Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / Vom FC Zürich zur Bärengasse – Mikes unglaublicher Karrierewechsel
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- 0:00«Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Momentum, deinem Podcast, der inspirierende Gäste, inspirierende Geschichten erzählt. Mein heutiger Gast ist Mike. Er ist ein ehemaliger Fussballprofi beim FZZ, bis verschiedene Verletzungen ihn aus dieser Fussballkarriere rausgeschossen haben. Nach dem Ganzen hat er seine Fussballschuhe regelrecht an den Nacken gehängt und hat eine komplett neue Karriere angefangen.
- 0:27Heute ist er einer der renommiertesten Gastronomen und Geschäftsführer der Bärengas in Zürich. Das Restaurant ist der Wahnsinn und ich empfehle es euch von Herzen, hier hin zu essen. In diesem Podcast erzählt Mike,
- 0:43wie er über diese Zeiten überstehen konnte, was er sich an Mindseten aneignen musste und wie ihm auch das Umfeld dabei geholfen hat. Er erzählt über finanzielle Aspekte seiner Fussballkarriere und er erzählt über den Werdegang, wie er mit 27 nochmals eine Lehre gemacht hat.
- 1:05Eine Hotelfachschule. Damit er heute das machen kann, was sein Herz liebt. Und zwar Gastronom sein. Der Podcast ist super inspirierend. Und ich bin sehr fest dankbar, dass du da warst. Bevor wir aber in den Podcast springen, kommt das erste Intro. Darum jetzt Intro ab. Unser Bärgast Jimmy Churi. Du machst dich fertig heute. Und wo finde ich das?
- 1:28Profifussballer beim FC Zürich gewesen. Geschäftsführer vom Restaurant Bäregas und der Atelier Bar. Du kannst dort einfach einen wunderschönen Abend mit einem schönen Erlebnis erleben.
- 1:40Wenn du noch nie in den Berggassen warst, was ist das Gericht, das unbedingt probiert werden muss? Da könnte ich jetzt fast die ganze Karte verlieren. Eine Spezialität ist das «Antro gogafo de Pari», das ich jetzt wirklich auch in der Herbstzeit mega empfehlen kann. Was denkst du, ist die grösste Herausforderung in der Zürcher Gastro-Szene? Ronaldo oder Messi? Ganz klar Cristiano Ronaldo. Der verrückteste Moment als Fussballer?
- 2:06ist das volle Stadionlaufen gegen Dynamo Münster. «Mein grösster Talent ausser Fussball ist...» «Mike!»
- 2:22Wahnsinnig cool, dass es geklappt hat. Ja, danke vielmals, Kevin. Ich hoffe, du hast es gut gefunden. Super, ja. Mit deinem Beschreiben ist alles reibungslos gelaufen. Sehr gut, sehr gut. Hey, ich habe in der kleinen Intro gemacht, über wer du bist, was du machst. Aber schon in deinen Worten. Wofür bist du bekannt und wer ist der Mike? Super, ja, sicher. Zuerst einmal vielen Dank, dass ich hier sein durfte, für die Einladung. Das hat mich sehr gefreut.
- 2:47Ich stand schon lange nicht mehr so im Randverliech. Aber meine Vergangenheit vielleicht kennen mich noch ein paar aus der Fussballszene. Ich war ja Profifussballer beim FC Zürich. 2014 bis 2017. Dann eigentlich abrupp am Ende, eigentlich gerade im besten Alter, mit etwa 6-7.20. Ich habe wirklich die Fussballschuhe wortwörtlich an den Nagel gehängt.
- 3:10und bin dann nach Neuorientierung in die Gastronomie gekommen. Dort habe ich meine Karriere lasiert, habe zuerst noch eine Grundausbildung gemacht mit der Hotelfachschule und bin momentan wieder sehr, sehr happy. Und das hast du alles nach deiner Fußballkarriere gemacht? Du hattest vorher, vor dem Fussball, mit Gastro eigentlich gar nichts am Hut?
- 3:34Also wirklich gar nichts. Du kannst dir vorstellen, ich war ein klassischer Gast, der keine Ahnung hatte, was hinten los war und mich aufgeregt hat, dass es so lange geht, bis ein Essen kommt. Von dem her ist es wirklich noch crazy oder faszinierend, dass ich wirklich diesen Weg eingeschlagen habe.
- 3:55Aber es sind auch gewisse Sachen nach der Karriere vorgefallen, die mich in den Weg gebracht haben. Und ja, schlussendlich bin ich jetzt da, wo ich bin und bin mega erfüllt.
- 4:10Ja, man muss ja sagen, es ist nicht einfach irgendein Restaurant. Es ist ja ein super renommiertes Restaurant in Zürich. Also nicht nur in Zürich, es ist wahrscheinlich in der ganzen Schweiz sehr bekannt. Bäregas, ein topper Restaurant. Ich komme dort sehr, sehr gerne essen. Und ich muss sagen, ich habe es relativ spät kennengelernt durch ein paar Kollegen von mir. Ja.
- 4:29Und die haben hoch von dem geschwärmt. Auch meine Freunde und ihre Schwester, die kommen ultra, ultra gerne. Von daher für alle, die noch nie in der Berggasse sind, ich verpasse etwas, was ihr nicht könnt. Aber ich möchte ein bisschen die Zeit zurückdrehen. Und zwar, du warst Fussballprofi, du hast beim FCC gespielt. Vielleicht kannst du nochmal ein bisschen weiter zurückgehen.
- 4:54Wo bist du geboren, aufgewachsen? Was hast du in deiner Kindheit gemacht? Wann hast du entdeckt, dass du das Talent für Fussball hast? Ja, das hat eigentlich schon sehr, sehr früh im jungen Alter angefangen. Ich bin eigentlich aufgewachsen in Oberrieden und Talwil, also an der Pfnüsselküste. Ich war dann schon immer als ganz kleiner Mega-Begeisterer des Fussballs. Du kannst dir wirklich klassisch vorstellen, ich habe
- 5:23Cristiano Ronaldo war mein absoluter Idol. Ich hängte zig Poster an der Wand auf und behandelte mit dem Fussballbügel meine Freundin. Dann begann es ziemlich früh im Freundschaftsspiel in Oberrieden.
- 5:45ging ein Scout vom FC Zürich zu meinem Vater und wollte mich in ein Probetraining einladen. Als wir nach Hause fuhren und mein Vater mir das erzählt hat, hatte ich das Gefühl, das sei unbeschreiblich gewesen.
- 6:08Dann bin ich etwa zwei Wochen später ins Probetraining und dann ging es nicht lange. Dann haben sie gesagt, sie wollten mich unbedingt aufnehmen in die Nachwuchsabteilung, die Letzi Kids. Und so war der Fussballweg eigentlich der Startschuss.
- 6:30Du kannst dir vorstellen, ich habe für das gelebt. Ich bin jeden Tag, auch schon im jungen Alter, zuerst haben mich noch die Eltern und die Grossmutter ins Training gefahren. Das war noch beim letzten Rund, aber mit dem alten letzten Rund natürlich. Da gab es auch so einen Nebenplatz. Und dort wurde ich gross. Ja, kann man sagen. Dann habe ich jede letzte Kids-Stufe erlebt. Gibt es noch letzte Kids?
- 6:59Das ist eine gute Frage. Ich glaube, es heisst einfach etwas anders. Das Programm wäre wie das gleiche, aber es heisst wahrscheinlich anders. Es ist gleich aufgebaut, aber es hat sich schon mittlerweile ziemlich viel verändert, was im Nachwuchs läuft. Ich muss ehrlich sagen, ich weiss auch nicht genau, wie es jetzt strukturiert ist.
- 7:23Aber es wurde schon damals sehr professionell gehandhabt. Dann wurde ich wirklich recht gefördert. Aber ich war damals noch ein kleiner Junge. Es war eine richtige Lebensschule, weil ich Trainer hatte, die mich in den Juniorenstufen geprägt haben.
- 7:44Es war eine wunderschöne Zeit, wenn ich zurück schaue. Dort habe ich gelernt, was Respekt, Zuverlässigkeit, all diese Werte sind, die wichtig sind in diesem Alter. Da kommst du in einer Schule zusätzlich mit. Das war sehr spannend. Sind die Werte, die du gelernt hast, so Werte, die du sagen kannst, die mich heute noch im Unternehmertum jeden Tag mitbegleiten?
- 8:12Definitiv, ja. Also wirklich die, also auch speziell zum Beispiel, das ist eine riesige Ikone, der René Grauf zum Beispiel, mit dem Besnick Ramadani, das war ein Duo, das ist Kult, oder? Jetzt im Nachhinein auch, und die sind immer noch involviert in dieser Branche.
- 8:32Es ist nicht einmal auch all die technischen Bereiche und alles, was du dort gelernt hast. Aber es ist eigentlich, in diesem Alter lernst du eben diese Werte mit Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, der Anstand muss da sein, oder? Und diese Sachen, da bin ich mir sicher, die haben mich geprägt und prägen mich heute noch. Mega schön. Also eine wichtige Lebensschule.
- 8:58Unglaublich, ja. Wie alt warst du bei den letzten Kids? In die letzten Kids kam ich mit etwa 11 oder 12 Jahren. In den Kurs? Ja, in den Kurs. Und dann ging ich durch jede Stufe. Dann begann es mit der U15.
- 9:18U15, U16, U18, U21 und dann ist es eigentlich eins. Und du hast all diese Stufen gemacht? All diese Stufen habe ich gemacht. Dann kommt natürlich auch der schulische Bereich dazu.
- 9:35Das war meine nächste Frage. In dieser Zeit hast du wahrscheinlich keine Lehre gemacht? Genau, ja. Also Primarschule habe ich in Oberrieden fertig gemacht. Und danach bin ich eigentlich in die MSB gekommen, das ist die Mannschaftssportschule. In Oerlikon war das. Okay, ja. Und dann bin ich, also auch drei Jahre, es ist eigentlich eine Sekschule, sage ich jetzt einmal.
- 9:56vom Niveau her, wo du einfach die Möglichkeit hast, jeden Tag Morgentrainings zu besuchen und dann auch bei Zeiten gehen zu können, am Nachmittag, um dann deine Mannschaftstraining zu besuchen. Das war eigentlich ein riesiges Förderungsprogramm. Gibt es, glaube ich, in dieser Form nicht mehr jetzt.
- 10:14Was eigentlich noch schade ist, aber es gibt fängs wieder andere Schulmodelle, die das unterstützen. Aber ich muss sagen, was den sportlichen Bereich anbelangt, ist es natürlich ein riesen Vorteil gewesen. Also hast du dich voll auf das konzentriert, dass du immer prünktlich zu den Trainings kommst. Genau, ja. Was war mit Essen und Ernährung? Sind das Sachen, die dir im Fussball auch mitgegeben wurden? Wie man sich richtig ernähren oder allgemein Gesundheit?
- 10:44Ja, definitiv. Es war wie ein Learning by doing. Du wurdest in diese Strukturen eingegeben und hast das dann auch angeeignet. Am Nachmittag, wenn du am Morgen die Spezialtraining hatte, war dann auch ein Teamessen mit denen, die im Training waren. Von daher war es schon unglaublich gut organisiert.
- 11:10Dort konntest du deine Stärken noch ausbauen. Dann ging es im normalen Mannschaftstraining am Abend.
- 11:26Dort war die Förderung im Vordergrund. Und dass man schlussendlich das ganze Package Schule und Fussball unter einen Hut springen kann. Aber das war in diesen Jugendjahren. Da bin ich am Morgen um 6 Uhr aus dem Haus und bin am Abend um halb neun Uhr am Bahnhof wieder herangekommen.
- 11:47Wenn ich daran zurückdenke, war das ein riesiger Tag, das Programm, das wir dort abgespielt haben. Aber wie alles immer, es hat eine grosse Freude gemacht. Du konntest dein Hobby ständig ausüben. Das war eine Bereicherung für meine Jugend.
- 12:09Du hast vorhin im Vorgespräch, als du hierher gekommen bist, so Stärken und Schwächen erzählt, dass du sehr körperlich stabil und stark bist. Hast du das schon früher als Jugendlicher, weil du vorhin von Stärken und Schwächen ausmerzt hast, bei diesen Team-Messen gesprochen hast? Sind das auch Dinge, die du schon sehr früh gemerkt hast, dass du körperlich sehr stark bist und darum in einem Zweikampf einen Vorteil hast?
- 12:38Es war nicht das Körperliche an sich, vom Körperbau her, aber ich war physisch immer top. Meine Stärke war die Schnelligkeit und die Ausdauer. Darum war ich auch Flügelspieler, rauf und runter. Schlussendlich kam ich im 1. Rennen als Ausverteidiger hoch.
- 13:05Wie war der erste Match für FZZ?
- 13:09Es war unglaublich schön. Wo war das? Das war in Sion. Sion, Auswärtsspiel. Das war das zweite oder letzte Saisonspiel. Von der Tabelle her war alles recht safe. Ich wurde für 20 Minuten eingewechselt. Du warst noch in der 70. Minute? Ja, da kam ich rein.
- 13:39und konnte dort mein Debüt geben. Es ist schon speziell, wenn du das erste Mal deine Nummer mit deinem Namen auf dem Trikot hast. Mit all den Spielern, die du schon in deiner ganzen Jugend gestreift hast und dabei warst. Dass du nachher in so einem Gefühl mit den Top-Profis zusammen auf dem Platz stehen kannst und am Böllen anrennen kannst.
- 14:07Was ist das Änderungsmissil deines Debuts? Wir haben dort, soviel es mir ist, oh ist das gerade schlimm, ich glaube wir haben sogar nicht gewonnen, wir haben dort verloren. Ich wurde nochmal auf dem Flügel eingewechselt.
- 14:23Ich habe nochmals versucht, ein wenig Dampf zu machen und noch ein wenig hineinzusenken, aber es hat schlussendlich nicht gelungen. Und in dieser Saison sind ihr Meister geworden? Du hast gesagt, es war ziemlich safe von der Tabelle? Nein, es war punktemässig ziemlich safe, aber wir waren im oberen Mittelfeld. Es war eine Durchschnitts-Saison. Deine beste Saison, die du gespielt hast?
- 14:46Noch ein wenig zurück, für das Verständnis im Nachwuchs. Es hat auch mit der Nationalmannschaft angefangen. Ich habe eigentlich jede Junioren-Nationalmannschaft mitgemacht.
- 15:11Wenn du überlegst, bist du fast eine Woche pro Monat weg. Irgendwo an den Länderspielen und bist am herumreisen. Das war auch ein grosser Punkt in meiner Jugend, der sehr schön war, weil ich sehr viel gesehen habe.
- 15:37Aber klar ging es in diesen Ländern mehr um Sportliche. Man ging nicht gross Sehenswürdigkeiten anschauen. Habt ihr gar keine Zeit für das? Also wirklich ganz selten. Und wenn ich damals gesagt habe, da war ich schon, also heutzutage, und dann fragen sie mich an, «Ah, dann hast du das sicher gesehen.» Dann sage ich «Nein, sorry, ich war einfach da, aber den Fussballplatz kenne ich.» «Das Stadion habe ich gesehen.»
- 16:03Das war eine spannende Zeit in dieser Nationalmannschaft. Ich war dann auch noch im Futuro-Projekt, das sind die besten vom Jahrgang, die es zusätzlich fördern. Durch den Nachwuchs bin ich wirklich wie geleitet. Du kannst dir das so vorstellen. Ich war wirklich super bereit und nie gross verletzt.
- 16:27Und danach war es eine lange Zeit in der U21, bei dem Fussballklub, beim FZZ. Wenn ich rückblickend schaue, da ist es dann wirklich so, dass mehrere Sachen schon zusammen spielen müssen. Auch heutzutage bin ich überzeugt.
- 16:51Wir hatten damals auf der Flügelposition einen Schönbächler, einen Nikcci, einen Ciccaui, einen Cermitti, so viele Konkurrenz und auch namhafte Spieler, dass es als Junge sehr schwierig war, in diese Mannschaft hineinzurücken. Egal wie deine Leistungen in U21 waren.
- 17:17Dann ging ich zwei, drei Jahre in der Saisonvorbereitung mit hoch, konnte dabei sein und mich zeigen. Das war eine sehr spannende Zeit. Aber es kam nie der Switch. Dann schaute ich mit dem Trainer, damals mit Urs Maier.
- 17:39Er sagte mir, er würde mich umfunktionieren zum Aussenverteidiger, wie man das vorstellen kann, mit Offensivdrang natürlich. So wie es im modernen Fussball eigentlich auch gespielt wird.
- 17:56Und dann, etwa ein Jahr später, wurde ich wirklich in die Erstmannschaft aufgenommen. Als Aussenverteidiger. Also eigentlich hast du immer als Flügel gespielt. Und dann bist du aber in der Erstmannschaft als offensiver Aussenverteidiger. Genau, ja. So war es eigentlich. Wie war der Switch für dich?
- 18:16Den Switch, ja, das ist schon zuerst so ein bisschen, muss ich mir aneignen und halt auch schon nochmal andere Verpflichtungen, sage ich jetzt einmal, oder? Aber schlussendlich bin ich voll mit dem Flow und habe gewusst, dass die Unterstützung auf der einen Seite da ist, oder? Und dass halt gleich eine riesen Chance ist, um diesen Traum dann wirklich auch zu erfüllen, oder? Und ja, so ist es dann auch wirklich gekommen, oder? 2014 bis 2017 durfte ich einen Profivertrag unterschreiben.
- 18:46Beim Z. Beim FCZ, ja. Und ja, es ist... Also, Fussballbusiness, wirklich, sagt es, ist...
- 18:55Es ist schon auch dubios. Was heisst das? Ich glaube, je weiter das zugeht, auch im Geschäftsleben, wird es wirklich spitzenhänger. Es wird mehr gelbögelnd, es wird mehr Geschäft noch hinten durchgemacht. Ich glaube, all diese Einflüsse, die du heutzutage hast, sind für einen Spieler nicht immer nachvollziehbar.
- 19:25Mit der ganzen Verletzungshistorie, die ich in diesen Profijahren hatte, hat es mich dann schon abgelöscht. Den Nudel rausgehauen.
- 19:44Ja, es war spannend. Auch während der Verletzungen, wenn du nicht mehr im Fokus bist. Oder in der heutigen Zeit, wo alles auf Leistung aus ist. Auch die Trainer heutzutage, wenn du beobachtest, dass du nach einer super Saison gespielt hast und nach drei, vier Spielen, wenn du es verloren hast, schon auf einem Schleudersitz sitzt. Das ist unglaublich. Krass.
- 20:11Das ist der Druck, der da ist. Und das Gleiche auch für die Spieler. Und da ist schon auch, wie ich vorhin schon gesagt habe, in den Verletzungen, zum Beispiel mit einem Kreuzband, wenn der 1-2-Männer-Pfohl im Trainingsbetrieb ist, auch du selbst das vermisst hast, und voll in Einsatzbereitschaft hast und es geht.
- 20:36dass dann, wenn im täglichen Geschäft noch jemand auf der Position fällt, dass dann nicht mehr gross Rücksicht genommen wird, er war jetzt erst im sechsten Monat medizinisch, musste aber sieben bis acht Monate warten. Das ist einfach nicht... Du hast vorhin gesagt, du bist ein 93er-Jahrhund, oder? 93, ja. Und du hattest vom 14. bis 17. einen Pro-Wie-Vertrag? Genau, ja.
- 21:03Wie kann ich mir das vorstellen? Ein Profivertrag heisst, du verdienst jetzt Geld.
- 21:08Vorher hast du wahrscheinlich auch schon Geld verdient? Mit 21 hast du ja vorher auch schon irgendwie... Ja, ja, also... Ich hatte eigentlich schon in 21 Verträge. Ich weiss nicht mehr, wie es jetzt ist, aber... Du hast eigentlich... Also ich hatte das Glück, dass ich wirklich eigentlich schon sehr jung, sage ich jetzt einmal, im Verhältnis sehr viel Geld verdienen durfte. Ja. Und sehr viel Geld, da sprechen wir von einem Erstvertrag mit 15 vielleicht 1000 Franken, oder?
- 21:35Und dann schon relativ schnell, damals begann das mit der Prämie pro Spiel. Also dann etwas später. Aber da durfte ich auch sehr schöne Sachen finanziell erleben. Es war nicht normal, dass du mit 15 oder 16 so Geld verdienst. Du machst ja dann die Lehre und bei der Lehre hast du ja 750-800 Franken.
- 22:01Und du musst ja sonst noch alles bezahlen. Bei so einem Vertrag kannst du wahrscheinlich noch Essensbon oder so. Also du schaust eigentlich schon ziemlich früh, ich weiss wirklich nicht, wie es heutzutage ist, aber ich habe ziemlich früh das Leben schon auch, was das anbelangt, profitieren, sage ich jetzt einmal. Wenn du dann stehst,
- 22:25Zum Beispiel hatte ich einen Nike-Vertrag. Das ist heute, aber das weiss ich überhaupt nicht mehr so. Aber wenn du überlegst, ich habe mit 15 meinen ersten Nike-Vertrag bekommen. So wie krass ist das dann? Ja, wo ich irgendwie Produkte beziehen durfte, im Jahr für ein gewisses Budget. Und Fussballschuhe sowieso gratis, immer die neuen zugeschickt worden sind, mit dem Namen drauf. Und das war unglaublich.
- 22:53Aber das hatten nicht alle Spieler. Das war dort, weil ich voll gefördert wurde. Auch in der Nationalmannschaft. Ich war wirklich auf vollem Track, um durchzustarten. Was machen deine Eltern für einen Beruf?
- 23:13Mein Vater ist Treuhänder, also Buchhalter. Er hatte seine eigene Firma, eigentlich auch sein ganzes Leben. Er hat jetzt diese abgegeben, also ist jetzt in Ruhestand. Schön, gratuliere. Verdienter Ruhestand. Und meine Mutter hat eigentlich immer mit meinem Onkel zusammengearbeitet. Der hat eine Autogarage in Talwil, Zentralgarage. Und die machen das schon seit so lange.
- 23:42Wie soll ich das fragen? Ich durfte schon ganz viele Leute interviewen, ich durfte schon ganz viele Interviews anschauen. Oftmals ist es so, wenn junge Leute sehr viel Geld verdienen, dann wird das Geld auch ausgegeben, so schnell es reinkommt. Und natürlich, wenn du jetzt sagst, dass dein Vater ein Treuhänder ist, dann hätten die wahrscheinlich auch die richtigen finanziellen Tipps auf den Weg mitgegeben.
- 24:08Ist es etwas, das ich mir so vorstelle, dass du gesagt hast, «Ja, ich war sehr jung, ich durfte sehr früh sehr viel Geld verdienen, habe aber immer einen Plan gehabt, wie ich das Geld gestalten, planen kann?
- 24:26Nein, also du kannst dir vorstellen, dass ich ein Junge war, der auch für 300-400 Franken ein schönes SSR kaufen konnte. Das ist ein klassischer Fussballer unter den Armen. Nein, also mein Vater war damals sehr locker.
- 24:50Er hat immer gesagt, auch wenn ich von mir aus gekommen bin und gefragt habe, wie soll ich das machen oder kann ich das ausgeben, dann war es eigentlich immer so, hey, jetzt lebe auch mal ein bisschen, gönn dir auch mal etwas, sonst hast du es verdient. Und auch das Thema, das später kam, mit der dritten Säule und all dem, hat immer gesagt, mach dir jetzt noch nicht so einen Stress. Ich würde immer so bis 25, bis 30, ich kann schon mal anfangen, dich mit dem zu informieren.
- 25:20Das war auch ein wenig unbeschwert, diese Phase. Und ich konnte dadurch auch das Fussballleben in den Jugendjahren leben. Klar habe ich etwas gespart und geschaut, aber ich konnte mir auch etwas mit dem Geld, das ich verdient habe, gönnen.
- 25:4617-18-Jährigen ich einen Tipp geben auf den Weg, wenn es ums Finanzielle geht? Wenn es ums Finanzielle geht, nein. Ich würde sagen, hey, lebe, habe Spass, lebe deine jungen Jahre. Die ganzen Sörger, die ganzen Sparpläne, das kommt zu einer Zeit, in der es immer noch genug früh ist, oder?
- 26:12Wenn ich jetzt auch etwas umlasse, wie es heutzutage ist, dann macht man sich schon extrem viele Sorgen. Ich persönlich sage auch, man versichert sich überall etwas über. Und irgendwie noch drei, eine dritte Säule und da und dort noch auf die Seite zu tun. Und schlussendlich lebst du nicht mehr wirklich. Das ist auch nicht meine Philosophie.
- 26:39Klar, Sicherheit musst du da haben. Gewisse Sachen sind einfach auch wichtig, dass du dich heutzutage ein bisschen aufstellst, dass du dich auch sicher fühlst, klar. Und auch, dass du im Alter mal noch etwas hast. Aber Fokus soll auch im Hier und Jetzt sein. Schön.
- 26:55Richtig, okay. Sehr schön. Ich gehe nochmal zurück. 2014 bis 2017 hattest du deinen Prüfungsvertrag. Dann hast du im Eis gespielt. Wie ist das mit den Verletzungen? Du hattest ein paar Verletzungen. Kannst du vielleicht ein bisschen erzählen, wie das war? Du hast gesagt, mit dem Druck, anstatt 9 Monate, hast du schon nach 5 wieder auf dem Platz schauen müssen, weil der Druck da war, um weiterzumachen, um dich zu zeigen. Hat das etwas in dir ausgelöst?
- 27:23Was hattest du für Verletzungen? Angefangen mit der grösseren Verletzung, die ich hatte, war nach ca. 3-4 Jahren, als ich im ersten Profijahr war. Dort hatte ich wirklich ein paar Einsätze, immer wieder Einsätze. Ich war wirklich am reinkämpfen als Team.
- 27:44Dann kam die EM Quali gegen Dynamo Minsk. Das war ein Highlight im letzten Runde. Dort lief ich als erstes von Anfang an auf.
- 27:58Das war für mich ein Schritt in der Karriere, der mich sehr erfüllt hatte. Dass ich von Anfang an auf den Platz laufen konnte, in einem wichtigen Spiel für den Verein. Da habe ich vom Vereinsseite sehr viel Vertrauen bekommen. Dann war es schade oder unglücklich, dass ich nach 15 Minuten
- 28:26Ich hatte die langen Stollen angehängt. Der Trainer in der Kabine sagte auch noch, dass die Schuhe montiert werden, damit sie bereit sind.
- 28:38Dann hatte ich die Stollen an, aber der Ras war eher trocken. Dann blieb ich mit der hinteren Stolle stecken und drehte mir den Fuss. Dann merkte ich ziemlich schnell, mit der Adrenalin etwas weniger, dass etwas passiert ist.
- 29:04Ich versuchte noch zwei Minuten rauf und runter zu rennen. Ich merkte, dass ich keine Stabilität mehr hatte. Das war die erste Verletzung, die mich verhältnismässig ziemlich lange aus dem Gefecht genommen hat. Was heisst verletzt?
- 29:20Ich habe das Innenband beim Fuss komplett gerissen. Das ist eigentlich nicht so typisch. Meistens kennt man, wenn der Fuss verdreht ist, die drei Ausserbänder, die man hat, die man vielleicht anreissen oder einsreissen will. Aber das Innenband ist eigentlich untypisch. Das hält den Fuss zusammen, kannst du dir vorstellen. Das war komplett gerissen.
- 29:44Darum hattest du keine Stabilität mehr. Ich hatte keine Stabilität. Ist die Stabilität in dieser Bewegung oder in dieser? Wie kann ich mir das vorstellen? Für die, die das gesehen haben. Ja. Wobei ich es einfach leider... Eigentlich beide Seiten. Es ist wirklich so komplett... Ja, du hast wirklich keine Stabilität. Du kannst nicht mehr draufstehen. Du bist einfach... Ja, du bist einfach... Es geht einfach nicht mehr.
- 30:08Es war schon eklig. Da brach eine kleine Welt zusammen, weil ich im Saft und Vollgas war. Im Momentum war ich. Ich wollte der Mannschaft helfen. Dann musste ich leider im Spitalbett zuschauen. Über das Internet. Das hat mir schon weh getan.
- 30:37War das eine Operation, die du hattest? Mussten sie wieder zusammennähen? Ja, genau. Du musstest sie zusammennähen. Es ist wirklich so, jeder, der das hat, weiss, wenn du mal einen Eingriff hattest, es ist einfach nicht mehr so wie vorher. Du musst eigentlich mit diesen ja, sage ich mal,
- 31:00Ungewohnheiten leben und damit umgehen zu können. Es braucht einfach enorme Pflege und Vorbeugung. Die Prävention ist auch sehr wichtig bei solchen Verletzungen. Nichtsdestotrotz ging es mir nach drei, vier Monaten zurück.
- 31:19Dann haben wir einen neuen Trainer bekommen, Sami Hüppien. Er war sehr auf dem Physischen orientiert, was mir als Spieler sehr entgegen kam. Ich weiss, es war unglaublich. Wir waren vor dem normalen Training auf der Finnebahn 10-15 Kilometer auf dem Rennen gegangen. Es war wirklich crazy. Vor dem Training? Ja.
- 31:44Und ich weiss noch, alle waren auf dem Trainingsplatz mit Entzündung an den Knien. Du musst dir vorstellen, es war wirklich crazy. Ganz etwas anderes, als wir vorher hatten. Aber für dich gut, weil du der physische Typ warst. Ja, ich habe den physischen Teil geliebt. Das war auch immer meine Stärke. Ich habe einfach gespürt oder gewusst, dass da wieder etwas entstehen kann mit dem Trainer.
- 32:13dass ich hier auch Vorbild vorwegziehen und mitmachen kann, so wie er das will. Und ja, in dieser Zeit war ich sehr gut wieder drauf. Ich habe auch super Leistungen im Training gezeigt. Und danach kam eigentlich der Moment, wo ich wieder eingesetzt wurde. Und dann war das in Luzern, im Auswärtsspiel, Meisterschaft, da wurde ich eingewachsen.
- 32:42Dann hatte ich eine Situation, in der ich den Ball weggespitzte, das Bein noch hinten am Boden hatte und Jantje zum Anliegen einfach durchgezogen hat. Und da habe ich gemerkt, Scheisse, oder? Next one.
- 33:00Schon gut, aber sie nicht. Ja, es hat geknallt. Ich habe gerade gemerkt, dass etwas nicht gut ist. Ich bin dann auch im Adrenalin aufgestanden. Dann die nächste Aktion über meine Seite. Ich musste vorwärts rennen. Das ist noch gegangen. Nachher musste ich einen seitlichen Bewegung machen. Ich habe gemerkt, null Stabilität. Ach.
- 33:24Ja, das wird mir jetzt noch, wenn ich das erzähle, ganz eine Haut. Wegen Adrenalin hattest du trotzdem Schmerzen oder hast du gemerkt, du hattest keine Stabilität, aber keine Schmerzen? Schmerzen hatte ich eigentlich nicht, also gar keine Schmerzen. Ja. Aber du merkst einfach null Stabilität. Du kannst nicht mehr wegdrücken, es ist vorbei. Und dann merkst du relativ schnell, okay, es ist vorbei. Mhm.
- 33:50Dann musste ich verletzungsbedingt wieder raus. Allein nach 10-15 Minuten. Das war schon vorher der Start. Aber da kam es in den Verletzungsstrudel. Für alle, die das nicht wissen oder kennen, wenn du eine Kreuzbandverletzung hast und operieren musst,
- 34:15Dann fällst du pauschal 5-7 Monate aus. Medizinisch gesehen, müsstest du eigentlich 9 Monate warten, bis du wieder voll in die Ernstkämpfe reingehst. Und das ist natürlich für so einen Spieler, ich sage jetzt mal auch einen jungen Spieler, ist das natürlich auch...
- 34:34mental natürlich eine riesige Herausforderung. Du musst dir vorstellen, von einem Mannschaftssportler zu einem Einzelkämpfer, das ist schon nochmal etwas ganz anderes. Es ist lustig, dass du das ansprichst.
- 34:49Ich habe es mir gerade in einem Viereck umrahmt, mental. Was passiert mental mit dir? Wie ist das? Du hast jetzt die zweite gröbere Verletzung, du fällst wieder raus in dem Sport, wo du über alles liebst, wo du dafür kämpfst. Und jetzt bist du wieder weg. Natürlich kommen wahrscheinlich auch noch die Gedanken, ich habe mein Team im Stich oder ich kann sie nicht unterstützen. Was passiert und wie kommst du da raus?
- 35:19Ja, also in erster Linie bricht die Welt zusammen. Und dann schlimme die Abklärungen, die du dann ins Spital gehst, in die Sämmerli leihst und einfach nur noch hoffst, dass das Band nicht ganz durchgebrochen ist. Das sind dann schon erschütternde Nachrichten, die du da entgegennehmen musst. Und wenn du noch nie etwas erlebt hast, dann weisst du eigentlich gar nicht wirklich, was auf dich zukommt nachher.
- 35:46Als verletzter Spieler bei so einer Verletzung bist du den ganzen Tag in einer Physio, wo du dich wieder zuwege machst, wo du die Muskeln wieder aufbaust, denn das ist ja noch das Nächste. Was du eigentlich verlierst an Muskeln in so einer kurzen Zeit und was es braucht, um die Muskeln wieder auf diesen Stand zu bringen, das ist eigentlich frustrierend.
- 36:10Es ist eine riesige Arbeit dahinter. Und neben dem Körperlichen, wie du angesprochen hast, gibt es natürlich auch den mentalen Bereich. Und dort muss ich wirklich sagen, finde ich wirklich ein wenig schwach, wie das von den Vereinen aus auch gelöst wird. Ich weiss nicht, wie es heutzutage ist, aber du musst einfach bewusst sein, du bist für dich selbst verantwortlich.
- 36:38Klar, das ist einfach gesagt, aber hol dir in so einer Phase auch die richtigen Leute, die dir wirklich helfen. Das war rückwirkend eine sehr spannende Zeit für mich, weil du musst dich halt extrem mit dir selbst beschäftigen.
- 36:59Du musst dich reflektieren, an dir arbeiten und nach Lösungen finden. Rein für meine Erfahrungen persönlich hat mir das enorm geholfen. Auch für das, was ich jetzt mache. Aber in der Situation selbst stehst du schon ein wenig alleine. Das finde ich schon nicht zu unterschätzen.
- 37:25Du hast angesprochen, du hast dich sehr viel mit dir selbst beschäftigen müssen. Das Erste, was mir da ins Sinn kommt, ist Persönlichkeitsentwicklung. Was hast du dafür gemacht? Du hast auch angesprochen, Hilfe holen von aussen. In welcher Form? Also...
- 37:43Man sagt ja immer, der mentale Coach ist gut. Das kann auch zu gewissen Sachen sehr hilfreich sein. Aber man sagt ja auch, beim mentalen Coach musst du eigentlich nur dein Bewusstsein umsteuern. Das war bei mir so, dass ich gesagt habe,
- 38:08nur ein Mental Coach. Ich glaube, ich brauche etwas Tiefgründigeres, das mit mir die Sachen auch aufarbeitet. Das aber trotzdem auch vertraut ist mit dem sportlichen Gefühl. Zum klassischen Psychologen war ich auch mal so, war dann auch nicht so das wahre. Weil der sportliche Anteil fehlt?
- 38:31Ja, weil ich auch ein Bewusstsein für den sportlichen Teil hatte. Und es musste auch jemand sein, der weiss, was es heisst oder was es braucht, um wieder zurückzukommen. Und dort hatte ich privat wirklich jemanden, dem man sehr geholfen hat. Und neben dem... Ja, es ist noch lustig, da war ich auch mal beim «Alles utter», der Sportchef ist ja jetzt von GC heutzutage.
- 38:58Ich weiss nicht, ob jemand sich daran erinnern kann, wenn er zuschaut. Ja, wäre schön. Aber er hat noch, das war mega spannend, es waren auch nicht vielseitige bei ihm, aber so zwei, drei hatte ich. Und er hat einmal eine gewisse Zeit lang so wie, weisst du, mit einem Gerät auch die ganzen Tagesemotionen und, wie soll ich sagen, körperliche Dinge analysiert. Und er hat es so anhand eines Feuers
- 39:26analysiert oder alles dokumentieren musste, was du zu diesem Zeitpunkt gemacht hast. Und er hat das dann wirklich analysiert. Und er hat mir aus diesen Auswertungen gesagt, dass ich ein riesiges Feuer habe. Und dass ich danach suchen muss, wo ich das abrufen kann. Okay, okay, okay, das wird spannend. Super, und dann?
- 39:54Und das hatte ich schon immer gespürt. Wenn ich etwas hatte, habe ich immer gebrannt für diese Sache. Wann war das?
- 40:02Das war wirklich in der Verletzungsphase. Im Jahr 1516? Ja, etwa 1516. Okay. Das war wirklich spannend. Dann habe ich mich wirklich damit auseinandergesetzt und befasst. Ich wollte auch wieder sauber zurückkommen. Und auch mental auf einem gewissen Niveau sein. Und ich kann sagen, ich kann wieder Vollgas geben.
- 40:26Dann habe ich mich wieder zurückgekämpft, dazu Uli Forte mit Assistent Sandro Gefo, der ja bei dir war. Lieber Gruß, Sandro. Der war auch sehr inspirierend, by the way. Dort hatten wir das Abschlusstraining, haben gegen Villarreal auch zuhause gespielt.
- 40:51Und im Abschlusstraining, ich kann heute noch nicht erklären, wie das passiert ist, in einer Drehungsbewegung hat es gemacht. Und dort war es vom zeitlichen Aspekt her ein bisschen sportlich, 5-6 Monate. Die Ärzte sagten dann schon, nicht zu früh anfangen, 9 Monate. Aber es gab auch vorgängige Schnellputz-Antenne. Es ist so, in der heutigen Zeit stehen alle sehr unter Druck.
- 41:17Ich war schon 1-2 Monate im vollen Betrieb, konnte Gas geben, powern. Ich sagte mir dann auch nicht die Frage, du gehst dann auch nicht zum Training und sagst, «Hey, sorry, es ist noch zwei Wochen zu früh, ich bin noch nicht ready.» Dort brach sich nochmals eine kleine Welt zusammen, als das dann wieder passierte.
- 41:39War es das gleiche Bein? Ja, das gleiche Knie. Es war wahrscheinlich auch etwas zu früh. Der Mental lag trotzdem noch nicht auf der Höhe. Dann hat das Arbeiten nochmal angefangen.
- 41:53Dann habe ich mich nochmals zurückgekämpft, gleich vor dem Vertragssende. Also am 17. Ja, am 17. Dann wurde der Vertrag nicht verlängert, was ich auch verstehen kann. Ich war von diesen drei Jahren, zwei Jahren, eigentlich ausser Gefecht. Wille war noch da, um noch nicht aufzugeben. Zu diesem Zeitpunkt hätte man das nicht mit mir selber vereinbaren können.
- 42:19Und dann war Urs Maier zur Appersvillona in der Challenge League. Und wollte mich ums Verrecken holen und einen Plan mit mir machen, wie ich wieder an die Spitze komme. Und dann brauchte ich auch ein bisschen Zeit am Anfang. Ich hatte eine gute Saison.
- 42:40Ich habe einfach dort gemerkt und auch gewusst, was es braucht, um an diese Spitze wieder zu kommen. Und musste dann einfach schon eingestehen, dass meine körperliche Verfassung...
- 42:54und eventuell auch die mentale Verfassung nicht mehr da ist, um in die, was ich mal erträumt habe, in die Top-Liga zu kommen. Und das war dann so ein Wendepunkt für mich, wo es dann irgendwie geheissen hat, hey,
- 43:14Rappi bekam dann auch ein wenig Übermut und verpflichtete neue Spiele. Durch die Blumen wurde mir kommuniziert, dass ich gehen kann, wenn ich ein anderes Angebot habe. Dann habe ich für mich gemerkt, dass das nicht das ist, was ich mir erträumt habe oder alles dafür gemacht habe. Dann kam für mich der Entscheid,
- 43:44Dass ich meine Fussballschuhe an den Nagel hänge. Also am 17. ist der Vertrag beim FC nicht mehr verlängert worden. Danach hast du am 18. für Rappi gespielt. Ja, genau. 18, 19, die zwei Saisons. Und am 19. hast du dann den Schuh an den Nagel. Den Riegel geschoben. Ja. Gut. Und dann ist ja nochmal ein grosser Wenderpunkt in deinem Leben gekommen.
- 44:10Das ist so, ja. Da ist ja ein kompletter Karrierewechsel entstanden. Ja, komplett, ja. Und das nimmt mich jetzt richtig wundern, wie das passiert ist und wie du überhaupt zu dem gekommen bist.
- 44:19Ich habe mich schon während der Verletzungshistorie immer damit befasst, was es noch neben dem Fussball gibt. Ich glaube, das ist auch ein Punkt, der für viele nicht einfach ist. Aber es ist einfach Tatsache. Wenn man in einem gewissen Alter ist, kann ich jedem nur empfehlen, dass man sich irgendwann zu einem gewissen Punkt
- 44:44einfach mal auch auseinandersetzen mit dieser Situation. Was macht man danach? Ob das jetzt mit 6,27 ist wie bei mir oder mit 5,30, das ist ja dann eigentlich sekundär. Und dort hatte ich wirklich eine spannende Phase, weil ich sagte, ich muss ausprobieren, ich muss wissen, wo kann ich wieder eine solche Leidenschaft kreieren, wo kann ich ein Feuer entfachen.
- 45:09Dann habe ich mehrere Sachen ausprobiert. Bei meinem Vater werden Verletzungen ein kleines Pensum gemacht oder mit der Buchhaltung. Dann bin ich mal in eine Küche gehen gehen, einer Skaterin helfen gehen, bin in meinen Onkels Garage gegangen und einfach wirklich gemacht. Das braucht auch ein wenig Mut und Überwindung.
- 45:33Aber das hat mir sehr gut getan. Ich habe dann z.B. bei meinem Vater in der Traumfirma, was ja per se eine grosse Chance wäre, um irgendwann das weiterzuführen oder in die Fussstab zu treten.
- 45:54Ich habe dort ziemlich schnell gemerkt, dass nach einem halben Tag Büro und Buchungen habe ich gemerkt, dass mich das nicht erfüllt und dass ich frustriert aus diesem Büro rauslaufe.
- 46:10Um die Ecke ging ich immer in einen Kaffee, der Barista-Kaffee, also Flat White und all das macht. Das war eine Vietnameserin, mega herzig, mega offen. Und dann bin ich halt jede Pause dort meinen Kaffee geholt. Hat es doch aus dem Büro.
- 46:25Ja, ein Schuh im Büro. Dann hat sie gemerkt, dass ich mega interessiert und fasziniert bin. Dann hat sie gesagt, ich kann dir privat mal eine Schulung geben. Eine Ballistenschulung? Wie geil, sorry. Mega. Dann habe ich das gemacht. Ich hatte mega Freude. So ist es halt in der Gastro. Man hat eine Not gehabt.
- 46:46Sie fragte mich, ob ich mir langsam im Griff war und ob ich mir aushelfen könne. Ich sagte, ja, sicher. Und dort merkte ich, nach einem halben Tag Arbeit in diesem Café, was ich für eine Freude hatte, als ich fertig war. Mhm.
- 47:02Was ich für eine Begeisterung hatte. Und mit den Leuten, diesen Kontakt mit der Aussenwelt, den Leuten Freude machen. Dort habe ich einfach gemerkt, hey, that's my thing. Ist es wegen dieser Interaktion mit dem Menschen? Ist das, was dir so gefällt?
- 47:21Ich denke es ja, schlussendlich ja. Diese Interaktion, das Agilsein, das müssen einfach die ganzen Abläufe, das hat mir gefallen. Dass jemand zu dir kommt und etwas will. Und ein bestimmtes Produkt will, das er kennt, das er weiss, das er gerne hat. So wie ich es auch jeden Tag gemacht habe, um den feinen Kaffee zu nehmen. Das habe ich extrem schön gefunden.
- 47:50Dann kam der Wendepunkt, wo ich mich entschieden habe, dass ich einen Cut machen muss. Ich habe immer gesagt, dass ich in einer Challenge League vielleicht noch 5-10 Jahre ausharren könnte. Und knapp den Lebensunterhalt verdienen und mit 35 Jahren stehen und gleichzeitig mit 27 Jahren.
- 48:13Aber wie gesagt, das wollte ich nie. Das war nicht mein Traum. Das war nicht mein Traum.
- 48:22Du bist mehr der Typ «all in» oder... Nicht nur das abwerten, Challenge-League und alles, aber mein Ding war immer, ich will in eine Doppel-League gehen und erfolgreich sein. Und das konnte ich dann irgendwann nicht mehr mit mir vereinbaren. Auch aus mentalen Aspekten, aus körperlichen Aspekten, habe ich einfach gemerkt, ich komme dort nicht mehr hin. Es wird sehr schwierig, fast unmöglich. Und dann fehlte für mich einfach das Entscheidende.
- 48:51Und dann habe ich ausprobiert und gemerkt, was das in mir auslöst. Und da muss ich wirklich froh sein, dass ich auch familienseitig nie den Druck verspürt habe, um irgendwie das Geschäft zu übernehmen oder am Onkel die Garage zu übernehmen. Was ja mega schöne Möglichkeiten sind.
- 49:13Aber ich wollte meinen eigenen Weg wieder gehen. Ich habe immer gesagt, ich muss wieder eine Leidenschaft haben, genau wie ich sie vorher hatte, oder einfach in einer anderen Form, um auch erfolgreich zu werden. Um diese Extrameile zu gehen, die nicht schmerzen. Als Jugendlicher war ich jedes Wochenende weg. Als ich dann gesagt habe, ich will in die Gastronomie, ich merke, ich werde hier erfolgreich sein,
- 49:41Die Familie sagte, dass ich sicher sei. Gastro. Ja, Gastro. Ich musste am Wochenende arbeiten. Ich sagte, dass ich das nicht anders kenne. Hast du immer am Sonntag Match gehabt? Ja, ich reiste immer irgendwo hin. Dann war ich etwas ungestüm. Ich wollte meinen eigenen Kaffee eröffnen. Also etwas klassisch.
- 50:05Ich hatte noch keine Ahnung von der Gastronomie, wie man ein Blatt hält. Unglaublich. Und dann kam die Familie und sagte, wenn, dann mit einer Ausbildung. Aber geil. Ja, und da musst du dir überlegen, ich war 27, also ich war ein erwachsener Mann. Aber wir haben ein eng schönes Familienverhältnis. Und gewisse Sachen besprechen wir auch noch mit ihnen.
- 50:34Vor allem in so einem Change hat mir das enorm geholfen, weil wir so einen Unfall hatten. Und dann auch mit der Partnerin, die schon nicht zu unterschätzen ist. Das hat mir enorm geholfen. Und es war auch zu einer guten Zeit, weil sie von der Weiterbildung her ein Austauschjahr machen musste.
- 51:00Sie ging dann auf die Seite. Dann habe ich gesagt, das ist eigentlich die beste Gelegenheit. Ich komme ein halbes Jahr mit.
- 51:11Ich meldete mich aber vorgängig schon für die Schule an, für die toten Fachschulen, für die Grundausbildung, die es benötigt hat. Und gar ein halbes Jahr auf Sydney, ich frischte mein Englisch nochmals auf und schon mit einem Plan. Klar reiste ich dann noch ein, zwei Monate um Australien. Aber ich muss wirklich sagen, im Nachhinein war das das Beste, was ich machen konnte.
- 51:37Klar, mit einem Plan schon dorthin. Ich starte sie nach einem halben Jahr. Die Schule. Aber dieser Tapetenwechsel, nach dem alles, was ich erlebt habe, hat mir unglaublich gut getan.
- 51:50Dann habe ich das durchgezogen. Dann kam ich nach Hause und begann die Schule. Drei Jahre? Ja, drei Jahre. Und dann wirklich auch die Basis Praktikums, die Basiskurse. Das musste man von Grund auf aneignen. Als 27-Jähriger nochmals eine Grundausbildung machen. Ich sage jetzt mal mit einem
- 52:14«Hast du keinen Lehrlingslohn?» «Kann ich mich an, oder schon?» «Du hast einfach in diesen zwei Praktikums, die du hast, die etwa zwei Jahre gehen, vielleicht so 2'500 im Monat verdient, oder?» «Aber auch durch dein Fussball hast du auf der Seite gekommen, hast du durch das können.»
- 52:31Genau, da hatte ich schon ein Pölster, da bin ich schon sehr froh. Da kam mir dann schon entgegen, dass ich in den jungen Jahren etwas auf die Seite getan habe. Ja, das kam mir dann natürlich entgegen. Die Schuhe selbst sind nicht günstig, die kosten insgesamt 45'000 Franken.
- 52:50Und das ist schon eine Richtung, die du einschlägst, die sinnvoll ist oder gut ist, wenn du weisst, vielleicht ist es für dich etwas. Für dich ist es so, ich mache das, weil ich weiss, das will ich machen. Und du hast eine Passion, wie du das entwickelst.
- 53:07Genau, ja. Nach dem Kaffee-Ding, das ich gemacht habe, habe ich auch noch nicht wirklich gearbeitet in dieser Branche. Aber ich wusste, ich werde etwas reissen können in dieser Branche. Ich bin mit diesem Mindset in die Karriere gestartet und habe gesagt, ich erobere gastronomisch das hohe Zürich. Du sprichst ganz gut. Ja.
- 53:31Ja, wirklich so mit dem Mainz. Und in diesen drei Jahren hat natürlich schon vieles passieren können, aber es hat mich nie losgelassen. Es hat mich nie losgelassen und es hat mir gezeigt, es ist der richtige Weg. Und all die Strapazen, die du hast und die Pflichten, die du in der Villa hast, das war schon auch erniedrigend und mühsam und lange Tage. Ich musste viele Opfer erbringen, aber ich wusste immer, wieso ich das mache.
- 54:01Wenn du jetzt zurückschaust, ist es wirklich auch für mich so ein Zeichen. Hey, wow! Wenn du etwas manifestierst, wenn du etwas anpeilst, wenn du alles dafür machst, dann kann man das erreichen. Hundertprozentig, ja. Das war wirklich mega schön. Was auch mega schön war in diesen Jahren, haben sich wirklich
- 54:32Ich habe gewisse Leute bei mir gemeldet, die mit dieser Situation konfrontiert wurden. Die das sehr inspirierend fanden. Das fand ich einen sehr schönen Teil. Dass auch eine gewisse Anerkennung von aussen kam.
- 54:51«Hey cool, was du machst, cool, wie du das machst.» Dass du einfach nahtlos über den Schweif kommst. Es ist ein Thema, das als Fussballer sehr schwierig ist. Du bist als Fussballer in einer Blase, das ist auch gut und recht so. Ich sage auch, du bist in dieser Bubble.
- 55:14Aber um aus dieser herauszukommen und zu realisieren, dass es besser ist, dass du rausgehst, ist ein unglaublich schwieriges Zeug. Es ist halt die zweite Karriere, die zweite Karrierewege. Es ist nicht einfach. Vor allem in einem, ich sage nicht in einem vorgeschrittenen Alter, aber in einem jungen, erwachsenen Alter, dann noch etwas völlig anderes machen zu müssen, ist nicht einfach.
- 55:38Ja, drei Jahre ist schon lang. Das war mir auch bewusst. Wenn ich eine Familie oder Kinder hätte, hätte ich mir wahrscheinlich auch nochmals überlegt, ob ich diesen Weg einschlagen kann. Ja. Also mein Setup, wie ich es hatte, konnte ich nochmals sagen, volle Konzentration auf mich. Ich nehme das in Kauf, ich nehme die finanziellen Teile in Kauf. Und einfach Vollgas.
- 56:04Was mir auch entgegen kam, war, dass ich einen Schlussstrich mit dem Fussball gezogen habe. Ich wusste, dass ich zeitlich wieder absorbiert bin mit dieser neuen Karriere. Aber ich sagte bewusst, dass ich, um erfolgreich zu sein, meine volle Energie in diese neue Karriere setzen kann. Das war im Nachhinein wirklich etwas vom Besten, was ich machen konnte.
- 56:31Ich hatte eigentlich gar keinen Bock, in eine Amateurliga zu gehen, um zu gurken, blöd gesagt. Ja, nein, verstehe. Aus der gesundheitlichen Gründe war es schon immer ein Mitgrund. Klar vermisse ich heutzutage manchmal das Kabinenleben, das Blödsinn machen, einfach mal alles vergessen. Aber spielst du schon Fussball? Nein, gar nicht mehr. Wirklich gar nicht mehr. Ich habe nie mehr Fussballschuhe angezogen.
- 57:01Krass! Ja, das ist wirklich krass. Es sind natürlich viele Vereine gekommen, von den Amateur-Lehren. «Hey, kommst du zu uns?» Ich musste wirklich strikt anblenden und sagen, dass ich meine Zeit anders machen muss. Aber es ist gut, es ist ein anderer Karriereweg. Man kann es wirklich so sagen, alles richtig gemacht.
- 57:25Weil was du jetzt aufgebaut hast und wo du auch die Bäregrasse hin geführt hast, ist unglaublich. Wie ist das entstanden?
- 57:36Das ist eine lustige Geschichte. Nach den Basiskursen in der Schule suchst du deine erste Praktikumstelle. Wenn du nicht gerade einen Bekannten hast, der in der Gastronomie arbeitet, und du das Praktikum absolvieren kannst, wirst du von der Schule unterstützt.
- 57:58Ich weiss noch, wie es gestern war. Ich sagte immer, ich wolle ins Bauernlack. Ich weiss nicht wieso, aber ich wollte mein erstes Basispraktikum im Bauernlack machen. Dann ging ich auch an dieses Gespräch mit der Frau Mösching, die diese Stelle vermittelt. Dann sagte sie, ich hätte noch etwas anderes und sie glaube, das würde voll passen. Dann sagte ich, okay, was? Dann sagte sie, das Restaurant Päragas.
- 58:28Dann sagte ich mir, dass ich mich schon einmal anschauen würde. Ich bin offen. Dann kam es so, dass ich... Du musst dir das wirklich vorstellen. Ich bin ja auch ein Zürcher Junge. Aber ich muss dir ehrlich sagen, dass das Restaurant «Peregas» mich bis dahin nicht irgendwie
- 58:49bekannt war oder nicht in mein Restaurant war, wo ich ging. Ich wusste nicht einmal, dass in dieser Nische, das ist ja gleich beim Paradenplatz, im ehemaligen Hauptsitz der CS, jetzt UBS, das ist so eine coole Location, aber ich wusste nicht, dass dort in dieser Form so ein Restaurant existiert.
- 59:13Ich weiss noch, wie es gestern war. Du musst dir vorstellen, es war Anfang Winterzeit. Ich war 10 Minuten zu früh dort, ging noch nicht hinein. Dann hiess es, du triffst mit Hermäder, er ist der Inhaber. Du hast mit ihm dann und dann den Termin.
- 59:35Ich lief scheu vor und sah ein pumpenvolles Restaurant. Ich war dann schon wieder etwas nervös. Ich habe zwei Runden um das grosse Gebäude gemacht und dachte mir «was habe ich da gemacht?»
- 59:51Bin ich in dieses Restaurant rein, die Pumpe voll war, an einem Bistro-Tisch oder Bar, habe zwei Sätze mit Nico gesprochen. Er sagt mir, ich muss gar nicht mehr weiterreden. Ich sehe in deinen glänzenden Augen, das wird etwas. Er will mich gar nicht mehr...
- 1:00:13Das war so ein bisschen Liebe auf den ersten Blick. Seit dann hatte ich ein gutes Gefühl. Er hat mir dann auch ein bisschen erzählt, wie es aufgestellt ist, was die Möglichkeiten sind. Ich habe ihm auch gesagt, ich möchte eigentlich das Purolack.
- 1:00:36Hast du dir gesagt? Ja, ich habe ihm genau gesagt, die Bauernlake ist auch noch offen, das war eigentlich mein Ding, das ich annehmen wollte. Ein Headplace to be. Jetzt bin ich bei dir. Das gefällt mir auch mega. Ich habe dann noch den Abendservice ein bisschen gelesen verräumt und mitgelaufen mit dem Personal.
- 1:00:54Aber ich wusste zu dieser Zeit nicht einmal, wie ich acht Gläser in einer Hand halten kann. Das war eine neue Welt für mich. Dann bin ich wieder zurück in die Schule. Das Gespräch lief so gut, dass ich sagte, dass ich es nicht mehr tun kann.
- 1:01:17Irgendetwas ist da cool. Das Einzige, was nicht so cool ist und immer noch nicht so cool ist, Nico Mäder ist ein Gehzähler.
- 1:01:28Das hat uns immer geprägt, wir haben das auch immer ein wenig fertig gemacht und provoziert, wenn du das Derby wieder gewonnen hast. Aber so menschlich und eben auch businesstechnisch habe ich gemerkt und auch gespürt, dass das eine riesen Möglichkeit ist. Und dann habe ich wirklich mal die zehn Monate als Stationskellner und danach noch vier Monate in der Küche, das gehört natürlich dazu.
- 1:01:54Dass du in jeden Bereich hinein siehst, was auch wirklich Sinn macht. Wie viele Monate warst du als Kellner? Als Kellner war ich sechs Monate und in der Küche vier Monate. Also zehn Monate insgesamt als Praktikant? Ja, genau. Und dort kam ich ziemlich schnell hinein und habe die Stationen... Und habe auch dort immer gewusst, dass das meins ist. Es kam nie irgendwann Zweifel.
- 1:02:24Dazumal hatte ich auch noch einen coolen Restaurantleiter, den wir direkt geführt haben, Marius Rindisbacher. Er war mein Mentor. Er hat das vorgelebt, er hat mit diesen Gästen gespielt. Das ist auch sein Ding. Und er hat mich dann schon so fasziniert, dass ich gesagt habe, da gehe ich jetzt voll rein.
- 1:02:52Nach diesen 10 Monaten Praktikum, was ist passiert? Dann bin ich zurück in die Schule. Dann hast du diese 2-3 Module, die dann auch schulisch wieder sind. Und dann musste ich noch innerhalb der Schule noch Praktikums machen. In der Villa im Belva Park, das ist ja auch eine rechte Institution, wo jetzt leider, was schulisch gesehen auch was die HTV Zürich anbelangt, alles ein bisschen einen Change gegeben hat.
- 1:03:18Aber dann bist du klassisch dort drüber, bist geschliffen worden, bist unten drüber dort. Du hast halt alles, die klassischen Service und ja, vor dem Gast, die arbeiten vor dem Gast, mit Bullen auseinander, Fisch, viele Tiere und all das Zeug. Ja, ja, das ist wirklich so alte Schule quasi, aber modern natürlich durchgeführt worden. Und es waren enorm spannende Zeiten, oder?
- 1:03:42Sehr lehrreich. Sehr lehrreich, ja. Und dann wurde ich so geformt. Dann hatte ich noch ein Promotionspraktikum. Das heisst, ich musste wieder in einen nächsten Betrieb. Und dann konnte ich auch coole Stellen annehmen im Lumières. Ich weiss nicht, ob dir das etwas sagt.
- 1:04:02Das ist dort oben beim Jurasco mit der neuen Taverne. Es ist ein französisches Bistro. Wirklich auch mega herzig, cool gemacht. Und dort konnte ich den TV machen von der Geschäftsführung. Wie lange hast du das gemacht? Das ging auch zehn Monate. Ah, zehn Monate. Und jetzt so im... Jetzt habe ich recht vergleich. Zehn Monate in der Berregasse, zehn Monate in Lumière.
- 1:04:29Rein vom Gefühl her, was hat dich am meisten gecatcht? Also ich sage jetzt einmal, es war ein super Weg, den ich machen durfte. Weil in der Bärengasse musste ich in diesem Praktikum die Basics lernen und habe sie gelernt. Und nachher war es für mich wichtig, dass ich einen Schritt weiter komme. Dass ich auch mal ein bisschen in die Mitarbeiterplanung schauen kann, in die Kostenstruktur schauen kann.
- 1:04:59mit einem Lieferanten zusammensitzen. Das ganze Rundherum. Wo in den Berengas zu dem Zeitpunkt noch zu früh gewesen wäre. Das hat der Restaurant weitergemacht in den Berengas.
- 1:05:12Ja, genau. Restaurantleiter und dann eben der Inhaber, je nachdem wie es aufgereist war. Und dort konnte ich das dann in Lumières nachverfolgen. Es war eigentlich ein super Weg, den ich machen durfte. Und ich bin auch sehr dankbar, dass ich an diesen beiden Orten sein durfte.
- 1:05:34Dann bin ich zurück in die Schule und hatte ein Jahr noch Schule, wo ich die Management-Fächer absolvierte. Management Leadership und all diese Sachen. Es ist wirklich recht breit gefächert. Es ist wirklich eine super spannende Grundausbildung, weil wenn ich schaue,
- 1:05:56Was natürlich auch schade ist, aber so drei Viertel meiner Klasse sind nicht mehr wirklich in die Gastronomie gegangen. Es verschlägt dann trotzdem viel, einfach auch in andere Branchen. Ein Hotelfachschüler per se ist sehr angesehen, weil er die grundlegenden Komponenten mit sich bringt. Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit. Er bleibt auch nicht zu Mutz, wenn es länger bleiben muss.
- 1:06:25Das wird einfach getrichtert und dann wirst du drin. Das wird einfach so. Du hast so lange Tage zum Teil, wo du gar nicht mehr gross nachdenkst. Und vielen löst es das auch ab, was ich auch ein bisschen im Nachhinein schon angefunden habe, dass du in der Theorie so etwas lernst und dann in der Villa wirst du fast schon ein bisschen ausgenutzt. Es war nämlich schon noch schwierig, das zu vereinbaren, aber ich wusste immer, dass alles absehbar ist.
- 1:06:48Mein Traum war immer, nach der Hotelfachschule mein eigenes Ding aufzuziehen. Ein Jahr bevor ich fertig war, kam Nico Mäder auf mich zu. Noch in der Schulzeit? Noch in der Schulzeit, ja. Ich glaube, er meinte, ich sei ein bisschen früher fertig.
- 1:07:06Aber das war noch in der Schule, wo er einfach gesagt hat, er würde mich gerne ins Boot holen. Er hat das cool gefunden, unsere Zusammenarbeit hier im Praktikum. Und ich habe gesehen, wir haben immer verfolgt. Er ist immer auch ins Lumière gekommen und ist als Gast gekommen. Und dort habe ich natürlich dann auch eine gewisse Show abgeliefert. Aber das ist auch das, worum man so leidet und worum ich so liebe, dass Leute begeistern, oder? Ja.
- 1:07:36Als er kam, war es für mich nicht eine grosse Überraschung. Ich habe das immer gespürt, dass etwas möglich ist. Dann ist in dieser Position auch noch etwas passiert.
- 1:07:51Dann ist es so gekommen, wie es gekommen ist. Dann ist es so gekommen, wie es gekommen ist. Du hattest noch ein Jahr Schule. Ich hatte noch ein Jahr überbrückt in der Schule, habe aber zeitgleich alles aufgeleistet, damit ich auch ein Atlas starten kann. Als? Als?
- 1:08:08Als Geschäftsführer vom Restaurant Bäregas und der Atelierbar. Die Atelierbar gehört ja wieder dazu. Und die hast du im, was ist für ein Jahr, wann hast du die übernommen? Als Geschäftsführer? Das war im, jetzt muss ich gerade schon überlegen, vor zweieinhalb Jahren war das etwa. 23. Ja, Anfangs 23. Ich glaube so April, März, April so 23. Ja, okay. Das hast du als Geschäftsführer Bäregas übernommen. Ja.
- 1:08:37Du hast für das angekämpft, du hast die Schuhe gemacht für das. Und jetzt kommt ein Angebot, wo du sagst, «Hey, ich habe mein eigenes Restaurant.»
- 1:08:49Ja, es war eine riesige Herausforderung. Ich weiss noch, dazumal ist natürlich auch, ich sage mal, es geht ziemlich voran, aber es war ja auch genau das, was ich wollte. Und ich habe einfach gemerkt, in diesem Konstrukt, in dem ich war, dass es eigentlich nicht besser sein kann. Es ist wie wenn du einen Trainer hast, der auf dich gesetzt hat.
- 1:09:15Dann gab er dir auch die Zeit, dich zu entwickeln und brachte dich wieder auf den richtigen Weg, als er bemerkte, dass er vielleicht etwas abtrifft. Das war auch ein Zeichen. Nico Maeder ist wie mein Mentor. Er hat mich geholt, er glaubt an mich, er weiss, was ich für ein Mehrwerk bringen kann. Oder sein, für dieses Unternehmen.
- 1:09:45immer transparent mit ihm reden können und ehrlich mit ihm hinsitzen können, wenn irgendetwas war. Das ist, glaube ich, auch, was diese Geschäftsbeziehung oder Freundschaft so ausmacht. Es ist auch für ihn, glaube ich, eine gute Konstellation, weil er ist genau diese 15 Jahre älter. Er hat auch gemerkt, ich bringe nur schon in mein Praktikum Leute her, auch von diesem ganzen Fussballnetzwerk. Das war unglaublich. Er hat gemerkt, hey,
- 1:10:15Viele FC-Zettler kamen. Ja, viele FC-Zettler. Genau. Hatte ich immer Freude. Ja. Und das ist genau so ein bisschen die Mischung und auch das Vertrauen, dass er einfach einmal nach 17, 18 Jahren nicht mehr jeden Tag an der Front stehen muss. Das ist ja völlig normal.
- 1:10:37Gleichzeitig sagte ich ihm immer, dass ich kein klassischer Gastronom werden will, der sich die Lampe füllt mit den Gästen und mit 50 Leberzerosen hat. Weisst du, was ich meine? Das war nie meine Aussicht. Das versteht er auch völlig und ist auch völlig bewusst. Darum ist es eine Geschäftsbeziehung und Freundschaft,
- 1:11:06mega cool ist, mega ebenwürdig ist und auch ein gewisses Vertrauen da ist, wo so ein Laden wie die Bärengasse und das Atelier ist, kannst du vorantreiben und weiterentwickeln. Als Chefsführer der Bärengasse, was ist deine Vision? Wo siehst du die Reise der Bärengasse auf dem Atelier?
- 1:11:30Es war am Anfang auch ein Ankommen. Mal schauen, mal die Abläufe kennenlernen, auch die ganzen neuen Aufgaben, die auf mich zukamen. Ich weiss auch, dass man am Anfang nicht zu viel verändern sollte. Ich weiss, als ich am Anfang kam, hatte ich auch im Kopf, «Hey, kannst du nicht nach dem Essen noch mit Musik in eine Party rein?» Dann kam zu mir der Nico und sagte «Hey, nein.»
- 1:11:56Willst du, dass das Personal bis um 2, 3 Uhr da bleiben muss? Willst du noch eine Putzequipe am 3. aufbieten? Weisst du, was ich meine? Und das ist eben das Spannende. Mit seiner Erfahrung und meinem Drive, sage ich jetzt einmal, eine Mischung zu finden, wo du das weiterentwickeln kannst. Und zurück zu deiner Frage.
- 1:12:21Ich habe das in diesen Jahren etwas adaptiert und gewisse Zahnrädchen getragen. Das ist mehr das Netzwerk von mir und auch seines unterhalten.
- 1:12:41den Leuten das geben, was sie wollen. Wir leben vor sehr vielen Stammgästen. Das Schöne seit den 2-2,5 Jahren, seit ich diese Position übernehmen durfte, ist, dass wir eine coole Mischung im Restaurant haben können. Ja, wo wir jetzt eine coole Mischung haben. Etablieren.
- 1:13:02Ja, mein Netzwerk mit einer Altersklasse von 20, 30, 40 und dann auch mit 40, 50 Jahren. Und es gibt auch noch Touristen, die wir holen.
- 1:13:28Das gibt durch das Band eine wunderschöne Mischung. Das ist für mich auch, wenn ich durch ein volles Restaurant laufe, in der Bärengasse, macht mir das unglaublich Freude, wenn ich von jung bis alt eine durchmischte Klientel in diesem Restaurant habe. Wie würdest du die Bärengasse in einem Satz 2 erklären? Wie würdest du das beschreiben?
- 1:13:54Es ist eine Brasserie, aber nicht ein Steakhouse. Es ist vom Ambiente her warm und charmant. Und du kannst dort einfach einen wunderschönen Abend mit einem schönen Erlebnis erleben.
- 1:14:13Erleben. Okay, schön. Da kann ich nur zustimmen. Das war damals immer genau so. Wirklich? Absolut. Ja, ich habe dich auch, es ist ja lustig, wie wir uns so ein bisschen kennengelernt haben. Nicht gross Berührungspunkte gehabt, aber du bist mir auch immer als ein positiver Mensch und Gast aufgefallen. Danke.
- 1:14:35Auch du bist im Alter, genau diese Leute in diesem Restaurant zu wollen. Ich will diese Leute, auch deine Freunde, begeistern. Es sollte nicht ein In-Place sein, auf diese Art, klar mache ich am Donnerstag, Freitag, Samstag, um halb zehn, zehn Uhr die Musik, ändere ich ein wenig. Das du cool findest, wenn du einen Cocktail oder einen Drink nehmen kannst.
- 1:15:05Aber es soll nicht in eine Party hineingehen. Das ist nicht das Konzept. Der Fokus ist klar auf dem Essen. Diese Konstanz in der Qualität bewahren zu können, ist eine unglaublich hohe Priorität. Das ist auch die Challenge heutzutage.
- 1:15:27und um das feine Essen auch noch ein cooles Erlebnis bieten zu können mit der Servicequalität und Serviceleistung. Das ist eigentlich mein Ding.
- 1:15:41Ich könnte noch stundenlang weiterreden. Wenn ich nur schon daran denke, wie du vom Restaurant redest und von deinen Gerichten. Ich bekomme richtig Hunger. Du hast alles richtig gemacht. Ich habe noch etwas auf Instagram gesehen. Ich glaube in einer Story, vielleicht sogar als Beitrag. Und zwar, ich weiss nicht, ob ich es richtig aussprechen kann, der Jury Club. Was ist das genau?
- 1:16:07Das ist ein ganz cooles Projekt, das entstanden ist, das wir jetzt in der Freizeit ein bisschen am Aufbauen sind. Das ist ein Club, sagt es so, Chori Club. Es ist ein Community, das wir aufbauen. Und es basiert eigentlich über diesen digitalen Plattformen, die wir viele Leute erreichen wollen, mit einem genialen Produkt auch. Es ist eigentlich ein Weissbrot.
- 1:16:37die sehr knusprig ist mit der argentinischen Chorizo und unserer Bärengasse Chimichurri. Du machst dich fertig heute. Und wo finde ich das? Wir haben jetzt schon auf der digitalen Plattform gelauncht. Da kann man uns schon folgen. Und lasiertes Produkt wird vor dem Globus am Weihnachtsmarkt haben wir ein Hütchen, das wir betreiben dürfen. Wann ist das?
- 1:17:06Der startet, wenn Lucy anfängt, am Donnerstag, am 20. November. Also 20. November vor dem Globus. Genau, ja. 20. November. Und ja, es war ein Zufall, wie wir darauf gekommen sind. Als ich noch in Argentinien war, haben wir das dort am Mass gegessen, weil es so genial ist. Bei diesen Asado ist das wie ein Einsteiger.
- 1:17:30Ganz klar ist, dass ich das in meiner Freizeit neben dem ganzen Kuchen mit den Bärengassen und Atelier aufbaue. Und ich bin auch in den Operativen, da ist es gar nicht möglich, dort involviert zu sein. Aber es ist ein Projekt, das ich mitgewirkt habe, das mega spannend und fein ist. Und es würde mich mega, mega freuen, wenn zahlreiche Leute vorbeischauen. Dann pushen wir ein bisschen, dass das hier nicht vorbeikommt. Das ist doch super. Würde mich freuen.
- 1:17:59Also, ich fasse noch einmal kurz zusammen. Du bist von einer Fussballprofi-Karriere, in der du eigentlich deine ganze Jugend damit verbracht hast. Ich...
- 1:18:14in einer ersten Mannschaft vom FCZ dann zu Rapperswil gewechselt, Richtung Karriereende, hast deine Karriere beendet, hast dann in deinem zweiten Karriereleben hast du nochmal etwas ganz Neues angefangen, und zwar mit einer Hotelfachschule, wo du mit 27 nochmal eine dreijährige Ausbildung gemacht hast.
- 1:18:34verschiedene Praktikums gemacht hast. Unter anderem in den Berengas, die du jetzt als Geschäftsführer leiten wirst. Und ganz grosse Visionen hast du dort noch. Wir können noch richtig gespannt sein, was alles dort passiert. Für alle, die Berengas nicht kennen, unbedingt vorbeigehen.
- 1:18:54Und sicher dich ansprechen. Ich glaube, jedes Mal, wenn ich dich sehe, du bist immer am Lachen. Du bist super sympathisch. Du bist sehr nah bei den Gästen, was mega schön ist. Ich schätze das auch sehr, wenn ich irgendwo essen gehe. Von dem her, muss man unbedingt sehen haben. Danke für die Einladung. Wir sind aber noch nicht ganz fertig. Ich habe noch eine Schnellführrunde für dich.
- 1:19:14Wir sind schon fast anderthalb Stunden am Reden. Oh, ist die Zeit vergangen. Ich habe noch eine Schnellführrunde. Schnellführrunde heisst, möglichst schnell darauf antworten und nicht zu lange überlegen. Ah, mir klappt es nicht so richtig. Aber ist okay. Also, Mike, bist du ready? Ja. Sehr gut. Der verrückteste Moment als Fussballer?
- 1:19:41Ähm, ist das volle Stadion laufen gegen Dynamo Münster. Ja. Europa League, ja. Okay, sehr schön. Wie oder Bier? Wie. Wie?
- 1:19:59Ich bin ein riesen Fan geworden von Bordeaux. Wenn ich jetzt entscheiden müsste, Preis-Leistung, gutes Produkt, linke Seite Bordeaux, Chateau Bataillé. Sehr präzise. Sehr präzise, ja. Was macht es aus? Eine Zusammensetzung der Trauben, das Chateau, das sehr bekannt ist, und auch der Winzer, der dort arbeitet, der sehr bekannt ist. Und halt einfach...
- 1:20:27Ja, die geschmackliche Nuance, die der Wein hergibt. In der Nase, so wie im Gauma, im Abgang, ist für mich ein ganz schöner Wein. Ja. Ist es ein Wein, das man in den Berggassen findet? Jawohl, selbstverständlich. Der ist super, wunderbar. Dann, dein härtester Gegner auf dem Feld oder im Geschäftsleben? Härtester Gegner auf dem Feld war bei der FC-Zeit in den Trainings der Yasin Cikawi.
- 1:20:56Was er mit dem Böller machen konnte, unglaublich verrückt, unglaublich schön. Das war wirklich Inspiration. Und im Geschäftsleben? Im Geschäftsleben, vielleicht stehe ich mir noch ein wenig selber am Weg. Aber ich reflektiere dann ziemlich schnell und gehe dann weiter voran. Super, sehr gute Antwort.
- 1:21:26Wenn jemand noch nie in den Berggassen war, was ist das Gericht, das unbedingt probiert werden muss?
- 1:21:32Da könnte ich jetzt fast die ganze Karte verlieren. Aber ein Klassiker von uns ist natürlich ein Fleisch von Dieter Mayer und der Family, das von Mendoza Argentinien importiert wird. Eine Spezialität ist das Antrococa de Paris, das ich jetzt auch in der Herbstzeit mega empfehlen kann. Was ich auch mega cool finde, die Qualität dahinter ist, ist das Zürich-Geschnetzel mit der Rösti.
- 1:22:01Oder unser Berliner Chefkoch macht auch coole Fischkombinationen. Ich finde auch die Trüffelpaste. Die ist ja insane. Ja. Ich finde die insane. Die Trüffelpaste ist einfach kalt, aber mega cool. Gute Qualität.
- 1:22:18Was du wahrscheinlich noch nicht probiert hast, aber probieren musst, ist unsere hausgemachte Mini-Tortellini, Ravioli, mit unserem Fleisch drin und Pinienkernen, Nussbutter, Salbei. Ja. Okay.
- 1:22:40Herrlich. Gut. Was denkst du, ist die grösste Herausforderung in der Zürcher Gastroszene aktuell?
- 1:22:52Ganz klar das Personal. Ich würde nicht einmal sagen, auf der Service-Seite. Auf der Service-Seite, muss ich sagen, hat es meiner Meinung nach wieder erholt, die ganze Situation. Dort finde ich immer wieder gute Leute. Ich glaube, die Challenge wird es sein, in der Küche
- 1:23:11Vor allem auch ein Küchenteam weiterhin auf die Beine stellen zu können, wo alle auch Deutsch miteinander sprechen können und die Grundausbildung absolviert haben. Das wird sicher eine Challenge sein. Ich glaube auch, dass das die grösste Herausforderung ist. Da gute Leute weiterhin zu finden. Also in der Küche? Ja.
- 1:23:42The next one. Ja. Die, die den Podcast jetzt ganz gehört haben, die wissen eigentlich die Antwort. Aber Ronaldo oder Messi?
- 1:23:52Ganz klar Cristiano Ronaldo. Wieso? Viele werden mich wahrscheinlich verfluchen. Ich bin schon als kleiner Junge ein riesiger Idol gewesen. Auch seine Leistung, wie er es gelebt hat, seine Professionalität. Dieser Mann, was er über die Jahre und immer noch auf diesem Niveau leistet,
- 1:24:18Wenn mir einer sagt, er versteht es nicht, dann komme ich nicht mehr daraus. Nein, das ist unglaublich. Und ich glaube auch, du kannst das auch nicht, immer die Frage Messi oder Cristiano Ronaldo, ich glaube, du kannst das auch nicht und sollst es auch nicht vergleichen. Ich finde den Messi genauso inspirierend.
- 1:24:36Aber rein Professionalität, Mentalität, finde ich das einfach eine Riesenwucht. Und unglaublich, wie er das immer noch jedes Mal bestätigen konnte. Wie alt ist er? Er ist, glaube ich, schon... 3,44 ist er. 3,44. Locker.
- 1:24:53Äh, doch, doch. Ja? Ja, ja. Das ist schon über 40, ja. Ja, ja. Das ist ein Zehn. Ich hoffe nicht, dass du das rausschneiden musst. Nein, ich weiss es nicht einmal, aber es ist unglaublich, ja. Und es ist spannend, ob er jetzt diese 1000 Tormarken, weisst du, ob er das insgeheim auch gleich noch erreichen will. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass er gleich noch nicht aufhören will, um den Rekord zu brechen. Wie viel hat er jetzt?
- 1:25:20Ich glaube, es fehlen schon noch einige, aber ich bin mir nicht sicher. Bei 930 oder 950 oder so fehlen halt schon noch einige. Es sind schon einige. Ich habe noch zwei. Ja. Dies muss man vervollständigen. Mein grösster Talent ausser Fussball ist,
- 1:25:45Meine persönliche Sozialkompetenz. Ich arbeite extrem gerne mit Leuten. Und vielleicht auch das Beispiel, wenn ich jetzt schaue, ich habe ein Team von über 30 Mitarbeitern, etwa 35 Mitarbeiter,
- 1:26:02mit all diesen Kostenstellen. Es ist wie in einer Fussballmannschaft. Es hat wirklich so viele vergleichbare Sachen, die ich tagtäglich erleben darf. Ich glaube, das ist eine Qualität, die von mir stark ist, die ich mitbringe, auch wenn mir Mitarbeiter zuhören.
- 1:26:24und dann auch richtig oder gut handeln können. Einfach das Führen von so vielen Mitarbeitern bringt unzählige Herausforderungen. Und ist auch, muss ich ehrlich sagen, ein Punkt, wo, wenn ich etwas herausheben müsste, das, was mich am meisten belastet.
- 1:26:46aber gleichzeitig auch wunderschön ist. Diese Menschen weiterzubringen und weiterzuentwickeln, das ist eigentlich mein persönlicher Ansporn. Ich glaube, das ist mir jetzt seit zweieinhalb Jahren auch sehr gut gelungen und ich freue mich auch auf die Zukunft mit meinem Team und auf die Weiterarbeit. Mega schön. Und dazu dann gleich die letzte Frage an dich, und zwar der Podcast heisst «Momentum». Was heisst «Momentum» für dich?
- 1:27:16Momentum heisst im Hier und Jetzt, so wie ich das auch wahrnehme. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich an diesem Tisch sitzen darf mit dir und dass wir uns noch ein bisschen näher kennenlernen durften. Momentum heisst auch, dass ich nach dem Podcast zurück in die Berge gehe und weiterhin Leute glücklich mache. Ja, das ist so das Momentum. Und das versuchen zu geniessen.
- 1:27:45Tag für Tag, diese Momente. Ich glaube, das macht auch das Leben lebenswert. Megaschön. Mike, für mich war der Podcast sehr, sehr inspirierend. Es hat mir eine riesen Freude gemacht, dich besser kennenlernen zu können. Du hast dich bedankt, aber ich muss mich auch von Herzen bedanken, dass du dir die Zeit genommen hast, um hierher zu kommen.
- 1:28:05um hier knapp 1,5-2 Stunden mit mir zu quatschen und über dein Leben so offen zu erzählen, über deine Hürden, über deine Erfolgsmomente. Von daher danke viel, vielmals. Bevor wir fertig sind, ist deine Kamera, wenn du noch etwas für deine Community, für deine Leute, für aktuelle oder kommende Gäste, ist jetzt der Moment. Super.
- 1:28:30Es würde mich unglaublich freuen, wenn ihr das seht und ich euch auch inspirieren könnte für die Gastronomie, das, was ich momentan lebe. Wenn ihr Lust habt, zu meinem Perregas zu kommen, würde ich mich natürlich umso mehr freuen.
- 1:28:49Auch hier bin ich sehr zugänglich und erreichbar, schreibt man. Ich würde sehr gerne auch einen schönen Tisch für euch organisieren. Und dann würde ich mich sehr freuen, wenn ich das gesagt habe heute, was ich dann auch im Restaurant oder in der Bar verweisen kann.
- 1:29:07Mega schön. Danke vielmals für das. Und an dieser Stelle auch von meiner Seite, danke vielmals, dass du dabei warst bei Momentum. Dein Podcast, der inspirierende Gäste, inspirierende Geschichten erzählt, heute mit Mike. Ein sehr toller Mensch, ein erfolgreicher Mensch, der verschiedene Karrieren in seinem Leben schon durchleben durfte, von einer Profikarriere jetzt in der Gastro.
- 1:29:33Fantastisches Restaurant für die Berggasse in Zürich. Unbedingt reinschauen. Unbedingt die feinen Gerichte, die er schon erzählt hat, probieren gehen. Es wird sich lohnen. Und bevor wir fertig sind, ihr wisst ja, wie das Game läuft. Hier unten hat es ein paar Knöpfchen. Ein Knopf ist der Abonnieren-Button. Das heisst, mit dem könnt ihr uns, mit dem könnt ihr mich richtig fest unterstützen, dass ihr vor allem jede Folge schauen könnt, was da für spannende Gäste...
- 1:30:00wieder eine Geschichte erzählen. Und der andere Knopf ist hier drüben, und zwar ist das die kleine Glocke. Mit der verpasst ihr einfach keine Folge mehr. Also an dieser Stelle danke nochmal viel, vielmals. Seid ihr dabei gewesen? Alles Gute und bis bald. Danke vielmals. Hey, danke vielmals. Mega lässig gewesen. It's a wrap. Cool, ja. Mega geil.