Latest / Border Allein – Selbstführung für emotional intensive Menschen / Border Allein trifft....Alex! Unbewusste Suizidalität
Transcript
- 0:00Meine Damen und Herren, heute statt dem Intro eine
- 0:04Triggerwarnung. In dieser Folge wird es um
- 0:07suizidale Gedanken, wiederkehrende suizidale
- 0:11Gedanken, Suizidversuch und Gewalt an Kindern, emotional wie
- 0:18psychischer Gewalt gehen. Wenn du dich nicht in der Lage
- 0:20fühlst, dir diese Folge anzuhören, dann tu das bitte
- 0:24nicht, schütze dich selber, achte auf dich, sei achtsam.
- 0:29Und ansonsten viel Spaß mit dem sehr, sehr emotionalen und
- 0:35interessanten Interview mit dem Alex.
- 0:40So herzlich Willkommen bei Borderline, mein Name ist Sven
- 0:44aka Borderline und ich habe heute ein Special Guest, ein
- 0:48ganz seltenes Exemplar, wie ihr gleich erfahren werdet, das ist
- 0:53der gute Alex aus Landshut, aus Landshut.
- 0:58Ja, herzlich Willkommen, mein Lieber.
- 1:00Und schön, dass du da bist. Vielen Dank.
- 1:03Ich freue mich auch drüber. Gerne gerne.
- 1:05Gerne magst du dich mal vorstellen, wer bist du, warum
- 1:09bist du und was hast du verdammt noch mal in meinem Podcast
- 1:12verloren? Also ich bin Alex 35 Jahre aus
- 1:16Landshut. Ich bin Borderliner mit der
- 1:19Qualifizierung Spezifizierung des Unterbewusstseins
- 1:23kontrolliert sozial so Idealverhalten.
- 1:26So, das ist eine Form, die relativ selten ist.
- 1:32Ne, so wie wir gerade so in dem kurzen Vorgespräch kurz eruiert
- 1:37haben. Magst du mal grundsätzlich
- 1:38erzählen, was was das, was heißt das überhaupt?
- 1:42Also unter also unterbewusst gesteuertes Suizidalverhalten,
- 1:48wenn ich das jetzt richtig auf Schirm habe?
- 1:50Richtig genau. Also im Prinzip kann man sich
- 1:53das. Vergleichsweise so vorstellen
- 1:56wie jeder, der schon mal geraucht hat, wird das Prinzip
- 1:59kennen. Es liegt eine
- 2:00Zigarettenschachtel auf dem Tisch und wenn man ruhig und
- 2:04entspannt ist, dann ist der Drang dazu, zur Packung zu
- 2:07greifen, nicht so groß, aber je höher der Stresspegel steigt,
- 2:10desto mehr hat man diesen diese innere Überwindung nicht an die
- 2:14Schachtel zu greifen. So und beim Unterbewusstsein
- 2:18gesteuerten Suizidalverhalten ist das.
- 2:21Ähnlich. Es ist kein kein aktives dran
- 2:23denken, dass man sich umbringen möchte, sondern es ist ein ja
- 2:27wie ein Trieb. Man könnte zum Beispiel sagen,
- 2:30so Basic Daily Beispiele, ich verlasse meine Wohnung, ich
- 2:34möchte einkaufen gehen, ich gehe auf die Treppe zu und in der
- 2:37Sekunde, wo ich die Treppe sehe, schießt der Gedanke durch den
- 2:39Kopf, du musst nur einen Schritt nach vorne machen und dich
- 2:42fallen lassen und ist alles vorbei oder du steigst ins Auto,
- 2:45möchtest losfahren, du siehst auf der rechten Seite die schöne
- 2:47Landschaft mit Bäumen und der Gedankengang kommt.
- 2:50Du musst nur einmal nach rechts ziehen und das ist alles vorbei.
- 2:55Aber es ist also so, dass ich das richtig verstehe.
- 2:57Es ist aber nicht so, dass das aktiv bewusst passiert, sondern
- 3:01wie der Name, der der der Kategorisierung ja quasi sagt,
- 3:05es ist unterbewusst. Das heißt also, du gehst nicht
- 3:08aktiv, ich sag mal, in irgendeine Situation rein und
- 3:11sagst so, ich will es jetzt beenden, sondern ich gehe in
- 3:14eine Situation rein und es könnte sein oder so einfach wäre
- 3:18es, oder wie habe ich mir das vorzustellen.
- 3:20Könnte. Genau richtig also, es ist nicht
- 3:21so, dass ich, was weiß ich gerade in dem, in dem Mut bin,
- 3:23dass ich sage, hey, ich möchte gerne sterben oder sonst
- 3:25irgendwas, das gar nicht, sondern das kann n super guter
- 3:28Tag sein, das ist immer so die Reizwirkung von Dingen, mit dem
- 3:32man den Tod assoziieren kann, würde ich jetzt mal sagen, also
- 3:36alles was n Unfall verursachen kann oder wo man sich weh tun
- 3:39könnte, das ist NN triggerreiz, der quasi ausgelistet wird und
- 3:42das kann zum Beispiel sein wie. Man trifft sich mit der Familie
- 3:45zum Essen, es liegt Messer und Gabel auf dem Tisch, du siehst
- 3:49das Messer und das ist das erste, was dir in Gedanken
- 3:50kommt, ist ein Schnitt, alles vorbei und das ist eigentlich
- 3:54fast permanent, bei allem, was einen größeren Reiz auslösen
- 3:56kann. Das heißt, das heißt ja das, das
- 4:01schränkt dich ja massivst, oder, oder?
- 4:04Nee, ich stelle das mal als Frage, schränkt dich das
- 4:06massivst in deinem Alltag ein? Früher hat es das ja, also bevor
- 4:12ich die Therapie gemacht habe, das DBT.
- 4:15War das ich mein? Davor wusste ich ja auch noch
- 4:17gar nicht, dass ich bei alleine bin und das dazu gehört, aber es
- 4:20war sehr irritierend, wenn man will, das gar nicht aktiv
- 4:25denken, es ist auch nicht so, dass man das sich das wünschen
- 4:28würde, sondern das ist einfach wieso ein wie soll man das
- 4:31ausdrücken, wieso ein Subkontext so jemand der Autos zum Beispiel
- 4:37liebt und auf der Straße ist. Es fährt ein Auto vorbei und du
- 4:40hast sofort registriert aus dem Augenwinkel, OK das ist ein BMW
- 4:42oder sonst irgendwas. Und so in diesem Stil ist es
- 4:46auch so. Das ist, es wird so passiv
- 4:48wahrgenommen, es ist so ein passiver Trieb dazu, aber es ist
- 4:53nichts, was man aktiv steuert und für mich in der Kindheit war
- 4:57es halt ja, du bist unterwegs, du triffst dich mit anderen
- 5:00Kindern, die Lachen viel und du bist der einzige, der irgendwie
- 5:03so alle, alle Minuten, alle paar Minuten, jeden Moment, immer
- 5:07wieder so, so Momente hat, wo er diese diesen Trieb dazu hat, und
- 5:11ich weiß, woher das kommt. Du weißt, woher das kommt.
- 5:15Ja, und also damals nicht damals.
- 5:20Ist das dann du beschreibst es als trieb kann ich mir so
- 5:24vorstellen, dass du auch Todesangst oder eine
- 5:30Todessehnsucht dann in diesem Moment auch hast?
- 5:32Oder ist es nur die Vorstellung, es könnte.
- 5:36Es ist im Prinzip tatsächlich nur die Vorstellung.
- 5:38Es ist so dieser Gedanke, was wäre, wenn ich jetzt einfach den
- 5:42Schritt nach vorne mache und mich die Treppe runterfallen
- 5:44lasse, da ist vorbei, so davor fürchten eigentlich nicht und
- 5:49mir es wünschen auch nicht, also es ist ja, wie schon gesagt, das
- 5:54ist halt eher so die die passive Wahrnehmung.
- 5:59Krass. Ich stell mir das wahnsinnig
- 6:02schwer im Alltag vor. Ne, dass ich mein sobald du das
- 6:05Haus verlässt, da fahren Autos, da fahren Busse da sind, da sind
- 6:09Menschen, da ist selbst zu Hause.
- 6:12Wie du vorhin so schön sagtest, da liegt irgendwo mal ein Messer
- 6:15rum und oder keine Ahnung, wenn einem Mal ein Glas runterfällt,
- 6:20was kaputt geht und du da ganz viele Scherben siehst, dann hast
- 6:24du ja, du bist ja ständig irgendwelchen Triggern
- 6:27ausgesetzt, ständig und permanent.
- 6:31Das korrekt ich mein früher, ich mein du kennst meine
- 6:34Vorgeschichte, aber wo halt täglich stressdruck und massive
- 6:39Probleme mehr da waren, war das natürlich ganz massiv.
- 6:42Aber jetzt hat mit nach der Therapie und viel viel
- 6:45Eigeninitiative was das Ganze angeht je niedriger mein
- 6:49Stresslevel ist, also so entspannter ich bin, desto
- 6:52weniger aktiv merke ich das überhaupt.
- 6:54Also früher war das täglich minütlich, gerade in meiner
- 6:58Jugend. Mittlerweile ist es so.
- 7:00Ja, ich meine gibt irgendwas Kleines wo ich mich mal kurz
- 7:04aufrege und dann habe ich so mal für einen kurzen Moment diesen
- 7:06diese diesen Trigger sage ich jetzt mal, aber grundlegend
- 7:10belastet ist mich aktuell so nicht mehr klar, ich nehme es
- 7:13noch irgendwo passiv so ein bisschen wahr, aber eher so
- 7:16minimal. Okay überschattet das andere.
- 7:19Emotionen wie keine Ahnung, Freude.
- 7:24Ja. Das kann man schon sagen, also
- 7:27früher vor extrem, ja klar, weil man sich natürlich täglich
- 7:30denkt, warum habe ich diese Gedanken, ich meine, ich will ja
- 7:34eigentlich gar nicht sterben, warum habe ich das permanent,
- 7:36warum kann ich das nicht ausschalten und warum kommt es
- 7:39durchgehend, man ist irgendwo, man hat eigentlich Spaß und man
- 7:43unternimmt irgendwas und trotzdem ist permanent dieser
- 7:46Reiz. Da aber ist denn dieser dieser
- 7:50weil, normalerweise ist es ja so, oder was heißt
- 7:52normalerweise, es gibt keine, normalerweise aber.
- 7:55Wenn zum Beispiel Borderliner ständig im im Stress ist oder in
- 7:58der Überreizung ist, dass er dann halt halt oft versucht,
- 8:02sich durch Selbstverletzung oder wie auch immer quasi wieder zur
- 8:06Erden, sag ich jetzt einfach mal ganz doof den Druck abzulassen.
- 8:09Ist das dann bei dir auch so, dass das auch zur
- 8:11Selbstverletzung führen kann, dieser oder früher vielleicht
- 8:14dieser ständige Triggerdruck, den man da hat, entweder die
- 8:19Angst vor dem Trigger? Oder der Trigger selber.
- 8:22Ich mein, Das sind ja, da kommt ja nicht nur der Trigger selber,
- 8:25sondern da kommt ja auch noch die Angst, vielleicht vor dem
- 8:27Trigger dazu. Also das wirklich Angst davor
- 8:30haben kann ich jetzt mich nicht wirklich daran erinnern, dass
- 8:33das jemals der Fall gewesen wäre, vor allem, weil das halt
- 8:36ja halt n dauertägliches dauerschleifen Thema war.
- 8:40Aber klar natürlich, die Selbstverletzung ging halt
- 8:43damals massiv nach oben, weil je öfters das am Tag passiert ist.
- 8:47Desto beschissener habe ich mich gefühlt.
- 8:52Wie ist denn ist er überhaupt? Wie soll ich sagen, soziale
- 8:58Interaktion möglich, sprich also ganz normal mit Freunden
- 9:02treffen, keine Ahnung, eine Beziehung führen oder sowas,
- 9:08geht das überhaupt, ja. Also prinzipiell ist es für mich
- 9:12so, dass ich, wie soll ich das am besten formulieren?
- 9:18Wenn ich mit wenigen Personen interagiere, ist es gar kein
- 9:22Problem. Dadurch, dass meine Wahrnehmung
- 9:23auch relativ ausgeprägt ist, mit Körpersprache et cetera.
- 9:26Aber für mich wird es halt schlimm, wenn es Menschenmengen
- 9:29sind. Also ich kann nicht auf ein
- 9:31Konzert gehen, ohne dass das wieder hervorkommt oder keine
- 9:35Ahnung irgendwie auf Oktoberfest oder sonst irgendwas dazu, da
- 9:38kann ich definitiv nicht hingehen, da ist die
- 9:40Reizüberflütung so groß, dass der Stress Pickel so stark
- 9:42ansteckt, dass es wieder kommen würde.
- 9:44Krass. Und wie ist das auf
- 9:47Beziehungsebene? Ich meine, das ist ja auch eine
- 9:49riesen Herausforderung, zum Beispiel für eine Partnerin oder
- 9:52so früher. Definitiv ja.
- 9:55Mit also man muss dazu sagen, in den letzten 5 bis 10 Jahren habe
- 10:02ich das soweit reduzieren können, dass ich das eigentlich
- 10:05im täglichen Leben gar nicht mehr aktiv wahrnehme.
- 10:08Also selbst wenn das Mal für eine Millisekunde in den Kopf
- 10:12schießt, das ist ja. Es ist gleich wieder vergessen.
- 10:16OK und dementsprechend habe ich was Beziehungen et cetera angeht
- 10:19oder Freundschaften eigentlich mittlerweile gar kein Problem
- 10:22haben wir früher war das natürlich extrem krass, gerade
- 10:25mit Verlustangst et cetera gekoppelt, dass dann die Trigger
- 10:29stärker wurden, aber mittlerweile ist es kein Thema.
- 10:34Sagst du ja, du hast die die DBT gemacht ne also ich mein die die
- 10:38meisten die meinen Podcast jetzt hören werden es wissen, weil ich
- 10:41es auch schon oft genug erklärt habe und die DBT ist ja auf
- 10:45Trigger ausgelegt, auf auf ausgelegt, so dass man lernt
- 10:49seine Trigger zu erkennen. Wie gehe ich damit um und so
- 10:52weiter wie gehe ich mit Drucksituationen um, aber ich
- 10:55bei der Geschichte die du mir jetzt so erzählst ne und bei bei
- 10:57dem was ich halt so weiß. Kann ich mir kaum vorstellen,
- 11:00dass der DBT alleine ausreicht. Da musst du ja auch wahnsinnig
- 11:04viel für dich an dir gearbeitet haben mit der Zeit, das ist
- 11:08korrekt in den letzten Jahren. Ja, das ist korrekt im Prinzip
- 11:12die das DBT Programm weist halt nur auf die auf die Standard
- 11:17Trigger hin beziehungsweise auf den Umgang damit, da bei mir das
- 11:20aber ja ein eine Begleiterscheinung ist, die ja
- 11:23dann quasi von Triggern diesen Trigger.
- 11:26Auslöst musste ich natürlich dann sehr viel mit mir selbst
- 11:30hadern und selbst herausfinden, wie was wo ich am besten damit
- 11:33umgehen kann. Das kostet ja auch wieder.
- 11:35Ich meine, ich kenne es ja von mir selber, wenn man ich sag mal
- 11:38ganz plump gesagt, so seinen Kopf aus der Schlinge zieht,
- 11:41wieviel Kraft das auch kostet, aber das ist ja bei dir noch mal
- 11:45eine ganz andere Hausnummer, weil bei mir sind es, ich sag
- 11:48jetzt einfach mal herkömmliche Trigger, wenn wir das jetzt mal
- 11:51klassifizieren wollen würden und bei dir sind es ja.
- 11:55Ja, ja, ständig herumliegende Trigger, ständig wieder
- 11:58wiederkehrende, minütlich kommende Trigger.
- 12:02Das ist doch wahnsinnig schwer, sich da ja sich darauf
- 12:06einzustellen, sein Alltag vor allen Dingen auch danach zu zu,
- 12:10ja zu generieren, zu strukturieren.
- 12:12Ich glaub da muss man so n bisschen abgrenzen.
- 12:14Weil also jetzt in meinem Fall, ich kann natürlich nicht sagen,
- 12:16wie das bei anderen ist, die dieselbe Symptomatik haben, aber
- 12:19in meinem Fall war das so, dass ich mich nicht auf die
- 12:21Triggerpunkte vom Unterbewusstsein konzentriert
- 12:24habe, sondern rein auf das grundlegende Stresslevel.
- 12:28Weil ich hab gemerkt, je weniger Stress ich habe, je mehr ich
- 12:31geerdet bin und selbst reflektiert, desto weniger wird
- 12:34das ausgelöst. So, ich hab halt dann nur
- 12:37festgestellt, OK gut, ich muss rausfinden, wann ist mein
- 12:41Stresspegel auf einem Punkt, der für mich sehr gefährlich sein
- 12:45könnte, sag ich jetzt mal. Was machst du dann, wenn der so
- 12:48hoch kommt? Ich isoliere mich, ich ziehe
- 12:50mich zurück in meine Wohnung, ich höre Musik, ich schaue eine
- 12:53Serie an und schaue, dass ich halt einfach für diesen
- 12:55Zeitpunkt oder für diesen Zeitraum.
- 12:57So wenig Reizüberflutung reden kann wie möglich.
- 13:00Also ich sag jetzt mal so ganz ganz doof gesagt, so
- 13:02herkömmliche Skills wie wie hier so ein Akupressurring oder was
- 13:06weiß ich oder kalt duschen gehen oder Chili essen was weiß ich an
- 13:12irgendwas an irgendwas riechen oder so das funktioniert bei dir
- 13:17auch nicht. Früher hat das ja sehr gut
- 13:19funktioniert. Ja OK, also ich hab das früher
- 13:21gemacht, aber in der DBT lernt man ja, dass man sein seine sein
- 13:24Stressparameter vorher kennen soll und quasi schon vorher
- 13:28dagegen Maßnahmen ergreifen soll und ich hab das Halt soweit über
- 13:31die Jahre ausgebaut, dass ich quasi, wenn wir jetzt über diese
- 13:34Prozentzahlen sprechen, es gibt ja dieses 0 bis 20, was
- 13:37standardmäßig bei uns ist, dann bis zu den 60. 80 point of no
- 13:41return bis 100 genau, und ich habe halt.
- 13:44Genau. Mich darauf konzentriert, dass
- 13:46ich quasi niemals die 60 erreichte, wo das anfängt.
- 13:48Krass, das krass, das ist krass, also sich bewusst sich bewusst
- 13:55bewusst zu sein, wann habe ich meine 60 oder wann, wann steuer
- 13:59ich den 60 entgegen, dann sind ja quasi deine 60 dein eigen
- 14:04ernannter Point of no return. Das heißt also quasi, du hast
- 14:08dein deine, ich sag mal, wenn es, wenn wir jetzt von 0 auf 10
- 14:12gehen oder von 0 auf 100 halt in dem Fall, dann hast du deinen
- 14:16eigenen maximalen Punkt auf 60 runter reduziert.
- 14:20Ja und darüber hinaus, es existiert quasi gar nicht.
- 14:26Es hat früher sehr wohl existiert.
- 14:28Ich habe halt nur festgestellt, dass wenn ich über diese 60
- 14:31hinaus gehe, dann werden diese. Suizidalverhaltenden Trigger
- 14:37extrem stark frequent ausgelöst, was natürlich dann verhindert,
- 14:41dass ich mich aktiv runterskillen kann auf dem Level
- 14:44wo es wieder normal ist, weil ich natürlich permanent in
- 14:46diesem Stresspegel gefangen bin. Hart, ich mein die Frage stellt
- 14:54sich jetzt wahrscheinlich jeder. Gab es schon mal n suizidalen
- 14:56Versuch? Ja, mehrere.
- 14:59Mehrere. OK, ja.
- 15:01Der letzte mit 21 und das also es war alles noch bevor ich
- 15:04meine Diagnose bekommen habe. Ich habe meine Diagnose quasi
- 15:07mit 21 bekommen, nachdem ich einen Suizidversuch durchgeführt
- 15:10habe, der fast geklappt hätte und mich dann selber habe
- 15:15angewiesen darunter dann meine auch meine Diagnose erstellt und
- 15:18ich wurde dann quasi auch gleich in das DBT Programm aufgenommen,
- 15:21seitdem aber nicht mehr. Kann man damit arbeiten gehen?
- 15:28Ja. Ja, ja.
- 15:31Also man muss dazu sagen, ich würde sagen das DBT Programm
- 15:35reicht klassisch gesehen nicht für jemanden mit dieser
- 15:38Subkategorie an Borderline, da ist ja.
- 15:43Definitiv nicht, sag ich. Ich finde, da ist halt ein
- 15:47extrem hohes Maß notwendig, um den, ich nenne es mal Patienten,
- 15:53den denjenigen, der es halt hat, darauf mental vorzubereiten,
- 15:58dass er. Sich nicht direkt hinter einer
- 16:01Mauer verstecken soll, aber er soll definitiv wissen, wo sind
- 16:05seine Grenzpunkte, was sind die Reizpunkte, die er hat und wir
- 16:08damit umgehen kann. Am besten, und das schon bevor
- 16:11das Ganze erreicht ist. Und das war halt bei mir, ich
- 16:14habe mich halt darauf spezialisiert, sage ich jetzt
- 16:17mal rauszufinden, zwischenmenschliche
- 16:21Interaktionen, was könnte ein Problem sein und wie kann ich
- 16:24mich dagegen abschirmen? OK, zwischenmenschliche
- 16:29Interaktionen, die sind ja so unvorhersehbar wie nur
- 16:31irgendetwas, weil jeder Mensch lässt mal irgendwie einen dummen
- 16:36Spruch aus dem Gesicht, macht vielleicht eine dumme Handlung
- 16:39oder was weiß ich oder riecht sogar nach irgendwas was was
- 16:43einen Triggern könnte. Das zu planen ist ja fast gar
- 16:46nicht möglich. Hab am Anfang.
- 16:49Nachgedacht, planen in Anführungszeichen ne, aber das
- 16:52ist ja nichts anderes als du. Gehst die Eventualitäten durch,
- 16:57die Auftreten könnten. Da gibt es ja gefühlt 8000000.
- 17:03Ja, ich habe da, ich habe da so ein eigenes Konzept
- 17:06diesbezüglich entstellt, ist sich ein bisschen so wie Schach
- 17:11anfühlt so, wenn du Schachspiel mit einem Gegner spielst, dann
- 17:14möchtest du ja verhindern, dass er gewisse Züge vornehmen kann,
- 17:18so genau und. Und wenn du das auf ein auf
- 17:21Mindset umlegst, dann gehst du in eine Situation rein und
- 17:25stellst dir vor, was ist der beste Ausgang des Gesprächs, der
- 17:28Interaktion, was wäre nicht so schönes Ergebnis und was wäre
- 17:31das schlimmste Ergebnis. Und wenn du diese Varianten
- 17:34einmal durchgespielt hast, dann weißt du okay gut, davon kann
- 17:38eigentlich nichts wirklich sein, was mein Leben aktiv verändern
- 17:42oder behindern könnte, oder? Mich so stark verletzen könnte,
- 17:47weil ich, ich kann es mir vorstellen, dass es passiert.
- 17:50Ich gehe nicht vom schlimmsten aus, aber ich kann mir
- 17:52vorstellen, dass es passieren könnte und dementsprechend weiß
- 17:55ich, wie ich damit umgehen kann, um mich davon nicht zu belasten.
- 17:58Im Schach bist du ja dein Gegner, am besten immer so 34
- 18:01Züge im Voraus. Richtig.
- 18:03Und jetzt stelle ich mir das gerade mal vor, du, man, man,
- 18:08man steckt zum Beispiel in der Beziehung und.
- 18:12Und der Partner kommt auf die Glorreiche, die sich trennen zu
- 18:14wollen. Das ist ja erstmal, das kommt ja
- 18:16meistens jedenfalls gut, jetzt kann man sagen, das ist mit
- 18:18Ansagen oder wie auch immer, aber meistens kommt es immer
- 18:22überraschend, sagen wir mal überraschend, das ist doch dann
- 18:27man, das ist ja für jeden Menschen schon gefühlstechnisch
- 18:30erstmal komplett immer das Ende, aber wie kann man sich eine auf
- 18:35so eine Situation hast du dich auch so eine Situation schon im
- 18:38Vorfeld. Drauf vorbereitet, dass du den
- 18:41Gedanken quasi schon so als so als als Hängekartei irgendwo
- 18:46hängen hast. OK, wenn die Situation kommt,
- 18:49muss ich so und so und so. Ja, im Prinzip ist es genauso,
- 18:53weil ich sag es mal so, wenn man anfängt nicht aktiv Fehler beim
- 19:00anderen zu sehen, sondern einfach zu akzeptieren, dass
- 19:03halt jeder seinen eigenen Weg geht.
- 19:05Und das halt passieren kann, dass sich Wege trennen, weil
- 19:07sich Interessen oder man sich auch einfach weiterentwickelt
- 19:10und deswegen man nicht mehr zusammenpasst.
- 19:13Dann ich, ich nehme da in so einem Feld die Vorwürfe raus dem
- 19:17anderen gegenüber und akzeptiere einfach die Entscheidung.
- 19:20Verhindern kann ich sie sowieso nicht, ich kann das Ganze nicht
- 19:22ändern, das. Ist klar, aber das ist ja, das
- 19:25ist ja, wie soll ich sagen, das ist ja wahnsinnig analytisch.
- 19:29Ja. Das ist ja krass das.
- 19:38Sind denn dann wirklich wirkliches Gefühl?
- 19:43Gibt es nicht, jeder empfindet zum Beispiel Liebe, empfindet ja
- 19:48jeder anders so und jeder hat noch ein anderes
- 19:50Beziehungsmodell, aber kannst du denn?
- 19:53Ich sag mal für die Phase der Beziehung sagen uns das einfach
- 19:56mal so, dann auch wirklich Liebe zu lassen.
- 19:59Oder wie deklarierst du das dann für dich, damit du auch wirklich
- 20:04ganz im im im schlimmsten Supergau den den Hängeregister
- 20:09Rausholst und sagst okay jetzt kommt Abteilung Trennung und ich
- 20:14habe mir da schon mal ein paar Notizen gemacht, so ungefähr
- 20:17kann man da wirklich lieben. Ja, auf jeden Fall.
- 20:20Ich meine natürlich, klar, anfangs war es schwer, weil es
- 20:23immer so Sachen waren, die Halt im Kopf rumgeschwirrt sind, aber
- 20:27irgendwann geht es halt zu einer Intuition über, also ich kann
- 20:31ganz normal ne Beziehung führen, ich kann ganz normal leben, ich
- 20:34kann mich auf einen Menschen sehr intensiv einlassen, aber
- 20:36gerade dieses dieses Vorgehen mit dem Analysieren, die
- 20:40verschiedenen Möglichkeiten erwägen.
- 20:42Hat auch andere Vorteile, weil ich, wenn ich in
- 20:46zwischenmenschliche Gespräche reingehe, auch gerade in
- 20:48Beziehungen und so weiter einfach nicht mehr den Fokus
- 20:51sehe, alles auf mich zu beziehen oder immer gleich irgendwie auf
- 20:54eine Abwehrhaltung zu gehen, sondern ich gehe einfach mit den
- 20:56Themen offener um und versuche sie erstmal so sachlich zu
- 21:00nehmen wie sie sind. Und wenn man das umsetzen kann,
- 21:04aktiv im täglichen Leben, dann erleichtert das einiges.
- 21:11Stellt man dann zwischen oder macht man so, so, so wie soll
- 21:14ich sagen, so Zwischenanalysen okay bis hierhin lief es gut und
- 21:19ich kenne das ja von mir selber, dass wenn ich merke, sofort
- 21:23immer da muss ich nur irgendetwas, nur irgendetwas
- 21:26verändern, sei es sei es eine whatsapp Nachricht, die anders
- 21:30geschrieben wurde, sei es ein Tonfall, sei es Gestik, Mimik,
- 21:34ja Körpersprache. Sobald sich dann ein Fitzelchen
- 21:37ändert. Geht mein mein Hirn sofort in
- 21:41Alarmbereitschaft, so okay irgendetwas stimmt hier nicht.
- 21:46Hinterfragst du das dann genauso?
- 21:48Früher definitiv ja. Also früher war das dann so,
- 21:51dieses Typische in sich reinfressen so, Oh mein Gott,
- 21:54irgendwas passt nicht, was habe ich jetzt gemacht, was könnte
- 21:56falsch gelaufen sein, gibt es vielleicht irgendwas, was
- 22:01schlechtes Gefühl auslöst? Sage ich jetzt mal so eine
- 22:03schlechte Stimmung mittlerweile sage ich einfach hey.
- 22:06Du folgen das. Du hast die Nachricht
- 22:08geschrieben, die weicht ab von den anderen.
- 22:10Hat das einen speziellen Grund? Ja nein, wenn irgendwas ist,
- 22:13worüber reden sollten, reden wir einfach drüber, bitte.
- 22:16Und dann kommt ein Nein, dann kommt ein simples Nein, das
- 22:21nimmst du dann auch als gegeben hin.
- 22:24Ich akzeptiere es und beobachte weiter.
- 22:28Jetzt sind wir auf Augenhöhe. Genau das ist das bei mir auch
- 22:32so. Ich ich akzeptiere das auch
- 22:34erstmal. Aber ich erwische mich zum
- 22:37Beispiel in der Partnerin der Beziehung.
- 22:38Jetzt erwische ich mich halt auch häufig dabei, dass ich dann
- 22:41schon 23 mal mehr Nachfrage, so hör mal, was stimmt denn hier
- 22:45nicht? Und meistens, man möge es mir
- 22:47verzeihen, ich weiß, wie hört es und meistens habe ich auch recht
- 22:50damit, wenn ich das, wenn ich das ein Gespür habe, ja, dass
- 22:54irgendetwas es riecht, heute nicht nach Kaffee, es riecht
- 22:57hier nach Whisky, weißt du wie ich meine?
- 23:00Und erkläre mir das bitte. Warum ist das so?
- 23:04Weil ich weiß, es ist irgendwas und dann frage ich auch relativ
- 23:07häufig nach, muss ich zugestehen.
- 23:10Ja, das habe ich auch. Aber auch da spiele ich halt
- 23:12meine Szenarien durch. Könnte das an meiner eigenen
- 23:15Wahrnehmung liegen, ist es vielleicht gerade
- 23:18situationsbedingt oder ist tatsächlich irgendein
- 23:21beziehungstechnisches Problem vorhanden?
- 23:23Was ist ja schon wieder der nächste Struggle?
- 23:26Die man da hat, weil dann spielst du ja, du spielst ja
- 23:28mehrere Muster quasi ab, mehrere, mehrere Szenarien.
- 23:34Früher war das extrem kräftezerrend, also gerade in
- 23:36der Anfangsphase nach der Beziehung, nach der Beziehung,
- 23:39nach der Therapie, wo du ja quasi wieder auf den Alltag
- 23:42losgelassen wirst. Ich muss dazu sagen, ich war die
- 23:446 Monate stationär dort, wo du das ja quasi tagtäglich mit
- 23:50verschiedensten Therapien gezeigt bekommst und.
- 23:55Dann erstmal den Alltag zu finden und auch erstmal weiter
- 23:58dran zu arbeiten war schon war schon hart.
- 24:00War schon sehr hart und dieses Maß an Selbstkontrolle drauf zu
- 24:05achten, dass man nicht über die 60 hinausgeht, das war ein so
- 24:10täglich kräftezerrender Prozess, dass es sehr sehr schwer
- 24:14gefallen ist, irgendwie zwischenmenschliche Beziehung
- 24:16überhaupt zu knüpfen anfangs. Gerade dieses nicht über 60
- 24:19gehen lässt dir einfach keine Toleranzen zu.
- 24:22Ich mein, klar ist das Ziel von jedem so gut als so präventiv
- 24:27wie möglich zu handeln, dass man erst gar nicht drüber kommt.
- 24:31Aber es gibt ja diesen Spielraum zwischen den 60 und den 100
- 24:34irgendwo 6070 80, das ist ja irgendwie auch wie ein Puffer
- 24:39vor dem Point of No Return, aber diese Toleranzen, die die lässt
- 24:44du ja gar nicht zu, die kannst du gar nicht zulassen, weil es
- 24:47sonst halt vermutlich jedenfalls nicht mehr nicht mehr
- 24:50kontrollierbar ist. Nicht mehr kontrollierbar würde
- 24:54ich es nicht nennen. Also es ist nie so gewesen, dass
- 24:56ich aus einem dieser unterbewusstseinsgesteuerten
- 24:59Suizidalverhalten auch danach gehandelt hätte, aber es ist
- 25:03natürlich für Körper und Geist sehr anstrengend, das auf Dauer
- 25:08auszuhalten und damit zu interagieren und sich dann noch
- 25:11irgendwie wieder zu beruhigen, sich runter reduzieren, das ist
- 25:13halt der schwierige Punkt. Ich, ich, ich kenn es ja halt
- 25:18nur mal selber, wie wie der Körper darauf reagiert, wenn man
- 25:21wirklich da in in seinen in seinen Anspannungskurven
- 25:25festhängt irgendwo. Und ich hab ja jedes Mal das
- 25:28Gefühl, ich bin Marathon gelaufen danach oder da wär, da
- 25:31wär ne Straßenbahn drüber gefahren, das ist ja dann bei
- 25:35dir quasi permanent so gewesen. Hat das denn irgendwelche?
- 25:40Wie soll ich sagen, Langzeitschäden verursacht, weil
- 25:42es hat ja viel mit mit Muskelanspannung zu tun, dies
- 25:45das jenes mit den Nervenzentren und das auf Dauer kann ich mir
- 25:50schon vorstellen, dass deine Nervenbahnen da extrem darunter
- 25:53gelitten haben. Das ist bestimmt sehr gut
- 25:56möglich. Mir wäre bis dazu nichts
- 25:58bekannt. Du hast ja gesagt, ich darf
- 26:04fragen, weißt du? Weißt du, warum es bei dir
- 26:12anders Borderline ist? Ja nun mal stand der
- 26:15Wissenschaft, jetzt wird Borderline ja durch ein Trauma
- 26:17oder durch mehrere Traumata ausgelöst.
- 26:19So, man ist jetzt mittlerweile ein bisschen weiter, dass man
- 26:23sagt, es kann auch wer abwehren, aber ist jetzt erstmal egal.
- 26:25Weißt du was das so Hardcore ausgelöst hat?
- 26:29Weil das muss ja korrigiere mich wenn ich falsch liege, das muss
- 26:33ja auch permanente kleine Traumata.
- 26:39Als als als Ursache haben, dass man auch ständig dieses dieses
- 26:44wiederkehrende, suizidale, unterbewusst suizidale Gefühle
- 26:49hat oder Gedanken hat. Ja, das ist korrekt.
- 26:53Ich meine in meiner Vergangenheit, ein Teil meines
- 26:58familiären Verhältnisses war jetzt nicht das Grüne vom Ei
- 27:01oder das Gelbe vom Ei da war. Also, um es beim Namen zu
- 27:08packen. Mein Erzeuger hatte die
- 27:11glorreiche Idee, mich psychisch sowie körperlich regelmäßig
- 27:16anzugehen und im psychisch in einer sehr hochmanipulativen
- 27:22Methode mir einerseits einzureden, dass ich einen Dreck
- 27:25wert bin, dass es besser wäre, wenn ich gestorben wäre und das
- 27:29so gut wie täglich, und da fängt man natürlich irgendwann an an.
- 27:35Das eigene Leben nicht wertzuschätzen, das eigene, das
- 27:39Gefühl, nicht dafür zu haben, dass man Spaß am Leben hat oder
- 27:42leben möchte, sondern das ist einfach so ein beiläufiges Thema
- 27:45ist. Man lebt halt, es ist halt so,
- 27:48und das war mitunter so der Hauptauslöser dazu.
- 27:55Das heißt, im Umkehrschluss heißt es ja, wie du gerade
- 27:59sagst, wenn du ständig gesagt bekommst, ist es besser, wenn du
- 28:03nicht lebst. Manifestiert sich ja, das Hirn
- 28:07lernt ja quasi nichts anderes, wenn du Zeit deines Lebens
- 28:10gesagt bekommst. Du bist nichts wert, du solltest
- 28:14besser auf die andere Seite des Jordans, da hast du ja gar keine
- 28:18andere Wahl. Aber was macht denn die
- 28:21Erkrankung dann trotzdem so selten, weil es gibt ja ganz,
- 28:23ganz wenige nur die diese Form des Borderline tatsächlich
- 28:26haben. Was das Ganze so selten macht,
- 28:29ist, dass man ja normalerweise, wenn man.
- 28:34Über das Spannungslevel hinaus kommt von 80% und auf den Point
- 28:37of No Return zugeht, wo das rationale Denken ausschaltet und
- 28:42dann suizidal wird, ist in meinem Fall ja rein
- 28:47Unterbewusstsein des Steuerers bedeutet, solange ich die
- 28:50Kontrolle über meinen eigenen Körper habe.
- 28:53Ist es nicht das großartige Problem?
- 28:55Wenn ich aber zum Beispiel betrunken bin, unter
- 28:57Alkoholeinfluss, also quasi den aktiven Willensverlust habe,
- 29:02sodass das Unterbewusstsein einschaltet, dann wird es für
- 29:05mich bedrohlich, weil dann wird daraus nicht nur der
- 29:08Gedankengang, sondern auch die Tat dahinter.
- 29:11War das damals so, als der als der oder als die suizidalen
- 29:15Versuche da waren? Einer davon, ja.
- 29:19Der letzte, wo ich dazu auch dann in die die Therapie
- 29:22gekommen bin, der war ohne irgendeine Substanzeinfluss,
- 29:26sondern das war ein eine eine Übersprungshandlung aus dem aus
- 29:30dem 100% Punt of in Return. Tut sich die Frage
- 29:36logischerweise direkt auf, hat man es denn oder hat man es ist
- 29:40gut? Hast du es denn auch versucht
- 29:42mit mit anderen Substanzen einzudämmen?
- 29:49Inwiefern meinst du das genau? Drogen?
- 29:52Nee nee, also nachdem mir bewusst war, dass alles, was
- 29:57mein aktives Bewusstsein unterdrücken oder verändern
- 29:59könnte, das mit fördert, habe ich davon schon immer die Finger
- 30:04gelassen. Ich war einmal betrunken in
- 30:05meinem Leben, einmal hatte ich dann vollrauscht, da ist eine
- 30:08sehr bescheidene Situation entstanden, an die ich mich
- 30:10nicht mehr erinnern konnte, auf einer Geburtstagsfeier von
- 30:13meinen Freunden und seitdem habe ich nie wieder was angerührt.
- 30:18Krass, weil ich habe das, also wenn ich nicht weiter wusste,
- 30:22ich habe das immer versucht zu betäuben, da man sich schon
- 30:25lange dafür gebraucht um das nicht mehr zu tun und du sagst
- 30:28das so als ob so. Ja nee ist scheiße mal aber
- 30:31nicht, das muss man ja auch erstmal auf die Kette kriegen,
- 30:35hart, wie ist denn, wie ist denn der der Kontakt zu dem?
- 30:44Zu dem Erzeuger hat er sich dann irgendwann auch verloren.
- 30:48Musstest du den auch wirklich abbrechen, aktiv um um dich dann
- 30:53neu neu zu zu positionieren, mental oder ging das begleitend?
- 31:01Ja und Nein. Also im Prinzip, bis der
- 31:04springende Punkt war. Ich habe natürlich schon immer
- 31:05gemerkt, dass das Verhalten, was mir entgegengebracht wurde, so
- 31:09nicht richtig sein kann, aber nachdem ein Erzeuger auch noch
- 31:13Epileptiker war und. Und das sehr geschickt,
- 31:16manipulativ angestellt hat, war da immer so ein so ein
- 31:20Unterbewusstseinstechnisches, also untergrabenes, du bist für
- 31:25mich verantwortlich, wenn du dich nicht um mich kümmerst,
- 31:28dann kann ich nicht überleben, so auf dem Stil und
- 31:32dementsprechend war halt für mich so diese Abgrenzung anfangs
- 31:35noch gar nicht da, weil ich immer das im Gedankengang hatte,
- 31:37er ist krank, ich bin verantwortlich für ihn, ich muss
- 31:40das einfach aushalten, der kann dafür gar nichts.
- 31:43Und erst als meine Therapie vorbei war, also in der
- 31:45Therapie, hab ich dann erst festgestellt, so OK, nee, bis
- 31:48hier schlussende Grenze und dann hat sich auch mein Verhalten
- 31:52diesbezüglich geändert. Er hat auch nachdem ich von der
- 31:54Therapie zurück gekommen bin, nicht ein einziges Mal mehr
- 31:57versucht, also er hat es einmal versucht körperlich zu werden,
- 32:00aber hat es dann auch ganz schön wieder gelassen.
- 32:03Das heißt, er hat sich dann, er hat dich dann quasi noch mit
- 32:05seiner Epilepsie emotional erpresst.
- 32:09So, ja, wenn du dich nicht kümmerst, dann muss ich hier ja
- 32:12malig krepieren. So ungefähr.
- 32:15Ja, so ungefähr und vor allem als ich halt von der von der
- 32:18Therapie zurückkam. Also er hat mich kein einziges
- 32:20Mal besucht, das ist schon mal der nächste Punkt, und als ich
- 32:23zurückkam, waren die ersten Worte an mich, na, das Simulant
- 32:27ist wieder zu Hause und dann ist mir halt die Hutschnur geplatzt.
- 32:31Dann habe ich gesagt, Pass auf, Kollege, noch einmal so einen
- 32:34Text und nicht ballert die eine. Und dann war er erstmal etwas
- 32:38perplex, dass ich so mit ihm spreche und hat dann aber auch
- 32:42relativ schnell gemerkt, dass ich das ziemlich ernst meine.
- 32:46Hat er jemals wieder versucht, Kontakt zu dir aufzunehmen?
- 32:49Ja, mehrfach. Also diese Schiene mit
- 32:51Manipulation und ich bin für ihn verantwortlich.
- 32:55Ohne ihn gäbe es mich ja gar nicht, das ist noch oft
- 32:57passiert, ich hab Briefe bekommen, also er wurde dann.
- 33:02Ich meine, meine Mutter war ja hier im Gespräch mit dir schon
- 33:05drin. Dementsprechend kann ich selbst
- 33:06sagen, er wurde ja dann in eine in eine geschlossene Verwahrung
- 33:10gesteckt, hat einen staatlichen Fürsprecher bekommen, also einen
- 33:16Verantwortlichen für ihn und sowohl er als auch die haben
- 33:19natürlich immer wieder probiert Kontakt aufzunehmen, aber ich
- 33:21habe das immer unterbunden, weil mich das nicht interessiert, ist
- 33:23mir egal. Hat er eigentlich.
- 33:26Also kann sein, dass ich das jetzt in einem Schirm habe.
- 33:28Hat er eigentlich auch eine Diagnose gestellt bekommen?
- 33:30Bekommen. Weißt du da was von?
- 33:33Auf was bezogen auf seine Psyche oder auf er?
- 33:37Er hat die Diagnose bekommen für pathologischen Narzissmus.
- 33:43Oh okay. Ja, mit Tendenzieller extremer
- 33:48Gewaltbereitschaft. Ja, ich meine, es hätte ja deine
- 33:53deine Mama schon erzählt, wie es so im Prinzip geendet ist mit
- 33:57SEK Einsatz. Dies das jenes.
- 34:02Wie, wie gehst du denn? Ja, wie gehst du heute damit um
- 34:06und ist immer eine blöde Frage, aber wenn du das alles jetzt mal
- 34:09so Revue passieren lässt, wie hast du das oder wie siehst du
- 34:15und betrachtest du deine eigene Vergangenheit?
- 34:19Ich frage aus dem Grund, weil ich bin irgendwann her gegangen
- 34:22und habe keine Schuld mehr vergeben an meine Erzeugerin, ja
- 34:26weil mich das blockiert hat, wie bist du damit um oder wie gehst
- 34:28du damit um? Oder wie hast du damit
- 34:30abgeschlossen? Jetzt kommt wieder das blöde
- 34:35Wort, das keiner hören möchte. Radikale Akzeptanz, ich hab.
- 34:39Die besten beiden Wörter. Ich kann die Situation nicht
- 34:42verändern. Ich kann die Vergangenheit nicht
- 34:43verändern. Meine Jugend ist zu einem sehr
- 34:45großen Teil ziemlich beschissen gewesen, aber meiner Zeuge
- 34:52interessiert mich nicht, der soll machen, was er lustig ist.
- 34:54Das juckt mich kein Stückchen mehr.
- 34:57Vergibst du ihnen denn in irgendeiner Art und Weise noch
- 34:59schuld dafür, dass es so ist, wie es ist?
- 35:03Ja und Nein. Also schuld natürlich, weil
- 35:06jeder muss die Konsequenzen für sein Handeln tragen, aber es ist
- 35:12nicht so, dass ich mich darüber jetzt groß damit beschäftige und
- 35:15die zumindest irgendwie nachhalte, der ist da, wo er
- 35:18ist, gut aufgehoben, er ist nicht Teil meines Lebens, also
- 35:21nicht Teil meiner Zukunft und dementsprechend interessiert
- 35:23mich ja nicht. Ja, damit hab ich zum Beispiel
- 35:25lang gestruggelt. Ich hab auch gesagt, klar, so
- 35:28wie du gerade, die sind nicht Teil meines Lebens, ne die
- 35:30diejenigen die verantwortlich sind, sind sie aber doch
- 35:33irgendwie unterm Strich doch, und zwar genau dann, wenn man
- 35:38zum Beispiel in der Anspannung so hoch steigt, dass man, dass
- 35:42man es, dass es schwierig wird, dass es wehtut, dass man keine
- 35:46Ahnung bei den 6070 landet, wo dann immer wieder sich sagt so.
- 35:51Womit habe ich das verdient? Warum ist das so?
- 35:53Und dann sind sie ja doch irgendwie immer wieder Teil des
- 35:56Lebens, weil man in dem Moment, und ich bin lange her gegangen
- 36:00und habe in dem Moment gesagt, so ohne dich wird es mir jetzt
- 36:03nicht so beschissen gehen. Ja, kann nicht zur Hälfte so
- 36:09unterschreiben. Ich habe anfangs auch so
- 36:10gedacht, bis ich dann aber mal wieder mit dem 3 Parteien
- 36:15Prinzip. Mir überlegt habe, was ist denn
- 36:20eigentlich alles negativ und was ist überhaupt alles positiv.
- 36:23Und ja, natürlich das was passiert ist, ist beschissen.
- 36:27Andererseits hat es mich zu dem Menschen gemacht, der ich jetzt
- 36:29bin, und das ist jemand, der nicht schnell aufgibt, der
- 36:33ziemlich viel aushalten kann, wenn es drauf ankommt und der
- 36:36für die Leute, die ihm wichtig sind, da ist bis sonst wohin.
- 36:42Und dementsprechend sage ich. Ja, auch wenn mal die Anspannung
- 36:47nach oben gehen sollte, denke ich über das Thema sogar nicht
- 36:51drüber nach, weil es hat so viele Vorteile, auch was was
- 36:53zwischenmenschlich angeht, die Empathie, die Wahrnehmung, auch
- 36:57gerade in Beziehungen, der physische Kontakt zu einer
- 37:00anderen Person ist durch diese Wahrnehmung so viel intensiver,
- 37:04wo ich mir denke, das empfinden vielleicht andere gar nicht so,
- 37:06das ist. Das, was ich immer wieder sage
- 37:09und dann in diesen Momenten wird es dann auch zur Gabe.
- 37:12Dann war es wirklich auch zur Gabe und ich persönlich habe das
- 37:16irgendwann auch einfach eingestellt zu sagen, da sind
- 37:19andere Schuld daran, weil unterm Strich habe ich mir gesagt,
- 37:23liege ich jetzt hier und bin ich jetzt für mein Denken, für mein
- 37:27Handeln und für mein tun bin ich eigenverantwortlich, ich habe ja
- 37:31immer eine Wahl, ich kann ja sagen, den will ich nicht blöd
- 37:34und platt gesagt, eine Anspannung ist jetzt nicht immer
- 37:36so leicht wegzudenken. Aber im Großen und Ganzen, wenn
- 37:39man so ein Mindset entwickelt, also das ist meine Erfahrung,
- 37:42kommt diese Anspannung gar nicht mehr, weil ich mir einfach im
- 37:46Vorfeld sage, so selbst wenn, braucht kein Mensch, braucht
- 37:51kein Mensch, wie wäre denn die Situation?
- 37:58Keine Ahnung, du gehst zum Bäcker und der steht neben dir,
- 38:02was wäre? Das wäre einer der wenigen
- 38:06Situationen, wo definitiv mein mein Spannungspickel massiv
- 38:11steigen würde, weil vergeben werde ich ihm nie.
- 38:15Also ich werde niemals sagen können, dass das, was er getan
- 38:19hat, so in Ordnung war, aber es soll keinen keinen Einfluss auf
- 38:25mich und mein aktives Leben haben.
- 38:26Klar, wenn er vor mir stehen würde und dann natürlich durch
- 38:29Reizüberflutung alles hoch nach oben kocht.
- 38:32Weiß ich nicht, wie stark ich das unter Kontrolle hätte.
- 38:35Aber ja, verhindern kannst du es nie.
- 38:39Ich meine für mich wäre die Situation, ich würde den den
- 38:41Laden sofort wieder verlassen. Ich wollte gerade fragen, du
- 38:43müsstest ja auch quasi dann dafür, wenn wir mal bei der
- 38:46Metapher eine Registerkarte haben, ja ich den wieder raus
- 38:50nimmst und sagst okay so jetzt ist er super go da.
- 38:54Ich habe mir Gedanken gemacht vorher.
- 38:57Ja, also für mich ist. Ich habe natürlich sehr viel
- 39:00drüber nachgedacht, wie was wann, wo wäre.
- 39:02Ich wüsste auch ganz genau, wie er sich verhalten würde mit
- 39:05anscheindungen Gewaltandrohungen laut werden et cetera, aber ich
- 39:09bin ihm keine Rechenschaft schuldig.
- 39:11Ach meinst du also meinst du tatsächlich es würde in die
- 39:13aggressive Richtung gehen? Weil es ist ja oftmals beim
- 39:18Narzissten, der dann auf die Tränendrüse drückt und so?
- 39:21Ich habe dich so vermisst, dies das jenes.
- 39:24Ja, prinzipiell würde er das tun bei einer Person, mit der er,
- 39:30bei der er glaubt, dass das funktionieren würde.
- 39:32Die Situation war aber beim Ende hin schon so, dass also ich
- 39:37mein, er war ja auch gegenüber meiner Mutter mehr oder weniger
- 39:41öfters handgreiflich oder hat es versucht, es hat sich aber dann
- 39:45irgendwann so raus kristallisiert, dass er wusste,
- 39:47wenn ich anwesend bin, sollte er das nicht tun, weil die Spannung
- 39:50zwischen ihm und mir schon so aufgeheizt war.
- 39:53Dass es jede Sekunde hätte richtig knallen können.
- 39:56Dementsprechend hatte es bei mir nicht mehr mit mit der
- 39:59Mitleidstour probiert. Also es war über, ich glaube 2
- 40:03Jahre war es so, dass ich ein sehr, sehr wachsames Auge hatte,
- 40:11was das Ganze anging und er wusste, er darf in meiner
- 40:17Gegenwart keine keine Art von Aggression mehr zeigen,
- 40:19ansonsten wird, das wird das heftig werden, es.
- 40:23Kann ich ja nur von mir ausgehen und mit meiner Impulsivität
- 40:30daran gehen. Habe ich das alles zu höre ganz
- 40:34platt gefragt, kriegt man nicht irgendwann mordgedanken und sagt
- 40:36so, ich kann das nicht mehr ertragen, die habe ja selbst ich
- 40:41gehabt so, ich will jetzt, dass du, dass das aufhört, und zwar
- 40:47nicht an sich selber, sondern dass man dann sagt, ich mach
- 40:48dich weg, ganz plump gesagt. Natürlich kommt irgendwo mal der
- 40:53Gedanke dazu, aber prinzipiell war es für mich eher so.
- 40:56Ich ich bin kein sehr streitfreudiger Mensch, ich
- 40:58versuche Streitereien et cetera eher aus dem Weg zu gehen oder
- 41:02das in in in einem normalen ruhigen Ton aus zu
- 41:05auszusprechen, aber gerade in diesem Punkt war das für mich
- 41:09eher so ein ich werd nicht laut, ich werd eher still und.
- 41:17Irgendwann merkt man mir die Anspannung schon an und dann hat
- 41:19auch er gemerkt, man wo wo die Grenze zu ziehen ist, wo er sich
- 41:22zurückziehen sollte. Weil wenn ich mir das so
- 41:25vorstelle, du bist ja quasi ständig ständig in Lauerstellung
- 41:28gewesen. Ja, du musst es ja ständig die
- 41:31Situation aufsaugen und ständig am Schirm haben.
- 41:35OK, wie ist die Spannung gerade hier, wie ist die Spannung im
- 41:38Raum, wie ist die Spannung bei ihnen, was kann als nächstes
- 41:40passieren, man ist ja ständig unter Strom, ständig.
- 41:44Ob es eine selbst betrifft, ob es dann die Mutter betrifft oder
- 41:47wie auch immer. Und da stelle ich mir maximal
- 41:51maximal anstrengend vor und. Würde man, würde man denken, ja,
- 41:56aber ich habe das. Ich wusste ja, dass er einen
- 42:00gewissen Hass auf mich schiebt, also habe ich halt die Situation
- 42:02genutzt, um alles, was sich gegen meine Mutter richtet, zu
- 42:07reduzieren, indem ich ihn aktiv provoziere, also nicht
- 42:10provozieren, indem ich ihn beleidige.
- 42:12Sondern indem ich einfach anwesend bin im Haus, im selben
- 42:15Haus. Und damit wusste ich okay gut,
- 42:18er schiebt sowieso auf den Hass auf mich, dementsprechend werde
- 42:20ich alles abbekommen, was solange ich da bin und
- 42:24irgendwann war mir das egal. Ich habe eigentlich nur darauf
- 42:27gewartet, dass er was macht, dass er es wieder probiert,
- 42:30deswegen war das nicht so wirklich unter Strom stehen, mit
- 42:34übelst wachsam sein, sondern halt eher so ein.
- 42:37Wann passiert es denn letztendlich, wann kommt er denn
- 42:39letztendlich? So.
- 42:42War quasi wieso ein Lauern? Ja.
- 42:48Wenn ich dir die Frage stelle, die Frage habe ich mir auch
- 42:51schon ganz oft gestellt, vermisst man den Vater.
- 42:55Nee, ich hatte zu ihm niemals ein wirkliches Vater Sohn.
- 42:59Verhältnis ich meine, ich meine vor allen Dingen vor allem ich
- 43:01meine das jetzt so auf die auf die auf die Zeit des des Kindes
- 43:06und des des Früh Jugendlichen, dass man sagt, so okay.
- 43:11Das ist ja quasi nur n Unmensch, der da vor dir steht.
- 43:15Sollte aber doch eigentlich ein Vater sein, hast du das nie
- 43:19irgendwie so? Ich sag vielleicht so vermissen
- 43:21das falsche Wort, aber ich denke.
- 43:23Kann, kann ich ehrlich gesagt so nicht sagen.
- 43:25Die Situation war ja das als eher Epilepsie bekommen hab, da
- 43:29war ich gerade 9 und ab diesem Zeitpunkt hat ja meine Mutter in
- 43:33mehrere Jobs reinschlüpfen müssen und dementsprechend war
- 43:37ich ja automatisch gezwungenermaßen in die
- 43:39Situation gedrückt, dass ich. Nach der Schule meine Freizeit
- 43:43reduziere und auf ihn aufpasse, weil es könnte jedes Mal ein
- 43:47großer Anfall passieren, er sich irgendwo aufschlagen und sterben
- 43:49dabei. Dementsprechend war ich seit
- 43:51meinem neunten Lebensjahr in eine aktive Elternposition
- 43:56künstlich geschoben und damit kam dieses sich einen Vater
- 44:02wünschen niemals auf, weil ich war eigentlich immer in dem in
- 44:05dem Modus okay ich muss meine Sachen machen die notwendig sind
- 44:09und dann. Habe ich meine Verantwortung zu
- 44:11tragen? Das heißt ja im Umkehrschluss
- 44:15nichts anderes als du bist ja der, ich sage mal in
- 44:19Anführungszeichen normalen Kindheit komplett beobborn so
- 44:22dieses dieses mit Freunden rausgehen, was weiß ich am am
- 44:26Spielplatz rumhängen, ins Kino gehen, Fußball spielen, was weiß
- 44:30ich, was man so als Junge eben macht.
- 44:32Das war im Prinzip war im Prinzip so, ja quasi sobald
- 44:35meine Mutter zugekommen ist, wurde ich quasi abgelöst in
- 44:38Anführungszeichen, mit mit aufpassen und dann habe ich halt
- 44:42versucht, den Aktivitäten irgendwie nachzugehen, manchmal
- 44:44mehr, manchmal weniger. Ich glaube, man kann sich das
- 44:51mit deiner Geschichte so in Kombination ansatzweise
- 44:53vorstellen. Warum das zu dieser Diagnose
- 44:56führt oder zu dem zu dem ganz speziellen Borderline verhalten.
- 45:01Das kann man schon nachvollziehen, aber ich
- 45:03empfinde das, als wenn ich so deine Geschichte als als
- 45:07ziemlich krass muss ich dir ganz ehrlich sagen und also erstmal
- 45:11hast du meinen absoluten Respekt, weil wir haben ja auch
- 45:13schon vorher geschrieben und so weiter und sofort gesprochen
- 45:16jetzt und ich kenne die Geschichte auch so ein bisschen
- 45:19klar, aber da so reflektiert hier zu sitzen und das auch so
- 45:26und das kannst du ja gut so analytisch auch rüberzubringen.
- 45:30Da gehört schon einiges. Also Chapeau, den Hut, den ich
- 45:33nicht auf habe, den ziehe ich da gerne vor dir.
- 45:36Ja, trotzdem noch mal meine Frage, weil ich kriege das nicht
- 45:42so ganz zusammen, also mit normal zwischenmenschlichen
- 45:45Verhältnissen ist jetzt egal ob auf Beziehungs oder
- 45:47Freundschaftsebene hast du aber trotzdem für dich ein komplett
- 45:52neutrales Verhältnis entwickeln können?
- 45:54Ja, und das ist das ist eine Meisterleistung finde ich das.
- 45:58Finde ich so. Es gibt natürlich Punkte, die
- 46:02ich ausgrenzen muss. Also ich hab zum Beispiel
- 46:06zwischenmenschlich also normale, alltägliche Dinge, gar kein
- 46:09Problem, womit ich n Problem habe ist zum Beispiel in meinem
- 46:13direkten Umfeld, wenn jemand stark alkoholisiert ist.
- 46:16Das ist für mich n Thema, das geht nicht, das heißt, wenn ich
- 46:19mit Freunden unterwegs bin oder mich treffe und die sagen, Hey,
- 46:22wollen wir was trinken, dann sag ich OK, gut, da bin ich raus.
- 46:26Oder auch mit einer Partnerin, wenn die sagt, sie möchte
- 46:27irgendwo in eine Bar oder sowas gehen, sag ich gut, da bin ich
- 46:29raus, das ist nicht mein. Thema.
- 46:32Aber sonst kein Thema. Krass, weil du hast ja diese.
- 46:38Du hast ja diese soziale Interaktion, die hast du ja
- 46:42quasi gar nicht gelernt in dem Alter, wo es eigentlich am
- 46:45wichtigsten ist, wo das, wo das für das Kind auch im Kindesalter
- 46:49819 11, da fängt es ja richtig an, diese soziale Interaktion.
- 46:54Das ist ja mehr oder weniger an dir vorbeigelaufen.
- 46:57Ja und Nein. Ich hatte das Negativbeispiel,
- 47:00nachdem ja durch die Epilepsie meines Erzeugers auch extrem
- 47:05viel Krankenhausaufenthalte waren, wurde ich natürlich auch
- 47:08sehr oft aus der Schule geholt, dementsprechend war ich einige
- 47:11Jahre das Mobbingopfer der Blaumacher, der ständig abgeholt
- 47:16wird und nicht am Unterricht teilnimmt.
- 47:19Alex, das kommt noch oben drauf. Korrekt?
- 47:24Ja, krass. Das heißt ja eigentlich, du
- 47:32müsstest ja also nach meinem Verständnis ne, dass es nicht so
- 47:36ist. Um Gottes Willen, schön, dass es
- 47:38so ist, aber nach meinem Verständnis dürftest du ja
- 47:41keinem Menschen auf dieser Welt mehr nur irgendwas weise trauen
- 47:45oder mit dem ganz normal sozial interagieren.
- 47:52Da sind ja, so wie ich das raus nur negativereignisse man
- 47:56behaftet. Könnte man so meinen.
- 47:59Aber wie gesagt, für mich ist es halt das das reine Mindset
- 48:02Thema. Es ist natürlich es kann immer
- 48:04was passieren, es kann du kannst der Menschen 20 Jahre lang
- 48:07können und der hat plötzlich ne Entwicklungsphase und dreht sich
- 48:10um 180 Grad und wird zu einem ganz anderen Menschen.
- 48:12Es kann immer irgendwie negativbehaftung antreten aber
- 48:17das ist ich nehm es so wie es ist wenn es kommt dann kommt es
- 48:20ich kann es nicht verhindern. Wann oder was hat bei dir den
- 48:24Ausschlag gegeben zu sagen, ich muss mein Mindset ändern, weil
- 48:28du weißt ja, ich, ich bin genauso verfahren, ganz genauso.
- 48:34Wann war der Punkt, wo du gesagt hast alles klar, es spielt sich
- 48:38alles im Hirn ab, logischerweise, da muss ich was
- 48:40tun, wann war dieser Punkt, warum war der konkret?
- 48:45Als ich Verknüpfungen geschlossen habe zu meinem
- 48:47eigenen irritationalen Verhalten, spricht zum Beispiel
- 48:50nur als Beispiel. Ich war in einer Beziehung, die
- 48:53Partnerin hat gesagt, sie geht mit Freundinnen weg und sie
- 48:57wurde nach Hause gebracht von ihrem besten Freund so, da war
- 49:02natürlich dann gleich stresspegel nach oben, weil das
- 49:05entspricht nicht dem, was sie ursprünglich gesagt hatte, und
- 49:10dann fingen natürlich auch noch die passiven Trigger dazu an und
- 49:13ich bin. Vollkommen neben der Spur
- 49:14gelaufen und hab ihr Unterstellungen gemacht, die gar
- 49:16nicht gerechtfertigt gewesen sind, denn hätte ich das
- 49:20Gespräch gesucht und einfach nachgefragt, hätte ich
- 49:23festgestellt, dass sie den Bus verpasst hat und er aber gerade
- 49:27nebenan war und sie einfach nach Hause gefahren hat.
- 49:30Aber ich hab mich davon von den negativen Gedanken von den
- 49:34Triggerpunkten so irrational selbst verfahren lassen, dass
- 49:39ich. Gemerkt habe, so kann ich a
- 49:42selber nicht mit Menschen umgehen und zweitens ist es für
- 49:44mich selbst massiv schädlich. Und dann hast du quasi alle
- 49:51Automatismen von dir. Hinterfragt ja, also ich hab im
- 49:56Prinzip angefangen dieses dieses Prinzip mit den Realitätscheck
- 50:00durchzuführen, selber den Spiegel vorzunehmen hatte ich ne
- 50:03Situation, mit der ich nicht klar gekommen bin, hab ich die
- 50:05positiv negativ Aspekte aufgeschrieben, hab dann mit dem
- 50:08Gegenüber gesprochen, dass die bitte dieselben Aspekte
- 50:11aufschreiben soll und hab dann abgeglichen, war meine Reaktion
- 50:14überhaupt korrekt? War meine Wahrnehmung überhaupt
- 50:16korrekt und wieder und entspricht das was ich erwartet
- 50:20hab ob der Realität? Und habe das dann so nach.
- 50:23Das Schnittmengenprinzip so was in der Schnittmenge
- 50:26übereinstimmt, ist dann ein Fakt.
- 50:30So richtig, mit dem kann man dann arbeiten.
- 50:33Ja, ich mache das im Coaching immer so, ich wenn ein Gedanke
- 50:37im Kopf kommt, dann lasse ich meine Coachies immer erst mal
- 50:39nach dem Beweis zu den Gedanken gucken, was ist der Beweis zu
- 50:42meinen Gedanken, was spricht dagegen, was würde ich anderen
- 50:44raten, so verfahre ich aber die Pro und Kontrolliste ist ja auch
- 50:48ein absolut. Probates Mittel dafür, ja.
- 50:54Ja, vor allem. Man kann es halt noch ein
- 50:55bisschen erweitern, indem man halt dann noch den, das habe ich
- 50:57dann später gemacht, die Punkte mit dazu genommen.
- 51:00Was hätte das Negativergebnis für mich dann tatsächlich für
- 51:04eine Auswirkung? Es kann der Freundschaft kaputt
- 51:07gehen, es kann der Beziehung kaputt gehen, ja, aber es ist
- 51:10für mich nicht lebensbedrohlich, es zerstört nicht meine
- 51:12Existenz, es zerstört mich nicht als Mensch und dementsprechend
- 51:16kann ich diesen Schmerz. Oder ich sag jetzt nennst
- 51:20einfach mal schmerzlichen Verlust in Anführungszeichen
- 51:22einfach akzeptieren, weil auch wenn ich vielleicht eine gewisse
- 51:25Mitschuld trage an Situationen, die entstanden sind, ist
- 51:29deswegen der Lebensweg nicht zu Ende, man wird immer Konflikte
- 51:34haben, man wird immer auf ne Situation treffen, die man
- 51:36vielleicht mal falsch bewertet. Aber gerade der emotionale ich
- 51:42meine, ich komme aus dem Kampfsport.
- 51:44Ne so und ich habe viel Schmerz extern zugeführt gekriegt,
- 51:48gewollt nach Absprache, wie auch immer so aber zum Beispiel ein
- 51:52Trennungsschmerz, beziehungsschmerz, ein
- 51:54Verlustschmerz generell sei es jemand trennt sich, jemand
- 51:59stirbt oder wie auch immer der ist.
- 52:00Das ist ja noch mal eine ganz andere Hausnummer.
- 52:02Ja. Und diesen Schmerz zu, wie soll
- 52:05ich sagen, zu zu kalkulieren, oder?
- 52:09Oder den, den nicht die Bedeutung dann in dem Fall
- 52:13beizumessen. Das stelle ich mir hart vor,
- 52:19ehrlicherweise ganz hart und für mich, für mich persönlich kaum
- 52:24umsetzbar. Das heißt ja, der Schmerz hat
- 52:26auch eine Registerkarte sozusagen.
- 52:29Ja, so könnte man es bezeichnen, aber da habe ich halt den
- 52:32Ansatzpunkt gewählt. Wenn man jetzt mal zurück geht
- 52:34auf die auf die Basic von Borderline.
- 52:37Da ja das als Persönlichkeitsstörung
- 52:41bezeichnet wird. Du hast ja eigentlich eine eine
- 52:45Überentwicklung an hormonellen Ausschüttungen im eigenen
- 52:48Gehirn, sprich das was du fühlst ist korrekt, die Intensität
- 52:53dahinter ist halt übersteuert, sprich es ist nicht.
- 52:57Es ist nicht negativ oder oder böse, aber das, was wir
- 53:00empfinden, ist gerechtfertigt, aber einfach nur stärker als bei
- 53:03den anderen. Und für mich ist halt der
- 53:05Ansatzpunkt, dass ich sage, dass ich diesen Trennungsschmerz
- 53:09habe, zum Beispiel, jeder andere ist vollkommen normal, dass das
- 53:14so extrem ist, liegt aber nicht daran, dass ich falsch bin,
- 53:17sondern einfach, dass mein Kopf das oder die, die die
- 53:21Verhormone, die Hormone, die Botenstoffe et cetera, das
- 53:24einfach übersteuern. Und ich nehme da halt hin, die,
- 53:29ich nenne es mal Relevanz raus das zu überzubewerten, indem ich
- 53:34sage, das Gefühl hat sich es gerechtfertigt, aber das Maß,
- 53:36was ich fühle, ist übertrieben, also reduziere ich es selbst auf
- 53:42das Level, was normal wäre, auch wenn ich es anders fühle.
- 53:48Ich muss, ich muss dem gerade folgen.
- 53:50Ich, ich verstehe was du sagst, das heißt also?
- 53:53Du gehst eigentlich her und Minimierst oder Subtrahierst von
- 53:58dem von dem übermäßigen Fühlen minimierst du auf ein in
- 54:04Anführungszeichen normales oder Genormtes fühlen.
- 54:08Also ich spreche jetzt einfach mal Liebeskummer, den, den wir
- 54:12ja halt noch mal viel schlimmer empfinden, den regulierst du auf
- 54:15Normalmaß, Liebeskummer oder schaltest du Liebeskummer ab?
- 54:21Ich glaub damit kann man das glaub ich jetzt gerade am besten
- 54:23erklären. Weder noch.
- 54:25Also ich, ich reguliere es nicht runter, was ich fühle, sondern
- 54:28ich reguliere den, die die Bedeutung dahinter.
- 54:31Das Thema ist. Borderliner ist ja, dass man von
- 54:33von diesem Übermaß an Gefühl überfordert ist.
- 54:36Und ich nehme diesen Gedankengang der Überforderung
- 54:39raus, indem ich sage, das Gefühl ist korrekt, das Gefühl ist
- 54:42zutreffend, das ist gerechtfertigt so, aber die
- 54:45Intensität darf ich nicht selber überbewerten, denn das hat
- 54:49nichts damit zu tun. Dass das falsch wäre, sondern
- 54:54dass es einfach nur ein physischer Prozess ist, der mit
- 54:56oben drauf spielt. Also ich nehme quasi, dass das
- 55:00Gefühl, selber lass ich so wie es ist, aber ich nehme mir die
- 55:02Wertigkeit um 5060% runter. Ja, ist klar, ist klar krass
- 55:08krass. Wie sprichst du mit dir?
- 55:13Und zwar hört sich jetzt erstmal blöd an die Frage wenn du wenn
- 55:18du. Anders ich, ich drösel jetzt mal
- 55:24diesen diesen Unterbewussten drang oder dieses Unterbewusste
- 55:28empfinden, so Scheiße, das könnte jetzt mein Ende sein, so
- 55:33das drösel ich jetzt mal auf diese, du hast vorhin irgendwann
- 55:35gesagt, eine Millisekunde früher war es wahrscheinlich mehr
- 55:37häufiger, wie auch immer, ich drösel das mal auf, wie
- 55:41kommunizierst du dann mit dir, das ist schwierig zu.
- 55:46Beantworten. Früher war das eher ein.
- 55:50Boah, nicht schon wieder. Lass mich jetzt in Ruhe mit dem
- 55:52Scheiß und mittlerweile ist es so ein.
- 55:54Hast du was gesagt, interessiert mich nicht.
- 55:59Also so wie in jeder normalen Beziehung.
- 56:06Ja Wahnsinn, Wahnsinn, wie stolz bist du auf dich, ernsthaft
- 56:12ernst? Wirklich eine ernst gemeinte
- 56:14Frage? Wie sehr kann Alex sich auf die
- 56:16Schulter klopfen für sich selber so im stillen Kämmerlein?
- 56:2120%. Von 20 nee.
- 56:27Von 100. Ich habe es mir fast gedacht.
- 56:33Ich meine, hier hören viele, viele Betroffene zu und auch
- 56:37viele Angehörige, die es natürlich auch tagtäglich anders
- 56:40erleben, für die oder für viele ist das was du.
- 56:47Jetzt gerade erzählt aus deiner Erfahrung und auch vor allen
- 56:50Dingen auch aus deinem Umgang heraus damit sind das
- 56:54Paralleluniversen, kommst aber aus derselben Voraussetzung, so
- 57:00es ist ja das, was ich mit meinem Mindset, Programm und so
- 57:03weiter und sofort und auch meinem Coaching versuche zu
- 57:05vermitteln, das ist alles über Kraft der Gedanken und so weiter
- 57:09ist ja alles gut so, aber du hast das komplett für dich
- 57:12alleine durchgezogen und hast trotzdem nur 20% warum?
- 57:17Warum zum Geier sind das nur 20%?
- 57:22Das hat zum einen damit zu tun, dass mein, also ich weiß ja, es
- 57:25heißt immer gerade in in, in Therapie oder auch im Coaching
- 57:28heißt es, man soll sich selbst akzeptieren, sich selbst zu
- 57:31lieben ist ist Key, um mit vielen mit vielen Punkten
- 57:36aufarbeiten zu können. Für mich ist das, ich habe das
- 57:39oft und extrem probiert, das irgendwie hinzukriegen, aber ich
- 57:43schaffe das nicht. Und dementsprechend habe ich
- 57:45gesagt, für mich sind das 20%, weil A es geht besser und b ich
- 57:52möchte nicht in einen Überflugmodus schalten, wo ich
- 57:56wieder Anfänge zu übersteuern mit Wahrnehmung, sondern ich
- 58:00möchte geerdet bleiben und habe lieber Luft nach oben, als dass
- 58:05ich irgendwann denke, boah, ich bin jetzt so gut, ich hab das so
- 58:08gut hinbekommen und dann Kleinigkeiten, die aber
- 58:12essentiell sind. Aus dem Blickfeld lasse.
- 58:17Ja, das ist aber 20% ist keine Luft nach oben 20%, der ist in
- 58:22der klaffen Universum selbst. Ich bin irgendwann hergegangen
- 58:29und habe gesagt, das ist schon enorm was ich geleistet habe im
- 58:32Vergleich zu. Ich habe ja meine eigenen
- 58:34Vergleiche, meine persönliche Entwicklung kann ja nur ich
- 58:37nachvollziehen. Wie habe ich keine Ahnung.
- 58:40Vor 5 Jahren in derselben Situation reagiert?
- 58:43Wie reagiere ich heute, wie gehe ich mit den Dingen um, was hat
- 58:46sich geändert, was hat sich getan und du hast völlig recht,
- 58:48am Zenit wird man niemals ankommen, das ist klar, das wäre
- 58:52irrsinnig, kein 100 Meter Läufer läuft jeden jedes Rennen neuen
- 58:56Weltrekord, da brauchen wir nicht drüber reden, aber wer
- 58:59einmal ein Weltrekord gelaufen ist, kann doch schon stolz auf
- 59:02sich sein. Stimme ich der prinzipiell zu?
- 59:06Für mich ist halt der Background, dass.
- 59:08Ich zähle halt die Kindheit, die die Jugendliche Zeitalter und
- 59:14das frühe Erwachsensein da gar nicht mit rein, weil du hast ja
- 59:17da noch gar nicht so die mentale Reife, alles so zu bewerten,
- 59:21sondern du funktionierst ja eigentlich eher mehr oder
- 59:24weniger. Das sehe ich ein bisschen
- 59:25anders, weil die Kindheit und das frühe Erwachsenenalter hast
- 59:30du in dem Moment völlig richtig. Klar kriegst du das nicht mit,
- 59:34das arbeitest du aber auf. Und dann hast du noch mal eine
- 59:39Aufarbeitungsphase, wo du es quasi spätestens, also
- 59:43frühestens in der Therapie, spätestens aber in der
- 59:46Auseinandersetzung mit sich selbst, wo du sie mit
- 59:48einbeziehen musst. Also kann man die nicht
- 59:51rausrechnen. Das ist so ist mein Gedanke, ich
- 59:53habe sie bewusst immer mit Reingerechnet.
- 59:56Also ich, ich stimme dir da hundertprozentig zu, was
- 1:00:00wahrscheinlich für viele Borderliner et cetera angeht,
- 1:00:02die aufgrund der Traumata gewisse.
- 1:00:06Merkmale haben in ihrem Verhalten aber was sollte ich
- 1:00:12denn an der Vergangenheit wirklich aufarbeiten?
- 1:00:15Denn das Verhalten was mir gegenüber gezeigt wurde, wie mit
- 1:00:19mir umgegangen wurde, ist ja nichts, was ich hätte A
- 1:00:22verhindern können oder b was von mir aktiv ausgelöst wurde durch
- 1:00:27falsches Verhalten. Das stimmt, aber unterm unterm
- 1:00:29Strich gibt es immer ein Ergebnis.
- 1:00:31Ja, ist mir. Egal, ob du dafür schuld war
- 1:00:33oder du daran beteiligt warst und andere oder wie auch immer.
- 1:00:36Aber es gibt dann Fakt, der einen begleitet hat, so erkläre
- 1:00:42ich das immer für mich, ich finde das aber Wahnsinn, wie du
- 1:00:45das für dich deichsels, weil das ist das Gefühl für mich, ich
- 1:00:50weiß nicht, wie das jetzt andere sehen, die das jetzt hören,
- 1:00:53Gefühl für mich ist das noch mal eine Form des Borderlines die.
- 1:01:01Ich glaube an Steigerungen. Ihresgleichen sucht glaube ich
- 1:01:05natürlich besser. Es gibt Borderline mit
- 1:01:07Paranoidität, mit Schizophrenie und so weiter braucht man nicht
- 1:01:10drüber reden, alles hat irgendwo natürlich seine eigene Schwere,
- 1:01:14so, aber wenn ich pauschal erstmal nur den Fakt zugrunde
- 1:01:18lege, da ist jemand, der hört sich erstmal laut Diagnose an,
- 1:01:25der ständig suizidal ist, in welcher Form auch immer.
- 1:01:29Und das stelle ich mir einfach, das Stelle ich mir wahnsinnig
- 1:01:31vor. Und wenn ich aber dann höre, wie
- 1:01:35der Umgang damit ist, und ich weiß nun mal, wie der DBT läuft
- 1:01:39und wieviel Mindset Arbeit dahinter steckt, dann bin ich
- 1:01:43auf jeden Fall stolz auf dich, als du auf dich so Punkt.
- 1:01:50Ja, ich sag's mal so. Meine, also mein, meine
- 1:01:54persönliche Art der Therapie oder der Handhabung damit ist
- 1:01:56halt sehr viel mit Selbstkontrolle und
- 1:01:58Selbstwahrnehmung. Für mich ist das halt n sehr
- 1:02:01sehr starkes Grundelement und Grundbedürfnis und ich hab das
- 1:02:05Halt in Kombination mit der radikalen Akzeptanz für mich so
- 1:02:09vereinbart, dass Familie ist für mich nicht Blut, sondern Familie
- 1:02:13sind die Menschen, die ich mir aussuche.
- 1:02:14Dasselbe gilt für Freundschaften und Beziehungen und wenn es ich
- 1:02:19nenn es mal. Objekte gibt, egal ob es jetzt
- 1:02:22Menschen sind oder andere Faktoren, die meinen,
- 1:02:25Grundfrieden so weit gefährden. Dann trenne ich mich davon ist
- 1:02:30mir egal, wer das ist oder was das.
- 1:02:33Ist ist mir egal, so verfahre ich genauso.
- 1:02:34Ich habe gesehen, du hast in deinem in deinem rechten
- 1:02:39Oberarmunterarm hast du eine Foto tätowierten Fotoabdruck
- 1:02:43sind für dich Tiere die besseren Menschen?
- 1:02:45Oh ja, auf jeden Fall also. Es gibt natürlich gute Menschen,
- 1:02:51aber ich sage mal so viele, viele Menschen, die gerade noch
- 1:02:56nie in irgendeiner Art und Weise mit psychischen Problemen in
- 1:02:59Kontakt getreten sind, denen fehlt es an Wahrnehmung, an
- 1:03:04Empathie, die gehen einfach durchs Leben und nehmen was um
- 1:03:08sie rum passiert, gar nicht so aktiv waren.
- 1:03:09Das kannst du halt bei jedem Tier, ob Hund oder Katze, mit
- 1:03:13dem wir interagieren, kannst du das halt nicht sagen, sondern
- 1:03:16die spüren ganz genau, wenn irgendwas nicht stimmt.
- 1:03:19Und da Hack ich auch immer ein und da sag ich und das tun wir
- 1:03:21genauso, wir haben auch so so ganz, ganz ausgeprägten
- 1:03:25Instinkt, was Menschen angeht, was Umgebung angeht, was
- 1:03:28Wahrnehmung angeht, was was dieses, was liegt in der Luft,
- 1:03:34was das angeht, dass das bei uns extrem ausgeprägt ist, sei es
- 1:03:37nur aus einer reinen Vorsichtsmaßnahme heraus.
- 1:03:41Ja, krass jetzt. So abschließend.
- 1:03:45Wie ist das so jetzt für dich? Darüber über eine Stunde geredet
- 1:03:48zu haben? So es ist ja auch viel wo, wo
- 1:03:52man vieles auch wieder in Erinnerung rufen muss, sprich
- 1:03:55Vergangenheit, Verhaltensmuster, eigene Verhaltensmuster,
- 1:03:58dämliche Fragen von dem anderen, wie ist das dann so nach der
- 1:04:02Stunde jetzt für dich, triggert da irgendwas oder ist es.
- 1:04:08Für mich ist das ganze tiefenentspannt.
- 1:04:10Ich meine, wenn das, was ich erzählt habe oder meine
- 1:04:12Erfahrungen, die ich geteilt habe, anderen, die ähnliche
- 1:04:15Probleme haben oder auch ähnliche Symptomatik haben,
- 1:04:18weiterhelfen kann, dann ist es mehr, als ich mir davon wünschen
- 1:04:21könnte. Aber ja, mit meiner
- 1:04:27Selbstwahrnehmung und meinem, also ich bin absolut nicht
- 1:04:29perfekt, ich habe meine Fehler, aber ich glaube mit dem Umgang
- 1:04:32den ich damit habe fahre ich gut genug um sagen zu können, dass.
- 1:04:37Es außer gerade essentielle Thematiken nicht mehr wirklich
- 1:04:41viel gibt, was mich aktiv noch triggern kann.
- 1:04:44Ja, krass, krass. Und die Essenz, die für mich so
- 1:04:49wichtig ist. An dieser Folge, ist ganz
- 1:04:52einfach, damit die Leute auch mal sehen, dass dieses dieses
- 1:04:55Kraft der Gedanken ich bin, was ich denke, wenn ich mir immer
- 1:04:59wieder sagt, wie Scheiße ich bin, werde ich es bleiben oder
- 1:05:01werde meine Situation nicht verbessern können, sagen wir es
- 1:05:03mal so. Und dass das das meiner Meinung
- 1:05:06nach und so verstehe ich dich auch, dass das der Schlüssel
- 1:05:10ist, dass das wirklich der Schlüssel zu allem ist.
- 1:05:13Natürlich braucht man Tools, na klar, die braucht man, um so wie
- 1:05:17du sagtest. Ich ziehe mich dann zurück und
- 1:05:19so weiter aber das sind ja auch Sachen, die man sich selber
- 1:05:23irgendwo dann entwickelt hat. Das ist richtig, ja.
- 1:05:25Also ich würde sagen, man kann da auf 2 Wege hinzugehen.
- 1:05:28Es gibt einmal den Weg, dass man sich selbst bestärkt, dass man
- 1:05:31das überstehen kann, dass man es aushalten kann.
- 1:05:33Und es gibt ja Rente 2, die für mich gegolten hat.
- 1:05:35Das ist, dass ich mich selbst so sehr in Frage stelle, dass ich
- 1:05:40versuche rauszufinden, wo habe ich den
- 1:05:42Optimierungsmöglichkeiten, wo kann ich ansetzen, um mir selbst
- 1:05:46nicht zu schaden und anderen nicht zu schaden, und ich bin
- 1:05:49über diesen weggegangen. Der kam bei mir in in dem Zuge
- 1:05:56tatsächlich. Erst war es eine sehr ich
- 1:05:58bezogene Sache. Was kann ich an mir ändern?
- 1:06:01Ja und? Und dann kam erst darüber
- 1:06:04hinaus, als ich dazu für mich abgeschlossen hatte, kam so der
- 1:06:07Punkt OK und was bedeutet das im gleichen Atemzug, wie gehe ich
- 1:06:12auch mit anderen Menschen um, wie, wie, wie setze ich die
- 1:06:17Empathie, die ich definitiv noch mal habe, das weiß ich, aber wie
- 1:06:20setze ich die ein und kann dann auch vernünftig mit den mit dem
- 1:06:25mit meinen Mitmenschen leben umgehen, sodass ich auch
- 1:06:29trotzdem noch darüber hinaus glücklich bleibe.
- 1:06:32Ich denke, falls das dir oder deinen deinen Zuhörern da
- 1:06:35weiterhilft, ich hätte da den Ansatzpunkt mit.
- 1:06:37Es gibt ja dieses dieses Sprichwort von der Social
- 1:06:39Battery sozialen Batterie, das kann man aber auch auf dem
- 1:06:43Borderliner relativ gut anwenden, indem man sagt, man
- 1:06:46macht sich zum Beispiel anfangs gerade Notiz, heute ist tag,
- 1:06:51keine Ahnung 10 mein Sozialbatterielevel ist so auf
- 1:06:544050%, ich weiß gut, wenn ich weiter runter sacke, dann geht
- 1:06:58es mir ziemlich schlecht, also schaue ich, dass ich an diesem
- 1:07:01Tag. Mich mit Freunden treffe, wo ich
- 1:07:03weiß, das ist n Safe Space, da geht es mir besser, da kann ich
- 1:07:06mich aufladen, wenn ich weiß OK gut ich bin bei 100%, dann kann
- 1:07:10ich auch vielleicht mal in irgendwelche Interaktionen
- 1:07:13reingehen wo ich weiß, OK, das könnte anstrengend werden oder
- 1:07:16mich an an Sachen vorwagen, wo ich normalerweise sagen würde so
- 1:07:19hm lieber nicht und so versuche ich halt oder so habe ich
- 1:07:23versucht mittlerweile ist das Automation meine Tage
- 1:07:26einzuteilen. Du hast natürlich immer Sachen
- 1:07:28die du nicht verändern kannst, Arbeit gehen et cetera et
- 1:07:30cetera. Standardsachen aber man kann,
- 1:07:34wenn man die Selbstwahrnehmung so anpasst, kann man schon
- 1:07:38steuern, wie Interaktionen ablaufen.
- 1:07:41Du kannst es bewusst oder du hast auch eine ganz andere
- 1:07:44Awardness dazu, wenn ich weiß, ich habe heute nur 30% und ich
- 1:07:47bin mit Freunden unterwegs und ich weiß, da gibt es beef, da
- 1:07:51sage ich so Leute, mach es unter euch aus, ich verzieh mich
- 1:07:54jetzt, ich habe dafür keinen Nerv heute fertig aus.
- 1:07:57Dann bist du ja quasi. In diesem in diesem Konstrukt
- 1:08:01Selbstliebe, weil anders funktioniert es nicht oder
- 1:08:05nennen wir es Self Care. Ich hab auch n Problem mit dem
- 1:08:09Wort Selbstliebe, tatsächlich tatsächlich.
- 1:08:11Und und umgehe das auch im Coaching.
- 1:08:13Ja, wende aber trotzdem die, die die Module, an die man dafür
- 1:08:17braucht, benenne es aber auch an das selbstakzeptanz,
- 1:08:21Achtsamkeit, solche Sachen, die finde ich, sind wirklich
- 1:08:25wichtig, Selbstliebe ist immer, so ist ein Wort, das ist für
- 1:08:28mich, irgendwie hat es was Negatives, ich kann gar nicht
- 1:08:30erklären, warum. Du kannst, du kannst aber auch
- 1:08:33sehr effektiv dann mit der eigenen spannungslage
- 1:08:36Wahrnehmung kombinieren. Wenn du diese Prozesse, egal ob
- 1:08:39es in Schriftform, in der Anfangsphase oder dann
- 1:08:41irgendwann Automation übergehen, das kannst du wirklich extrem
- 1:08:45mit dem eigenen Stresspegel kombinieren und damit kannst
- 1:08:50Situationen vorab schon verhindern oder umgehen, die
- 1:08:53nicht sein müssen. Ist gut, ist gut, das ist
- 1:08:58wirklich gut. Und was du vorhin schon sagtest,
- 1:09:00wenn sich nur ein 23 Leute jetzt die das hören, das sind ein paar
- 1:09:041000, die das hören werden. Wenn Sie sich davon was annehmen
- 1:09:09können, man ist schon wieder ein Stückchen weiter gegangen in
- 1:09:13diesem Sinne. Alex, ich bedanke mich ganz,
- 1:09:16ganz herzlich bei dir, wirklich ganz herzlich für deine
- 1:09:18Offenheit, für deine Ehrlichkeit und auch für deinen Output.
- 1:09:22Ja, den ich jetzt auch mit aufgesogen habe und mich auch
- 1:09:27bestätigt fühle in meinem Tun sag ich dir ganz ehrlich, dafür
- 1:09:31danke ich dir. Ich danke ebenfalls.
- 1:09:33Ja, so. Das war border.
- 1:09:36Allein ihr wisst ne, mein Name ist Sven und so weiter und
- 1:09:38sofort und wir hören auf, ich bin raus und Tschüss.