Latest / Digital Sense – The Human Side of AI / Folge 16: Teamwork mit KI: Was bleibt echt, was wird besser? Teil 1
Transcript
- Lucien Reuter AI: Und an dieser Stelle machen wir einen kleinen, bewussten Cut. Der zweite Teil dieser wirklich spannenden Folge mit Dominik erscheint am Donnerstag. Es lohnt sich also, dran zu bleiben. Wenn euch die Episode inspiriert hat, freuen wir uns wie immer über euer Feedback. Dr. Lucien André Reuter: Hallihallo, Hallöle und herzlich willkommen hier bei Digital Sense – the human of AI Podcast über menschliche Seite der künstlichen Intelligenz. Wieder mit dabei ist die liebe Yvonne. Hallo! wir sprechen hier mit Unternehmern, mit Führungskräften, Forschern, Vordenkern Yvonne Faoual: Hello! Dr. Lucien André Reuter: über eigentlich alles, mit Technologie zu tun hat, darüber, ob uns Technologie ersetzen wird, wie sie uns ersetzen wird, ob wir uns eher mit der Technologie ergänzen können und wie wir das Ganze machen, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren. geht es ⁓ eine Frage, die gerade viele Führungskräfte sehr beschäftigt. Wie arbeiten Menschen mit KI eigentlich wirklich zusammen? Wird KI zu einem Werkzeug oder ist die KI schon ein Werkzeug? Lucien Reuter AI: Schickt uns eine Mail oder teilt eure Gedanken mit uns. Und wenn ihr das Gefühl habt, das sollte mehr Menschen erreichen, dann teilt die Folge gern mit euren Kollegen, Freunden oder in eurem Netzwerk. Denn genau so entsteht Austausch, der Wirkung hat. Dr. Lucien André Reuter: zu einem Kollegen oder vielleicht sogar zu einem Teammitglied. Und deswegen trägt die heutige Folge den Titel Teamwork mit KI. Was bleibt echt und was wird besser? Dafür haben wir heute einen richtig guten Special-Guest. Unser Gast heute ist der Dominik von Proeck Senior. Richtig? Senior? Ja, dann gibt es auch einen Junior bestimmt, ne? Cool. Bin ja auch Papa. Dominic: Genau. Exakt. Yvonne Faoual: Hahahaha Dr. Lucien André Reuter: Und Dominik, du bist viel unterwegs. bist Founder, Co-Founder, Gastdozent, Mitglied des Microsoft AI Expertenrates und natürlich auch der Mitgründer von Leaders of AI. Das ist eine Plattform, die unter anderem auch Führungskräfte darauf vorbereitet, Unternehmen im KI-Zeitalter zu führen. beschäftigt sich jetzt schon seit langem mit einer Frage, wenn ich das richtig verstanden habe in unserem Vorgesprächs, nämlich wie verändert KI Organisationen, Führung und die Zusammenarbeit? Dominik, schön, dass du da bist. Lass uns vielleicht ganz einfach mal anfangen mit einer kleinen Vorstellung von dir. Wer bist du? Was hat dich persönlich dazu gebracht, dich intensiv mit der KI und Führung zu beschäftigen? Dominic: Ja, also erstmal Hallo ihr beiden. Vielen Dank für die Einladung. Freut mich sehr, dass ich bei euch sein darf. Ist ein tolles Thema und ein toller Routofarten, den ihr in eurem Podcast habt und das passt tatsächlich sehr, gut zu dem, womit wir uns beschäftigen. Ich würde sagen, dass vieles von dem, womit ich mich heute tagtäglich auseinandersetzen mit der Frage zusammengefasst werden kann, wie müssen Organisationen aufgestellt sein, damit sie im Zeitalter der KI wettbewerbsfähig sind. Das heißt, es geht damit einher, die Frage zu beantworten, Dr. Lucien André Reuter: Hi! Dominic: wie werden wir mal arbeiten in den nächsten drei, vier, fünf Jahren und welche Rolle nehmen wir dabei ein? Das ist, ich, eine sehr, reizvolle Frage, weil es sie niemand gerade beantworten kann. Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Dominic: Also auch OpenAI, Microsoft und Google wissen das nicht. Wir sitzen da alle im gleichen Boot. Wir sind alle Schüler, wenn es ⁓ den Einsatz von KI im Alltäglichen geht. Und das finde ich total reizvoll, dass es quasi der große Egalisierer ist und wir damit in Gemeinschaften jetzt eigentlich rausfinden, was möglich ist. Und der Frage gehe ich nach. Lidosophe is eine Akademie, aber eben gleichermaßen ein Forschungslabor für genau diese Herausforderungen, für diese Fragestellungen. Und ich habe ein sehr kleines Team von gerade mal zehn Menschen, die sich mit dieser Frage auseinandersetzen und noch viel mehr KI-Assistenten, nämlich heute über 53 Stück, die bei uns alle einen Namen und eine Personalakte haben, mit dem wir Feedback-Gespräche führen und die immer mehr der operativen Arbeit übernehmen, dass wir Zeit haben, uns mit solchen Fragen auseinanderzusetzen. Dr. Lucien André Reuter: Vielen Dank für deine Vorstellung. Wir haben uns ja auch über Leaders of AI kennengelernt. Ich habe bei euch den MBAI gemacht. Magst du den vielleicht noch mal ganz kurz, ohne zu sehr in die Werbung reinzugehen, aber mal ganz kurz vorstellen, damit die Leute wissen, was es mit dem MBAI auf sich hat? Dominic: Der MBAI ist eine 360° Ausbildung für Führungskräfte und Selbstständige und wir zeigen ihnen Stück für Stück mit unseren heutigen Erkenntnissen, wie sie eine Organisation aufbauen, in der Mensch und KI Hand in Hand arbeiten. Das heißt, wir durchlaufen verschiedenste Stationen, ähnlich wie bei einem klassischen MBA Programm, also von Marketing über Sales über Operations bis hin zu Führung haben wir die unterschiedlichsten Aspekte, die wir beleuchten und man baut sich 16 eigene KI-Agenten, die einem Alltag unterstützen, per Automatisierung und lernt, was es auf sich hat, so ein modernes Unternehmen zu führen. Dr. Lucien André Reuter: Kann ich definitiv bestätigen und jeder der sich auch mit der Thematik Raumfahrt beschäftigen möchte ist da glaube ich herzlich willkommen. weiß nicht ob das alle gesehen haben, aber bei meinem Profil war dann auch ein schönes Bild von mir im Raumanzug zu sehen. Das ganze ist Story gebunden, mal so zu sagen. Wir hatten wirklich schönen roten Faden, der einem durch alle Aufgaben begleitet. Also mir hat es mega viel Spaß gemacht. an der Stelle auch nochmal danke dir Dominik. War wirklich eine coole coole Reise. Dominic: Vielen Dank, freut mich sehr. Dr. Lucien André Reuter: Ja, also KI verändert die Arbeit. glaube, so viel können wir heutzutage schon sagen. Wir merken das selbst. Ich merke das ganz stark. Ich habe mich jetzt sehr viel mit Codex beschäftigt den letzten Monat. Die Woche oder die letzten zwei Wochen immer nach Feierabend bin ich unter die Spieleentwickler gegangen. Hab gar keine Ahnung von Spieleentwicklung, bin selbst einfach Gamer und bin gerade dabei, kleines Incremental Game mit einem 3D-Planeten, allem Möglichen zu entwickeln. Natürlich Grundbasis durch mein Informatikstudium habe ich, was Spieleentwicklung angeht, aber wirklich in der absoluten Basis, dass ich weiß, wie man programmiert. Alles oben drüber, gar keine Ahnung. Und es ist mega spannend zu sehen, wie weit Microsoft mit dem, beziehungsweise, JetSPT mit dem Codex ist. Ich programmiere aber in Visual Studio Code, habe aber auch ab und zu den Co-Piloten mit dabei. Trotzdem mega, mega spannend. Aber... Wie oder wie zum Beispiel, lass uns anders anfangen. Wann hast du zum ersten Mal wirklich gespürt, dass KI nicht einfach nur so ein Trend ist, so ein Bullet-Wird. Ich KI gibt es seit 1960 ungefähr, den Begriff, wenn ich das richtig in der Erinnerung habe. Aber ja, wann hast du gesagt, okay, das ist geil, das ist was, jetzt muss ich mal was machen. Dominic: Das war im Zuge meines Physikstudiums. Ich hatte Physik in Erlangen studiert an der Friedrich-Alexander-Universität. Erlangen ist ja sozusagen Siemens Stadt, wenn man so will. Das heißt, wir haben im Studium uns sehr früh mit dem Thema MRTs, CTs und so ausnahmengesetzt. Wir hatten Projekte auch bei Siemens und durften da so Projekte arbeiten und Ähnliches machen. Und da hat KI eben noch nicht so die sexy Namen gehabt. Also es war dann eben maschinelles Lernen und Regressionsanalyse und Mustererkennung und so weiter. Und meine Eltern haben in der Zeit immer gesagt, der macht irgendwas mit Excel oder so. Also es ist denen sehr schwer gefallen, das einzuordnen, was da passiert. Und das fand ich aber sehr reizvoll. Ich fand das total spannend, weil das menschliche Gehirn hier ganz ähnlich funktioniert, dass wir eben auch versuchen, Muster zu erkennen, Herangehensweisen und Systematiken zu verstehen und dass es damals mit unfassbar vielen Daten eben möglich war, immer im Kleinen für gewisse Anwängungsfälle das möglich zu machen. Das hat mich sehr inspiriert. Ich habe daraufhin mein Studium abgebrochen und mein erstes KI-Startup gegründet, damals mit dem Namen PUNK INC. bei dem wir selbst Modelle trainiert haben, die adaptive Lernen möglich machen sollen. Also wir haben uns auf Führungskräfteausbildung spezialisiert und haben überlegt, wie können wir Führungskräfteausbildung so gestalten, dass sie hochindividuell ist und haben damals über Stress moduliert. Also wir haben herausgefunden, dass Stress ein unglaubliches Lernsteroid ist. Also die richtige Menge an Stress ... boostet eigentlich deine Lernerfahrung. Hast du zu wenig Stress, ... langweilst du dich, hast du zu viel, wirst du ohnmächtig. Und es gibt einfach ein gewisses Fenster, das wir Flow nennen. Und das ist jahrzehntelang ... quantitativ. nicht wirklich verstanden worden, sondern nur qualitativ, wie gewisse Flow-Zustände passieren. Und wir haben eben mit unseren maschinellen Modellen versucht, das zu quantifizieren und damit möglich zu machen. Und das war der erste große Punkt, wo ich gemerkt habe, eine riesengroße Leidenschaft, gerade für diese Schnittstelle Bildung und Künstliche Intelligenz. Yvonne Faoual: Sehr gut. Dr. Lucien André Reuter: Vielleicht hat es mir deswegen im Studium auch immer so schwer gefallen, rechtzeitig anfangen zu lernen, sondern immer so, wenn der Druck hoch genug war und der Stresspegel da war, dann ging das Lernen doch viel, besser, bis er dann zu hoch geworden ist und ganz kurz vor der Klausur und man dann blockiert war. Das glaube ich, kann ich gut nachvollziehen. Du, du hast es ja vorhin schon angedeutet. Dominic: Herzlichen Dank! Dr. Lucien André Reuter: Die ganzen Konsorten wissen auch nicht, was wirklich passiert. Trotzdem hören wir jeden Tag über KI. Es ist omnipräsent. Fast kein Tag, wo es nicht eine neue News gibt. Kannst du denn aber das mal ein bisschen runterbrechen und sagen, was verändert sich wirklich gerade? Also wo merken wir wirklich schon eine Veränderung? Yvonne Faoual: Vielen Dominic: Ich kann nur sagen, dass wir eine sehr starke Veränderung für uns merken. Bei Leaders of AI ist für uns KI nicht mehr wegzudenken. haben solche Assistenten oder Agents gewissermaßen im Organigramm. Es gibt ganz klare Positionen Rollen, die heute von der KI bedient werden, die wir klassisch gar nicht mehr lösen können oder lösen wollen. Das ist entlang der kompletten Wertschöpfung. Das fängt bei uns beim Content-Marketing an. operativ passiert. Jeder Link im Post, jeder Newsletter, jede Podcastfolge, die in meiner Stimme aufgenommen wird, machen bei uns dezidierte KI-Spezialisten, also KI's, deren einzige Aufgabe besteht, diese Kanäle zu bespielen. Natürlich immer mit unserem Input, mit unseren Anekdoten, mit unseren Meinungen zu gewissen Themen, damit das eben reizvoll ist. Das geht über in den Vertrieb, über die Produktentwicklung bis hin zur Buchhaltung. Das Björn, der bei uns das macht, ein KI-Assistent, der auch die ganzen Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Dominic: Postfächer durchsucht, nach Rechnungen schaut, die rauszieht, die ablegt, benahmt und dem Steuerberater weitergibt. Das heißt, für uns wäre es ohne KI nicht möglich. Wir sind ja eine außerordentlich kleine Organisation mit sehr wenigen Menschen und haben 2025 einen wichtigen Meilenstein für uns erreicht. Wir haben eine Million Euro Umsatz geschrieben und zwar pro Kopf. Das heißt, wir sind außerordentlich effektiv heute als Organisation und haben allein letztes Jahr über 4.000 Teilnehmer in unserem Programm gehabt. Das wäre ohne KI nicht denkbar. Dr. Lucien André Reuter: Das ist ein sehr gutes Erkenntnis. Uns ging es ähnlich bei meinem vorherigen Job, beziehungsweise bei meinem vorherigen Kundenprojekt. Da haben wir mit RPA, also mit Robotic Process Automation, geschafft, sehr wenigen Mitarbeitern sehr viel zu leisten, weil wir sehr viel einfach Teil- oder Ganzautomatisiert haben. Das hat 2017 angefangen, da war KI noch nicht so stark, beziehungsweise noch gar nicht im Allgemeingebrauch drin. Ich glaube, könnte heutzutage noch viel effizienter funktionieren, Ganze, und halt Kastmeiser. bei uns war es halt sehr viel mit Vorlagen auf Einheitsprei und sowas wie ein Agenten sucht sich automatisch die Rechnungen raus, war jetzt nicht so ohne Weiteres möglich. Wir hatten zwar einen RPA, der Rechnungen genommen hat, wenn eine Rechnung eingegangen ist, wurde die abgelegt in bestimmten Verzeichnissen, aber von einer individuellen Benennung passend zum Kontext, da war wir weit weg von. Yvonne Faoual: Ich habe eine kurze Frage, Dominik. Ich fand es jetzt super spannend, dass du gesagt hast, eure Agenten sind tatsächlich Teil der Organisation und auch wirklich so im Organigramm drin. Das heißt, ihr macht tatsächlich auch mit euren Agenten so wirklich so eine Stellenplanung auch so für das kommende Jahr? Oder wie muss man sich das vorstellen? Also genau. Dominic: Die Wir denken heute ein bisschen anders als jetzt diese klassischen Planungsabläufe vielleicht in tradierteren Organisationen ist. Wir wechseln gerade von, sag ich mal, klassischen Command & Control oder einem klassischen Organigramm gehen wir gerade über in Netzwerkstrukturen. Also wir experimentieren gerade sehr stark mit Holacracy. Das ist die Idee, dass wir uns in solchen Kreisen organisieren, sehr stark rollenbasiert aufstellen. Und wir stellen gerade fest, dass gerade diese Zuweisung von solchen Rollen und Funktionen in solchen Setups durch KI-Agenten wahnsinnig gut gefüllt werden können. Yvonne Faoual: Mhm. Dominic: Und wir in dem Setting eben auch KI's haben, deren einzige Rolle darin besteht, so einen Circle zu leiten und andere KI-Agenten mit anzuleiten, weil wir als Menschen gar nicht mehr hinterherkommen, jeden dieser KI-Assistenten einzeln zu führen. Und so haben wir eben auch Führungsrollen innerhalb der KI selbst und denken sehr stark problembasiert oder Business Case basiert. Das heißt, für mich als Unternehmen ist es eben reizvoll zu überlegen, wie können wir besser und effektiver in der Lage sein, Herausforderungen zu lösen. Im ganz simplen Kern von Organisation geht es darum, kann eine Organisation Probleme besser lösen als der Wettbewerb. Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Dominic: entsprechenden Vorteil. Die Art der Probleme ändert sich aber gerade sehr rapide und da ist ja die Frage, welche Setup brauchen wir, ⁓ damit mithalten zu können und auf diesen Markt reagieren zu können. Und da stellen wir eben für uns fest, dass so ganz starre Hierarchien eben nicht mehr das Richtige sind und so ganz feste Rollen, sondern dass wir eher in unterschiedlichsten Konstrukten gut zusammenarbeiten. Und da ist eher der Mensch die Herausforderung. Die KI kann sehr fluide diese Szenen wechseln. die verschiedenen Rollen einhalten und werte- und regelbasiert agieren. Yvonne Faoual: Spannend, super spannend. Dr. Lucien André Reuter: sehr ähnlich was wir bei der, ⁓ Gott, welche Folge war das, glaube ich erste von Staffel 2 mit den Leitbanken erzählt hatten, dieser Regelwerk, was einfach die KI letztendlich einhalten muss, wo wir uns Menschen immer ein bisschen schwerer tun als vielleicht eine KI. gerne. Dominic: hat zwei Dimensionen für uns. Zum einen merken wir, dass wir sehr viel stärker neben Regeln jetzt auch in wertebasiertes Verhalten übergehen. Das heißt, wir gehen eher in eine Hierarchie ein, inspiriert von dem, Anthropic mit ihren AI-Constitutions rausgeben, die immer zeigen, wie sollte unsere KI eigentlich reagieren, wie sollte sie sich im Fall von einem Sicherheitsbedenken zum Beispiel oder einem ethischen Bedenken am besten verhalten. Und die gehen gerade sehr stark davon weg, feste Regeln zu geben und zu sagen, das heißt bitte nicht versuchen, irgendwas zu hacken. oder jemanden helfen, Bombe zu bauen hin zu, was ist ethisches Verhalten und in welcher Wertehierarchie solltest du dich bewegen. Da stellen wir fest, dass es auch für uns sehr, gut funktioniert. Und gleichzeitig haben wir mit der Universität, mit der Hochschule in München gerade ein Forschungsprojekt, bei dem alle unsere KI-Assistenten ein Big Five-Persönlichkeitsmodell haben. Yvonne Faoual: Vielen Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Dominic: die verschiedenen Rollen. Sie aber auch wissen, Big Five-Persönlichkeitstypen wir als Menschen haben, weil das ganze Team diese Tests gemacht hat, gemeinsam mit der HU Berlin zusammen. Und die KI-Assistenten sich jetzt fluide darauf einstellen, mit wem sie zu tun haben und wie sie die Person am besten challengeen oder wie sie am einfachsten zusammenarbeiten, ⁓ zu guten Ergebnissen zu kommen. Und das ist gerade sehr spannend, weil die KI Fluide sehr viel besser auf diese verschiedenen Typen eingehen kann, als ich das zumindest kann. Dr. Lucien André Reuter: Das stelle ich mir mega gerne über. Yvonne Faoual: Also ich finde das super spannend, weil ich komme ja aus dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und du hast jetzt so dieses Schlagwort mit diesem Big Five Modell angesetzt. Ich finde es... Also hast du da vielleicht... Weil ganz, ganz viele von unseren Zuhörern sind ja tatsächlich auch technisch versiert und sind weniger so in diesem Persönlichkeitsentwicklungsthema drin. Hast du uns da vielleicht mal wirklich so ein ganz konkretes Beispiel, wie sich das jemand, der so gar nichts damit zu tun hat, vorstellen kann, wenn jetzt ein Kollege, du oder wer auch immer mit so einem Assistenten tatsächlich in diesem Bereich gerade so mit Werten etc. arbeitet? Dominic: Ja, das kam eigentlich aus einer ganz simplen Idee heraus. Wir hatten immer mehr dieser KI-Assistenten und die haben sich erstmal alle gleich angehört. Und das fand ich unglaublich fad, weil der Reiz menschlichen Austausch und menschlicher Beziehung ist ja gerade diese Unterschiedlichkeit. Wir haben unterschiedliche Arten zu kommunizieren, aufeinander zuzugeben und das macht das sehr reizvoll. Und allein deshalb haben wir schon gesagt, die dürfen sich jetzt nicht alle wie Chet Chibiti einfach anhören. Yvonne Faoual: Mhm. Dominic: Und damit mache ich jetzt nicht nur Schreibstil, sondern was haben die denn eigentlich für einen Charakter? Wie gehen die an Aufgaben ran? Wie priorisieren die Denkweisen, Herangehensweisen, Perspektiven? Und haben dann eben angefangen zu sagen, okay, wir müssen eigentlich in den Systemprompts, also wenn wir mit Technikern sprechen, quasi die Personalakte für alle anderen dieser KI-Assistenten, müssten wir eigentlich einen Teil mit aufnehmen, wo wir über solche Charakterzüge sprechen und wo wir über Ausprägungen von Persönlichkeiten sprechen, gemäß der Yvonne Faoual: Mhm. Dominic: Aufgaben oder der Rollen, mit denen zum Beispiel eine persönliche Assistenz zu tun hat. Monika zum Beispiel ist leicht zarkastisch, hat einen trockenen Humor, so in der Charakterausprägung und die hat dann eben innerhalb des Big Five einen gewissen analytischen Teil, ist da sehr detailverliebt, weil ich finde eine persönliche Assistenz, die für mich Flüge bucht und co, finde ich das gut, wenn die das macht. Wohingegen zum Beispiel jemand, der bei uns im Marketing arbeitet wie Hansi, der seit über zwei Jahren alle meine LinkedIn-Beiträge schreibt. Yvonne Faoual: Mhm. Dominic: Mir bei dem zum Beispiel wichtig ist, dass der Wertenfolgt wie Einfachheit, alle mitzunehmen, dass jeder es nachvollziehen kann. Ich versuche auf schwierige Vokabeln in meinen LinkedIn-Beiträgen zu verzichten beispielsweise. Differenziert auf Themen zu reagieren, ohne einem Hype hinterher zu laufen. Also da haben wir eben unterschiedliche Präferenzen, je nachdem in welcher Rolle jemand ist. Und das ist für mich mehr als schnöde zu sagen, das ist ein perfekter LinkedIn-Post, sondern ich will mich ja gerade von diesem Star-Instruktoren wie wir es in der RPA, also in dieser Robotik erlebt haben, jetzt gerade lösen und eher dieses Thema der Menschlichkeit in diese Programme bekommen. Yvonne Faoual: super spannend. Dr. Lucien André Reuter: mega spannend woran ich vorhin dachten musste als du gesagt hast mit dem big five und den persönlichkeitsprofilen ich bin ja selbst dozent an der hochschule das wird ja mega geil werden wenn ich auf einmal nicht auf meine 100 studenten mit Einheitsbrei reagieren muss sondern mit Blended learning was es ja auch schon lange gibt aber dann wirklich individuell durch ki unterstützung auf die bedürfnis auf die verschiedenen lerntypen die es gibt zugreifen kann auf einmal haben wir dann nicht mehr dieses problem dass wir auch in schulklassen 35 leute Dominic: Ja, exakt. Dr. Lucien André Reuter: auf einen Lehrer haben, sondern vielleicht einen Lehrer, der durch 35 KI-Agents unterstützt wird, angepasst auf die jeweiligen Bedürfnisse der Kinder und den trotzdem individuell das Thema, was sie beibringen müssen, beibringt und der Lehrer überwacht das Ganze, steuert das Ganze und überprüft, also als Manager auf einmal fungiert für die KI. Also könnte ich mir megagut klar, es ist noch Zukunftsmusik, aber könnte ich mir megagut vorstellen, dass die Reise vielleicht irgendwann dahingehen könnte. Dominic: Ja, und die Erweiterung für uns eben gerade ist zu untersuchen. Jetzt sprechen wir gerade sehr stark über die Mensch-KI-Interaktion in diesem Kontext. Und für uns ist reizvoll, die quasi nächste Frage zu stellen, wie wirkt sich das eigentlich auf die Zeit und die Qualität der Arbeit aus, wenn KI mit KI zusammenarbeitet? Kann man da für die jeweilige Aufgabe das perfekte Setup finden an KI-Assistenten nicht nur bei Kompetenzen, sondern bei Persönlichkeiten, ⁓ schneller, gerade in der Zusammenarbeit, der Interdisziplinarität der Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Dominic: diese Aufgaben zu besseren Ergebnissen zu kommen. Und das wissen wir gerade noch nicht. Das simulieren wir gerade, da fangen wir gerade an, das zu erforschen, weil das ein Bereich ist, der für gewöhnlich ein bisschen übergangen wird. Also die Informatiker interessieren sich sehr stark für die technologische Seite. Ich erlebe viele Leute, die im Bereich der Organisationsentwicklung unterwegs sind, die jetzt nicht die ausgeprägten Technik-Nerds sind und in diese Themen oft nicht so reingehen. Und ich glaube, es ist gerade sehr, sehr spannend, diese beiden Welten zu verbinden. Und wenn es einen roten Faden die letzten zwei Jahre in dieser Forschung für uns gab, je menschlicher wir wurden und je mehr wir gute Personalprozesse auf die KI angewandt haben, desto erfolgreicher wurden wir. Dr. Lucien André Reuter: ihr nicht jetzt auch vor kurzem ein Assessment Center für eure KI-Agenten erzeugt? Dominic: Ganz genau, Also wir haben selbst einen Forschungslabor innerhalb von Leaders of AI, das sogenannte Leaders Lab, wo wir mit Partnern mehrfach im Jahr uns ambitionierte Fragestellungen nehmen oder suchen und die dann in einem Prototypenstatus entwickeln. Also da ist EY für Gewöhnlich mit dabei, Microsoft ist da mit dabei, Virtual Identity und dann schauen wir, ob es dann passend für das jeweilige Thema noch Fachexperten gibt, wie jetzt in dem Fall des Assessment Centers. Da haben wir mit Capitalen zusammengearbeitet, das ist eine Executive Search. Also eine Personalvermittlung, die sich sehr gut damit auskennt, wie identifiziert man richtige Kandidaten, was sind moderne Assessmentverfahren. Wir erleben natürlich gerade in Organisationen, die vielleicht schon mal ein, zwei Schritte weiter sind, dass jetzt plötzlich immer mehr solche KI-Assistenten in die Organisation gespürt wird. Und jetzt ist die Fragestellung ja der Governance. Also wie schaffen wir die Qualität hochzuhalten und jetzt nicht nur unter Sicherheitsaspekten, sondern ja eben auch unter Qualitätsaspekten. Und die Idee, mit der wir angetreten sind, ist zu sagen, es müsste eine Art... Blackbox geben, wo auf der einen Seite ein neuer KI-Assistent reinkommt und auf der anderen Seite überprüft und mit hohem Qualitätsstandard wieder rauskommt. Und so eine Art Assessment Center für KI-Assistenten haben wir gebaut und da werden eben verschiedene Dimensionen abgeprüft. Wir haben KI's, die dort drin dezidierte Aufgaben haben, andere KI's herauszufordern. Eine KI versucht zu hacken mit den neuesten Sicherheitslücken, die es auf dem Markt gibt, die sich vorgezogen werden, arbeitet ein Hacking-Konzept und versucht den neuen zu hacken. Einer versucht, ihm bei der mündlichen Prüfung quasi aufs Glatteis zu führen und Halluzinationen, also Falschaussagen zu provozieren. Einer versucht eben so wertebasiert den KI Assistenten aufs Glatteis zu führen und einen PR-Desaster zu erzeugen. Das heißt, wenn dieser KI Assistent Kundenkontakt hätte, würde er sich beispielsweise zum Thema Iran jetzt gerade positionieren, was wir als Marke nicht wollen. Und so überprüft KI KI, schreibt einen Sicherheitsbericht und eine weitere Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Dominic: KI, die bei uns Helga heißt, überarbeitet dann als Personalerin sozusagen die Fähigkeiten dieses KI-Assistenten, ⁓ damit eine Art Sicherheitsstandard in das Unternehmen zu ziehen. Und das hat herausragend gut funktioniert und wir wähnen, dass in den nächsten Monaten und Jahren solche Assessment Center Standards werden in Organisationen, wenn die vielen anfangen, solche KI-Assistenten in die Prozesse zu integrieren. Dr. Lucien André Reuter: Das heißt letztendlich, runtergebrochen, wenn ich als Führungskraft jetzt einen Agenten oder meine Mitarbeiter einen Agenten entstellen würde, würde der in das Assessment Center gehen, würde nachgebessert werden und das interiert so lange durch, bis wir sagen können, okay, jetzt hat er den Stand erreicht, wir haben wollen, jetzt darf er loslegen erst. Dominic: Ganz genau. Und dann fängt eben die Arbeit der eigentlichen Führung an. Also dann habe ich zwar einen Kandidaten, geeignet ist, das heißt noch nicht, dass der den Job perfekt macht. Weil das hat ja ganz viel mit eigenen Qualitätsanforderungen zu tun, die ich explizit machen muss. Das hat viel mit Prozessexzellenz zu tun und wir haben natürlich Bereiche innerhalb von Organisationen, bei der das sehr gut verstanden wird. Also der Finanzbereich ist da prädestiniert dafür, weil wir seit Jahren klare Regeln haben, auch in der Digitalisierung, wie gewisse Abläufe aussehen müssen. Das ist sehr gut dokumentiert. Dr. Lucien André Reuter: Hm? Dominic: Bei dem ist es wesentlich einfacher, im Marketing, im Vertrieb, da ist auch viel Bauchgefühl. Wie gehen wir da mit gewissen Kunden ⁓ wie ist wirklich ein guter Post bei uns und so weiter. Und da ringt man dann schon darum, dass genau solche Dinge explizit werden. Dr. Lucien André Reuter: Wenn wir jetzt an unsere Fügungskräfte denken, die dem Podcast zuhören und dieses Denken, boah, geile Geschichte, klingt total spannend, diese hybriden Teams, diese hybriden Organisationen. Wo würdest du sagen, sollte so eine Person anfangen? mal abgesehen davon beim MBA AI anzufangen und sich erstmal die Basis zu holen, ⁓ das Ganze zu verstehen, das ist glaube ich selbst erklärend. Aber was wäre ein typischer Startpunkt, ich sagen möchte, ich möchte das selbst einführen für mich, aber auch vielleicht meine Mitarbeiter im Change Management abholen und mit rein ziehen? Dominic: ⁓ Wenn ich das runterbrechen würde und wir das jetzt organisationell mal ganz simpel betrachten wollen, gibt es wahrscheinlich drei Phasen, die zutallen auch parallel stattfinden. wir haben Phase 1, dass es die Hausaufgaben machen. Das heißt, gibt es eine Betriebsvereinbarung für das Thema? Wie dürfen wir mit KI umgehen intern? Gibt es datenschutzrechtliche Aspekte, die wir da beachten müssen? dem Kontext gibt es eine Mitbestimmung, bei der wir nochmal ganz genau hinschauen müssen. Da sprechen wir dann auch darüber, welche KI-Plattform, also welche Infrastruktur, kann intern genutzt werden. dass wir auch nicht in irgendwelche Schatten-IT und ähnliche Themen reinlaufen. so ein bisschen das, jetzt nicht den ganz großen Spaß für gewöhnlich auslöst. Aber es muss gemacht werden. Nummer zwei, sollte man rollenbasiert weiterbilden? Also wer wird zukünftig in welchen Rollen und Funktionen innerhalb des Unternehmens in dieser KI-Denkweise dann eben agieren? Und was brauchen die für Kompetenzen, wenn sie das machen? Bin ich eine Führungskraft, die ein gutes Verständnis haben muss? praktisch auch schon mal die ersten Sachen gemacht hat, aber in der täglichen Arbeit eher die Herausforderung hat, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, die Mitarbeitenden eben auf diesem Weg zu begleiten, ja Ängste einzuordnen, für Transparenz zu sorgen und so weiter. Oder bin ich jemand, der innerhalb der Fachabteilung anfängt, das Team dann entsprechend zu unterstützen, dass sie Effekte heben können, Potenziale heben können und wirklich pragmatisch solche Agenten dann auch umsetzt für das Team, Workshops abhalte. Das sind unterschiedliche Rollen und wir erleben schon viele Organisationen, die heute eher aus der Regulatorik herausschulen und sagen, ja es gibt ja diesen EU-AI-Act, das EU-Gesetz für KI, da müssen wir jetzt mal was machen, da kriegt jeder jetzt mal eine 3-Stunden-Schulung oder irgendwas oder eine Prompt-Schulung oder so und diese Organisationen Dr. Lucien André Reuter: Mhm. Haken dran! Dominic: merken dann aber sehr schnell, dass das eben nicht ausreichend ist. Wir haben ein komplett neues Kompetenzprofil, das uns in der nächsten Dekade mal begleiten wird. Da ist mit vier Stunden, jeder kriegt irgendwie so einen Einheitsbrei, ist es oft nicht getan. Und dann ist der dritte Schritt, und das würde ich sagen, ist wahrscheinlich der Erfolgsgarant schlechthin, wenn ich über alle unsere Kunden blicke, sind diese Organisationen in der Lage, intern wie extern, eine Community aufzubauen, bei der gemeinsam gelernt werden kann, ausgetauscht wird, beste Praktiken geteilt werden, Scheitern geteilt wird, ⁓ eben auf das Thema zurückzukommen, gemeinsam rauszufinden, was funktioniert denn für uns in der Abteilung, im Team, darüber hinausgehend. mit anderen Partnerunternehmen aus der Region, die vielleicht nicht jetzt meine direkten Mitbewerber sind, ⁓ über genau solche Themen zu sprechen. Das sind die Organisationen, die gerade vorne dran sind.