Latest / ntv Wirtschaft / Mittags tanken – und draufzahlen: Neue Tankregel beschert Konzernen Extra-Gewinne
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- Die neue Tankregel der Regierung sollte Autofahrer entlasten. Jetzt zeigt eine Studie, erst mal verdienen wohl vor allem die Konzerne prächtig daran. Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland ist im Sinkflug. Gesundheitsexperten fordern ein Grundrecht auf Gesundheit, weil nämlich bisher kaum Geld für Prävention ausgegeben wird. Hallo. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Wir beginnen heute mit einer Regel, die eigentlich die Spritpreise senkten und transparenter machen sollte. Die aber die Autofahrer laut einer neuen Studie bisher eher noch zusätzlich belastet. Seit dem 1. April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal am Tag anheben, um 12 Uhr mittags. Wirtschaftsforscher kommen zu dem Ergebnis, das hat das Preisniveau nicht gesenkt. Vielmehr verschafft die 12-U-Regel der Mineralölindustrie zusätzliche Gewinne. Beim Superbenzin lag die Gewinnmarge in den ersten 2 Wochen nach Einführung der Regel im Schnitt um 6 Cent pro Liter höher als in den 2 Wochen davor. Für diese sehen die Forscher noch keinen eindeutigen Effekt. Hier schwanken die Margen stark. Auffällig ist aber, v.a. kleinere Tankketten und unabhängige Anbieter heben ihre Margen stärker an. Große Ketten deutlich weniger. Möglicherweise, weil sie besonders auf das Kartellamt und mögliche Prüfungen schielen. Hören wir uns an, was einer der Ökonomen hinter der Studie sagt. Der Düsseldorfer Wirtschaftsprofessor und Leiter des Instituts für Wettbewerbsökonomie, Justus Haukapp. Die Vermutung liegt nahe, dass viele Tankstellen jetzt sagen, ich kann ja um 12 Uhr erstmal gefahrlos den Preis ordentlich erhöhen. Wenn ich dann merke, das war doch viel zu viel, dann senke ich ihn halt wieder, wenn keiner mehr zum Tanken kommt. Aber man hat jetzt eigentlich gefahrlos eine Möglichkeit, erstmal auszuprobieren, ob man nicht den Preis kräftig erhöhen kann und einen großen Schluck aus der Pulle nimmt. Und das scheinen die Tankstellen momentan auch zu machen. Wenn man sagt, ein Ziel war es auch, das Vergleichen einfacher zu machen, dann kann man sagen, gut, das wird gelungen sein. Jeder weiß heute, zwischen 11 und 12 ist es am billigsten. Aber das hilft den Verbrauchern natürlich nicht, wenn das dann teurer letztendlich im Durchschnitt wird. Also von daher würde ich sagen, man sollte nochmal gut darüber nachdenken, ob man noch nachlegt bei der Reform. Man könnte auch überlegen... Den Zeitpunkt der Preiserhöhung nicht auf 12 Uhr zu legen, sondern eher in die frühen Abendstunden. Dann wüsste jeder, wenn z.B. um 8 Uhr die Preiserhöhung wäre, ich muss zwischen 7 und 8 Uhr tanken oder zwischen 6 und 8 Uhr. Und das können sehr viele Leute, weil das so ein typischer Zeitpunkt ist, wann doch viele Menschen zu Hause sind oder von der Arbeit nach Hause kommen. Und dann könnten mehr tatsächlich in den sogenannten Preistälern tanken. Wir ärgern uns aber nicht nur an der Zapfsäule. Wir werden als Konsumenten auch generell immer pessimistischer. Der Index zum Konsumklima fällt, mit Blick auf den Mai, auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren. Als Gründe nennen die Marktforscher vom Nürnberg-Institut für Marktentscheidungen vor allem den Iran-Krieg und die Angst vor steigenden Preisen. Die Konsumenten blicken skeptischer sowohl auf ihre eigene Finanzlage als auch auf die deutsche Wirtschaft. Gleichzeitig fällt die Anschaffungsneigung auf ein Zwei-Jahres-Tief. Heißt, viele Menschen halten sich bei größeren Käufen wie Autos oder Möbeln weiter zurück. Verena Fels hat über das Thema gesprochen mit dem Handelsexperten Ludwig Voll. Gibt es denn irgendeinen Lichtblick oder müssen wir uns darauf einstellen, dass diese Phase jetzt auch noch länger anhält? Wir erleben ja wirklich schon seit einigen Wochen und Monaten, dass es jetzt immer weiter bergab geht beim Konsumklima. Ich denke, die positiven Zeichen können wir nicht von den Händlern erwarten, sondern eher von den Rahmenbedingungen. Wir haben im Moment einen Vertrauensschock bei den Konsumenten, insbesondere im Zuge der Einkommenserwartung. Der Handel kann und muss hier reagieren. Und wir sehen, dass im Moment die Formate, die tatsächlich auf nachhaltige Preiswürdigkeit setzen, beispielsweise Drogerieformate, Valueformate etc., auch über die letzten Monate mit abnehmender Konsumneigung tatsächlich noch stabile Ergebnisse erzielen können. Und dass insbesondere im Online-Bereich Marktplatzformate reüssieren, die. Unabhängig von eigener Bestandssituation, sehr, sehr schnell auf unterschiedliche Nachfragemuster reagieren können, sich noch positiv entwickeln zu den großen Verlierern. Derzeit, wenn man den verfügbaren Daten glauben kann, gehört insbesondere der stationäre Bekleidungsmarkt. Aber worauf warten die Menschen denn eigentlich? Wir erleben diese Sparneigung ja nicht erst seit dem Iran-Krieg eigentlich, sondern schon viel länger. Also worauf warten Sie? Warum halten Sie Ihr Geld zurück? Wir haben eigentlich seit Mitte 2024 ein Plateau gesehen. Wir haben immer wieder über Nachkommastellen in der Konsumneigung gesprochen. Aber jetzt haben wir das erste Mal einen richtigen Vertrauensverlust gesehen. Und ich glaube, der Impuls muss kommen, dass wieder Zutrauen gefasst wird, dass wir diesen Trend umkehren. Das ist aber, wenn wir auch in Zeiten des Ukraine-Krieges, zu Beginn des Ukraine-Kriegs Ähnliches gesehen haben, eine Sache von mehreren Monaten und nicht von wenigen Wochen. Deshalb glaube ich, dass es nicht der Konsument ist, der wartet, sondern dass wir insgesamt als Gesellschaft darauf warten, dass wir bessere Rahmenbedingungen wieder haben. Ich glaube nicht, dass es zu einer ganz kurzfristigen Erholung an der Stelle kommen wird. Also keine ganz so optimistischen Aussichten, das sagt der Handelsexperte Ludwig Vorlig. Ich bedanke mich ganz herzlich für die Hintergründe und das Gespräch. Frau Fels, vielen Dank. Zum Schluss noch ein Thema, das jede und jeden früher oder später mal betrifft. Es geht um Gesundheit. Oder besser, darum, wie man möglichst lange gesund bleibt. Experten fordern jetzt nicht weniger als ein Grundrecht auf Gesundheit. Mit einer Petition wollen sie erreichen, dass Politik und Krankenkassen deutlich mehr in die Gesundheitsprävention investieren. Ihre Kritik? In Deutschland fließt viel Geld in die Behandlung von Krankheiten, aber nur ein kleiner Teil in die Vorsorge. Denn von den fast 540 Milliarden Euro an Gesundheitsausgaben im Jahr 2024 sind nach Berechnung der Betriebskrankenkasse MKK gerade mal 5 Prozent in Präventionsmaßnahmen geflossen. Die Initiatoren wollen deshalb Prävention und Gesundheitsförderung zur verbindlichen Staatsaufgabe machen. Einer von ihnen ist der Sportwissenschaftler Ingo Frohböse. Er war bei uns im NTV-Studio. Herr Frohböse, schön, dass Sie da sind. Also es soll mehr Geld investiert werden in Vorsorge und Gesundheit. Was versprechen Sie sich davon? Welche Maßnahmen stellen Sie sich konkret vor? Also erst einmal ist es in der Tat so, dass wir gerade 9 Euro pro Versicherten für die Prävention ausgeben. Aber 6000 Euro für die Versorgung, für die Krankheiten. Und das geht natürlich nicht. Also das, was ich mir wünschen würde, wäre, dass die Krankheiten erst gar nicht entstehen. Und das ist, glaube ich, das Wichtigste, weil es die Lebensqualität der Menschen einfach fördert. Zum Zweiten ist es so, dass wir auch dadurch länger leben werden. Auch das ist im europäischen Vergleich eben bei uns in Deutschland nicht gut. Warum sind denn Menschen gesünder, die vorsorgen? Ja, letztendlich ist es so, dass ganz bestimmte Krankheiten eben nicht auftauchen, weil 60 bis 70 Prozent der Krankheiten sind eben nicht genetisch bedingt, sind kein Schicksal, sondern den Lebensstil bedingt. Das heißt Bewegung, Ernährung, Regeneration, Schlaf, Alkohol, Tabak, das ist all das. Was darauf eins hat, dass wir eben nicht so lange leben. Und wo wollen Sie da jetzt ansetzen? Also schon im Kindesalter brauchen wir zum Beispiel mehr Bildung? Die Kleinen? Wunderbares Thema. Natürlich brauchen wir in der Schule Gesundheitskompetenz. Wir müssen einfach entwickeln, dass die Kinder ein Leben lang wissen, wie verhalte ich mich richtig bezogen auf meine Gesundheit. Ich würde gerne die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen verpflichten, etwas für die Gesundheit der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu tun. Ich würde gerne Pflegebedürftigkeit vermeiden, indem wir Prävention an den Anfang stellen und die Menschen viel länger zu Hause leben können. Und v.a. dass unsere Kinder gesünder aufwachsen. Ich glaube, das ist das Wichtigste. Das klingt wirklich alles so toll. Wie soll denn das jetzt finanziert werden? Das ist ja die große Frage, denn unsere Kassen sind ja eh schon klamm. Das wissen wir alle. Ja, die sind aber deswegen klamm, weil wir zu krank sind. Das heißt, wir würden gar nicht so viel Geld ausgeben müssen. Wir gehen dann zehnmal zum Arzt. Brauchen wir dann demnächst nicht, weil die Krankheiten einfach nicht entstehen. Jeder Deutsche nimmt ein Blutdruckmedikament. Ist ja auch schon absurd, statistisch betrachtet. Also insofern haben wir viel zu viele Ausgaben aufgrund der Krankheiten. Würden wir Krankheiten vermeiden, hätten wir viel mehr Geld im System. Und vor allen Dingen könnten die Ärzte die Versorgung endlich qualitativ deutlich höher, besser machen. weil eben sie mehr Zeit hätten. Bisher haben allerdings nur rund 20% der nötigen Menschen unterschrieben. Sie haben also noch nicht alle Unterschriften zusammen, um diese Petition jetzt einzureichen. Hätten Sie zum jetzigen Zeitpunkt gerne schon mehr Menschen erreicht mit Ihrem Angebot? Nicht nur jetzt, sondern insgesamt. Ja, nun ist das Thema Gesundheit für viele nicht fassbar. Aber letztendlich ist es ein Grundrecht, was wir einfordern sollten, dass der Staat dafür sorgt, dass unsere Kinder gesünder aufwachsen können, dass wir gesund leben und vor allem auch gesund sterben können. Und das macht der Staat nicht. Das würde ich mir wünschen, dass die Menschen das verstehen, dass wir Gesundheit auch eigenverantwortlich in die Hand nehmen müssen. Und der Staat soll die Rahmenbedingungen. Und dafür müssen wir gesetzlich verpflichten. Was, wenn es jetzt nicht reicht? Werden Sie dann einen neuen Anlauf unternehmen? Ich glaube schon, dass wir nicht aufgeben werden. Wir sind ja eine große Gruppe auch sehr prominenter Menschen. Und dann werden wir vielleicht andere Schritte ergreifen, um den Staat dazu zu bringen, politisch endlich mal in die richtige Richtung zu handeln. Und sollte Ihre Petition jetzt durchgehen, ein bisschen Zeit ist ja noch, wir können ja noch viele Menschen erreichen, die eben mit unterschreiben. Was sind dann die nächsten Schritte, Herr Frohböse? Wie geht es dann weiter? Also dann muss der Bundestag sich damit beschäftigen. Das möchten wir natürlich gerne. Wir werden angehört. Wir haben gute Gründe dafür, dass das dann auch wirklich stattfinden kann, warum es Sinn macht. Zwei Drittel Mehrheit brauchen wir im Bundestag. Und dann muss das Verfassungsgericht sich damit beschäftigen, das umzusetzen. Was würde sich dann ändern, wenn also das Ganze wirklich im Grundrecht verankert ist? Weil der Gedanke ist ja gut und ist ja da. Aber was würde sich für Sie und für die, die diese Petition eingereicht haben, verändern, wenn es wirklich im Grundrecht verankert würde? Also für mich persönlich nicht unbedingt das Wichtigste, weil ich bin ja schon ein alter Mann. Aber insofern für uns alle würde sich etwas ändern, dass wir nämlich ein Einklagerecht hätten, dass der Staat für unsere Gesundheit sorgen müsste und jede politische Entscheidung danach analysieren müsste, wie wirkt sie auf die Gesundheit von uns Menschen. Und das wäre eine wichtige Sache, sagt der Sportwissenschaftler Ingo Frohböse. Ich bedanke mich ganz herzlich, dass Sie uns diese Petition näher vorgestellt haben und hier bei uns im Studio heute waren. Sehr gerne. Und das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.