Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #21 Folge 12: Hinter der Therapie-Tür: Was dein Partner wirklich lernt (CRAFT-Mindset 12/14)
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen zu unserer gemeinsamen Betrachtung.
- 0:04Schön, dass du heute wieder da bist und dir ja Zeit nimmst für
- 0:08dich, für ein Thema, das dich gerade bestimmt sehr umtreibt.
- 0:11Es geht um diesen Moment, kennst du sicher, wenn dein Partner
- 0:14deine Partnerin endlich ja sagt ja zur Therapie, wow, ein
- 0:19riesiger Schritt, aber was passiert dann eigentlich hinter
- 0:23dieser verschlossenen Tür? Wir wollen da heute mal genauer
- 0:26hinschauen, speziell auf den Community readonforcement
- 0:29approach, also CRA. Ziel ist es, das Ganze für dich
- 0:33als Angehörige oder Angehörigen ein bisschen, na ja, klarer zu
- 0:37machen, vielleicht auch ein bisschen die Unsicherheit zu
- 0:39nehmen, die Grundlage für unser Gespräch heute ist übrigens ein
- 0:43Artikel aus der Serie das CRA Mindset Manifest von Neelix,
- 0:47Berlin, das ist Teil 12. Du fühlst jetzt wahrscheinlich
- 0:51so eine Mischung, oder? Einerseits Erleichterung.
- 0:54Puh, endlich passiert was, aber vielleicht auch Nervosität, was
- 0:58machen die da genau, milf das wirklich?
- 1:00Das ist, glaube ich, ein ganz zentraler Punkt.
- 1:03Absolut, diese Unsicherheit ist total normal.
- 1:06Angst vor dem Unbekannten, das kennt ja jeder.
- 1:08Genau. Und der Artikel sagt auch, und
- 1:11das geben wir mal so weiter, diese Infos hier können Hoffnung
- 1:14machen, aber sie zeigen eben auch die eigentliche Arbeit, die
- 1:18fängt für deinen Partner jetzt erst an.
- 1:20Und deine Rolle? Die wird sich wahrscheinlich
- 1:22verändern. Bevor wir aber richtig tief
- 1:25eintauchen, noch was Wichtiges vorab der Kopf hinter Nielix
- 1:29Berlin Gabriel, Wir nennen bewusst nur den Vornamen, ist
- 1:33selbst von Sucht betroffen und auch von psychischen
- 1:36Herausforderungen. Das ist glaube ich n ganz
- 1:39zentraler Punkt. Ja, finde ich.
- 1:40Auch das ist keine Randnotiz. Gabriel teilt seine Erfahrung
- 1:44ganz offen auf seiner Webseite. Warum?
- 1:47Na ja, um ne ehrliche Verbindung aufzubauen zu dir um dir zu
- 1:51zeigen, hey, du bist mit diesen Sorgen, mit diesen Hoffnungen,
- 1:55mit dem ganzen Chaos, vielleicht auch nicht allein.
- 1:58Das schafft natürlich ne ganz andere Vertrauensbasis, wenn man
- 2:02merkt, da spricht jemand aus eigener Erfahrung.
- 2:04Absolut so. Aber jetzt mal Butter bei die
- 2:07Fische, was genau ist diese CRA Therapie, in die dein Partner
- 2:11jetzt vielleicht geht? Genau also CRA, das steht für
- 2:15Community Reinforcement approach.
- 2:18Das ist sozusagen das Mutterprogramm von CAF.
- 2:22Ah OK. CAF kennen ja vielleicht einige
- 2:25von ihr als Angehörige richtig und CRA ist jetzt quasi das
- 2:30Pendant für den Suchtkranken selbst.
- 2:32Es ist eine umfassende Verhaltenstherapie.
- 2:35Das Kernziel ist eigentlich, das Leben so neu zu gestalten, dass
- 2:39Nüchternheit, also das nicht konsumieren lohnen.
- 2:43Mandariert attraktiver als der Konsum selbst.
- 2:46Community re enforcement also Verstärkung durch die
- 2:48Gemeinschaft. Exakt.
- 2:50Es geht darum, positive Verstärker, Belohnungen
- 2:54sozusagen für nüchternes Verhalten zu finden, und zwar im
- 2:59sozialen Umfeld, in der Community, Familie, Arbeit,
- 3:03Freunde, Hobbys, all das. Was ich darin ja besonders
- 3:06spannend finde, und das betonte Artikel auch, ist diese Idee der
- 3:09gemeinsamen Sprache. Also, dass vieles, was man
- 3:12vielleicht aus CAF kennt, der Partner jetzt in CAA lernt.
- 3:16Stimmt das so? Ja, absolut.
- 3:18Das ist ein ganz wichtiger Punkt.
- 3:20Nimm mir mal die Funktionsanalyse, die kennst du
- 3:23vielleicht aus CAF Situationen analysieren, was war der
- 3:27Auslöser, was war das Verhalten, was waren die Konsequenzen um
- 3:32eben dein Verhalten und den Konsum besser zu verstehen und
- 3:36genau dieses Werkzeug lernt dein Partner jetzt auch.
- 3:40Aber er wendet es auf sich selbst an.
- 3:43Was löst bei mir den Konsum aus, welche Funktion hat das
- 3:47eigentlich für mich und ganz wichtig, welche positiven
- 3:52Alternativen gibt es dazu? OK, das heißt, man schaut auf
- 3:55dieselbe Art auf das Verhalten. Genau oder?
- 3:58Nimm Kommunikationsfähigkeiten in beiden Programmen, CR Ray und
- 4:03C. Ray geht es darum, positiv zu
- 4:05kommunizieren. Klar, konstruktiv, nicht
- 4:08vorwurfsvoll. Und Problem lösen auch, oder?
- 4:11Ja, das strukturierte Problem lösen, auch das ist ein
- 4:14gemeinsames Element. Man lernt in beiden Ansätzen
- 4:17Probleme Schritt für Schritt anzugehen, systematisch statt,
- 4:20na ja, einfach impulsiv zu reagieren.
- 4:23Gibt es denn in CIA auch spezielle Werkzeuge, die jetzt
- 4:26nur für den Betroffenen sind, die ich aus Craft vielleicht
- 4:29nicht kenne? Ja, die gibt es auch.
- 4:31Zum Beispiel das Sobriety Sampling.
- 4:34Das heißt so viel wie Nüchternheit mal ausprobieren,
- 4:37also ganz bewusst für eine bestimmte Zeit nüchtern bleiben
- 4:40und erleben, Hey, was passiert denn da Positives.
- 4:43Ah okay so ne Art Testphase. Genau.
- 4:47Oder das Drink Drug refusal Training.
- 4:50Da wird ganz konkret geübt, wie sage ich, nein, wie lehne ich
- 4:54konsumangebote ab, selbstbewusst, ohne mich
- 4:57schlecht zu fühlen, es geht wirklich um praktische
- 5:00Fähigkeiten für den Alltag. Der Artikel hat da so eine
- 5:02schöne Analogie, fand ich. Ihr habt vielleicht an
- 5:06verschiedenen Enden angefangen, aber ihr lernt dieselbe Sprache
- 5:10und benutzt dieselben Werkzeuge, um euch in der Mitte zu treffen.
- 5:13Das ist ein starkes Bild, ja. Das trifft es ziemlich gut, weil
- 5:18diese gemeinsame Basis, die da entstehen kann, die hat ja auch
- 5:21ne wissenschaftliche Grundlage, ach.
- 5:22Erzähl mal. CAA basiert stark auf der
- 5:25Erkenntnis, wie unglaublich wichtig unser Umfeld für unser
- 5:29Verhalten ist. Gerade bei Sucht.
- 5:31Das Stichwort ist enrichd Environment.
- 5:34Angereichertes Umfeld. Genau, ein Umfeld, das anregend
- 5:38ist, das unterstützt, berühmt geworden ist das durch das Red
- 5:42Park Experiment. Hast du davon schon mal gehört?
- 5:45Ja, dunkel. Ratten im Paradies quasi.
- 5:48So ungefähr, ja, ganz vereinfacht.
- 5:51Ratten, die in einem großen, spannenden Gehege lebten, mit
- 5:55anderen Ratten, mit Spielzeug, eben diesem Red Park, die haben
- 5:59viel seltener zu Morphin Wasser gegriffen als Ratten, die
- 6:03isoliert in kahlen Käfigen saßen.
- 6:05Okay und CIA versucht das jetzt für Menschen nachzubauen.
- 6:10Im Prinzip ja. Es versucht, die Prinzipien
- 6:13dieses Red Parks auf das menschliche Leben zu übertragen.
- 6:16Also wie kann das Umfeld, Familie, Freunde, Arbeit,
- 6:20Freizeit so gestaltet werden, dass gesunde Aktivitäten einfach
- 6:24attraktiver werden als die sucht?
- 6:26CIR schaut sich deshalb ganz genau an, welche positiven
- 6:30Funktionen erfüllt die sucht denn eigentlich?
- 6:33Ist es Entspannung? Ist es soziale Zugehörigkeit,
- 6:36ist es Flucht vor Problemen? Und dann und.
- 6:40Dann sucht die Therapie ganz gezielt nach gesunden,
- 6:44konkurrierenden Aktivitäten, die genau diese Bedürfnisse auch
- 6:47erfüllen können, also zum Beispiel Entspannung durch
- 6:50Sport, Meditation oder Hobbys statt durch die Substanz,
- 6:55Zugehörigkeit durch neue Freundschaften, Vereine statt
- 7:00durch die alte Konsumclique. Also sehr praktisch, sehr
- 7:04funktional gedacht. Ja, total.
- 7:06Es geht weniger darum, nur im Warum der Vergangenheit zu
- 7:10wühlen, obwohl das auch seinen Platz haben kann, sondern vor
- 7:13allem welche Funktion hat das Verhalten heute und wie können
- 7:18wir diese Funktion gesünder erfüllen?
- 7:21Sehr pragmatisch. Das erinnert mich an ein Zitat
- 7:24aus dem Artikel. Eine gute Therapie gibt dir
- 7:27keine fertige Karte, sie gibt dir einen Kompass und lehrt
- 7:30dich, ihn zu lesen. Dein Partner lernt also jetzt
- 7:33mit den Werkzeugen von Craft seinen eigenen Kompass zu
- 7:37benutzen, seinen eigenen Weg zu finden.
- 7:40Und hier wird es ja jetzt wirklich spannend für dich als
- 7:42Zuhörerin, als Zuhörer. Was bedeutet das denn nun
- 7:46konkret für dich und deinen Partner, diese gemeinsame
- 7:49Sprache, dieser Ansatz? Na ja, das Faszinierende ist die
- 7:53Möglichkeit für ein ganz neues Verständnis füreinander.
- 7:57Wenn beide Seiten du vielleicht durch CARA, er oder sie durch
- 8:00CARA lernen verhalten ähnlich zu analysieren, also mit Begriffen
- 8:05wie Trigger, Konsequenzen, Verstärker umzugehen.
- 8:08Dann hat man plötzlich eine gemeinsame Basis für Gespräche.
- 8:11Genau, ein gemeinsames Vokabular.
- 8:13Man kann über schwierige Situationen reden, ohne sofort
- 8:17in diese alten Vorwurfsmuster zu verfallen.
- 8:19Weil beide die Logik dahinter verstehen oder zumindest
- 8:22versuchen zu verstehen. Der Artikel spricht ja auch kurz
- 8:25so ne Seelendimension an. Das klang erst ein bisschen
- 8:29esoterisch für mich, aber wie kann man das übersetzen?
- 8:32Ja, das kann man vielleicht so verstehen.
- 8:35Bisher war es oft du, die Person, die die Vision eines
- 8:38besseren Lebens für deinen Partner irgendwie hochgehalten
- 8:41hat, die gehofft, gebangt, vielleicht auch gedrängt hat.
- 8:46Mhm CBR zielt darauf ab, dass. Er oder sie jetzt die eigene,
- 8:52die intrinsische Motivation und Vision entwickelt, indem er
- 8:56eigene Werte identifiziert, sich erreichbare Ziele setzt,
- 8:59positive Verhaltensweisen einübt, lernt er sein Leben
- 9:04wieder selbst in die Hand zu nehmen, selbst aktiv zu
- 9:07gestalten. Er wird sozusagen vom Objekt der
- 9:09Sorge zum Gestalter seiner Zukunft.
- 9:11Genau, und CAA liefert ihm dafür das Handwerkszeug.
- 9:16Gabriel beschreibt das ja auch im Artikel aus seiner eigenen
- 9:19Erfahrung. Sehr eindrücklich fand ich, er
- 9:22sagt, der Unterschied zwischen den Therapien, die nicht
- 9:25funktioniert haben und der einen, die dann erfolgreich war,
- 9:28war der Fokus, ja, die erfolglosen haben ihm immer nur
- 9:31gezeigt, was er falsch macht und die erfolgreiche hat ihm
- 9:34geholfen zu verstehen wie er es richtig machen kann.
- 9:38Wie ein Lehrling, der was Neues lernt, nicht wie ein
- 9:40Angeklagter, der bestraft wird. Das ist eine ganz wichtige
- 9:44Haltungsänderung, Weg von der reinen Fehleranalyse hin zur
- 9:48Kompetenzentwicklung. Absolut so.
- 9:50Und was heißt das jetzt alles für dich?
- 9:52Das ist ja die Kernfrage, die dich wahrscheinlich am meisten
- 9:55beschäftigt. Deine Rolle verändert sich weg
- 9:58vom Managen, vom Kontrollieren vielleicht, hinzu einer
- 10:01unterstützenden Rolle. Der Artikel nennt das
- 10:04Koarchitekt. Genau koarchitekt nicht mehr der
- 10:07alleinige Baumeister oder der Kontrolleur und der Artikel gibt
- 10:11dafür ja auch so ein kleines Survival Kit.
- 10:14Ja, erzähl mal, was steht da drin?
- 10:16Erstens der Wechsel von Management zur Unterstützung,
- 10:20also nicht mehr Fragen. Warst du bei der Therapie, was
- 10:23hat der Therapeut gesagt, hast du getrunken, sondern eher was
- 10:26in die Richtung? Ich sehe du arbeitest an dir,
- 10:29das ist gut, gibt es irgendwas, wobei ich dich unterstützen kann
- 10:32das. Zeigt Interesse, aber ohne
- 10:34Kontrolle auszuüben. OK, das ist ein feiner
- 10:37Unterschied, aber wichtig. Sehr wichtig.
- 10:39Zweitens respektiere seine Privatsphäre die Therapie, ist
- 10:43sein Raum, dein Nachbohren, auch wenn es gut gemeint ist, kann
- 10:47das Vertrauen untergraben, dein Vertrauen, dass er dort das
- 10:50Richtige für sich tut, ist jetzt wichtiger als jedes
- 10:53Detailwissen. Puh, das ist schwer, aber
- 10:55leuchtet ein. Ja, es ist drittens.
- 11:00Nutze deine craft Fähigkeiten weiter, das heißt belohne
- 11:04Anstrengung, nicht nur die Endergebnisse.
- 11:06Kommuniziere positiv, wenn du kleine Fortschritte siehst,
- 11:10bleib eine verlässliche Basis, aber eben keine Übergriffige.
- 11:14Also weiter das anwenden, was man vielleicht schon gelernt
- 11:17hat. Genau.
- 11:18Und viertens sei offen für gemeinsame Sitzungen, falls das
- 11:22mal Thema wird. Manche craft Therapeuten bieten
- 11:25das an, nennt sich dann oft CAR Relationship Therapy.
- 11:31Das kann ne gute Chance sein, neue Kommunikationsmuster mal
- 11:34mit einem neutralen Dritten, also quasi mit Schiedsrichter zu
- 11:37üben. Und das mal greifbar zu machen,
- 11:39gibt es im Artikel diesen heimkehrtest stell dir vor, dein
- 11:43Partner kommt nachdenklich von der zweiten Therapiesitzung nach
- 11:46Hause. Du platzt fast vor Neugier.
- 11:48Was machst du? 3 Optionen a.
- 11:51Na, wie war's? Erzähl schon, hat der Therapeut
- 11:53dir endlich mal den Kopf gewaschen.
- 11:55Uh, schwierig. B Du sagst gar nichts, tust ganz
- 11:59normal, um bloß keine Erwartungen zu zeigen.
- 12:03Hm auch nicht ideal. Oder C du lächelst ihn an und
- 12:07sagst, hey, ich bin stolz auf dich, dass du das Durchziehst,
- 12:14wenn du drüber reden willst, bin ich da.
- 12:15Wenn nicht, ist das auch völlig okay.
- 12:18Ja, C ist hier eindeutig der beste Weg.
- 12:20Warum? Ja, A ist kontrollierend, fast
- 12:23schon wertend. Klingt nach Verhör b kann wie
- 12:28Desinteresse wirken, als wäre es dir egal.
- 12:30Aber CC schafft die perfekte Balance, es würdigt die
- 12:35Anstrengung. Ich bin stolz auf dich, es
- 12:37respektiert die Privatsphäre, wenn du reden willst, und es
- 12:41bietet bedingungslose Unterstützung es.
- 12:43Es macht dich zum sicheren Hafen, nicht zum Verhörraum.
- 12:46Sicherer Hafen steht für Hörraum.
- 12:48Das ist ein gutes Bild okay, das leuchtet ein.
- 12:52Lass uns jetzt mal ein paar typische Fragen durchgehen, die
- 12:55du dir vielleicht gerade stellst.
- 12:56Wir besprechen die mal ganz offen, so als würdest du sie uns
- 13:00als guter Freund, gute Freundin gerade stellen.
- 13:03Erste Frage, Was ist denn, wenn mein Partner eine ganz andere
- 13:07Therapie macht, also kein CIA? Ja, das ist ne häufige Sorge.
- 13:12Die kurze Antwort ist, jede Therapie ist besser als gar
- 13:15keine Therapie, auch wenn es ne andere Methode ist, die
- 13:19Prinzipien aus CIAF, die du vielleicht für dich gelernt
- 13:22hast, die bleiben ja gültig. Also mein Verhalten als
- 13:25Angehöriger. Genau deine Rolle als
- 13:28unterstützende Person, die aber auch gut auf sich selbst achtet,
- 13:31die ändert sich nicht grundlegend.
- 13:34Konzentrier dich auf deinen Weg, nutze deine Werkzeuge für dich.
- 13:38Und hab vertrauen, dass er in seiner Therapie den für ihn
- 13:41richtigen Weg findet, auch wenn es anders heißt.
- 13:44Uff. Ja, die Versuchung ist riesig,
- 13:48das kann ich total nachvollziehen, man will ja nur
- 13:50helfen, dass es funktioniert, aber die ganz klare Antwort ist,
- 13:54Nein, absolut nicht. Wirklich gar nicht.
- 13:58Nur dann, wenn du explizit und vor allem mit dem Einverständnis
- 14:01deines Partners dazu eingeladen wirst.
- 14:04Eine heimliche Kontaktaufnahme hinter seinem Rücken, das
- 14:08zerstört das Vertrauen massiv. OK, zwischen dir und deinem
- 14:12Partner, aber auch zwischen ihm und seinem Therapeuten.
- 14:15Dieser Therapeutenraum ist geschützt und das muss er auch
- 14:18bleiben, deine Seite, deine Perspektive, die gehört in deine
- 14:22eigene Unterstützung, deine eigene Therapie vielleicht oder
- 14:25eben in die Gespräche mit ihm, die ihr hoffentlich auf Basis
- 14:28von CRA oder CRT führen könnt verstehe Dritte Frage.
- 14:33Er erzählt überhaupt nichts über die Therapie.
- 14:36Ist das ein schlechtes Zeichen? Interessanterweise, und das
- 14:40überrascht viele, ist das oft eher ein gutes Zeichen.
- 14:42Ach was. Warum denn das?
- 14:44Es kann bedeuten, dass er dort endlich einen wirklich sicheren
- 14:47Raum gefunden hat, einen Ort, wo er total ehrlich sein kann, ohne
- 14:51Sorge, dich zu verletzen, dich schützen zu müssen oder dich
- 14:54vielleicht sogar anlügen zu müssen, wie es vorher vielleicht
- 14:57der Fall war. Es ist ein Zeichen von
- 14:59Autonomie, dass er diesen Raum für sich nutzt.
- 15:02Also gib ihm diesen Raum. Die Ergebnisse der Therapie
- 15:05siehst du sowieso nicht in seinen Berichten, sondern in
- 15:08seinem Verhalten im Alltag langfristig.
- 15:11OK, das ist beruhigend zu hören. Vierte Frage, ja, das
- 15:15Horrorszenario schlechthin, was ist, wenn er die Therapie
- 15:18abbricht? Ja, das ist natürlich erst mal
- 15:21ein Schlag, eine riesige Enttäuschung, keine Frage, aber
- 15:25versuche es nicht als das absolute endgültige Scheitern zu
- 15:28sehen. Leichter gesagt hat es getan.
- 15:30Absolut. Aber atme erstmal durch und dann
- 15:34wieder. Nutze deine CRF Analyse, warum
- 15:37hat er abgebrochen, was ist passiert, gab es konkrete
- 15:40Trigger, waren die Erwartungen vielleicht unrealistisch von ihm
- 15:44oder von dir Versuch die Situation zu verstehen ohne
- 15:47sofort zu urteilen. Und dann?
- 15:50Und dann heißt es oft abwarten auf das nächste Window of
- 15:55Opportunity, also das nächste Zeitfenster, in dem er wieder
- 15:58offen für Veränderung sein könnte.
- 16:00Um dann vielleicht eine neue, sanfte Einladung auszusprechen.
- 16:05Genesung ist selten ein gerader Weg nach oben, es ist oft ein
- 16:08auf und ab, Rückschläge gehören leider dazu.
- 16:11Ok, also nicht die Flinte ins Korn werfen, sondern die
- 16:14Situation analysieren und auf den nächsten Moment warten.
- 16:17Genau. Es ist ein Prozess, kein
- 16:19Lichtschalter, den man umlegt. Letzte Frage für diese Runde,
- 16:23seit mein Partner in Therapie ist, fühle ich mich irgendwie
- 16:28nutzlos. Leer.
- 16:31Was ist denn da los? Oh ja, das höre ich unglaublich
- 16:35oft und es ist total normal. Überleg doch mal.
- 16:39Vielleicht war diese Rolle als Krisenmanagerin, als Kümmerer,
- 16:43als die Person, die alles zusammenhält, jahrelang total
- 16:46zentral für dein Leben. Hat viel Energie gekostet, aber
- 16:49war halt da. Eben.
- 16:52Und wenn diese Rolle jetzt wegfällt, weil er selbst mehr
- 16:54Verantwortung übernimmt, dann. Dann entsteht erst mal ein
- 16:57Vakuum. Das fühlt sich leer an,
- 16:59vielleicht sogar sinnlos, aber sie ist positiv.
- 17:02Es ist ein Signal. Ein Signal wofür?
- 17:04Der perfekte Zeitpunkt, um dich voll auf Kapitel 10 von CRAFCT
- 17:10zu konzentrieren, dein Leben wieder zu bereichern.
- 17:13Fülle diese Lücke aktiv mit deinen Zielen, mit deiner
- 17:17Freude. Was wolltest du schon immer mal
- 17:19machen, wofür nie Zeit oder Energie da war?
- 17:22Jetzt ist die Zeit dafür. Das ist ein guter Punkt.
- 17:26Den Fokus wieder auf sich selbst lenken zum Abschluss hat Gabriel
- 17:30im Artikel noch eine sehr schöne Analogie benutzt, die des
- 17:33Gärtners. Ja, die finde ich auch sehr
- 17:36treffend. Er beschreibt das ungefähr so.
- 17:38Stell dir vor, du hast jahrelang versucht, im Garten deines
- 17:42Partners zu arbeiten, hast Unkraut gezupft, das aber immer
- 17:45wieder kam, hast auf trockenem Boden gesät, dich total
- 17:49verausgabt und warst am Ende erschöpft.
- 17:52Kommt mir bekannt vor. Seine Therapie zum Beispiel mit
- 17:55CIA ist jetzt der Moment, wo er zum ersten Mal seit langem
- 17:59vielleicht wieder seine eigene Schaufel in die Hand nimmt, wo
- 18:02er lernt, seinen Boden zu verstehen, sein Unkraut zu
- 18:05erkennen und zu jäten, wo er lernt, was bei ihm überhaupt
- 18:09wachsen kann und wie er das pflegen muss.
- 18:11Und die wichtigste Erkenntnis daraus für mich als Angehörige?
- 18:14Deine Rolle als Gärtner für sein Leben ist vorbei und das ist
- 18:18vielleicht die größte Befreiung überhaupt.
- 18:20Du bist jetzt nur noch für deinen eigenen Garten
- 18:23verantwortlich. Puh.
- 18:25Das muss man erst mal sanken lassen.
- 18:26Absolut. Aber das Schöne ist ja, so sagt
- 18:29es der Artikel, 2 gesunde Gärten, die nebeneinander
- 18:32liegen, die inspirieren sich gegenseitig, die Bienen fliegen
- 18:35hin und her, man kann sich am Wachstum des anderen freuen,
- 18:39ohne dafür verantwortlich zu sein, es entsteht eine ganz
- 18:42neue, positive Dynamik. Die Kernaussage fasst das
- 18:46wunderbar zusammen, finde ich du.
- 18:48Du musst ihn nicht mehr retten, du musst nur noch dein eigenes,
- 18:51wunderschönes Leben kultivieren und ihn gelegentlich über den
- 18:54Zaun zu nicken und sagen, Hey, sieht gut aus bei dir drüben.
- 18:58Ein schönes Schlussbild, wo wir gerade von Wachstum und
- 19:02Unterstützung sprechen, das führt uns noch zu einem kleinen
- 19:05Anliegen, bevor wir zum Ende kommen.
- 19:07Wenn dir diese Gedanken hier geholfen haben, wenn du die
- 19:09Arbeit von Nielix Berlin und die Einblicke, die Gabriel da teilt,
- 19:12wertvoll findest. Dann, ja dann freut er sich
- 19:15wirklich riesig über deine Unterstützung.
- 19:18Du kannst ihm ganz einfach helfen, indem du diesen Inhalt
- 19:20vielleicht auf Social Media teilst oder diese Besprechung
- 19:23hier auf Spotify oder Apple Podcasts positiv bewertest,
- 19:26vielleicht n paar Sterne, da lässt, das hilft ungemein.
- 19:30Das stimmt. Sichtbarkeit ist wichtig.
- 19:32Ein enormer Aufwand, der da dahinter steckt.
- 19:34Jede Form der Unterstützung, sei sie noch so klein, hilft Gabriel
- 19:38dabei, dieses wichtige Projekt fortzuführen.
- 19:40Und damit hilft er ja nicht nur sich selbst auf seinem Weg,
- 19:42sondern eben auch ganz vielen anderen Betroffenen und
- 19:45Angehörigen wie dir. Sein persönliches Motto, das ihn
- 19:48antreibt, ist aus allem schlechten im Leben irgendwie
- 19:52etwas Gutes zu machen. Ein starkes Motto und ein guter
- 19:56Übergang vielleicht zu einem letzten Gedanken für dich zum
- 19:58Mitnehmen. Aufbauend auf unserem Gespräch
- 20:01über CIA und das Kultivieren von Positiven.
- 20:04Was wäre denn ein ganz kleiner, konkreter Schritt, den du
- 20:07vielleicht diese Woche noch tun könntest, um einen neuen
- 20:10positiven Verstärker in deinem eigenen Leben zu etablieren?
- 20:13Etwas nur für dich, ganz unabhängig von der Reise deines
- 20:16Partners, welchen winzigen Samen möchtest du jetzt in deinem
- 20:19eigenen Garten sehen? Ein schöner Gedanke zum
- 20:22Abschluss. Vielen Dank, dass du dir die
- 20:24Zeit genommen hast und zugehört hast.
- 20:26Das war jetzt doch recht intensiv, aber hoffentlich auch
- 20:29hilfreich für dich. Pass gut auf dich auf, Pflege
- 20:32deinen Garten und bis zum nächsten Mal.