Latest / ntv Wirtschaft / 45 Cent pro Kilometer? Kanzler Merz will offenbar Pendler entlasten
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- Kommt jetzt eine deutlich höhere Pendlerpauschale? Kanzler Merz ist offenbar dafür. Gleichzeitig hält der wirtschaftsweise Felbermayr Tankstellenpreise unter 2 Euro vorerst für illusorisch. Deutschlands Exporte ziehen überraschend an. Das heißt, made in Germany ist unerwartet stark gefragt. Und bei der Lufthansa droht kurz vor dem Wochenende der nächste Streik. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Bundeskanzler Friedrich Merz ist offenbar für eine spürbare Anhebung der Pendlerpauschale. Das schreibt die Bild-Zeitung. Im Gespräch ist demnach ein Plus von fast 20 Prozent. Statt bisher 38 Cent könnten Pendler künftig bis zu 45 Cent pro Kilometer steuerlich geltend machen. Die Entlastung würde allerdings nicht sofort an der Zapfsäule ankommen, sondern erst später über die Steuererklärung. Und genau da beginnt schon die Debatte. Denn die Pendlerpauschale senkt das zu versteuernde Einkommen. Wer mehr verdient und einen höheren Steuersatz hat, spart am Ende also auch mehr. Wer nur wenig Einkommenssteuer zahlt oder gar keine, profitiert entsprechend wenig oder gar nicht. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, sieht eine Anhebung der Pendlerpauschale skeptisch. Ja, also klar, die Entfernungspauschale ist natürlich gebunden an die Entfernung, die man auch zurücklegt. Aber trotzdem gilt, wir müssen hier verteilungszielgenau sein, sonst laufen die Kosten aus dem Ruder. Und da kann man nachdenken über das, was 2022, 2023 gemacht wurde, mit einmaligen Pauschalen, die man dann versteuert. Wenn man das macht, haben die, die keine Steuerlast haben, die volle Pauschale mit steigendem Steuersatz nimmt die Entlastung ab. Das wäre jedenfalls einfach zu handeln. Alles andere mit Einkommensgrenzen ist ja immer strategieanfällig und auch damit Problemen behaftet. Man muss grundsätzlich deutlich machen, das, was wir im Augenblick erleben, ist ein Wohlstandsabfluss aus unserer Volkswirtschaft, weil ein Importgut, ein zentrales Importgut, nämlich Öl, insbesondere sehr viel teurer wird. Die Ökonomen sagen, das ist dann ein negativer Terms-of-Trade-Effekt, weil die Importpreise stärker steigen als die Exportpreise. Wir können also in der Volkswirtschaft das Problem nicht ausgleichen. Wir können nur die Schärfen der Wirkung zurücknehmen oder etwas abmildern mit sehr zielgenauen Maßnahmen, die sich vor allen Dingen auf Haushalte mit kleinen und geringeren Einkommen beziehen. Viele Autofahrerinnen und Autofahrer hoffen auf baldige Entlastung. Die Lage an den Tankstellen bleibt angespannt. Die Einschätzung des Wirtschaftsweisen Gabriel Felbermayr ist ziemlich klar. Tankstellenpreise von unter zwei Euro seien vorerst illusorisch. Der Grund? Das System ist weiter durcheinander. Schiffe fahren andere Routen, Versicherungen kalkulieren neue Risiken und die wichtige Straße von Hormuz bleibt für viele Schiffe weitgehend unpassierbar. Der Iran will sogar offenbar Gebühren für die Durchfahrt erheben. Von zwei Millionen Dollar pro Schiff ist die Rede. Wie es weitergehen dürfte und über die geplante Maut für Tanker, die die Straße von Hormuz durchfahren, darüber hat Etienne Bell mit Thomas Puls vom Institut der Deutschen Wirtschaft gesprochen. Was passiert denn mit dem Ölpreis bzw. Am Ende auch dem Spritpreis, wenn Iran diese Mautgebühren erhebt? 2 Millionen Dollar pro Schiff? Das klingt jetzt ja erstmal nach sehr viel, aber wenn man es mal umrechnet, ist das ein Dollar pro Barrel. Also das geht in den asiatischen Markt und die Ölsorten vom persischen Golf, die dahin gehen, sind eh schon ein bisschen teurer als bei uns. Also für uns würde ich mir da jetzt nicht ganz so viel erwarten. Das wirkliche Ding ist, dass der Iran damit quasi seine Herrschaft über eine internationale Schifffahrtsstraße institutionalisiert, was ich als einen enormen strategischen Sieg des Iran bezeichnen würde. Aber wird er damit durchkommen? Es wird schlicht daran hängen, was passiert da jetzt am persischen Golfen. Da kann ich auch nur in die Kristallkugel schauen. Fakt ist, die Märkte sind super volatil. Das haben wir in den letzten Wochen schon gemerkt. Ein Tweet von Donald Trump und 20 Dollar Unterschied waren am Ölpreis zu sehen. Gestern gab es die Ankündigung mit diesem noch nicht wirklich umgesetzten Waffenstillstand. Da sind nicht nur die Ölpreise gefallen. Da sind zum Beispiel an der Londoner Börse auch die Preise für Diesel und Benzin kräftig gefallen. Jetzt marschieren wir wieder hoch, weil wir nicht wissen, wo wir sind. Im Endeffekt können wir eigentlich mit Sicherheit sagen, es wird eine ganze Weile dauern, weil das System ist schwer gestört an der Stelle. Und gerade bei verarbeiteten Produkten wie Kerosin oder Diesel sollten wir uns lieber auf ein paar Monate als auf ein paar Wochen einstellen. Unterdessen zeigt der Blick auf die deutsche Wirtschaft ein widersprüchliches Bild. Die Unternehmen haben im Februar überraschend viele Waren ins Ausland verkauft. Die Exporte stiegen im Vergleich zum Vormonat um rund 4 Prozent. Vor allem die Ausfuhren in die EU legten kräftig zu. Wichtigster Abnehmer deutscher Waren bleiben die USA, auch wenn die Exporte dorthin gesunken sind. Das zeigt ziemlich deutlich, wie stark die von US-Präsident Donald Trump eingeführten Zölle die Nachfrage nach Made in Germany belasten. Auch nach China gingen die Ausfuhren zurück. Umgekehrt kamen die meisten Importe erneut aus China. Auch die Einfuhren aus den USA legten ordentlich zu, um fast 10 Prozent sogar. Das klingt erstmal gut, aber auf der anderen Seite stockt die Produktion. Industrie-, Bau- und Energieversorger stellten im Februar etwas weniger her als im Vormonat. Besonders deutlich gingen die Produktion im Bau zurück, bei Datenverarbeitungsgeräten, Elektronik und Optik und in der Pharmaindustrie. Positiv stach aber die Autoindustrie heraus. Dort legte die Produktion um knapp 2% zu. Der Außenhandel. Er bekommt die Folgen der Lage im Nahen Osten ganz besonders zu spüren. Unser Moderator Etienne Bell hat darüber mit Dirk Jandura gesprochen, dem Präsidenten des Bundesverbandes Großhandel-Außenhandel-Dienstleistungen. Wie lange können die deutschen Unternehmen diese Unsicherheit aushalten? Fehlt ja komplett die Planungsgrundlage. Ja, das ist richtig. Und wir haben ja schon bei verschiedenen Gelegenheiten gesagt, dass im Grunde die Unsicherheit das Schlimmste ist für Unternehmen. Die Marktrisiken sind ja schon groß genug, aber dann die stabilen oder in diesem Fall instabilen Rahmenbedingungen zu haben, das ist schon ein Problem. Das ist jetzt sehr, sehr schwer zu bewerten in Zeiträumen. Wie lange können wir es aushalten? Ich glaube, dass wir eigentlich seit der Corona-Krise gewohnt sind, mit Krisen umzugehen und mit einem Plan B zu arbeiten. Insofern denke ich, dass die Unternehmen wesentlich resilienter bereits geworden sind und mit dem Ausnahmezustand arbeiten können. Aber Krise nach Krise, das kratzt natürlich an der Substanz und insofern wäre es wünschenswert, wenn wieder Ruhe einkehren würde. Das sehe ich aber aktuell nicht. Und Sie gehen in Ihrer Jahresprognose von einem leichten Wachstum aus, sagen aber auch, dass der Krieg schon Spuren hinterlassen hat. Wie stark sind die denn, die bisherigen Auswirkungen? Ja, da muss man ehrlich sagen, diese Jahresprognose, die war natürlich vor dem Krieg gesagt. Ich möchte die auch jetzt hier nicht einkassieren. Aber die Auswirkungen des Iran-Krieges sind im Moment für uns relativ schwer zu bemessen. Man darf sie auf der einen Seite nicht überbewerten, weil die deutschen Exporte in den Iran sind nicht besonders hoch. Auch die Importe, das sind Pistaz, sind Trockenfrüchte. Das ist alles im gewissen Rahmen. Aber die Effekte, die Transmissionseffekte über den Ölpreis, über Gas, über Strom, also da ist ja eine ganze Menge auch in den Lieferketten passiert. Das wird natürlich Auswirkungen haben, auch auf das deutsche Wachstum, auf die deutsche Industrie. Und insofern, ja, wir sehen leider aktuell eine Situation, in der eine zusätzliche Belastung zu den ohnehin schon schwierigen Rahmenbedingungen gekommen ist. Ja und jetzt wird über Mautgebühren gesprochen, Durchfahrtsgebühren von bis zu zwei Millionen Dollar pro Schiff und Donald Trump spricht plötzlich über Joint Ventures in der Straße von Hormuz. Wie schätzen Sie das ein und welche Folgen hätte das? Ja, ich muss da natürlich ein bisschen schmunzeln, weil wenn das das Ergebnis des Iran-Kriegs wäre, dann kann man dem US-Präsidenten natürlich nur gratulieren im ironischen Sinne. Tatsache ist die Straße von Hormuz, ist eine Lebensader des Welthandels und insofern, die muss natürlich frei bleiben, die muss sicher passierbar sein und es ist völlig indiskutabel, dass da plötzlich Maut verlangt wird. Also wie gesagt, wenn das das Ergebnis des Iran-Kriegs ist, dann kann man Herrn Trump nur gratulieren, dann hat er uns allen einen Währendienst erwiesen. Alles weitere möchte ich gar nicht kommentieren. Und dann noch der Blick auf den Luftverkehr. Bei der Lufthansa droht am Freitag der nächste Streik. Heißt, für Passagiere kommt es vor dem Wochenende zu erheblichen Beeinträchtigungen. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO ruft das Kabinenpersonal der Kernmarke Lufthansa und der Tochter Cityline zu einem ganztägigen Arbeitskampf auf. Betroffen sind alle Abflüge der Lufthansa in Frankfurt und München von 0 bis 22 Uhr. Bei Cityline betrifft der Streik außerdem Abflüge von Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover. Die Gewerkschaft begründet den Streik mit dem festgefahrenen Tarifkonflikt. Sie fordert unter anderem eine bessere Planbarkeit der Einsätze und längere Kündigungsfristen. Lufthansa wiederum sagt, tragfähige Lösungen gebe es nur im Dialog und Streiks müssten das letzte Mittel bleiben. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.