Latest / Die Abschweifung / Die Abschweifung 56 Mein erster PC
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- 0:31Hallo und willkommen zu einer neuen Ausgabe der Abschweifung, da wo ich gelegentlich,
- 0:39eigentlich fast nie, vom Thema abschweife. Ich bin Sascha Markmann und sage Hallo.
- 0:47Das heutige Thema ist inspiriert von einem Video, ich glaube der gute Mann heißt Brain?
- 0:57Ne, der heißt Zero Brain, aber auf seinem Zweitkanal Braindump. Da hat er ein Video veröffentlicht
- 1:08gehabt und es geht um das Thema, wieso Computertechnik früher spannend war. Das ist der Titel vom Video
- 1:18und da geht er darauf ein, wie halt seine Entwicklung war. Ich packe das Video in meine
- 1:25Show Notes rein, könnt euch angucken. Ist echt ein sympathischer Herr, der gute Videos macht mit
- 1:36interessanten Themen. Also lange Rede, kurzer Sinn. Ich werde jetzt mal meine Geschichte erzählen.
- 1:45Das muss so 91, 92, vielleicht 90 herum gewesen sein.
- 1:57Und ja, das war kurz vor Weihnachten gewesen.
- 2:03Meine Eltern sind dann zum Mediamarkt gefahren und haben sich beraten lassen und hatten dann
- 2:09für 1400 Mark einen 386er SX25 mit 2 MB Arbeitsspeicher und einer 512 KB großen Grafikkarte
- 2:22bekommen. Dazu gab es das DR-DOS 6 Betriebssystem. Da meine Eltern, beziehungsweise mein Vater und
- 2:39meine Tante, die sich mit Computern, beziehungsweise PC auskannten, den schon mal fertig machen wollten,
- 2:45dass man damit sofort loslegen kann, haben sie versucht gehabt, das Betriebssystem zu installieren
- 2:52auf die unglaublich großen Festplatte von 107 Megabyte und das funktionierte nicht. Und wie
- 3:03ich dann früher von der Schule kam und meine Mutter da total panisch reagierte, weil ich ja
- 3:09gesehen habe, was im Wohnzimmer stand, ja, hatte ich dann gesehen gehabt, dass irgendwie von außen
- 3:20die Controllerkarte, wo halt die Festplatte und das Diskettenlaufwerk angeschlossen war,
- 3:26irgendwie diese Schiene schief war, dieses Slotblech. Und dann haben meine Tante und
- 3:37mein Vater den Rechner aufgeschraubt und haben gesehen, dass die Karte entweder durch den
- 3:42Transport oder von vornherein nicht richtig reingesteckt war. Nachdem die dann richtig
- 3:46drinsteckte in den 16-Bit-Slot. Funktionierte das Ding? Ja, dann konnte man das Betriebssystem
- 3:54installieren. Später bin ich dann aber auf MS-DOS gewechselt, wobei der DOS einen entscheidenden
- 4:00Vorteil hatte. Es hatte nämlich schon eine Netzwerkunterstützung installiert und das war
- 4:06nämlich für später, wenn man gemeinschaftlich zocken wollte, so Spiele im Netzwerk wichtig.
- 4:13Aber das ist ein komplett anderes Thema. Ja, so bekam ich dann kurz vor Weihnachten meinen
- 4:22ersten PC. Ich habe zu Weihnachten nichts anderes bekommen und ich habe auf den Geburtstag,
- 4:28den ich dann im März hatte, auch nichts anderes bekommen außer diesen einen PC.
- 4:34Meine Eltern haben dann quasi von meinen ganzen Verwandten und so weiter das Geld genommen,
- 4:44was die hinten in ein Geschenk gesteckt haben und haben damit dann quasi die Differenzsumme
- 4:50ausgeglichen. Ja, das war aber trotzdem ein tolles Geschenk. Davor hatte ich schon, ich glaube das
- 5:00Das war so 87 habe ich damit angefangen, mich mit Basic-Programmierung auf einen Schneider CPC 464
- 5:15damit zu beschäftigen. Später bekam ich dann durch einen geschickten Tausch mit einem Taschenrechner
- 5:23den F64 von meiner Tante mit einem ganzen Haufen Disketten. Und komischerweise den Schneiderrechner
- 5:36habe ich nie angefasst. Den Commodore, den habe ich komplett auseinandergepflückt. Da
- 5:41wurden dann Diskettenbeschleuniger eingebaut, da wurden zusätzliche Datenbusse eingelötet,
- 5:47dass man halt elfmal schneller laden konnte und siebenmal schneller speichern.
- 5:54Ein zweites Diskettenlaufwerk wurde gebraucht, gekauft, dann schon das moderne, was wesentlich
- 6:02kleiner war als das originale. Ein Drucker, der sowas von laut war.
- 6:08Ja, aber ganz besonders ist halt mir der Personal Computer in Erinnerung geblieben. Die anderen
- 6:20Dinger waren gewesen zum Zocken, zum Programmieren, wobei ich jetzt sagen muss, dass der Schneider,
- 6:27der CPC 464, der war richtig gut. Da war nämlich ein Z80 Prozessor drin und damit konnte man von
- 6:37anderen richtigen Computern, also sprich so Linux-Maschinen, die Programme drauf laufen lassen,
- 6:47wenn man dort ein dementsprechendes CPM bekommen hat, also das Betriebssystem. Dann konnte man dort
- 6:57diese Entwicklerumgebungen laufen lassen, weil es war für diesen Prozessor der Code geschrieben und
- 7:05alles andere stimmte ja. Man kann heutzutage, gibt es noch Kids, dass man den Arbeitsspeicher bis auf
- 7:13mehrere Megabyte erweitern kann. Also es gibt Leute, die sich da richtig eingehend mit beschäftigen,
- 7:21dass man da fantastische Sachen machen könnte. Ich hatte leider damals nur ein Manko. In dem
- 7:30Monitor war das Netzteil verbaut, also konnte man nicht ohne Problem halt einen anderen Monitor
- 7:36anschließen. Man musste quasi diesen Monitor verwenden, damit er den auch mit Strom versorgt.
- 7:44Ich hatte aber nur einen grünen Monitor. Jetzt kann das Ding auch fantastische Farben darstellen.
- 7:51Sah natürlich alles etwas arg grün aus. Hatte irgendwas so von Matrix. Aber, lange Rede,
- 7:58kurzer Sinn. Ich habe damals auf diesen Kisten programmieren gelernt. Mehr auf den Schneider
- 8:07wie halt auf den Commodore. Da habe ich halt mehr gezockt. Ich meine, ich hatte damals irgendwie 200
- 8:12Disketten und auf jeder Diskette waren x Spiele drauf. Die sind mir einfach alle so zugefallen.
- 8:18Beziehungsweise kamen in den Boxen von meiner Tante. Ja, heute kriegt man die ganze Scheiße
- 8:27als im Internet. Umsonst. Also für die meisten Spiele. Ein paar Spiele, da hat man noch Lizenzprobleme,
- 8:35aber die meisten Sachen kriegt man so. Ja, vielleicht sollte ich mir mal wieder
- 8:42einen so einen Retro C64 kaufen, wenn ich nur das Geld dafür hätte. Oder, ja, das Liebegeld.
- 8:52Mein erster richtiger PC. Was habe ich da für tolle Sachen mitgemacht? Was habe ich da mit
- 9:00tollen Sachen gemacht? Ich hatte mich natürlich sofort in den Quick Basic, was da dabei war,
- 9:06beziehungsweise ich hatte von der Schule aus mitgebracht gehabt GW Basic und habe dann da
- 9:14das Basic-Programmieren dann halt auf einem IBM-kompatiblen Computer gelernt, dann später
- 9:24QuickBasic, dann habe ich etwas später mit Pascal angefangen, ich glaube Pascal 6 oder 7,
- 9:33und habe damit tatsächlich so die ersten Anwendungen gemacht, die für mich interessant
- 9:39war. Wie Umlauf, also eine Nachführung für eine Funkantenne für Satelliten, also da musste ich mir
- 9:53erstmal die Kepler-Daten besorgen, das sind Bahndaten von den Amerikanern. Damals gab es
- 10:04schon das Internet, da war das weniger ein Problem und habe dann das Programm geschrieben,
- 10:11dann die Motoransteuerung, was ziemlich simpel war und konnte so dann halt mit einfachen Antennen,
- 10:19mit Helix-Antennen und einem Funkempfänger, weil ich damals auch schon meine Amateurfunk-Lizenz,
- 10:24die allerkleinste, gemacht hatte, weil mich einfach nur die hohen Frequenzen interessiert haben und
- 10:29nicht die ganzen langen Frequenzen, um halt einmal um den Planeten herum zu funken.
- 10:36Was interessierte mich, dass ich wollte kurz, kurz, kurz, ultra kurz und mega, mega, ultra,
- 10:41ultra kurze Welle machen, damit ich halt mit Satelliten kommunizieren kann oder so.
- 10:50Ja, das habe ich damals programmiert und es hat Spaß gemacht, einfach so diese höhere Mathematik,
- 11:00die man dafür brauchte für die Bahnberechnung mit den Kepler-Elementen, wo dann auch Verzögerungen
- 11:07drin sind. Ich habe dann, ein, zwei Jahre später, habe ich dann aufgerüstet gehabt auf einen DX40,
- 11:16Das war dann halt ein vollwertiger 32-Bit-Prozessor, weil der SX war immer so ein Abgespeckter.
- 11:23Das war zwar ein 32-Bit-Befehlssatz, aber die Kommunikation mit dem Meme-Board war alles
- 11:31auf 16-Bit und hatte dann einen vollwertigen 32-Bit-Rechner, also 32-Bit-Speicherkommunikation
- 11:40und die anderen Peripherien außerhalb den Steckkarten, weil das war alles nur auf 16-Bit.
- 11:44Und habe dann festgestellt, dass selbst der Prozessor, der ja schon so gut doppelt so schnell
- 11:54war wie den Prozessor, den ich davor hatte, nicht ganz ausreichte, weil der konnte etwas
- 12:04ganz entscheidendes nicht. Der kann nur die vier Grundrechenarten richtig gut. Jetzt kommt
- 12:10eine kleine Exkursion. Ein normaler Prozessor kann nur Addition. Jetzt gibt es ein paar Tricks,
- 12:16zum Beispiel mit den mit den kleinstmöglichsten, wenn man das dann hinzu zählt, kann man eine,
- 12:24was ist das denn nochmal, eine Subtration durchführen. Das ist nämlich mit den einer
- 12:29Komplement und ich meine Multiplikation ist einfach nur, dass ich halt plus plus plus plus rechne,
- 12:38also eine Addition und eine Division ist ja halt nur, dass man schaut, wie oft passt etwas in eine Zahl.
- 12:44Also ist es dann im Endeffekt eine komplexere Subtration.
- 12:49Und weil der quasi nur addieren kann, gut, und halt über den Trick mit dem einen Komplement die Subtration
- 12:59und dann halt die anderen, ist der ein bisschen langsamer.
- 13:02Und die ganzen höheren Funktionen muss der halt immer rumtricksen.
- 13:07Davon kriegst du nichts mit, weil der kann das einfach. Das ist in dem Code drin und da sind
- 13:14die Anweisungen, die Algorithmen, aber es gibt eine Abhilfe. Es gibt diesen mathematischen
- 13:20Coprocessor. Das ist dann kein 386, sondern ein 387er und den habe ich mir dann mal geholt.
- 13:28Den gab es dann von irgendeinem günstigen Anbieter, ich glaube von Zyrex oder so,
- 13:34oder wie sie sich damals geschrieben haben. Und den habe ich dann eingebaut und siehe da,
- 13:40in mathematischen Anwendungen war das Ding auf einmal eine Rakete. Weil,
- 13:45wenn ich vorhin gegangen bin und ich habe Mandelbrot gemacht, was halt 300 mal,
- 13:52320 mal 240 Pixel war, da hat das Ding schon mal gerne einen Tag dran gerechnet. Danach war das
- 14:01ungefähr zehn Minuten durch. Da kann man sich mal vorstellen, was dieser mathematische
- 14:07Coprocessor für eine fantastische Leistung gebracht hat. Ab den 486er gab es keine mathematischen
- 14:17Coprocessor, weil der quasi schon im Prozessor mit integriert war. Außer bei den wenigen 486er SX,
- 14:26die gab es eine ganz kurze Zeit. Da war das nicht der Fall. Ja, also ihr seht, ich war damals voll
- 14:36in der Materie drin. Ich glaube, in dem Jahr habe ich dann mir auch mein erstes CD-ROM-Laufwerk
- 14:44geholt. Das war ein Einfachgeschwindigkeit, ein Single Speed, also mit 150 KB/s. Es gab
- 14:54auch schon Double Speed mit 300 Kilobyte pro Sekunde, aber die waren, das war ungefähr dreimal
- 15:02so teuer wie das einfache. Da habe ich mir das Ding geholt und war so was von happy, dass ich
- 15:06jetzt endlich CD-ROMs lesen kann. Juhu! Heureka! War das toll! Ich weiß nicht, wie oft ich in der
- 15:17zwischenzeit mein Windows, mein DOS, mein Windows installieren musste, weil ich da irgendwas kaputt
- 15:24gemacht hatte oder die Festplatte auf einmal so voll war, die so 107 Megabyte und irgendwann
- 15:35ist die mir auch abgeraucht. Dann musste ich mir eine neue holen und ich habe dann damals für 400
- 15:41mir eine 400 Megabyte Festplatte geholt. Also für einen Schüler in dem zarten Alter eine verdammt
- 15:50teure Investition. Ich habe zu dem Zeitpunkt sehr viel Kohle geschöpft, geschöpft. Ich habe sehr
- 15:56viel Brennholz bei meinen Großeltern gehackt. Ich habe mein Feuerwerksgeld für Silvester nicht in
- 16:06in Schwarzpulver investiert, sondern immer schön zur Seite gelegt, damit ich mir solche Spielereien
- 16:12halt dann leisten konnte.
- 16:13Kurz da drauf hatten sie dann beim Media Markt ein Angebot gehabt für eine Zaunplaster 16-Bit
- 16:23Zaunkarte.
- 16:24Das war die allererste.
- 16:25Und da habe ich dann mal angezahlt und habe sie dann zwei Monate später mir geholt.
- 16:31Anzahlung, damit der Preis nicht verfällt.
- 16:33Verstehe ich.
- 16:34und habe sie mir dann 200 Euro später geholt. Ich weiß nicht mehr wie teuer die war, aber das war die größte Ausbaustufe dieser Karte.
- 16:43Die hatte Controller gehabt, schon für mehrere CD-ROM-Laufwerke, hatte dann noch einen speziellen Verschlüsselungsschip drauf,
- 16:55drauf, damit man spezielle Codecs verwenden kann, um die Sounddatei-Größe einfach viel kleiner zu
- 17:04machen. Also man hat den 16-Bit aufgenommen und das Ding hat dann irgendwie in sechs oder so
- 17:10Bits gespeichert mit diesen mathematischen bla bla bla, ich weiß nicht mehr. Ja, ich denke die
- 17:19die wir damals jenseits der 300 Mark gekostet haben. Ja, dann hatte ich auf einmal ein fast
- 17:28Multimedia PC, weil zudem damals ein Multimedia PC laut Definition ein Double Speed CD-ROM-Log-Werk
- 17:35hatte. Und das war absolut wow. Bei der Soundkarte war ja auch eine Enzyklopädie dabei, zwar auf
- 17:47englisch, aber egal. Und das war so geil gewesen, dass man einmal kleine Filmchen so in Briefkarten,
- 17:52Postkarten, Briefmarkenformat, also Mäusekino gucken konnte und dazu auch noch einen tollen
- 17:59Ton hatte. Und die Spiele, wow! Ich hatte zu dem Zeitpunkt auch ein paar Spiele. Ich habe so
- 18:05Aufbau-Strategie-Spiele, so wie "Siedler". Das habe ich geliebt auf dem PC. Was war denn noch
- 18:13gewesen. Ja, dann ging das relativ schnell. Dann habe ich mein erstes Vierfachgeschwindigkeit
- 18:21CD-ROM-Laufwerk. Dann kam der erste 486er. Das war, glaube ich, ein DX480 oder 100. 100. Der
- 18:37schnellste 486er, den es dann gab. Zu dem Zeitpunkt gab es aber auch schon den Pensium und diesen
- 18:44komischen Skandal, den wir damals hatten mit dem Pensium. Weil der Pensium hat falsch gerechnet.
- 18:53Das war ein Ding. Das muss so 1994/95 gewesen sein. Ja, und dann ging das so ganz schnell.
- 19:10Ich habe zwar dann nicht mehr so oft die Hardware gewechselt, aber immer wieder. Irgendwann mal kam
- 19:24mal dann halt ein guter Laserdrucker, nicht kleinen Laserdrucker, Tintenstrahldrucker,
- 19:29wie damals jeder hatte, von HP. Dann kam von Mostec ein Flachbett-Scanner, aber nicht so
- 19:36moderner Scheiß wie heute, der halt einmal durchscannt und dann die Farbe hat. Nein,
- 19:41der musste dreimal durchgehen, damit man ein Farbbild hatte. Das dauerte dann alles halt
- 19:47dreimal so lange, als wenn man nur ein schwarz-weiß scannen würde. Da musste man sich dann auch noch
- 19:56mit SCSI beschäftigen, also SCSI, so etwas, was man nur so von Großcomputer kannte und was ganz
- 20:05magisches war, weil da konnte man ja auch bis zu sieben Geräte und in späteren
- 20:11Versionen bis zu 14 Geräte anschließen und das war schon wow.
- 20:18Also ich hatte eine SCSI-Karte in meinem Rechner drin. Ich konnte zwar nichts, aber
- 20:23toll. Dann habe ich später bei Conrad eine bessere SCSI-Karte gesehen gehabt,
- 20:30so eine 1505 oder was das war oder 15010 von Adaptec und die war ganz günstig. Da habe ich
- 20:38die mir geholt und damit ging das Ding noch besser und dann konnte ich endlich auch mal ein paar andere
- 20:44Geräte mit anschließen. Jetzt war das nur so gewesen, die ganzen SCSI Klamotten waren alle
- 20:48scheiße teuer. Also habe ich mir da eigentlich nie was geholt. Ich hatte aber die Möglichkeit,
- 20:56das anzuschließen. Toll. Dann irgendwann mal purzelte ein Modem rein, so 2400 Kb,
- 21:05oder Baud sagt man damals. Das war so langsam, man konnte quasi den Bild Zeile für Zeile zuschauen,
- 21:16wenn es sich so aufbaute. Oder wenn man sich mit einer Mailbox verbunden hatte, konnte man
- 21:21wie in einem Film zu sehen, wenn sich die Zeilen so aufbauen. Ganz witzig. Dann hatte ich dann
- 21:32irgendwann mal ein doppelt so schnelles, das war schon schneller. Und dann hatte ich kurz
- 21:40darauf auch schon mein erstes internes 14.400 KB. Das war dann ungefähr so, dass man damit
- 21:49arbeiten konnte. Dann hatte ich jedenfalls mal ein 28-Achter, das war natürlich noch schneller. Und
- 21:57dann kam mein erstes 56K Modem. Ich glaube 56800 oder so. Das war wirklich schnell. Jeder, der halt
- 22:12damals einen Modem hatte, wird sich an diesen fantastischen Ton, wenn man sich da einwählt,
- 22:15Jeder kennt das, der damals was mit der Hand in Fernübertragung gemacht hat. Damals hatte ich
- 22:28auch schon einen Zugang zum Internet, halt über BTX von der Telekom. Weil mein Eltern es irgendwann
- 22:40mal auf den Sender gingen, das am Wochenende ständig abends die Leitung belegt war, habe
- 22:45ich dann irgendwann mal meinen zweiten eigenen Telefonanschluss bekommen, wo ich dann halt eine
- 22:52gewisse Stundenanzahl im Monat ins Internet durfte oder auf Mailboxen und dann kam endlich das große
- 23:04DSL. Fantastisch. Ein Megabit pro Sekunde im Download und ich glaube irgendwie so 100 um 119
- 23:16oder so 120 im Upload. Und dazu auch noch eine echte Flatrate. Das war toll. Nie mehr drauf
- 23:26achten, wie teuer alles ist. Und da sind wir auch schon irgendwie fast in den 2000ern. Also man sieht,
- 23:35dass ich damals echt eine steile Entwicklung gemacht habe und ich habe da so viele spannende
- 23:43Sachen entdeckt. Heute ist das so, das hat alles so an Faszination verloren. Für mich ist halt ein
- 23:54Computer und Werkzeug. Diese Diskussion, ob das jetzt ein Mac ist oder ein Windows oder eine
- 24:02Linux-Maschine, das ist egal. Für mich ist ein Computer ein Werkzeug. Der muss funktionieren und
- 24:07halbwegs modern sein. Ich muss ins Internet können und ich muss Programme installieren können,
- 24:15also aus dem Internet. Dann kann ich mir meine Arbeitsumgebung einrichten und dann kann ich
- 24:20damit programmieren, meine Texte schreiben, Videos schneiden, die Podcast bearbeiten und so weiter.
- 24:28Da ist mir die Architektur schnurzpiepegal. Da geht es halt nur darum, dass ich dann das
- 24:37Werkzeug habe. Und das ist so eine Erkenntnis, die ich halt in den letzten Jahren bekommen habe. Es
- 24:45ist alles viel langweiliger geworden, außer man hat RGB. Wir wissen alle, ein Computer mit RGB
- 24:52bringt immer mehr Bilder pro Sekunde, FPS. Das sind immer 10 bis 20 mehr. Nee, mal im Ernst,
- 25:00das ist alles heute so kompaktibel und so wenig mit Fehler behaftet. Du hattest früher in den
- 25:11Computer drinnen eine Schnittstellenkarte. Da war im Idealfall der Controller drauf für das
- 25:18Diskettenlaufwerk, also für die zwei möglichen Diskettenlaufwerke. Dann war da ein Controller
- 25:23drauf für die Festplatte, für zwei. Später gab es dann welche, wo man vier Festplatten
- 25:31anschließen konnte. Immer ein Master und immer ein Slave. Und das musste man auch bei den Festplatten
- 25:39einstellen. Dann gab es eine Controllerkarte, wenn nicht alles zusammen auf einer drauf war,
- 25:49für die seriellen Schnittstelle, für eins und zwei und für den Parallelport. Das gab es manchmal
- 25:59alles einzeln oder kombiniert oder groß kombiniert. Dann hießen das so Multi-IO-Karten, wo dann halt
- 26:07alle wichtigen Ein- und Ausgänge drauf waren. Auf dem Meme-Bot war meistenteils nur der Stecker
- 26:14für die Tastatur. Eine Maus musste man extra an den seriellen Anschluss dran stecken und das war
- 26:22meistenteils der 9-polige Pin, so dass der 25-polige Pin frei blieb für Molem oder für ein anderes
- 26:29Ja, es war einfach spannend. Ich habe ausgelassen den Sprung von der 56k Modem zu DSL. Da gab es
- 26:46noch ein paar Jahre ISDN, wo man mit Kanalbündelung 128 Kbit/s hatte. Das musste man ja auch eine Karte
- 26:57für reinstecken, die musste man konfigurieren, bis das funktionierte. Und man musste eine
- 27:06Netzwerkkarte reinstecken, damit man DSL nutzen konnte. Das kann sich ja auch heute keiner mehr
- 27:12vorstellen. Es ist heutzutage alles hinten an der Blende dran, an den I/O-Shield. Da hast du die
- 27:20Eingänge für eine Tastatur oder halt nur USB. Also manchmal sind da auch PS/2-Anschlüsse da,
- 27:27aber es ist schon obsolet. Aber du hast halt die USB-Anschlüsse, dann hast du die Anschlüsse für
- 27:33Audio, dann Anschlüsse für mindestens ein Netzwerkgerät, um bessere Mainboards, haben
- 27:38wir zwei Netzwerkgeräte, dann noch gegebenenfalls ein Monitoranschluss, wenn der Prozessor nämlich
- 27:45noch eine Grafikeinheit hat, so dass du eigentlich im Idealfall gar keine Erweiterungskarten mehr im
- 27:53Rechner drin hast, sondern du hast den Arbeitsspeicher drin stecken und du hast halt
- 27:58deine eine Festplatte in Form einer MVE-SSD. Wenn man sich überlegt, was wir früher als
- 28:13einstellen mussten, es mussten IACUs verteilt werden, da durften keine Konflikte sein im
- 28:19Adressbereich. Soundkarten liefen immer standardmäßig auf 220. Dann IAQ 7. Das hatte aber
- 28:31ein Problem gehabt, weil standardmäßig der IAQ 7 auch für die Druckerport verwendet wurde. Dann hast
- 28:37du den Druckerport auf IAQ 5 gepackt, weil die meisten Programme, die halt die Soundkarte genutzt
- 28:45haben eigentlich als Standard den IRQ7 verwendet. Und so musstest du immer deine Konfiguration im
- 28:53Blick behalten. Ich hatte auch vergessen zu erwähnen, diese Speichererweiterung damals
- 28:58mit den SIM-Modulen. Dann ist ein Werk in Taiwan abgebrannt, auf einmal waren Speichermodule Gold
- 29:07wert, da sind die preise explodiert. Du hast für ein 4 megabyte modul auf einmal 400-500 euro auf
- 29:17dem d-mark bezahlt und wofür du vorher ein hunderter vielleicht bezahlt hast. Also wurden solche
- 29:23speichermengen unglaublich teuer und ich hatte mir dann auf dem gebrauchtmarkt mehr mal 4 megabyte
- 29:31zusammengekauft und habe die dann halt in meinen Rechner reingetan. Ich hatte aber vor,
- 29:38wie gesagt, 2x4 Speichermodule a 256 KB, also 2x1 MB. So habe ich dann halt 5 MB Arbeitsspeicher
- 29:53gehabt und hatte dann den Vorteil, dass ich alle Treiber und so weiter in 1 MB reinpacken konnte
- 29:59und hatte dann immer noch 4 MB frei für Anwendung, was ein unglaublicher Geschwindigkeitsvorteil war
- 30:06gegenüber denjenigen, die nur 4 MB hatten, weil die hatten ja im Endeffekt nur gerade mal 3 MB zur Verfügung.
- 30:15Und es war immer eine Konfiguration, man musste sich total viel damit beschäftigen.
- 30:22Und heute ist das tatsächlich so, ich habe diesen Rechner, den ich jetzt verwende,
- 30:27wann kam der 13.900 von Intel raus? Also kurz darauf habe ich den gekauft mit Mainboard,
- 30:40Arbeitsspeicher und SSD und dazu eine Grafikkarte und war seitdem quasi nie
- 30:47wieder dran, außer dass ich dann mal die Wärmeleitpaste mal überprüft habe. Ich muss da
- 30:55nichts einstellen, das ist alles so automatisiert und das ist krass, das ist so Mac-mäßig, so Mac-User-mäßig.
- 31:07Ja, damit muss ich mich nicht beschäftigen, das macht mein Operationssystem, mein Mac OS.
- 31:13Und wie gesagt, das hat früher so viel Spaß gemacht, sich damit zu beschäftigen und Sachen
- 31:20auszuprobieren. Heute kann man auch noch einen Parallelport nachrüsten, dass man halt acht
- 31:29digitale Ein- und Ausgänge hat, entweder per USB oder halt als Steckkarte. Und wenn ich überlege,
- 31:36dass ich meine erste computergesteuerte Ampelanlage so gebaut habe, dass ich an einem Computer einen
- 31:44Stecker drin gesteckt habe, wo ein langes Kabel dran war. Das ging auf eine Platine und von dort
- 31:49aus auf die nachgebaute Straße mit Ampel. Ich habe dann Programm laufen lassen, was dann optisch
- 31:58dann auch angezeigt hatte, welche Lichter jetzt gehen und wie die Schaltung ist, die Taktung ist
- 32:03eine Schaltung ist und so konnte man dann halt die Ampel sehen. Und weil dann auch eine
- 32:13zwei Richtungskommunikation ist, konnte man ja auch hingehen, dass man jetzt halt als Fußgänger
- 32:22Knopf drückt, dass dann halt das Fuß rot wird, dass man halt über die Straße gehen kann. Und das können
- 32:31heutige Kits nicht mehr. Dafür haben die komplett andere Möglichkeiten mit den ganzen Mikrokontrollern.
- 32:38Ich weiß noch, wo damals im Computer Club, damals auf dem WDR, noch so der erste
- 32:44Mikrokontroller als Bausatz so angeboten wurde. Bei Conrad war das, ich weiß gar nicht mehr,
- 32:54wie das Ding hieß. Das Ding hatte wirklich ganz wenige Ein- und Ausgänge und konnte total wenig.
- 33:00war aber im Endeffekt in Basic und in einer Block-basierten, also einer optischen Programmiersprache zu programmieren.
- 33:15Und das habe ich mir geholt gehabt und hatte damit auch rumexperimentiert und das war toll gewesen.
- 33:20Aber wenn ich heute überlege, was man mit einem Raspberry Pi oder mit einem Androido oder auch anderen Mikrocontrollern machen kann,
- 33:29dass man da so kleine Bastelprojekte durchführt und die schnell programmieren kann,
- 33:36man unbegrenztes Wissen im Internet hat oder auch sich mit Chat-GBT helfen lassen kann,
- 33:44wenn man Probleme hat, den Code anzupassen.
- 33:47Das war alles damals, was ich selber lernen musste mit meinem Kumpel,
- 33:53indem wir tagelang irgendwelche Listings aus Büchern und Zeitungen abgetippt haben
- 33:59um zu verstehen, wie dieser Code funktioniert.
- 34:02Das war eine komplett andere, wilde Zeit.
- 34:07Und ich bin so dankbar, dass ich quasi in dieser Zwischengeneration,
- 34:14darüber habe ich ja auch schon mal eine Abschweifung gemacht,
- 34:16bin, die 77 bis 81, 82 ist,
- 34:21die quasi eine analoge Kindheit hatte
- 34:25und eine digitale Jugend.
- 34:27Und bei mir war das so gewesen, ich bin 1977 geboren, mein Vater hatte relativ schnell halt
- 34:35damals den Schneiderrechner in die Handfamilie geschaffen und ich war so fasziniert von dem
- 34:42Gerät und wie ich dann im Handbuch – damals gab es noch Handbücher, wo die Schaltungen erklärt
- 34:48wurden und wo man ableiten konnte, wie das funktioniert – dass ich dann halt angefangen
- 34:56habe mich mit Programmieren auseinanderzusetzen und verstanden und verstehen wollte und später
- 35:01auch verstanden habe, wie das funktioniert und wie ich etwas machen kann, dass ich bis heute davon
- 35:08noch total fasziniert bin. Heute ist das auf einem komplett anderen Level und Niveau und die Jugend
- 35:14hatte noch nie so viele Möglichkeiten gehabt, fantastisch da einzusteigen. Und was sehe ich?
- 35:21Die sitzen alle vor ihren Handys, Tablets oder Laptops und konsumieren zum größten Teil fix
- 35:30und fertige Programme und machen was damit. Natürlich machen einige Leute damit total
- 35:34geilen Scheiß. Die sind super kreativ. Ich meine, das waren wir damals auch. Aber wenn ich überlege,
- 35:41wenn ich diese Möglichkeiten, die die heute haben, ich damals gehabt hätte in Anfang der 90ern,
- 35:49Ey, das wäre so ein Brainfuck gewesen. Ich weiß noch, wie ich keinen Computer mit hatte,
- 35:55aber die halbe Erwachsenenabteilung mir in den Urlauben, die wir in der Nordsee gemacht haben,
- 36:02immer mitgenommen habe. Also Programmieren, Elektronik und dass ich das alles theoretisch
- 36:08da durchgegangen bin, mir Notizen gemacht habe, dann halt, wenn ich dann wieder zu Hause war,
- 36:15das nächste Buch ausgeliehen habe und weiter dran und quasi erstmal alles theoretisch mir
- 36:22erarbeitet habe. Ja, das war geil und ich glaube das hat dazu geführt, dass ich der Mensch bin,
- 36:30den ich heute bin, weil ich mir damals so viel erarbeiten musste. Aber trotzdem beneide ich die
- 36:36jungen Leute heute und das sage ich manchmal in 48 Jahren für diese fantastischen Möglichkeiten,
- 36:41die sie haben. Manche machen das ja auch, nutzen das und setzen tolle Sachen um. Andere leben,
- 36:47erarbeiten sich super tolle kreative Sachen mit den Möglichkeiten, die sie haben. Und dass ich
- 36:56stellenweise doch manchmal ein bisschen neidisch bin auf die jungen Leute heute, aber trotzdem diese
- 37:01geile Zeit mit diesen Aha-Momenten und das tiefe Verständnis dafür, wie ein Computer funktioniert,
- 37:11Wie kommuniziert ein Prozessor mit seinen Arbeitsspeicher und mit der Peripherie?
- 37:17Das müssen die heute ja echt nicht mal wissen, weil der Mikrokontroller, da ist alles drin und
- 37:27da haben sie das. Aber ich bin jetzt fertig mit meiner Abschweifung, das sind ja schon wieder 37
- 37:35Minuten. Ich bedanke mich für euer Geduld und fürs Zuhören. Vielleicht könnt ihr verstehen,
- 37:42warum ich so für dieses Thema brenne. Und selbst wenn ich geisteswissenschaftlich später studiert
- 37:49habe, ich immer noch, heutzutage noch, in tiefstem meines Herzen ein Nerd bin und mich super gerne
- 37:58mit ganz extremen technischen Themen beschäftige, genauso wie ich halt gerne über einen schönen
- 38:10Sonnenaufgang oder ein perfekt gekochtes Frühstückseil philosophieren kann. Tschüss, euer Sascha.
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