Latest / Gin And Talk / Julia Shaw über Bisexualität, Vorurteile und Psychologie
Transcript
- 0:00Speaker 0: Bei bisexuellen Menschen ist es genau dasselbe.
- 0:02Speaker 0: Da hängt man direkt im Sex, obwohl ich meine, ich hab ja hauptsächlich nicht Sex!
- 0:06Speaker 0: Also mein Leben besteht ja haupziglich aus anderen Sachen und ab und zu habe ich dann mal Sex.
- 0:12Speaker 0: Und klar geht's da, was geht da um Liebe?
- 0:14Speaker 0: Ich fühle mich in
- 0:15Speaker 0: bzw.,
- 0:16Speaker 0: ich kann mich in mehrere Geschlechte verleben und verknallen und anäugeln und flirten und so seelisch mich verbinden mit Menschen und darum gehts ja hauwptsächlich sogar.
- 0:30Speaker 0: Das Wichtigste ist einfach, dass wir klar machen das Menschen-Bees sein dürfen und dass sie auch das Wort benutzen dürfen.
- 0:36Speaker 0: Das ist kein dreckiges Wort!
- 0:38Speaker 0: Ich habe schon ein bisschen Angst, dass jetzt ich reduziert werde auf dieses Thema aber ich hoffe es nicht und ich vertraue irgendwie dann doch der Menschheit, dass Sie es hinkriegen, dass ich immer noch krimineipsychologin bin.
- 0:50Speaker 1: Herzlich willkommen mein Name ist Daniel Fürk und bevor wir gleich in das Gespräch starten möchte ich kurz unseren heutigen Gast vorstellen.
- 0:57Speaker 1: Julia Shaw ist Rechtspsychologin, Wissenschaftlerin und Autorin.
- 1:01Speaker 1: Einer breiteren Öffentlichkeit wurde sie unter anderem durch ihre Bücher über das menschliche Gedächtnis, über Erinnerungen und die Psychologie des Bösen bekannt.
- 1:09Speaker 1: In ihrem neuesten Buch beschäftigt sich die in London lebende Deutsch-Kanadierinnen nun ausführlich mit Bisexualität und gibt dabei Einblicke an ein Thema, das in unserer Gesellschaft noch immer viel zu häufig tabuisiert wird.
- 1:21Speaker 1: Ich wollte von ihr wissen, was Bisexualität eigentlich genau ist.
- 1:25Speaker 1: Woher bifobie kommt?
- 1:27Speaker 1: Warum bei diesem Thema immer noch so viel Unverständnis herrscht und was man dagegen tun kann.
- 1:32Speaker 1: Bevor wir aber gleich starten – noch eine Bitte!
- 1:34Speaker 1: Wenn euch Genentalk gefällt folgt uns bei Spotify, Apple-Podcasts oder wo auch immer ihr gerne Podcast hört.
- 1:41Speaker 1: So verpasst ihr auch keine der folgenden Episoden.
- 1:44Speaker 1: Jetzt dabei viel Spaß beim Zuhören.
- 1:46Speaker 1: Schön dass ihr alle wieder mit dabei seid.
- 1:52Speaker 1: Eiskalte Drinks
- 1:53Speaker 0: und eine Menge Zeit für ein persönliches
- 1:56Speaker 1: Bargespräch.
- 1:58Speaker 1: Herzlich
- 1:59Speaker 0: willkommen an unseren Bartresen!
- 2:01Speaker 0: Herzlich Willkommen
- 2:03Speaker 1: zu einer neuen Folge Gin &
- 2:05Speaker 0: Talk.
- 2:07Speaker 1: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück und tauche ein in die verrucht düstere
- 2:13Speaker 0: Atmosphäre
- 2:14Speaker 1: unserer Studio-Bar.
- 2:23Speaker 1: Julia ich freue mich sehr dass wir uns heute hier in Berlin treffen können wenige Stunden vor deinem Buch-Präsentations-Event.
- 2:31Speaker 1: Du hast mir gerade erzählt, es ist komplett ausverkauft?
- 2:33Speaker 1: Wie aufgeregt bist du?
- 2:34Speaker 0: Ich bin total aufgereght!
- 2:35Speaker 0: Ich bin gespannt, wer alles im Publikum ist und ob's nur Bi-Menschen sind... ich weiß da kommen auch ein paar homosexuelle Menschen und ein paar Transmenschen das weiß ich schon.
- 2:44Speaker 0: ...und ja also so ein schönes Community Event aber hoffentlich nicht nur für die Community weil das war ja eigentlich auch Sinn des Buchs dass ich nicht nur bi-sexuelle Menschen ansprechen sogar auch Menschen, die sich als Hetero identifizieren.
- 2:59Speaker 0: Aber vielleicht auch was mit dem Thema anfangen können und auch mit dem Anfang sollten, finde
- 3:03Speaker 0: ich.".
- 3:04Speaker 1: Du hast dich intensiv mit diesem Thema beschäftigt nicht nur aus eigenem Interesse und eigener Erfahrung sondern auch wirklich wissenschaftlich.
- 3:12Speaker 1: ausschlaggebender Punkt war dass du irgendwann gemerkt hast es gibt gar nicht so viel Literatur dazu und vor allem nicht so viele leicht konsumierbare Literatur.
- 3:22Speaker 0: Genau!
- 3:23Speaker 0: Es gibt tatsächlich viel mehr Literatur am Anfang gefunden habe.
- 3:27Speaker 0: Aber das war ja das Problem, dass diese ganze Literatur dazu war wahnsinnig versteckt!
- 3:32Speaker 0: Also zum einen hinter paywalls.
- 3:34Speaker 0: also die akademische Literatur ist ja dann oft in akademischen Journalen versteckt und es ist natürlich auch eine ganz komplizierte Sprache zum Teil und man muss dafür immer zahlen.
- 3:47Speaker 0: Und die Bücher waren auch ganz oft entweder selber rausgebracht von Bi, Menschen oder halt ganz klein und ganz lokal.
- 3:55Speaker 0: Und Textbücher gab es auch ein paar aber auch da wieder.
- 3:57Speaker 0: das war dann so Zusammenfassungen von der sehr sehr akademischen Seite und meistens nur für einer Perspektive also nur aus der Psychologie oder nur aus den Naturwissenschaften oder nur Aus der Gesundheitsecke.
- 4:08Speaker 0: Was mir wichtig war als Psychologin oder Wissenschaftlerin ist das alles zusammenzufassen weil Ich bin Bee und klar, Coming Out Stories sind superinteressant und auch wichtig.
- 4:19Speaker 0: Aber ich will wissen was sagt die Wissenschaft dazu?
- 4:22Speaker 0: Wie ist unsere Geschichte?
- 4:23Speaker 0: Was kann ich da ... wie kann ich ganz viele Narrativen und Stimmen da reinbringen damit wir diese Geschichte auch fundiert erzählen können, die Bee-Geschichte?
- 4:33Speaker 1: Menschen, die sich nicht so intensiv mit dem Thema beschäftigen, die denken glaub ich meistens, ging's mir zumindest auch lange es ist irgendwie so beides also hetero Omosexuell und irgendwie alles so gemischt.
- 4:47Speaker 1: Und hab aber dann in einem Deiner Interviews gelesen, nee eigentlich ist es gar nicht, sondern das ist wirklich noch mal eine ganz eigene Geschichte.
- 4:56Speaker 1: Magst du vielleicht für diejenigen, die da draußen im Sitz zuhören und nur Bahnhof verstehen?
- 5:01Speaker 1: Weil sie denken ja, ich dachte auch, dass immer so.
- 5:04Speaker 1: Mal kurz erklären wie's wirklich is'.
- 5:06Speaker 0: Klar!
- 5:07Speaker 0: Also Bisexualität ist die romantische oder sexuelle Anziehung zum mehreren Geschlechtern.
- 5:13Speaker 0: Also das B ist auch nicht Männer und Frauen, also B heißt ja zwei.
- 5:16Speaker 0: Aber es sind nicht Männer oder Frauen sondern Menschen die beides homosexuelle und heterosexuellen Anziehungen haben.
- 5:23Speaker 0: aber das heißt nicht dass es einfach nur Fifty-Fifty ist.
- 5:28Speaker 0: ich kann dazu eine lustige Story erzählen weil diese Woche hatte ich einen Auftritt und da war.
- 5:32Speaker 0: neben mir gab's dann eine Vorstellung zum Thema Wein und es ging für den Sommer um Rosé Und der Weingüter hat dann ganz klar erzählt, nein man denkt ja manchmal das ist einfach eine Mischung aus rotem Wein und weißen Wein.
- 5:47Speaker 0: Aber es ist ein eigener Wein!
- 5:49Speaker 0: Ich musste denken... Ja so ist das bei Sexualität auch.
- 5:53Speaker 0: Man denkt das ist dann einfach so ne Mischungen aber es ist schon was Eigenes.
- 5:56Speaker 0: Es gibt eine eigene Geschichte, es gibt eigene Erfahrungen, es kommt eigene Forschung und das ist auch ganz wichtig dass wirklich anzusprechen wie es anders ist.
- 6:07Speaker 0: Klar Queer und der Regenbogen ist immer schön, wenn wir über uns als queere Community sprechen.
- 6:13Speaker 0: Ist auch ganz wichtig!
- 6:15Speaker 0: Aber darunter sind die Buchstaben auch unterschiedlich und haben unterschiedliche Erfahrungen.
- 6:19Speaker 1: Jetzt hast du ja für dich selbst schon ganz früh gemerkt, dass Du biebig bist?
- 6:24Speaker 1: Gab es da so einen Schlüsselmoment wo du gesagt hast weiß sicher, dass ich jetzt nicht entweder hetero oder homosexuell bin sondern das sich wirklich bieb.
- 6:33Speaker 1: Also gab es da so einen Moment wo du gemerkt hast ja da ist jetzt wirklich dieses Interesse auf für beide Geschlechter?
- 6:39Speaker 0: Wenn ich zurückdenke, muss ich an ein paar Momente denken.
- 6:42Speaker 0: Aber das ist alles im Nachhinein, wo ich so denke ... Ah!
- 6:45Speaker 0: Das war wahrscheinlich nicht bei allen Kindern so.
- 6:48Speaker 0: Zum Beispiel hatte ich eine Freundin und mit der hab ich ganz oft Haus gespielt.
- 6:52Speaker 0: So Mutter-Papa Kind.
- 6:53Speaker 0: Und es war halt ein Mädchen, dann haben wir Haus gespürt, die war immer der Vater.
- 6:59Speaker 0: Irgendwie fühlte sich das auch normal an, dass wir ein Haus sind.
- 7:03Speaker 0: Dass wir eine Familie sein können, obwohl wir zwei Mädchen.
- 7:07Speaker 0: Und ich weiß nicht, es kann sein, dass ganz viele das auch erleben.
- 7:10Speaker 0: Aber das war mir dann irgendwie schon klar.
- 7:14Speaker 0: und dann ... Ich hatte meine erste Freundin mit fünfzehn-sechzehn.
- 7:18Speaker 0: Dann hat meine Mutter mich gefragt, bist du denn jetzt lesbisch?
- 7:21Speaker 0: Ich sag nein!
- 7:23Speaker 0: Wir können uns bis heute nicht daran erinnern, ob ich gesagt habe, ich bin Bi oder das Wort benutzt habe.
- 7:28Speaker 0: Weil ich hatte keine Bi-Vorbilder.
- 7:30Speaker 0: Also ich kannte ... Kein Menschen, der Bi war.
- 7:32Speaker 0: Es war auch keine Out in den Medien.
- 7:34Speaker 0: Irgendwie war das von denen ich wusste ... Jetzt weiß ich Wolfgang Jupp zum Beispiel, war dann schon out als Bi.
- 7:40Speaker 0: Also es gibt Menschen aber sie sind nicht... Über sie wird nicht so gesprochen und dann ist es unsichtbar.
- 7:49Speaker 0: Aber Bi-Altsbegriff habe ich auf jeden Fall mindestens seit dem ich zwanzig bin ungefähr benutzt.
- 8:01Speaker 0: Öffentlichkeitswelt, also in den Medien mit neunundzwanzig erst.
- 8:06Speaker 0: Und das habe ich gemacht weil mir klar wurde dass Sichtbarkeit auch sehr wichtig ist.
- 8:10Speaker 1: Woran liegt es dann eigentlich, dass wir immer noch gesellschaftlich in vielen Bereichen so tun als wäre heterosexuell so das Normativ was normal ist?
- 8:23Speaker 1: Also Kann man auch vorstellen, es gibt immer noch wahrscheinlich viele Eltern die hoffen.
- 8:28Speaker 1: Hoffentlich ist mein Sohn meine Tochter irgendwie hetero und kommt nicht auf die Idee da irgendwie... Also es ist ja immer noch dieses... Viele haben immer noch diese eigenartige Störgefühl was eigentlich völlig deplatziert und unangebracht ist.
- 8:42Speaker 1: aber woran liegt das dann eigentlich?
- 8:44Speaker 1: Es ist ja jemand nicht ein schlechterer Mensch oder irgendwie ein minderwertigerer Menschen nur weil er eine andere Selbst.
- 8:54Speaker 1: das ist schon wieder falsch, wenn ich sage eine andere.
- 8:56Speaker 1: Aber seine persönliche Art der Sexualität auslebt müsste doch eigentlich jedem vollkommen frei stehen und wahrscheinlich hat man ja auch gar nicht so richtig ... selbst die Wahl, weil das ist ja irgendwie in einem drin.
- 9:13Speaker 0: Es ist in einem drinnen und die Sozialisierung ist natürlich auch wichtig.
- 9:16Speaker 0: also dass man sagt auch Kindern erklärt es gibt alles mögliche und hier sind die Options quasi hier ist der Regenbogen so sieht's aus und so kann man das auch erleben.
- 9:25Speaker 0: und diese Identitäten und das sind die Begriffe die kann man alle haben Und zu sehen familienstrukturen Ausricht, ich kann ja weitererzählen.
- 9:32Speaker 0: Aber das ist natürlich ganz wichtig und da gibt es auch Forschung zum Thema Bee, dass da... Auch wenn über Homosexualität gesprochen wird oder queere Themen, dass dann auch wieder das Thema Bee einfach gar nicht vorkommt!
- 9:43Speaker 0: Ich glaube die Lücke merken ganz viele nicht weil man sieht ja nicht was nicht da ist.
- 9:47Speaker 0: Wenn keiner über Bisexualität spricht, ist es irgendwie... Man denkt, das ist so mit im Begriffen?
- 9:51Speaker 0: Ist es ja
- 9:51Speaker 0: auch?!
- 9:53Speaker 0: Es ist ja drin, aber dennoch überspringen wir den Buchstaben ganz oft im echten Gesprächen.
- 9:59Speaker 0: Aber was die Geschichte angeht und warum diese Heteronormativität so prägend ist auch für viele Menschen?
- 10:06Speaker 0: Ich habe ein Master in Queer History gemacht an der Goldsmiths University in London.
- 10:12Speaker 0: Das ist der einzige Master, den es gibt über Queer history Und da hab ich ganz viel gelernt Geschichte von bisexuellen Menschen, aber vor allem auch wie Homophobie exportiert wurde.
- 10:27Speaker 0: Also wir haben v.a.
- 10:29Speaker 0: auch Homophoby von der Kirche gelernt in Deutschland also wie eine Familie aussehen soll.
- 10:35Speaker 0: da gab es ganz stricke gibt es immer noch ganz strikte Ideen von und alles andere war ja abartig alles andere nicht moralisch okay das war ja pervers richtig man geht dafür in die Hölle.
- 10:47Speaker 0: Also, es war ganz klar.
- 10:49Speaker 0: Und das gibt's natürlich immer noch in vielen Ländern und diese Homophobie hat die Kirche dann muss ich auch sagen also nicht nur die Kultur sondern die Kirchen selber exportiert.
- 10:58Speaker 0: und die Länder, die inzwischen vor allem die christlichen Länder sind zum Beispiel Afrika wie Uganda haben das immer noch weil sie halt wahnsinn christliche Länder sind.
- 11:08Speaker 0: und diese homophobien haben wir ihnen aber gegeben Deutschland, aber auch England natürlich.
- 11:15Speaker 0: Und dann muss man sich auch noch daran erinnern.
- 11:18Speaker 0: Weil jetzt kann man so einfach draufschauen auf diese Länder ... Da schreibe ich ja auch drüber in den Buch und sage das ist rückwärts!
- 11:26Speaker 0: Die müssen sich ändern und da kann man ganz schnell rassistische Argumente daraus machen.
- 11:31Speaker 0: Da muss man wahnsinnig, wahnsinnzig aufpassen weil wir sind der Grund dass sie mit Sexualität umgehen.
- 11:37Speaker 0: Das war vor uns.
- 11:38Speaker 0: vor der Colonisation hatten die auch Ganz andere Ideen von Sex und Gender.
- 11:42Speaker 0: Und ich find's ganz interessant, diesen Hintergrund zu sehen.
- 11:45Speaker 0: Aber deshalb heteronormativität ist vor allem auch von der Kirche.
- 11:50Speaker 1: Jetzt sitzen wir hier so im sehr aufgeschlossenen Berlin in einem Land, in dem inzwischen auch sehr viel gesellschaftlich akzeptiert ist was ... vielleicht fünfzig Jahren noch ganz anders aussah.
- 12:05Speaker 1: Du hast das gerade schon angesprochen, es gibt aber ganz viele Länder in denen sind diese ganzen Themen immer noch nicht nur Tabuthemen sondern sogar Straftaten für die man teilweise im Gefängnis landet.
- 12:18Speaker 1: wie geht's dir damit?
- 12:19Speaker 1: Ich habe in einem Interview mit dir gelesen du hattest auch selbst mal eine Erfahrung in einem dieser Länder wo Ja, so ein bisschen Haarscharf knapp wurde.
- 12:31Speaker 1: Ist das was für dich... Also dieses Privileg?
- 12:36Speaker 1: Dass wir hier im Westen wobei es auch schon wieder schwierig ist aber hier im westen irgendwie haben dass wir darüber ausso offen diskutieren können und uns damit auch so offen beschäftigen können ohne irgendwelche Konsequenzen im ersten Schritt zumindest mal fürchten zu müssen.
- 12:54Speaker 1: Über Vorurteile usw.
- 12:55Speaker 1: können wir gleich noch mal reden, aber...
- 12:57Speaker 0: Ich weiß gar nicht, ob es Sinn macht die Welt in den Westen und den Nichtwesten aufzuteilen was ... Sexualitätsnormen angeht.
- 13:04Speaker 0: Zum einen ist ja Australien auch ziemlich offen für sowas, aber es gibt Länder in Südamerika, die auch ziemlich offensin sind und welche sehr zu sind.
- 13:13Speaker 0: Auch da spielt die Kirche eine Rolle.
- 13:16Speaker 0: Das Land, wovon du sprichst?
- 13:17Speaker 0: Das war Pakistan natürlich im Islam also nicht alle Menschen, die muslimisch sind, viele sehen immer noch Homosexualität als eine Sünde und dementsprechend auch Bisexualität vor allem wenn man dann mal sich homosexuell in einer Beziehung gibt oder homosexuellen Sex hat.
- 13:33Speaker 0: Aber ich glaube, wir müssen ganz vorsichtig sein mit dem Westen.
- 13:37Speaker 0: Weil auch im Westen ... Sieht ihr Ungarn an?
- 13:40Speaker 0: Da kann es wieder rückgängig werden und illegal werden ist es teilweise, dass es vom Staat verfolgt wird auf unterschiedliche Art und Weise.
- 13:49Speaker 0: Klar ist das nicht eine Straftat, wo jetzt die Todesstrafe ... wo man die Todesstrafe für bekommt in den meisten Ländern.
- 13:56Speaker 0: Aber es kann trotzdem negative Konsequenzen kommen, man kann dafür ins Gefängnis kommen.
- 14:01Speaker 0: Es gibt, es gab, es gibt wahrscheinlich immer noch LGBT-Free Zonen.
- 14:06Speaker 0: Ungarn in Amerika wird auch wieder jetzt Tabuthema, dass man überhaupt schwul sagt.
- 14:11Speaker 0: Also don't say gay!
- 14:13Speaker 0: Ich meine das sind nicht Themen die jetzt plötzlich weg sind nur weil wir im Westen sind und auch hier in Berlin in dieser ich habe ich jetzt vor kurzem den Begriff zum ersten mal gehört In der Regenbogen Hauptstadt.
- 14:26Speaker 0: Hier gibt es auch ganz viele Ecken und ganz ganz viele Menschen Die nicht so offen sind für queere Themen Und sie in Communities sind, wo wenn man queer ist leiden.
- 14:37Speaker 0: und das dürfen wir nicht unterschätzen.
- 14:39Speaker 0: Und dieses Gespräch muss weitergehen weil es ist nicht einfach irgendwann vorbei.
- 14:43Speaker 0: Das sieht man ... Wenn man sich die Geschichte anschaut kommt das in Wellen dann müssen wir wahnsinnig mit aufpassen kann wieder rückgängig gemacht werden und vor allem Es wird immer weitere queere Leute geben!
- 14:53Speaker 0: Es wird ja immer irgendwie angehen und dementsprechend immer weiter drüber sprechen.
- 14:58Speaker 1: Jetzt bist du ja auch Psychologin Kannst Du erklären wie diese Angst diese Homophobie in den Köpfen der Menschen entsteht.
- 15:07Speaker 1: Also, wo kommt das denn her?
- 15:09Speaker 1: Diese Angst, diese Distanz die viele Menschen nach wie vor zu diesen Themen aufbauen wollen?
- 15:16Speaker 0: Es geht vor allem darum... also ich glaube da ist auch zweifältig.
- 15:20Speaker 0: zum einen Weil es oft Witze gibt über, das ist doch super Schwul oder that's so.
- 15:28Speaker 0: gay gibts auch auf Englisch.
- 15:30Speaker 0: Als ich Jugendliche war, war da immer noch der, ah it´s so gay!
- 15:34Speaker 0: Das war was Negatives.
- 15:35Speaker 0: Also Schwul-Seit und homosexuelle Sachen waren negativ.
- 15:38Speaker 0: Und bei Bisexualität, und das hört man ja leider immer noch sehr oft Wenn ich sage Ich bin bi dann kommt direkt Fragen zum Thema Dreier und zum Thema, ich finde auch alle gut.
- 15:49Speaker 0: Und da geht es dann in Richtung Hypersexualisierung wie das genannt wird wo dann Frauen vor allem einfach als Sexobjekte gesehen werden und das kann dann auch zu Straftaten zB führen.
- 15:59Speaker 0: also es gibt ganz viele Folgen von dieser Bifobi auch.
- 16:04Speaker 0: Wie gesagt, noch was Eigenes.
- 16:05Speaker 0: Also auch da Homophobie kann ich natürlich auch erleben wenn ich mit einer Frau unterwegs bin und jemand sieht das.
- 16:13Speaker 0: aber bifobi kann man auch erlebten.
- 16:15Speaker 0: also Ich bin jetzt zum Beispiel in einer Beziehung mit einem Mann im Moment Und Da Kann Dann Auch Bifobi Kommen.
- 16:20Speaker 0: Du Kannst doch Nicht treu Sein und Das ist ja hat Ja Nichts.
- 16:23Speaker 0: Es Ist Ja nicht weil Ich Läsbe Spiele Ich.
- 16:25Speaker 0: Man Vermutet Ja Nicht Dass Ich homosexuell Bin dass Geht es nur Weil Ich bi Bin.
- 16:30Speaker 0: und Woher Kommt das?
- 16:34Speaker 0: Ich glaube, es haben sich sehr viele Menschen noch nicht die wichtigen und richtigen Fragen zum Thema Sexualität gestellt.
- 16:43Speaker 0: Selber!
- 16:45Speaker 0: Ich sehe auch Biphobie – das hat nichts mit mir zu tun.
- 16:47Speaker 0: Das hat immer mit den Menschen zu tun der die Biphobi hat natürlich.
- 16:50Speaker 0: Und das ist bei Homophobie genau dasselbe.
- 16:53Speaker 0: Und ich glaube man hat Angst vom anderen und man hat auch Angst was man vielleicht in sich selber trägt.
- 16:59Speaker 0: Und wenn man das noch Entdeckt hat, beziehungsweise noch nicht tief drüber nachgedacht hat.
- 17:03Speaker 0: Kann das auch erschreckend sein?
- 17:05Speaker 0: Was finde ich denn hier vielleicht, wenn ich mir diese Fragen stelle?
- 17:09Speaker 0: Und ich glaube daher kommt es.
- 17:10Speaker 0: Ich glaub, dass ist ein bisschen Angst vor der eigenen Entdeckung.
- 17:13Speaker 1: Ich habe auch oft das Gefühl immer, wenn's um weitestens sind, auch queere Themen geht ... Es wird immer sexualisiert!
- 17:20Speaker 1: Also es wird eigentlich gar nicht über Emotionen, Gefühle gesprochen, sondern es wird irgendwie immer nur darüber gesprochen wer jetzt mit wem wie ins Bett geht.
- 17:29Speaker 1: Wo kommt das denn her?
- 17:30Speaker 1: Also das ist doch eigentlich vollkommen bescheuert und wird ja dem gefühltsleben eines Menschen überhaupt nicht gerecht.
- 17:37Speaker 0: Ich glaube weil da zum einen die scare tactics also diese ganzen auch homophobischen Messages, die wir ein Leben lang schon gehört haben.
- 17:46Speaker 0: Auch auf unterschiedliche Art und Weise natürlich.
- 17:49Speaker 0: Aber da geht es immer um Sex.
- 17:50Speaker 0: Da geht's ja um den Akt ganz oft.
- 17:52Speaker 0: Und der Akt ist ekelhaft!
- 17:54Speaker 0: Wie machen sie das überhaupt?
- 17:55Speaker 0: Bei Frauen ist ja auch so... Ich verstehe das logistisch gar nicht!
- 17:58Speaker 0: Ist ja gar nicht
- 17:58Speaker 0: Sex?!
- 17:59Speaker 0: Also da gibt´s ja einfach Aufklärung ... gemacht haben, ich glaube in den Schulen und ich weiß auch in vielen Schulen ist es jetzt besser geworden dass man auch mal drüber spricht.
- 18:09Speaker 0: Sex ist nicht unbedingt auch Penetration.
- 18:12Speaker 0: also da gibt's ganz viele Sachen die zum Sex dazugehören und Beziehungsstrukturen sind aufwichtig von Familienstruktoren und Liebe und Konsens und nicht nur was das Physische angeht.
- 18:24Speaker 0: Also da glaube Wir gehen in eine gute Richtung mit solchen Themen, aber wir haben noch sehr viel zu tun.
- 18:31Speaker 0: Und klar bei bisexuellen Menschen ist es genau dasselbe.
- 18:33Speaker 0: Da hängt man direkt im Sex, obwohl ich meine, ich hab ja hauptsächlich nicht Sex!
- 18:38Speaker 0: Also mein Leben besteht ja haupziglich aus anderen Sachen und ab und zu habe ich dann mal Sex.
- 18:44Speaker 0: Klar geht's da, es geht um Liebe.
- 18:46Speaker 0: Ich fühle mich beziehungsweise ... Ich kann mich in mehrere Geschlechte verleben und verknallen anäugeln und flirten.
- 18:54Speaker 0: Und so seelisch mich da verbinden mit Menschen, darum geht es ja hauptsächlich sogar.
- 19:01Speaker 1: Du hast gerade auch das Thema Schule angesprochen.
- 19:03Speaker 1: Eine Freundin von mir hat gerade ein Start-up gegründet, dass ein Vereinfach gesagt ein Social Network für Erwachsenen innehalte ... baut, die aber quasi fair produziert werden und gleichzeitig auch noch das Thema Sex Education mit in Angriff nimmt.
- 19:20Speaker 1: Weil sie sagt wenn sie auf sich selbst zurückschauten ihre eigene Erfahrung aus der Schule zurückschaute dann wüsste sie eigentlich nicht mal genau wie man überhaupt irgendwie einen Kondom überzieht.
- 19:32Speaker 1: also sind wir da Auch in der Schulbildung immer noch viel zu prüde.
- 19:37Speaker 1: ich kann mich noch erinnern damals Da wird dann irgendwie so ein fünfundreißig mm.
- 19:40Speaker 1: Film in so'nen alten Projektor eingelegt.
- 19:43Speaker 1: Wir haben das
- 19:44Speaker 0: dann so reingereut.
- 19:45Speaker 1: Genau,
- 19:46Speaker 0: genau!
- 19:46Speaker 0: Da kann der Fernseher ...
- 19:47Speaker 1: Ich weiß nicht wie es heute ist, aber wahrscheinlich inhaltlich hat sich da gar nicht so viel getan oder?
- 19:53Speaker 0: Doch doch, da hat sich was getan.
- 19:55Speaker 0: Also absolut hat sich etwas getan.
- 19:57Speaker 0: auch Kinderbücher sind jetzt ganz anders.
- 19:58Speaker 0: Es gibt mehr Kinderbütchers im Thema Queer.
- 20:00Speaker 0: Aber du hattest noch eine Frage.
- 20:01Speaker 0: ich lass dich noch ausschmeiden.
- 20:02Speaker 0: Ja,
- 20:03Speaker 1: genau das war eigentlich schon lief.
- 20:04Speaker 1: also darauf wollte ich hinaus müssen wir vielleicht noch mehr tun?
- 20:08Speaker 1: oder was müssten wir es vielleicht auch breiter aufmachen das Thema in den Schulen um eben nicht nur über Heterosexualität zu sprechen, sondern die ganze Bandbreite auch mal irgendwo abzubilden.
- 20:20Speaker 0: Ja das müssen wir und das ist ja genauso wie bei anderen Themen was Minderheiten angeht also ob es Thema Rassismus ist oder Menschen mit Behinderung ist, ob es Sexualität ist.
- 20:32Speaker 0: also Sichtbarkeit in der Schule in allen Disziplinen ist wichtig, also dass man nicht nur drüber spricht und auch Frauen.
- 20:40Speaker 0: Ich meine eine lange Zeit, ich hab auch in der Psychologie ... Also es waren ja Mann, Mann, Man, Mann!
- 20:44Speaker 0: Also man hat ja kaum über die Frauen gesprochen, die natürlich auch großartige Studien und großartigen Thesen geschrieben haben.
- 20:52Speaker 0: Und wir kommen ja gerade erst bei den Frauen an.
- 20:55Speaker 0: immer noch nicht genug muss er dazu sagen, auch Sachbücher.
- 21:00Speaker 0: Die Statistik ist total deprimierend.
- 21:02Speaker 0: Ich glaub irgendwie zwei aus zwanzig, also einer in zehn.
- 21:05Speaker 0: Von Sachbüchern wird von einer Frau geschrieben.
- 21:07Speaker 0: Das muss auch nur den Kopf schütteln.
- 21:10Speaker 0: und das ist bestimmt nicht, weil Frauen nichts zu sagen haben oder weil Frauen keine Bücher schreiben wollen sondern das System ist immer noch sehr Männerdominiert.
- 21:19Speaker 0: Und dass es in der Wissenschaft genauso, das sind vielen Bereichen genau so.
- 21:23Speaker 0: aber was wir sehen in zum Beispiel Kalifornien da gibt es jetzt vom Staat den Mandate also Pflicht, dass LehrerInnen auch über Sexualität und Themen von Race zum Beispiel angehen.
- 21:39Speaker 0: Im normalen Curriculum also in den normalen Klassenzimmern nicht nur im Sex-Ed.
- 21:45Speaker 0: Also es geht halt dann in der Geschichte das man auch mal sagt, ah übrigens sie war Bi und er war Das und hier ist eine Transperson.
- 21:52Speaker 0: Und hier auch ganz wichtig, dass wir auch schwarze Stimmen haben Menschen auch darstellen in den unterschiedlichen Disziplinen.
- 22:02Speaker 0: Weil nur so sehen Kinder, die halt selber auch ... ihre eigenen Identitäten alle haben, dass sie vielleicht auch Wissenschaftlerin werden können?
- 22:12Speaker 0: Dass Sie vielleicht auch die Geschichte schreiben können!
- 22:14Speaker 0: Sie können auch tolle Sachen tun und das ist doch inspirierend und das wollen wir für unsere Kinder.
- 22:19Speaker 1: Jetzt gibt's ja diese ganzen ... Sprüche mit irgendwie ein bisschen B schadet nie und irgendwie ist ja jeder ein bisschen bieh.
- 22:26Speaker 1: Und all diese diese sprüche wie wie denkst du denn dazu?
- 22:30Speaker 1: Also ich weiß, du hast in einem Gespräch oder in mehreren Gesprächen immer mal wieder gesagt Ja, irgendwie hast du schon auch das Gefühl und Studien gibt es ja auch dass ein großer Teil der Menschen auch wirklich bi ist ohne es vielleicht auszuleben.
- 22:43Speaker 1: was sagst du da so oder wie test du dazu?
- 22:46Speaker 0: Ich glaube das.
- 22:47Speaker 0: Also ich weiß von den Statistiken, dass sich viele Menschen auf jeden Fall nicht als hundertprozent heterosexuell oder hundertpozent homosexuelle einstufen.
- 22:56Speaker 0: Auf der sogenannten Kinseskala, die ist von null bis sechs gibt es ganz viele Menschen, die sagen, ich bin irgendwo in der Mitte.
- 23:04Speaker 0: Ich find vielleicht meistens minderattraktiv, aber manchmal eine Frau oder meistens Frauen attraktiv.
- 23:08Speaker 0: Oder ich finde gleichermaßen gut, sagt man ja auch manchmal.
- 23:13Speaker 0: Ich bin Fifty-Fifty und kommt auch in Lyriken übrigens Zuhört kommen dann ab und zu so Bi-SängerInnen, die auch selber sagen, da kommt das an.
- 23:23Speaker 0: Das ist meistens auch daran gelehnt.
- 23:26Speaker 0: Und diese Kinsyskala gibt's schon seit Ende der vierziger Jahre, weil der Alfred Kinsey war Naturwissenschaftler und er hat Studien rausgebracht über das Sexualleben der Amerikaner.
- 23:37Speaker 0: Also es war in den USA und er wollte nur klassifizieren.
- 23:41Speaker 0: also es ging gar nicht ums Moralische, hatte keine politischen Ansätze, ging einfach darum... Für wen interessieren sich die Menschen?
- 23:48Speaker 0: Wie sieht menschliche Sexualität aus.
- 23:50Speaker 0: Daher kommt auch, dass ein bisschen B schadet.
- 23:52Speaker 0: nie oder jeder ist ein bisschen b, weil er gefunden hat das ungefähr fünfzig Prozent vor allem der Männer.
- 24:00Speaker 0: Er hatte sie als bi oder so ähnlich klassifiziert nicht mit dem Etikett aber hat halt auch gesagt, dass sie auf Homosexuell und heterosexuelle Romantische und sexuelle Fantasien schon mal Erfahrung hatten.
- 24:15Speaker 0: Und da, was ich total interessant finde, was sich jetzt statistisch auch geändert hat ist bis zu den Siebzigerjahren war es immer doppelt so viele Männer wie Frauen die B sind.
- 24:25Speaker 0: Jetzt ist ja ganz klar, die Annahme auch viel mehr Frauen sind B als Männer.
- 24:30Speaker 0: aber das hat sich geflippt und das ... So ganz warum weiß ich nicht?
- 24:35Speaker 0: Aber jetzt sind tatsächlich doppeltsoviele Frauen, die sich als B identifizieren als Männer vielleicht weil mehr der B-Männer sich jetzt als schwul identifiziert.
- 24:42Speaker 0: vielleicht who knows Das ist auf jeden Fall, diese Annahme ist neu.
- 24:47Speaker 0: Dass es jetzt immer die Frauen
- 24:48Speaker 0: sind.".
- 24:49Speaker 1: Aber dass das dann nicht ausgelebt wird, liegt dann wirklich auch eigentlich an kultureller gesellschaftlicher Prägung, an Angst und Berührungsängsten, der Angst der Verurteilungen vor Urteilen all diese Dinge oder?
- 25:05Speaker 1: Weil wenn wir uns von all dem freimachen würden, dann gibt's ja eigentlich keinen Grund.
- 25:10Speaker 1: Wenn ich vielleicht irgendwie ... Wie Fantasien-Gefühle, wie auch immer habe.
- 25:16Speaker 1: Dass ich es dann mal ausprobieren würde oder?
- 25:17Speaker 0: Ich glaube wenn so viele Rom-Comes Romantic Comedy's gäbe zum wo es auch bisexuelle Menschen gäbe die sich in Menschen verlieben egal was sie gar schlecht ist und wir mit sowas aufgewachsen wären hätten wir eine ganz andere Idee von auch wie Beziehungen sein können.
- 25:33Speaker 0: also das war ja für ganz viele auch was ich interessant finde ganz viele die vielleicht homosexuelle Fantasien haben, die sich aber selber als heterosexuell bezeichnen.
- 25:43Speaker 0: Ganz viele von ihnen sagen ja ... Aber ich weiß, ich bin nicht bio oder schwul oder lesbisch weil ich kann mir keine Beziehung vorstellen!
- 25:53Speaker 0: Also ein bisschen was zu küssen und so kann ich mir vorstellen, aber eine Beziehung kann nicht mehr.
- 25:57Speaker 0: Das ist der Knackpunkt!
- 25:59Speaker 0: Und ich muss dazu einfach sagen ja klar kannst du dir keine Beziehungen da zu vorstellen hast es ja auch noch nie gesehen.
- 26:04Speaker 0: also es gibt ja keine Vorlage und wenn man keine vorlage hat das ist ganz schwer.
- 26:09Speaker 0: da muss schon kreativ sein oder schon mal gelebt haben um das wirklich zu sehen oder Freunde und Familie haben die das die offen b sind.
- 26:15Speaker 0: Ja also da gibts immer noch viel zu tun.
- 26:19Speaker 0: Aber die Idee dass ja die meisten Menschen B sind Vielleicht, dass es die soziale Prägung ändert bestimmt.
- 26:28Speaker 0: Aber das Wichtigste ist einfach, dass wir klarmachen, dass Menschen wie sein dürfen und dass sie auch das Wort benutzen dürfen.
- 26:36Speaker 0: Das ist kein dreckiges Wort!
- 26:37Speaker 0: Ein
- 26:37Speaker 1: guter Freund von mir der gleichzeitig auch einer unserer Podcast Hosts ist.
- 26:43Speaker 1: Liebe Grüße an Alex an dieser Stelle.
- 26:46Speaker 1: Er lebt offen schwul und sagt immer naja.
- 26:50Speaker 1: Aber warum ist das eigentlich ein Thema?
- 26:52Speaker 1: Also ich jetzt zum Beispiel laufe ja auch nicht die ganze Zeit irgendwie rum und muss mich eben erklären, dass ich heterosexuell lebe.
- 27:02Speaker 1: Warum wird eigentlich von einem homosexuell oder bisexuell lebenden Menschen erwartet, dass er sich dazu immer erklärt und das man sich outet?
- 27:13Speaker 1: Und heterosexuelle Menschen outen sicher auch nicht.
- 27:17Speaker 1: Das erwartet niemand von ihnen.
- 27:20Speaker 1: Aber irgendwie ist die Meinung immer jeder der eben nicht heteronormativ lebt muss sich dazu auch irgendwie erklären.
- 27:30Speaker 0: ist es und ich schreibe in meinem buch wie auch darüber weil ich Es ist mir ganz wichtig, in dem Buch auch immer wieder über Hetero-Sexualität zu sprechen.
- 27:41Speaker 0: Weil wir tatsächlich ... Die Norm muss man nicht erklären, alles andere muss man erklären!
- 27:45Speaker 0: Das ist total da blöd sein.
- 27:46Speaker 0: Also was Hetero Sexualität isst und wie viele Menschen die Hetero sind... Und ich mach immer den Wiss.
- 27:51Speaker 0: Es gibt sehr viele Menschen, die Hetere sind, die sich aber nicht so benehmen, nicht so behalten.
- 27:56Speaker 0: Die dann trotzdem Sex mit Männern haben oder sagen, nein, ich bin hundertprozent Hetero.
- 28:01Speaker 0: Also das darf man ruhig hinterfragen, was das heißt für denen?
- 28:06Speaker 0: Und ob es überhaupt das Richtige ist.
- 28:08Speaker 0: Aber bei einem Kapitel über die, dass die meisten bisexuellen Menschen heimlich leben immer noch, also die wenigsten Bee-Menschen sind out und auch viel weniger Bee-menschen als zum Beispiel lesbische und schwule Menschen, also ungefähr halb so viele Bee- Menschen sind out.
- 28:25Speaker 0: Und nochmal weniger Männer!
- 28:27Speaker 0: Also Bee-Minner Die Zahlen sind katastrophal, wie viele aus sind.
- 28:31Speaker 0: Auch zu ihren Geliebten.
- 28:34Speaker 0: Also innerhalb der Familie, innerhalb Partner schaffen sogar nicht.
- 28:39Speaker 0: Da gibt's ganz viel, die nicht out sind.
- 28:40Speaker 0: und da wollte ich aber auch erst mal das Thema warum heißt es denn eigentlich Coming Out?
- 28:45Speaker 0: Was ist denn ... Woher kommt das eigentlich?
- 28:47Speaker 0: Und warum heißes Straight und Gay?
- 28:49Speaker 0: und woher kommen diese ganzen Begriffe?
- 28:52Speaker 0: Das hab' ich in meinem Masterstudium auch gelernt dass die sogenannte Narrative des Schranks Man sagt ja, I'm coming out of the closet.
- 29:02Speaker 0: Die Narrative des Schrankes ist gar nicht so unpolitisch.
- 29:06Speaker 0: und wie du sagst es gibt ganz viele Menschen die sagen Warum soll ich mich hier offenbaren?
- 29:13Speaker 0: Wenn ich nicht sage, dass ich bi bin und wenn man das nicht über mich weiß, werde ich direkt als Lübder bezeichnet.
- 29:17Speaker 0: Wenn ich dann irgendwann später mich oute.
- 29:20Speaker 0: Und es sollte sich entweder jeder outen oder irgendwie, dass Ich mich jetzt versteckt habe die ganze Zeit ist auch blöd sind.
- 29:27Speaker 0: Da sehe ich auch viel Sinn drin.
- 29:29Speaker 0: allerdings weil es immer noch die Annahme gibt.
- 29:33Speaker 0: Jeder ist hetero bis es bewiesen ist, dass er's nicht ist.
- 29:35Speaker 0: oder sie brauchen wir immer noch Die Sichtbarkeit.
- 29:38Speaker 0: also Outings sind wichtig und ich würde auch einfach sagen, wenn ihr es könnt.
- 29:43Speaker 0: Und vor allem, wenn Ihr B-Seit aber natürlich auch mit anderen Identitäten seid sichtbar das macht was aus und Ich kann's jetzt zum Beispiel und ich hätte das als Teenagerin das wäre so wichtig gewesen für mich und dass Wenn man selber die Macht hat da gibt dann auch ein bisschen die Macht an die dies nicht haben.
- 30:02Speaker 0: und das ist glaube ich Da müssen wir immer noch dran arbeiten an der Sichtbarkeit
- 30:07Speaker 1: wenn wir mal so eine utopische Zukunftsvision spinnen.
- 30:12Speaker 1: Wäre es eigentlich nicht schöner, wenn wir irgendwann mal in einer Zeit leben wo wir überhaupt nicht in diesen Kategorien denken müssten weil irgendwie alle Menschen sind und vielleicht fühlt sich da einmal dem Menschen und mal den Menschen egal unabhängig von irgendwelchen Geschlechtern hingezogen und kann das offen ausleben.
- 30:28Speaker 1: also eigentlich wäre es doch viel schöner wenn wir in der Welt kommen würden oder in eine Zukunft kommen würde wo wir diese ganzen kategorieren gar nicht mehr brauchen.
- 30:36Speaker 0: ja Das wäre schön.
- 30:37Speaker 0: Allerdings Identitätsetiketten können ja auch immer noch hilfreich sein, weil ich damit auch kommuniziere was ich suche und also dass ich zum Beispiel wenn ich sage Ich bin queer, was ich ja auch manchmal sagen, weil das ist für mich der Oberbegriff inzwischen geworden, für viele andere ja auch.
- 30:53Speaker 0: Das hilft nicht unbedingt!
- 30:54Speaker 0: Weil okay, wenn ich jetzt eine Frau bin interessiert sie sich an mir?
- 30:59Speaker 0: Ist die vielleicht trans?
- 31:00Speaker 0: Was ja auch.
- 31:01Speaker 0: Wie gesagt, es kann ja auch schön sein, wenn das so ein bisschen abstrakter ist.
- 31:05Speaker 0: Aber das hilft mir jetzt nicht beim Dating!
- 31:08Speaker 0: Es hilft schon mehr, wenn ich sage Ich bin bi, damit es klarer was ich möchte und was ich auch mit dieser Identität vielleicht erreichen möchte.
- 31:17Speaker 0: Also ja utopisch aber... Diese utopischen Gedanken, da musst du sehr mit aufpassen.
- 31:23Speaker 0: Da gibt's auch Literatur zu, dass Bisexualität immer nur in der Zukunft existiert und das irgendwie ... Irgendwann sind wir doch alle bi?
- 31:30Speaker 0: Ist doch alles fluidel!
- 31:31Speaker 0: Dann ist doch Gender auch alles... Ja cool ich lese auch viel Science-Fiction aber es darf auch im jetzt existieren Und wenn mir das Problem zu sehr an der Utopie hängen dann gibts nicht im Jetzt und ich hätte es gerne im Jetzt
- 31:45Speaker 1: Ich hatte, wenn wir noch mal kurz auf das Thema Vorurteile und Verurteilungen kommen.
- 31:52Speaker 1: Ich hatte in der Vorbereitung ein paar Gespräche mit dir gelesen und hatte so ein zwei Interviews wo ich diese ganzen Randtexte die dazu geschrieben worden sind also nicht deine Aussagen sondern dass was dazwischen den Zeilen noch hingeschrieben wurde, wo ich mir dachte hey wieso ist das jetzt relevant?
- 32:11Speaker 1: Also wo man dann irgendwie aus meiner Sicht Erzwungen versucht hat, noch irgendwelche Klischees zu beschreiben oder zu bedienen.
- 32:21Speaker 1: Und ich dachte... Ich hatte so ein richtiges Störgefühl dabei wo ich mir dachte, hey!
- 32:26Speaker 1: Hat doch jetzt mit dem Thema gar nichts zu tun und das ist da eigentlich völlig irrelevant was jetzt eine Person in den Moment vielleicht gerade trägt?
- 32:34Speaker 1: Oder wie sie sich gibt?
- 32:38Speaker 1: Im gespräch gendered oder nicht?
- 32:40Speaker 1: gendert also die diese ganzen dinge fand ich irgendwie so eigenartig.
- 32:46Speaker 1: Klischee bedient.
- 32:48Speaker 1: wie geht es dir mit solchen themen?
- 32:50Speaker 1: also ich gab ja auch die.
- 32:52Speaker 1: die Geschichte, dass du bei einem Verleger quasi so ein bisschen abgeblitzt bist oder nicht nur ein bisschen sondern abgeblitzt bist.
- 33:00Speaker 1: Weil er gesagt hat, er braucht kein Buch zu Bisexualität weil es gäbe ja schon so viele.
- 33:06Speaker 1: Also wie geht's dir mit diesen ganzen Dingen?
- 33:11Speaker 0: Mir geht es... Ich find's v.a.
- 33:13Speaker 0: interessant, aus psychologischer Sicht.
- 33:16Speaker 0: Also ich komm ja mit den ganzen Studien und weiß, dass es alles gibt!
- 33:19Speaker 0: Ich komme da jetzt nicht naiv rein und zum Teil tatsächlich ... Ich wünschte es wäre nicht so.
- 33:24Speaker 0: aber es ist manchmal bestätigend, dass ich auch richtig über dieses Thema geschrieben habe weil ich schreib halt in dem Buch viel über die Klischees und wie toxisch sie sein können.
- 33:34Speaker 0: Und wenn mir dann jemanden gegenüber sitzt und damit auch kommt, ist das zu erwarten Dann hab ich richtig geforst, könnte man sagen.
- 33:41Speaker 0: Und leider ist es immer noch zutreffend.
- 33:44Speaker 0: aber ... Ja, es sprechen mich Menschen ganz anders auf dieses Buch an als auf meinen anderen zwei Büchern.
- 33:51Speaker 0: Weil ich hab ja schon ein paar geschrieben, also einmal über zum Thema Gedächtnis und einmal zum Thema Böse.
- 33:56Speaker 0: Ich bin ja Kriminalpsychologin.
- 33:58Speaker 0: Und in dem Buch gibt's auch ein paar Aspekte der Kriminalpsychiologie, die dann reinkommen.
- 34:03Speaker 0: Also Menschenrechte, da gibts einen ganzen Kapitel drüber im Buch.
- 34:06Speaker 0: Ich spreche über Sexualstraftaten ... Es ist klar, dass ich Kriminal-Psychi... Psychologen bin immer wieder, also das kommt dann immer wieder vor.
- 34:16Speaker 0: Aber dennoch ist irgendwie ... es wird so wahrgenommen, weil ich bi-bin, was?
- 34:21Speaker 0: Ich war ja keine Straftäterin, also konnte man mich auch nicht unbedingt drauf ansprechen, wenn ich jetzt über das Thema böse spreche.
- 34:27Speaker 0: Ach du warst schon mal im Gefängnis, ging nicht!
- 34:29Speaker 0: Aber das ist dann sofort so persönlich, sondern auf mich bezogen und als Wissenschaftlerin will ich gar nicht.
- 34:36Speaker 0: Also klar habe ich da ein bisschen von mir reingesteckt, weil so Beispiele Aber das mache ich auch in meinen anderen Büchern.
- 34:42Speaker 0: Ich mache immer so ein bisschen Persönliches da rein, damit es sich leichter lesen lässt wie man Beispiele hat.
- 34:49Speaker 0: Das wird dann direkt so rausgeholt und geht dann immer nur um mich und das will ich gar nicht!
- 34:53Speaker 0: Ich habe das Buch geschrieben, weil ich meine eigene Erfahrung der Welt erzählen will.
- 34:58Speaker 0: Wie gesagt kann man machen aber dafür war nicht dieses Buch gedacht.
- 35:01Speaker 0: Dieses Buch war gerade dafür gedacht dass wir wirklich wissenschaftlich das angehen, dass wir die Studien aufsuchen Perspektiven erzählen können.
- 35:10Speaker 0: Und das finde ich so schade dran, dann kommen die Klischees und dann ist es um mich wie sieht dein Leben aus?
- 35:16Speaker 0: Ich will den ganzen Zeit sagen nein, das ist doch uninteressant!
- 35:19Speaker 0: Das ist sample size of one.
- 35:20Speaker 0: also ich habe hier hunderttausend bisexuelle Menschen in diesem Buch.
- 35:24Speaker 0: da möchte ich drüber sprechen.
- 35:25Speaker 1: Du wirst dann irgendwann irgendwie schnell so reduziert auf jetzt bist du nur noch die Bisexuellen die irgendwie im Buch schreibt aber nicht mehr die Psychologin, die Wissenschaftlerin die sich einfach für das Thema an sich interessiert.
- 35:39Speaker 0: Richtig, genau und das ist echt schade!
- 35:42Speaker 0: Und ich glaube da können auch Menschen noch ihre Klischees zerstören.
- 35:47Speaker 0: also wie sieht eine Wissenschaftlerin aus?
- 35:49Speaker 0: Dass wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlinnen auch komplex sein können und sind und dass sie sich auch für unterschiedliche Themen interessieren dürfen.
- 35:57Speaker 0: Also es Klar ist das so.
- 36:00Speaker 0: Aber es war schon schwer genug, als ich Ende zwanzig mit meinem ersten Buch auftauchte und dann auch noch eine Frau kam mir in irgendeinem Outfit.
- 36:09Speaker 0: Da gab's ja die Trolle.
- 36:11Speaker 0: Ich hab schon ein bisschen Angst, dass jetzt ... ich reduziert werde auf dieses Thema.
- 36:15Speaker 0: Aber ich hoffe nicht!
- 36:16Speaker 0: Und ich vertraue der Menschheit, dass sie es hinkriegen, dass ich immer noch krimineipsychologin bin.
- 36:23Speaker 1: Wenn du einen Wunsch frei hast, wer sollte das Buch denn eigentlich lesen?
- 36:27Speaker 0: Jeder.
- 36:30Speaker 0: Ja, aber wirklich.
- 36:31Speaker 0: Also für Bee-Menschen lernt man glaube ich auch immer noch sehr viel über Beesign dazu.
- 36:37Speaker 0: Man lernt das ... Man selber vielleicht nicht die einzige oder der Einzige ist, der diese Erfahrung gemacht hat und man kriegt eine ganz andere Sprache!
- 36:50Speaker 0: Ich habe ja auch, wo es ja viel ist was in dem Buch ist, vor drei Jahren nicht?
- 36:55Speaker 0: Und ich habe wahnsinnig viel dazugelernt Einfach mal zu sagen, da gibt es sogar einen Wort für.
- 37:04Speaker 0: Das habe ich auch schon erlebt!
- 37:06Speaker 0: Aber es soll ja nicht nur für bisexuelle Menschen sein sondern viele Menschen haben ja auch die Kapazität zu lieben und sich angezogen zu fühlen von unterschiedlichen Gendern dass man sich diese Fragen stellt, dass man da mal eingeht.
- 37:20Speaker 0: Und wenn am Ende rausschickt ich bin immer noch homosexuell oder meine Identität ist immer noch heterosexuel, ist doch auch super!
- 37:26Speaker 0: Zum einen kann sich das immer noch irgendwann ändern, darf man und zum anderen hat man sich trotzdem hoffentlich interessante und tiefe Fragen zum Thema Sex und Sexualität und Liebe gestellt.
- 37:37Speaker 0: Das ist doch toll.
- 37:39Speaker 0: Wir kennen alle auch, wenn wir selber nicht bi sind.
- 37:41Speaker 0: Man kennt Bi-Menschen, auch wenn man sie nicht sieht Wird das Thema bestimmt relevant und so kann man dann gut auch Gespräche darüber führen.
- 37:52Speaker 1: Danke dir für dieses Gespräch!
- 37:53Speaker 0: Gerne!
- 37:54Speaker 1: Das war's leider schon, die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 37:58Speaker 1: – das Gespräch zu Ende.
- 38:01Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 38:03Speaker 1: Bitten im Rücksicht auf die
- 38:05Speaker 0: Nachbarn und sei leise wenn
- 38:06Speaker 1: du die
- 38:07Speaker 0: Bar verlässt
- 38:08Speaker 1: aber vergiss auf keinen Fall den
- 38:10Speaker 0: Abonnieren-Button
- 38:11Speaker 1: zu klicken.
- 38:17Speaker 1: Gin & Talk ist ein Podcast von Forty-Eight Forward, produziert in den Forty Eight Forward Studios in München.