sohn hat schon vor ein paar Jahren, da war noch
- 43:49nicht mit Angriffskrieg. Da hat der schon Post bekommen
- 43:55von der Bundeswehr, was sie ihm alles anbieten, was er für n für
- 43:59n Gehalt kriegen wird und für Auslandseinsätze gibt es sogar
- 44:03noch n Aufschlag. Da hab ich gesagt weißt du was
- 44:05Auslandseinsatz heißt so wer wusste es so aber aber manche
- 44:11wissen es nicht und wissen auch überhaupt gar nicht was sie
- 44:13machen sollen jetzt nach der Schule ja weiß ich jetzt auch
- 44:16nicht na da geh ich erst mal zur Bundeswehr, die haben gesagt die
- 44:19kriegt jetzt 2000€ im Monat so. Wie erklärst du dir denn
- 44:24insbesondere in Westdeutschland verankerten Russenhass?
- 44:28Ist das Propaganda? Ist das historisches Unwissen,
- 44:31ist das Kompensierung von eigenen Aggressionen, die sich
- 44:36wo ganz anders hinrichten müssten?
- 44:37Wie erklärst du dir das? Ich sag es mal ganz freundlich.
- 44:40Es gab in Westdeutschland niemanden, der aufgehört hätte,
- 44:46die Russen als den Feind zu betrachten.
- 44:49Ich hatte mal so n Zusammenstoß mit dem mit dem deutschen
- 44:53Botschafter in Moskau, der damals Fritz Schieß.
- 44:57Herr von glaube ich, der in einer Veranstaltung die da war,
- 45:04sollte ein bisschen über das Verhältnis von Deutschland und
- 45:07Russland reden und das war 2019 glaube ich 2000 ja 2019 und er
- 45:14redete und redete und ich hatte irgendwann.
- 45:20Mich gemeldet und hab gesagt Herr Botschafter, ich mal bitte
- 45:23eine Frage, könnten Sie auf den Zeitstrahl der Geschichte mal
- 45:27kurz markieren, Wo ist denn das losgegangen, dass die Russen
- 45:32aggressiv in der Welt expandieren und alles erobern
- 45:36wollen und und der ganzen Welt aggressiv gegenüberstehen und
- 45:39die Deutschen versuchen das Schlimmste zu vermeiden und da
- 45:43überall also. Einzugreifen versucht
- 45:47diplomatisch. Und wo ist denn das losgegangen?
- 45:51Und er überraschte mich mit der spontanen Antwort, das ist für
- 45:54mich ganz klar der 8. Mai 1945 so er war, er war der
- 46:00russische Botschafter in Moskau, och das will was heißen, so und
- 46:04und er der deutsche Botschafter, der war der deutsche Botschafter
- 46:08in Moskau, och das will was heißen und und das heißt aber
- 46:13gleichzeitig. Er ihr hört der Generation an,
- 46:17die nie erfahren hat, dass der Russe nicht der Feind ist,
- 46:20sondern vom 8. Mai 1945 wo Deutschland besiegt
- 46:24war und kapituliert hat, war Russland der Feind.
- 46:28Die anderen haben ja mit Carepaketen Gewinkt und so
- 46:31weiter aber Russland blieb der Feind und so sind diese Menschen
- 46:35aufgewachsen und können zum Teil gar nicht dafür sie haben.
- 46:40Nicht nur gesagt bekommen, dass Russland immer noch der Feind
- 46:43ist und der Feind ist und der Feind ist.
- 46:44Sie hatten eben auch keine Berührung mit den positiven
- 46:48Seiten eines anderen Volkes. Dass sich Russland oder damals
- 46:53auch Sowjetunion nennt. Sie haben eben, ich hab wirklich
- 46:58kluge Leute, die Westsozialisiert sind, plötzlich
- 47:04mich fragen hören, sag mal Tolstoi.
- 47:10Sag mal noch mal, obwohl ich gesagt hab was, na also Krieg
- 47:19und Frieden, das ist doch verfilmt worden.
- 47:21Ach so, ja ja das kenn ich ne aber und ich meine Tolstoi ist
- 47:26ja die Spitze des Eisberges, wenn einer nicht weiß was
- 47:29Tolstoi geschrieben hat, was weiß er denn da drunter?
- 47:34Hat er jemals irgendein Gedicht von Puschkin gelesen?
- 47:37Oder, oder, Dostojewski. Oder oder Groki gar ne so.
- 47:42Wollen westdeutsche Eliten wieder Rache nehmen für
- 47:47Stalingrad? Also ich bin, ich gehöre ja
- 47:52eigentlich zu den Leuten, die immer gern vom Positiven
- 47:56ausgehen und niemandem was Schlechtes unterstellen wollen.
- 48:03Aber. Aufgrund mancher Aussagen, ob
- 48:07sie nur von Baerbock stammten oder von Frau von der Leyen oder
- 48:11von Herrn Merz oder aufgrund mancher Biografien auch, ist man
- 48:18natürlich ein Versuch und genau das zu glauben, soll das jetzt
- 48:22eine Retourkundschaft werden, soll das eine Revanche werden
- 48:26und und wenn es eine Revanche sein soll?
- 48:30Ist es nicht vielleicht nicht die nicht die erste, sondern
- 48:33schon der zweite Versuch oder gar der Dritte?
- 48:36Wie und wie gut sind denn die anderen verlaufen?
- 48:39Man möchte dann warnend den Finger heben und sagen, Leute,
- 48:43Napoleon, Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, jetzt noch
- 48:48mal noch mal ein Versuch ich, ich habe mal in in Belarus auf
- 48:54dem Festival gespielt. Weit im Land, nah an der
- 48:59russischen Grenze. Schon Moglyow heißt die Stadt,
- 49:01die sich da befindet und in der Nähe große Seenlandschaft und an
- 49:06einem Riesensee gab es das sogenannte Bart Ribalka, also
- 49:10das Bardenangeln schönes Festival, wo Haufen Liedermacher
- 49:17waren, zur Gitarre und zur Geige oder Songs gesungen haben, ein
- 49:23ganzes Wochenende lang und. Und gewohnt hab ich auf der
- 49:26anderen Seite dieses riesigen Sees hatte die Familie sogar mit
- 49:30meine beiden kleinen Töchter und meine Frau auf der anderen Seite
- 49:35des Sees in in einem Haus von einem alten Herrn, das war nicht
- 49:38wirklich n Haus was der vermietet, das hatte jemand
- 49:41eingetütet von dem Festival, hat gesagt, der lässt sich wohnen,
- 49:44da mach doch n bisschen Urlaub und so na ja, und dann sind wir
- 49:48nach und nach ins Gespräch gekommen mit dem alten Herrn,
- 49:50Ich hatte dann irgendwann festgestellt, dass bei ihm auch
- 49:52so NE LNG an der an der Wand hing.
- 49:55Und habt dann dazu Fragen gestellt.
- 49:57Ja, sagt er, Wir konnten damals unsere unsere Maschinenpistolen
- 50:01mitnehmen, als der Krieg vorbei war, konnten wir entscheiden, ob
- 50:05wir das wollen oder nicht. Ja, das eine hängt da, er weiß
- 50:08nicht, ob die funktioniert, aber da ist sie, mit der ist er
- 50:11gerannt Richtung Berlin, und dann haben wir noch
- 50:15weitergesprochen und noch weitergesprochen und dann sagt
- 50:17er plötzlich, also ihr Deutschen, ihr seid doch wohl
- 50:22irgendwie, also. Was ist denn mit euch los?
- 50:26Ist euch nicht klar, dass wir nicht noch mal mit dem Panzer
- 50:30kommen, sagt er, Guck mal ins Weltall, was da oben alles
- 50:34hängt, was glaubt ihr denn, was passiert mit Deutschland, wenn
- 50:39wenn irgendjemand, der was zu sagen hat in Russland das Gefühl
- 50:43hat, er muss euch das Licht ausblasen, da kommt es von da
- 50:48oben. Na, Putin hat ja neulich gesagt
- 50:51in deiner Ansprache. Der Krieg mit Europa, wenn er
- 50:55denn kommt, wenn die Europäer Krieg wollen, wird anders
- 50:58verlaufen als der in der Ukraine.
- 50:59Da wird es innerhalb weniger Tage keinen mehr geben, mit dem,
- 51:02mit dem wir doch verhandeln können.
- 51:03Ja, genau, und das ist ja die große Gefahr, weil so n so n
- 51:09materialschlachtenkrieg kann Russland jetzt gegen die Ukraine
- 51:14und alle Milliarden Hilfsleistungen die die wir da
- 51:18leisten, Hilfsleistungen. Kann Russland da noch mithalten?
- 51:24Aber ich habe mal einen russischen General sagen hören
- 51:28und so ein bisschen auch in einem kleineren Kreis, hat er
- 51:32gesagt, also ein Wettrüsten macht Russland nicht noch mal
- 51:36mit, das schaffen wir gar nicht, das können wir gar nicht, also
- 51:40daran ist die Sowjetunion kaputt gegangen, das machen wir nicht
- 51:43noch mal. Wir werden mit Waffen kommen,
- 51:48mit denen ihr gar nicht rechnet. Trotzdem heißt es in Europa, in
- 51:55Westeuropa, Frieden gibt es nur noch gegen Russland.
- 52:00Was setzt Tino Eisbrenner dem entgegen?
- 52:04Na, ich finde also das Wort Frieden und das Wort gegen
- 52:09schließen einander aus. Ich glaube, man kann immer nur
- 52:13Frieden mit jemandem schließen und mit jemandem machen, ich hab
- 52:17noch nie gehört, dass jemand. Sagt, ich mach jetzt meinen
- 52:23Frieden gegen dir. Nee, sondern mach meinen Frieden
- 52:27mit dir. Also es ist immer nur ein mit
- 52:31und und zufrieden gehört immer eine Pflege von 2 Seiten,
- 52:38deswegen ist es ja auch relativ leicht immer irgendwo ein Keil
- 52:42reinzuschieben nach der alten amerikanischen Methode, die das
- 52:46schon mit den Indianern so gemacht haben.
- 52:48Einfach ein Keil rein und Animositäten Featuren und dann
- 52:54warten bis die sich da gegenseitig und danach kann man
- 52:58einsammeln was liegen geblieben ist.
- 53:00Das ist immer die leichtere Aufgabe.
- 53:02Die schwerere Aufgabe ist Frieden zu machen mit jemandem
- 53:06nach großen Streits ein Frieden zu machen ist immer ganz schwer,
- 53:11dann ist man beleidigt worden, dann hat man vielleicht eine
- 53:13Ohrfeige bekommen, dann ist dies passiert und das passiert.
- 53:16Dann kann man sich hinstellen und sagen das das war das
- 53:19allerletzte Mal und mit dir kommt mir gar nichts mehr und
- 53:22nichts mehr. Ne dann ist kein Frieden, der
- 53:25ist dann da gibt es nie wieder einen Frieden sondern
- 53:29bestenfalls eine Distanz aber aber Frieden mit jemandem zu
- 53:33machen ist viel schwerer und aber auch viel schöner, also
- 53:38weil nämlich der Mensch an sich. Ein Lebewesen ist, was aufblüht
- 53:44in in einer friedlichen Situation, wenn er nicht kämpfen
- 53:47muss, in alle Richtungen beißen, sondern sondern wenn er in Ruhe
- 53:52stehen kann und grasen so dann, da kommt ja lebenspoesie auf,
- 53:57das heißt, das ist was, was der Mensch von Grund auf wie die
- 54:01gesamte Natur eigentlich von Grund auf immer, also da wird er
- 54:08sich immer viel wohler fühlen. Als als wenn er kämpfen muss und
- 54:12kämpfen muss und in der Natur. Die Tiere kämpfen auch nur, wenn
- 54:15sie müssen und danach ist ist es wieder vorbei und und diese
- 54:22dieses schönere Gefühl wie, wie wäre das doch wunderbar, wenn
- 54:30wenn das ganze deutsche Volk überhaupt keine Ängste haben
- 54:33müsste, dass es in irgendwelche Kriege gestürzt wird, weil es
- 54:36sagen könnte, nee, wir, wir verhalten uns neutral.
- 54:40Wir, wir haben uns mit niemandem was auszufechten.
- 54:43Wir kommen mit allen klar, wir haben wunderbare Politiker, die
- 54:46diplomatisch so geschickt sind, dass sie, dass sie uns aus all
- 54:50diesen fürchterlichen Konflikten raushalten und auch
- 54:53innenpolitisch ist man in der Lage, Konflikte so zu lösen,
- 54:58dass dass ne Harmonie entsteht, und da sind wir wieder bei der
- 55:02Musik, ne, so dass ne Harmonie entsteht und.
- 55:06Und also haben wir das mit China.
- 55:08Wir haben das mit den USA, wir haben das mit Russland und der
- 55:12Ukraine mit allen, Wir sind in der Lage, Harmonie zu erzeugen,
- 55:16weil wir, weil das unser Wille ist, weil unser Herz und und
- 55:21unsere Seele auch Völker haben ja eine Seele, weil die das so
- 55:27möchte, so, und und das, das wird auch wieder passieren, es
- 55:33wird einen danach geben, es ist nur die Frage.
- 55:36Wie schlimm also muss es zur Apokalypse führen, bis wir alle
- 55:41Auffahren und sagen, sind wir wahnsinnig gewesen oder was?
- 55:48Es wird ein danach geben, und ich hoffe eher morgen als
- 55:52übermorgen, wo wir dann, und das ist eben, wo ich immer denke,
- 55:57hier kann ich mich einbringen, wo wir dann die ersten Brücken
- 56:00betreten und. Und diese Brücken werden wie in
- 56:03allen Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte werden
- 56:08kulturbrücken sein. Das wird das Erste sein, was als
- 56:11Brücke betreten wird und und dann wird man auf dieser
- 56:16Kulturbrücke, wird man sagen und jetzt Väterchen, Gießen wir uns
- 56:21mal einen ein und sprechen mal über die Politik und über die
- 56:25Zukunft und und. Und da setze ich ganz fest
- 56:30drauf. Ich, ich kann nur nicht sagen,
- 56:32wann wir das erreichen und wir werden das übrigens, das sage
- 56:36ich auch immer gerne, wir werden das nicht nur durch Protest
- 56:39erreichen, durch Widerstand und durch Kämpfen, und wir werden
- 56:43das nicht nur auf der Straße erreichen, indem wir wütend
- 56:46dastehen und sagen, wir wollen das nicht auch dadurch, aber
- 56:51diesen Protest, diesen Widerstand sind wir gezwungen,
- 56:55mehr und mehr. Poesie entgegenzusetzen und
- 56:59unsere eigene Lebenspoesie unseren Lebenswillen auch
- 57:04dadurch zu verkörpern, dass wir nicht mit nur mit, mit dunkler
- 57:08Stirn da stehen und sagen, die Doofen da oben, denn das Problem
- 57:13ist ja auch die Doofen da oben hören auch nur hin, wenn man die
- 57:19richtige Sprache findet, ihnen zu kommen.
- 57:21Natürlich kann es immer die Möglichkeit geben, sie alle.
- 57:25Sozusagen zum Deibel zu jagen. Es gibt aber auch, glaube ich,
- 57:29ganz viele auch oben, die auch nur mitlaufen, die sich von ein
- 57:36paar Hitzköpfen was sagen lassen, aber nur mitlaufen, wie
- 57:41auch in den Parteien, wo wo, wo der, der ganz oben sitzt und
- 57:46wettert und macht und tut und vielleicht sogar Kanzler ist und
- 57:50und und. Viele von den anderen denken, na
- 57:52ja. Sind wir nicht eigentlich
- 57:55Christen, aber sie laufen mit, weil es eben so und die
- 58:00abzuholen ist auch unsere Aufgabe, also wieder Brücken
- 58:03auch zu bauen und zu sagen, wo ist die Lebenspoesie, wo ist
- 58:08das, was wir eigentlich in der Zukunft auch für unsere Kinder
- 58:10wollen, wollen wir stahlhelme oder wollen wir eigentlich, dass
- 58:14die an die Universitäten gehen, dass die dass die Lebenslust
- 58:18haben, dass die keine Ängste haben, dass die dass die sich
- 58:22lieben, dass sie überhaupt lernen, wie Liebe geht,
- 58:24vermitteln wir gerade Liebe. Nein, also das heißt, wir müssen
- 58:29Liebe vermitteln und und und. So muss unser also alles strebt
- 58:36ja immer nach Balance, und so muss unser unser, unsere Maxime,
- 58:41die wir friedensbewegte sind, meiner Meinung nach auch darin
- 58:45bestehenden Widerstand und die Lebenspoesie.
- 58:50In die Waagstale zu werfen und zu sagen, das haben wir
- 58:52entgegenzusetzen. Und bitte lernt mit uns ihr da.
- 58:58Widerstand und lebenspoesie Frieden gibt es nur miteinander
- 59:03und nicht gegeneinander, sagt der Musiker und Schriftsteller
- 59:08Tino Eisbrenner. Hierbei gegen den Strom bleiben
- 59:11sie dabei, wir zeigen Positionen und Perspektiven, welche die
- 59:16Propagandamedien verschweigen.