Latest / Die ProduktivitätsMacher / Vier Elemente zur Steigerung der Produktivität.
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- Jürgen: Die Produktivitätsmacher, ein Podcast von Jürgen Lieser und Harald Reich. Produktivität ist kein Projekt für die Schublade. Sie muss im Tagesgeschäft sichtbar und führbar werden. In unserer ersten Folge gehen wir darauf ein, wer hinter dem Produktivitätsmachern steckt, warum gerade der Mittelstand unter enormen Produktivitätsdruck steht und weshalb vier Hebel zusammengehören. Kennzahlen, Führung, Shopfloormanagement und Amwesenheitssteuerung. Kurz, praxisnah und ohne Berater voll Klo. Harald Reich: Ja, herzlich willkommen zu unserer neuen Podcast-Serie, die Produktivitätsmacher. Ich bin Harald Reich und mir gegenüber sitzt Jürgen Lieser. Jürgen, wenn wir nur einen Satz hätten, worum geht es uns eigentlich? Jürgen: Das ist eine sehr einfache Frage. Wie schaffen Unternehmen mit dem vorhandenen Menschen, Anlagen und Arbeitsstunden dauerhaft mehr Wertschöpfung? Und zwar dies nicht durch kurzfristigen Druck, sondern über Transparenz, klare Führung und konsequente Umsetzung. Harald Reich: Ja, das ist wichtig, denn Produktivität klingt für viele erst einmal nach Kostensenkung und irgendwie negativ. Unser Verständnis ist da wesentlich breiter. Wir wollen Verschwendung reduzieren, Durchlaufzeiten verkürzen, Entscheidungen beschleunigen und dafür sorgen, dass die Organisation eben jeden Tag weiß, wo sie steht und dabei stetig besser wird, also produktiver wird. Jürgen: Genau, mein eigener Hintergrund ist stark industriell geprägt. Ich habe mehr als 25 Jahre in internationalen Industrieunternehmen gearbeitet, unter anderem bei Bosch, Bosch Rexroth und Syntagon und war dort in verschiedenen Funktionen tätig, als Qualitätsleiter, Produktionsleiter bis hin zum Werkleiter. Dabei habe ich immer wieder gesehen, gute Methoden allein reichen nicht. Sie müssen in Führung und Tagesroutine verankert werden. Harald Reich: Ja und genau deshalb sprechen wir eben nicht über das nächste isolierte Linwerkzeug. Ja auch meine Erfahrungen kommen aus Verantwortung als Produktionsleiter und Geschäftsführer in Industrie und Maschinenbau. Da durfte ich Produktivität steigern ohne ein Budget dafür zu haben. Unser Ansatz verbindet eigentlich vier zentrale Hebel. Erstens eine realistische Produktivitätsmessung. 2. Produktivitätsorientierte Führung, also mehr Fokus auf Mitarbeiter und Mitarbeiterauslastung. 3. Ein wirksames Shopfloor-Management, d.h. eine Regelkommunikation mit Kennzahlen und Abweichungen und einem wirklichen Verbesserungsprozess. 4. Systematische Anwesenheitssteuerung, damit die Kapazität zum Bedarf passt, in jeder Situation. Jürgen: Ja, und auf diese vier Elemente werden wir in den nächsten Podcastfolgen im Detail näher eingehen. Aber zum Grundverständnis. Man muss sich diese vier Elemente vorstellen wie Zahnräder. Wenn ich beispielsweise nur KPIs einführe, aber niemand Verantwortung übernimmt, dann habe ich zwar viele Zahlen, aber wenig Wirkung. Wenn ich Shopfloorboards aufstelle, aber die Daten nicht belastbar sind, dann diskutiere ich Meinungen. Und wenn meine Kapazitätsplanung die reale Anwesenheit ignoriert, dann bleibt einem Plan nur Theorie. Harald Reich: Warum ist das gerade jetzt so relevant? Weil die Unternehmen von mehreren Seiten gleichzeitig unter Druck stehen. Lohnkosten steigen, Material- und Energiekosten steigen im Moment stark, Zinsen sind wieder da, dazu kommen begrenzte Möglichkeiten für Preiserhöhungen. Meist kann man nur einen Teil der Kostenerhöhungen wirklich weitergeben an die Kunden. Und natürlich zu guter Letzt der Fachkräftemangel. Das heißt, wir haben schrumpfende Belegschaften. Jürgen: Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Der Fachkräftemangel macht Produktivität sogar doppelt wichtig. Wir können mittlerweile nicht mehr davon ausgehen, dass jedes Problem durch zusätzliche Köpfe gelöst wird. Die bessere Frage lautet, wie nutzen wir die vorhandene Arbeitszeit wirksamer? Wo entstehen Wartezeiten, unnötige Abstimmungen, fehlende Prioritäten oder vermeidbare Störungen? Harald Reich: Ja, und dabei geht es eben nicht darum, die Menschen schneller laufen zu lassen. Jürgen: Nein, überhaupt nicht. Produktivität heißt für uns, dass Systeme besser machen. Klare Ziele, transparente Abweichungen, schnelle Problemlösung und eine Führung, die Hindernisse aus dem Weg räumt. Wertschätzung und Ergebnisorientierung sind dabei kein Widerspruch. Harald Reich: Vielleicht noch ein Punkt, der uns wirklich wichtig ist. Wir arbeiten vor allem für den industriellen Mittelstand. Also auch dort, wo kleine Losgrößen, hohe Variantenvielfalt und ein anspruchsvoller Produktionsalltag Standard sind. Das heißt, Standardlösungen greifen da oft zu kurz. Mein kleinster Kunde hat 10 Mitarbeiter. Jürgen: Genau aus diesem Grund beginnt gute Produktivitätsarbeit nicht mit einer Schablone, sondern mit dem tatsächlichen Wertstrom und der Frage, wo geht heute Leistung verloren? Daraus entwickeln wir pragmatische Lösungen, die zur Organisation passen und die im Arbeitsalltag weitergeführt werden können. Harald Reich: Ja, das ist auch unser Anspruch. Ein Unternehmen soll nicht auf Dauer von Beratern abhängig sein. Die Organisation soll die Methodik selbst beherrschen, weiterentwickeln und eigentlich richtig leben. Jürgen: Und in den nächsten vier Folgen werden wir näher auf das Konzept eingehen. Wir starten dabei mit den KPIs. Das heißt, welche Kennzahlen helfen wirklich. Danach sprechen wir über Führung, Shopfloormanagement und schließlich Anwesenheitssteuerung. Harald Reich: Wenn Sie also wissen wollen, wie aus Produktivität eine echte strategische Kompetenz wird, bleiben Sie dabei. In der nächsten Folge geht es eine Frage, die überraschend viele Unternehmen nicht sauber beantworten können. Wie produktiv sind wir eigentlich? Heute, diese Woche, im Vergleich zum Plan oder im Vergleich zum Vorjahr, sind wir überhaupt produktiver geworden? Jürgen: Die Kernaussagen von heute nochmal für Sie. Produktivität entsteht nicht durch ein einzelnes Tool. Wirkung entsteht, wenn Produktivitätsmessung, Führung, Shopflow-Management und Anwesenheitssteuerung als Zusammenhängen des Führungssystems funktionieren. Haben wir Sie neugierig gemacht? Dann bleiben Sie dran. Bis zur nächsten Folge. Die Produktivitätsmacher, ein Podcast von Jürgen Lieser und Harald Reich.