Latest / pnn Podcast / Biologika und Biosimilars
Transcript
- 0:09Speaker 1: Willkommen zu einer neuen Episode unseres Podcasts für Apothekerinnen und Apothekern.
- 0:15Speaker 1: Heute sprechen wir über ein Thema mit wachsender Bedeutung im Apotheken-Alltag, Biologiker & BioSimilars.
- 0:23Speaker 1: Dazu bietet apoki.ch das neue eLearning.
- 0:27Speaker 1: sicher beraten zu Biologika & BioSimilars an.
- 0:31Speaker 1: Carla du hast das iLearning redaktionell betreut.
- 0:34Speaker 1: Welches Ziel verfolgt dieser Lerninhalt primär für die Offizienpraxis?
- 0:39Speaker 0: Biologiker machen mittlerweile mehr als ein Drittel des gesamten Schweizer Medikamentenumsatzes aus.
- 0:45Speaker 0: Sie sind in der Therapie von Rheuma, Diabetes, Onkologie, Pneumologie, Allergologie, Oftalmologie, Neurologie, Knochenstoffwechsel oder chronisch-entzündlichen Damerkrankungen unverzichtbar geworden.
- 0:59Speaker 0: Ziel des e-Learnings ist es, den Apothekerinnen und Apothekern maximale Sicherheit in der Beratung bei der Anwendungsschulung und bei der rechtssicheren Substitution im Alltag zu geben.
- 1:24Speaker 0: Der entscheidende Punkt liegt in der Molekülgröße und der Komplexität der Herstellung.
- 1:29Speaker 0: Während Generika chemisch synthetisiert werden, und exakte Kopien des Original-Wirkstoffs sind, stammen Biologiker aus lebenden Zellen oder Organismen.
- 1:40Speaker 0: Durch enzymatische Prozesse wie die Glycosylierung entsteht eine natürliche Heterogenität.
- 1:46Speaker 0: Eine exakt kopierte Identität ist daher technisch unmöglich.
- 1:51Speaker 0: Biosimilars besitzen jedoch eine identische Aminosäuresequenz und werden in aufwendigen Analysen auf eine vergleichbare Qualität, Struktur- und Bioequivalenz geprüft.
- 2:03Speaker 0: Unterschiede zum Referenzpräparat dürfen klinisch nicht relevant sein.
- 2:07Speaker 1: Spannend!
- 2:08Speaker 1: Und wie sieht es mit dem Begriff Biobetter aus?
- 2:11Speaker 1: Fällt das auch unter die biosimilas?
- 2:14Speaker 0: Nein... Ein Biobetter ist gezielt molekular oder formulierungstechnisch modifiziert worden, um bewusst bessere Eigenschaften aufzuweisen – etwa eine höhere Wirksamkeit, ein besseres Sicherheitsprofil oder eine optimierte Dosierung und Anwendung.
- 2:30Speaker 1: Zurück zur Zulassung In der Ärzteschaft hört man manchmal Vorbehalte bezüglich der Datenlage.
- 2:36Speaker 1: Wie werden bei Biosimilas die Wirksamheit und Sicherheit nachgewiesen?
- 2:41Speaker 0: Bei Biosimilas liegt das Hauptgewicht der Zulassung auf den vergleichenden analytischen und funktionellen Daten.
- 2:48Speaker 0: Die klinische Wirksamkeit und Sicherheit wird anschließend in einer Phase drei Studie, in einer sogenannten sensitiven Indikation des Referenzpräparates nachgewiesen.
- 2:59Speaker 0: Reichen die analytischen Daten und diese Phase drei Studie aus, erfolgt die wissenschaftliche Extrapulation auf alle weiteren zugelassenen Indikationen des Referenzpräparates.
- 3:12Speaker 0: Diese Extrapolation führt im klinischen Alltag manchmal zu Unsicherheiten bei Medizinalpersonen ist regulatorisch und wissenschaftlich aber vollkommen etabliert.
- 3:24Speaker 1: Ein weiteres Thema das oft diskutiert wird ist die Immunogenität.
- 3:28Speaker 1: Befürchtet man bei einem Präparatewechsel nicht ein erhöhtes Risiko für Immunreaktionen?
- 3:33Speaker 0: Diese Bedenken gab es mit dem Aufkommen der Substitution tatsächlich.
- 3:38Speaker 0: Biologika können als Fremdproteine Anti-Drug Antikörper induzieren, was zu einem Wirkverlust oder Überempfindlichkeitsreaktion führen kann.
- 3:49Speaker 0: Erfahrungswerte und Studien zeigen jedoch eindeutig, dass ein erhöhtes Risiko für immunologisch vermittelte Reaktionen oder Wirkverlust bei einem Switch vom Referenzpräparat auf einen Bio-Similar unwahrscheinlich ist.
- 4:04Speaker 0: Im Allgemeinen gelten Bio-Similars unter Berücksichtigung klinischer und regulatorischer Vorgaben als sicher
- 4:11Speaker 0: austauschbar.".
- 4:12Speaker 1: Wie sieht es mit Arzneimittelinteraktionen aus?
- 4:16Speaker 1: Zeigen monoklonale Antikörper auch typische Zypinteraktionen?
- 4:20Speaker 0: Direkte pharmacokinetische Interaktionen gibt es nicht, da monoklonale Antikkörper proteolytisch abgebaut werden.
- 4:28Speaker 0: Nicht über Zypenzyme metabolisiert und nicht glomerulär filtriert werden.
- 4:33Speaker 0: Aber Vorsicht vor indirekten Interaktionen, zytokingerichtete Antikörper wie etwa IL-VI Hammer können eine durch Entzündungszytokine verminderte Zyp-Enzymexpression wieder normalisieren.
- 4:47Speaker 0: Das kann zu veränderten, verminderten Wirkspiegeln von gleichzeitig verabreichten Zypsubstraten führen.
- 4:53Speaker 0: Zu beachten ist dies besonders bei Arzneistoffen mit einer engen therapeutischen Breite.
- 4:59Speaker 0: Außerdem müssen additive pfarmakodynamische Effekte wie ein erhöhtes Infektions- oder Blutungsrisiko beachtet werden.
- 5:07Speaker 1: Ein wichtiger Hinweis für den Medikationscheck und worauf müssen wir bei unerwünschten Arzneimittelwirkungen in der Praxis achten?
- 5:15Speaker 0: Ganz zentral ist die konsequente Dokumentation der Scharschennummer bei jeder Abgabe, da Nebenwirkung scharschenspezifisch sein können.
- 5:23Speaker 0: Zudem sollten vermutete schwerwiegende oder neue Nebenwirkungen im Rahmen der Pharmakovigilanz über das Elvis-System direkt an SwissMedic gemeldet werden.
- 5:33Speaker 1: Kommen wir zu den gesetzlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen in der Schweiz?
- 5:38Speaker 1: Was hat sich hier in den letzten Jahren verändert?
- 5:42Speaker 0: Apothekerinnen und Apotheken haben seit Jahrzehnte ein erweitertes Substitutionsrecht.
- 5:48Speaker 0: Voraussetzung ist, dass das Bio-Similar von der SwissMedic zugelassen ist mit derselben Wirkstoffzusammensetzung auf der Spezialitätenliste steht und kein medizinischer Substituzionsausschluss durch die verschreibende Person vorliegt.
- 6:03Speaker 0: Zudem gilt der differenzierte Selbstbehalt – lehnt eine versicherte Person die Substitution ohne stichhaltige Medizin?
- 6:24Speaker 1: Das ist ein starkes finanzielles Argument im Beratungsgespräch.
- 6:27Speaker 1: Gibt es bei den Kostengutsprachen auch administrative Erleichterungen?
- 6:41Speaker 1: Wie gehen wir konkret im Beratungsgespräch vor, wenn eine Substitution ansteht?
- 6:46Speaker 0: Es sollte zwischen einer Neueinstellung und einer Änderung unter laufender Behandlung unterschieden werden.
- 6:52Speaker 0: Die Neueinstellung ist der idealste und unkomplizierteste Zeitpunkt.
- 6:57Speaker 0: Bei einer laufenden Langzeittherapie spielen Vertrauen- und emotionale Bindung an das Referenzpreparat eine große Rolle.
- 7:05Speaker 0: Bedenken müssen ernst genommen werden, um Nocebo-Effekte zu vermeiden.
- 7:10Speaker 0: Wir informieren über Preis und Selbstbehalt und vergewissern uns bezüglich Unverträglichkeiten.
- 7:17Speaker 0: Zudem erklären wir Handhabung und Lagerung neu und informieren die verschreibende Person im Nachhinein über die erfolgte
- 7:24Speaker 0: Substitution.".
- 7:26Speaker 1: Und welche Praxiseinflussreichen Unterschiede können zwischen den Präparaten bestehen?
- 7:31Speaker 0: Biosimilas können sich mitunter im Injektionsvolumen, bei der Pufferung der Injektionslösungen, bei Hilfsstoffen, der Handhabung und bei den Applikationssystemen sowie bei der Kühlkettenstabilität bei Raumtemperatur unterscheiden.
- 7:45Speaker 0: Außerdem können größere Injektionen oder die Injekt tapell von Präparaten mit Zitratpuffern von betroffenen Personen als eher unangenehm empfunden werden.
- 7:55Speaker 1: Welche Grundregeln sind bei einer Subcutan-Injektion?
- 8:00Speaker 0: Das Präparat sollte fünfzehn bis dreißig Minuten vor der Injektion aus dem Kühlschrank genommen werden, damit es Raumtemperatur erreicht.
- 8:08Speaker 0: Anschließend sollten die Arbeitsfläche vorbereitet und die Hände gewaschen werden.
- 8:12Speaker 0: Als Injektionsstelle sollte eine Stelle am Abdomen oder Oberschenkel gewählt – und bei jeder Anwendung nach einem Rotationsschema gewechselt werden.
- 8:21Speaker 0: Die Einstich-Stelle sollte mit einem Alkoholtupfer gereinigt und dreizig Sekunden trocknen gelassen werden.
- 8:27Speaker 0: Die Nadel sollte zügig im neunzig Gradwinkel eingestochen werden.
- 8:32Speaker 0: Bei geringer Fettmasse oder längeren Nadeln, sollte eine Hautfalte gebildet und im fünfundvierzig Grad Winkel eingstochen werden.
- 8:40Speaker 0: Der Wirkstoff sollte langsam injiziert Und die Nadel anschließend fünf bis zehn Sekunden Im Gewebe belassen werden um einen Rückfluss zu verhindern.
- 8:49Speaker 0: Einwegpräparate und Einwegnadeln sollten anschliessend in einem stichfesten Behälter entsorgt werden.
- 8:56Speaker 1: Vielen Dank, Carla!
- 8:58Speaker 1: Für diese hervorragende und äußerst praxisnahe Zusammenfassung.
- 9:02Speaker 1: An alle Zuhörerinnen und Zuhörer.
- 9:05Speaker 1: – das e-Learning zu Biologica & BioSimilas finden Sie auf der Webseite von apoki.ch.
- 9:13Speaker 1: Der Lerninhalt ist mit zwölf Komma fünf FBH Punkten akkreditiert als Weiter- und Fortbildung für Offizienpharmazie, Spitalpharmazie und klinische Pharmazie.
- 9:23Speaker 1: Bis zum nächsten Mal.