Latest / BZ am Ohr / Bass statt Babyphone: Warum der Mama-Rave Mütter stark macht
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- Die sind schon irgendwie da, aber auf den Mama-Raves, da sind die laut und ungestüm und schreien und gehen wirklich in diese Musik rein. Und deswegen lastet immer noch ein großer Teil der Care-Arbeit auf den Schultern der Frauen. Deswegen geht das Bedürfnis nicht verloren, das habe ich dann auch gelernt. Also das Bedürfnis verschwindet nicht nach Tanz und Musik und Austausch und auch Autonomie. Endlich mal wieder loslassen, sich frei fühlen, tanzen und feiern, so wie früher, als man sich noch nicht ständig verantwortlich gefühlt hat, nicht das Leben von anderen mit organisieren musste. Das können Mamas und alle anderen Frauen beim Mama Rave. Veranstaltet wird diese Reihe in Freiburg und Umgebung von Saskia Durst. Sie ist 40 Jahre alt, kommt aus Stauffen und hat drei Kinder. Sie ist Betriebswirtin, Geburtsbegleiterin, das nennt sich Dula, sie ist Yoga-Lehrerin und Beraterin für den Übergang in die Mutterschaft. Im Podcast erzählt sie, was ihr Musik und Tanzen bedeuten und wie sich das durch ihre Mutterschaft verändert hat, warum es eine besondere Veranstaltung nur für Mütter braucht und warum bei ihr ausgerechnet elektronische Musik läuft. Wir sprechen darüber, wie schwierig es für Frauen sein kann, Mutter zu werden. Dafür gibt es sogar einen eigenen Begriff, die Muttertät. Mein Name ist Dora Schölz, ich bin Redakteurin bei der Badischen Zeitung. Und ihr hört BZ am Ohr. Viel Spaß beim Zuhören. Hallo Saskia, herzlich willkommen bei BZ am Ohr. Hallo Dora. Wir sprechen ja heute über den Mama Rave. Erinnerst du dich noch an dein allererstes Mal Feiern gehen? An mein allererstes Mal elektronische Musik feiern in einem Club erinnere ich mich auf jeden Fall noch. Wann war das? War ich 18? Das heißt 2003, genau, ja. Wie war das? Wo war das? Wie hast du das erlebt? Also ich hatte davor übrigens gar nichts mit elektronischer Musik am Hut. Ich war mehr so Indie, Pop, R'n'B, deutscher Hip-Hop, sowas. Und in dem Jahr vorher war mir irgendwo mit Freunden beim Zusammensitzen, lief halt im Hintergrund Musik und das war elektronische Musik. Und ich glaube nach einer halben Stunde habe ich gesagt, sag mal, was ist das, was da läuft? Und das war damals der Monika Kruse on the road mix number one. Und danach wollte ich unbedingt diese Musik irgendwo hören können. Also was man vorher eben auf Konzerten oder so gemacht hat, wollte ich unbedingt irgendwo hören, wo ich auch tanzen kann. Und dann gab es in Kensingen so einen kleinen Laden damals und da war ich dann das erste Mal. In deinen Zwanzigern war dir ja so Tanzen, Feiern gehen auch generell einfach wichtig. Was würdest du denn sagen, was hat dir Feiern in dieser Lebensphase bedeutet? Also dadurch, dass das erste Erlebnis von Gemeinschaft und egal, wer man ist und wie man ist, es kann einfach da sein, man kann sich ausleben, alle sind freundlich miteinander, aufgeschlossen und so weiter, ist es immer geblieben, was mir wichtig war, vor allem auch mich ausdrücken zu können im Tanz. Aber da ich Anfang 20 schon meinen Ex-Mann kennengelernt habe, der auch Pläne hatte und wir dann ein Handwerksunternehmen aufgebaut haben, war das nur noch punktuell möglich, so einmal im Jahr ein Festival und vielleicht noch ein, zwei andere Möglichkeiten. Das hat auch da schon sträflich gelitten. Und erinnerst du dich an das letzte Mal so Feiern gehen? Vor klar war, jetzt startet ihr so richtig den neuen Lebensabschnitt. Jetzt wollt ihr irgendwie Kinder bekommen oder so. Gab es da so eine Art Abschiedstanz? Ja, das weiß ich noch. Ich bin ja 2015 das erste Mal Mutter geworden. und wir haben uns 2014 damit so auseinandergesetzt und zu der Zeit war ich eben nach dem Pilleabsetzen, das macht übrigens auch ganz schön viel mit Frauen, das hätte mir auch mal einer vorher sagen können, da habe ich nochmal einiges mitgenommen, was so ging und da war ich an einem Abend, wo ich dachte so, ja, das ist dann jetzt wahrscheinlich so das letzte Mal und dann... Starte ich ins Familienleben und dann hat das keinen Platz mehr. Und das war beides. Also einerseits natürlich die Freude darauf, den neuen Lebensabschnitt zu starten und auf der anderen Seite war da auch Abschied und Wehmut. Weißt du noch, wo das war? Ja, das war im Drifters Club hier in Freiburg. Inzwischen hast du drei Kinder, das Älteste ist zehn Jahre alt. Wie war das für dich, Mutter zu werden? Was hat sich da für dich persönlich verändert? Wie hast du dich da verändert? Es gibt ja diesen Begriff Muttertät, also so ein bisschen angelehnt an die Pubertät, eben diese Phase des Mutterwerdens. Ja, ist noch relativ neu. Der Begriff, der hätte mir damals viel genützt, wenn ich davon gewusst hätte. Ja, wie war es für mich Mutter zu werden? Natürlich ist das ein wahnsinniger Einschnitt ins Leben. Irgendwie weiß man das vorher, aber so wirklich vorbereitet ist man dann doch nicht. Weil wir ja eigentlich davon ausgehen, dass wir nach sechs, acht Wochen, wir schuhen uns. Und das Wochenbett. Wochen nach. Genau, und dann geht das eigentlich schon so wie vorher so ein bisschen weiter. Und das ist natürlich, wer schon Mutter ist, der weiß das. Das ist absolut nicht der Fall. Es geht um mindestens anderthalb, zwei Jahre, bis man sich einigermaßen wieder innerlich stabilisiert hat, bis man sich in diesem neuen Setting gefunden hat. Und wir verändern uns sehr, ich auch. Also Werte- und Prioritätenausrichtung wurde immens wichtig, vom Einsamkeitsloch mal abgesehen, weil ich eigentlich von mir das Bild hatte, das Kind wird einfach früh betreut und dann kann ich meinen Geschäftsführerinnenjob weitermachen und Haushalt, Hunde und alles so nebenher. Das ist weit gefehlt, ja, es ging gar nicht. Und das hat letztlich dazu geführt, dass ich mich dann auch beruflich umorientiert habe, also ich habe ursprünglich BWL studiert. Und bin nach der dritten Schwangerschaft dann in die Geburtsbegleiterinnen-Ausbildung gegangen. Also du warst vorher schon selbstständig mit deinem Mann zusammen, mit deinem inzwischen Ex-Mann zusammen. Und dann hast du aber gesagt, du willst jetzt was ganz anderes machen und dich auf dieses Thema auch Mutter sein und andere Mütter begleiten, fokussieren, auch beruflich. Ja, das war gar nicht einfach, weil natürlich dieses Unternehmen auch ein bisschen mein Baby war. Aber diese Sinnhaftigkeit, der Ruf nach, wenn ich, die ich als Mama schon so wenig Zeit habe, dann möchte ich sie damit verbringen, wo es für anderen wirklich Mehrwert hat. Das im Handwerksunternehmen hatte auch Mehrwert, aber es war letzten Endes halt der Weg meines Ex-Mannes und nicht meiner. Und irgendwann wurde der Ruf halt unüberhörbar. Und dann bin ich denen auch gegangen. Und was genau machst du da jetzt? Kannst du das mal so ein bisschen beschreiben? Du hast ja auch mehrere Standbeine quasi. Ja, also ich bin Expertin für Muttertät, tatsächlich auch. Es gibt immer noch in Deutschland nicht viel darüber. Ich habe dafür eine extra Ausbildung gemacht in Kanada. Aber angefangen hat es mit der Geburtsbegleiterin-Ausbildung. Dula nennt sich das ja auch, Dienerin der Frau. Emotionale Unterstützung während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, auch fürs Paar. Also du bist nicht Hebamme, sondern du bist Dula, du begleitest das Paar, du begleitest die Mutter. Genau. Ich kümmere mich einfach um all das, was gut tut. Essen, trinken, streicheln, Wärme, Papa entlasten während Geburt. Raum halten für, welche Themen sind da. Und da gibt es viele Themen, während Schwangerschaft schon, aber natürlich auch danach. Das ist eigentlich die Aufgabe einer Doula, genau. Und von dort aus wurde mir dann aber klar, dadurch, dass ich immer noch einen Teil Bürojob gemacht habe, so drei bis maximal vier Frauen im Jahr, weil ich muss ja Rufbereitschaften garantieren, das reicht mir eigentlich nicht. Und deswegen habe ich dann die Schwangeren-Yoga-Ausbildung gemacht, um da Gruppen von Frauen auch begleiten zu können, in ihre Kraft und Selbstbestimmung zu finden. Und von dort aus ging es weiter, als die Mutter Tät mir über den Weg lief. Genau. Und habe dann die systemische Beraterausbildung noch gemacht. Und 2023, nachdem ich mich 2021 dann getrennt habe, Von meinem Partner, der übrigens immer noch ein toller Papa ist, habe ich dann entschieden, mich selbstständig zu machen und den Sprung komplett zu wagen. Ja, spannend. Eins deiner Standbeine ist ja der Mama Rave. Ja, dass das ein Standbein wird, war mir irgendwie beim ersten Rave nicht so klar. Ja, stimmt. Kannst du mal erklären, was das eigentlich ist? Der Mama Rave ist ein Raum für Weiblichkeit. Und zwar für alle, die sich in diesem Raum sehen. Im Flinta-Kontext heißt Female, Lesbische, Inter-, Non-Binär-, Trans- und Agender-Personen sind alle in diesem Raum herzlich willkommen. Das Kind heißt aber Mama Rave, dass besonders die Mamas sich angesprochen fühlen. Also es dürfen nicht nur Mamas kommen? Nein, überhaupt nicht. Bitte alle, die sich da sehen, die vielleicht auch wieder mal Kontakt zu einer Bekannten haben möchten, die inzwischen Mutter geworden ist und es reißt ab. Ganz oft gehen da ein bisschen Kontakte verloren, was schade ist. Also da sind alle ganz herzlich willkommen. Es ist eine familienfreundliche Zeit, nachmittags bis abends. Ja, das ist der Mama-Rave. Weil eben für Mamas schwierig ist, abends, nachts durchzufeiern. Da ist man dann am nächsten Tag so müde. Naja, es ist ein strukturelles Problem, wenn man es sich genau anschaut. Also es ist immer noch so, dass obwohl wir inzwischen in einer sehr aufgeklärten Welt leben, obwohl Paare sich vieles auf 50-50 teilen möchten, fehlt es trotzdem oft an Möglichkeiten, sei es an Berufsmodellen, an Betreuungsmodellen, manchmal ist gar keine Unterstützung von der Familie rundherum da. Und deswegen lastet immer noch ein großer Teil der Kehrarbeit auf den Schultern der Frauen. Und vor dieser Realität können wir die Augen einfach nicht verschließen. Und das bedeutet eben im Umkehrschluss, dass es doch oft so ist, dass Vätern es eher möglich ist, auch einfach mal mit Kumpels feiern zu gehen. Während für Mütter das einen riesigen Aufwand bedeutet, gerade wenn die Kinder noch sehr klein sind. Und deswegen geht das Bedürfnis nicht verloren, das habe ich dann auch gelernt. Also das Bedürfnis verschwindet nicht nach Tanz und Musik und Austausch und auch Autonomie und sich einfach mal austoben können. Aber wenn wir das erst ab 23 Uhr machen können, das ist eigentlich so gerade in den ersten ein bis fünf Jahren, also um neun, halb zehn, ist man als Mama eigentlich ziemlich erledigt. Und die Überlegung dann noch, mache ich mich fertig und gehe los. Wenn man das vielleicht noch schafft, gut. Aber das hängt einem die ganze Woche nach. Und dann hat man zwar dieses Erlebnis gehabt und war draußen, aber man zahlt den Preis halt die ganze Woche. Und übrigens nicht nur man selbst, sondern letzten Endes auch der Partner, weil mit dem ist man dann auch ein bisschen angestrengt. Und die Kinder, die merken auch, dass Mama nicht richtig auf der Höhe ist. Und dann fühlt man sich eher schuldig, als dass man wirklich was davon gehabt hat. Dann hat man nicht viel davon. Wie bist du auf die Idee gekommen? Also du hast ja quasi so ein bisschen die Bereiche irgendwie dann verheiratet, das Feiern gehen, die Musik und das für Mütter was machen, für Mütter da sein. Das ist tatsächlich schon in meinem allerersten Babyjahr gewesen, dieser Moment nach acht Monaten, als ich mich endlich einigermaßen mit dem Baby eingegroovt hatte und das erste Mal draußen war, hat das Baby in der Trage und Lagerfeuer, ein bisschen Musik. Und ich bin da gestanden und dachte, es kann doch eigentlich nicht sein, dass es das für uns irgendwie nicht gibt. Und da dachte ich schon, eigentlich muss man da was machen. Aber dass es letzten Endes dann 2023 dazu gekommen ist, lag daran, dass während ich in meinen ganzen Umweiterbildungen und so weiter war. Und ziemlich an die Grenzen gekommen bin, Was ich mir da alles vorgenommen hatte, was dazu geführt hat, dass ich im Krankenhaus gelandet bin und so eine richtige Pause hatte. Der Körper hat einfach gesagt, es geht gerade nicht weiter, es ist alles zu viel. Und dann hat man natürlich Zeit, ein bisschen nachzudenken. Und in der Genesungsphase, wo ich wirklich alles reduziert habe, Business-Coaching runtergefahren, die Webseite war nicht fertig, ach, die andere Ausbildung, alles so ein bisschen reduziert hatte. Da kam plötzlich dieser von tief unten dieser Impuls, kümmere dich jetzt endlich um den Mama-Rave, weil das ist so eine alte Vision von mir gewesen. Und dann habe ich das auch gleich, ich glaube direkt am nächsten Morgen, habe ich alte Kontakte, die ich noch von früher kannte, die immer noch Musik auflegen, kontaktiert. Und ich habe gesagt, ich habe da eine Idee. Es gab vor Corona mal diesen Tanztee im Fluxus, Der war auch sonntags, nachmittags und der war auch für die ganze Familie. Also auch für die Kinder? Auch für die Kinder. Da gab es dann im Fluxus diesen Bereich, wo so Kinderbereich auch war. Da gab es indoor, da gab es einen kleinen Sandkasten, es gab Bücher, es gab ein bisschen Spielzeug. Und wenn man diesen kleinen Flur rübergegangen ist, wo normalerweise gegessen wurde, ist eigentlich ein Restaurant gewesen, dort war dann die Tanzfläche. Dort gab es Getränke und auch ein bisschen Snacks. Das heißt, es war schön aufgeteilt. Wer wollte, der konnte rübergehen, mit oder ohne Kinder. Die Eltern konnten sich aufteilen. Wir waren da, ich glaube, zweimal als ganze Familie und von diesen zwei Stunden da nachmittags war ich auch schon immer so aufgefüllt und habe dann eben Kontakte gefragt und dann gesagt, ja, tolle Idee. Der eine hat direkt gesagt, ich habe selber zu viel, vier Kinder. Aber auflegen wird er auf jeden Fall, wenn es dazu kommt. Und der andere hat gesagt, ja, dann schau doch mal nach einer Location. So, und da ging das ganze Thema dann los. Freiburg hat nicht wirklich viele Möglichkeiten, ja. Wir sind echt subkulturmäßig ein bisschen nicht so gut bedient. Das ist ja auch immer wieder Thema bei der Badischen Zeitung, so das Sterben der Nachtkultur irgendwie in Freiburg. Wie bist du das dann angegangen? Ja, ich habe dann ein, zwei Locations angeschrieben und bei der einen, das ging glaube ich schon allein vier Wochen, da habe ich dann auch nochmal angerufen, weil ich keine Antwort von meiner E-Mail bekommen habe. Ich hatte so grob skizziert, was ich mir vorgestellt hatte, aber da kam dann die Rückmeldung, sind selber ein ehrenamtliches Team, sind Vereins getragen und die haben einfach nicht genug Leute. Und der andere Kontakt hat dann gemeint, naja, also ich hätte Kontakte ins Hans-Bunte-Areal. Dann dachte ich so, Hans-Bunte-Areal, aber bevor wir jetzt noch, frag doch mal. So, und das war mein Glück. Sonst gäbe es bis heute keinen Mama-Rave. Das heißt, der Erste hat dann dort stattgefunden? Der erste hat dort stattgefunden, auf Spendenbasis, um zu schauen, wie es wird. Ich habe da ziemlich auf die Hinterbeine stehen müssen, weil das wurde so ein bisschen belächelt von dem, mit dem ich da in Kontakt war. Und ich musste da wirklich am Tag vorher klar hinschreiben und gesagt, hey, ich habe angekündigt mit Außenbereich, ich habe angekündigt mit Drinnen. Das war vorher zugesagt, bitte schieb mir jetzt nicht alles über den Haufen, weil ich glaube daran, dass das gebraucht wird ohne Ende. Und wenn alles, was ich jetzt beim ersten Mal versprochen habe, überhaupt nicht stattfindet, dann habe ich ein Problem. Und es ist neu. Es gibt es einfach noch nicht. Und da habe ich ihn überzeugt. Und er hat dann gesagt, alles klar, wenn du über 100 schaffst, reden wir weiter. Also 100 Gästinnen. Beim ersten Mal, wenn du über 100 schaffst, reden wir weiter und wenn nicht, dann ist das Konzept gestorben und darauf habe ich mich eingelassen und er auch. Und wie viele waren dann da? 118. Yes! Erfolg! 118, ja, war richtig, war damals noch im Juli, war richtig schön warm, der Außenbereich wurde richtig viel genutzt, die haben da auch solche Wasserduschen so leicht aufgehängt gehabt und sich da wirklich auch echt viel Mühe gemacht, das dann schön herzurichten. Und so hat es angefangen. Es war natürlich nicht kostendeckend, also überhaupt nicht. Ja, über Geld reden wir auch gleich nochmal. Vielleicht bleiben wir erst nochmal kurz beim Konzept. Warum braucht es denn dieses Format speziell für Mütter? Also ich könnte mir gut vorstellen, dass es ja auch Väter durchaus interessant finden. Du hast auch gerade schon erzählt von dem Event, wo man als ganze Familie hingehen konnte. Also warum dieses Format nur für Mütter? Das ist ein bisschen darin begründet, wie sich mein Berufsweg entfaltet hat, Weil über die Geburtsbegleitung bin ich auch mit Frauenarbeit und Frauenkreisen und so weiter in Kontakt gekommen. Und für mich war es eine sehr heilsame Erfahrung, das unter Frauen zu erleben, wie offen, wie warmherzig, wie zugewandt es untereinander sein kann, wenn man nur unter sich ist. Und wir sind als Frauen oft von diesen Prinzessinnen-Geschichten geprägt. Es kann nur die eine geben. Es gibt viele Vorurteile. das wird sich immer gegenseitig beäugt, was ist das für eine? Und ich habe gewusst, dass wenn Frauen nur unter sich sind, aus meiner eigenen Erfahrung heraus, dass sich diese Dinge auflösen. Und dass das eine ganz eigene Energie und Kraft entwickelt. Und deshalb wurde der Mama-Rave ganz klar ein Frauenraum. Also es war meine Vision davon, ein Frauenraum. Aber natürlich, wenn man heutzutage sagt, ausschließlich Frauen, ja, das kann man nicht einfach sagen. Und deswegen habe ich mich mit einer Dula-Kollegin aus Berlin, die eine Fachfortbildung für New Work gemacht hatte, zusammengesetzt, weil wir kein Awareness-Team haben auf der Veranstaltung, weil wir die Verantwortung den Gästinnen zurückgeben möchten, sich menschlich zu verhalten. Auf unserem Mama-Rave-Visionsschild, was dann das Ergebnis dieser Zusammenkunft war, steht drauf, wir sind alle gleich, ich sehe dich, du siehst mich, achtet aufeinander und feiert die weibliche Energie. Und deshalb, weil, also einfach cis-Frauen nur einzuladen, ja, das ist einfach diskriminierend, das hat einfach keinen Sinn gemacht. Und deshalb diesen Flinter-Kontext zu nehmen, wo sich alle, die sich in diesem weiblichen Raum, der ist explizit weiblich, ja, aber wer sich als Transperson, Non-Binair, Agender, Inter oder so weiter in diesem Raum sieht, der ist herzlich willkommen. Und dadurch räumt es ja gleich die nächste Spaltung aus dem Weg. Gerade Flinter-Personen sind, besonders eine trans, non-binär, age-gender und so weiter, die sind oft in Schutzräumen, die überhaupt nicht in der Mitte der Gesellschaft stattfinden. Und sind auch öfter mit Diskriminierung und Ausgrenzung konfrontiert als wir Mamas oder auch einfach Frauen cis Frauen. Und da den Raum erst recht aufzumachen, zu sagen, also wenn ihr wirklich einfach mit dabei sein wollt und wir auch was lernen können über euch, dass quasi diese Spaltung und diese Distanz ein bisschen verringert wird, dann bitte hier auf dem Mama Rave. Und du bemühst dich ja auch zum Beispiel so mit Deko, das Ganze irgendwie auch so als Raum zu gestalten. Worauf legst du dabei Wert? Was ist da dein Ziel? Also es beginnt schon damit, dass die Frauen reinkommen und als erstes ein Welcome Drink bekommen, den die liebe Sophie vom Bahnhof Münstertal immer sponsert, weil auch sie diese Vision unterstützt. Und gehen am Visionsschild vorbei, da gibt es Sweets, da gibt es einfach Gummibärchen und ein bisschen Traumzucker-Lolli, für den Fall, dass sie zu viel tanzen und der Zuckerbedarf steigt. Das ist wichtig. Ja, absolut. Gehen weiter. Dann gibt es einen Glitzerstand. Do it yourself Glitzer. Da hängt auch ein Schild dran. Bisschen mehr Glitzer und weniger Neid. Dekoriert euch, macht dich ein bisschen hübsch oder vielleicht auch einfach andere. Komm aber wie du bist. Es gibt kein Dresscode oder irgendwas. Wir haben Frauen im Jogginganzug zwischen 16 und 65. Mit Rollator war schon alles da. Genauso wie aufgestylt für den Rave. Alle herzlich willkommen. Und vom Glitzerstand geht es weiter zum Gästebuchstand. Hoffentlich, um uns ein Feedback da zu lassen. Es sind viele schöne Feedbacks da. Inzwischen haben wir als Tätowiererin da, die kleine weibliche Motive sticht. Und sobald es zur Toilette geht, ist auch das einfach schön hergerichtet. Es steht auf dem Spiegel immer ein schöner Spruch, wie zum Beispiel Smile, you're beautiful. Möglichkeiten, sich vielleicht nochmal frisch zu machen. Deo, alles, was man als Frau halt einfach so ein bisschen braucht. Und auch der Flor ist einfach weich und in unseren Farben, dieses Dunkellila, Blau und Rosa, weil wir Weichheit wollen, weil wir Wärme wollen, weil wir Liebe wollen untereinander statt dieses gegenseitige, wer macht es besser und wer ist schlechter und wer hat den Königsweg gefunden. Also es ist nicht nur einfach eine Veranstaltung am Nachmittag, sondern es ist schon so ein ganzes Konzept dahinter. Es gibt ja zum Beispiel auch den Day Rave. Darüber hat meine Kollegin in einer anderen Folge von BZ am Ohr mit DJ Ella Stracet-Heller gesprochen. Den Link findet ihr in den Shownotes. Das ist eben nicht deine Idee, sondern es soll schon nachmittags sein, aber eben nochmal anders als wirklich speziell für Mamas. Es ist schon ein spezieller Raum. Also ich war ja auch anfangs, weil wir ja über Family & Friends am Anfang schon mal gesprochen hatten, Das kam aus der Community relativ schnell. Ach, das wäre so schön auch mal mit allen zusammen. Da war ich bei der IG-Subkultur bei einem dieser Vernetzungstreffen, wo es um die Dietenbach-Parkfläche ging. Und tatsächlich ist es, Respekt an alle, die das da machen, es ist tatsächlich eine Soli-Fläche. Also heißt, Eintritt in dem Sinn gibt es nicht. Es geht nur über Getränkeverkauf. Und ich und mein Team, wir sind Mütter. Und wir haben für jede Veranstaltung, nehmen wir unsere Zeit in die Hand, unser Herzblut in die Hand und deswegen war das auf die Art einfach nicht zu machen. Und wir haben ja dann diese Family & Friends-Veranstaltung übrigens ja gemacht im Oktober, allerdings im Waldsee. Und es war eine super schöne Veranstaltung. Da gab es ja auch eine DJ-Station für Kinder und so. Also da durften die Papas und die Kinder auch dabei sein? Durften alle mit. Also gerade unter den Facebook-Posts war öfters mal, ja und was ist Papa-Rave und überhaupt. Oder auch Frauen, die gesagt haben, was soll das jetzt? Jetzt wird da noch unterschieden zwischen Mamas und Nicht-Mamas. Also ich bitte jeden mal reinzuschauen, was in diesem Konzept wirklich drin ist, statt einfach nur nach dem Titel zu urteilen. Da muss man sich ein bisschen Zeit nehmen. Und was uns aufgefallen ist und was die DJs auch zurückgemeldet haben, mein Team zurückgemeldet hat, der Vibe ist natürlich ein anderer. Die Frauen sind einfach nicht so bei sich, wie sie es sind, wenn sie alleine da sind. Und auch die DJ hat gesagt, ja, sie sind, die Rückmeldung, wenn sie in Kontakt ist, die sind schon irgendwie da, aber auf den Mama-Raves, da sind die laut und ungestüm und schreien und gehen wirklich in diese Musik rein, drücken sich aus. Und das geht ein bisschen verloren, wenn das so eine, ich nenne es, Gemischtveranstaltung wird. Ja, sprechen wir über die Musik. Du hast mir erzählt, Musik spielt auch generell für dich eine große Rolle. Also du spielst, seit du Kind warst Cello, du hast immer auch in Chören gesungen. Warum gibt es denn bei Mama Rave ausgerechnet elektronische Musik? Warum Techno? Also eigentlich würde man ja sagen, Techno und ausschließlich Frauen passt nicht zusammen. Der Gedanke von Techno ist, niemand wird ausgeschlossen. Richtig. Es geht auch nicht ums Ausschließen, habe ich vorher schon gesagt. Es geht ums Verbinden und gerade unter Frauen und Gemeinschaft herstellen. Und Techno aus dem Grund, wobei Techno ja der Überbegriff ist für einen ganzen Spannungsbogen, den wir in diesen sechseinhalb Stunden da normalerweise fahren. Wir beginnen immer meistens mit so ein bisschen Melodik und gehen über zu Haus und Tech-Haus und von dort aus geht es in Techno. Und ich glaube zwei-, dreimal hatten wir jetzt eben am Schluss auch Goa und Drum'n'Bass. Also es ist eine richtig schöne Steigerung über den ganzen Nachmittag. Und wenn wir wirklich die Möglichkeit haben, uns da richtig reinfallen zu lassen und auszutanzen. Dann verarbeiten wir ganz viel, was wir nicht mal genau wissen, was es wahrscheinlich ist. Und dann dieses Miteinander, dann auch auf der Tanzfläche so ausgelassen zu sein. Eine hat mal zurückgemeldet, ich habe noch nie so viele nette Frauen auf einmal getroffen. Egal, wen man was gefragt hat, die waren immer alle nett und hilfsbreit. Das füllt einen einfach wahnsinnig auf. Und deshalb muss es elektronisch bleiben. Das ist ein Steckenpferd von mir. Es kam immer mal die Frage nach einem Ballermann-Flor oder sowas. Und ja, da würde ich dann vielleicht auf 90er-Pop, sehe ich alles, macht auch Spaß, aber da würde ich vielleicht dann auf andere Veranstaltungen verweisen, die das machen, weil die Leidenschaft, die Techno einfach untereinander entfacht, wenn man sich wirklich reinfallen lässt, ist zumindest in meiner Wahrnehmung nicht erreichbar mit anderer Musik. Es gibt auch andere Tanzformate für Mütter und Eltern in der Region. Den Elternabend von Baden-Weiler-Tourismus zum Beispiel. Oder die Reihe Mama geht tanzen. Die gibt es seit 2022, gegründet von zwei Müttern in Nordrhein-Westfalen. Mittlerweile hat das Format in sieben verschiedenen Ländern und etwa 250 Städten stattgefunden, hat mir eine der beiden Gründerinnen auf Nachfrage erzählt. Die Zielgruppe sind alle Frauen zwischen 35 und 45. Mama geht tanzen funktioniert als Franchise. Das bedeutet, dass es in jeder Region eigene Organisatorinnen gibt. Diese selbstständigen Einzelunternehmerinnen zahlen eine Gebühr an die Gründerin. Die Frage, wie hoch diese Gebühr ist, hat mir die Gründerin allerdings nicht beantwortet. In Südbaden organisiert Katharina Schäpermeier die Reihe Mama geht tanzen. Das Besondere an dieser Reihe, hat mir Katharina gesagt, sei die Stimmung. Die Tanzfläche sei direkt voll, die Frauen fangen sofort an zu tanzen. Es entsteht ein herzliches Miteinander, auch wenn man als Fremde die Tanzfläche betreten hat, entsteht immer ein schönes Gruppengefühl, sagt Katharina. Man könnte sein Getränk stehen und die Taschen am Rand liegen lassen, ohne sich darüber Gedanken zu machen. Die Musik bei Mama geht tanzen, 90er, Hip-Hop und aktuelle Charts. Die nächsten Termine von Mama geht tanzen sind am 7. März in Freudenstadt, am 13. März in Freiburg, am 14. März in Laar und am 21. März in Aachen. Im Juli gibt es ein Sommerspecial in Breisach, da wird auf einem Schiff getanzt. Es gibt auch andere Formate auch für Mütter, also Mama geht tanzen zum Beispiel. Ja, das ist eins der ganz großen, genau. Genau, gegründet in Nordrhein-Westfalen, gibt aber auch einen Ableger hier in der Region Südbaden. Wo ist da der Unterschied? Der Unterschied ist, dass wir eine lange Veranstaltung von nachmittags bis abends machen. Wir wollen wirklich viel Raum haben für Ankommen. Es ist auch immer so, die ersten anderthalb Stunden ist auf der Tanzfläche noch nicht so viel los, weil es müssen erstmal alle sich draußen unterhalten, sich beglitzern und alles andere machen, bis sie sagen so, und jetzt gehen wir auf die Tanzfläche. Mama geht tanzen hat, glaube ich, so ein Konzept von drei Stunden, meine ich. Und in diesen drei Stunden muss quasi irgendwie alles rein, was so ein Ausgehabend dann hergeben soll. Und das soll es bei uns nicht sein, von der Musik abgesehen, ja. Wie wählst du dann die DJs aus? Geht es da vor allem nach dieser Spannungskurve oder sind das auch alles dann Mamas, die DJs? Also bei den ersten beiden Raves haben tatsächlich noch Männer auch mit aufgelegt. Aber es war dann einfach nicht stringent Es ist der ganze Raum voll Frauen Und dann schweift der Blick und da oben steht irgendwie der Mann Das war nicht mehr richtig stimmig Deswegen sind wir seit dem dritten Raves komplett Flinter-DJs immer. Und Mama müssen die überhaupt nicht sein Das Wichtige ist, dass die in der Lage sind Ein Set zu spielen, das ein Anfang und ein Ende hat, Weil seit Corona ein bisschen der Trend dazu geht, es wird irgendwie ein Bassdrop nach dem anderen gespielt, die Tracks werden nicht lange ausgespielt. Also ich komme aus einer Zeit, wie sich das anhört, ich, Dinosaurier, komme aus einer Zeit, da waren Sets zwei, drei Stunden lang und die einzelnen Tracks hatten irgendwie sieben bis zwölf Minuten Länge und wurden schön ineinander reingeloopt. Man hat irgendwie den übernächsten Track schon beim vorletzten, so die ersten Töne davon gehört und hat sich darauf gefreut, dass der jetzt bald kommt. Das ist ein bisschen verloren gegangen. Das heißt, die DJs, die auf dem Mama Rave spielen, die können genau das. Bedeutet aber auch, wäre ganz gut, wenn ein DJ anfängt, dass man sich da am Anfang ein bisschen hinstellt und sich da mitnehmen lässt, weil natürlich das baut sich langsam auf und es erzählt einem eine Geschichte, wenn man dafür offen sein möchte. So werden die DJs von mir ausgewählt. Du hast mir erzählt, du hast es auch selber schon aufgelegt bei Mama Ralf. Wie fühlt sich denn das an? Ja, ich wollte schon mit 18 lernen, mit Vinyl aufzulegen. Aber das hat sich nie ergeben. War ja auch dann ziemlich in Beschlag mit anderen Dingen. Und nach meiner Trennung habe ich jemanden kennengelernt, der Lust und Zeit und Muße hatte, mir das digital wenigstens beizubringen. Das war schon für mich persönlich ein Riesenfortschritt, nicht mehr meine CDs brennen fürs Jahr. Also ich habe immer über die Jahre mit meinen Tracks des Jahres dann auf CD gebrannt, aber halt nicht als Compilation. Und dann war ja eben in der Anfangszeit, als sich das stabilisiert hat mit dieser Veranstaltung, wir hatten mal viel, wir hatten mal wenig Gäste. Und eben, die ersten anderthalb Stunden ist die Tanzfläche relativ leer und dann habe ich, ich möchte die DJs, die da sind, auch anständig bezahlen können. Da habe ich mir gesagt, also die ersten anderthalb Stunden, dann spiele ich da. Dann müsst ihr nicht für die leere Tanzfläche da spielen und könnt dann alles wirklich rauspulvern, was ihr so habt, wenn der Floor auch voll ist. Und wie sich das angefühlt hat, also... Ich habe ein bisschen Zuspruch von meinen Leuten gebraucht, dass ich das jetzt ruhig machen soll. Und habe mich dann getraut und das war natürlich ein tolles Erlebnis. Also es ist es ja, auf der anderen Seite zu stehen, das ist auch wahnsinnig. Schön, seine eigene Musik teilen zu können, mit der man viel verbindet. Und dann auch noch Rückmeldung zu bekommen. Es macht uns auch Freude, da mitzugehen. Echt ein schönes Erlebnis. Ja, das glaube ich. Dass es um Techno geht, sagt ja auch schon der Name Rave. Ja, das würde ich klar. Und das freut mich. Das ist nicht immer so klar, weil immer kommt immer die Frage, warum gibt es hier nur elektronische Musik? Das ist ein Rave. Rave ist ja durchaus aber auch, also kann konfliktbeladen sein, auch so dieser Begriff. Es gibt auch in Freiburg immer wieder Streit, weil eben Anwohner sich über die lauten Bässe beschweren. Darüber gibt es übrigens auch eine Folge von PZ am Ohr mit Julia Vosswinkel. Die ist Nachtmediatorin in Freiburg und hat ihre Masterarbeit zum Thema Raves geschrieben. Den Link findet ihr natürlich ich auch in den Show Notes. Kriegst du denn von diesen Konflikten auch was mit? Also mit meiner Veranstaltung natürlich nicht, weil ich nicht auf irgendwelchen Freiflächen veranstalte und in den Clubs beziehungsweise in den Locations, das normalerweise drinnen stattfindet und nicht draußen. Ich kann es aber natürlich nachvollziehen, dass Menschen sich davon gestört fühlen, wenn sie die ganze Zeit den Viervierteltakt hören. Ich weiß aber, dass gerade auf den Freiflächen, also die IG-Subkultur, die haben ein ganzes Konzept dafür, wie diese Filter ausgerichtet werden. Und wenn einzelne Kollektive da mal aus irgendwelchen Gründen vielleicht einen Fehler machen, dann darf man das wirklich nicht der kompletten Community da anlasten. Die sind wirklich wahnsinnig bemüht, dass beides nebeneinander koexistieren kann. Ja, sprechen wir über Geld. Ich glaube, den Mama-Rave jetzt insgesamt schon siebenmal. Die achte Ausgabe könnt ihr euch auch schon vormerken. Die kommt am 21. März im Waldsee in Freiburg. Wie viele Mamas, wie viele Frauen kommen denn so zu den Raves? Genau, nachdem wir die ersten zweimal so knapp über 100 waren, was hinterher eben ein bisschen Spendenaufruf, damit ich auf Null gekommen bin, gebraucht hat, waren wir beim dritten Rave, als ich den Kulturfondszuschuss beantragt hatte und auch bekommen habe für dieses Konzept. Vielen Dank nochmal hier an den Kulturfonds, dass sie dieses Konzept rein für Mamas und Frauen und Flinterpersonen so unterstützt haben. Da waren wir tatsächlich 500 von nah und fern. Bei der Veranstaltung war im Vorhinein auch viel Dinge zu klären. Die eine Frau hat eine Milchpumpenstation gebraucht, sie brauchte irgendwo einen ruhigen Ort, dass sie die Milchpumpe anschließen kann. Da war auch schon klar, wir brauchen unbedingt Snacks. Alle kriegen um sechs Hunger. Wir hatten zum Teil ihr Vesperbrot bei den ersten zwei Raves dabei. Deswegen gibt es bei unserer Veranstaltung auch immer was zu essen. Und dann hat sich so eingependelt zwischen 200 und 300. Also es ist immer so, weiß man nie so genau, was kommt. Aber da so in etwa kommen wir jetzt eigentlich immer raus. Und was kostet der Eintritt? Im Vorverkauf 15 Euro plus Vorverkaufsgebühr. Außer man ist schnell und schnappt sich ein Early-Bird-Ticket. Und an der Tageskasse sind es 17 Euro. Und damit kommst du auf Null raus oder verdienst du inzwischen auch schon was drin? Also das, was ich an Stunden reinstecke, das musste ich für den Kulturfondszuschuss mal ausrechnen, was ich eigentlich an Eigenleistung bringe, was wir übrigens auch an Eigenleistung mit dem ehrenamtlichen Team an Stunden mit reinbringen. Und ich wäre gerne mit meinen Stunden draußen und hätte die Kosten gedeckt. Das ist mal besser und mal schlechter. Und meistens sind die Veranstaltungen, die dann gut laufen, wie zum Beispiel die mit den 500 Personen oder auch diese Family & Friends Veranstaltung, auch ganz tolle Resonanz, die trägt dann immer das mit, was eben nicht so ganz läuft. Weil der größte Kostenpunkt sind tatsächlich die DJ-Gagen, Social Media, die Papierwerbung. Und die Miete für den Club. Wo haben denn die Ausgaben bisher so stattgefunden? Im Hans-Bunte-Areal waren wir bisher immer mit den reinen Mama-Raves, original Mama-Raves. Und jetzt waren wir einmal in der Flying Bar in Eschbach. Das war auch schön, obwohl wir da so weit vorm Schuss waren, waren wir da auch so um 140, 150. Das war richtig schön. Da gab es übrigens gar kein DJ-Equipment, also gar keine Anlage und nichts. Da haben wir alles selbst organisiert und mit hingebracht. Da haben wir eine tolle Function, One und Licht. Jetzt wissen wir, dass wir das auch können. Entsprechend waren die Kosten dann halt höher und jetzt werden wir eben demnächst im März im Waldsee veranstalten Und was sind so die Rückmeldungen von den Mamas? Bitte alle vier Wochen bitte noch ein Mitsing-Floor Also alles was in den Gästebüchern drinsteht ist auch extra mal die Ansage drin was können wir verbessern und so weiter deswegen war Snacks und manchmal sind Genre-Wünsche auch mit drin, also manche wollen Haartechno und ja da gibt es diverse Dinge, die nicht so leicht verwirklichbar sind, weil sie halt einfach wirklich nur einen kleinen Teil der Gästinnen betrifft. Weiß ich nicht, ob wir mit Harteck nur tatsächlich über sechs Stunden die Location füllen können. Aber die Rückmeldung ist eigentlich immer, ich fühle mich so aufgefüllt, ich fühle mich so leicht, ich fühle mich gewappnet für alles, was kommt. Es war einfach nährend und schön. Liebevoll. Also liebevoll steht auch oft drin. Deswegen ist inzwischen der Slogan Und auch Liebe ist der Lifestyle. Und bedeutet dir Feiern gehen heute was anderes als irgendwie Anfang 20? Das hat sich ein bisschen verändert und gleichzeitig ist es doch gleich geblieben. Also während es früher mit viel auch an die Grenze gehen zu tun hatte und Freiheit, das ganze Leben liegt vor dir bis 18, 20, du willst alles mögliche mitnehmen, Selbsterfahrungen und so weiter zu tun hatte, ist es jetzt immer noch ein Gefühl von Freiheit. Das, was auf dieser Tanzfläche sich da erschafft, fühlt sich sehr frei an. Frei von Ängsten, Blockaden und sonst irgendwas. Aber es ist ein Ausgleich geworden. Dieses sich ausdrücken und freitanzen können, das ist ein Ausgleich zu dem vielen Halten, Organisieren, Mittragen. Gerade emotional Aufs und Abs mit Kindern und so weiter. Es ist ein Ausgleich geworden, der wahnsinnig wichtig ist. Deine Kinder sind jetzt 10, 8 und 6. Was hören die denn für Musik? Also die waren inzwischen natürlich, also die kriegen ja mit, was ich mache. Und die kriegen ja auch mit, dass ich elektronische Musik auch vorher schon gehört habe, die haben auch mit, als ich angefangen habe zu mixen dann. Die waren auch schon mit dem Club aufbauen, weil sie es sich wieder orgatechnisch nicht anders hat machen lassen. Die hören tatsächlich querbeet alles Mögliche, aber alle sind auch schon an diesem Mixing, an meinem Mixer dran gestanden. Der Große hat sein erstes Set schon verwirklicht letztes Jahr. Der hat über den Sommer immer wieder, habe ich ihm Track shazam müssen, wenn wir im Auto unterwegs waren. Den will ich zu meinem Set, den will ich zu meinem Set. Und er hat es dann hinterher ausgewählt und tatsächlich auch entschieden, wie das nacheinander dann kommen soll. Und juhu, er hat einen schönen Spannungsbogen hingekriegt. Also die tanzen auch gerne, die singen gerne und sie freuen sich auch tatsächlich jetzt bei der Family & Friends Veranstaltung, das einfach mitmachen zu können. Ich war auch schon auf Day Raves mal mit ihnen hier in Freiburg. Aber das war jetzt natürlich noch mal was anderes, als dieser Mama Rave Ableger war. Und ansonsten ist da auch Deutschrap dabei und diese furchtbaren Shorts unterlegten Geschichten, was es da so gibt, Brawl Stars Songs, Es ist nichts, was bei mir ganz oben steht. Aber sie sind auf jeden Fall auch musikaffin. Und glaubst du, wenn sie erwachsen sind, geht ihr dann auch zusammen auf Raves? Das weiß ich nicht, ob sie darauf Lust haben. Ich fände es natürlich nett, wenn sie mich daran teilhaben lassen würden. Ich hätte meine Mutter tatsächlich immer gerne mitgenommen. Die ist bis jetzt noch auf kein Mama Rave gewesen. Das müsste ich eigentlich nochmal mit ihr ansprechen. Na dann. Genau. Aber mal sehen, wie sich das entwickeln wird. Vielleicht gehen sie ja auch einen ganz anderen Musikweg und das ist egal welchen Weg mit Musik. Musik ist einfach wichtig, der Ausdruck in Musik, egal ob im Tanzen, Singen oder im Instrumentspielen. Das macht einfach ganz viel mit einem, das wünsche ich ihnen. Wo sie mich dabei haben wollen, bin ich dabei und wo nicht, bleibe ich halt außen vor. Saskia, ich danke dir ganz herzlich, dass du da warst. Danke dir, Dora, für die Einladung. Das war BZ am Ohr, ein Podcast der Badischen Zeitung. Wenn euch die Folge mit Saskia gefallen hat, dann abonniert doch gern unseren Kanal. Lasst uns ein paar Sterne da oder folgt uns bei Instagram, dann verpasst ihr keine Folge mehr. Bis zum nächsten Mal bei BZ am Ohr.