Latest / Im Bett mit Buch / Irgendwas mit Weihnachten
Transcript
- 0:05Gut, ich bin mir nicht sicher, ob wir heute über den Advent,
- 0:08über Weihnachten reden oder ob wir über kluge Mode von Frauen
- 0:13reden. Das wäre auch ein Schönes.
- 0:14Thema, das liegt ja gerne mal zusammen und damit zuallererst
- 0:21wünsche ich dir so so frohe Weihnachtstage, liebe Monique.
- 0:28Danke, das wünsche ich dir auch und möge dir keine Förstersfrau
- 0:31über diesen Weg laufen. Augen auf bei der Berufswahl.
- 0:37So, und damit heißen wir auch euch, liebe Zuhörerschaft,
- 0:41willkommen zu einer neuen Folge in unserem Podcast.
- 0:45Im. Bett mit.
- 0:46Buch. Ja, bei uns ist wahrscheinlich,
- 0:49wie auch bei euch, möglicherweise die
- 0:51Weihnachtszeit eingezogen. Wir haben rot, grün und
- 0:55silberglitzernde Kugeln an die Studiomonstera gehängt.
- 0:58Es duftet nach Apfel, zimttee, und wenn ihr mal nicht verstehen
- 1:02könnt, was der Code gerade sagt, dann hat er einen
- 1:03Butterspekulatius im Mund und wenn ich nicht zu verstehen bin,
- 1:07dann ist es wahrscheinlich eher ein Dominostein, von dem ich
- 1:10genüsslich das Marzipanknaberer. Ihr seht, wir sind also schon
- 1:15voll eingemuckelt, die Kerzen scheinen draußen drinnen, hier
- 1:20ist noch keiner gegangen von innen.
- 1:22Ich war gerade, wenn du so anfängst, musst es sich reimen.
- 1:27Schaffst du das die ganze Folge? Das werde ich glaube das ja ich,
- 1:31nein, nein, das werde ich jetzt nicht probieren, aber.
- 1:35Aber es ist tatsächlich so. Die Weihnachtszeit ist natürlich
- 1:40für den Buchhandel eigentlich die stressigste Zeit von allen,
- 1:42die 2 Wochen vor Weihnachten sind jedes Jahr Terror pur, aber
- 1:47das soll einem ja die Freude eigentlich nicht daran nehmen,
- 1:49an langen, gemütlichen Winter und Weihnachtsabenden sich dem
- 1:53Lesen hinzugeben, denn nur das, das ist das richtige Leben.
- 2:02Ich muss ja gestehen, dass ich über viele Jahre in der
- 2:05Weihnachtszeit, also vor Weihnachten, also in der
- 2:07Adventszeit, sozusagen überhaupt nicht gelesen habe, und zwar
- 2:13nicht aus aus Desinteresse, denn also, ich glaube, nicht so viele
- 2:16Sachen interessieren mich mehr als neue gute Bücher, sondern
- 2:20weil ich so beschäftigt damit war zu schreiben.
- 2:22Also ich bin ja über viele Jahre eine Adventsschreiberin gewesen
- 2:27und hab, das hat mal angefangen als.
- 2:31Übungsraum sozusagen. Jeden Tag am Anfang.
- 2:36Ja, so weiß ich nicht, aphorismengedichte waren auch
- 2:39dabei und dann tatsächlich Kurzgeschichten geschrieben, bis
- 2:42es dann irgendwann wirklich episodenromane wurden, die in 24
- 2:45Tagen entstanden sind und komme was was was da willte musste am
- 2:53Tag eine Geschichte fertig werden bis zum nächsten Morgen
- 2:55und und insgesamt musste diese Geschichte am 24.
- 2:59Auch beendet sein. Was regelmäßig dazu führte, dass
- 3:05also einfach die Weihnachtszeit, die Adventszeit ne Katastrophe
- 3:08bei uns war, weil ich hab natürlich aufgehört aufzuräumen.
- 3:11Müll rausbringen, kochen, also all diese Sachen, wer hat dafür
- 3:14Zeit, wenn man irgendwie 5 Stunden am Tag da ist es nicht
- 3:17verdammt, wie geht diese Geschichte weiter, muss sie zum
- 3:20Ende bringen, andere Mütter backen Kekse, ich hab
- 3:25Geschichten gebacken. Hast du, ich bin total.
- 3:28Hast du ne Kostprobe? Jetzt hier zum Vorlesen.
- 3:32Also ich mein, ich hab natürlich die Kosprobe die ich hab, ja ich
- 3:35hab eine lange dieser Geschichten.
- 3:37Sun Avenue hab ich als Podcast aufgenommen, die die die kann
- 3:43man sich natürlich anhören, es gibt noch ne 2.
- 3:44Staffel, da sind auch Advents Geschichten mit dabei und ich.
- 3:53Pass auf zum Ende des Podcasts lese ich, vielleicht lese ich
- 3:56irgendwas daraus vor. Sehr schön, sehr schön.
- 3:59Ich bin sehr gespannt und die große Geschichte, wo Monique
- 4:03schon selber einen Podcast draus gemacht hat, werden wir
- 4:06sicherlich mit den unglaublichen technischen Fähigkeiten unseres
- 4:10Weihnachtsmann Produzenten auch in die Shownotes gesetzt
- 4:14bekommen, dann auch mal nennen. Ja, wir können Sie auch mal
- 4:18nennen. Also der Podcast heißt kurz
- 4:19gelesen. Und die 1.
- 4:22Staffel ist ne fortlaufende Geschichte.
- 4:24Sun Avenue Es geht natürlich um die wunderbare Sonnenallee in
- 4:28Berlin Neukölln und es ist die Geschichte von von Carla, die
- 4:33einen unglaublich erfolgreichen, erfolgreichen Burgerladen
- 4:37betreibt. Auf dieser Sun Avenue auf der
- 4:39Sonnenallee, der ist so erfolgreich, dass ab Donnerstag
- 4:42Nachmittag die Amis und und die Berliner gleichermaßen Schlange
- 4:46stehen. Und die Geschichte beginnt
- 4:49damit, dass Karla vor dem Amtsgericht Neukölln steht.
- 4:53Dann, sie ist angeklagt, nach Paragraph 263 des Bürgerlichen
- 4:57Gesetzbuches wegen Betrugs, denn Karla hat in ihrem Burgerladen
- 5:01auf einmal nur noch vegane Produkte verkauft, ohne das
- 5:05irgendwie zu kennzeichnen, und es gibt dann so ne Debatte,
- 5:08darüber muss man es eigentlich kennzeichnen, ist es nicht
- 5:10Dienst am Menschen und warum um Gottes Willen hat Karla das
- 5:13eigentlich gemacht? Und darüber zerreißen sich alle
- 5:17irgendwie das Maul. Nur Karla schweigt dazu
- 5:19beharrlich. Super und wie unglaublich toll
- 5:22gerade jetzt in der Zeit, wo doch vor einigen Monaten diese
- 5:25EU Diskussion Durchging mit der Namensbenennung ob man jetzt
- 5:28Burger oder Fleisch oder vegane Produkte Schnitzel nennen darf.
- 5:32Weil ich damals schon dachte, ihr wisst aber schon, dass ein
- 5:35Hamburger und ein Chicken Burger 2 verschiedene Sachen sind, ne?
- 5:40Also da könnte es auch einen Veggie Burger Burger heißt nicht
- 5:44Geschenk, aber. Toll.
- 5:46Als ich das neulich noch mal rausgesucht hatte, weil ich eine
- 5:48Lesung hatte, dachte ich auch so, Oh mein Gott, steht
- 5:50irgendwann Markus Söder vor mir und sagt, diese Geschichte muss
- 5:53umgeschrieben. Werden.
- 5:57Sehr, sehr schön. Also wie ihr merkt, es geht
- 6:00Adventlich weihnachtlich hier. Ich wollt schon gerade sagen
- 6:04zugrunde, aber ich meinte gar nicht, dass vielleicht gehen wir
- 6:07auch zugrunde, wir gehen zu Tage und untertage, wir beschäftigen
- 6:10uns auf jeden Fall mit der schönsten Jahreszeit, je nachdem
- 6:16wie man das sieht, aber ich bin eigentlich jemand der
- 6:18Weihnachten und die Adventszeit mal abgesehen von der Arbeit
- 6:20sehr genießt. Und die langen Abende, die
- 6:25Möglichkeit, sich in sein Sofa, Sessel oder eben ins Bett
- 6:28zurückzuziehen, das kleine Licht anzumachen und Bücher zu lesen.
- 6:34Und wir haben uns überlegt, was für Bücher kann man lesen, so
- 6:39zur Weihnachtszeit, man kann natürlich Bücher lesen, die mit
- 6:42Weihnachten zu tun haben. Da kann man sich aber auch
- 6:45romantische Weihnachtskomödie mit Lindsay Lohan anschauen und
- 6:49ich glaube, es ging uns so n bisschen ähnlich, dass wir
- 6:51dachten, so wie krass. Also eigentlich dachten wir, es
- 6:53ist doch ne einfache Aufgabe mal schnell so n paar Bücher zu
- 6:56Weihnachten zu sammeln. Can us it's not bad easy.
- 6:59Nee, ist es nicht. Es gibt, ich glaube, es gibt
- 7:02viel, was sozusagen das das, das das literarische Pendant will
- 7:08ich gar nicht sagen, aber das zu lesende Pendant zu den Lindsay
- 7:10Lohan Weihnachtskomödien ist. Aber ich hab es nicht übers Herz
- 7:15gebracht, diese diese Weihnachts schmonzetten zu lesen.
- 7:21Das das ist mir zu viel Weihnachten und und schmonz auf
- 7:25einmal. Das ist also vor allen Dingen in
- 7:27in Buchform, aber in nicht immer wissen wir ja voneinander, was
- 7:35wir so besprechen wollen und besprechen werden.
- 7:38Ich glaube, wir haben trotzdem ein gerüttelt Maß an gaben, die
- 7:42wir auf den Tisch legen können. Es ist etwas weiter gefasst.
- 7:45Wir machen glaub ich nicht nur Weihnachten, sondern auch
- 7:47Winter, ich, also ich mache auch n bisschen Winter.
- 7:50Und es ist euch natürlich auch selber überlesen.
- 7:53Ihr müsst ja zu Weihnachten nicht jetzt auch unbedingt
- 7:55Bücher lesen, die sich alle mit Weihnachten beschäftigen.
- 7:58Man kann natürlich auch eine herrliche romantische
- 8:01Sommerinsel Komödie lesen, wenn ein gerade irgendwie der Sinn
- 8:04nach Sommersonne und Komödie steht, wir aber werden uns der
- 8:08dunklen Jahreszeit und auch in manchen Fällen den klimatischen
- 8:14Bedingungen dieser dunklen Jahreszeit zuwenden.
- 8:18Mit den klimatischen Bedingungen.
- 8:20Ich bin sehr gespannt, was du ausgesucht hast.
- 8:23Und wie immer müssen wir auslosen, wer anfängt.
- 8:27Und ich finde, nee, weißt du was, du fängst an, ich fange.
- 8:31An ja okay ich fange an. Mit womit fange ich an?
- 8:40Ich fange an mit einem Buch, das heißt wunderweiße Tage, und es
- 8:44ist von Janet Winterson. Und dieser Titel klingt total
- 8:49bescheuert. Es tut mir wirklich leid, aber
- 8:52dieses Buch ist zauberhaft, es ist ganz, ganz großartig, es ist
- 8:56eine, ich zeige es ja auch mal, es sieht halt auch, es sieht
- 8:59einfach sehr weihnachtlich aus, aber lasst euch davon nicht
- 9:03täuschen. Janet Winterson ist eine
- 9:05begnadete Erzählerin, eine ganz, ganz tolle Autorin, und in
- 9:09diesem Buch sind 12 Erzählungen von ihr zusammengefasst.
- 9:12Das Besondere ist, in jeder Erzählung gibt es.
- 9:16Ein Rezept und viele dieser Rezepte.
- 9:19Also ich habe es selber mal zu Weihnachten geschenkt bekommen
- 9:21von der Freundin und habe es dann quasi nach Weihnachten
- 9:25gelesen. In dieser Zeit zwischen den
- 9:27Jahren und habe viele dieser Rezepte ausprobiert und beim
- 9:30nächsten Weihnachten mir dann auch rausgeholt, weil sie hat so
- 9:32tolle Sachen mit welchen mit welcher Butter wir reden ja hier
- 9:37oft, also oft sehr sehr gerne über Butter mit welcher Butter
- 9:41und? Auf einem Stück Pumpernickel und
- 9:43welchem Cremant dazu man am besten Geschenke einpacken kann
- 9:45und das sind die wirklich hilfreichen Tipps.
- 9:49Es ist das, was man braucht. Das ist das, was man braucht.
- 9:52Also ich pack ja nicht so gern Geschenke ein.
- 9:55Üblicherweise lass ich das die Kolleginnen und Kollegen bei dir
- 9:58im Laden machen, aber wenn ich dann doch mal was selber
- 10:01einpacken muss, dann passiert es jetzt nur noch so mit diesem
- 10:04Rezept von Janet Winters. Das ist toll.
- 10:07Und diese diese Erzählungen, die sie da drin hat, die haben
- 10:11natürlich die, die Spielen alle irgendwie im Winter alle so rund
- 10:14um Weihnachten. Und ich bin ja n Großer.
- 10:17Freund der Weihnachtsgeschichte an sich wie sie dann in
- 10:21klassischer Weise in der Presse passiert.
- 10:23Also jetzt komme ich gerade nicht.
- 10:26Alexander O. Sagen, ist in Deutschland
- 10:28jemand, der so die klassische Weihnachtsgeschichte über viele
- 10:32Jahre geschrieben hat? Ich weiß gar nicht, ob er es
- 10:33noch macht, also etwas, was dann auch ja, also was so einen
- 10:37weihnachtlichen Charakter hat, aber eben nicht schmanzsättig
- 10:39wird, nicht kitschig wird und. Trotzdem, was auf einer
- 10:44emotionalen Ebene hat, was er noch mal anders berührt und so,
- 10:47die habe ich allesamt sehr, sehr gerne gelesen von ihm und bei
- 10:50Janet Winterson sind diese Weihnachtsgeschichten vielleicht
- 10:53noch mal ein bisschen versöhnlicher als sie bei Ozang
- 10:56sind, aber eben auch die funktionieren gut in dieser
- 11:01Weihnachtszeit, die haben durchaus mal so einen magischen
- 11:04Touch was was um Weihnachten rum ja Herrgott, warum nicht so?
- 11:10Lass lass es doch so passieren. Wenn wenn wenn die Tiere
- 11:14angeblich heilig Nacht sprechen können warum, warum kann dann da
- 11:17nicht die die Schneefrau, die die Kinder bauen lebendig werden
- 11:20und die Schneemama sein? Eine ganz ganz süße Geschichte,
- 11:23die da drin vorkommt. Es geht viel um Familie, es geht
- 11:25um Verlust, ums alleine sein und dann doch nicht mehr alleine
- 11:28sein um Versöhnung manche dieser Erzählungen Geschichten sind
- 11:33autobiografisch gefärbt, also man erfährt auch viel über die
- 11:36Autorin selbst. Und ich habe mal eine, habe ich
- 11:41rausgesucht, die Mistel braut eine Erzählung darin, das ist
- 11:45die Geschichte einer Hochzeit an Weihnachten, ein paar
- 11:47Jahrhunderte her in England und diese, also eine junge Frau soll
- 11:54verheiratet werden, eben an Weihnachten, oder wird wird auch
- 11:56verheiratet, und klassischerweise gibt es auf
- 11:59diesem ja dunklen Schloss, auf dem mir frisch angetrauter
- 12:04Ehemann lebt, ein Versteckspiel. Zu Weihnachten.
- 12:09Und sie versteckt sich dann auch.
- 12:12Und also, wenn es der der Brauch ist und sie ist halt furchtbar
- 12:15aufgeregt, also frisch verheiratet, sie weiß also, was
- 12:17da jetzt kommt und sie versteckt sich in einer Truhe und das ist
- 12:22irgendwie nicht so richtig günstig gewählt, weil sie dann
- 12:25nämlich Zeugin davon wird, wie ihr frisch angetrauter Ehemann
- 12:29mit seiner Cousine. Just vor dieser Truhe und dann
- 12:35auf dieser Truhe etwas macht, was ihr Vorbehalten sein sollte
- 12:40in in dieser Hochzeitsnacht. Und leider schnappt dabei das
- 12:43Schloss der Truhe zu, sodass die arme Frau sich auch nicht mehr
- 12:47selber befreien kann und davon ausgeht, dass sie jetzt da drin
- 12:52ersticken muss. Aber eine Zofe befreit sie und
- 12:56erzählt ihr eben auch noch n Paar mehr Wahrheiten über ihren
- 12:58frisch angetrauten Ehemann und hilft ihr.
- 13:01Hilft dir bei der Flucht und so Gerät das bis dahin arme Mädchen
- 13:06als glückliches Mädchen ins Kloster und verschreibt sich dem
- 13:12Brauen von Meth. Ich finde, das ist nicht die
- 13:15schlechteste Wendung und sie kann dem am Ende noch 1
- 13:18draufsetzen und das ist das eine Rezept, wo ich sage, bitte
- 13:22probiert es nicht aus, denn wenn man einen Misteltrunk in Meth
- 13:25kippt. Und das dem untreuen Ehemann
- 13:30schickt. Dann überlebt er das nicht.
- 13:33Aber es sind wirklich, es sind einfach wirklich total süße,
- 13:37schöne, schöne, schöne Geschichten und es macht viel
- 13:40Spaß, das zu lesen. Das klingt unglaublich schön.
- 13:44Ich hoffe, dass es noch lieferbar ist.
- 13:45Das erfahrt ihr natürlich. In den Shownotes werden wir
- 13:48reinschreiben, welcher Verlag und so weiter das kennt ihr ja
- 13:52schon, das Spiel, das klingt total gut.
- 13:55Und ich habe auch eine kleine Kurzgeschichten Sammlung dabei.
- 14:00Ich habe sonst eher recht was was was düsteres und sehr
- 14:04bösartiges, aber ich wollte nicht mein es ist Weihnachten ne
- 14:06also Adventszeit also einmal was versöhnliches bitte und es gibt
- 14:11eine zauberhafte Sammlung mit 4 Geschichten, die mehr oder
- 14:16weniger Weihnachtsgeschichten sind.
- 14:18Und zwar heißt das Büchlein Weihnachten mit Truman Capoti
- 14:22und ihr könnt euch denken, von wem diese 4 Kurzgeschichten sind
- 14:25von Truman Capoti und dieses Buch ist leider nicht mehr
- 14:30lieferbar bei Kain und aber diese Kurzgeschichten gibt es
- 14:33auch in anderen Sammlungen, aber da das so n hübsches Büchlein
- 14:36ist und man es antiquarisch noch bekommt, dachte ich mir, das
- 14:39kann man doch trotzdem kurz erwähnen.
- 14:41Und der Großteil dieser Geschichten, also 3 davon,
- 14:47handeln von Buddy Buddy, ist ein kleiner Junge und ist eindeutig
- 14:52das Alter Ego Truman Compoties und es sind mehr oder weniger
- 14:55Kindheitserinnerungen und natürlich hier in der
- 14:59Weihnachtszeit, die er mit seiner, und das ist immer n
- 15:01bisschen verwirrend im Amerikanischen, die reden ja
- 15:03immer von Cushen. Und mit Cousin ist ja alles
- 15:07gemeint, von Tante oder Cousine zweiten bis 24.
- 15:12Grades. Man kann aber gar nicht wissen,
- 15:13in welchem Verwandtschaftsverhältnis sie da
- 15:15wirklich sind. Sein Cousin, ich nehme an es
- 15:18wird ne entfernte Tante sein, die ist also schon 60, die ist
- 15:22durch eine Krankheit körperlich ein wirklich eingeschränkt und
- 15:27auch von der Familie wird sie auch als geistig eingeschränkt
- 15:30wahrgenommen für unseren kleinen jungen Buddy aber ist sie die
- 15:33allerbeste Freundin. Und eine Geschichte handelt
- 15:37davon, wie sie schon im Oktober und November aufgeregt anfangen,
- 15:41Sachen zu sammeln und und Geld zu sammeln, um die Zutaten zu
- 15:45kaufen für ihre berühmten Kekse, die sie zu Weihnachten machen
- 15:49und wie sie das dann Zusammenhalt backen, ist ne
- 15:51wirklich unglaublich schöne, versöhnliche Geschichte.
- 15:54Meine Lieblingsgeschichte ist aber die wo Buddy gezwungen
- 15:57wird. Einmal Weihnachten ohne seine
- 15:59geliebte Sukh zu verbringen, also ohne seine geliebte Cousine
- 16:03Slash Tante und zu seinem Vater muss der also nicht mehr mit der
- 16:07Mutter lebt, und der Vater ist ein äußerst selbstbewusster,
- 16:11sehr großkotziger Kerl, der eigentlich gar nicht richtig
- 16:15Zeit und Sinn für seinen Sohn hat, sondern eigentlich nur mit
- 16:18der neuen Freundin damit beschäftigt ist, irgendetwas zu
- 16:21gewinnen. Und man merkt, das funktioniert
- 16:25hier wirklich nicht richtig gut mit dem Sohn und dem Vater und
- 16:29es führt aber, und das ist bei Truman Carporty so ne große
- 16:32Stärke, da noch was versöhnliches Reinzumachen, also
- 16:36dass der Sohn merkt, denn da gibt es dann ein angesagtes
- 16:39Weihnachtsgeschenk, was dann gar nicht so stattfindet und der
- 16:41Sohn auch irgendwann merkt, ah. Mein Vater trotz seiner großen
- 16:45Schnauze kann das gar nicht leisten, der will halt einfach
- 16:48imponieren und merkt auch selber, ah OK, mein Vater möchte
- 16:51mir imponieren und dann ist es ja egal, ob er es nicht kann,
- 16:55denn eigentlich geht es ja sozusagen um den Impetus, dass
- 16:59der Vater was machen wollte, was dem Sohn gefällt, wohl wissend,
- 17:02dass das eigentlich nie hinhauen wird.
- 17:04Und das sind wirklich zauberhafte Geschichten, die da
- 17:06erzählt werden. Meine Lieblingsgeschichte ist
- 17:09eine über einen Raben, der ist ein wird als Haustier geschenkt
- 17:14an Buddy, und das ist so n Rabe, wo man denkt, ich wollte doch
- 17:18gar keinen Raben. Das Lustige ist aber darin, dass
- 17:20der Rabe irgendwann plötzlich denkt, er ist n Hund.
- 17:24Und sich auch wie ein Hund verhält.
- 17:26Und damit natürlich sich andauernd in Gefahr begibt, weil
- 17:28nur weil er denkt, er ist ein Hund, denken andere Hunde nicht
- 17:31unbedingt, dass er auch einen Hund sagt, also wirklich sehr,
- 17:35sehr schöne und wirklich schöne kurze Geschichten zur Advents
- 17:39und Weihnachtszeit von Truman Capoti sehr klassisch, aber
- 17:45wirklich versöhnliche, heitere Geschichten aus der Kindheit.
- 17:49Wie schön. Ich wusste gar nicht, dass es
- 17:51das gibt und ich liebe Truman capoti.
- 17:53Und Kurzgeschichten. Siehst du gleich 2 Sachen auf
- 17:56einmal? Und damit bin ich aber mit
- 18:00meiner Persönlichkeit auch durch, muss ich sagen, ja ja
- 18:03jetzt, bei mir wird's, jetzt wird's ein bisschen böser.
- 18:06Bei dir wird's ein bisschen böser okay weißt du was böse
- 18:10kann ich auch okay cool böse kann ich auch, obwohl das Buch
- 18:16selber gar nicht böse ist. Aber ich bin.
- 18:18Ich bin heute mal böse. Ich habe aufgeschrieben, dass
- 18:22ich heute über Sally Rooney normal people spreche.
- 18:27Er liebt mich, er liebt mich nicht, weil ich liebe ihn, ich
- 18:29ich, ich liebe ihn nicht, lieben wir uns, lieben wir uns nicht,
- 18:32kommen wir zusammen, kommen wir nicht entschuldige bitte.
- 18:34Und es ist n joke, weil ich hasse Sally Rooney.
- 18:40Also ich hatte halt nach Büchern gesucht, die ich gelesen habe
- 18:42und denen Weihnachten irgend ne Rolle spielt.
- 18:44Weil ich also wie du es vorhin auch schon gesagt hast, ne, mir
- 18:46sind unheimlich viele Serien und Filme eingefallen, aber darüber
- 18:49wollten wir heute ja auch gar nicht sprechen, sondern über
- 18:52Bücher und dann tauchte da irgendwie Sally Rooney auf,
- 18:55normal people und ich dachte, ah, das hab ich doch gelesen und
- 18:58zwar hab ich dieses Buch in einem Treppenhaus gefunden, ne,
- 19:01also in so einer also nicht mal ne verschenkekiste, es stand
- 19:04halt auf so einem Absatz und es war kurz bevor ich.
- 19:09Nach New York gereist bin ich schon ein paar Jahre her und ich
- 19:11habe es jedenfalls mitgenommen, weil ich weiß gar nicht mehr,
- 19:14wie ich drauf habe. Ich dachte mir schon, dass ich
- 19:16Sally Rooney wahrscheinlich nicht mag und ich wollte es aber
- 19:19halt mal lesen so und habe es dann auf der auf dem Flug dahin
- 19:22gelesen und dort dann auch und ich habe es da gelassen und ich
- 19:25dachte mir nein ich schleppe dich nicht zurück, du bist so
- 19:28das ist nee nee, es ging gar nicht, dieses Buch ging
- 19:32überhaupt nicht und ja, Weihnachten spielt auch eine
- 19:34Rolle, aber es war auch um Weihnachten zum Abgewöhnen.
- 19:36Ganz ehrlich also ich. Ich, ich, ich fand es so
- 19:41belanglos geschrieben. So vielleicht sind ihre anderen
- 19:43Bücher anders, aber ich habe auch in einer Kritik gelesen,
- 19:47dass sie wenig technischen Ehrgeiz erkennen lässt und erst
- 19:50recht keine sprachliche Raffinesse und das kann ich nur
- 19:53unterstreichen. Sie hält sich strikt an die
- 19:56Außenansicht ihrer Figuren, keine Dialogführung, also auch
- 20:00nicht, also irgendwas Inneres, was passiert in denen oder
- 20:03sowas, nee nee, also ich glaube er ist, sie kennen sich schon
- 20:07seit der Schule und. Seine Mutter ist Putzfrau, ihre
- 20:11Mutter ist reich und trotzdem er ist irgendwie so der coole
- 20:14Junge, weil er eben einfach so cool ist und Fußball spielt und
- 20:18und nachher kippt es, weil später zählt dann halt doch das
- 20:21Geld und weiß ich nicht, die sind irgendwie verknallt und
- 20:24doch nicht und tun sich gegenseitig weh.
- 20:26Und. Man kommt zusammen studieren
- 20:29nach Dublin und das hört nicht auf.
- 20:30Und und und. Und man guckt ihnen aber so
- 20:32dabei zu und denkt sich so, Herrgott noch mal, warum
- 20:35erzählst du mir das? Weil ich merke nicht, dass da
- 20:38wirklich was die sind ja beide voneinander auch gelangweilt,
- 20:41warum gibt es denn, gibt es denn überhaupt niemanden spannendes
- 20:46in eurem Leben? Das ist nee, also wirklich
- 20:49überhaupt keine Empfehlung. So, es ist faszinierend, weil es
- 20:53ist ein Riesenerfolg, immer noch, immer noch.
- 20:56Die Leute kaufen es hier wild, also mit, die Leute, meine ich,
- 20:59junge Menschen, irgendwas muss daran ansprechen, man merkt
- 21:03auch, dass Sally Rooneys Neues Buch Intermezzo ist plötzlich
- 21:07erwachsener, also die sind nicht mehr Anfang 20, die sind jetzt
- 21:1030, und es geht in dem Buch, glaube ich, um entweder kranken
- 21:13oder sterbenden Vater, und das ist ein erwachseneres Thema, und
- 21:17ihre Fans sind total befremdet, weil so.
- 21:20Wieso ist denn das jetzt nicht mehr wie normal People oder
- 21:24dieses Handvoll Freunde oder wie das sind?
- 21:26Also es ist so erstaunlich, dass die Fans sozusagen das
- 21:30Erwachsenwerden ihrer eigenen Heldinnen und Autoren gar nicht
- 21:33mehr haben wollen, aber ist denn die Weihnachtsgeschichte in dem
- 21:37normal People, also die ist da ne Weihnachtsepisode?
- 21:41Ja, da ist so ne Weihnachtsepisode drin und ich
- 21:44glaube also das reiche Mädchen. Die nie richtig schöne
- 21:47Weihnachten zu Hause hatte, hat dann immer ganz tolle
- 21:49Weihnachten bei der Putzfrauenfamilie oder so was.
- 21:52Aber also ehrlich ist es so, also das ganze Buch es.
- 21:58Ist doch echt erstaunlich, ne. Also ich hatte wirklich beim
- 22:01beim ich meine klar dann kannst du irgendwie so ja eine
- 22:03Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens.
- 22:05Ja ja ja ja natürlich, ich kann auch die Bibel lesen mit der
- 22:07also mit der Weihnachts in Anführungsstrichen
- 22:10Weihnachtsgeschichte, das ist jetzt aber jetzt irgendwie
- 22:13nicht, nicht nicht mein Anspruch.
- 22:15Aber es gibt Filme wie Peters Friends mit Stephen Fry, und das
- 22:19ist auch dann. Also es ist wirklich kluge,
- 22:22kluge Sachen, die sich mit Weihnachten beschäftigen.
- 22:25Ich finde in buchformat selten, ich dachte auch, es gibt auch
- 22:27diese ganzen tollen Familienromane.
- 22:30Also da gibt es schon einiges, aber die hab ich jetzt nicht
- 22:33rausgesucht, weil ich über die schon gesprochen habe.
- 22:35Also Johnson, Franssen zum Beispiel lässt sehr gerne mal
- 22:37was Weihnachten spielen oder eskalieren, also bei den
- 22:40Korrekturen und dann ja auch. Das hatten wir erst vor ein paar
- 22:44Wochen ein paar Monaten. Es kommt drauf an, wie mein Zelt
- 22:47in in der Familienfolge gehabt Crossroads, was ja zum ganz
- 22:52großen Teil am 2312 spielt in der Vorbereitung auf
- 22:56Weihnachten, das wollte ich jetzt nicht noch mal auskramen.
- 22:59Das kann ich auch gut verstehen, weil man muss es ja nicht
- 23:02doppelt besprechen. Und es gibt ja auch noch andere
- 23:05Bücher so, es waren noch Bücher und ich habe mich einfach mal
- 23:09weiter gefasst. Ja.
- 23:12Und bleibe sehr in deinem ersten Buch, also von den Wörtern her,
- 23:16nämlich Jeanette Winterson und wunderweiße Tage, denn wir alle
- 23:23haben ja immer dieses Bild vor Augen von den weißen
- 23:26Weihnachten, es schneit, und dieser schöne Schnee, und der
- 23:29bedeckt alles mit Stille und Schönheit und so weiter und es
- 23:34ist romantisch und man geht raus und baut einen Schneemann und
- 23:37der Schnee ist einfach. Da und so lieb und so nett zu
- 23:40uns und sogar keine gar kein Naturwunder und auch gar keine
- 23:43Gefahr. Und dann geht man mal nach
- 23:46Kanada und schaut an, was denken die denn so über Schnee und da
- 23:52komme ich zu 2 Büchern, von dem ich allerdings nur eines hier
- 23:58besprechen möchte, das andere möchte ich nur anreißen, beide
- 24:01Bücher haben das Wort Schnee auch in.
- 24:05Im Titel das eine Buch ist das Flüstern des Schnees von Alexi
- 24:09Zentner und das andere Buch ist das Gewicht von Schnee von
- 24:14Christian Gae Polican und das nur kurz angedeutete Alexi
- 24:19Zentner. Das spielt über einen Verlauf
- 24:22von 100 Jahren ungefähr 19. Bis 20.
- 24:24Jahrhundert im Nordwesten Kanadas, es geht um ein Dorf,
- 24:29und dort kehrt ein. Pfarrer zurück in sein altes
- 24:34Heimatdorf und erinnert sich sozusagen an seine eigene
- 24:38Kindheit und erinnert sich aber auch oder erzählt von der
- 24:40Geschichte des Dorfes. Und das ist eine sehr, sehr,
- 24:44sehr spannende, also eine magische Realismusgeschichte, in
- 24:48der vermischt wird, christlicher Glaube, aber auch animistische
- 24:52Sachen, also die ganze Welt ist bevölkert von Animismus, also
- 24:55die die Natur lebt, es gibt Geister, es gibt Wesen, die
- 24:59zwischen Toten und. Und Lebenden Hin und her wandern
- 25:04können. Und das alles stört diesen
- 25:05christlichen Pfarrer gar nicht, sondern er verbindet das alles
- 25:08in einem, und eigentlich ist es aber die Geschichte der
- 25:11Brutalität und Harschheit der Natur in einem Dorf im
- 25:15Nordwesten Kanadas. In dem im Endeffekt an einem
- 25:19Moment dieses gesamte Dorf durch Schnee zerstört wird.
- 25:23Letztendlich also das ist, ich finde es mal ganz beeindruckend,
- 25:26wenn wir als deutsche, wir kennen es natürlich auch im
- 25:28Gebirge und das Schneegestöber nicht immer schön ist.
- 25:30Aber trotzdem haben wir immer dieses Bild vom zauberhaften
- 25:34Weihnachten und Schneetage und das Buch, über das ich, aber wo
- 25:38ich etwas tiefer mit Reintauchen möchte, das Gewicht von Schnee.
- 25:43Von Christian Gay Polican ihr könnt an dem Namen schon
- 25:46erkennen, das ist jetzt kein Anglokanadisches, sondern ein
- 25:50Franco kanadisches Buch, und wir reisen also wirklich Tausende an
- 25:53Kilometern von Nordwest, Kanada in den Osten hinein nach Quebec
- 26:00und Gay Polican erzählt die Geschichte eines jungen Mannes.
- 26:04Es ist n bisschen erstaunlich, also die Welt, in die wir
- 26:09geworfen werden, ist eine Welt, in der es aus unerklärlichen
- 26:12Gründen einen totalen Strom und Energieausfall in Kanada gab und
- 26:16in kürzester Zeit. Wird natürlich aus einer zivilen
- 26:22Gesellschaft plötzlich eine eher kämpferische Zweckgemeinschaft?
- 26:27Man schottet sich ab in seinen eigenen Dörfern, man probiert
- 26:30irgendwie klarzukommen, der Kontakt zu anderen Dörfern und
- 26:33Städten bricht sofort ab, weil es gibt keine
- 26:35Kommunikationsmittel mehr und man ist eigentlich sozusagen in
- 26:38vorausgegangene Jahrhunderte zurückgeworfen.
- 26:41In diese Welt hinein erleben wir einen jungen Mann, der ist mit
- 26:45seinem Auto unterwegs, der will an die Küste, um dort mit dem
- 26:48Schiff irgendwie wegzukommen. Er hat einen Unfall, er ist
- 26:51schwer verletzt, er wird von den Bewohnern des Ortes, wo er
- 26:54Langfährt gefunden, er hat, wenn ich mich recht erinnere, auch so
- 26:58leicht persönliche Bezüge, dass jemand sagt, nee, den können wir
- 27:01nicht liegen lassen, was sie sonst machen würden, das ist
- 27:03doch der Sohn von dem alten, lass uns den mal holen.
- 27:07Und den Stecken Sie in eine Hütte zu einem alten Kerl, der
- 27:11ihn da pflegen soll. Der alte Kerl muss das auch
- 27:13machen, sehr, sehr gegen seinen Willen, denn er ist abhängig von
- 27:17der von von der Gutmütigkeit des Dorfes, die ihn auch durch
- 27:23ernähren und leben, also dieser junge Mann und der alte Mann
- 27:26zusammen in dieser Hütte, und das ist eine Beziehung, die ist
- 27:30geprägt von gegenseitiger Abhängigkeit.
- 27:33Aber auch von Misstrauen und viel zu viel Nähe.
- 27:36Und dann passiert das, was in Kanada passieren muss, Schnee,
- 27:41und dieses Buch macht es so wunderbar, denn das Buch, jedes
- 27:45Kapitel fängt an mit der Zentimeterzahl wie hoch der
- 27:49Schnee gerade steht, und wir landen in unwahrscheinlichen
- 27:53Höhen und über Wochen und Monate sind diese beiden Männer
- 27:58eingesperrt. In ihrer behelfsmäßigen Hütte,
- 28:02während der Schnee einfach weiter wächst.
- 28:05Und das ist es wird immer klaustrophobischer.
- 28:09Man merkt Machtverhältnisse, die hin und her spielen.
- 28:12Es ist wirklich ein so brillantes psychologisches
- 28:14Kammerspiel, beide sind nicht bösartig, sondern sie müssen
- 28:19navigieren, wie sie auf diesem engsten Raum mit ihren
- 28:21jeweiligen Abhängigkeiten klarkommen.
- 28:24Wie sie auch mit dem Dorf, was nicht immer freundlich gesinnt
- 28:27ist. Sie können zwar da ihr Essen
- 28:28noch irgendwie bekommen und werden versorgt, aber auch dort
- 28:31sind mittlerweile mehr Aggressionen.
- 28:33Es gibt Leute, die probieren rauszukommen, die daran
- 28:35scheitern und irgendwann aber merkst du an der an der Zahl,
- 28:40die oben an den Kapiteln steht, dass der Schnee langsam wieder
- 28:43sinkt, und das ist natürlich sehr schön, weil man hätte ja
- 28:46auch wirklich in der Katastrophe aufhören können, aber der
- 28:50Christian Gerpolican gibt uns die Möglichkeit.
- 28:53Der alte Mann stirbt irgendwann im Verlaufe des Buches.
- 28:56Das ist ist auch kein großer Spoiler, aber was passiert mit
- 28:58dem Jungen, der dann alleine da ist?
- 29:00Schafft er es raus, schafft er es nicht raus, kriegt er es noch
- 29:03hin bis zum Frühling ja oder Nein und das ist ein so rund
- 29:08komponierter und ein so tatsächlich schneeweißer Roman,
- 29:14den ich sehr verehre, ein ganz toller Autor, der vor n paar
- 29:17Jahren. Hier auch durch Deutschland
- 29:20reisen durfte auf Kosten des Kulturinstitutes von Quebec.
- 29:24Vielen Dank an Quebec dafür, dass sie so großartige
- 29:28Kulturarbeit leistet, und das ist ein Buch, was ich finde, was
- 29:31man wirklich hervorragend an langen Weihnachts und
- 29:35winterabenden zu sich nehmen kann und sich einfach denkt, wie
- 29:39geil, dass das bei uns hier gar nicht so stattfinden kann.
- 29:44Also das ist kein fröhliches Buch.
- 29:47Kein fröhliches Buch, aber ein wirklich, wirklich, wirklich
- 29:51empfehlenswertes literarisches Werk aus Kanada.
- 29:56Und Schneereich. Und sehr schneereich, ja.
- 29:59Vielleicht tröstet es dann auch über die Tage hinweg, in denen
- 30:02bei uns kein Schnee liegt, obwohl man ihn wirklich gerne
- 30:04hätte, um die Stadt ein bisschen so in Stille versehen.
- 30:09Ja, die Stille wäre schön und der Schnee.
- 30:11Ich muss zugeben, die kleiner Exkurs.
- 30:14Schnee ist für mich aus der Kindheit immer das schönste
- 30:17gewesen. Schnee mittlerweile in der
- 30:20Stadt. Ich finde es für einen Abend
- 30:21schön oder für 2 Stunden und danach sehe ich die Arbeit, weil
- 30:26wenn es schneit. Tragen alle Leute die
- 30:28Schneeklumpen in den Laden und wir sind eigentlich den ganzen
- 30:32Tag damit beschäftigt, trocken zu wischen, trocken zu wischen,
- 30:34trocken zu wischen und alle reden von diesem romantischen
- 30:37Schnee. Und ich sehe mich einfach immer
- 30:39nur mit irgendeinem Schrubber da sehen, da stehen und denke ja,
- 30:42ja, der Schnee und Schnee hat aufgehört im Dezember zu kommen,
- 30:46irgendwie, der kommt immer erst so im Januar, Februar und bleibt
- 30:48dann bis Ende April liegen, aber es ist zumindest nicht in dieser
- 30:55Hülle und Fülle und Masse. Wie es in Kanada sein kann.
- 31:02Also er kommt erst dann, wenn wir ihn nicht mehr haben wollen.
- 31:05Richtig, ich muss mir schon ganz ganz arg dem Frühling
- 31:07entgegenfiebern. Und Apropos Hülle und Fülle und
- 31:11Masse Monique, Ich habe eine kleine Ansage, die ist nicht an
- 31:16dich gerichtet, sondern an alle euch da draußen.
- 31:20Wie ihr wisst, gibt es unsere Show Notes.
- 31:23Da findet ihr natürlich immer alle Informationen zu den
- 31:25Büchern, Titeln, Lieferbarkeit, Verlage und so weiter ihr findet
- 31:29natürlich auch immer kleine Lustigkeiten bei uns auf unserem
- 31:32Insta Account im Bett mit Buch, alles mit unterstrichen, aber
- 31:36ihr findet es auch, wenn ihr einfach im Bett mit Buch rein
- 31:38schreibt und da ja Weihnachten ist und Knecht Ruprecht seinen
- 31:43Säckel Vollgefüllt hat, dachten wir wir machen einen kleinen
- 31:46Hinweis darauf, dass ihr euch sicherlich denken könnt, dass
- 31:48wir jetzt zwar unfassbar viel Freude haben.
- 31:50Haben bei dem, was wir machen, aber ist ja auch immer ein wenig
- 31:53Zeit und Arbeit ist und wir freuen uns natürlich wie immer
- 31:57über Unterstützung, wenn ihr das denn tun wollt.
- 31:59Informationen findet ihr auch in den Shownotes nur kurz gesagt,
- 32:03es gibt eigentlich 2 Möglichkeiten das zu machen,
- 32:05also 3. Die Dritte ist ihr schenkt uns
- 32:08Liebe. Was auch Tolles, aber bitte
- 32:11schreibt es uns dann auch, damit wir es mitbekommen.
- 32:13Die beiden anderen Möglichkeiten beinhalten aber eher penunzen
- 32:17und zwar könnt ihr uns abonnieren, das findet ihr auf
- 32:21steady.com, aber da gibt es auch n Hinweis in den Shownotes ihr
- 32:25könnt uns aber auch Einzelspenden schicken via
- 32:28Paypal, wenn ihr das machen möchtet.
- 32:30Ich hab übrigens gerade gelernt, Amerikaner wundern sich immer
- 32:32warum wir Paypal sagen, das heißt doch Paypal.
- 32:35Und man denkt sich ja, wir wurden alle mit britischem
- 32:37Englisch erzogen und ich sage Pay Blog.
- 32:41Auf jeden Fall gibt es paypal, paypal oder Steady.
- 32:44Alle Infos findet ihr in unseren Shownotes und so ihr bereit
- 32:50seid, euer Weihnachtssäcklein auch für uns zu öffnen, seid
- 32:54Euch unseres Dankes und unsere christlichen Grüße gewiss.
- 33:02Und jetzt kommst du. Jetzt komme ich ja.
- 33:04Dankeschön für für für einen Satz, auf den es keine, keine
- 33:09gute Erwiderung oder Überleitung zum nächsten gibt, außer ich.
- 33:13Ich fange einfach mit dem nächsten an, das ein Buch, das
- 33:15ich extra für diesen Podcast gelesen habe, mir rausgesucht
- 33:19habe, weil ich noch etwas weihnachtlich winterliches haben
- 33:25wollte und jetzt nicht mit Harry Potter anfangen wollte,
- 33:27irgendwie so. Es heißt Winter, also
- 33:31vielversprechender Titel, und das ist von Ali Smith.
- 33:34Ali Smith ist eine Schottin, die im Cornwall, glaube ich, lebt
- 33:39inzwischen ja, das Buch ist von 217, und sie hat 4 Bände
- 33:43geschrieben, also sie hat pro Jahr ein Band geschrieben, hat
- 33:45angefangen mit dem Herbst in 216 217 kam dann der Winter, und
- 33:49dann nehme ich an, dass danach der Frühling und der Sommer kam,
- 33:54und das ist ein relativ kurzes Buch, ein bisschen über 200
- 33:57Seiten und. Aber man kann nicht
- 33:59durchrauschen beim lesen. Also sie hat eine, sie hat eine
- 34:02sehr verdichtete Sprache, und in dem Buch gibt es auch keine
- 34:10keine klassische Handlung, oder sagen wir mal so, die die
- 34:12Handlung wird nicht klassisch erzählt, also Sprache, Zeit,
- 34:17Erinnerungen sind in diesem Buch ganz, wirklich ganz dicht
- 34:20miteinander verwoben in einer. In einer verknappten Sprache ist
- 34:24es häufig dann auch eher so fragmentarisch, aber es macht
- 34:29eine große Freude, das zu lesen. Es ist wahnsinnig elegant und
- 34:34nicht so verkopft, fragmentarisch, sondern sondern
- 34:39also, wenn man sich darauf einlässt auf das Buch, dann dann
- 34:41fühlt man das auch wirklich was, was sie da macht, wie sie das
- 34:45Ganze erzählt. Es beginnt mit Sophia.
- 34:47Sophia ist ne ältere Frau, sag ich mal so, die muss irgend also
- 34:52schon deutlich über 50 sein, vielleicht auch noch älter, das
- 34:56erfahren wir nicht so genau. Wir erfahren, dass Sophia
- 34:58relativ wohlhabend ist und sie lebt in Cornwall und Sophia
- 35:03beginnt einen Kopf zu sehen, also keinen Körper, sondern nur
- 35:06einen Kopf und es ist jetzt auch nicht irgendwie, also es ist n
- 35:09bisschen wieso ne geistererscheinung passt dann ja
- 35:11auch in diese Weihnachtszeit. Aber es ist nicht, wieso n Geist
- 35:13durch den Du hindurch fassen kannst, sondern dieser Kopf ist
- 35:15tatsächlich da. Sie kann den Anfassen, sie kann
- 35:18den auch quasi n Kopftuch um die Haare binden oder so und dieser
- 35:22Kopf ist zunächst sehr sehr klein, sie ist auch erst
- 35:24irgendwie zu einer Augenuntersuchung bei der
- 35:27Optikerin, weil sie immer so n Punkt irgendwo im Augenwinkel
- 35:29sieht, aber ihre Augen sind prima in Ordnung.
- 35:31Und Sophia ist, da. Lernen wir sie auch direkt
- 35:33kennen, die streitet sich sogar mit der Optikerin so Sophia ist
- 35:37sehr, sehr streitlustig und sehr eigen, die hat keinen Bock sich
- 35:40von irgendjemandem was sagen zu lassen und dieser kleine Punkt
- 35:43wird immer größer, entpuppt sich eben als dieser Kopf und den
- 35:46wird sie auch nicht los, sie unternimmt so n paar Versuche
- 35:50dem dem davonzulaufen oder so, aber der Kopf kommt dann immer
- 35:53wieder klopfen raus an die Scheibe und guckt sie an und
- 35:55dann lässt sie ihn halt rein. Und Sophia ist nicht alleine auf
- 35:58der Welt. Sophia hat einen Sohn, der ist
- 36:00erwachsen, der lebt in London und Arthur, ihr Sohn, der
- 36:05schreibt einen Blog. Art and Nature ist natürlich
- 36:07eine Anspielung auf seinen Namen Arthur, und da schreibt er
- 36:11viele, viele Naturbeobachtungen rein, das ist auch ganz paar
- 36:15davon können wir lesen, das ist auch ganz nett und Arthur hat
- 36:18sich gerade getrennt von seiner Freundin Charlotte, also
- 36:20wirklich paar Tage zuvor, es war eine furiose Trennung.
- 36:25Sehr laut, sehr sehr wild, sehr gemein, sehr böse.
- 36:31Ich verstehe beide Seiten, also ich hätte mich in beiden Fällen
- 36:36von dem anderen getrennt und seine Ex Freundin Charlotte
- 36:42hackt dann sozusagen seinen Twitter Kanal und postet dann
- 36:46ganz viele gemeine Sachen. Unter seinem Namen also es ist
- 36:50es ist so perfide gemacht, dass es wirklich fies ist, aber die
- 36:53Leute nicht erkennen, dass es jetzt nicht mehr Arthur ist, der
- 36:55da postet, und er hat jetzt Angst davor, sein Handy
- 36:59anzufassen, also er mag nicht mal mehr nach der Uhrzeit
- 37:01gucken, weil er dann wieder sieht, dass da irgendwas
- 37:04Furchtbares steht und wie die Leute drauf reagieren und Arthur
- 37:07ist auch ganz schön eigen, also ist jetzt auch kein Wunder, bei
- 37:09der Mutter würde ich schon sagen, auch jetzt nicht so n
- 37:14wahnsinnig emotionaler Mensch oder kann das nicht so gut zum
- 37:17Ausdruck bringen. Und ihn überfordert diese ganze
- 37:20Situation. Also da hat er jetzt nach so
- 37:21vielen Jahren endlich mal seiner Mutter gesagt, er kommt
- 37:25Weihnachten nach Hause, was er lange nicht gemacht hat und er
- 37:27bringt seine Freundin mit und dann ist sie 3 Tage vor
- 37:31Weihnachten weg, das ist das überfordert ihn, das kann er
- 37:34irgendwie nicht regulieren und das überlegt er, was er jetzt
- 37:37eigentlich tun könnte und dann sieht er ein Mädchen an der
- 37:39Bushaltestelle sitzen und zwar sitzt sie den ganzen Tag an
- 37:42dieser Bushaltestelle und liest. Und er denkt sich.
- 37:46Aber das muss doch ein spannendes Buch sein, was diese,
- 37:48was dieses Mädchen dort liest. Und er sieht sie deshalb den
- 37:51ganzen Tag, weil er in der Bibliothek gegenüber sitzt, an
- 37:54einem an einem Computer, weil er selber nicht mehr an seinen
- 37:58Rechner ran kann, weil Charlottine mit einer
- 38:01Bohrmaschine entkernt hat und und irgendwann geht er halt
- 38:10hinzu, diesem Mädchen, und fragt, was sie liest.
- 38:11Und sie liest tatsächlich eine Speisekarte von einem.
- 38:16Hähnchenrestaurant immer wieder, immer wieder.
- 38:20Und was genau, da sind wir nicht dabei.
- 38:24Was er sagt, wissen wir nicht, aber am nächsten Tag nimmt er
- 38:28dieses Mädchen mit zu seiner Mutter, er hat ihr 1000 Pfund
- 38:31geboten dafür, das über Weihnachten so tut als wäre sie
- 38:33seine Freundin und das Mädchen, also Lux hat angenommen und
- 38:38möchte jetzt von eben auch nur noch Charlotte genannt werden,
- 38:41sie kommen dann bei der Mutter an.
- 38:44Also wir haben die Mutter das letzte Mal gesehen mit diesem
- 38:46Kopf, den sie immer fantasiert. Und jetzt kommen wir an und also
- 38:50es ist alles, alles, alles furchtbar da an Kornwall in
- 38:53diesem riesigen Haus, riesengroßes Gelände, aber
- 38:55irgendwie irgendwas ist kaputt, also irgendwie, da ist überall
- 38:58Licht an, die Türen stehen offen und die Autotüren sind
- 39:01aufgerissen, ist aber kein Einbruch passiert oder sowas und
- 39:03die Mutter sitzt schlecht gelaunt dick angezogen in der
- 39:07überheizten Küche und sagt er, ich will euch gar nicht hier
- 39:10haben, so und schon ein Haufen Leute.
- 39:14Ja. So ein Haufen Leute also die die
- 39:17die die die 3 dann schon und dann, man muss sagen Lux ist
- 39:23deutlich pragmatischer veranlagt als als Arthur.
- 39:27Die, die die sagt, dann OK, deiner Mutter geht es nicht gut
- 39:30und du änderst es jetzt nicht, du kriegst es nicht hin, indem
- 39:32du sie jetzt irgendwie anschreist oder sowas und er
- 39:35sagt dann, also ihm ist es halt auch peinlich und.
- 39:37Und der findet Lux ganz nett und denkt sich, naja, vielleicht
- 39:41geht ja noch mehr, als dass sie nur so tut, als es meine
- 39:43Freundin wäre und so und dann dann eben diese, diese
- 39:47ablehnende Mutter, und es ist auch nicht zu essen da und so
- 39:50und und er sagt jedenfalls, ich Regel das und Lux sagt daraufhin
- 39:54zu ihm den schönen Satz, Man regelt keine Mutter ja, also
- 40:00gut, dieses Buch ist voll mit solchen Sätzen, das ist wirklich
- 40:04eine große, große Freude also. Macht viel Spaß.
- 40:07Man muss sich ein bisschen drauf einlassen und und Lux kommt dann
- 40:11auf die Idee, um der Mutter zu helfen, um sie da irgendwie
- 40:14rauszuholen, dass man auch noch ihre Schwester einlädt, mit der
- 40:18die Mutter seit 30 Jahren nicht gesprochen hat und diese 4
- 40:20hängen dann an Weihnachten aufeinander und zwischendurch
- 40:25sind wir immer wieder in den Erinnerungen unterwegs, die sich
- 40:29also durch diese ganze Geschichte.
- 40:31Weben, die die Jugendzeit der Mutter und eben auch ihrer
- 40:35Schwester, wie die beiden London damals wahrgenommen haben,
- 40:39welchen Film sie gesehen hat, wie sehr Sophia damals
- 40:42eigentlich ihre ihre ältere Schwester Iris bewundert hat,
- 40:45und die ist dann sozusagen in eine, ja, in so eine Art Kommune
- 40:49irgendwie gegangen, und wir erleben die britische Geschichte
- 40:54nach 1945 die ganze Zeit mit, weil das.
- 40:58Wird also es wird die ganze Zeit eine politische Ebene
- 41:00miterzählt, also die Versehrtheit, die Traumata nach
- 41:06dem Zweiten Weltkrieg und wie die sozusagen von den
- 41:09Betroffenen, also nochmal der Elterngeneration von Sophia
- 41:12weitergegeben wurden an die Kinder, welche Konflikte, die
- 41:16miteinander aushalten mussten und wie sich diese Konflikte
- 41:19eben auch wieder weitergeben an ihre Kinder, und es wird zum
- 41:22Beispiel eben auch. Es geht, geht viel um die um die
- 41:26Friedensbewegungen Großbritannien, aber eben nicht
- 41:29als etwas Abstraktes, sondern als etwas, was diese beiden
- 41:31Frauen, Sophia und Iris, eben wirklich miterlebt haben, aus
- 41:34ganz unterschiedlichen Perspektiven.
- 41:35Also ne sehr persönliche Geschichte, und es ist wirklich
- 41:40in all dem auch sehr weihnachtlich, weil diese
- 41:42Metaebene, also das ist n, das ist ja nicht zufällig an
- 41:45Weihnachten geschrieben, weil die immer mitspielt und weil
- 41:49die. Weil die einem so selber so ne
- 41:52groß so n großes Mitgefühl gegenüber diesen 4 Menschen mit
- 41:57einem ordentlichen Hau und einem ordentlichen Päckchen zu tragen,
- 42:02die führen wir einfach mit und und das macht es noch mal
- 42:06schöner, das zu lesen. Das klingt super interessant.
- 42:09Also ich find eh Jeanette Winterson ist super interessant.
- 42:12Ich kenne diese Wintergeschichte gar nicht.
- 42:15Oh, entschuldige bitte meine Güte.
- 42:17Das war die andere. Das jetzt OK, Wahnsinn.
- 42:20Aber kennst du eine? Kennst du alle ne tatsächlich
- 42:24Ali Smith genauso genauso spannend wie Janet Winterson ich
- 42:27kriegte natürlich mit als Buchhändler, dass es diese
- 42:30Vivaldi Reihe 4 Jahreszeiten gibt, Vivaldi hab ich jetzt
- 42:34erfunden, das hat mich Ali Smith so genannt.
- 42:37Das klingt toll, also auch wenn die 4 wirklich anstrengend
- 42:41klingen, das ist ja. Ja, was für eine
- 42:44Weihnachtsgeschichte. Ohne Anstrengung, ja.
- 42:46Das stimmt, das stimmt. Und das ist doch eigentlich
- 42:49erstaunlich, oder? Das also diese
- 42:51Weihnachtsgeschichten, die man findet oftmals das
- 42:56Konfliktpotenzial so rausholen und.
- 42:59Und ich find das so erstaunlich, weil doch eigentlich alle Welt
- 43:02um uns herum eigentlich jetzt sagt, Hey, jetzt sind die
- 43:04letzten Wochen des Jahres und Weihnachten kommt und nur noch 2
- 43:07Wochen und es wird alles schön und wir werden gemütlich und
- 43:11dann kriegst du aber schon in den Zeitungen immer mit, dass
- 43:13dann sozusagen eigentlich Weihnachten immer schon die
- 43:15schlimmsten Haushaltsunfälle in Anführungsstrichen geschehen.
- 43:21Also es ist wirklich eine Zeit, die anscheinend so viel Druck
- 43:24auf uns ausübt, gemütlich und gut gelaunt zu sein, dass es
- 43:28regelmäßig nach hinten losgeht und man ja selber auch gelernt
- 43:32hat, vielleicht in seiner eigenen Familie, dass es gut
- 43:34ist, wenn man. Weiß, wie man sich die Freiräume
- 43:36schafft, dass es schön ist, wenn alle mal wieder
- 43:38aufeinandertreffen, dass es aber auch wichtig ist zu wissen, wie
- 43:40kann ich den anderen in Ruhe lassen, wie gut kenne ich mich
- 43:44selber, wann muss ich mich sozusagen rausziehen, bevor wir
- 43:48uns gegenseitig über dem, was auch immer man an Weihnachten zu
- 43:53Abend essen möge, von Karpfen bis Hamburger alles drin, aber
- 43:57dass man sich nicht direkt darüber schon zerstreitet und
- 44:00liebe Monique, ich komme damit zu meiner Ach.
- 44:04Absoluten Lieblings Weihnachtsgeschichte und das ist
- 44:07eine der bösartigsten Sachen die ich kenne und ich habe so viel
- 44:12Spaß damit. Ich lese Sie Jahr für Jahr aufs
- 44:14Neue okay und es ist tatsächlich mal ein Klassiker, Es ist
- 44:19nämlich von Heinrich Böll die Kurzgeschichte nicht nur zur
- 44:23Weihnachtszeit. Okay.
- 44:26Und diese Geschichte, ihr müsst Sie alle bitte lesen.
- 44:30Diese Geschichte handelt von einer Familie.
- 44:34Die es ist der letzte kriegswinter, Weihnachten feiert
- 44:40und es passiert etwas Schlimmes. Alles ist vorbereitet, alle sind
- 44:44eingeladen, der Baum ist angezündet, alles ist da und es
- 44:48gibt einen Fliegeralarm und sie alle müssen raus und
- 44:52Katastrophe, Krieg, Fliegeralarm, Weihnachten findet
- 44:55nicht statt und das hat die Mutter der Familie so stark
- 45:00traumatisiert. Dass sie dazu übergeht, jeden
- 45:06Abend des Jahres das Weihnachtsfest nachzufeiern.
- 45:10Oh Abend für Abend für Abend, daher der Titel nicht nur zur
- 45:17Weihnachtszeit. Und wie Böll das wirklich
- 45:21seziert bis ins letzte, ist so unfassbar lustig und so, so so
- 45:27gemein. Weil natürlich ist es die
- 45:29Geschichte der Desintegrierung einer Familie.
- 45:32Weil alle nicht mehr können. Die Kinder, die irgendwann nicht
- 45:35mehr können. Es wird der Pastor, kann
- 45:38irgendwann auch nicht mehr, der sagt, Entschuldigung, Ich hab
- 45:39echt anderes zu tun, weil das ist irgendwie ne so ne Haute
- 45:42wohl laute Familie und der Pastor kommt halt auch immer
- 45:44vorbei zu Weihnachten zum Essen also buchen sie für Geld einen
- 45:48pensionierten Pastor, der also jeden Abend für Abend auftaucht,
- 45:52Abend für Abend wird der Weihnachtsbaum aufgebaut.
- 45:54Und für mich das stechendste Bild ist, es gibt auf diesem
- 45:58Weihnachtsbaum obendrauf einen Engel.
- 46:02Dieser Engel ist mit einem Kabel verbunden zu einem
- 46:05Plattenspieler, der durch die Tür hindurch im Nebenraum steht
- 46:09und auf diesem Plattenspieler ist eine Platte und die
- 46:12wiederholt, das ist so gemein, wiederholt die ganze Zeit nur
- 46:16dieses eine Wort, Frieden, Frieden.
- 46:22Und Du hast diesen Engel, der mit seinem Frieden über die
- 46:26Familie wacht, die sich auflöst. Kinder ziehen in Länder, wo es
- 46:31keine Tannenbäume garantiert, nicht gibt.
- 46:33Ein Kind entwickelt eine Spekulatiusallergie, also es
- 46:35geht alles den Bach runter und es wäre aber natürlich nicht
- 46:39Heinrich Böll, es ist halt kein psychologisches Drama, sondern
- 46:43es ist einfach eine unglaublich böse Satire, der einfach auf die
- 46:47Spitze treibt, was eine eine totale Weihnachtsfixierung mit
- 46:51einem. Einer Familie machen kann.
- 46:53Und da sind wirklich Jahr für Jahr hab ich große Freude an
- 46:56dieser Kurzgeschichte. Sie ist in einem Sammelband auch
- 46:58mit anderen Geschichten drin, die auch alle wirklich toll
- 47:00sind, weil es halt Heinrich Böll ist.
- 47:02Aber diese Geschichte bitte macht auch wie ich ein.
- 47:08Eine Tradition, eine neue, liebgewonnene Advents und
- 47:11Weihnachtstradition und liest diese Geschichte.
- 47:14Und ich glaube, wenn man die gelesen hat, dann denkt man sich
- 47:16ja, OK, wir können das alles auch einfach n bisschen ruhiger
- 47:18und lässiger angehen und uns vielleicht alle nicht allzu sehr
- 47:21unter Druck setzen, dass das jetzt der perfekte Abend sein
- 47:24muss, sondern uns einfach darüber freuen vielleicht, dass
- 47:26wir Familie treffen, die wir mögen und einfach probieren, ne
- 47:30schöne Zeit zu haben und vielleicht den anderen einfach
- 47:32sein zu lassen, wie er ist. Das ist sozusagen das
- 47:36versöhnliche, was ich aus diesem so gemeinen Buch Herausziehe und
- 47:40empfehle es dir wirklich, mit von wärmstem Herzen, ja.
- 47:47Sehr sehr schön das entweder kauf mir es selber oder ich
- 47:51verschenke es an jemanden bei dem ich es mir direkt ausborgen
- 47:56kann. Sehr gut.
- 48:00Und Monique, Du hattest am Anfang versprochen.
- 48:03Ja, dass wir am Ende vielleicht noch was kurzes von dir zu hören
- 48:07bekommen. OK, also was ich, ich war
- 48:10wirklich nicht drauf vorbereitet.
- 48:12Ich hab jetzt nicht alles aus den letzten 13 Jahren dabei, was
- 48:15ich hätte wären die Kurzgeschichten von den ebay
- 48:19Kleinanzeigen also das ist was, das hab ich 217 geschrieben und.
- 48:24Meine Idee war, über Beziehungen zu schreiben, indem ich über
- 48:27Dinge schreibe. So, ich habe mir dafür also ebay
- 48:30Kleinanzeigen ausgedacht, also vom 1.
- 48:33Dezember bis zum 24. Dezember.
- 48:35Es gibt immer diese Anzeige, die ich mir ausgedacht habe, und
- 48:37danach die Geschichte, wie diese Anzeige zustande kam.
- 48:41Ich, ich könnte einfach den Geschirrspüler vorlesen, ich
- 48:44glaube, es ist das ist, das ist das lustigste, und das
- 48:48funktioniert sehr, sehr, aber da kommt Weihnachten nicht drin
- 48:51vor, aber also. Ihr müsst euch das vorstellen.
- 48:54Diese Dinge werden eben auch jetzt im Dezember verkauft, weil
- 48:57es ja auch so eine Zeit ist, wo man irgendwie so aufräumt mit
- 48:59seinem Leben, so ein bisschen so in diesem, in diesem Kontext,
- 49:03und würde ich das mal lesen, ebay Kleinanzeigen, 1.
- 49:10Dezember Miele Geschirrspüler, 2 Jahre alt, riecht gut, Umstände
- 49:16halber für 300€ abzugeben nur an Selbstabholer.
- 49:24Ich gehe nicht mehr mit Männern aus, die in einem exaltierten
- 49:27Maße für Theaterschauspielerinnen
- 49:29schwärmen oder das Bedürfnis haben, deren Lebensweisen
- 49:33permanent zu kommentieren oder zu finanzieren.
- 49:37Nicht, dass sie prinzipiell dagegen etwas einzuwenden hätte,
- 49:39aber unter dieser Fassade scheint es eine Struktur zu
- 49:42geben, die sich grundsätzlich nicht mit meiner inneren
- 49:45Struktur vereinbaren lässt. Ich gehe nicht mehr mit Männern
- 49:50aus, die kleiner sind als ich. Fragt nicht, ich gehe
- 49:53grundsätzlich nicht mehr mit Psychopathen aus, im Gegenteil,
- 49:57ich versuche mit Männern auszugehen, die ihrerseits mal
- 50:00mit Psychopatinnen liiert waren. Mein Therapeut riet mir dazu,
- 50:05ich habe kurz überlegt, ob ich mit ihm ausgehen sollte.
- 50:09Je nachdem, wie man eine Beziehung definiert, könnte man
- 50:12zu dem Schluss kommen, dass er als Psychotherapeut in jedem
- 50:15Fall mal eine oder mehrere Beziehungen zu psychopathinnen
- 50:18hatte. Er sieht nicht so schlecht aus
- 50:21und ich liebe es, mit ihm zu reden, ich kann mich regelrecht
- 50:24zusammenrollen in einem der wollweißen Sessel in seiner
- 50:28Neuköllner Remise und erstaunliche Erkenntnisse über
- 50:31mich selbst haben. Selbsterkenntnisse sind
- 50:35natürlich immer erstaunlich. Letztlich siegte der
- 50:38Pragmatismus. Wäre ich mit ihm ausgegangen,
- 50:41vorausgesetzt, es war das, was er ihm suggerieren wollte und es
- 50:44wäre schief gegangen. Und das tat es bisher immer,
- 50:47warum sollte es jetzt anders sein und er hätte auch Geld von
- 50:51mir gewollt. Eigentlich wird er das ja jetzt
- 50:53schon, bei wem hätte ich mich dann verheult zusammengerollt
- 50:56und er sitzt immer, wie groß ist er eigentlich?
- 51:01Ich gehe auch nicht mehr mit Männern aus, die sich schon am
- 51:03Telefon nach meiner Rentenabsicherung erkundigen.
- 51:07Die werden ihre Gründe dafür haben.
- 51:08Aber ich finde, ein bisschen spannend darf es vor dem ersten
- 51:11Date bleiben. Ich gehe nicht mehr mit Männern
- 51:14aus, deren Vorname mit einem m beginnt und mit einem N endet.
- 51:19Klingt kleinlich, ich finde es ist ein Versuch wert, mit einem
- 51:25bin ich aber ausgegangen, ganz ohne m und n im Namen, groß
- 51:29verwuschelt, verwundet, belesen. Aufmerksam.
- 51:32Selbst nach Monaten hat er weder nach Geld noch mal nach meiner
- 51:35Rentennummer gefragt. Vor einer Woche hat er einen Deo
- 51:40in meinen Geschirrspüler gehängt, es riecht nach bitterer
- 51:44Orange und ein wenig nach Werbepause im Sat. 1 filmfilm
- 51:48ich habe mich sehr artig bedankt, mich zu bedanken ist
- 51:50eine Standardreaktion, auf die ich 1 a programmiert bin.
- 51:53Danke, dass du mich nach Hause gebracht hast.
- 51:57Danke, dass du mir sagst, dass du das ganze Wochenende doch
- 52:00nicht in Berlin sein wirst. Danke, dass du wenigstens am
- 52:04letzten Tag des Urlaubs mit mir redest.
- 52:07Danke, dass ich dir aus dieser Klemme helfen durfte.
- 52:10Danke, dass du meinen Text so grundlegend kritisierst.
- 52:15Danke für deine Ehrlichkeit, danke für deine Liebe, danke für
- 52:20das schöne Geschirrspüldeo es leuchtet orange und Gelb im
- 52:26oberen Geschirrkorb und das ist eigentlich ganz nett.
- 52:29So ist es. Er hat es einfach nett gemeint.
- 52:31Sicher hat er nicht sagen wollen, dass mein Geschirrspüler
- 52:33unangenehm riecht, dreckig ist, meine Küche, dreckig ist, ich
- 52:37mehr Zeit auf den Zustand meiner Haushaltsgroßgeräte verwenden
- 52:40könnte, einfach nur nett gemeint, vielleicht hat das
- 52:44seine vorherigen Freundinnen glücklich gemacht, vielleicht
- 52:47hat auch mal eine gerufen, du hast mir nicht mal ein
- 52:49Geschirrspühldeo geschenkt, er sorgt sich, er will, dass ich
- 52:53mich mit einem fröhlichen Duft an ihn erinnere, er will mein
- 52:56Leben ein bisschen leichter machen, das ist schon süß.
- 53:00Mir wird von chemischen Gerüchen immer ein wenig übel.
- 53:03Ich muss an den Putz von meiner Mutter denken und an den Glauben
- 53:06eines Ex Freundes, dass allein durch den Besitz vieler intensiv
- 53:09riechender Reinigungsmittel das Leben irgendwie aufgeräumter
- 53:13werden würde, aber so oft mache ich den Geschirrspüler ja gar
- 53:17nicht auf und dann rieche ich einfach nicht hin.
- 53:20Letzte Woche schmeckte der Milchkaffee nach bitterer
- 53:23Orange, och das. Das sagt er, das ist doch klar.
- 53:27Milch zieht Gerüche an, du hast den Topf ja direkt aus dem
- 53:30Geschirrspüler genommen und milchwagen gemacht.
- 53:31Ja klar, den musst du einmal vorher mit Wasser ausspülen.
- 53:35Ein weiteres Küchengeheimnis, das mir also bisher verborgen
- 53:39blieb am Wochenende, hatte dann meine Oderbruch Gemüsesuppe
- 53:43diesen Chemie Orangen Geschmack, gestern das Bio Schnitzel, klar
- 53:48summte es in meinem Kopf. Du hast die Pfanne benutzt, um
- 53:51darin Butter zu schmelzen. Butter ist ein milchprodukt,
- 53:54Milch zieht Gerüche an, du hättest die Pfanne natürlich
- 53:56vorher ausspülen müssen, ich habe das Deo entfernt,
- 54:01vorwurfsvoll leuchtet es aus dem Mülleimer, wenn ich den Deckel
- 54:05anhebe, aber was mache ich jetzt mit dem Mann?
- 54:10Ich nehme das Deo also wieder aus dem Geschirrspüler aus dem
- 54:13Mülleimer, er wird ja danach fragen und wenn ich jetzt
- 54:15sowieso alles von Hand nachspülen muss, dann würde.
- 54:18Brauche ich den Geschirrspüler doch nicht mehr?
- 54:23Oh Monique, das ist ja zauberhaft, großartig.
- 54:28Ich habe diese Geschichte noch nie gehört, also auch deinen
- 54:31gesamten Adventszyklus groß, wirklich fantastische,
- 54:37wunderbare, coole, sehr amüsante Kurzgeschichte, das war war toll
- 54:421000 dank, wo ihr das sonst noch hören könnt.
- 54:47Das schreiben wir, schreiben wir nicht auf oder vielleicht doch?
- 54:52Wir gehen noch mal in innere Klausur, ob man das irgendwie
- 54:55vielleicht noch euch kenntlich machen kann.
- 54:58Es erinnert mich so ein bisschen, deine tolle Idee mit
- 55:00diesen Adventsgeschichten, das war für mich meine schönste
- 55:05Weihnachts Kindheitserinnerung, Jahr für Jahr gab es, ich weiß
- 55:10gar nicht in welchem Verlag das war.
- 55:13Ein das war so n so n so n Ringblattordner mehr oder
- 55:17weniger und in dem Waren 24 Geschichten, mal waren sie
- 55:22aufeinander aufbauend, mal waren es einfach einzelne Geschichten,
- 55:25alle hatten mit Dezember Weihnachten Advents.
- 55:29Heiligabend zu tun, Kindergeschichten manche lustig,
- 55:32manche traurig, manche nachdenklich.
- 55:34Und zwischendrin hattest du immer eine Seite aus dickerem
- 55:37Pappe, da konntest du eine Figur ausschneiden und das war dann
- 55:40ein Engel oder ein Schaf oder ein Hirte oder Jesus.
- 55:44Also du konntest dir sozusagen 24 Krippenfiguren selber
- 55:49zusammenbasteln, aus Halbpapier oder dickerem Papier oder Pappe
- 55:52geschnitten, und das war für mich das schönste, du hattest
- 55:56jeden Tag diese eine Geschichte. Und entweder man schaffte es
- 56:00selbst, sich zurückzuhalten und nicht mehr zu lesen, oder man
- 56:02vertraute einfach darauf, dass die Eltern, in diesem Falle die
- 56:05Mutter, das Buch einfach wieder wegnimmt und die am nächsten Tag
- 56:08wieder hinlegt. Und ich heiße, das ist für mich
- 56:10also diese fortlaufende Adventsgeschichte, als du
- 56:12erzähltest, dass du sowas gemacht hast, hast du eh schon
- 56:15sofort mein Herz gewonnen, also großartig und.
- 56:19Ich glaube, ich hab im letzten Jahr ein Buch gefunden, da waren
- 56:22so Jane Austin, oder? Von den Bronticheschwestern so
- 56:28Zitate drin und das war du, musstest jede Seite
- 56:30aufschneiden. Also da konntest du nicht
- 56:31vorluken. Das ist toll.
- 56:33Ist ja auch, wieso n Adventskalender ganz ehrlich, ah
- 56:35schön, also Leute lassen sich tatsächlich gute Sachen manchmal
- 56:40einfallen zu Advent und zu Weihnachten.
- 56:43Und auch wir werden uns noch fantastische Sachen zu
- 56:46Weihnachten einfallen lassen. Noch sind es ja ungefähr 2
- 56:48Wochen, bis dann das große große Fest startet.
- 56:54Ich hoffe oder ich gehe davon aus, dass es von Monique
- 56:56wahrscheinlich etwas besinnlicher und ruhiger wird
- 56:59als für mich, denn es sind natürlich einfach die
- 57:01wichtigsten Wochen im Buchhandel und das bringt einerseits sehr
- 57:05viel Spaß, aber andererseits weiß man auch jeden Abend, was
- 57:08man gemacht hat. Und freut sich dann auch
- 57:11tatsächlich auf die Weihnachtstage.
- 57:13Und bei uns gibt es auch im Laden eine Zwangspause zwischen
- 57:17den Weihnachtstagen, damit man mal wirklich runterkommen kann.
- 57:20Aber bevor das stattfindet, haben wir ja noch den 25
- 57:25Dezember und auch dort wird so nicht nur Gott, sondern auch
- 57:30Monique und Kurt und insbesondere auch Götz wollen
- 57:33noch eine Folge geliefert werden.
- 57:36Ja. Sag mal kurz, worauf freust du
- 57:40dich denn besonders? Wenn du jetzt also du hast schon
- 57:42gesagt, also erstmal kommen noch 2 Wochen intensive Arbeit, aber
- 57:45dann Weihnachten gibt es was worauf du dich besonders freust.
- 57:48Es gibt etwas Ladengebundenes, auf das ich mich sehr freue und
- 57:51dass ich liebe es. Heiligabend haben wir immer noch
- 57:55von 11 bis 14:00 Uhr offen und das sind die wirklich die
- 57:58lieblings 3 Stunden für mich in den Jahren, weil es ist
- 58:01natürlich rummelig, aber alle die reinkommen.
- 58:06Sind einfach schon komplett drüber und entweder sie sind
- 58:10total tiefenentspannt, weil sie hatten einfach ihre Sachen
- 58:12bestellt und holen sie einfach raus und sind aber schon total
- 58:14weihnachtlich oder sie sind so, dass sie sagen, I don't give a
- 58:18fuck, gib mir was du hast. Ich brauch jetzt Geschenke und
- 58:22es sind so lustige Stunden, diese 3 Stunden, weil auch mir
- 58:26schon außer raus der Rand und Band sind und auch gar nicht
- 58:28mehr so richtig. Uns Mühe geben, professionell zu
- 58:31sein. Und das ist wirklich so ne
- 58:33Ausnahmesituation, das genieße ich sehr und ich habe
- 58:36tatsächlich, da bin ich familientier genug.
- 58:40Also ich freue mich eigentlich auch immer dann.
- 58:42Dann entweder Heiligabend direkt danach oder am Weihnachtstag
- 58:45dann irgendwelche Teile der Familie zu besuchen und einfach
- 58:49sich fallen zu lassen und gar nichts zu machen, sondern
- 58:53einfach nur zu futtern, zu lesen, zu futtern, zu lesen und
- 58:56wie in unserer Familie, wenn wir da alle zusammenkommen, extrem
- 59:01viel Karten zu spielen. Ja, wir sind eine unglaubliche
- 59:05Spielerfamilie zum Glück spielen wir alle nicht um Geld, was
- 59:08innerhalb der Familie auch keine gute Idee wäre.
- 59:11Und aber sobald 34 Mann zusammensitzen Bäm, werden die
- 59:16Karten auf den Tisch geknallt und dann kann man das
- 59:18Überstunden. Machen.
- 59:18Was spielt ihr? Doppelkopf okay soweit wie
- 59:21möglich. Wir haben auch andere
- 59:22Familienspiele. Es gibt etwas, das nennt sich
- 59:24Pariser Bank, das wäre jetzt, da brauchen wir noch mal 2 Stunden,
- 59:27um das zu beschreiben, aber entweder das oder Doppelkopf und
- 59:31dann immer das Tragische, dass irgendjemand muss jetzt das
- 59:33Essen machen, also nein, ich muss spielen.
- 59:38Da freu ich mich sehr drauf. Und was ist deine schönste
- 59:42Weihnachtsbeschäftigung? Also ich hab ich hab mir viele
- 59:47Jahre gewünscht den Heiligabend nicht so klassisch zu feiern wie
- 59:50wie wie ich das als Kind irgendwie erlebt habe, sondern
- 59:54ich bin so verliebt in das, was die in britischen Komödien an
- 59:57Heiligabend machen, also diese Party, wo so ganz viele Leute
- 59:59vorbeikommen und irgendwie Punsch getrunken wird so.
- 1:00:05Und ich hab das n paar mal probiert, auch zusammen mit mit
- 1:00:07einer meiner Schwestern. Aber ehrlich gesagt ist
- 1:00:09Deutschland halt einfach einfach anders.
- 1:00:11Also selbst die hartgesottensten Single Freundinnen die ich habe
- 1:00:17haben gesagt Ach nee die Oma und die ist traurig wenn ich heil
- 1:00:20ich auch nicht komme und die sind dann die sind dann zur
- 1:00:23Familie gefahren und inzwischen hab ich mich sehr sehr.
- 1:00:29Freu ich mich sehr darauf, am 24.
- 1:00:31Selber zu kochen und ich freu mich.
- 1:00:34Ich mag das total danach den Tisch anzuschauen.
- 1:00:38Also es klingt ja zu doof, aber also wenn wenn alle gegangen
- 1:00:41sind, wenn es spät ist ne und und.
- 1:00:43Und, und da stehen von weiß ich nicht 12 Leuten stehen 36 Gläser
- 1:00:49rum und da ist noch ein Rest drin und dieses und man sieht
- 1:00:51einfach, dass hier eine Menge Menschen zusammen an dem Tisch
- 1:00:54saßen und miteinander geredet, gegessen, gefeiert haben und
- 1:00:59alles ist irgendwie wild und bekleckert und ich liebe diesen
- 1:01:01Zustand, ich finde das. Ganze Anblick von Leben.
- 1:01:04Das ist der Anblick von Leben. Ja toll, das ist sehr schön.
- 1:01:09Wunderbar Freunde, das bleibt uns eigentlich gar nichts
- 1:01:12anderes mehr übrig, als diesen Podcasten nahezu zu beenden.
- 1:01:17Für diese Folge. Aber es bleiben noch 2 Sachen
- 1:01:20übrig, die geklärt werden müssen und möchten.
- 1:01:22Das eine ist natürlich unsere Rubrik, das Buch fürs Bett, die
- 1:01:28erwähnt werden möchte und das andere ist diese eine Frage, die
- 1:01:31euch wahrscheinlich schon seit Anfang dieser Folge umtreibt,
- 1:01:34nämlich was meint Monique? Am Anfang mit dem Hinweis, sie
- 1:01:38ist sich nicht ganz sicher, ob wir hier über Morde kluger
- 1:01:41Frauen über Advent oder Weihnachten sprechen.
- 1:01:43Was ist das Thema unserer Folge? Das Ganze hat natürlich einen
- 1:01:47Hintergrund und der wird geklärt, just zusammen mit
- 1:01:51unserer Rubrik das Buch fürs Bett und in eben dieser Rubrik
- 1:01:56geht es um das kleine Büchlein Weihnachten mit Loriot.
- 1:02:02Und wir alle kennen Loriot natürlich genug, um zu wissen,
- 1:02:06dass er dieses ikonische Gedicht Advent geschrieben hat.
- 1:02:10Und just darüber haben wir gesprochen, und ich zitiere und
- 1:02:13zitiere und zitiere, und irgendwann fällt uns auf, Oh
- 1:02:16mein Gott, ich darf das alles gar nicht zitieren, denn wir
- 1:02:19haben die Rechte gar nicht dazu, aber nur damit ihr wisst,
- 1:02:23worüber wir gesprochen haben, und es ist ein wirklich
- 1:02:25zauberhaftes Bändchen, Weihnachten mit Loriot.
- 1:02:28Ein ganz, ganz kleines Zitat, nur damit auch für euch sich die
- 1:02:34Frage geklärt hat. Was meinte Monique denn da am
- 1:02:37Anfang, denn das Gedicht Advent handelt von einer Försterin, die
- 1:02:42des Niklas Abends beschließt, ihren Gatten umzubringen und
- 1:02:48damit möchte ich euch mit diesen 4 Zeilen in die restliche
- 1:02:52fröhliche Adventszeit schicken, nämlich.
- 1:02:56In dieser wunderschönen Nacht hat sie den Förster umgebracht.
- 1:03:01Er war ihr beides. Heimes Pflege seit langer Zeit
- 1:03:05schon sehr im Wege und wer kann das nicht nachvollziehen, das
- 1:03:09ist Grund genug, jemanden des Niklasnacht zu umzubringen.
- 1:03:14Gerade zur Weihnachtszeit, gerade zur Weihnachtszeit, kann
- 1:03:17man sich selber auch sehr im Wege sagen.
- 1:03:19Und damit an euch, den Lese und eigentlich auch kaufbefehl
- 1:03:25Weihnachten mit Lorio. Lieber Kurt, dann bleibt uns nur
- 1:03:31noch, uns auch zu verabschieden in 2 ganz, ganz stressige,
- 1:03:36arbeitsreiche, vollkommen überfüllte Adventswache und ich
- 1:03:40freue mich sehr darauf, wenn wir uns am 25 Dezember wiedersehen
- 1:03:45und sprechen. In so viel Ruhe.
- 1:03:48Und auch Geborgenheit dir auch. Monique wunderschöne 2 letzte
- 1:03:54Adventswochen genieße die Zeit und mit sehr viel Kerzen,
- 1:03:59glühweinpunsch und vielleicht auch etwas bitterem
- 1:04:04Orangengeschmack. Ich dachte, jetzt kommt noch.
- 1:04:06Also ich habe darauf gewartet, dass du weiterrampst.
- 1:04:11Also bis bald bis in 2 Wochen. Bis bald.
- 1:04:17Im Batman Buch ist eine Produktion von irgendwas ist
- 1:04:20immer Konzept und Produktion. Götz Gring Modalma Redaktion und
- 1:04:25Hosts Monique, Lukas und Kurt von Hammerstein.