Latest / Ab ins Bett - Die tägliche Gute-Nacht-Geschichte / #2192 Petra und zwei Gäste im Mondlicht
Transcript
- <article> <h1>Petra und zwei Gäste im Mondlicht – Folge 2192</h1> <h2>Begrüßung</h2> <p>Hier ist euer Lieblingspodcast. Hier ist Ab ins Bett. Ich bin Marco. Ich begrüße euch heute Abend zur 2192. Gute-Nacht-Geschichte. Und das ist wieder eine besondere Gute-Nacht-Geschichte, denn die ist wirklich passiert. Unsere Titelheldin heute Abend heißt Petra. Und sie hat heute Nacht zwei Gäste zu Besuch, ziemlich überraschend. Und genau das, was Petra passiert ist, das ist mir gestern Abend passiert.</p> <p>Also, es ist eine wahre Geschichte. Ich erzähle sie euch nur aus der Sicht von Petra. Aber sie ist wirklich passiert. Seid gespannt und macht euch bereit zum Räkeln und Strecken. Nehmt die Arme und die Beine, die Hände und die Füße, und räkelt und streckt alles so weit weg vom Körper, wie es nur geht. Macht euch ganz, ganz lang. Spannt jeden Muskel im Körper an.</p> <p>Und wenn ihr das gemacht habt, dann lasst euch ins Bett hineinplumpsen und sucht euch eine ganz bequeme Position. Und heute Abend, da bin ich mir sicher, findet ihr die bequemste Position, die es überhaupt bei euch im Bett gibt. Hier ist die 2192. Gute-Nacht-Geschichte für Donnerstagabend, den 27. August. Petra und zwei Gäste im Mondlicht.</p> <h2>Die Geschichte</h2> <p>Petra ist ein ganz normales Mädchen. Es ist ein ganz normaler Tag, es könnte sogar heute sein. Draußen scheint der Mond groß über den Dächern, und sein Licht fällt durch das offene Fenster direkt auf Petras Bett. Draußen ist es nicht kalt, deswegen hat Petra das Fenster ganz weit geöffnet, so wie fast jeden Abend im Sommer. Ein leichter Wind weht herein, die Vorhänge neben dem Fenster flattern leicht im Wind.</p> <p>Sie liest ihr Lieblingsbuch. Sie blättert in den Seiten umher, bis sie bei ihrer Lieblingsgeschichte ist. Schon zum dritten Mal liest sie sie, und dann wird sie müde und ihre Augen werden schwer. Neben ihr steht ein Glas Wasser, das sie sich für die Nacht hingestellt hat. Von draußen hört sie die Grillen zirpen. Petra kennt das Geräusch.</p> <p>Sie zieht die Bettdecke über ihre Hüften und macht es sich bequem. Das Buch stützt sie auf ihre angezogenen Knie. Sie blättert um und hört ein Geräusch. Seltsam, es klingt wie ein Flattern, wie ein Blatt Papier, das im Wind hin und her schlägt. Petra lauscht. Wo kommt das Geräusch her? Es kommt wieder, es kommt näher. Dann verschwindet es wieder, und dann kommt es zurück.</p> <p>Petra blättert weiter. Sie versucht, sich auf ihre Geschichte zu konzentrieren, da hört sie das Geräusch wieder, gleich doppelt, zwei Geräusche gleichzeitig, einmal links, einmal oben, ganz in der Nähe ihres Bettes. Petra hebt den Blick vom Buch. Sie schaut sich um, und dann sieht sie zwei kleine dunkle Schatten. Sie fliegen knapp unter der Zimmerdecke und ziehen dort ihre Kreise. Ihr Herz macht einen Sprung. Sie zieht die Bettdecke hoch und rutscht ein Stück tiefer ins Kissen.</p> <p>Petra presst die Lippen zusammen. Sie beobachtet, was in ihrem Zimmer vor sich geht. Fledermäuse, denkt sie. Es sind Fledermäuse, gleich zwei. Und sie sind durch das offene Fenster hereingeflogen. Das Licht hat sie wahrscheinlich angezogen, und jetzt wissen sie nicht mehr, wie es hinausgeht.</p> <p>Eine ganze Weile bleibt sie noch so liegen und beobachtet die Tiere. Der erste Schreck legt sich langsam. Die Fledermäuse scheinen sie gar nicht zu bemerken. Im Gegenteil, sie wirken verzweifelt, sie wollen raus, aber sie finden das Fenster nicht mehr.</p> <p>Petra beobachtet die Tiere weiter und merkt, dass sie hilflos sind. Also schiebt sie die Decke ein Stück beiseite und schaut genauer hin. Sie runzelt die Stirn. Dann erinnert sie sich an etwas, das sie vor langer Zeit einmal in einem Buch gelesen hat: Fledermäuse sehen mit den Ohren, nicht mit den Augen, und helles Licht bringt sie durcheinander, das weiß sie noch.</p> <p>Vorsichtig streckt sie also ihre Hand aus, der Arm reicht hinüber zum Knopf der Leselampe. Sie schaltet sie aus. Im Zimmer wird es dunkel, nur das Mondlicht bleibt. Ihr Herz klopft schneller. Die beiden Fledermäuse fliegen noch eine Runde, aber mittlerweile ruhiger, nicht mehr im Zickzack. Petra bleibt vollkommen still liegen, sie verfolgt die beiden Schatten mit den Augen.</p> <p>Eine der Fledermäuse fliegt in Richtung Fenster. Sie dreht eine Schleife, fliegt zurück, dann wieder Richtung Fenster. Petra drückt ganz fest die Daumen, und mit einem letzten Flügelschlag verschwindet die Fledermaus durch das Fenster. Petra atmet aus. Eine hat es geschafft. Sie schaut zur zweiten. Die kreist immer noch und dreht ihre Runden. Dann aber findet auch diese Fledermaus den Weg zum Fenster und gleitet hinaus in die dunkelblaue Nacht.</p> <p>Jetzt ist es ganz still im Zimmer von Petra. In der Ferne hört sie den Nachbarshund bellen. Petra setzt sich noch einmal im Bett auf und schaut hinaus. Gute Nacht, Fledermäuse, ruft sie leise hinaus. Ein letzter Blick aus dem Fenster: Sie sieht zwei Schatten im Mondlicht. Sicher haben die Fledermäuse jetzt eine tolle Nacht.</p> <p>Als sie sich wieder hinlegt, ist die Bettdecke noch schön kuschelig warm. Jetzt ist es Zeit zum Einschlafen. Draußen zirpen die Grillen weiter, und der Vorhang bewegt sich im Wind.</p> <h2>Abschluss</h2> <p>Petra weiß genau, wie du: Jeder Traum kann in Erfüllung gehen, du musst nur ganz fest daran glauben. Und jetzt heißt es: Ab ins Bett, träumt was Schönes. Bis morgen ab 18 Uhr auf abinsbett.net. Gute Nacht.</p> </article>