Latest / Zusammener finden wir es heraus. Der WARUM Podcast / WARUM ein Job auf Mallorca oftmals nicht reicht?
Transcript
- Sabine Osterauer: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Zusammennerfinden wir es heraus, der Warum Podcast. Und heute habe ich natürlich wieder einen ganz besonderen Gast bei mir, die liebe Miriam. Die ist von Mallorca eingeflogen, Jetzt nicht direkt zu mir, wo sie genau ist, erzählt sie uns dann gleich. Und mit ihr habe ich heute eine ganz spannende Frage zu diskutieren, nämlich warum ein Job in Mallorca oftmals gar nicht ausreicht. Und über Diese spannende Frage und auch natürlich über Ihre Erfahrungen, die Sie gemacht hat, werden wir dann gleich plaudern. Aber bevor es losgeht, liebe Miriam, einmal herzlich willkommen in meinem Podcast. Ich freue mich sehr, dass es dieses Mal geklappt hat. Wir haben ja schon, ich glaube, ein oder zwei Anläufe gehabt, da Myriam: Ja. Sabine Osterauer: war die Internetverbindung dann überhaupt nicht stabil. Und umso mehr freut es mich, dass es heute geklappt hat und dass Sie im Oktober noch diesen Termin gefunden haben. Stell dich doch vielleicht unseren Zuhörern einmal ganz kurz vor. Wer bist du? Woher kommst du? Und vor allem, was machst du? Myriam: Ja, sehr, gerne. Also erstmal vielen Dank für die Einladung, liebe Sabine. Also ich heiße Miriam Weber. Ich lebe seit vier Jahren auf Mallorca und komme ursprünglich aus der Lübecker Bucht, wo ich im Moment auch bin mit einer deutlich stabileren Internetleitung als ich die auf Mallorca manchmal habe. Deswegen, ich arbeite immer noch zweimal im Jahr hier in Timmendorfer Strand und das haben wir dann gleich erstmal ausgenutzt, wir beide, für unsere Verabredung. Also wie gesagt, ich lebe seit vier Jahren auf Mallorca, genauer gesagt in Valle de Mosa. Und ich habe vor vier Jahren dort angefangen zu arbeiten, in dem ich Finkers betreue. Und betreue also Finkers und die dort lebenden Tiere und habe dann aber nach einiger Zeit feststellen müssen, dass ich einfach sehr, sehr viel Zeit habe, weil ich natürlich nicht viel von zu Hause weg kann, von den Häusern meiner Kunden. Und bin dann dazu übergegangen und habe angefangen, weil ich eigentlich relativ gutes Netz hab, jedenfalls was Mallorca betrifft, habe ich angefangen mir ein zweites Standbein aufzubauen mit der virtuellen Assistenz. Das bedeutet, ich mache für meine Kunden die Buchhaltungsvorbereitung bevor es zum Steuerberater geht, mache Kundenkommunikation, betreue das Bestellwesen einer Kundin, mache individuelle Reiseplanung. Und da habe ich irgendwann gedacht, da komme ich an meine Grenze, weil zu viele Kunden kann man da auch nicht alleine betreuen, man hat immer Abgabefristen und dann wird es dann doch auch ganz schön eng. Und bin dann dazu übergegangen, Retweets und besondere Erlebnisse auf Mallorca zu organisieren, weil ich einfach gemerkt habe, ich finde das so toll, wenn Freunde oder Familie von Deutschland aus nach Mallorca kommen will und sagt, was können wir machen, wo können wir wohnen, was sollten wir uns angucken, wo ist ein schöner Strand. Was kann man mit Kindern machen? Wo kann man schön essen gehen? Da habe ich mich immer total drin verloren, dass die Leute manchmal schon gedacht haben, reicht mit den Tipps, reicht. Und da habe ich dann so gedacht, ich finde es so schön, die Leute Mallorca einfach mal von der anderen Seite kennenlernen und dann nach Hause fahren und sagen, das war so richtig, richtig toll. Und so kam die Idee mit der Retweet Planung und ja, dass ich halt einfach für meine Kunden, die eben Retweets geben wollen, in welcher Form auch immer, egal zu welchem Thema, suche ich halt die Unterkunft, regle den Transport, regle das Rahmenprogramm, kümmere mich Begrüßungsgeschenke und bin dann während des Retreats auch vor Ort und quasi so die gute Seele im Hintergrund. Genau. Sabine Osterauer: Klingt sehr spannend, das reden wir dann später auch noch einmal, da habe ich auch schon einige Fragen, mir fallen ja dann immer gleich so viele Fragen ein. Aber meine erste Frage ist einmal, warum bist du überhaupt in Mallorca gestrandet? Myriam: Ich glaube, das war Corona. Ich bin schon immer gerne viel und lange gereist. Wenn ich das irgendwie konnte, früher, ich war zum Teil festangestellt und hatte zum Teil auch schon eine Selbstständigkeit. Wenn es irgendwie ging, ich mindestens 4 Wochen weg. Wenn ich wiedergekommen bin, habe ich mich richtig auf meine Arbeit gefreut. Ich habe mich auf meine Festanstellung gefreut, habe gedacht, gucken, wie es den Kollegen geht, was los war in der letzten Zeit. Aber genauso auch auf meine Selbstständigkeit. Und dann war Corona. Und ich fand sowieso die Stimmung in Deutschland ist ganz schön gekippt. Es war alles nur noch negativ. Es war überhaupt keine Freude mehr da. Und dann konnte man so langsam wieder reisen. Und in dem Jahr war ich dann 2-mal, einmal 2 Wochen, einmal 4 Wochen auf Mallorca. Und ich kam dann 2021, kam ich von 4 Wochen Mallorca zurück, kurz vor Weihnachten. Und ich hab mich überhaupt nicht gefreut. Ich hab gedacht, jetzt wieder ins Büro und meine Selbstständigkeit. Ich hab das zwar einigermaßen gerne gemacht, aber ich hab mich überhaupt nicht gefreut. Ich arbeite seit ich 16 bin und hab gedacht, kann ich nicht mal ein Jahr Auszeit machen? Dann hab ich mit meinem Arbeitgeber gesprochen, hab zum Teil vorgearbeitet und auch unbezahlt. angemeldet für ein Jahr, hab meine selbstständige Tätigkeit an den Nagel gehängt, hab dann tatsächlich im Januar mein Haus zum Verkauf angeboten, weil ich gedacht hab, selbst wenn ich wiederkomme, ich möchte kein Haus mehr, mir reicht eine kleine Wohnung. Ja, hab meine Selbstständigkeit dann zum Sommer beendet, hab mein Auto betauscht, hab meine ganzen Sachen verkauft, verschenkt eingelagert und was mitging, ging ins Auto und dann saß ich im Auto Richtung Barcelona, bin dann auf die Fähre und war am 1. September 22 auf Mallorca. und hab dann halt mit dieser Finca-Betreuung angefangen und das hat gleich so gut geklappt, dass ich tatsächlich dann im März 23, genau, nach über 30 Jahren mal eine Festanstellung gekündigt hab und gesagt hab, ich geh hier nicht wieder weg. Und so war das. Und dann war ich da Sabine Osterauer: Ganz. Myriam: und ich fand halt wirklich die... Ich bin auch jetzt, ich bin ja zweimal im Jahr immer noch in Deutschland zum Arbeiten und... Ich freue mich, meine Freunde und alle zu sehen und wieder in meiner alten Heimat zu sein. Aber ich freue mich auch richtig doll wieder auf zu Hause, weil ich finde irgendwie, es hat sich nie wieder so richtig erholt hier in Deutschland. Sabine Osterauer: Miriam, ganz kurz, da habe ich jetzt auch paar Fragen. Du hast es so lieber zählt. hast dann alles, hast dein Haus verkauft und so weiter, hast dein Auto vollgepackt und so. Warst du zu der Zeit in einer Beziehung, Partnerschaft, hast du das alleine gestemmt, Myriam: Ich habe das alleine gemacht und ich wusste von vornherein, dass es genau das Richtige ist. Und ich hatte nicht einen Stolperstein. Also egal, der Hausverkauf hat super funktioniert. Es hat alles. Ich habe ein tolles Zuhause in Weide-Mossa gefunden, was auch nicht einfach ist in der Mietssituation auf Mallorca. Es gab überhaupt keine Schwierigkeiten. Aber natürlich, wenn man das alleine macht. Ohne Partner, ohne vielleicht Kinder ist es natürlich deutlich einfacher, als wenn man das für mehrere Leute irgendwie organisieren muss. Sabine Osterauer: Und du hast aber schon im Vorfeld diese Wohnung auf Mallorca gefunden. Also die hattest du schon, wie du hingefahren bist oder hast du die dann erst vor Ort gesucht? Myriam: Die habe ich drei Monate vorher gefunden. Im Mai bin ich noch mal vier Wochen gefahren, weil ich halt einfach auch so viel Urlaub hatte. Und bin im Mai noch mal vier Wochen da gewesen und habe dann da mit einem Bekannten, der vor Ort ist, Wohnungen abgeklappert, Häuser abgeklappert und ja, habe dann das gefunden, wo ich jetzt lebe. Sabine Osterauer: heißt, du hast doch dort vor Ort jemanden gekannt, der dir auch weiter geholfen hat. Myriam: Genau, genau. Also wir haben das halt über eine App. Also das ist Idealista. Das ist so eine App, man, ich weiß nicht, ob die weltweit geht, aber auf jeden Fall funktioniert die auf Mallorca ziemlich gut. Und da haben wir uns dann halt verschiedene Sachen angeguckt und abgewegt. Und manches war dann doch ein bisschen sehr weit ab vom Schuss und man musste dann irgendwie erst mal eine halbe Stunde fahren, bis man einlängermaßen wieder im Leben war. Ja, und haben wir uns verschiedene Sachen angeguckt. Und ich denke, mein Vorteil war auch, dass ich eben das bekommen habe, was ich jetzt habe. Ich habe von Spanien gemietet. Und der, der mir geholfen hat, ist Mallorquiner. Und ich denke mal, ich habe damals überhaupt noch kein Spanisch gesprochen und ich glaube, dass er mir da einfach zur Seite gestanden hat und eben auch quasi sich so bisschen für mich verbürgt hat. Ich glaube, das hat mir dann auch echt die Türen geöffnet. Das muss man. Sabine Osterauer: Jetzt ist es ja so, es gibt ja sehr viele Leute, oder sehr viele Menschen, die so diese Vorstellung haben vom Auswandern. Ach, das muss so schön sein, das muss so toll sein und ich backe hier alles zusammen und dann gehe ich in ein fremdes Land, ans Meer, in die Sonne, was auch immer. Und dort starte ich ganz neu durch und dort ist es auf alle Fälle schöner und besser und keine Ahnung. Würdest du das unterschreiben? dass es bei allen so ist oder würdest du wirklich sagen, du hattest ganz ganz großes Glück, dass es bei dir wirklich so gut geflutscht hat, sage ich immer. Und ich sage Myriam: Mhm. Sabine Osterauer: immer, wenn es flutscht, dann ist es richtig und wenn es so zart ist und so gar nichts weitergeht und so viele Stolpersteine in den Weg gelegt werden, sollte man lieber zwei, drei, vier, fünfmal länger drüber nachdenken, ob das jetzt wirklich richtig ist oder nicht. Hast du Menschen kennengelernt, die diesen Traum vom Auswandern versucht haben zu leben und gescheitert sind? Hast du da jemanden kennengelernt oder hast was mitbekommen? Myriam: Mitbekommen habe ich es auf jeden Fall. es gibt immer so zwei Sachen. Das eine, was du sagst, finde ich, ist vollkommen richtig. Wenn man von einer Sache überzeugt ist und glaubt, das Richtige zu machen und auch einfach nicht nur so festgefahren in einer Sache ist, so wie ich jetzt mit der Finker-Betreuung, sondern einfach immer Augen und Ohren offen hält und sagt, Man muss sich bisschen breiter aufstellen. Es gibt Leute, kommen, und das ist nicht nur Mallorca, die wandern aus, haben überhaupt keinen finanziellen Rückhalt, haben irgendwie 2000 Euro in der Tasche und glauben, jetzt die 25. Deutsche Bäckerei auf Mallorca ist jetzt das Top-Geschäft. Das kann sein, wenn die wirklich gut sind und dafür brennen und... Aber wenn ich dahin gehe und sehe, das Geld, das ich auf dem Konto habe, das wird immer weniger, ich muss unbedingt erfolgreich sein und dieser Druck dahinter ist, das ist schon der Anfang vorm Ende. Ich bin halt, klar, ich habe mein Haus verkauft, ich bin dahin und habe gesagt, wenn ich jetzt erst mal das erste halbe Jahr nicht arbeite, ist das auch nicht schlimm, dann reise ich halt noch ein bisschen. Dass ich gleich so ins Arbeiten gekommen bin, eigentlich eher so bisschen, so war das gar nicht geplant. gut funktioniert. man muss einfach viele denken, ach da scheint das ganze Jahr die Sonne und ich bin dann am Strand. Und ich sag dir ganz ehrlich, in diesem Sommer oder auch überhaupt in diesem Jahr, man kann ja bei uns nicht nur im Sommer baden, ich glaube ich war zwei Tage am Strand. Weil der Alltag ist halt, der Alltag ist ja letztendlich nichts anderes wie in Deutschland oder in Österreich oder in der Schweiz oder sonst irgendwo. Ich habe ja meinen Alltag und ich arbeite und Hab dann auch all die anderen Dinge zu regeln, die jeder andere auch regeln muss. Das ist ja auf Mallorca nicht anders. Ich glaube, viele gehen da so so blauäugig und sagen, tolles Wetter, Mallorca, super, die Leute haben gute Laune. Aber man ist eben nicht als Tourist da, sondern man hat seinen ganz normalen Alltag und hat seine Termine. Dann ist mal tolles Wetter und dann kommt aber ein Termin dazwischen. Dann nimmt man den natürlich wahr. habe von vielen gehört, die gescheitert sind. kenne viele, die viele Jahre auf der Insel leben und die zu mir sagen, Miriam, gut, dass du so breit aufgestellt bist und wirklich einfach so deinen Weg gehst und nicht so festgefahren bist in dem, sondern immer so bisschen guckst, was könnte passen und was passt auch zu mir. Es muss natürlich auch zu mir passen. Ich glaube, das ist bei manchen so ein... Und ich muss ganz ehrlich sagen, wenn ich es in meinem Heimatland... Wenn ich das mal so sagen darf, wenn ich es da schon nicht gebacken kriege, warum sollte ich es auf Mallorca oder Sabine Osterauer: Mh. Myriam: in Amerika oder in Neuseeland hinkriegen? Sabine Osterauer: Mhm. Myriam: Weißt du? Sabine Osterauer: Ja, also ich verstehe es auch nicht ganz. Was ich noch anmerken wollte, weil du gesagt hast, du warst jetzt gefühlt zweimal am Strand in diesem Jahr, weil einfach Alltag und so weiter. Also das ist glaube ich bei allen von uns so, weil ich wohne mitten in den Bergen mittlerweile. Ich bin ja auch ausgewandert, zwar nur 300 Kilometer, aber für mich war es auch eine Auswanderung. Myriam: Ja. Sabine Osterauer: Und ich bin nach Salzburg gekommen in mein Traumbundesland, in mein Wahlbundesland. Und ich wohne wirklich mitten in den Bergen und ich könnte grundsätzlich jeden Tag mit dem Rucksack umschnallen und auf irgendeinen Berg Myriam: Mhm. Sabine Osterauer: rauf latschen und ich müsste nicht einmal ins Auto dafür steigen, sondern ich kann mir die Berge aussuchen. Aber und auch bei mir ist Alltag und ich arbeite auch sehr viel und ich glaube ich war heuer vielleicht ein oder zwei Mal am Berg, weil es bis jetzt einfach sich noch nicht ausgegangen ist. Muss aber auch dazu sagen, ich gehe wahnsinnig gerne Tennis spielen im Sommer und ja, das ist dann immer so dieses Abwägen. Aber was ich damit sagen wollte, ist, wir haben glaube oft auch diese Vorstellung, ich wohne jetzt in einem Land, da gibt es das und das, also ich stelle mir vor, ich wohne in einem Land und dort ist das ganze Jahr über Urlaub. Ich glaube, solange du auch in der Berufstätigkeit bist und schauen musst, dass du eben am Monatende deine Miete bezahlen kannst, indem du Geld verdienst, spielst das so nicht mit, ich bin jetzt nur im Urlaub. Bei den Normalverdienern, sag ich jetzt einmal. Myriam: Hm, ist so. Sabine Osterauer: Du wirst es vielleicht auch erlebt haben, wenn jetzt zum Beispiel Pensionisten, die jetzt noch in der glücklichen Lage sind, auch eine Pension zu bekommen. Schauen wir mal, wie lange das noch geht. Aber glückliche Pensionisten, sagen so, ich habe jetzt meine 40, 45 Jahre gearbeitet, ich habe jetzt eine Pension verdient. Wir haben jetzt alles zusammengepackt, wir wollen nicht in diesem kalten Deutschland oder Österreich bleiben im Winter. Wir wandern jetzt aus nach Mallorca, nach Zypern, was weiß ich. Da ist es natürlich dann eine andere Geschichte, weil die kriegen einfach jedes Monat ihr Geld über Wiesn und natürlich ist da öfters die Möglichkeit Myriam: klar Sabine Osterauer: am Strand zu gehen oder auf den Berg rauf, wie auch immer. Aber wenn du natürlich deine Brötchen noch verdienen musst, dann schaut diese ganze Situation natürlich anders aus und wenn du dann in ein fremdes Land kommst, wo du möglicherweise auch die Sprache nicht sprichst... Myriam: Mhm. Sabine Osterauer: Weil nicht jedes Land ist jetzt für Englisch offen, also viele, aber nicht alle. Und du willst ja auch in einem Land, das ist ja auch etwas, was ich dann oft umgekehrt bei uns in Österreich auch nicht verstehen kann. Wenn ich in ein fremdes Land gehe, dann möchte ich ja dort irgendwie versuchen, dazu zu gehören. Mit der Sprache, Myriam: Na klar. Sabine Osterauer: mit der Kultur, mit meinem Verhalten ist es ja mein Anliegen wirklich in dieses Land, dass ich da den Menschen dazugehöre und ihren Lebensstil, ihren Ablauf und so weiter mittrage oder versuche da mitzugehen. Und dann finde ich das immer so spannend, wenn es dann eben auch, es gibt ja auch diese Fernsehsendungen nicht so gut bei Deutschland und so weiter, wo ich mir dann denke, puh, also ja, packen alles zusammen und wie du gesagt hast, mit 2000 Euro, so irgendwie, es geht schon, machen jetzt eine Bar auf und werden jetzt Animatörer und keine Ahnung. Wie auch immer mit Kindern ist es ja, finde ich, noch viel schlimmer. Und dann kommen sie eben ins fremde Land, können die Sprache nicht, haben dort vielleicht auch niemanden, den sie irgendwie fragen könnten, der sie unterstützen kann oder so. Und wie du sagst, machen halt dann eine Bäckerei auf, weil da drüben das nicht so vorrangig ist und dann scheitern sie. Und das wundert mich nicht. Was würdest Myriam: Ja. Sabine Osterauer: du jetzt Menschen als Tipp mitgeben? die sagen, ich würde unbedingt gerne auswandern. Was würdest du denen aber grundsätzlich, grundsätzlich, aus deinem Erfahrungsschatz her mitgeben? Myriam: Also ich kann ja jetzt nur von Mallorca sprechen. was ganz, ganz wichtig ist, man muss schon mal eine gewisse Zeit auf der Insel gewesen sein. Denn das ist ganz essentiell für das Aussuchen deines Wohnortes. Also viele sagen ja immer, ja Mallorca, okay, aber Mallorca. Das beste Beispiel ist immer, wenn meine Schwester mich anruft und sagt, ich habe in den Nachrichten gesehen, es hat bei euch so doll geregnet. Und ich so, ne, weil Mallorca ist einfach... Du hast diesen riesigen Gebirgszug im Westen und hast im Osten eher die vielen Strände. Du musst einfach wissen, willst du in die Berge, willst du den Strand nachhaben, gehst du in die Mitte der Insel, wo es im Sommer noch viel heißer ist als am Wasser oder in den Bergen. Und das ist für viele so, die denken danach, Mallorca immer schönes Wetter, super. Du musst wirklich gucken, wo du auf der Insel deinen Lebensmittelpunkt haben willst und dementsprechend musst du dir natürlich auch deine Wohnung oder dein Haus aussuchen. Es gibt auf Mallorca immer noch Unterkünfte, die haben keine Klimaanlage. Und dann sagt ein Deutscher natürlich oder wahrscheinlich auch ein Österreicher, okay, also ich bitte dich, also selbst im Winter sind die Temperaturen, sagen wir mal, nachts bei 12 Grad, das ist ja gar nichts. In Österreich seid ihr wahrscheinlich bei minus 12 oder noch viel mehr. Aber das ist eben natürlich ein ganz anderes Wetter auf dieser Insel durch die Feuchtigkeit auch und so. Ich finde es ganz wichtig, sich die Insel in Ruhe anzuschauen, wirklich rumzufahren und dann erst mal zu gucken, wo möchte ich überhaupt leben. Für mich war klar, ich gehe nur in die Berge. Ich gehe auf keinen Fall woanders hin. Ich bin in beide Mossa in den Bergen. Wir haben immer 5 Grad weniger als der Rest der Insel. Manchmal gehe ich da raus mit dicker Steppjacke und steige in Palma aus dem Auto und denke, man, gut, dass ich Zwiebel anhat und ein bisschen was aussehen kann. Aber das muss man für sich auf jeden Fall rausfinden. als ich gegangen bin, da haben ganz viele Leute zu mir gesagt, wie mutig du bist. Und ich habe gesagt, für mich hat das... Mutig wäre ganz allein tatsächlich ans andere Ende der Welt nach Neuseeland oder Patagonien zu gehen oder so. Das wäre für mich mutig, wo ich wirklich niemanden kenne und nicht mal eben nach Hause fliegen kann. Aber ich bin zum Teil ja schneller von Mallorca, sagen wir mal, in Lübeck als mit dem Auto von Hamburg in Hannover. Sabine Osterauer: Mhm. Myriam: Und was ich auch festgestellt habe, es gibt Leute, ganz viele, haben zu mir gesagt, ich bin mit dem, was ich mache, auch nicht mehr glücklich. Aber ich habe Frau, Kinder, pflegebedürftige Eltern gerade ein Haus gekauft. Ich kann nichts ändern. Viel schlimmer fand ich die, die gesagt haben, ich bin nicht glücklich mit dem, was ich tue, aber ich habe keine Idee, was mich glücklich macht. da gab es dann halt auch so Leute, die gesagt haben, ich würde ja gerne ein kleines Café aufmachen, aber ich weiß nicht, ob es dann noch reicht und mit dem Geld und so. Wenn du mit solchen Zweifeln ins Ausland gehst, dann kann ich dir nur sagen, bleib besser da, wo du bist. Du musst von dem wirklich überzeugt sein, was du machst. dann... Mir hat mal jemand gesagt, wenn du mit ganzem Herzen dabei bist und überzeugt bist von dem, was du tust, dann wird sich alles fügen. Dann wird das Universum alles dafür tun, dass sich das auch erfüllt. Und ich kann nur sagen, für mich hat es gestimmt. Sabine Osterauer: Ich glaube da ganz fest daran, Myriam: Ja. Sabine Osterauer: ganz fest an dieses Urvertrauen, das man noch haben darf. Myriam: Ja. Sabine Osterauer: wie du sagst, ich glaube schon, wenn es so rutscht und flutscht, dann ist es richtig. Und wenn es so richtig zart ist, dann lieber noch einmal überlegen. Ich kriege dann ganz oft gesagt, ja, aber wir müssen uns doch anstrengen, wenn wir etwas erreichen wollen. Aber anstrengen und tausend Dinge, also du hast dich ja auch angestrengt. Das ist ja jetzt nicht so. Man hatte ja nicht alles nach getragen. Du musstest dir dein Haus verkaufen, du musstest sehr vieles... Eben, hat niemand gewartet, du hast ja umschauen Myriam: Nein, da hat niemand auf mich gewartet. Sabine Osterauer: müssen. Du hattest ja auch sehr, sehr viel Einsatz gezeigt. Myriam: Mh. Sabine Osterauer: Aber was ich meine ist, wenn du sagst, ich finde einfach keine Wohnung, dann wird der Flug gecancelt, das Haus wird nicht verkauft oder du hast dann vorher einen Wasserschaden und dort ist dann Scheiße. Da solltest du echt überlegen, will mir vielleicht das schöne große Universum irgendetwas sagen oder so, dass ich vielleicht noch einmal draufschauen muss. Da bin ich auch Myriam: Wahrscheinlich ja. Genau. Sabine Osterauer: total überzeugt. Du hast gesagt, wie du nach Mallorca gekommen bist. hast du angefangen, die Finkers zu hüten, Also Leute, die dort eine Finke haben, die vielleicht dann einmal zwei, drei Monate irgendwo eben auch ins Ausland gereist sind, wie auch immer, bei denen bist du dann eingezogen. Ich kann mich erinnern, unser letztes Gespräch, da warst du gerade auch bei einer Familie, beziehungsweise ist dir dann frühzeitig zurückgekommen und du musstest dann ganz schnell auch deine Sachen packen. Bist du mit dieser Idee? eine Finca zu hüten, schon nach Mallorca gegangen oder Myriam: Mhm. Sabine Osterauer: ist diese Idee dort entstanden? Myriam: Nee, hatte tatsächlich die Selbstständigkeit, ich hier in Deutschland hatte. war tatsächlich mein Herzensding. Ich liebe es, Tieren zusammen zu sein. Ich bin hier in Deutschland Dogwalker gewesen und habe eine kleine Hundepanzung gehabt. Ganz klein. Und dann habe ich gedacht, als ich nach Mallorca ging, ich gedacht, ich brauche gar nicht drüber nachdenken, Mallorca mit 12, 15 Hunden, so wie ich das hier gemacht habe, spazieren zu gehen. Das Modell funktioniert da nicht. Weil das funktioniert halt einfach nicht, ich brauch ja gar nicht weiter erklären. So und hab gedacht, ich versuch das mal umzudrehen. Und als ich diese vier Wochen im Mai auf Mallorca war, wo ich auch meine Wohnung gesucht hab, da bin ich einfach in vier oder fünf Läden gegangen, die mit Hunden zu tun haben. Und hab da ne Visitenkarte hingelegt und hab gesagt, hier... Das ist meine Idee. Wenn jemand Interesse hat, freue ich mich, wenn die mit mir Kontakt aufnehmen. Ich bin am 1. September nach Mallorca gekommen und hatte schon im August die ersten Anrufe. Ich war kaum hier, habe ich den ersten Job gehabt. Ich habe gesagt, jetzt bin ich nur noch für diesen Haushalt und für diese Tiere, die dort leben, Und das hat ... Wie gesagt, nach einem halben Jahr war ich schon so gut gebucht, dass ich gedacht habe, ich gehe nicht mehr zurück, ich bleibe hier und habe gekündigt. Sabine Osterauer: Aber du hast immer nur einen Haushalt. nicht. ist immer Myriam: Ich habe nur einen Haushalt. Sabine Osterauer: nur einen Haushalt. Das heißt, du jetzt jemanden andere anrufst, diesem Zeitraum den Auftrag nicht annehmen. Myriam: Nee, sind meine Kunden auch immer sehr schnell dabei. Also ich habe gerade gestern eine Buchung für November 27 bekommen, weil die ganz genau wissen, wenn ich arbeite, arbeite ich. Es gibt mich halt nur einmal und ich arbeite auch mit niemandem zusammen. Also es gibt Leute... Sabine Osterauer: Das wäre meine nächste Frage gewesen, ob du dir überlegen würdest, dass du sagst, okay, ich tu mich da mit jemand anderen zusammen. Also sollte es jemand zuhören und sagen, ich möchte auch nach Mallorca. Myriam: Weißt du, ist so schwierig. Ich hab meine Ausbildung gemacht. weiß, wovon ich rede, wenn ich mit Hunden unterwegs bin. Es gibt viele auf der Insel, die das auch machen. Die das aber einfach nur machen, weil sagen, ich hab schon immer Hunde gern gehabt. Ich hab nur 5 oder 6 Kunden. Aber die sind so viel unterwegs, dass ich bin nur 2-3 Monate selber in meinem eigenen Haus. Die andere Zeit bin ich woanders. Wenn ich jetzt sage, ich bin besetzt, aber ich habe jemanden, den würde ich dir schicken. Ich nehme die volle Verantwortung für diesen Menschen. Und die Häuser, das kannst du dir vorstellen, in denen ich wohne, das sind schon Häuser. Also da ist auch richtig Wert da. Und ich übernehme die volle Verantwortung für den, den ich schicke. Du musst dir vorstellen, da kommt mich niemand besuchen. Bis auf meinen Freund, den ich mittlerweile habe. Kommt mich niemand besuchen. Das ist auch abgesprochen, weil es ist nicht mein Zuhause. Ich kann nicht meine Freundin einladen und wir machen uns einen schönen Tag am Pool. Da kommt niemand rein, weil das sind wirklich erstklassige Häuser. Ich frage immer, ob es okay ist, wenn mein Freund kommt. Wenn die sagen, nein, darf hier nicht rein, dann nehme ich den Job nicht an. Und alle sagen aber ja, das ist okay, die möchten ihn dann auch mal kennenlernen und dann sind sie fein damit. Und wenn ich jetzt jemand anderem empfehle, dann muss der das genauso toll machen wie ich und dafür kann ich einfach nicht 100 % gerade stehen. Kann ich nicht. Ich kann nicht sagen, guck die vielleicht doch mal in die Schränke oder guck die vielleicht doch mal irgendwie ach... Sabine Osterauer: Ja. Myriam: Also, und das ist alles Kameraüberwachter und so. Also meine Kunden, wenn die wollen, können die jeden Schritt verfolgen. Und es ist mir, die Verantwortung ist mir zu groß. Und wenn dann womöglich noch irgendwas mit den Hunden passiert, weil ich gesagt habe, die kann das und dann passiert irgendwas mit den Hunden, es fällt doch alles auf mich zurück, weißt du? Und deswegen, meine Kunden wissen das. Der frühe Vogel, die wissen das und wie gesagt, deswegen buchen die mich jetzt schon bis Ende nächsten Jahres. Ich habe zwischendrin auch immer mal bisschen frei und wenn dann ganz spontan was ist, irgendwie kriegt man es auch hin. Wenn es sich mal ein bisschen überlappt, dann fahre ich vielleicht auch mal zwischen und schlafe bei dem einen und fahre zu dem anderen hin. Das alles mit Absprache, aber ja, ich arbeite halt. Sabine Osterauer: Wenn du jetzt einen Haushalt übernimmst, ein Haus übernimmst mit den Tieren, gibt es dann keine freien Tage, praktisch. Du kannst ja dann nicht sagen, so liebe Myriam: Das ist 24,7. Sabine Osterauer: Hunde, morgen müsst ihr euch die Dose bitte selber öffnen. Ich bin dann mal weg Myriam: Nee. Sabine Osterauer: für einen Tag. Ich habe jetzt 24 Stunden frei, das geht ja nicht. Das heißt, in dieser Zeit bist du dann durchgehend am Arbeiten. Myriam: Ich bin immer da. Ich bin auch nicht der Typ, ich habe Hunde, die können auch mal 3-4 Stunden alleine sein. Natürlich, ich habe auch mal eine Termine, dann fahre ich natürlich auch weg. fahre auch einkaufen, ich gehe zum Friseur. Sabine Osterauer: Ja. Ja. Ja. Myriam: Aber ich bin eben nicht so, dass ich sage, die Hunde sind versorgt, jetzt fahre ich mal in Ruhe nach Palma und gehe da mal 4 Stunden bummeln. Ich könnte das machen, aber ich... Dazu nehme ich das zu ernst, was ich mache. Sabine Osterauer: Mmh. Myriam: Ich mache das, was nötig ist, das mache ich. Das wissen meine Kunden auch, die fahren ja selber auch mal einkaufen. wenn überhaupt, gerade wenn ich Jobs habe, so 2, 3, 4 Wochen, natürlich gehe ich da auch mal abends mit Freunden essen. Aber das wissen die natürlich auch alles. Aber das ist nicht häufig. Deswegen ist ja diese Sache, dass mein Freund eben kommen darf, aber wenn der dann auch nicht kommen dürfte. Das funktioniert nicht. Das funktioniert nicht. Also so bisschen Privatleben Sabine Osterauer: Ja, das ist total verständlich. Myriam: muss man natürlich trotzdem haben, aber ich mache das sehr, sehr, sehr, sehr reduziert. Sabine Osterauer: Jetzt haben wir ja grundsätzlich eine Eingangsfrage gehabt, nämlich warum ein Job in Mallorca oftmals nicht ausreicht. Myriam: Ja. Sabine Osterauer: Diese Frage stammt ja von dir persönlich. Warum? Myriam: Mhm. Sabine Osterauer: Warum hast du dir diese Frage ausgedacht und warum ist das so? Myriam: Weil ich einfach festgestellt habe, und das betrifft, ich habe es ja freiwillig gewählt, weil da kam so eins zum anderen und ich gesagt habe, ich habe so viel Zeit und ich möchte das gerne sinnvoll verbringen und nicht den ganzen Tag nur am Pool blöd rumliegen. Aber ich habe einfach gemerkt, viele meiner Freunde und so, sagen auch, du musst auf Mallorca deutlich mehr arbeiten, wie zum Beispiel in Deutschland. Das liegt gar nicht mal unbedingt daran, dass es so viel teurer ist. ich sag mal so, wenn ich essen gehe, bezahle ich nicht so viel mehr wie hier an der Ostsee. Wenn ich einkaufen gehe, habe ich auch nicht das Gefühl, dass das so viel teurer ist. Was natürlich irre teuer ist, ist das Wohnen, also zumindest die Miete. Nebenkosten sind eigentlich auch relativ günstig. Aber die Miete ist es halt einfach. Das geht ja auch immer durch die Presse. Diese Mietsituation auf Mallorca ist einfach katastrophal. Und das... Viele arbeiten natürlich im Tourismusbereich und die arbeiten natürlich irre viel, haben dann aber auch natürlich dann zwei, drei Monate im Winter frei. Aber das ist eben einfach das und... Die Leute, die angestellt sind auf Mallorca, also die Löhne auf Mallorca sind deutlich niedriger als in Deutschland. Ich glaube, der Mindestlohn liegt bei 8 Euro oder so. Ich glaube, in Deutschland ja bei 12 oder vielleicht sogar noch drüber. Ich weiß es gerade nicht so genau. Aber du verdienst auf Mallorca halt, wenn du fest angestellt bist, auch wirklich nicht viel Geld. Also bei vielen reicht es. Die fragen sich wirklich, wie es gehen soll bei diesen Mietpreisen. Da reicht eben das, was sie verdienen und nicht mal für die Miete. Und deswegen brauchen die natürlich dann einfach nochmal, ja, ein, zwei weitere Jobs, Nebenjobs, das irgendwie hinzubekommen. Und die Leute, die ich kenne, die selbstständig sind, da... Wenn die nur diesen einen Job haben, dann reicht das für die zum Leben. eben nicht ... Also, die Leute, die ich kenne, da ist nicht viel mit Urlaub oder Oder viel Reisen oder so. Wie auf Mallorca, alle Insulaner in Spanien können günstig innerhalb Spaniens reisen. Wenn mein Freund und ich aufs Festland fliegen, dann fliegen wir da in aller Regel für 30, 40 Euro. Weil man halt als Residente, so nennt sich das, hat man günstige Konditionen, weil Spanien möchte, dass die Insulaner von ihrer Insel runterkommen. und es ist ja wirklich ein kleines schönes Gefängnis. Deswegen ist das Reisen für Insulaner günstig innerhalb Spanien, aber selbst das nutzen viele nicht. Weil es halt einfach nicht reicht. Sabine Osterauer: Du sagst, dass viele, also jetzt gar nicht so die Auswanderer oder Einwanderer sozusagen, sondern überhaupt die Bevölkerung aufgrund der hohen Mietpreise, die jetzt gerade herrschen, oft einen zweiten, dritten Nebenjob auch noch haben zu ihrem Angestelltenverhältnis oder die Selbstständigen, die dann gerade so durchrutschen. Gibt es denn überhaupt so viele Jobs auf Mallorca? Myriam: im Tourismusbereich wie verrückt. Also es gibt viele Restaurants, die haben tatsächlich auch in der Hochsaison, was es vor zwei, drei Jahren nie gegeben hätte. Also mein Freund selber, der wohnt in Port-de-Soyer. Das ist eben so ein sehr touristischer Ort, auch in den Bergen, aber eben einer der wenigen etwas größeren Strände im Westen. Da sind so viele Restaurants und Hotels und er hat da natürlich auch ganz viele Freunde, sagen, also wir müssen wirklich ein, zwei Tage in der Hochsaison zumachen, weil wir keine Mitarbeiter haben und die Mitarbeiter, die wir haben, brauchen einfach in der Woche auch mal einen Tag frei. Und die haben keine Mitarbeiter, weil sie nicht wissen, wo die Mitarbeiter wohnen sollen. Und es ist mittlerweile auf Mallorca so durch die Miet-Situation, dass selbst so zum Beispiel Busfahrer oder so, dass die aufs Festland gehen. weil sie mit ihrer Familie nicht mehr wissen, wo sie auf Mallorca leben sollen. Und das ist halt das Problem. Und die, im Tourismusbereich arbeiten, in Hotels oder Restaurants, Die arbeiten zum Teil, weil sie sagen, der Chef kann sich einen Tag schließen nicht leisten. Die arbeiten dann sieben Tage durch. Und freuen sich dann einfach irgendwann auf den Ende Oktober, Sabine Osterauer: Winter. Myriam: Anfang November wird dann in aller Regel viel zugemacht. Viele Hotels, viele Restaurants schließen dann bis März, bis Februar, März so. Wo die dann einfach wieder auftanken. Sabine Osterauer: Wie lebt man dann in dieser Zeit? Also wenn man sich im Tourismus tätig ist und so ab Ende Oktober, Anfang November alle Lokale geschlossen werden, dann ist die Saison ja mehr oder weniger vorbei. Von was leben die dann bis Februar, März? Myriam: Zum Teil eben von dem, was sie sich vielleicht zurückgelegt Sabine Osterauer: Ich sparte. Myriam: haben. da bin ich nicht so ganz fit in dem Thema, ob es auch so was gibt wie... Also in Deutschland gibt es so Saisonarbeit, dass man dann halt für die Saison arbeitet und wenn die Saison vorbei ist, eine Art Arbeitslosengeld bekommt. Ich glaube, so was gibt es auf Mallorca auch. Da bin ich aber in dem Thema nicht... Das kann ich dir nicht 100 Prozent sagen. Sabine Osterauer: Wo gehen Touristen hin, wenn sie kommen und es ist nichts offen? Myriam: Also erstmal ist der Tourismus deutlich reduziert in den Wintermonaten, obwohl die Wintermonate auf Mallorca die schönsten sind. ich dir wirklich sagen, wir haben ja immer noch die 20 Grad, du kannst am Tag immer noch in T-Shirt essen, die Nächte sind kühl, also das ist wunderschön und ich wandere total gerne, also dann ist es wirklich die allerschönste Zeit. Aber dadurch, dass eben viele Hotels nicht aufhaben, kommen halt auch nicht so viele Touristen. Aber es sind schon Touristen da und es sind auch noch Restaurants offen, also bei mir in Weide-Mossa zum Beispiel. Ich würde mal sagen, 50 Prozent der Restaurants haben auf. In Palma hat natürlich auch ganz viel auf. Also Palma ist das ganze Jahr offen, da sind auch die Hotels auf. Aber gerade in den kleinen Bergdörfern und so, da wird dann wirklich zum Ende Oktober, manchmal Anfang November, das ist immer so bisschen, da wird dann zugemacht. Und deswegen ist der Tourismus auch deutlich reduziert. Sabine Osterauer: hast dann eingerollt. Verstehe. Du bist jetzt seit vier Jahren auf Mallorca. Wenn du Myriam: Mhm. Sabine Osterauer: so zurückblickst, hast du es irgendwann einmal bereut? Myriam: Nein. Nein. Nein, also manchmal, wenn ich hier nach Deutschland zurückkomme und gerade eben hier oben an der Ostsee, Sabine Osterauer: Ja. Myriam: ich habe es hier schon auch geliebt. Also ich finde es schon schön hier. Also die Natur hier ist auch wirklich, wirklich toll. Und wenn ich dann zurückkomme, gerade jetzt, es ist Herbst, das Laub färbt sich ein, das sind natürlich Dinge, die man auf Mallorca so nicht hat. Also wir haben natürlich auch Jahreszeiten, das ist klar, aber so diese Riesenwälder mit Laubbäumen und so, das gibt es auf Mallorca eher nicht. Wir haben eher Oliven und Pinien und so. Dann komme ich hierher und denke, ach schön, und so diese Weite auch. so gerade, wenn man am Meer ist. Das haben wir ja auf Mallorca auch. Das finde ich hier dann schon schön, aber ich sage dir ganz ehrlich, ich bin dann so 10 Tage, 14 Tage hier und dann freue ich mich, wenn ich wieder zurück kann. Also ich habe es nicht einmal bereut. ich muss dir auch sagen, ich... Treff auf Mallorca, also ich hab auch nur mit guten Leuten zu tun. Mit netten Leuten. Ich hab noch niemanden kennengelernt, irgendwie blöd ist oder so. Ich fühl mich da einfach wohl rundherum. Sabine Osterauer: Wie geht es dir mit der Sprache? Immer besser. Myriam: Immer besser, immer besser. Also dadurch, dass ich natürlich mit dem Spanier zusammen bin, allen Dingen natürlich auch, aber meine Arbeit ist eben deutsch. Meine Kunden sind alle deutsch. Also da habe ich jetzt nicht so die Möglichkeit, Spanisch zu sprechen, aber ich denke, ich kriege das schon ganz gut hin und das wird auch immer besser. Und das ist auch mein Anspruch. Ich finde, das ist auch eine Form von Respekt den Menschen gegenüber, weil ich halt auch denke so... kenne die ganzen Deutschen, die sich darüber aufregen, wenn die Ausländer, die hier nach Deutschland kommen, kein Deutsch sprechen. Und auf Mallorca kenne ich so viele Deutsche, die 20, 30 Jahre da sind und sich gerade mal ein Wein oder ein Bier bestellen können. Sabine Osterauer: kein Spanisch kennen. Myriam: Und dann denke ich immer, oder die eben in Restaurant gehen und sagen, haben sie die Karte nicht auf Deutsch. Das ist dann immer so ein Fremdschämen-Moment, muss ich wirklich sagen. Weil andersrum erwarten sie es von den Ausländern auch. Sabine Osterauer: Ja. Myriam: Wir sind auf Mallorca genauso Ausländer und ich finde es eine Form von Respekt. Sabine Osterauer: Mmh. Myriam: Nicht jeder ist sprachbegabt. Ich bin da bestimmt auch nicht so ganz ganz oben. Aber ich bemühe mich wenigstens und ich lerne und lerne und lerne jeden Tag. Ob ich mal irgendwann klinge wie ein Muttersprachler, das bezweifle ich. Aber ich tue wirklich mein Bestes und das finde ich gehört sich auch so. Sabine Osterauer: Wir können wirklich sagen, dass das Auswandern, nicht speziell als Mallorca, weil du ja dort bist und dort natürlich auch jetzt die meiste Erfahrung hast, dass Auswandern gut überlegt gehört, dass Myriam: Mhm. Sabine Osterauer: Auswandern keine Kurzschlussentscheidung sein sollte. So nach dem Motto, ich kriege jetzt mein Leben. In diesem Land, wo ich gerade zu Hause bin, nicht hin, ich wandere jetzt außerhalb, dort ist es auf alle Fälle besser. Das ist keine gute Grundvoraussetzung. Auf jeden Fall, bevor man diesen großen Schritt wagt, dieses Land immer wieder einreisen, einmal auf Urlaub fahren, vielleicht auch bisschen mehr Zeit nehmen, vielleicht nicht unbedingt Myriam: Mhm. Sabine Osterauer: im Tourismusbereich bleiben, sondern schauen, man vielleicht irgendwie... Auch über eine Community vielleicht auch jemanden kennenlernte, sagt, ich begleite dich gern, ich zeige dir gerne auch die anderen Sachen, wenn du überlegst eben ins Ausland zu gehen. Also blaue Augen irgendwo sich zusammen zu packen und so würdest du ihn da wahrscheinlich nicht empfehlen. Myriam: Kein Fall. Und man muss sich vorher auch wirklich Gedanken machen über diese ganzen Dinge, die auch wichtig sind. Krankenversicherung. Bleibe ich in Deutschland versichert? Wie lange kann ich über Deutschland versichert sein? Wie sieht es denn aus, wenn ich in Spanien bin? Ich kenne so viele Menschen, kommen nach Spanien und sind nicht angemeldet. Die melden sich da nicht an, die sind dort nicht in der Sozialversicherung, dann werden die irgendwann krank und dann ist das Geschrei groß. Und das sind alles Dinge, das kann ich niemandem empfehlen. Also wirklich da so unter dem Radar zu laufen, das ist eine ganz schlechte Idee. Also das kann man vielleicht mal irgendwie ein halbes Jahr machen, wenn man so sagt, ich gucke erstmal, ob ich überhaupt bleiben will, ob ich überhaupt Fuß fassen kann und so, aber dann spätestens. muss man ja sowieso. Es gibt ja diese Grenze 183 Tage und dann muss man muss man für sich irgendwie Sabine Osterauer: Abreißen. Myriam: da eine Regelung finden und da muss man sich auch gut gut informieren. Was mache ich meinen Versicherungen in Deutschland oder wo immer ich herkomme, lasse ich die in einer Basis weiterlaufen, damit ich vielleicht auch wieder ohne Probleme zurück reinkomme, wenn ich dann mal irgendwann wieder nach Deutschland zurückkehre oder so. Man muss sich da gut gut beraten lassen. Also ich komme nun aus der Krankenversicherung, ich kenne mich da aus, aber Und da gibt es Leute, nicht nur auf Mallorca, überall im Ausland, die Einwanderern helfen. Die helfen, wo melde ich mich an, wie melde ich mich an, jetzt mache ich mich selbstständig, wo melde ich mich da an, wie zahle ich meine Steuern, was kostet das hier überhaupt alles. Da muss man sich vorher beraten lassen und auch bisschen Geld in die Hand nehmen und nicht sagen, das regelt sich schon alles irgendwie. Hinterher steht man da und hat eine falsche Entscheidung getroffen, die man nicht rückgängig machen kann und dann wird es teuer. Also das muss man auf jeden Fall für sich auch bedenken, dass man all diese Dinge regelt. Und nicht einfach nur sagt, ach ich fahre da jetzt mal hin. Und wie du sagst, ruhig bisschen länger da sein, ruhig auch mal zu den... vermeintlich unangenehmen Zeiten, wo man als Deutscher jetzt zum Beispiel denkt, ich weiß nicht so, August ist vielleicht ein bisschen heiß, ja, aber wenn ich dort leben will, dann bin ich im August da. Und genauso eben vielleicht auch mal im Dezember, Januar, wo es vielleicht einfach ein bisschen frischer ist, dass man das alles für sich kennenlernt. Und dieses rosa-rote, das muss man mal ein bisschen, muss man wirklich mal ein bisschen beiseite schieben. Ja. Sabine Osterauer: Vorstellung, dass es einfach ist. Also es ist glaube ich in keinem Land wirklich einfach. Also einzureisen schon, auf Urlaub, klar, aber dann auch Myriam: Mhm. Sabine Osterauer: zu bleiben. Ich glaube, dass das nicht überall so easy-cheasy ist, sondern dass man sich da wirklich im Vorfeld gut informieren sollte, wie du sagst. Genau, mit Versicherungen, Myriam: Auf jeden Fall. Sabine Osterauer: eben speziell Krankenversicherung und vor allem, wenn ich dann Unternehmer bin, wie ist das mit dem Finanzamt? Also jedes Land hebt Steuern ein. Ich glaube, es gibt keine Länder, sagen, ach, Du selbstständig sein, wir wollen von dir nichts. Das glaube ich jetzt weniger. Also dass Myriam: Hmm. Sabine Osterauer: man sich da wirklich ganz, ganz gut informiert. Myriam: gut informieren. gibt es halt, zum Beispiel auf Mallorca gibt es so Hesterias, das sind eben so Steuerberater, die sowas übernehmen und wenn man dann jemanden... Es gibt ja auch Leute, die haben noch Vermögen in Deutschland, also da kann ich nur sagen, aufpassen. Und da muss man sich einfach wirklich im Vorfeld gut beraten lassen und für die Beratung muss man vielleicht dann auch Geld in die Hand nehmen, aber das ist denke ich mal hinterher billiger, als wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und dann kommen die nämlich und wollen alles doppelt besteuern und dann macht man nämlich... Dann macht man ganz dicke Backen. Also dann lieber vorher mal ein paar hundert Euro investieren und sich die Beratung holen. Das kann ich wirklich nur jedem ans Herz legen. Ja. Sabine Osterauer: Ich verstehe. Liebe Miriam, herzlichen Dank. Ich denke, Summoner haben wir es wieder mal herausgefunden, warum ein Job in Mallorca oftmals nicht ausreicht. Ich danke dir Myriam: Ja. Sabine Osterauer: sehr. Unsere Internetverbindung hat gehalten. Ich bin superglücklich darüber. Myriam: Super! Sabine Osterauer: Ja, das ist, wenn du nicht so weit weg bist von mir. Aber ich bin mir gar nicht sicher, ob du nicht jetzt von der Entfernung nicht Ist es ziemlich gleich. Myriam: Ich glaube von der Entfernung. Sabine Osterauer: Ich wünsche dir auf alle Fälle alles Gute und das zu dich in Mallorca auch weiterhin. zu Hause fühlst, ganz ganz wichtig. Myriam: Vielen Dank. Sabine Osterauer: Und ich hoffe, dass das jetzt auch viele Menschen hören und sich noch einmal überlegen, wandere ich aus, wandere ich nicht aus. die Geschichte von mir klingt ja super toll, aber ich habe auch diese ganzen Rufzeichen dahinter verstanden im Sinne von erkundige dich, mal dort, wohne mal dort für eine Zeit und informiere dich wirklich sehr, gut. Ich hoffe, hören uns viele zu, hören viele diesen Podcast und drücken dann auch auf Abo. Das ist für mich ganz wichtig, dass ihr meinen Kanal abonniert. Da würde ich mich sehr, sehr darüber freuen. Dann kann ich auch weiterhin tolle Gäste für euch einladen. diesem Myriam: Ja. Sabine Osterauer: Sinne, herzlichen Dank, liebe Miriam, dass du heute bei mir Gast warst. Alles, alles Gute. Myriam: Vielen Dank, dass ich da sein durfte. Ich hoffe, wir sehen uns irgendwann mal wieder beim Online-Networking. Das machen wir ja so gerne. Sabine Osterauer: Stimmt, genau. Aber vielleicht besuche ich dich irgendwann einmal, wenn ich doch einmal in ein Flugzeug steigen sollte. Myriam: Dann musst du dich unbedingt melden, das ist ja ganz klar. Oder wenn ich mal, ich war mal in Salzburg, ich finde es wunderschön, also falls es mich dahin mal wieder verschlägt, dann melde ich mich auch. Sabine, vielen Dank. Vielen Dank, du Lieber. Sabine Osterauer: Sehr gerne, dann komm, meine Couch ist für dich da. Sehr gerne, alles Liebe, liebe Miren. Dankeschön. Myriam: Bis bald. Tschüss.