Latest / Im Bett mit Buch / Bücher übers Schreiben
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- 0:01Liebe Monique, Ich wünsche dir einen zauberhaften guten Tag.
- 0:06Danke, lieber Kurt und Tag. Ich kann mich jedes Mal über
- 0:10deinen Tag freuen und natürlich auch ein fröhliches guten
- 0:13Morgen, guten Tag, guten Abend und gute Nacht, Werte
- 0:16Zuhörerschaft und Willkommen zu einer neuen Folge unseres
- 0:19Podcasts im Bett mit Buch und heute reden wir über Bücher.
- 0:28Ja. Das ist überraschend und ich
- 0:30weiß, endlich reden wir mal über Bücher.
- 0:35Das passiert ja sonst viel, viel, viel zu selten.
- 0:37Aber seid nicht enttäuscht, liebe Zuhörer.
- 0:40Natürlich werden wir uns, bevor wir über Bücher reden, wie immer
- 0:43erst mal um Kopf und Kragen reden, das kriegen wir nämlich
- 0:46ganz gut hin und, liebe Monique, Es ist jetzt in dem Moment, wo
- 0:52ihr liebe Zuhörer diesen Podcast hört, Mitte März, das heißt, der
- 0:57Frühling hat begonnen. Findest du, dass unser Thema
- 1:00besonders frühlingshaft ist diesmal?
- 1:04Also da dieses Thema, das wir heute haben, eines meiner
- 1:07allerliebsten Themen überhaupt, das finde ich ja, es ist
- 1:09frühlingshaft, es wäre auch sommerhaft, es wäre perfekt für
- 1:12den Herbst. Es wäre ein Trost im dunklen
- 1:15Winter, ja. Es ist toll, das ist ein
- 1:18Allwetterthema sozusagen. Das ist richtig.
- 1:23Dieses Mal ist ein Thema dran, auf das Monique schon lange
- 1:28gedrungen hat und auch zurecht. Es ist ein spannendes Thema und
- 1:33vor allen Dingen für mich ein sehr angenehmes Thema, denn
- 1:36normalerweise komme ich ja mit immer so einem vollgepackten
- 1:40Sackerl voller Bücher daher und dieses Mal darf ich mich eher
- 1:44eigentlich n bisschen zurücklehnen und mich
- 1:45entspannen. Und Monique einfach mal die
- 1:48Hauptarbeit. Wieviel, wie viele Bücher hast
- 1:50du dabei? Ich habe anderthalb dabei.
- 1:52Ich hab mehr, ich muss mal sagen, ich hab mehr.
- 1:58Selbst wenn du jetzt noch 1 rausholst kann ich nur noch
- 1:59sagen ich hab. Immer noch mehr.
- 2:00Das finde ich total. Das finde ich total großartig.
- 2:03Ich bin richtig beruhigt, genau, es ist, es ist ein Thema, was
- 2:10ich. Das ist lustig.
- 2:11Also das ist es liegt dir, als in diesem Falle gar nicht
- 2:15leserin, sondern ich glaube eher als Autorin liegt dir dieses
- 2:19Thema näher, denn ich bin mal in mich gegangen und habe überlegt,
- 2:22stimmt es ist, ich mache mir gar nicht so viele Gedanken darüber,
- 2:26was Autoren machen oder was man tun muss, um sozusagen das
- 2:30hinzubekommen, was man möchte. Ich bin ja einfach nur der
- 2:33Konsument und du gehst natürlich ganz anders.
- 2:38An das Thema ran, was wir besprechen wollen, sollen wir
- 2:41eigentlich ja wie für das Thema wir.
- 2:43Können das verraten oder Bücher übers Schreiben?
- 2:48Toll, oder? Also ich find es total
- 2:51faszinierend, denn also ich bin wirklich ziemlich unbeleckt in
- 2:54diesem Thema, weil wie gesagt. Glaub ich denen ja nicht.
- 2:57Ich glaube, ganz viele Bücher, die man liest.
- 3:00Autoren schreiben immer in ihren Büchern auch irgendwie übers
- 3:03Schreiben. Das ist genau auf den Gedanken
- 3:05bin ich auch gekommen, also ich glaube auch jeder zweite John
- 3:08Irving, da sind wir wieder bei John Irving, Stephen King, also
- 3:11ich glaube, alle Autoren, die wir gerne mögen und auch
- 3:14Autoren, die wir nicht gerne mögen, alle schreiben immer
- 3:16übers Schreiben, es ist klar, aber Bücher, die wirklich ganz.
- 3:20Explizit vom Schreiben handeln und jetzt nicht unbedingt
- 3:24Poetikvorlesungen der Uni Tübingen sind oder so.
- 3:27Es gibt. Ja, auch du hast die Poetik
- 3:29Vorlesung der Uni Tübingen gelesen, weil da gibt es ja ein
- 3:32Band von Carlo Knauske. Aber.
- 3:35Um das in diesem Podcast auch einmal erwähnt zu.
- 3:37Haben sehr sehr sehr gut und das sind ja aber natürlich, das ist
- 3:41etwas, was ich tatsächlich, muss ich zugeben, gar nicht lese
- 3:44diese poetikvorlesungen, ich bin ja wie gesagt, eher wirklich ein
- 3:48Mensch fürs fiktionale und nicht für die Essayistik.
- 3:52Wie sieht es bei dir aus, bist du Essay Leserin?
- 3:55Das ist unterschiedlich. Also bei den Büchern, die ich
- 3:57dabei habe, sind sowohl Romane dabei als eben auch.
- 4:03Ja, Bücher, die die dann weiß ich nicht irgendwie jetzt memoir
- 4:06vielleicht irgendwie deklariert werden könnten, aber ich hab ja
- 4:10jetzt wirklich bewusst auch keine Essays mitgebracht.
- 4:12Ich lese auch Essays, aber ich lese die nicht mit der gleichen
- 4:16Leidenschaft wie wie Fiktion muss ich, muss ich sagen.
- 4:20Das kann ich sehr gut verstehen. Ich lese sie gar nicht erst.
- 4:25Da brauche ich meine Emotionen überhaupt nicht zu verteilen.
- 4:30Und dennoch ist es ein spannendes Thema, insbesondere
- 4:34wirklich natürlich auch für uns Leserschaft, denn wir erfreuen
- 4:38uns ja eigentlich tagtäglich an hervorragend geschriebenen
- 4:41Büchern, ärgern uns über schlecht geschriebene Bücher,
- 4:44fragen uns, warum ist das eine gut, das andere schlecht.
- 4:46Natürlich kommt man immer wieder auch auf die wichtige Arbeit des
- 4:49Lektorats. Also oder Menschen um die
- 4:52Autoren und Autorinnen herum, die einfach helfen, noch mal
- 4:56besser zu formulieren. Aber man macht sich selten
- 5:01darüber Gedanken, was Gutes Schreiben ausmacht, und ich
- 5:06denke, das ist bei anderen Kunstformen genauso, also man
- 5:11überlegt nicht lange, wenn einem was wirklich gut gefällt, dann
- 5:14geht man gar nicht länger darauf ein, wie es gemacht wurde, man
- 5:16nimmt es für gegeben hin, also es fallen einem Glaube ich eher.
- 5:20Schlecht geschriebene Bücher auf also, da kann man sich dann dran
- 5:23festhängen. Aber hast du bei deinen
- 5:26Recherchen feststellen, gibt es feststellen können, gibt es
- 5:31allgemeingültige Tipps, sagen wir mal fürs fürs Gute.
- 5:36Schreiben ich habe. Ich habe tatsächlich ein Paar
- 5:38dabei rausgesucht, weil die in einem Buch eine zentrale Rolle
- 5:41spielen. Ansonsten.
- 5:43Also ich finde, ich finde zum Beispiel nicht, aber das liegt
- 5:46vielleicht auch an meinem Blickwinkel.
- 5:48Das, was das Schreiben angeht, da genauso drauf geguckt wird
- 5:51wie in anderen Künsten. Also ich finde, in der Malerei
- 5:55wird sehr viel mehr über Technik gesprochen, als das in der
- 5:59Literatur der Fall ist. Oder vielleicht ist es auch nur
- 6:05mein Eindruck. Also ich wahrscheinlich also
- 6:08zumindest auch dieser übliche Vorbehalt in der Malerei, wenn
- 6:14einer sagt, das kann ich auch. Das passiert bei Musik und
- 6:17Literatur recht wenig. Übrigens, das ist ein muss, ich
- 6:21kurz, weil es so ein zauberhafter Cartoon ist.
- 6:23Man sieht einen Menschen vor einem Bild in einer Galerie, und
- 6:27der Mensch sagt natürlich, das kann ich auch, und auf dem Bild
- 6:30selber steht, kannst du nicht, aber das ist wird anders
- 6:36bewertet als bei Literatur. Also das ist dann wahrscheinlich
- 6:41das, was ich meinte mit das ist meinem Blickwinkel, weil mir
- 6:43begegnet es irgendwie relativ häufig.
- 6:45Dass Menschen eher sagen, bezogen auf Literatur, ja, das
- 6:50kann ich ja auch, also gerade um um bestimmte Werke zu
- 6:55diskreditieren, um klarzumachen, das ist besonders einfach
- 6:58geschrieben, aber hasi ist da draußen, einfach schreiben ist.
- 7:01Gerade vermissen, das ist wirklich vermissen.
- 7:05Also was ist dann? Aber sag mal sagen wirklich
- 7:08Menschen, die vor einem alten Meister stehen, das kann ich
- 7:12auch. Also bei jedem Rembrandt kommt
- 7:14mir der Gedanke sofort, nee, in diesem Falle geht es glaube ich
- 7:17eher um um moderne Kunst oder um ne gegenstandslose Kunst.
- 7:23Um Jackson Pollock zum Beispiel. Na ja, oder oder so n so n, so n
- 7:29Mondrian oder also wo man denkt, ja oh Gott so n paar
- 7:32geometrische Formen kann ich auch in die Wand bringen,
- 7:35vielleicht wird das bei moderner Lyrik auch gemacht, dass man
- 7:37sagt, das sind doch einfach nur dahingeschriebene Gedanken.
- 7:40Genau also das. Das ist, es gab ja im im letzten
- 7:43Jahr ganz, ganz viele Diskussionen um eine sehr
- 7:47erfolgreiche junge Schriftstellerin in in
- 7:50Deutschland, die einen sehr tollen, super verständlichen
- 7:54Schreibstil hat, und da gab es so viel in den Kommentaren, dass
- 7:57Leute einfach behaupten, das kann ich ja selber, kann ich
- 7:59das, kann ich mir ja selber schreiben, das Buch unfassbar,
- 8:03wirklich unfassbar. Willst du uns verraten, um
- 8:05welche Autorin? Caroline Wahl.
- 8:08Finde ich auch, das fand ich ne sehr beeindruckende Diskussion.
- 8:12Also man muss sie ja gar nicht sympathisch finden.
- 8:15Ich fand aber die Art und Weise wie sie schreibt auch sehr, sehr
- 8:20sehr zugänglich. Es ist das was es ist.
- 8:22Sie hat aber auch nie behauptet, das wäre jetzt hohe Literatur,
- 8:27das ist einem anderen deutschen Autoren Tackes Würger ergeht das
- 8:31immer so, dass irgendwann die Völker uns beschlossen haben, er
- 8:33wäre Literatur. Und dann immer wieder enttäuscht
- 8:36sind und sagen, das ist doch gar keine Literatur und also das hab
- 8:38ich auch nie behauptet und Caroline Wahl finde ich toll,
- 8:42wie ehrlich sie in Ihren Ansagen auch ist, warum sie schreibt
- 8:46nämlich nicht, um Kunst zu machen.
- 8:49Ja, du hast recht, aber dieses das kann ich auch, ist schon
- 8:52eine eine sehr einfache Reduzierung.
- 8:56Das ist ne sehr einfache Reduzierung und wirklich, also
- 8:59mitreißend und einfach zu schreiben ist ne große Kunst,
- 9:02weil wenn es so viele könnten. Ey, dann würden wir nicht so
- 9:06viel Netflixen, sondern mehr lesen, also so gesamt
- 9:09gesellschaftlich betrachtet ne. Also ich sag mal jetzt so 22
- 9:12Bahnen von von Caroline Wahl, das kann man so wunderbar
- 9:15einarten das ist so ein tolles Buch, es ist so eine schöne
- 9:17Geschichte und dann kann man sie auch einfach wirklich wirklich
- 9:21lesen und und und ist erfüllt davon und was ist daran falsch,
- 9:25warum muss es überhaupt eine Diskussion geben?
- 9:27Ist das jetzt Literatur oder nicht?
- 9:29Ich habe mal ich hab mal von Stephen King etwas gelesen, der
- 9:34hat mit einer anderen Schriftstellerin, mit Amy Ten,
- 9:38die spielen zusammen in so einer Band, in der nur Schriftsteller
- 9:41Schriftstellerin sind, und die haben sich dann danach drüber
- 9:44unterhalten, wie das über Lesungen ist.
- 9:46Und wenn die Fans kommen und so n Amy ten ist ja auch wirklich
- 9:48super erfolgreich und dann haben die beiden drüber gesprochen,
- 9:52dass die Leute aber nie. Nach der Sprache fragen dass
- 9:56dass, weil sie, weil sie keine hohe Literatur sind, sondern nur
- 10:00Unterhaltung, dass die Leute nie fragen, wie machst du das?
- 10:03Und ehrlich gesagt, also ohne Können gibt es keine
- 10:07Unterhaltung, so Kunst darf. Auch unterhalten, aber wir
- 10:13wollten ja, wir wollten ja nicht.
- 10:14Aber du trötest ja da tatsächlich in in mein immer
- 10:17wieder reingetrötetes Horn. Das ist ja für mich das große
- 10:21Ärgernis an der insbesondere deutschen Literaturkritik, oder
- 10:26es ist jetzt auch nicht jede Literaturkritikerin und jeder
- 10:28Rezensent macht das, aber dieses Vorbehalt gegen
- 10:33Unterhaltsamkeit, das ärgert mich immer, und wir merken es
- 10:38also aus dem Laden heraus. Das sind halt natürlich die
- 10:42Bücher, die sich am besten verkaufen, die Erfolg haben.
- 10:45Also die Leute wollen nicht immer nur zum Nachdenken
- 10:48gezwungen werden, sondern sie würden gerne auch was
- 10:51mitreißendes, Unterhaltsames lesen und die große Kunst
- 10:54besteht nämlich darin, dass du am Ende des Buches trotzdem.
- 10:58Ganz tiefe Gedanken hast die immer wieder kommen und du hast
- 11:02gar nicht gemerkt, was für ein großes Thema du vielleicht
- 11:05gerade gelesen hast. Nur weil es einfach unterhaltsam
- 11:07geschrieben war. Und ich finde es ist eine große
- 11:09Kunst und eben kein Manko. Das das finde ich auch.
- 11:12Also ein Hoch auf alle, die gerne schreiben, die die
- 11:17Geschichten haben, die sie erzählen wollen, die sie
- 11:19schreiben wollen und das Ganze dann auch noch können.
- 11:21Ja, und gelesen werden wollen, gelesen werden wollen.
- 11:24Ja, das stimmt. Also man muss ja nicht gelesen
- 11:25werden wollen, das ist auch völlig in Ordnung.
- 11:27Also das. Aber aber gut für uns Leserinnen
- 11:32und Leser, dass es auch Autoren und Autorinnen gibt, die gelesen
- 11:35werden wollen. Hatte ich dir das mal erzählt,
- 11:37dass ich an der Uni hatte ich des Öfteren nicht Ärger, aber es
- 11:40wurde dann immer wieder angemahnt, von wenn ich meine
- 11:44Arbeiten geschrieben habe, dass diese Arbeiten zu
- 11:49feuilletonistisch wären, also zu unterhaltsam und ich immer nur
- 11:53dachte, ja, aber. Ich möchte doch auch, dass ihr
- 11:56Spaß daran habt, wenn ich diese diesen Müll schreibe.
- 11:59Es soll doch wenigstens irgendwie auch nett zu lesen
- 12:01sein, aber das war wahrscheinlich nicht erwünscht.
- 12:05Erstaunlicherweise. Wissenschaftliches Arbeiten.
- 12:09Ich habe ein paar Zitate mitgebracht über das Schreiben.
- 12:13So. Hau raus.
- 12:14Hau raus. Ja, also womit fange ich an?
- 12:16Ich glaube, ich habe das in einem der letzten Podcasts schon
- 12:18mal gehabt von dem. Ein wirklich wunderbares Zitat
- 12:22von Paul Auster wie ich finde, stories happen to people who
- 12:25able to tell them und das das das ist etwas was mich was mich
- 12:32tröstet, also man, es gibt ja so die verrücktesten Geschichten,
- 12:35die einem passieren. Nicht immer ist man
- 12:37gleichermaßen erfreut darüber, aber diese diese Sicht von Paul
- 12:44Auster das Ganze als etwas zu nehmen.
- 12:47Was, was Teil deiner Identität ist, was dich formt, was du
- 12:51formst, was irgendwo verarbeitet wird und deshalb eben auch
- 12:56wichtig ein Prozess ist, finde ich tatsächlich.
- 12:58Das stimmt, wobei ich da tatsächlich die Kritik anmerken
- 13:01möchte und jetzt gar nicht, weil es Paul Auster ist, denn er ist
- 13:04ja unbestreitbar ein kluger Mensch.
- 13:06Was passiert mit Menschen, die nicht in der Lage sind, diese
- 13:09Geschichten zu erzählen? Denen passieren keine
- 13:11Geschichten, also was wäre doch. Doch, doch, denen passieren auch
- 13:13Sachen, aber denen passieren keine Geschichten.
- 13:16Aber er ist ja auch gemein jetzt n Zitat auseinander zu nehmen.
- 13:19Also er würde n anderes Wort benutzen dann für.
- 13:22Vermutlich vermutlich würde ich, würde ich ja auch sagen, also
- 13:24kennst du das nicht, dass man so mit Freunden, Freundinnen
- 13:27zusammensitzt und man stellt fest.
- 13:29Meine Güte, also wenn ich anfange zu erzählen oder
- 13:32irgendjemand bestimmtes in dieser Gruppe, und es ist immer,
- 13:35es ist immer eine Story, selbst wenn es nur darum ging, mit wem
- 13:40man sich das Krankenhauszimmer geteilt hat, es macht immer Sinn
- 13:43und, und, und, das ist, glaube ich, der Punkt, den er meint.
- 13:45Das ist auch richtig, das ist. So, und es müssen ja gar nicht
- 13:48immer schreibende Menschen sein, das können ja einfach eben auch
- 13:50die Menschen, die wir ganz dringend brauchen, nämlich die
- 13:52begnadeten Geschichtenerzähler und Erzählerinnen sein, die wir
- 13:56abends an unserem Esstisch haben wollen.
- 13:58Und das, und das stimmt, das ist natürlich, ich meine auch da in
- 14:02der Hinsicht Zitate gelesen zu haben, dass Menschen Geschichten
- 14:08bekommen wollen. Also wenn du einen Inhalt
- 14:11verpacken willst oder also auch gerade in der Politik, ist das
- 14:14ja auch tatsächlich, du musst eine Geschichte erzählen können,
- 14:17wenn du Erfolg haben möchtest. Das kann natürlich sehr schnell
- 14:20auch zu Menschenfängerei führen, aber wir bleiben ja zum Glück.
- 14:23In der Literatur lass uns beim Schreiben.
- 14:25Bleiben also tatsächlich. Und nicht beim Politiker den
- 14:27Flug. Von Polo.
- 14:28Musste. Dann habe ich noch ein sehr
- 14:30schönes dabei, weil es sich schon mal viel, viel nachdenken
- 14:34musste, auch, also angeregt durch ein Buch, und zwar von
- 14:37Oskar Wild. Das Leben imitiert die Kunst
- 14:40weit mehr als die Kunst das Leben.
- 14:46Das Schöne ist, bei Oskar Wild muss man ja immer dazu wissen,
- 14:49dass er diese bonmons bonmons Bonmos, die er da immer, also in
- 14:54Hülle und Fülle rausgehauen hat, an jedem Abendessen nie spontan
- 14:58gemacht hat. Also Oskar Wild blieb wohl
- 15:00wirklich den gesamten Tag über einfach immer zu Hause und hat
- 15:03sich Bonmos überlegt und wie und wann er sie am besten platzieren
- 15:07kann, also das ist nämlich auch interessant, ne, also dass wenn
- 15:11du in einer Abendgesellschaft eine Geschichte erzählst.
- 15:15Einige können das spontan, andere überlegen vorher, wie sie
- 15:20diese Geschichte erzählen, damit sie auch besonders gut
- 15:22rüberkommt. Und also, das ist tatsächlich
- 15:25spannend, aber ich finde ja eigentlich alles, was Oskar wild
- 15:27sagt, ist per se schon mal richtig.
- 15:31Und also da da. Für mich hängt da so so ganz
- 15:34viel dran, ne, also es gibt ja schon diese Vorstellung, dass
- 15:37man sozusagen nur schreiben kann, was einem auch in
- 15:41irgendeiner Weise passiert ist. Das stimmt überhaupt nicht,
- 15:43finde ich. Find ich so, aber das da gelten
- 15:46vielleicht für unterschiedliche Menschen auch unterschiedliche
- 15:48Regeln und dass das Leben die Kunst imitiert.
- 15:52Hat ja die Ebene, dass wir natürlich Kunstfiguren
- 15:56nachstreben also sei es jetzt irgendwie im Stil, in der
- 15:58Kleidung, in einer in einer Ausdrucksweise oder sowas, aber
- 16:02eben auch das Leben an sich, denn es gibt Sachen, die
- 16:06schreibt man zuerst, und dann tauchen sie im Leben auf, und
- 16:09das ist wirklich das. Also ich weiß, das klingt
- 16:11irgendwie total eh so, aber aber so ist es, und das ist immer
- 16:15wieder. Erschreckend bist faszinierend,
- 16:19nicht umgedreht. Faszinierend bist erschreckend.
- 16:21Aber ich glaube, das ist gar nicht so eh so, sondern ich
- 16:24glaube, liegt es nicht viel mehr daran, dass wenn dein Augenmerk
- 16:29erst mal gerichtet wurde auf eine Situation oder auf eine
- 16:32bestimmte Verhaltensweise innerhalb der Literatur oder der
- 16:35Kunst, dass du dann überhaupt erst merkst, darauf zu achten.
- 16:40Das ist ja ja, und trotzdem kann, das kann das Ausmaß
- 16:45annehmen, die. Die einen dann faszinierend bis
- 16:51erschrecken. Ein sehr, sehr schönes Zitat von
- 16:57Stephen King die Straße zur Hölle ist gepflastert mit
- 17:00Adverbien, da hat er recht. Das ist sehr, sehr, sehr schön.
- 17:09Und ein bisschen längeres, aber wirklich tolles von Jojo Mojes.
- 17:14Mein Wecker geht um 6 und dann kommt mein Mann und bringt mir
- 17:17einen Kaffee. Er hebt meinen Kopf vom Kissen,
- 17:19schiebt mir ein zweites Kissen unter, legt mir den Laptop,
- 17:21Laptop auf den Schoß und sagt los, wirklich, und das ist meine
- 17:27Idealvorstellung. Und ich nehme aus diesem Zitat
- 17:33mit, dass Jojo Mois verheiratet ist.
- 17:35Ja, das war mir gar nicht bewusst.
- 17:36Und also ich schreibe auch wirklich gerne direkt morgens um
- 17:396 oder wenn ich irgendwie in einer akuten Schreibphase bin,
- 17:41dann stehe ich auch tatsächlich so früh am Morgen auf, um das
- 17:44noch vor der Arbeit machen zu können.
- 17:46Und es ist herrlich, weil du aus dem Schlaf, du bist noch nicht
- 17:50richtig in dieser Welt und kannst sofort in deinen Stoff
- 17:54eintauchen und und. Mir geht es dann so, dass ich
- 17:59den restlichen Tag, ich kann nicht mehr in ein Defizit
- 18:02kommen. Ich habe das Wichtigste des
- 18:04Tages schon gemacht. Ich finde das, ich finde das so
- 18:09beneidenswert. Also ich hätte mich ja auch
- 18:11gerne als schreibende Menschen gesehen, oder also als Autorin
- 18:16und wie vielleicht viele von uns hat man dann auch mal sich
- 18:19ausprobiert, an irgendwas schreiben und ich.
- 18:24Es ist immer ganz gut, wenn man eine eine gesunde
- 18:27Selbsteinschätzung hat, die einem sagt, Oh, Kurt, Nee, das
- 18:31ist wirklich nicht deine Berufung und ich bin jemand, der
- 18:35der, der da auditiv und dual funktioniert, also ich glaube,
- 18:39ich kann Geschichten erzählen. Kann es auf jeden Fall.
- 18:41Aber die die Verschriftlichung dessen.
- 18:46Irgendwas fehlt mir da, also irgendwas natürlich, das könnte
- 18:49man erlernen, aber ich habe noch nicht mal richtig die Freude
- 18:51dran. Also ich merke, dass ich kurze
- 18:54Sachen tatsächlich gerne schreibe, Briefe also ich habe
- 18:57auch da das Gefühl, dass ich das gar nicht so schlecht mache,
- 19:01aber also eine Geschichte zu erzählen, eine eine frei
- 19:07erfunden, ein Roman oder eine Novelle.
- 19:10Ist leider nicht meins, oder? Was heißt leider also jeder hat
- 19:14sozusagen seine eigenen Fähigkeiten und ich bin
- 19:17vielleicht besser darin, diese Geschichten zu lesen und sie
- 19:20anderen Menschen näherzubringen und dann die Bücher zu
- 19:23verkaufen. Also schon schon schon wenn du
- 19:25sagst, eine frei erfundene Geschichte da.
- 19:27Also ich weiß was du meinst, aber um ehrlich zu sein, ich
- 19:31weiß es gar nicht so genau, weil wenn man wirklich ne Geschichte
- 19:35schreibt, weiß man nicht wo die herkommt, warum die gerade bei
- 19:39allem ist. Manchmal ist es halt einfach nur
- 19:43klar, das musst du schreiben, da gibt es gar keine, da gibt es
- 19:46gar keine Diskussion so, weil wenn du das nicht aufschreibst.
- 19:49Und die Geschichte ist zu dir gekommen, wird kein Mensch außer
- 19:52dir sie jemals erfahren und das willst du das den Leuten antun
- 19:58aus der Geschichte. Also ich meine, darfst du das?
- 20:00Dazu muss natürlich die Geschichte erstmal zu einem
- 20:03kommen. Ich glaube, das ist schon bei
- 20:05bei vielen. So dass gar nicht so eine
- 20:09konsequente Geschichte überhaupt erst einmal in den Kopf kommt.
- 20:12Und ich komme nachher auch zu dem halben meiner anderthalb
- 20:16Bücher, da geht es um eine, um die Hochintellektuell und
- 20:22wirklich überhaupt nicht lesbar erzählt die Problematik,
- 20:26Gedanken zu verschriftlichen, ist es überhaupt möglich,
- 20:30Gedanken zu verschriftlichen, und das ist n äußerst
- 20:33interessantes Thema. Denn für mich ist es so, dass
- 20:39tatsächlich anscheinend mein mein Gehirn so geschaltet ist.
- 20:45Wie gesagt, dass ich eher im im mündlichen Bleibe, weil es ganz
- 20:48andere Vorteile bietet. Als es das schriftliche tun
- 20:52könnte und spannend halt. Was probieren Autoren und
- 20:56Autorinnen, um Gedankengänge, die im Kopf ganz klar vor sich
- 21:01gehen, tatsächlich zu verschriftlichen?
- 21:03Und kann das funktionieren oder eben nicht, oder was muss man
- 21:06machen, damit es hinhaut? Das finde ich was schwieriges
- 21:12und wir hatten das Gespräch auch schon vorher, da ging es in
- 21:15diesem Falle aber um um bildende Kunst und nicht um.
- 21:19Literatur das Gespräch hatte ich gerade noch mit Götz, dass du,
- 21:25du musst es, es muss schon fast ein Zwang sein, das machen zu
- 21:29wollen. Also das ist auch kein, Oh, ich
- 21:31habe gerade 2 Stunden Zeit, lass mich doch mal was höchstes
- 21:33schreiben, es muss in dir brennen, dass diese Geschichte
- 21:36raus muss und ich habe oftmals das Gefühl, wenn es jetzt um
- 21:42neuere Literatur geht. Dass viele dieser jungen
- 21:48Autorinnen und Autorinnen schreiben wollen und auch das
- 21:51Handwerk, haben, sie aber keine brennende Geschichte haben, die
- 21:56sie erzählen wollen. Sie wollen, glaube ich, einfach
- 21:57nur so ein bisschen über sich erzählen, was ja vollkommen okay
- 22:01ist. Aber mich langweilt das dann als
- 22:04Leser. Also es ist dann exquisit
- 22:06erzählt, aber es ist, es fehlt einfach sozusagen die.
- 22:10Das Feuer ist es, es fehlt die Flamme, das kriegst du dann
- 22:14vielleicht hin, wenn du einmal über dich selber schreibst, weil
- 22:16dann bedeutet es dir auch wirklich was, aber das ist dann
- 22:20auch irgendwann recht schnell abgenutzt und ich bewundere
- 22:23Menschen so sehr dafür, wenn eine fiktionale Geschichte in
- 22:28ihnen steckt, die. Einfach raus muss also ich.
- 22:34Also was heißt bewundern? Ich glaube, das kann auch
- 22:36manchmal wirklich richtig weh tun und auch ein Hindernis sein,
- 22:39weil du einfach wirklich dich so daran festbeißt.
- 22:42Aber es ist toll, wenn man die Möglichkeit hat, also a
- 22:47Geschichten zu entwickeln und b sie auch tatsächlich erzählen zu
- 22:52können. Also ich finde das sind 2 Sachen
- 22:54die da zusammenkommen, das passiert nicht jedem Menschen
- 22:57dieser Welt, nee. Glaube ich auch nicht und dafür
- 23:01passieren anderen Menschen, andere, andere Sachen, die auch
- 23:06dann genau idealerweise genau dazu passen.
- 23:11Das stimmt. Also ich merkte es zum Beispiel,
- 23:13was das Schreiben angeht, ich hatte, das haben wir schon mal
- 23:15erwähnt, wo Götz auch dabei war, diese Bandkanone, da schrieb ich
- 23:20dann die Lyrics, wie es so schön hieß und.
- 23:24Da muss ich wirklich vollkommen eitel sagen, da bin ich echt gut
- 23:28drin. Also das das geht die sehr sehr
- 23:30kurze Form etwas irgendwie am besten noch irgendwie n bisschen
- 23:34lustig oder so zu verknappen. Also das ist sozusagen die Form
- 23:37die ich verschriftlichen kann, weil ich sie dann ja auch sofort
- 23:40gleich oral vortragen darf. Und und viel auch mit Betonung
- 23:45arbeiten kann viel, genau, viel mit einfach der Intonation, wie
- 23:49wie sage ich was, das finde ich halt so schwierig beim beim
- 23:53Verschriftlichen von Sachen, das merkst du auch, dass jetzt im im
- 23:57im was auch den den den Adressaten dessen angeht, was
- 24:02ich schreibe oder was ich sage, wenn ich etwas sage, hört ein
- 24:06Mensch, dass ich ironisch bin, ja.
- 24:10Ich kriege das oft mit, dass im Netz oder in den Social Media
- 24:13dann Leute schreiben, schreiben, irgendwas ironisches und weil
- 24:17sie nicht sicher sind, ob man das mitbekommt, dass es Ironie
- 24:20ist, schreiben sie am Ende des Satzes Ironie off, wo ich denke,
- 24:24wenn du das schreibst, hat sich die Ironie alle dessen, was du
- 24:28davor geschrieben hast, erledigt.
- 24:30Aus Angst davor, dass Leute deine Ironie nicht mitbekommen.
- 24:34Und das finde ich, wenn man redet, hast du natürlich durch
- 24:38die Intonation ganz andere Möglichkeiten sehr deutlich zu
- 24:42machen, ob es sich hier gerade um ein Bild, so um Ironie oder
- 24:45Sarkasmus handelt und das schriftliche Macht es n bisschen
- 24:48schwieriger, da braucht es wirklich Kunst.
- 24:50Dass Leser und Leserinnen mitbekommen, welchen Tonfall.
- 24:54Du jetzt gerade angesprochen haben möchtest.
- 24:56Gut, ich würde jetzt sagen, nicht jeder Social Media
- 24:58Kommentar ist tatsächlich Kunst. Nein, richtig kann man drüber
- 25:04sprechen. Und ja, aber auch bei Büchern
- 25:06kann es doch durchaus sein, dass ich es als wahnsinnig ironisch
- 25:10empfinde und du überhaupt nicht, wahrscheinlich eher umgedreht.
- 25:15Aber das ist ja dann auch, also wenn das Buch fertig ist, dann
- 25:18wird es aus der Hand gegeben, also es ist dann, du hast dann
- 25:21nicht mehr die Hoheit darüber, was es bedeutet und wie es
- 25:23verstanden wird. Das aber das ist auch nicht dein
- 25:25Job, wenn du es geschrieben hast.
- 25:27Und das ist trotzdem schwer. Also dein Job ist es eher, es
- 25:30nämlich wirklich aus der Hand zu geben und ich glaube, das ist
- 25:32schon mal ne Handvoll an Arbeit, ne die Ambivalenz auszuhalten
- 25:36was Leute daraus machen, aber ich meine dann wird es ja genau
- 25:39spannend, wenn dann Menschen wie wir zusammen an einem Buch
- 25:42sitzen. Und sagen der und einfach
- 25:45vollkommen fast gegenteilige Bücher gelesen haben.
- 25:48Und man denkt, Wahnsinn, dass das also nicht nur bildende
- 25:51Kunst kann, wo also der Interpretationsraum sehr offen
- 25:54ist, sondern auch Literatur, wo man denkt, wieso, wir haben doch
- 25:58eigentlich n Thema, also hier ist doch ganz klar, worum es
- 26:00geht, und aber 2 Menschen gleich 3 Meinungen dazu haben.
- 26:06Aber jetzt lass uns doch mal hören, Liebe Monique, was andere
- 26:11Menschen übers Schreiben sagen. Ich bin sehr gespannt, denn wie
- 26:15immer hast du mich sehr im Dunkeln.
- 26:18Gelassen? Das ist gar nicht wahr, das ist,
- 26:20glaube ich, seit seit seit Ewigkeiten klar, über welche 120
- 26:24Bücher du reden möchtest. Nein, ganz so viele, ganz so
- 26:28viele sind es nicht. Ich hatte dann auch keinen Bock,
- 26:30die alle sozusagen in unsere Liste einzutragen.
- 26:33Erzähl mir erst eine Handvoll. Ich fange an mit einem Buch von
- 26:36von Stephen King. Das habe ich mir schon fast
- 26:40denken. Können aber welches?
- 26:42Ja, also die die deutsche Übersetzung heißt über das
- 26:45Schreiben und das Leben ist schon ein bisschen älter, ich
- 26:48habe es aber tatsächlich erst vor 2 Jahren gelesen, als es
- 26:51rauskam, war ich gerade in der Phase, in der ich mich, in der
- 26:55ich mir verboten habe, Stephen King Bücher zu lesen, also
- 26:58einfach weil damals. Diese, diese, dieses Epos vom
- 27:02dunklen Turm ewig nicht fertig wurde und ich diesen Schmerz
- 27:05nicht ausgehalten habe, dass ich möglicherweise nie erfahre, wie
- 27:08es ausgeht. Und dann hab ich mich einfach,
- 27:11hab ich gesagt, nee das du liest das jetzt gar nicht mehr,
- 27:13deshalb ist mir dieses dieser, die diese, diese dieses Kleinod
- 27:18von Buch wirklich erst vor 2 Jahren begegnet und es ist
- 27:22zauberhaft, also es ist sowohl. N Stück weit ne Autobiografie
- 27:27als eben auch ein Buch übers Schreiben, auch mit ganz, ganz
- 27:31konkreten Schreibtipps, die super hilfreich sind und vielen,
- 27:35vielen Überlegungen über das Schreiben, über sein Leben, was,
- 27:39was irgendwie passiert ist ne, und dann ist ja das das Ganze.
- 27:42Wie als Schriftsteller wurde auch so ne so ne anrührende
- 27:45Geschichte, die gleichermaßen Glück und echt harte Arbeit und
- 27:51Willen miteinander vereinbart. So das ist.
- 27:54Es ist so toll und es ist so toll, wie er selber darüber
- 27:56schreibt und auch so, wie er manchmal nach Jahren erst
- 27:59erkennt, was er in Bücher reingeschrieben hat, welcher
- 28:02Teil von ihm da drin steckt, auch wenn ihm das damals gar
- 28:04nicht so klar war. Also es ist zauberhaft und es
- 28:08war wirklich ne Erleichterung, dieses Buch zu lesen und es so
- 28:11zu lieben, also das hat mich mit ganz, ganz vielen Sachen
- 28:14versöhnt, ich hab das mal. Ich habe das mal auf eine Reise
- 28:18mitgenommen und habe es im Flieger zum Teil gelesen.
- 28:20Das war ein sehr sehr langer Flug und hatte auch einen Laptop
- 28:22dabei und er hat auch eine Schreibübung drin und ich habe
- 28:24diese Schreibübung dann im Flieger gemacht und das Irre ist
- 28:27was dabei rausgekommen ist. Klingt überhaupt nicht wie das
- 28:31was ich sonst schreibe und es klingt total nach Stephen King,
- 28:36also also weil es auch ein Setting ist, dass ich jetzt
- 28:39eigentlich überhaupt nie hätte, weil es nicht zu mir gekommen
- 28:41ist, wie sonst Geschichten zu mir kommen und es hat total viel
- 28:44Spaß gemacht, das auszuprobieren.
- 28:47Und zu merken, Oh wow, interessant was du, wenn du ein
- 28:51anderes Handwerkszeug benutzt, was dann so so entsteht, ja.
- 28:56Kannst du, kannst du noch reproduzieren, wie die Übung
- 28:59aussah? Er hat also in der Übung ging es
- 29:03darum, dass es manchmal hilfreich ist, sich Sachen von
- 29:05anderen Blickwinkeln anzusehen. Und er hatte quasi eine ein
- 29:11Setting, dass ein Mann. In seinem Haus sitzt der Mann,
- 29:18ist Vater, das Kind ist gerade nicht da und er hat komische
- 29:23Geräusche im Haus. Und er hat Angst, dass es seine
- 29:26Frau ist, die eigentlich im Gefängnis ist.
- 29:30Wegen Gewalttätigkeit, also etwas, was es durchaus andersrum
- 29:34relativ häufig gibt, so umzudrehen, und dann diese diese
- 29:39Geschichte zu schreiben. Schön, das ist eine tolle Idee
- 29:42hat. Viel, viel Spaß gemacht.
- 29:44Und weil ich jetzt gar nicht so viel aus deinem Leben erzählen
- 29:46will, weil das, das musst du wirklich selbst lesen, das ist,
- 29:49es ist so zauberhaft, hab ich aber seine wichtigsten
- 29:52Schreibregeln mitgebracht, und die erste ist so toll, sie
- 29:56heißt, nämlich lies viel und schreibe viel so.
- 30:01Also warte nicht darauf oder es ist OK drauf zu warten, dass
- 30:04sich die Muse küsst. Aber die Muse muss auch verdammt
- 30:06noch mal wissen, wo sie dich findet.
- 30:07Also von 8 bis 12 am Schreibtisch oder so gilt auch
- 30:10fürs. Musizieren also.
- 30:11Ich finde, das ist ein sehr universeller, also sehr, sehr,
- 30:14sehr universeller guter Tipp. Ja, und wir lesen eben auch,
- 30:17weil lesen schärft dein Stilgefühl ein
- 30:21Strukturverständnis und wenn man dann.
- 30:26Manchmal ist es bei manchen Büchern erkennt man auch, AH,
- 30:29die sind jetzt so konstruiert, so das das das ist n bisschen
- 30:32als ob man so in diesen Maschinenraum reingucken kann,
- 30:34wenn man wenn man darauf achtet oder wenn man irgendwie sich da
- 30:37mit dem Schreiben beschäftigt hat, genau viel heißt.
- 30:40Bei Stephen King übrigens 2000 Wörter am Tag 2000 Wörter am Tag
- 30:43ist unfassbar hart. Also ich hab vor anderthalb
- 30:48Jahren. Als ich meinen Roman angefangen
- 30:51habe zu schreiben, einen Monat lang das Ziel gehabt, jeden Tag
- 30:561780 Wörter zu schreiben. Das ist eine sehr spezifische
- 31:00Zahl. Das ist eine sehr spezifische
- 31:02Zahl, und die geht auf diesen Nano rimo zurück, den National
- 31:05Novel writing month. Das ist der November und da will
- 31:10man quasi am Ende des Monats 50000 Wörter fertig haben, weil
- 31:14ein kurzer Roman im Grunde 50000 Wörter jetzt sind 50000 Wörter
- 31:18im Englischen. Ein bisschen weniger als im
- 31:19Deutschen. Ich kann nur sagen, jedes
- 31:22zusammengesetzte Wort aus 3 Hauptworten zählt ja nur als 1.
- 31:25Und hat mich wütend gemacht, und das war eine eine, ein echter
- 31:30Kraftakt und und auch an zwingen.
- 31:34Dass das jeden Tag so neben der Arbeit durchzuziehen, so viel.
- 31:38Zu schreiben entschuldige kurz nur auch für unsere Hörer und
- 31:41Hörerinnen, die jetzt vielleicht nicht so viel verschriftlichen.
- 31:44Was würdest du in DIN A 4 Seiten sagen, sind deine 1 780 nee, wie
- 31:48viele Wörter? Waren es 1 780?
- 31:50Ja, also ich habe das ja auf Normseiten dafür eingestellt,
- 31:53ich weiß es gar nicht mehr, sind das.
- 31:55Eher 2, eher 5, eher 56 Seiten okay.
- 32:00Genau. Schreibe täglich.
- 32:03Sagt Stephen King. Und der hat dann auch eher tolle
- 32:05Beispiele dabei und dass er irgendwie in Interviews immer
- 32:07sagt, Na ja, er schreibt nicht an seinem Geburtstag am 4.
- 32:09Juli und Hannah Heiligabend, aber das stimmt gar nicht.
- 32:11Er schreibt natürlich in diesen Tagen auch über die Adverbien
- 32:15hatten wir gerade schon gesprochen, wenn du sie erst mal
- 32:18reinschreibst ja, aber dann musst du sie nachher auch wieder
- 32:20rausstreichen schreibe zuerst über dich selbst.
- 32:24Quatsch, nicht über dich selbst. Das war jetzt n Freudscher
- 32:25Versprecher, schreibe zuerst für dich selbst.
- 32:28So aber wie schön mit dir über die groß Entschuldigung ist.
- 32:33Schreibe das ist sehr schön, schreibe es muss dir erstmal
- 32:35selber gefallen, sozusagen. Nein, nicht dass es dir gefallen
- 32:38muss, sondern dass du einfach, während du die Rohfassung
- 32:40schreibst, da keine Kommentare drin haben willst.
- 32:42Die Tür ist zu. Du schreibst jetzt gerade und du
- 32:44schreibst so intensiv, du schreibst 2000 Wörter am Tag,
- 32:47das heißt du bist in 34 Monaten mit so einer Rohfassung durch,
- 32:51wenn du das schaffst und die gehört erstmal nur dir, du
- 32:55schreibst erstmal das alles auf und da kommen noch keine fremden
- 32:57Einflüsse rein, die kommen dann danach so das ist dann auch
- 33:00wichtig und. Genau also halte die erste
- 33:03Fassung ohne äußere Einflüsse fest.
- 33:05Und dann radikal kürzen beim Überarbeiten, was sehr
- 33:08schmerzhaft ist. Ne Kilio Darlings haben wir alle
- 33:10schon mal gehört, bevorzuge klare direkte Sprache das.
- 33:15Kann ich nur unterschreiben. Ja, ja, konzentriere,
- 33:18konzentriere dich auf starke Figuren, ne, die irgendwie auch
- 33:21die Handlungen tragen und schreibe über etwas, was dich
- 33:23wirklich interessiert oder bewegt.
- 33:25Und ich glaube, das ist etwas, was wir merken, ob der oder
- 33:28diejenige, die es geschrieben hat, wirklich bewegt davon ist.
- 33:32Und bleibt beharrlich. Ablehnung und Rückschläge sind
- 33:34normal. Ein langfristiger Erfolg
- 33:37entsteht durchs Durchhalten, das klingt so platt, ist aber,
- 33:41glaube ich, eine der wichtigsten Übungen überhaupt in der Kunst
- 33:44so. Ich glaube, ehrlich gesagt ist
- 33:45das eine universelle Wahrheit, ist eine der wichtigsten Übungen
- 33:48im Leben. Nicht nur nicht nur in der
- 33:50Kunst. Es ist interessant, dass, glaube
- 33:52ich, auch viele Tipps, die jetzt davon, die du jetzt gerade
- 33:56vorgelesen hattest von Stephen King.
- 33:58Tatsächlich auch aufs Leben greifen, ne, also sie sind jetzt
- 34:01natürlich sozusagen Runtergekocht aufs aufs
- 34:03Schreiben und das habe ich jetzt so ein bisschen rausgehört.
- 34:07Es geht auch tatsächlich um das Schreiben von Romanen, die auch
- 34:15unterhaltsam funktionieren sollen, also es geht jetzt nicht
- 34:18um das Produzieren von. Literarischer Kunst, sondern es
- 34:23geht glaub ich, auch um um um um Handlungsgetriebenes schreiben
- 34:27also. Er äußert sich zu dem Halt, wie
- 34:30er schreibt und was er schreibt. So und da, also da können wir ja
- 34:33auch gerne mal 6 Stunden drüber diskutieren, ob das Literatur
- 34:36ist oder nicht. Literatur ist alles, aber ist
- 34:39natürlich n anderer Anspruch. Aber er, er differenziert das in
- 34:44dem Sinne nicht weiter. Und bei den.
- 34:46Bei den Büchern, die er heranzieht, aus denen er
- 34:49zitiert, da ist auch wirklich viel, ich sag mal so, gehobene
- 34:52Literatur mit dabei. Also er ist auch ein sehr, sehr
- 34:54belesener Mann, also das, das kannst du, glaube ich, dann so
- 35:00interpretieren, wie du es gerade brauchst oder bezogen auf das,
- 35:02was du schreibst. Ja, ich glaube, das ist jetzt,
- 35:07das hat er, das hat er universeller gemeint.
- 35:09Und findest du das? Das finde ich ja, wenn man Tipps
- 35:14bekommt. Ich bin ja grundsätzlich erst
- 35:17mal n Mensch, der nicht gerne Tipps bekommt, weil ich oftmals
- 35:22denke, ja das ist n Tipp für deine Situation, aber ich stecke
- 35:26in einer anderen Situation oder wenn es ums Schreiben oder ums
- 35:29Kunstmachen geht ist, dass man sagt, ja so funktionierst du, du
- 35:34stehst morgens um 6 auf, du schreibst 2000 Wörter, ich bin
- 35:37ein ganz anderer Mensch mit ganz anderen Rhythmen, ich
- 35:40funktioniere anders, deine Tipps greifen für mich nicht.
- 35:43Ist dir das so gegangen? Denn du hast dich ja viel mit
- 35:45dem Thema beschäftigt, auch mit Tipps in Anführungsstrichen zum
- 35:49Schreiben, dass die sich manchmal, weil es von
- 35:52verschiedenen Leuten kommt, vielleicht sogar widersprechen.
- 35:55Na, das kann ich sogar nicht sagen.
- 35:56Also erstmal ist es ja eine Frage, was nehme ich davon an
- 36:02und auch eine Frage in welcher Situation lese ich das bei mir
- 36:05war es ja eher so, dass ich. Also ich hab halt ich hab schon
- 36:09immer geschrieben ich hab mit 10 meinen ersten Romanen
- 36:15geschrieben. Der.
- 36:17Gott sei dank nicht mehr existiert, aber ich hab ich hab
- 36:21ganz lange, ich hab ganz lange nicht gewusst wie werde ich denn
- 36:27Schriftstellerin oder also es war das war irgendwie so
- 36:29abstrakt und ich war so mit dem mit dem normalen Leben
- 36:33beschäftigt und war auch gar nicht in der Phase, wo ich jetzt
- 36:35irgendwie. Wirklich so eine Geschichte
- 36:37hatte, die ich erzählen wollte, oder ich hatte auch gar keine
- 36:39Zeit dafür, danach zu suchen. Und weil für mich das aber so
- 36:42was wirklich Elementares war, also das Gelesenwerden, das weiß
- 36:47ich ja noch gar nicht so, aber dieses Schreiben selber ist für
- 36:49mich was, was wirklich wichtiges, und ich habe mir dann
- 36:52was erarbeitet, was für mich funktioniert hat, und als ich
- 36:55dann Stephen King gelesen habe, war das so, oh mein Gott, ich
- 36:58mache ganz viele Sachen so, ohne dass es mir jemand gesagt hat,
- 37:01wie Stephen King sie auch macht. Und das war eine große Freude.
- 37:04Oder eben auch das, was ich von Jojo Mojes eben zitiert habe.
- 37:08So, für mich funktioniert es total gut, morgens sehr früh
- 37:11aufzustehen und sofort zu schreiben, nicht nachzudenken,
- 37:13ob ich Lust habe oder nicht, so wie wie manche Leute joggen
- 37:16gehen oder so und ich hab und und das habe ich mir viel davon
- 37:22habe ich mir selber erarbeitet und dann dachte ich so, boah,
- 37:24das hätte ich auch leichter haben können, hätte ich mal
- 37:26vorher einen gefragt, der es macht so ne.
- 37:28Dann wär es nicht so n so n so n wirklich über über einige Jahre
- 37:31harter Weg gewesen rauszufinden, was funktioniert denn eigentlich
- 37:34und immer die Angst zu haben, wenn ich da jetzt was ändere
- 37:36funktioniert es nicht mehr. Ich hab ganz lange Angst gehabt,
- 37:38dass ich nicht schreiben kann, wenn ich nicht mehr rauche
- 37:40Bullshit so Nikotin macht nicht, macht nicht das Schreiben
- 37:44Alkohol macht nicht das Schreiben, das ist ja auch
- 37:46generell n Thema viel in der Kunst oder sowas brauche ich
- 37:49bevor ich sozusagen die eine oder andere Kunstbühne betrete
- 37:52um Zugang zu bekommen zu diesem anderen ich in mir.
- 37:57Irgendeine Art von von Blockadelöser oder sowas und
- 38:00maybe ja, aber vielleicht kann ich das auch irgendwie ganz
- 38:03anders machen. Das ist nie eine gute Idee, das.
- 38:05Ist nie eine gute Idee. Nein.
- 38:08Also also nichts gegen Drogen, aber wenn du einen Blockadelöser
- 38:15brauchst, um überhaupt eine Bühne zu betreten, dann.
- 38:18Ist die Bühne wahrscheinlich gar nicht der richtige Ort für dich?
- 38:21Oh, das weiß ich nicht. Nee, das ist gemein gesagt,
- 38:23aber. Aber aber aber finde, wenn es
- 38:26irgendwie geht einen anderen Weg.
- 38:27Ja, wenn du diese Blockade lösen willst, das ist der richtige
- 38:30Impuls, so, dann gibt es vielleicht einen Grund, warum du
- 38:33auf die Bühne willst und der ist gewichtig, aber guck, dass du
- 38:36das anders hinbekommst, um dich nicht um so an dein Innerstes zu
- 38:40kommen, von etwas abhängig zu machen.
- 38:43Und da ist natürlich das Tolle, das ist ja in Deutschland doch
- 38:46immer noch eine relativ in Anführungsstrichen neue
- 38:48Erfindung in in den USA hat, glaube ich, zumindest an der
- 38:52Ostküste jedes zweite College eben diese Kurse, nämlich
- 38:55kreatives Schreiben, und ich glaube, in Deutschland haben wir
- 38:57im Moment 2 Universitäten, die das anbieten, die das auch
- 39:02anders meines Erachtens machen, als es in amerikanischen
- 39:06Colleges ist. Wir hatten übrigens einmal schon
- 39:10natürlich ein Buch, wo es irrsinnig über das Schreiben
- 39:12geht, ist die Wonderboys von Michael Shaban.
- 39:14Denn dort geht es ja tatsächlich um einen Professor für Kreatives
- 39:17Schreiben, der selber an seinem zweiten Buch sitzt, und es wird.
- 39:203000 er, es wird immer dicker. Wie findest du diese?
- 39:25Du hast jetzt ja selber nie an an an so einer an so einem
- 39:29Seminar oder einer Universität teilgenommen zum kreativen
- 39:32Schreiben wie findest du überhaupt, dass es dieses
- 39:34Angebot gibt? Ich ich find es super, ich
- 39:36wünschte das hätte es bei uns gegeben, als ich vor der Auswahl
- 39:39stand, was ich was ich studiere und bei uns gibt es das ja auch,
- 39:42allerdings eben nicht an den Universitäten, da gibt es eben
- 39:45wie gesagt diese 2 literaturinstitute aber.
- 39:48Es gibt wirklich viel, zum Beispiel an den
- 39:50Volkshochschulen. Und wenn man, wenn man da mal
- 39:52reinschaut, da kann man viel im Bereich Creative Writing finden
- 39:59und es gibt einfach wirklich unglaublich viele Menschen, die
- 40:01die schreiben, die jetzt gar nicht unbedingt im Publikum
- 40:03schreiben, sondern so für sich, und ich hab auch mal eine auf
- 40:08einer Party ne Dozentin kennengelernt, die Creative
- 40:10Writing in den USA an der Ostküste studiert hatte und.
- 40:14Ein ganz tolles Konzept entwickelt hat und das eben auch
- 40:16an der Volkshochschule unterrichtet und so.
- 40:18Also da kann man schon wirklich, wirklich viel finden.
- 40:22Es gibt wirklich sehr, sehr tolle Dozentinnen und Dozenten.
- 40:26Und es ist nicht auch eine tolle Form der Kunst und Kultur, der
- 40:29Literaturförderung also nicht, dass man wieder sich bewerben
- 40:32muss, als Autor oder Autorin oder als Verlegerin, und diesen
- 40:35Topf, diesen Topf, diesen Topf, sondern du gibst Autoren die
- 40:37Möglichkeit zu sagen, hier kannst du ein Jahr bei uns
- 40:40Creative Riding unterrichten, du kriegst ein ordentliches
- 40:42Monatsjahr leer. Und bist sozusagen finanzielle
- 40:45Probleme für einen, denn es ist ja auch immer dieses wann finde
- 40:48ich die Zeit oder das Geld, um dieser Arbeit nachzugehen, denn
- 40:52du musst ja tierisch in Vorleistung erst mal gehen.
- 40:55Und das andere ist auch, dass es dass so wie nicht jeder
- 41:02Schriftsteller, Schriftstellerin als Dozent taugt.
- 41:05Gibt es halt eben auch wirklich großartige Dozenten, Dozentinnen
- 41:09für Creative Writing, die aber selber gar nicht so erfolgreich
- 41:12sind als Schriftsteller. So, und auch das ist das ist ja
- 41:17eine Berufung, so, also von daher, wenn wenn wenn ihr euch
- 41:22dafür interessiert, wenn ihr Bock habt, sowas mal
- 41:24auszuprobieren, macht es einfach mal, ist toll, man lernt noch
- 41:28mal ganz andere Menschen kennen und.
- 41:30Schön, das ist ein fantastischer Hinweis, eine Frage noch einmal
- 41:34zurück zu dem Buch. Übrigens bei einer unserer
- 41:37letzten Folgen kriegten wir den herrlichen Kommentar Oh toll, 2
- 41:40Stunden lang, die ich euch jetzt irgend Gott ich so um Gottes
- 41:42Willen war der Podcast 2 Stunden lang ich sehe nur Gott, der die
- 41:45Augen rollt, ich ich raffe die Zügel, was glaub ich gar kein
- 41:51Bild ist. Aber ich wollte einmal zurück zu
- 41:53dem Buch von Stephen King, das Interessierte mich sind das ist
- 41:58das ein durchgehendes Buch oder sind das eher?
- 42:02Essays in Kapiteln? Oder würdest du sagen, es ist
- 42:04wirklich ein ein ganz abgerundetes, durchgehendes
- 42:08Buch? Also es ist ein durchgehendes
- 42:11Buch. Sehr wohl gibt es trotzdem
- 42:14Kapitel, die eben auch unterschiedliche Thematiken
- 42:17haben, und man kann auch sehr gut noch mal zu einem bestimmten
- 42:22Thema reinschauen oder so was, aber es lässt sich richtig,
- 42:25richtig gut von der ersten bis zur letzten Seite durchlesen.
- 42:29Super. Ihr, liebe Hörerschaft, bekommt
- 42:32natürlich alle Informationen zu diesem Buch, wo es zu bekommen
- 42:35ist, ob es noch lieferbar ist, wer die Übersetzung gemacht hat
- 42:37et cetera pp. In unseren Show Notes und wo ich
- 42:41dieses Zauberwort Sage Show Notes, da stehen auch so viele
- 42:44andere Sachen, wie zum Beispiel die Möglichkeit, wie man uns
- 42:48unterstützen kann, so man das denn möchte und wir reden hier
- 42:52ganz schnöde von Kohle und wenn man uns unterstützen möchte, wie
- 42:57gesagt, schaut in die Show Notes, es gibt da verschiedene
- 42:59Möglichkeiten. Und unser tausendsasser
- 43:02Produzent hat gerade auch eingerichtet, dass wir jetzt
- 43:05auch ohne Amerika, also in diesem Falle paypal, unterstützt
- 43:11werden können. Also ihr habt jetzt auch die
- 43:12Möglichkeit, uns über Vero in irgendeiner Form zu finanzieren,
- 43:17alle Informationen findet ihr in den Shownotes und.
- 43:20Und warte Kurt, bevor du jetzt weitermachst, lass uns danke
- 43:25sagen. Du hast vollkommen recht.
- 43:28Wir sagen Danke für eure Unterstützung und das große Dank
- 43:31geht dieses Mal raus an Jenny. Susanne.
- 43:35Max. Kerstin.
- 43:37Und John und. Jennifer.
- 43:40Weiter geht's im Takt. Weiter geht's.
- 43:42Soll ich, soll ich gleich noch ein Buch?
- 43:43Hau raus. Wir bleiben beim Nachnamen bei
- 43:46King, gehen aber zu Lily. King nicht natürlich.
- 43:50Verwandt, aber natürlich eine. Eine Schriftstellerin, eine
- 43:55Amerikanerin, die ein unfassbar süßes, zauberhaftes Buch
- 44:00geschrieben hat, das Writers and Lovers heißt, das habe ich mal.
- 44:05Ich habe irgendwo eine Empfehlung von dir gelesen
- 44:07gehabt, da war das drin und ich habe es quasi auf meine
- 44:10Weihnachtsbuchliste Wunschliste geschrieben und habe es
- 44:13geschenkt bekommen. Das ist so so.
- 44:15Alle anderen Bücher von ihr. Aber ich glaube, das gilt für
- 44:18alle Autoren, die heute hier zitiert werden.
- 44:20Fast alle VG es war 1 dabei, wo ich dachte, so, Oh.
- 44:23Nee, ich glaube nicht. Aber Writers and Lovers ist
- 44:26ganz, ganz toll und auch dieses Erste.
- 44:28Nee, es war nicht ihr erstes, aber das, mit dem sie berühmt
- 44:30geworden ist. Euphoria hat nichts mit der
- 44:33Serie zu tun, aber ein phänomenales Buch, Writers and
- 44:36Lovers ist die Geschichte einer 30 jährigen Casey, die
- 44:42Schriftstellerin werden möchte und es nicht.
- 44:47Oder zu dem Zeitpunkt noch nicht geschafft hat und sie sie
- 44:50schreibt seit 6 Jahren an ihrem ersten Buch und gleichzeitig
- 44:53muss sie einfach total viel verarbeiten, spielt Ende der
- 44:5790er Jahre, ihre Mutter ist sehr, sehr plötzlich gestorben,
- 45:02sie hat große finanzielle Probleme, sie weiß nicht, wie
- 45:06sie die händeln soll, sie hat irgendwie 17 verschiedene Jobs,
- 45:09hat eine gescheiterte Beziehung hinter sich, wohnt in.
- 45:13Sehr schwierigen Verhältnissen und will eigentlich schreiben
- 45:17und alles, alles alles reißt an ihr und hindert sie im Grunde
- 45:21daran zu schreiben. So und sie kann es nicht
- 45:24aufgeben und alle um sie herum geben das Schreiben auf, nach
- 45:27und nach alle, mit denen sie zusammen studiert hat, mit denen
- 45:29sie angefangen hat zu schreiben, die alle so vielversprechend
- 45:31waren, die geben es aufmachen, irgendwas anderes heiraten und
- 45:35so, und sie steckt da immer noch fest sie sie kommt irgendwie
- 45:40nicht weiter und will aber unbedingt weiterkommen.
- 45:43Und sie fängt dann 2 Beziehungen zu Männern an.
- 45:48Der eine ist ein sehr viel älterer, sehr erfolgreicher
- 45:52Schriftsteller, und ja, das jetzt eine gute Idee ist, wenn
- 45:56man selber schreiben möchte, mit einem Schriftsteller
- 45:58anzubandeln, ich würde durchdrehen, wenn ich mit einem
- 46:05Schriftsteller zusammen wäre, der dann auch noch erfolgreich
- 46:07ist. Das würde, das würde nicht gut
- 46:09ausgehen. Und und ihre Casey ist so echt
- 46:16und zerbrechlich und stark und und es wirklich ist eine ganz,
- 46:20ganz große Freude, dieses Buch zu lesen.
- 46:23Ich habe das sehr, sehr, sehr geliebt und und es ist eine, es
- 46:28ist auch so eine schöne weibliche Perspektive auf das
- 46:31Schreiben, weil da kommt man vielleicht an einem anderen Buch
- 46:34noch mal drauf, dass was anderes ist.
- 46:36So und jetzt nicht, weil Frauengehirne anders
- 46:39funktionieren, sondern weil Frauen in anderen
- 46:41gesellschaftlichen Realitäten leben und also ganz, ganz, ganz,
- 46:47ganz, ganz, ganz, ganz große Leseempfehlungen für Lilly King
- 46:51Writers and Lovers. Und genau wie du ja auch
- 46:54Erwähntest, also in dem dem Namen, dem Titel des Buches gar
- 46:58nicht so zu entnehmen. Es handelt sich hier um einen
- 47:00Roman, Es ist kein. Im weitesten Sinne Sachbuch,
- 47:04sondern einen Roman. Hast du denn aus diesem Buch
- 47:07heraus selber jetzt natürlich nicht so explizit wie bei dem
- 47:11Stephen King Buch auch Tipps in Anführungsstrichen rausziehen
- 47:17können, was funktioniert oder was nicht oder ist ja gar nicht
- 47:21jetzt die Aufgabe des Buches gewesen, aber.
- 47:24Nö, aber ich fand das. Ich fand das tröstlich.
- 47:27So dieses Druggeln mitzuerleben und und davon so ganz viel
- 47:34nachempfinden können auch die Selbstzweifel.
- 47:36Wer bin ich überhaupt, wieso glaube ich, dass ich was zu
- 47:39sagen habe oder zu schreiben und und und warum und diese ganzen
- 47:46Abwertungen, die da passieren, also an der einen Stelle im Buch
- 47:49sagt Ihr, glaube ich, Ihr Vermieter, ja das ausgerechnet
- 47:52du was zu sagen hast, hätte ich jetzt auch nicht gedacht und es
- 47:54ist so. Böse und so bitter.
- 47:57Und und all das passiert aber die ganze Zeit und das war, das
- 48:02war total schön, das war einfach wie von von von einer lieben
- 48:05Freundin, die man lange nicht gesehen hat, in den Arm genommen
- 48:07zu werden und die sagt du, da kämpfen wir noch alle mit dem
- 48:10gleichen so, das war wirklich ja.
- 48:12Toll, schön, sehr sehr schön. Das war also Writers and Lovers
- 48:17heißt auch im Deutschen tatsächlich Writers and Lovers
- 48:20immer das Buchhändlers Liebling, wenn die deutschen Bücher den
- 48:22gleichen englischen Titel haben. Schönes.
- 48:24Cover. Schönes Cover tatsächlich, aber
- 48:26das hat der Verlag bei Lily King gut hinbekommen.
- 48:28Ich finde die Cover zu den Büchern sehen immer gut aus, es
- 48:31war gerade wurde übrigens Frauke, was heißt gerade, ich
- 48:37glaube, vor ein paar Wochen die, die es gibt in Deutschland einen
- 48:42Preis für das beste Cover. Und das ist natürlich immer im
- 48:47Auge des Betrachters. Und da habe ich aber einen sehr
- 48:49schönen Artikel von einem Freund weitergeleitet bekommen.
- 48:53Über genau diese Frage. Was macht eigentlich n gutes
- 48:56Cover aus und sie hatten eine Verlegerin aus Mare Verlag dazu
- 49:01interviewt und auch einen. Toll, der heißt mit Nachnamen
- 49:07Grotheus. Ich wusste nie, natürlich muss
- 49:09es einen Namen dazu geben, der Mensch, der diese ikonische
- 49:13Reihe bei Wagenbach gestaltet und erfunden hat, diese rote
- 49:17Leineneinwand mit dem immer nur ein eingestanztes Foto, der
- 49:21wurde auch befragt dazu, also 2 sehr erfahrene Menschen, und man
- 49:25konnte jetzt gar nicht so viel sagen, was macht n Cover
- 49:27erfolgreich oder nicht, weil es ist natürlich immer je nach Buch
- 49:30abhängig, was jetzt inhaltlich. Aber die wichtigste Aussage da
- 49:36war, es muss beim allerersten Blick muss es auffallen, es muss
- 49:42sich unterscheiden von den Büchern, die Drumherum liegen,
- 49:45denn sie liegen in einem ständigen Konkurrenzkampf in
- 49:47Buchhandlungen mit anderen Büchern.
- 49:49Und es darf aber nicht nur dabei bleiben, dass es dir beim ersten
- 49:52Blick total auffällt, sondern es muss gleichzeitig die Macht
- 49:56haben, dass es sozusagen deine Gedanken hält, dass du auch noch
- 50:01n zweites und n drittes Mal darüber nachdenkst, was gerade
- 50:03eigentlich auf diesem Bild zu sehen war.
- 50:05Und das ist, es ist ja so gemein, das ist so schwammig,
- 50:08dieser Hinweis, ne, aber es ist so spannend zu sehen, wie
- 50:12wirklich erfahrene Profis nach 20 Jahren.
- 50:16Es immer noch gar nicht genauer festnageln können und das
- 50:20gleiche ist ja wahrscheinlich im inhaltlichen auch das Gleiche.
- 50:22Also du kannst ja nur sehr schwammige Hinweise geben, denn
- 50:27was bei dir funktioniert, funktioniert bei mir vielleicht
- 50:29nicht, aber wo ist sozusagen die universelle Wahrheit?
- 50:32Das war jetzt mein Kleine, die tue nur über Lily Kings Cover zu
- 50:35zu das also auch gute Cover prämiert.
- 50:38Werden machen wir ne gute Folge zu covern.
- 50:40Ich. Oder?
- 50:42Ja, reden wir später drüber. Jetzt reden wir weiter über
- 50:44Bücher, übers Schreiben. Möchtest du auch mal was?
- 50:48Sagen ja, ich komme ja sonst immer so kurz noch.
- 50:52Ich möchte auch was sagen, ich fange mit meinem halben Buch an,
- 50:57denn was heißt Halbes ist auch ein ganzes Buch, Es ist ein
- 51:01Buch, was mich, was ich im Studium gelesen hatte, ich hatte
- 51:06ja Literaturwissenschaften studiert.
- 51:09Lernt man naturgemäß gar nicht so viel übers Schreiben
- 51:12tatsächlich, sondern eher übers Rezipieren.
- 51:16Und es war ein Buch, was mich um den Verstand gebracht hat,
- 51:21einerseits, weil es so viel Arbeit war, dieses Buch zu
- 51:27lesen, und andererseits inhaltlich mich wirklich so sehr
- 51:32gefesselt hat, dass ich immer noch drüber nachdenke, und das
- 51:35finde ich ja ganz interessant, dass das hinhaut und.
- 51:38Und es ist, wenn ich das Wort naturgemäß benutze, weißt du,
- 51:42von welchem Autoren ich handle, ich handle, von welchem Autoren
- 51:45ich rede. Es ist ganz lustig, Menschen,
- 51:48die diesen Autoren verehren, sagen nie das Wort natürlich,
- 51:52sie sagen immer naturgemäß, und das ist Thomas Bernhard, Ach.
- 51:56Der große österreichische Kanzler, der große Unlesbare der
- 52:01österreichischen Literatur und ich möchte von einem, Glaube
- 52:05ich, seiner unlesbarsten Bücher reden, nämlich das Kalkwerk und
- 52:11das Kalkwerk ist nicht explizit ein Buch über das Schreiben, es
- 52:16ist viel mehr. Ein Buch über über das Denken,
- 52:23über das Wahrnehmen, über das Hören also, über eigentlich jede
- 52:28Form von Informationsverarbeitung.
- 52:33Sowohl Input als auch Output, und das Ganze natürlich in
- 52:36Thomas Bernhardscher Erzählweise unlesbar es ist.
- 52:41Faszinierend, aber unglaublich viel Arbeit.
- 52:43Man kann gar nicht so viel Geschichte jetzt zusammenfassen,
- 52:48und das ist nämlich das, was ich meinte, als du über Stephen King
- 52:50und seine Tipps Redetest also Thomas Bernhard hat da, glaube
- 52:54ich, jetzt eine ganz andere Herangehensweise, er hat.
- 52:56Auch keine Tipps rausgegeben. Nö, Das hat er auch nicht und er
- 52:59hat auch gar kein Interesse daran, gut lesbar zu sein, denn
- 53:02sein Interesse liegt daran. Was muss ich tun, um genau die
- 53:06Gedanken auszudrücken, die ich ausdrucken möchte?
- 53:10Und die? Die Handlung ist relativ kurz
- 53:13erzählt. Es gibt einen namenlosen
- 53:15Erzähler, der zieht sich zurück in ein stillgelegtes Kalkwerk,
- 53:20also das tatsächliche, die Fabrik, die gehört einem einem
- 53:24Freund von ihm, und dieser Freund namens Rau.
- 53:28Hatte vorher in diesem Kalkwerk leben lassen, einen gemeinsamen
- 53:31Freund namens Konrad, der als Naturwissenschaftler über das
- 53:36menschliche Gehör gearbeitet hat und in diesem Kalkwerk.
- 53:42Sozusagen den Raum und die Stille fand, um wirklich ganz
- 53:45tief in dieses Thema Hineinzugehen.
- 53:47Dieser Mann hat nicht nur seine, er war ein schlechter Mensch,
- 53:52der hat seine Frau gequält, gequält, gequält, bis er sie
- 53:56umbringt und dann selbst Selbstmord macht, also
- 53:58eigentlich ne relativ unhappy Geschichte und unser namenloser
- 54:02Erzähler geht jetzt auch in dieses Kalkwerk, um eben diesem
- 54:07Bekannten oder Freund nachzuforschen, was er dort
- 54:10eigentlich gemacht hat und. Um auch aufzuräumen mit der
- 54:13etwas romantisierten Form der Erzählung des Todes von diesem
- 54:16Konradon. Er sagt, er benennt relativ
- 54:19klar, was ist, und er geht immer mehr.
- 54:21Dieses Kalkwerk ist auch gar nicht richtig zu sehen als
- 54:24einfach nur physischer Ort, es ist ein sehr symbolischer Ort
- 54:28durch dieses Stillgelegte, durch das Kaputte, durch die Räume,
- 54:30die sich darin bieten, die, in dem man sich auch verlieren
- 54:34kann, geht er also immer weiter und tiefer in sich hinein, und
- 54:38das ist sprachlich faszinierend, denn er.
- 54:42Geht von einer Ebene in die nächste.
- 54:44Er erzählt also keine stringente Geschichte, sondern er erzählt,
- 54:48was er von anderen gehört haben, was die gehört haben über den
- 54:52Konrad, was der denn gesagt hätte, und wir befinden uns in
- 54:55Zitatebenen, die in die dritte 4.5.
- 54:57Ebene gehen. Es sind Sätze, die über Seiten
- 55:00hinweg fließen, es geht um keine stringente Erzählung einer
- 55:04Handlung, sondern es geht darum. Gedanken verschriftlichen zu
- 55:10können, und das ist das, was wir am Anfang auch hatten, das, wo
- 55:14ich meinte, Ich bin jemand, der eher im Auditiven oder im im
- 55:18oralen arbeitet, denn diese Dreidimensionalität der
- 55:21menschlichen Gedanken, die in deinem Kopf vorgehen, wie
- 55:25schreibst du die auf, denn schreiben ist linear und Thomas
- 55:28Bernert probiert dieses lineare in irgendeiner Form zu
- 55:31durchbrechen, da ist ja nicht der erste und auch nicht der
- 55:33einzige, und das ist ja etwas, womit Literatur sich oft
- 55:35beschäftigt ist, wie kann ich? Diese nichtlineare Form des
- 55:39Denkens und das Assoziative. Wie kann ich das
- 55:42Verschriftlichen und für mich war das beeindruckende, also bei
- 55:45all der Arbeit, die man in dieses Buch nicht nur als Autor,
- 55:48sondern auch wirklich als Leser und Leserin reinpacken muss, das
- 55:53faszinierende daran ist der Schluss, zu dem er kommt,
- 55:59nämlich eigentlich eine Erklärung des Scheiterns, dass
- 56:04es nicht möglich ist. 1 zu 1 wiederzugeben.
- 56:08Schriftlich, was in deinem Kopf vor sich geht und er zu dem
- 56:12Punkt kommt, der eigentlich auch ein sehr selbstzerstörerischer
- 56:15Punkt ist. Eigentlich geht es nur, dass du
- 56:19deinen Kopf spaltest und dein Gehirn einfach auf das Papier
- 56:23raufwirfst. Eine andere Möglichkeit gäbe es
- 56:26nicht. Sozusagen.
- 56:27Es ist eine sehr. Ein eine sehr krasses Bild finde
- 56:31ich. Aber es ist natürlich nicht,
- 56:33dass er jetzt uns wirklich physisch vorschlägt.
- 56:34Man sollte das machen, sondern ich verstehe genau, was er
- 56:37meint, dass er einfach zu dem Punkt kommt, nach all dieser
- 56:39Arbeit, die er sich gemacht hat, nach all diesen zitatebenen,
- 56:42Kommata, nicht enden wollenden Sätzen, wie kriege ich diese
- 56:45verschlungenen Gedankengänge überhaupt verschriftlicht, dass
- 56:48er sagt, es geht eigentlich gar nicht, und da ist jetzt die
- 56:53Frage, ist das eine, eine, eine Erklärung eines Scheiterns.
- 56:58Oder ist es ein Raum, um im Kalkwerk zu bleiben, der sich
- 57:01jetzt öffnet? Für mich und zu sagen, ich muss
- 57:03erst mal einsehen, dass ich das nicht hinbekommen werde, es ist
- 57:07nicht möglich, was mache ich jetzt, um weiterzugehen, das ist
- 57:13natürlich, wäre es nicht Thomas Bernhard, wenn er uns das jetzt
- 57:16sozusagen geben würde, sondern er führt uns nur an dem Punkt,
- 57:20an dem man akzeptieren muss, dass man eben nicht
- 57:23verschriftlichen kann, wie man möchte, sondern dass man andere
- 57:25Wege braucht und. Und dann kommen wir, glaube ich,
- 57:28wieder eher zu den Büchern, die wie du das mit Stephen King
- 57:32hattest, die einem sagen, wenn wir diesen Fakt akzeptieren, wie
- 57:38können wir trotzdem schreiben und unsere Gedanken
- 57:42niederbringen, so dass auch andere Menschen sie verstehen.
- 57:45Und da muss man, wie gesagt, dazu sagen, Thomas Bernhard.
- 57:49Hatte glaub ich gar nicht so n großes Interesse daran, dass
- 57:52möglichst viele andere Menschen ihn verstehen.
- 57:54Ich verstehe auch immer noch nicht, warum der eigentlich so n
- 57:56unglaublich berühmter Schriftsteller geworden ist,
- 57:57weil eigentlich lesen nur Literaturstudenten und
- 58:02Studentinnen seine seine Bücher, was nein, das stimmt natürlich
- 58:06nicht, aber es ist sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr schwer
- 58:09zugänglich und da sind wir wieder bei dieser deutschen oder
- 58:13deutschsprachigen Sache, also dieser Vorbehalt.
- 58:17Vor Unterhaltung, sondern es muss schwer sein und es ist
- 58:21lohnend. Es ist total geil, es ist, aber
- 58:24es ist wirklich Arbeit und es ist wirklich nicht unterhaltsam.
- 58:27Es ist das, was Literatur eben auch kann, einfach einen
- 58:33fordern, extrem fordern, und ich bin der letzte, der darauf
- 58:37ständig Bock hat, das weißt du, glaube ich, ich glaube, das
- 58:41wissen andere Menschen von mir auch, aber.
- 58:44Aber ab und an, ich hatte vor kurzem ja auch Misses Delaway
- 58:47von Virginia Wulff, es ist immer wieder gut, ab und an auch
- 58:51Bücher zu lesen, die einen wirklich, wirklich fordern, die
- 58:54einen sprachlich und gedanklich fordern, man denkt, du
- 58:56Arschloch, mach doch mal n Punkt, muss denn jetzt wirklich,
- 59:00hat er gesagt, hab ich gehört, dass sie gesagt hat, dass er
- 59:02davon behauptet hätte, dass diese Person mal denkt, warum
- 59:05machst du das? Aber wenn man sich drauf
- 59:07einlässt auf solche Art von Büchern und wirklich einfach mal
- 59:10sagt, ich lass dich machen und probiere mal einfach
- 59:13mitzukommen. Oftmals nicht immer, aber
- 59:17oftmals ist es ein extrem lohnendes Experiment.
- 59:21Also bei bei dem bin ich völlig bei dir und ich hatte vor n paar
- 59:24Monaten quasi Thomas Bernhardt generell mal auf meine Leseliste
- 59:28gesetzt, weil ich im Theater war und den.
- 59:32Unfassbar tollen Nicolas Ofzarek gesehen habe der ein ein Mann
- 59:37Theaterstück von Thomas Bernhard gespielt hat und frag mich nicht
- 59:43wie es heißt, ich habe es vergessen, ich habe vergessen
- 59:44worum es ging, aber ich dachte danach ich glaube ich muss den
- 59:48mal lesen und was mir am deutlichsten in Erinnerung ist
- 59:51und es tut mir sehr leid aber es ist so profan.
- 59:55Er Hochdeutsch gesprochen, er hat nicht gewinnert, es war
- 59:58schlimm, ich dachte, was für eine Verschwendung, ich hab
- 1:00:02extra die Karten so weit vorne wie möglich gekauft.
- 1:00:05Um alles mitzubekommen, und das ist interessant, dass er, obwohl
- 1:00:09in Deutschland natürlich aufgeführt, denn Thomas Bernert
- 1:00:12ist ja glaub ich, legendär dafür geworden, dass er ja.
- 1:00:16Sein Heimatland verachtete er hat also ich glaube, kein Mensch
- 1:00:20hat Österreich so sehr gehasst. Wahrscheinlich wie Thomas
- 1:00:22Bernert, ist aber trotzdem einfach da geblieben, hat sich
- 1:00:24wirklich abgearbeitet an diesem Land und wenn ich mich nicht
- 1:00:27täusche, ist es so, dass er sein in sein Erbe geschrieben hat
- 1:00:33oder in sein Testament, dass er nie in Österreich gespielt oder
- 1:00:38verlegt werden möchte, nicht seiner Werke sein Erbe.
- 1:00:43Erbverwalter in diesem Falle war es, glaube ich, sein Bruder und
- 1:00:47irgendwie muss sein Bruder es zusammen mit den Verlegern
- 1:00:50geschafft haben, keine Ahnung, welche juristischen Dupols zu
- 1:00:53benutzen, um Thomas Bernhard einfach doch weiterspielen zu
- 1:00:57lassen, was ja auch richtig ist, nur weil du das nicht willst,
- 1:01:00Thomas, also die Allgemeinheit hat schon ein Recht darauf auch
- 1:01:03weiter an deiner Klugheit. Das ist es, mit dem man gibt die
- 1:01:07Bücher aus der Hand, wenn sie veröffentlicht sind.
- 1:01:10Ja, auch richtig. Auch Thomas Berner tut das so.
- 1:01:15Das war also mein halbes Buch. Warum war das n halbes Buch?
- 1:01:19Es ist n halbes Buch, weil ich ich glaube, weil es eben nicht
- 1:01:26das ist, was ich normalerweise hier an Büchern erwähne und von
- 1:01:32mir gebe, sondern wirklich ne, ne Ausnahme ist.
- 1:01:37In meinem Leseverhalten oder auch in meiner Tippgebung.
- 1:01:40Und es ist, glaube ich, in diesem Form nur ein halbes Buch,
- 1:01:44denn es ist nicht explizit ein Buch über das Schreiben, das ist
- 1:01:50mir durchaus bewusst, dass es um sehr viel größere Themen geht,
- 1:01:53aber eben durch diese Endsituation mit dem, was ich
- 1:01:56erwähnte, mit dem Gehirn aufs Blatt Papier packen, für mich,
- 1:02:00für mich persönlich, war es ein. Ein ganz, ganz großes Buch eben
- 1:02:05über das Schreiben oder über die Unabdingbarkeit und gleichzeitig
- 1:02:09das nicht möglich sein von Schreiben andere, da sind wir
- 1:02:13wieder Rezeption andere lesen dieses Buch vielleicht ganz
- 1:02:15anders, für mich aber war es ein Buch über das Schreiben.
- 1:02:19Das ist, ich muss es an der Stelle mal so sagen, das ist so
- 1:02:22typisch für dich. Ja, also da haben wir mal ein
- 1:02:24Thema, bei dem ich hier 12 Bücher hintereinander aus der
- 1:02:27Tasche ziehen könnte. Denke ich ja.
- 1:02:30Alles Wichtige dabei so und dann kommst du, dann kommst du mit so
- 1:02:34einem, dass du auch noch als halbes Buch da wirst.
- 1:02:37Daher und sagst ja du schreiben an sich ist ja ganz gut, aber
- 1:02:40denken toll, ich bin nur ich bin zu dir.
- 1:02:47Danke. Aber ich bin mir tatsächlich
- 1:02:50nicht sicher, ob ich versuchen möchte, dieses Buch zu lesen.
- 1:02:53Da muss ich noch ein bisschen drüber nachdenken.
- 1:02:55Das kann ich, kann ich sehr gut verstehen.
- 1:02:57Ich glaube, oftmals ist es also, das merke ich auch als
- 1:03:02Buchhändler, es ist, glaube ich, einfach ganz gut, Bücher einfach
- 1:03:05in die Köpfe von Leuten zu streuen und darauf zu hoffen,
- 1:03:08oder wenn nicht, es ist ja auch nicht Schlimmes, gibt ja auch
- 1:03:091000 andere Sachen, die man lesen kann, aber manchmal ist es
- 1:03:13so, dass du vielleicht auch sagst, in anderthalb Jahren
- 1:03:16weißt du, was krass, das probiere ich jetzt einfach mal.
- 1:03:18Also das ist weiß ich nicht, und das ist für mich dann eigentlich
- 1:03:21schon die, die, die die größte aller Freuden.
- 1:03:24Wenn man merkt, man hat irgendwie vielleicht so so ne
- 1:03:27Idee in den Kopf einer Person gesetzt, um auch das, aber ich
- 1:03:31kann wirklich jeden Vollstens bei der Idee unterstützen,
- 1:03:36dieses Buch nicht zu lesen. In einem Paralleluniversum, in
- 1:03:43dem unendlich großen Quantenuniversum werden wir
- 1:03:49beide, haben wir beide einen Podcast, den wir nur Bücher
- 1:03:52vorstellen, die nicht gelesen werden sollen.
- 1:03:55Das ist nicht Zauber Thema für eine Folge Bücher, die man nicht
- 1:03:58lesen sollte. Oh Gott, da gibt es
- 1:03:59wahrscheinlich auch viele so, aber jetzt lehne ich mich wieder
- 1:04:03zurück und lasse dich wirken und walten.
- 1:04:06Okay dann komme ich zu einem zauberhaften kleinen Band,
- 1:04:10kleiner Band. Nee, also zu einem zauberhaften
- 1:04:12Band mit dem Titel Schreibtisch mit Aussicht zusammen.
- 1:04:18Also es sind verschiedene Essigs zusammengetragen von Ilka
- 1:04:21Piepgras das habe ich geschenkt bekommen und.
- 1:04:24Und diese, diese Essays, diese Texte darin sind von rund 2
- 1:04:30Dutzend internationalen Schriftstellerinnen, also was
- 1:04:34tatsächlich nur Schriftstellerinnen sind, die
- 1:04:37über das Schreiben schreiben. Und es ist, weiß es wirklich, es
- 1:04:41ist so, so schön und. Es ist eigentlich, es ist für
- 1:04:44dich geschrieben worden oder dieses Buch.
- 1:04:47Toll. Und also Lady Smith ist zum
- 1:04:50Beispiel drin, Elena Ferrante Endteiler.
- 1:04:54Ich komme jetzt gerade nicht auf den Namen von dieser deutschen
- 1:04:56Autorin, die auch für die Zeit schreibt.
- 1:04:58Also ihr müsst das sowieso lesen.
- 1:04:59Insofern guckt nach und und auf so ganz unterschiedlichen
- 1:05:03Ebenen. Also die Autorinnen schreiben
- 1:05:06darüber, berichten darüber, warum sie eigentlich schreiben,
- 1:05:09und das ist, das ist so gut, das zu lesen, ne welche welche
- 1:05:12Routinen sie entwickeln, die ganzen Zweifel, die Krisen.
- 1:05:18Ich war, ich war vor kurzem in einer Ausstellung über Scham von
- 1:05:23einer ganz jungen Künstlerin, und da musste ich auch an dieses
- 1:05:28Buch denken, weil sich diesen Raum als Frau zu nehmen und zu
- 1:05:33sagen, ich schreibe etwas, es gibt etwas, das das mich, das
- 1:05:39mich dazu bringt, und ich möchte das und das in einer Welt.
- 1:05:43In der Frauen nicht immer dazu aufgefordert waren, ihre
- 1:05:46Meinung, ihre Sicht auf die Welt tatsächlich mit diesem gleichen
- 1:05:49Selbstbewusstsein wie ein Mann nach außen zu bringen.
- 1:05:54Da kommt auch ganz viel Scham ins Spiel, und das ist so ein
- 1:05:57Punkt, den man ja überwinden muss und sagen muss, okay also
- 1:06:00ich habe diese Selbstwert, und ich mache trotzdem weiter, das
- 1:06:03ist okay, ich darf das ausprobieren, ich muss das
- 1:06:05vielleicht auch ausprobieren, weil es eben diese starke
- 1:06:08intrinsische Motivation in mir gibt, und da findet man
- 1:06:11wirklich. Einige darin und und dann geht
- 1:06:14es natürlich ums Geld verdienen. Wovon lebt man eigentlich, wenn
- 1:06:16man schreibt, wahrscheinlich von was anderem so statistisch
- 1:06:19gesehen Familie, Familie ist toll 2 Kinder zu haben und zu
- 1:06:24schreiben ist eine Herausforderung, ja
- 1:06:28gesellschaftliche Erwartungen, also sowohl an den Text als an
- 1:06:32die Frau an sich, also all das spielt rein und es ist so so
- 1:06:35toll zusammengefasst. Das ist wirklich ein ganz ganz
- 1:06:38tolles Buch und ich habe mir einen Essay rausgesucht.
- 1:06:43Das war mir so besonders in Erinnerung von Catherine
- 1:06:46Czetkovic das ist die Partnerin von Jonathan Franssen, und die
- 1:06:52ist auch Schriftstellerin, das habe ich vorher nicht gewusst.
- 1:06:54Ich auch nicht. Und sie schreibt in ihrem Essay
- 1:06:58sehr, sehr offen über die emotional zerreißende Situation.
- 1:07:04Wenn ein Partner auch ein Schriftsteller ist und er auf
- 1:07:08einmal verdammt erfolgreich wird und.
- 1:07:11Und nicht nur das. Nicht nur das, sondern dann auch
- 1:07:15noch ein so wirklich guter, fairer und kluger Mensch ist wie
- 1:07:21Jonathan Francen. Hassenswert.
- 1:07:23Nein, man kann ihn ja nicht mehr hassen.
- 1:07:24Nee, das ist ja das Hassenswert. Und das ist so bewegend.
- 1:07:29Also diese Offenheit, diese Ehrlichkeit, mit der sie
- 1:07:31schreibt, ihre ihre Gefühle aus sich rausholt und sie seziert in
- 1:07:36diesem Text. Wahnsinn also.
- 1:07:40Das das Essay hat mich über Jahre nicht losgelassen.
- 1:07:43Großartig. Ich möchte bei dem Titel des
- 1:07:49Buches der Essay Sammlung Ich weiß nicht, ob du auf das
- 1:07:52Original sozusagen noch eingehen möchtest oder ist das bei dir
- 1:07:56noch auf deiner? Du meinst Zimmer mit Aussicht?
- 1:08:00Oh mein Gott, das also. Also der u Essay über weibliches
- 1:08:04Schreiben sozusagen. So, nein.
- 1:08:08OK, ich hab jetzt an, ich hab jetzt an das Buch und vor allen
- 1:08:13Dingen auch an den phänomenalen Film gedacht.
- 1:08:15Zimmer mit Aussicht Ian Foster glaube ich ja.
- 1:08:18Toll. Das andere, da hatte ich an
- 1:08:22späterer Stelle dran gedacht, drauf einzugehen, weil ich noch
- 1:08:24einen Titel dabei habe, der noch sehr viel Dichter dran liegt.
- 1:08:27Super. Wunderschön das.
- 1:08:31Das ist eigentlich ja genauso, dass diese, wir hatten das
- 1:08:35natürlich auch im Laden, dieses Schreiben mit Aussicht,
- 1:08:39klassische Essay, Sammlungen und auf wirklich hervorragende Art
- 1:08:43und Weise gemacht. Und es gibt natürlich auch
- 1:08:47viele, viele, viele Einzel Essay Sammlungen von Autoren.
- 1:08:51Also wir haben natürlich einen unserer Lieblingsautoren im
- 1:08:54Laden des Benedikt Wels, der hat auch eine Essay Sammlung
- 1:08:58geschrieben, die Geschichten in uns oder gehst du noch drauf
- 1:09:00ein? Wunderbar, dann brauchen wir ja
- 1:09:02nicht weiter dann. Auf ins nächste Buch mit dir.
- 1:09:06Ich finde das total geil, ich darf sie aber moderieren und so
- 1:09:08abonnieren. Dann nehme ich gleich mal das
- 1:09:11auf, das du beinahe schon angespielt hast.
- 1:09:13Weil dieses also ne, ich gehe einfach mal zum nächsten und
- 1:09:17dann kommen. Wir ja.
- 1:09:18Ohne 20, Kommata und Klammern, die sie nicht schließen.
- 1:09:22Deborah Levi ein eigenes Haus, genau, und da hört man natürlich
- 1:09:27schon raus, es ist vom Titel her sehr, sehr nah, bei dem bei dem
- 1:09:32Essay. Ein eigenes Zimmer, das
- 1:09:34sozusagen von Virginia Wolf, die, wie soll man sagen, die
- 1:09:42die, die das Fundament ist für weibliches Schreiben, für das,
- 1:09:46was notwendig dafür ist, so, und dieser also dieses Buch von
- 1:09:53Deborah Levi ist der 3. Band ihrer, ja, Ihrer.
- 1:09:58Lebensgeschichte ihrer autobiografischen Trilogie Es
- 1:10:02ist so ein bisschen memoire es ist ein bisschen essayhaft, es
- 1:10:04ist Reflexion, es ist wunderbar geschrieben.
- 1:10:07Deborah Levi hat einen so kurzen, prägnanten Schreibstil,
- 1:10:12Ich glaube, niemand in Deutschland schreibt so, sie ist
- 1:10:14Prittin und und sie schreibt so verknappt, so verdichtet und
- 1:10:19dabei trotzdem unglaublich poetisch, aber ohne es zu
- 1:10:23übertreiben mit der Poesie, also es ist es, es ist nie, es ist
- 1:10:27nie mehr, sondern es ist eher so, dass man denkt, so, wenn da
- 1:10:30jetzt noch n Hauch mehr dran wäre, wär es zu viel, aber so
- 1:10:32ist es so perfekt, dass mir Tränen in den Augen.
- 1:10:34Ne Sprache können. Wirklich, wirklich, wirklich,
- 1:10:36wirklich schön und zeitlich ist es sozusagen ihr ja, also ihre
- 1:10:4150er 60er Jahre in ihrem Leben in, in der es spielt, und sie
- 1:10:46hat schon ne Scheidung hinter sich.
- 1:10:48Ihre Töchter ziehen aus und sie sie ja.
- 1:10:53Sie fragt sich im Grunde eben auch deshalb eben auch dieses
- 1:10:55ein eigenes Haus so nah an ein eigenes Zimmer wie eine Frau ihr
- 1:10:59eigenes Leben und ihren eigenen Raum gestaltet.
- 1:11:02Und das auf allen Ebenen, also sowohl als Wohnraum als eben
- 1:11:07auch dieser Raum, in dem geschrieben wird, in dem kreativ
- 1:11:10geschaffen wird und das nicht auf einer komplett abstrakten
- 1:11:14Ebene, sondern sie ist immer echt, sie ist so dicht, so dicht
- 1:11:17am. Am am Leben dran.
- 1:11:20Es macht eine große, große Freude, dass das mit ihr da
- 1:11:25durchzugehen und und ihr dabei zuzuhören.
- 1:11:28Und sie hat zum Beispiel, sie hat so eine Garage gemietet
- 1:11:31gehabt, in der sie geschrieben hat, darüber spricht sie so, und
- 1:11:33ich war so, ich will auch eine Garage.
- 1:11:37Und dann gründest du Apple. Nur.
- 1:11:41Zum Schreiben. Eine Garage für mich allein
- 1:11:44eine. Garage für mich allein.
- 1:11:45Ja, und und und. Es ist wirklich, es ist ein
- 1:11:48bisschen wie eine Anleitung als Frau, die Hauptfigur des eigenen
- 1:11:51Lebens zu werden, wirklich also ein ganz tolles Buch.
- 1:11:55Willst du noch was über Virginia Wolf sagen und ein eigenes
- 1:11:59Zimmer? Gar nicht zwingend du.
- 1:12:01Ich lehne mich wie gesagt zurück.
- 1:12:03Ich fand bei Virginia Wolf, glaube ich, für mich allerdings
- 1:12:09das Faszinierende war, dass es ja bei ihr.
- 1:12:12Eher um die wirtschaftlichen Umstände geht.
- 1:12:14Und du hattest das ja auch schon erwähnt, dass es ja in dem in
- 1:12:17der Essay Sammlung schreiben mit Aussicht auch darum geht und wie
- 1:12:22klar wichtig Virginia Wolff einfach die Situation von
- 1:12:25schreibenden Frauen darstellt, beziehungsweise wie klar sie
- 1:12:27auch darüber ist, dass sie privilegiert ist, dass sie die
- 1:12:31Möglichkeit hat, ohne auf Geld zu achten, ohne auf Carearbeit
- 1:12:35und Familie zu achten, sondern dass sie in einer Situation ist,
- 1:12:39die in ihrer Zeit sonst eigentlich nur Männern
- 1:12:41vorbehalten war. Und dass sie aber diejenige ist,
- 1:12:45die es verschriftlicht hat, die es sozusagen einfach mal ganz
- 1:12:50klar gemacht hat, was das für Frauen in ihrer Zeit bedeutete.
- 1:12:54Und das sozusagen, machte es natürlich zu einem, der
- 1:12:58zumindest in der Literaturwelt wichtigsten Essays des 20.
- 1:13:02Jahrhunderts, würde ich sagen, was, was das Schreiben angeht,
- 1:13:05aber. Du bist im Flow, ich habe ja
- 1:13:07noch. Mehr Bücher auf der Liste ne,
- 1:13:11ich will zu dem nur noch sagen, dass wenn man das einmal gelesen
- 1:13:13hat, also mir ging es jedenfalls so, man kann da nicht aufhören
- 1:13:16das zu sehen, an allen möglichen in allen möglichen Interviews
- 1:13:22oder so, also wie wie stark diese wirtschaftliche Grundlage
- 1:13:25und und Lebensbedingungen dafür sorgen, wer etwas zu sagen hat
- 1:13:30und. Und wie er in der Lage ist, wie
- 1:13:32sie in der Lage ist, das zu sagen, das kommt in dem
- 1:13:35Schreibtisch mit Aussicht auch so ein bisschen mit rein, weil
- 1:13:39da auch meine ich eine Autorin ist, die auch darüber schreibt,
- 1:13:43warum Frauen so viel kürzere Romane schreiben als Männer,
- 1:13:48weil die Kehrarbeit eben da ist, weil wenn man sich abends
- 1:13:51hinsetzt, und wir können jetzt auch ewig drüber reden, wären es
- 1:13:55vielleicht erstmal nur. Kurzgeschichten und nur ne.
- 1:13:58Ich finde ja, die Kurzgeschichte ist die hohe Form des Schreibens
- 1:14:00überhaupt oder episodenromane und man kann sich nicht auf 1200
- 1:14:03Seiten auslassen, weil die Zeit dafür fehlt, so weil die anderen
- 1:14:07Aufgaben nicht die sind halt da und die können nicht einfach
- 1:14:10weggeschoben werden und, und das ist ein, das ist ein großer
- 1:14:14Kampf, und und ich finde dieses Bild vom eigenen Zimmer auch so
- 1:14:17toll, einen Raum zu haben, der nur mir gehört, über den ich
- 1:14:21bestimme, in dem ich bestimme, in dem ich entscheide, wann ist
- 1:14:24die Tür zu, wann ist die Tür auf.
- 1:14:26Finde ich was ganz ganz Elementares im es.
- 1:14:29Ist ja etwas, was lustigerweise in allen Memoires der Kinder von
- 1:14:35Thomas Mann irgendwo Erwähnung findet.
- 1:14:37Ist dieses Büro vom Zauberer, dass du da nicht rein durftest?
- 1:14:41Das war so, das war sein Refugium.
- 1:14:44Und ich meine also was, was die die wirtschaftlichen Aspekte
- 1:14:51angeht, das ob es möglich ist zu schreiben oder nicht.
- 1:14:54Es ist jetzt ja nicht so, dass Männer in einem Arbeits und
- 1:14:57wirtschaftsfreien Raum fungieren, also auch die haben
- 1:15:00ihre ihre Nöte, also ich glaube, auch viele männliche Autoren,
- 1:15:05die ich glaube, wie alle Kultur und Kunstschaffenden, die halt
- 1:15:08auch noch Kohle nebenbei verdienen müssen, geht es, geht
- 1:15:13es auch so. Das normale.
- 1:15:17Der Unterschied daran ist denke ich mal, dass die Kehrarbeit,
- 1:15:21die hauptsächlich ja immer noch von Frauen wahrgenommen wird,
- 1:15:24eben Arbeit ist, die zu Hause stattfindet und nicht du gehst
- 1:15:27für 8 oder 10 Stunden ins Büro oder in die wohin auch immer.
- 1:15:30Ist ja auch egal wohin auch immer, aber die findet woanders
- 1:15:33statt und du gehst nach Hause und dann hast du Ruhe, das ist
- 1:15:36ja das Problem an dieser Kehrarbeit, dass du eigentlich
- 1:15:38nie Ruhe hast, weil. Ja, oder du hast das Gefühl
- 1:15:41also, dass sich davon frei zu machen.
- 1:15:43Das ist das schwierige und das genau auch mit diesem ein
- 1:15:46eigenes Zimmer, dass man einfach sagt, also es hinzubekommen, den
- 1:15:52gesellschaftlichen Realitäten entgegenzusetzen, einfach zu
- 1:15:55sagen, ich mache das jetzt, ich nehme mir diesen Freiraum,
- 1:15:59wieviel innere Kraft das überhaupt erstmal kostet.
- 1:16:02Das zu machen, das ist sozusagen der Punkt.
- 1:16:04Also ohne Frage also diese diese wirtschaftlichen Aspekte, mit
- 1:16:07denen muss jede Person umgehen können, ganz egal welches
- 1:16:11welches Geschlecht sie hat und wie sie sozialisiert ist in, in,
- 1:16:14in der Kunst. Wir haben aber eben bei Frauen
- 1:16:16oder bei weiblich sozialisierten Personen den Punkt von einer
- 1:16:20strukturellen Ungerechtigkeit, also die die, die sich ja sehr,
- 1:16:25sehr langsam abbaut, ne, und natürlich sind wir da heute an
- 1:16:28einem völlig anderen Punkt, als wir es noch vor 50 Jahren waren
- 1:16:31oder so und. Wohl.
- 1:16:34Doch. Sind wir und den anderen, was du
- 1:16:42gerade hattest, so dieses dieses Bewusstsein auch zu haben?
- 1:16:48Ich kann mir diesen Raum nehmen und ich muss ihn mir auch
- 1:16:51nehmen, wenn ich ihn haben will, weil niemand anderes würde ihn
- 1:16:53mir zugestehen und dieses, dass ein Mann ein Büro hat und da
- 1:16:57kommt keiner rein. Also da können wir die Bücher ja
- 1:17:00übereinander stapeln, denen das vorkommt.
- 1:17:01Aber wenn eine Frau sich diesen Raum nimmt oder dieses Büro
- 1:17:04nimmt, ist es was vollkommen anderes.
- 1:17:05Ich hab es wirklich auch bei einer Freundin mal erlebt die
- 1:17:09die n Haus gebaut hat, wo der Bauleiter sie gefragt hat,
- 1:17:12brauchen sie denn jetzt wirklich auch noch ein eigenes Büro?
- 1:17:15Der Mann hat auch schon 1. Können Sie da nicht irgendwo
- 1:17:18anders noch mit drin sitzen oder von Freundinnen die das von der
- 1:17:21Steuer gefragt werden? Ja, sie sind auch selbstständig,
- 1:17:23aber reicht nicht das Büro des Mannes, also das, das ist ja
- 1:17:27auch alles da, ne so absurd wie es ist.
- 1:17:30Es ist wirklich, es ist wirklich absurd, ich, ich habe ja noch
- 1:17:36dieses eine Buch, und das finde ich jetzt, passt gerade in
- 1:17:39diesem Moment ganz gut rein, denn es geht umschreiben vor ein
- 1:17:44paar Jahrhunderten, oh sehr, und es ist ein äußerst amüsanter
- 1:17:49Roman von einem meiner Lieblingsschriftsteller, und Oh
- 1:17:52Gott, hoffe. Hoffentlich habe ich ihn hier
- 1:17:53noch nie. Ich habe ihn glaube ich, noch
- 1:17:54nicht besprochen. Ich rede von dem Buch Rauch und
- 1:17:56Schall, von Charles Slewinsky, einem Schweizer Autoren, und
- 1:18:02dieses Buch Rauch und Schall, Schall und Rauch, wer hat das
- 1:18:05erfunden, mit Schall und Rauch natürlich der gute alte Goethe,
- 1:18:08und es ist ein Buch, das handelt von Goethe, und normalerweise
- 1:18:13würde man ja die Finger davon lassen, wenn man schön gefotzt
- 1:18:15wird, das kann ja nur furchtbar und verquatscht und langweilig
- 1:18:17werden, es ist großartig und klug und lustig und spannend.
- 1:18:22Die Handlung ist die Goethe war auf einer seiner vielen
- 1:18:25Schweizreisen. Ich glaube, insgesamt hatte er 3
- 1:18:27auf jeden Fall. Er kommt nach Hause, es ist
- 1:18:29fiktional ne, es ist jetzt ne erfundene Geschichte und keine
- 1:18:32wirkliche Episode aus Goethes leben, also er kommt nach Hause,
- 1:18:35ist eigentlich ganz entspannt, war alles geil, freut sich auch
- 1:18:38wieder auf zu Hause, es ist mittlerweile ist es der ältere
- 1:18:42Goethe, also Charlotte von Stein ist nicht mehr seine.
- 1:18:47Liebhaberin war sie ja nicht, sie hat ihn ja nicht
- 1:18:48rangelassen. Seine Freundin oder wichtigste
- 1:18:52Person, sondern er ist jetzt mit seiner ehemaligen Haushälterin,
- 1:18:54der Christine Wulpius, zusammen. Er kommt nach Hause und es
- 1:18:59wartet dort ein Brief von ihm aus dem Hofmarschallamt, denn
- 1:19:04der Herzog oder Fürst, Ich glaube n.
- 1:19:05Herzog war es, für den er da arbeitet.
- 1:19:08In Weimar, der dessen Frau hat Geburtstag und wir brauchen das
- 1:19:12große Festgedicht zum Geburtstag, wie jedes Jahr.
- 1:19:15Und da das letztes Jahr dieses Festgedicht muss natürlich von
- 1:19:18den Hofdamen vorgetragen werden, szenisch und da, dass das letzte
- 1:19:22Jahr doch eher ein chaotisches und kein sehr besonders gute
- 1:19:25Aufführung war, hat er jetzt ne Deadline, Goethe und das ganze
- 1:19:29Ding muss bis dahin dahin stehen.
- 1:19:30Goethe denkt sich, ach in 34 Tagen, Herr Jemine, aber Krieg
- 1:19:33mach ich ja auf der linken Arschbacke.
- 1:19:35Er setzt sich also an das Festgedicht und es passiert
- 1:19:39etwas, was Goethe noch nie gehabt hat.
- 1:19:42Schreibblockade. Oh, das ist.
- 1:19:44So ne schöne Idee. Es ist so eine schöne Idee, er
- 1:19:47kommt einfach, er kommt nicht voran, er bleibt hängen.
- 1:19:50Und nun tritt auf die Bühne dieses Buches der Bruder von der
- 1:19:54Vulpius, also sein in Anführungsstrichen Schwager,
- 1:19:58denn verheiratet ist man noch nicht.
- 1:19:59Dieser Bruder ist tatsächlich eigentlich Angestellter von
- 1:20:04Goethe oder Untergebener, denn Goethe ist in seiner Position am
- 1:20:07Hof auch für die Bibliotheken, für die Staatsbibliotheken
- 1:20:11unterwegs, also er ist nicht nur Schriftsteller, sondern er ist
- 1:20:14ja richtig auch Hofmarschall. Und dieser Bruder von der
- 1:20:17Vulpius arbeitet halt in dieser Bibliothek.
- 1:20:19Was er aber eigentlich macht, ist, er ist Schriftsteller und
- 1:20:23in der Bibliothek verdient er wirklich gar nichts und darum
- 1:20:26muss er auch schreiben, denn es geht ihm nicht um hehre Kunst,
- 1:20:28sondern es geht einfach um die hehre Ernährung, und er ist ein
- 1:20:32Vielschreiber und ein auftragsschreiber, er nimmt
- 1:20:34jedes Gedicht an, jedes Theaterstück, Ne liebeskonzette,
- 1:20:37ne Räuberpistole, er schreibt alles am laufenden Bande, er ist
- 1:20:40sozusagen das Bastel Lübbe seiner Zeit und.
- 1:20:44Er hat relativ Erfolg damit, was er macht, also zumindest kann er
- 1:20:48davon leben. Und eben dieser Bruder geht.
- 1:20:51Nun kriegt das natürlich durch seine Schwester mit, dass also
- 1:20:53der arme Goethe unter Schreibblockade leidet und er
- 1:20:56geht hin und sagt Meister. Wenn Sie mögen, ich kann das
- 1:21:01gerne für Sie übernehmen. Ich kann dieses Fest geht ich
- 1:21:04gerne für Sie schreiben. Oh by the Way, Hier ist es schon
- 1:21:09das Einzige, was ich von ihnen möchte, ist, dass sie mich unter
- 1:21:12Ihre Fittiche nehmen und mir helfen, selber halt auch ein
- 1:21:15guter Schriftsteller zu werden. Goethe verachtet diesen Bruder
- 1:21:19für dieses Vielschreiben, für dieses Kulturlose Kunstlose, nur
- 1:21:22fürs Geldschreiben. Und Arroganz Dehn ab und sagt
- 1:21:25also deine Hilfe brauche ich schon mal gar nicht, bis die
- 1:21:28zweite und die dritte Nacht der Schreibblockade kommt und eben
- 1:21:31klar wird, ich brauche Hilfe und das ist sehr sehr praktische
- 1:21:35Hilfe, die der Vulpius ihm gibt und das finde ich ganz angenehm,
- 1:21:38also auch für alle Menschen die schreiben möchten und schon mal
- 1:21:42Schreibblockaden erfahren haben in diesem Buch gibt es
- 1:21:44tatsächlich Tipps, wie man eine Schreibblockade durchbrechen
- 1:21:48oder umgehen kann, also welche Möglichkeiten es gibt.
- 1:21:51Und es ist nicht nur das Thema Schreibblockade, sondern, und
- 1:21:55das finde ich spannend, und da kommen wir wieder zurück auf das
- 1:21:57Thema, in welchen Zeiten lebst du und in welchen
- 1:22:00wirtschaftlichen Umständen. Denn Goethe selbst, Goethe
- 1:22:04namensgeben Stil gen für eine Epoche der Wichtigste, den wir
- 1:22:08im deutschsprachigen Raum haben, zumindest wahrgenommen, ist
- 1:22:12einfach nur Angestellter vom Herrscher, und wenn der Fürst
- 1:22:16oder Herzog sagt so. Abgeht es nach, zieh dich schick
- 1:22:20an, wir fahren nach Berlin und gehen dort jemanden besuchen, er
- 1:22:23muss sofort reagieren, er muss alles stehen und liegen lassen,
- 1:22:25er kann nicht weiterschreiben, er ist einfach auch nur
- 1:22:28Angestellter und in seinen wirtschaftlichen und
- 1:22:31gesellschaftlichen Zwängen, und das fand ich sehr gut, dass
- 1:22:34Wilwinski darauf noch mal hin, dass selbst ein Mensch wie
- 1:22:37Goethe nicht in einem freien Raum schwebt, sondern.
- 1:22:41Abhängig ist von Wirtschaft, von Gesellschaft und so geht es ja
- 1:22:46großen auch, selbst großen erfolgreichen
- 1:22:48Schriftstellerinnen und Autorinnen ja auch heutzutage
- 1:22:50noch. Man denkt immer, dass keine
- 1:22:52Ahnung ein Autor, jetzt haben wir irgendwie pollhaus, dass die
- 1:22:55also wirklich erfolgreiche, die wirklich viel Geld machen mit
- 1:22:57ihren Büchern. Selbst die sind nicht im
- 1:23:00luftleeren Raum, sondern sie sind abhängig vom Markt.
- 1:23:03Auch sie müssen Ihre Lesetouren machen und also sie alle haben
- 1:23:07sozusagen immer wieder die Schwierigkeiten, bei einigen
- 1:23:10wiegt es nur schwerer als bei anderen, aber, und das ist das
- 1:23:13Große, wie gesagt, an diesem Charles Lewinski Buch, es ist
- 1:23:16dazu auch noch unglaublich amüsant und lustig, weil er mit
- 1:23:20einer Schnodderigkeit auch über Goethes.
- 1:23:22Stil und Goethes Größe hinweg geht es eine große, große
- 1:23:26Freude, wenn man mal ein bisschen respektlos an diesen
- 1:23:28Meister herangehen möchte. Das klingt sehr, sehr toll.
- 1:23:33Das war also das eine von meinen Anderthalben.
- 1:23:36Ja, vielen Dank für diesen für diesen tollen Schreibtipp und
- 1:23:40ich muss das unbedingt lesen. Sehr schön also nicht nur wegen
- 1:23:44der Schreibtipps, sondern weil ich.
- 1:23:47Sehr, sehr gerne diese schnoddrigkeit Goethe da
- 1:23:53konfrontiert wird und dass er um Hilfe bitten muss.
- 1:23:56Ja, das. Ist diese.
- 1:23:57Erniedrigung, das ist wirklich, wirklich zauberhaft.
- 1:24:01Ja, das das gefällt mir. Die Vorstellung.
- 1:24:04Vielleicht war der Goethe ja auch nur ein Mensch.
- 1:24:07Man kann es munkeln. Ich hab noch 2.
- 1:24:11Ich mach's auch. Kurz bevor hier irgendjemand.
- 1:24:15Hintenüber kippt. Hintenüber kippt hinter mir
- 1:24:18sitzt nämlich der Produzent. Wir sind eh schon Monique ist
- 1:24:20vollkommen egal. Wir sind jenseits jeglicher
- 1:24:22Zeitrahmen, die wir uns je in unserem Leben gesetzt haben.
- 1:24:25O K. Das eine, was ich noch habe, ist
- 1:24:28ein Roman, und zwar von Tom Rachmann die Hochstapler.
- 1:24:32Ist sein letzter Roman, glaube ich.
- 1:24:35Ich meine, ich habe ihn im letzten Jahr gelesen, bin ich
- 1:24:37mir ganz sicher, und das ist im Grunde eine Sammlung
- 1:24:41verschiedener Figuren, die in verschiedenen Kapiteln
- 1:24:43auftauchen und eine Figur, nicht nur eine mehrere Figuren davon
- 1:24:49sind, also eine Schriftstellerin oder ein Schriftsteller, die
- 1:24:55sich selber inszenieren gegenüber der Welt, und es ist
- 1:24:57ein großer Spaß, das zu lesen. Also auch so nach und nach drauf
- 1:25:02zu kommen und auf welchen Irrtümern sie aufsitzen, also
- 1:25:06der, der der Schriftsteller zum Beispiel, der fasst dann so
- 1:25:09einen Plan, der guckt auch so herab auf sozusagen diese
- 1:25:12Unterhaltungsliteratur und beschließt, Oh jetzt, ich muss
- 1:25:15mal Geld verdienen, jetzt schreibe ich hier mal mal was
- 1:25:17nach Lehrbuch und sieht sich selber schon, dass sein
- 1:25:20Manuskript bei einer Auktion gehandelt wird, und sagt seinem
- 1:25:23langjährigen Verleger, na ja, das also, weil das ist ein
- 1:25:26kleiner Verlag. Da geht es um was anderes und so
- 1:25:29und er will, er will jetzt mal so richtig weiß ich nicht bei
- 1:25:31einem ganz, ganz großen Verlag rauskommen und hat eigentlich
- 1:25:35diesen Vertrag, gibt das Ganze auf um um da versteigert zu
- 1:25:39werden und das wird dann irgendwie alles ganz anders und
- 1:25:45das das also ich mag Tom Rachmann sowieso sehr, sehr gar
- 1:25:49nicht mag wie er schreibt und dass er hier ein Buch über ihn.
- 1:25:54Identitäten und schreiben geschrieben hat und dieses
- 1:25:57dieses Verwirrspiel damit, wer ist man eigentlich, wenn man
- 1:26:01schreibt und wie kann man das alles auseinanderhalten?
- 1:26:04Das ist, das ist wirklich ganz, ganz großer Spaß beim Lesen und
- 1:26:09und aber in dieser tollen Tom rachmann Sprache also, die ja
- 1:26:12auch sehr amerikanisch ist, aber eben auch so, ja präzise auf den
- 1:26:16Punkt und und trotzdem eine schöne literarische Leichtigkeit
- 1:26:21hat und. Er verwebt diese verschiedenen,
- 1:26:24ja teilweise auch unzuverlässigen Erzähler
- 1:26:29Erzählerinnen da miteinander. Das macht viel.
- 1:26:32Viel Spaß. Wie hieß das Buch noch mal?
- 1:26:34Ah, die Hochstapler. Die Hochstapler.
- 1:26:36Und Tom Rachmann heißt der Autor.
- 1:26:39Und dann habe ich ganz zum Schluss ein Buch, über das du
- 1:26:41bestimmt auch noch gerne reden möchtest.
- 1:26:42Du hast es schon erwähnt, es ist das eine Buch von Benedikt Wels,
- 1:26:48das ich wirklich Liebe. Und bevor es ist das eine Buch
- 1:26:52von Benedikt Wels, was ich nie gelesen habe, also darum, also
- 1:26:56Paul könnte jetzt hier wirklich einspringen, aber das geht auch
- 1:27:01in deine, aber er schreibt einfach wahrscheinlich auch in
- 1:27:03diesen SS. Er schreibt einfach schon immer
- 1:27:05so toll, dieser Mann wahrscheinlich dort auch.
- 1:27:09Also dieses die Geschichten in uns heißt das Buch vom Schreiben
- 1:27:12und vom Leben, und wenn dir das jetzt bekannt vorkommt, ja, es
- 1:27:15ist angelehnt an Stephen King, denn Benedikt Wels liebt dieses
- 1:27:18Buch von Stephen King auch so sehr und vielleicht irgendwie.
- 1:27:22Also ich hab, ich hab ein Buch von Benedikt Wels gelesen, das
- 1:27:25hab ich sogar zweimal gelesen, und zwar nicht, weil ich es so
- 1:27:28toll fand, sondern weil ich einfach komplett vergessen habe,
- 1:27:30dass ich es schon gelesen habe und dann hab ich quasi als ich
- 1:27:33so oh ich weiß nicht was ich lesen soll und dann hab ich das
- 1:27:35in die Hand gedrückt bekommen, ich dachte ja gut.
- 1:27:37Alle lieben Benedikt Wels lese ich den auch mal.
- 1:27:39Und dann dachte ich so hä, das kommt mir so bekannt vor und
- 1:27:43dann irgendwann so bei der Hälfte fiel mir auf, nee, das
- 1:27:45kann kein Zufall sein, diese Kellnerin ist mir schon mal
- 1:27:47begegnet, das habe ich schon gelesen und es ist also ich
- 1:27:52weiß, dass er gut schreibt ich ich erkenne auch an was er
- 1:27:55macht, aber seine Romane sprechen nicht so sehr mit mir,
- 1:27:59aber dieses Buch über das Schreiben fehlt.
- 1:28:03Phänomenal. Also er ist so ein bisschen wie
- 1:28:05dein Paul Auster, dann für mich sozusagen.
- 1:28:08Also es ist interessant, aber da sind wir wieder bei Literatur,
- 1:28:12also dass man anerkennen kann, das ist gut geschrieben, aber er
- 1:28:14spricht nicht zu dir, aber diese Essays ist das tatsächlich
- 1:28:19immer. 1 übers Schreiben und 1 übers Leben, oder vermischt er
- 1:28:22das schon? Ja, er vermischt es schon und
- 1:28:24man kann, aber ich glaube, es ist so, dass die erste Hälfte
- 1:28:27ist sehr viel stärker über das Leben ist auch eine sehr, sehr
- 1:28:30spannende Geschichte, seine Lebensgeschichte und.
- 1:28:33Und im zweiten Teil wird er dann praktischer auf die einzelnen
- 1:28:39schreib Methoden gar nicht, sondern so die einzelnen Phasen
- 1:28:46im Schreiben so das das trifft es glaube ich am besten und und
- 1:28:51so habe ich es auch gelesen. Also ich habe quasi diesen
- 1:28:54Lebensteil wirklich eben wie ein Memoire gelesen mit einer großen
- 1:28:59Freude und. Und einer großen
- 1:29:01Entdeckungsfreude daran und einer großen Zuneigung zu ihm.
- 1:29:05Als also als dieser Junge, der, der das alles erlebt hat und
- 1:29:08sich da so rausarbeitet und so klar irgendwann weiß, was er
- 1:29:12werden will und und und, so dafür kämpft, dass er das auch
- 1:29:17werden kann, das hat mir sehr gefallen, und das ist ja, er
- 1:29:20lebt ja dann zu einer Zeit in Berlin, in der ich auch in
- 1:29:22Berlin gelebt habe. Und, und das ist schön, das ist
- 1:29:25wirklich schön so, dieses dieses Berlin wieder zu entdecken und
- 1:29:29so. Und diesen zweiten Teil habe ich
- 1:29:31quasi immer parallel gelesen zu dem, was für mich gerade wichtig
- 1:29:35war beim Schreiben und da also würde ich also, oh mein Gott,
- 1:29:43seine Liebe zu Stephen King, das ist so schön, ich teile ja
- 1:29:45ungern meine Liebe zu bestimmten Schriftstellern oder Künstlern
- 1:29:49mit anderen Menschen, aber das tatsächlich wirklich sehr, sehr
- 1:29:53gern. Und, und die hat so eine
- 1:29:57unfassbar kluge Art, sich auszudrücken, zu schreiben,
- 1:30:01Sachen zu beschreiben, den Schreibprozess selber in Worte
- 1:30:04zu fassen, das ist toll. Und wenn ich fest saß mit meinem
- 1:30:11Roman oder nicht fest saß, als ich kürzen musste, das ist es
- 1:30:17war so schmerzhaft. Also ich musste ein Drittel
- 1:30:19kürzen, und dann dachte ich an Benedikt Wels, und ich dachte
- 1:30:22also, seine erste Version von Becks letzter Sommer hatte 1400
- 1:30:28Seiten. Dieses Buch hat knapp 400
- 1:30:30Seiten. Das ist ja der Hammer.
- 1:30:32Es ist der Hammer und er hat dann so eine schöne Szene drin.
- 1:30:35Er hatte eine eine Lieblingsszene in diesem Buch,
- 1:30:39und zwar die Hochzeit der Schwester von Beck und im
- 1:30:42fertigen Buch hat Beck nicht mal mehr eine Schwester, Oh Gott.
- 1:30:45Ja, okay you Darling, oh Gott, oh Gott, das ist ganz
- 1:30:49sommerfeucht. Ja, und und dann ist Benedikt
- 1:30:52wäre jetzt ja auch ein langsamer Schreiber, also der schreibt ja
- 1:30:55schon mal so 2 Jahre in einem Buch und dann überarbeitet er
- 1:30:57noch mal 2 oder 3 oder an manchen nicht an allen und ich
- 1:31:01fand es immer so tröstlich so ich ja, also es ist wirklich,
- 1:31:07wirklich schön. Ich bin total gespannt auf die
- 1:31:11Bücher, die er jetzt schreiben wird, nachdem er dieses Buch
- 1:31:14geschrieben wird, weil ich glaube, das verändert auch noch
- 1:31:18mal was, das ist ein bisschen also für mich las es sich
- 1:31:21wirklich auch, wieso eine Zäsur im Leben, warum auch, also ich
- 1:31:24bin, ich bin total gespannt auf den richtig erwachsenen Benedikt
- 1:31:27Wells. Es wird halt interessant, weil
- 1:31:29bislang ja eigentlich würde ich fast sagen, nahezu alle seine
- 1:31:32Bücher eigentlich von wie heißt es jetzt immer so schön, Coming
- 1:31:36of Age, Runneln und. Und in ich find Sie so stark,
- 1:31:41ich find sie so großartig, aber ich mich auch frage, wann
- 1:31:45beginnen die in Anführungsstrichen
- 1:31:47erwachsenenthemen also wann hat er sozusagen sein eigenes Coming
- 1:31:51of Age hinter sich gebracht, abgesehen davon, dass er auch
- 1:31:54noch ein so unglaublich angenehmer, höflicher,
- 1:31:57zurückhaltender Mensch ist. Und ich glaube übrigens 90% der
- 1:32:01Menschen, also der Kunden, die zu uns in den Laden kommen,
- 1:32:04denken erst Amerikaner. Echt alle, sagen Benedict Wells
- 1:32:09und ich so, ihr wisst aber schon, dass der deutschsprachig
- 1:32:11ist und nicht Wells halt. Es hat natürlich auch n bisschen
- 1:32:14was natürlich mit dem berühmten Wells zu tun, warum viele das?
- 1:32:17Vielleicht auch mit einigen seiner ne.
- 1:32:18Der eine Roman spielt auf jeden Fall in Amerika.
- 1:32:20Er hat sehr viel mit Amerika zu tun.
- 1:32:22Ja, also so 2 Bücher, von denen ich es auf jeden Fall weiß, und
- 1:32:25er hat da schon natürlich die Faszination.
- 1:32:28Aber wie schön, dass zumindest dieses Buch wirklich in seiner
- 1:32:32Gänze zu dir so laut sprach. Also das ist wirklich bei bei
- 1:32:35dem anderen. Ich habe das Gefühl, das sind so
- 1:32:37Jungs Geschichten, das ist völlig in Ordnung, aber es ist
- 1:32:39halt irgendwie einfach nicht oder nicht mehr so irgendwie das
- 1:32:43Thema, was mich jetzt so so umhaut, aber aber in diesem Buch
- 1:32:46zeigt er, was für ein begnadeter Schriftsteller er ist.
- 1:32:49Und das, Ach, es ist eine ganz große Freude, und dieses Buch
- 1:32:52hat so eine, so eine Seidigkeit. Also es hat eine bestimmte
- 1:32:56Schwere. Ich kann auch nicht, ich kann
- 1:32:58das jetzt nicht komplett am Stück lesen, weil ich immer
- 1:33:01irgendwie erst mal verarbeiten muss, was er geschrieben hat,
- 1:33:03verdauen muss und ja, und das ist wirklich wie etwas, wieso
- 1:33:09ein sehr, sehr schönes, schweres Seidenband, was sich so durch
- 1:33:13die Tage so durchzieht und und und dadurch auch verändert, die
- 1:33:15haben dann ganz andere. Stimmig Seidigkeit also für
- 1:33:18seine Sprache auch. Also die ist so.
- 1:33:21So wie Seide. Nicht komplett anschmiegsam,
- 1:33:23aber anschmiegsam genug, dass man sie gerne spürt.
- 1:33:27Einfach da, toll Mensch und was also ich muss sagen, Hut ab, du
- 1:33:33alte Erzählerin, was für einen Rahmen du gesetzt hast von
- 1:33:37Stephen King bis zu Benedikt also das ist das, das hast du
- 1:33:41doch geplant mit langer Hand versaut.
- 1:33:43Also du hast natürlich den ja wohl frei eingebracht, aber die
- 1:33:45wollte ich gar nicht. Kennen.
- 1:33:48Das waren wirklich zauberhafte Bücher.
- 1:33:51Monique, wie gesagt, auch ihr liebe Hörerschaft, die es bis
- 1:33:55hierhin durchgehalten habt, mit uns alle Bücher, falls ihr
- 1:33:59nachlesen wollt, worüber wir gelesen haben oder ihr sie euch
- 1:34:01selber besorgen möchtet, findet ihr natürlich in unseren Show
- 1:34:05Notes. Des Weiteren gibt es auch immer
- 1:34:07wieder Informationen auf unserem Instagram namens im Bett mit
- 1:34:11Buch und haben wir noch was? Instagram Show Notes alles
- 1:34:16dabei. Es bleibt uns natürlich noch
- 1:34:19übrig. Das Buch fürs Bett.
- 1:34:21Das. Buch fürs Bett.
- 1:34:24Also, ich könnte. Ja, ich habe nämlich keine
- 1:34:26Stimme mehr okay. Dann werde ich wohl reden
- 1:34:28müssen, so das heutige Buch fürs Bett ist tatsächlich auch ein
- 1:34:33Buch, was vom Schreiben handelt, es ist von einem der großen
- 1:34:36amerikanischen Autoren, der jetzt Zeit, nämlich von
- 1:34:40Personal, Personal, von Personal Everett, und das Buch heißt,
- 1:34:45ausradiert. Und es handelt von einem, wie
- 1:34:49unser Autor selber auch afroamerikanischen Autoren
- 1:34:52namens Thelonious Alison. Natürlich ist der Spaß dabei,
- 1:34:55dass er Thelonious Monk. Allison heißt, und dieser Mann
- 1:35:00ist Schriftsteller, und er ist sehr verzweifelter
- 1:35:03Schriftsteller, denn er ist unglaublich ambitioniert
- 1:35:07inhaltlich, also er lebt wirklich eigentlich nur in
- 1:35:10griechischen Tragödien. Tragödien, ist also hochgradig
- 1:35:13intellektuell unglaublich verquarzt im Denken sehr, sehr
- 1:35:17kluger Mann, und wie man sich denken kann, nicht besonders
- 1:35:20erfolgreich als Schriftsteller, der hat eine kleine Fangemeinde,
- 1:35:23die also sehr literarisch gebildet ist.
- 1:35:25Aber das hält einem jetzt auch nicht am Laufen, und.
- 1:35:27So Rumhange einer nach dem anderen, also groß werden,
- 1:35:31erfolgreich werden. Er ist auf einer
- 1:35:33Literaturveranstaltung, wo also bei ihm sitzen 5 Leute und im
- 1:35:36Saldaneben im Saldaneben geht's um Ghettoroman Tausende Gäste,
- 1:35:41alle feiern diese Autorin und er denkt sich, wisst ihr was,
- 1:35:44diesen Scheiß kann ich auch er er findet sich ein Pseudonym und
- 1:35:47schreibt den Quint ist jetzt jetzt Quint ich kann heute nicht
- 1:35:50mehr reden schreibt den Quint es ist essen ich fange noch mal neu
- 1:35:55an. Also er nimmt sich ein Pseudonym
- 1:35:58und schreibt einfach einen Stereotypen Ghetto Roman mit dem
- 1:36:03wunderbaren Titel Fuck. Und dieser Roman sprengt alles.
- 1:36:08Es ist ein riesen riesen riesen Erfolg.
- 1:36:12Nur was er sich vorher nicht dachte, kriegt er natürlich auch
- 1:36:16Probleme im realen Leben, denn sein Pseudonym ist so
- 1:36:20hanebüchen, dass er das eigentlich gar nicht einhalten
- 1:36:22kann. Vor allen Dingen, dass es so n
- 1:36:23Erfolg wird und er auch interviewt werden soll und
- 1:36:25natürlich irgendwie in die Öffentlichkeit soll, was er aber
- 1:36:28aufgrund seines Pseudonyms gar nicht so richtig kann.
- 1:36:30Ich will das jetzt hier nicht spoilern, es ist auf jeden Fall
- 1:36:32ein großartiger Spaß, tatsächlich über das Schreiben,
- 1:36:36es passt in unser Thema und unterhaltsam genug, um wirklich
- 1:36:39einfach mal auch im Bett weggeschlubert.
- 1:36:42Zu können, da war das Wegschlubbern wieder.
- 1:36:44Ich will einfach immer alles lesen, worüber du sprichst,
- 1:36:47außer Thomas. Bernhard Da habe ich zumindest
- 1:36:50meinen Beruf ganz gut. Schön, jetzt bin ich.
- 1:36:53Also. Auch schon.
- 1:36:53Fast meine Stimme los, so wie du.
- 1:36:55Ja, ich merke mir, lieber Kurt, du musst mehr reden sonst.
- 1:37:00Fehlen Essentielle, finden am Ende.
- 1:37:06Ich merke mir das für den nächsten Podcast.
- 1:37:09Vielen Lieben Dank. Und ihr, liebe Zuhörerinnen?
- 1:37:13Und Zuhörer unseres Podcasts im Bett mit Buch.
- 1:37:16Vielen Dank, dass ihr bis zum bitteren Ende mit euch
- 1:37:19durchgehalten habt, mit uns durchgehalten habt.
- 1:37:21Wir haben wieder jeglichen Rahmen gesprengt, allerdings
- 1:37:24ehrlich gesagt weniger als ich vermutet habe, also all good.
- 1:37:30Ja, wenn sich unsere Hörerinnenschaft.
- 1:37:33Zweistündige Podcasts wünscht Warum sollten wir, wer sind wir
- 1:37:37dazu? Nein zu sagen, falls ihr dazu
- 1:37:39eine Meinung habt, wie gesagt, auf Instagram könnt ihr uns
- 1:37:42diese Meinung auch. Kundtun, Schreiben, schreiben
- 1:37:45weniger oder mehr. Ich mehr ist mehr weniger ist
- 1:37:48mehr, je nachdem wer will. Und wenn ihr dann auch noch
- 1:37:51einfach 3 bis 700€ monatlich an uns spendet, sind wir auch gerne
- 1:37:56dabei das entgegenzunehmen. Wie gesagt, die Information dazu
- 1:37:59gibt es in. Den Shownotes entweder über
- 1:38:02Steady oder über Vero paypal. Also verschiedene Möglichkeiten,
- 1:38:05wie ihr das Geld an uns werfen könnt.
- 1:38:09Vielen Dank dafür an euch schon mal im Voraus und bis zum
- 1:38:13nächsten Mal. Lieber Kurt, bis in 2 Wochen.
- 1:38:15Ich freue mich. Ciao ciao ciao.
- 1:38:20Im Bett mit Buch ist eine Produktion von irgendwas ist
- 1:38:23immer. Konzept und.
- 1:38:24Produktion Götz Gring Muth, Daimer Redaktion und Host Mundi,
- 1:38:29Lukas und Kurt von Hammerstein.