Latest / Schlagabtausch – Das Schlagzeugmagazin im Podcast-Format / Rush-Tour Start mit Anika Nilles, Meinl News, Peter Giger & mehr - Schlagabtausch Ticker 13 2027
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- Hallo und herzlich willkommen zum 13. Schlagabtausch-Ticker 2026. Auch diesmal haben wir wieder einige spannende Themen aus der Schlagzeug- und Percussion-Welt für euch zusammengestellt. Wir sprechen über einen der aktuell größten Schlagzeugmomente des Jahres und die dazu passenden neuen Signature-Becken. Wir nehmen Abschied auf einer der prägendsten Persönlichkeiten der europäischen Schlagzeug- und Percussion-Szene. Außerdem werfen wir einen Blick auf eine App, sprechen über eine aktuelle Studie und stellen euch ein Nachwuchsprojekt vor, das sich in diesem Jahr dem Werk von Steve Reich widmet. Darüber hinaus gibt es wieder Lesestoff für euch. Also macht es euch bequem und viel Spaß mit dem Schlagabtausch. Firmen News. Beginnen möchte ich mit etwas, was in den vergangenen Monaten in der Schlagzeugwelt für besonders viel Aufmerksamkeit gesorgt hat. Die 50-something Welttournee von Rush ist gestartet und damit auch eines der spannendsten Schlagzeuger-relevantesten Themen der vergangenen Monate. Mit dabei ist, wie ihr wohl alle wisst, Annika Nilles, die bei dieser Tour eine unfassbare Herausforderung angenommen hat. Wer Rush kennt, weiß, welchen Stellenwert der Schlagzeuger und das Schlagzeug in dieser Band hat. Die Parts von Neil Peart gehören zu den bekanntesten und einflussreichsten Drum-Performances der Rockgeschichte. Entsprechend groß war und ist weiterhin die Aufmerksamkeit, als bekannt wurde, dass unsere deutsche Annika Nilles Teil dieser Tournee sein wird. Nach den ersten Konzerten fällt das Feedback, wie nicht anders zu erwarten, absolut positiv aus. Die Rush-Fans und namhafte Musikerinnen und Musiker zeigen sich beeindruckt davon, wie souverän, selbstverständlich, musikalisch und gleichzeitig eigenständig Annika diese Aufgabe meistert. Statt einer Kopie der Originalparts bringt sie ihre eigene Persönlichkeit und ihren eigenen Sound mit auf die Bühne und bleibt dabei dem Geist der Band treu. Da kann man nur gratulieren. Passend zum Tourstab von Rush hat Annikas Beckenpartner Meinl Simbles zwei neue Artist Designmodelle vorgestellt, die speziell für Annikas aktuelles Setup entwickelt wurden. Das neue 22 Zoll Lunaride und die 14 Zoll Luna Heads. Laut Meinl... Entstanden die Becken in enger Zusammenarbeit zwischen Annika und der Entwicklungsabteilung des Unternehmens. Ziel war es, Instrumente zu entwickeln, die den besonderen Anforderungen einer großen Arena-Produktion gerecht werden und sich gleichzeitig nahtlos in den komplexen Bandsland von Rush einfügen. Das 22 Zoll Lunar Ride ist ein extra schweres Ridebecken mit großer Glocke, das maximale Durchsetzungskraft mit einem warmen und musikalischen Grundcharakter verbinden soll. Die ebenfalls neu vorgestellten Lunar Heads setzen auf hohe Projektionen, klare Definitionen und einen kraftvollen Chic-Sound. Optisch tragen beide Modelle ein von Annika selbst entworfenes Artwork, das direkt in die Bronze-Oberfläche eingraviert wurde. Darüber hinaus erscheinen die Becken als limitierte und nummerierte Edition. Wer die neuen Modelle hören möchte, muss nicht auf die Öffentlichkeit warten. Die Becken sind bereits Teil von Annikas aktuellem Tour-Setup und kommen auf der laufenden Rush-Welt-Tournee zum Einsatz. Der offizielle Verkaufsstart ist für September angekündigt. Aber schaut mal die Videos rein, man kann dort Annika diese neuen Becken spielen sehen. Alle Links dazu in den Shownotes. Nachruf. Leider müssen wir in diesem Ticker auch Abschied von einer außergewöhnlichen Persönlichkeit der Schlagzeugwelt nehmen. Der Schweizer Schlagzeuger, Percussionist, Bandleader, Pädagoge und Musikwissenschaftler Peter Giger ist am 27. Mai 2026 im Alter von 87 Jahren verstorben. Peter Giger gehörte zu den wichtigsten europäischen Schlagzeugern seiner Generation. Seine musikalische Laufbahn begann in den 1950er Jahren im traditionellen Jazz, führte ihn über Paris und die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Stéphane Crappelli oder Memphis Slim bis hinein in die moderne europäische Jazzszene. Später arbeitete er unter anderem mit Albert Mangelsdorf, Volker Kriegel, Triloch Gurtu, Archie Schäpp und Max Roach zusammen. Besonders prägend war seine Family of Percussion, mit der er bereits in den 1970er Jahren musikalische Einflüsse aus Europa, Afrika und Asien zusammenführte, führte, lange bevor Begriffe wie Word-Music überhaupt etabliert waren. Viele sehen den Pädagiker deshalb einen der großen Wegbereiter interkultureller Percussion-Musik. Mindestens ebenso bedeutend war sein Wirken als Pädagoge. Er war Mitbegründer mehrerer moderner Ausbildungsstätten, unterrichtete viele Jahre an der Musikhochschule in Köln und beeinflusste Generationen von Schlagzeuginnen und Schlagzeugern. Seine Bücher, die neue Schlagzeugschule und insbesondere die Kunst des Rhythmus gelten bis heute als wichtige Beiträge zur Rhythmusforschung und Schlagzeugpädagogik. Mit Peter Kieger verliert die internationale Schlagzeugszene einen Musiker, der stets über stilistische Grenzen hinausgedacht hat und dessen Einfluss weit über den Jazz hinausreicht. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freundinnen und Freunden sowie allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern. Ruhe in Frieden, Peter. Wer sich für klassische Perkussionen und musikalischen Spitzennachwuchs interessiert, sollte sich den 28. Juni vormerken. An diesem Tag präsentiert das Bundesjugend-Verkaschen-Ensemble Bundesbeat sein aktuelles Programm unter dem Titel Attribute to Steve Reich in Aschaffenburg. Das Ensemble steht unter der Trägerschaft von Verkaschen Kreativ, wird geleitet von Professor Lukas Böhm und vereint einige der besten jungen Schlagzeugerinnen und Schlagzeuger Deutschlands. Für die Aufnahme qualifizieren sich die Teilnehmer unter anderem durch einen der ersten Bundespreise bei Jugend musiziert. Die Mitglieder kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und gehören zu den vielversprechendsten Nachwuchstalenten ihres Fachs. Das diesjährige Programm ist einem ganz besonderen Komponisten gewidmet. Steve Reich feiert 2026 seinen 90. Geburtstag. Reich gilt als einer der Begründer der sogenannten Minimal Music und hat mit Werken wie Music for Pieces of Wood, Drumming oder dem Mallard Quartet die moderne Schlageliteratur entscheidend geprägt. Neben Werken von Steve Reich stehen auch Kompositionen von Philipp Klaas auf dem Programm. Gemeinsam gelten beide Komponisten als prägende Vertreter der Minimal Music, deren Einfluss bis heute weit über die klassische Musik hinausreicht. Von Filmmusik über elektronische Musik bis hin zu modernen Pop- und Rockproduktionen. Geleitet wird Bundesbeat von Professor Lukas Böhm von der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Das Konzert findet am 28. Juni 2026 im Rahmen des Carillon- und Percussion-Festivals in Aschaffenburg statt. Der Eintritt ist frei. Wer einmal erleben möchte, auf welchem Niveau junge Schlagzeugerinnen und Schlagzeuger in Deutschland musizieren und welchen Facettenreichtum moderne Percussion-Literatur bieten kann, dürfte hier voll auf seine Kost kommen. Alle Links in den Shownotes, absolute Empfehlung hinzugeben. Eine aktuelle Studie des Deutschen Musikinformationszentrums zeigt, welchen Stellenwert Musikunterricht in Deutschland nach wie vor hat. Für den sogenannten Musikmonitor Deutschland wurden über 1000 Menschen ab 16 Jahren befragt mit einem bemerkenswerten Ergebnis. 69% der Bevölkerung halten Musikunterricht in der Schule für wichtig oder sogar sehr wichtig. Gerade in Zeiten, in denen über Stundenkürzungen, Lehrkräftemangel und die Bedeutung kreativer Fächer diskutiert wird, ist das ein deutliches Signal. Musikunterricht wird von vielen Menschen nicht als nettes Zusatzangebot gesehen, sondern als wichtiger Bestandteil allgemeiner Bildung. Besonders spannend sind einige Ergebnisse der Studie. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass ihnen der Musikunterricht in der Schule Spaß gemacht hat. Viele erinnern sich vor allem an gemeinsames Singen und Musizieren. Noch interessanter ist aber der Zusammenhang zwischen Musikunterricht und späterem Musizieren. Von den Menschen, die während ihrer gesamten Schulzeit Musikunterricht hatten, musizieren heute noch 42% selbst. Bei Personen ohne Musikunterricht sind es dagegen lediglich 14%. Die Studie legt also nahe, dass Musikunterricht weit über die Schulzeit hinaus wirkt. Wer früh positive musikalische Erfahrungen macht, bleibt der Musik oft langfristig verbunden. Sei es als Amateurmusiker, Chorsängerin oder Chorsänger, Instrumentalistin oder Instrumentalist oder einfach als musikinteressierter Mensch. Interessant ist auch die Kritik derjenigen, die ihren Musikunterricht weniger positiv erlebt haben. Viele hätten sich mehr praktisches Musizieren, mehr aktuelle Musik und weniger reine Theorie gewünscht. Für uns als Musikerinnen und Musiker ist die Botschaft jedenfalls klar. Musikalische Bildung macht einen Unterschied. Und vielleicht ist das auch eine Erinnerung daran, wie wichtig guter Musikunterricht für die nächste Generation von Musikerinnen und Musikern ist. Der Link zur folgenden Studie ist in den Schauhauts. Ein Tipp zum Download, der vielleicht für viele von euch interessant sein dürfte. Percussion Kreativ hat ab sofort eine eigene App. Die neue App steht sowohl für Android als auch für iOS zur Verfügung und kann grundsätzlich von allen genutzt werden. Mitglieder erhalten jedoch Zugriff auf zusätzliche Funktionen und Inhalte. Die App soll als zentrale Anlaufstelle für die Community dienen. Dort findet ihr aktuelle Vereinsnachrichten, Veranstaltungen über den Verein hinaus, Workshops über den Verein hinaus, Ein Kalender über den Verein hinaus, Chatfunktionen für Mitglieder und weitere Informationen rund um Percussion Kreativ. Wer Mitglied ist, kann sich nach dem Download einfach registrieren. Die Freischaltung kann dann allerdings ein bis drei Tage dauern. Sie wird nämlich händisch von uns übernommen. Möglich wurde die Umsetzung durch die Initiative Stifter helfen, die gemeinnützige Organisation wie Percussion Kreativ bei der Digitalisierung unterstützt. Wenn ihr euch die App anschauen möchtet oder noch besser herunterladen möchtet, findet ihr die entsprechenden Links natürlich in den Show Notes. Vielen Dank. Buch Neuerscheinungen. Eine sehr interessante Buch Neuerscheinungen kommt von Hudson Music. Drummer Tim Carman hat mit The Shuffle Book Volume 1 ein Buch veröffentlicht, das sich komplett einem der wichtigsten Grooves unserer Zunft überhaupt widmet, dem Shuffle. Auf über 200 Seiten analysiert Carman nicht einfach nur verschiedene Shuffle Grooves, sondern zeichnet deren gesamte Entwicklung nach. Dabei geht es von den musikalischen Wurzeln in New Orleans über Chicago, Texas, Mississippi und Memphis bis hin zu Gospel, Rockabilly, Blues und Rhythm and Blues. Das Buch versteht sich ausdrücklich nicht als eine Übungsansammlung, sondern als historische und stilistische Reise durch die Geschichte des Shuffles. Und genau das ist das Besondere hier, dass hier nicht nur Patterns vermittelt werden. Tim Carman beschäftigt sich tiefgehend mit den Menschen hinter diesen Grooves. Namen wie Fred Bellow, Audie Payne Jr., Earl Palmer, Al Jackson Jr., Howard Grimms, Chris Layton oder John Jabbo Starks ziehen sich durch das gesamte Buch. Dabei werden ihre Spielweisen aufgeschlüsselt, transkribiert und in einem historischen Kontext eingeordnet. Zum Buch gehören außerdem rund 40 Videobeispiele, die dabei helfen sollen, nicht nur die Noten zu lernen, sondern vor allem das eigentliche Feeling hinter den verschiedenen Shufflen-Stilen zu verstehen. Und das ist eben die zentrale Botschaft des Buchs. Shuffle ist eben nicht gleich Shuffle. Zwischen einem Chicago-Shuffle, einem Texas-Shuffle, einem Memphis-Soul-Shuffle oder einem Gospel-Shuffle liegen nicht selten Welten, obwohl sie auf den ersten Blick halt Shuffle sind. Falls ihr euch intensiver mit Blues, Rhythm und Blues, Soul, Rock'n'Roll oder den Wurzeln beschäftigen möchtet, könnte The Shuffle Book Volume eine der interessantesten Neuerscheinungen des Jahres sein. Den Link dazu findet ihr natürlich in den Shoutouts. Buch Neuerscheinungen. Eine weitere interessante Neuerscheinung kommt ebenfalls von Hudson Music. Diesmal handelt es sich nicht um ein Lehrbuch, sondern um eine Autobiografie. Der kubanische Schlagzeuger Ignacio Berroa erzählt in The Path I Joes seine außergewöhnliche Lebensgeschichte. Auf rund 330 Seiten beschreibt er seinen Weg von Kuba in die Vereinigten Staaten und seinen Aufstieg zu einem der bedeutendsten Vertreter des Afro-Cuban-Jazz. Viele kennen Berroa vor allem als langjährigen Schleiziger von Dizzy Gillespie. Das Buch zeigt jedoch, wie schwierig dieser Weg tatsächlich war. Ohne Englischkenntnisse und mit kaum mehr als einer Zahnbürste kam er 1980 in die USA und arbeitet sich Schritt für Schritt in der New Yorker Jazz-Szene nach oben. Das Buch bietet spannende Einblicke in die Entwicklung des Afro-Cuban-Jazz und Begegnungen mit Künstlern wie Dizzy Gillespie, Tito Buente oder Chicka Rhea. Wer sich für Jazzgeschichte, afro-kubanische Musik oder inspirierende Musikerbiografien interessiert, dürft ihr hier auf seine Kosten. Den Link findet ihr wie üblich in den Showdowns. Das war der 13. Schlagabtausch-Ticker. Ich hoffe, dass für euch wieder die ein oder andere interessante Neuigkeit dabei war. Schreibt uns mal gerne in die Kommentare, welches Thema euch diesmal am meisten interessiert hat. Sind es die neuen Lunasimples von Annika, die Erinnerungen an Peter Giger oder vielleicht das Schaffelbuch von Tim Kamen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen. Wenn ihr weitere spannende Themen, Veranstaltungen, Produkte oder Projekte kennt, die wir aufgreifen sollen, freuen wir uns natürlich über eure Hinweise gerne an schlagabtauschpodcast at gmail.com. Und wenn ihr noch mehr Schlagabtausch hören möchtet, schaut gerne auch in unsere regulären Podcast-Folgen hinein. Und wenn euch der Ticker gefallen hat, freuen wir uns über ein Abo, einen Daumen nach oben und darüber, wenn ihr die Folge mit anderen Schlagzeugerinnen und Schlagzeugern teilt. Vielen Dank fürs Zuschauen bzw. Zuhören und bis zum nächsten Mal auf unserem Schlagabtauschkanal.