Latest / ntv Wirtschaft / Der Druck nimmt zu: Diesel plötzlich über der Zwei-Euro-Marke
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- Diese steht plötzlich über zwei Euro, weil der Iran-Krieg die Ölpreise und Lieferketten durcheinanderwirbelt. In Brüssel legt die EU-Kommission einen Plan vor, der Europas Industrie schneller und widerstandsfähiger machen soll. Und in der Autowelt sehen wir, was andernfalls passiert, wie schnell nämlich Druck auf die Zahlen durchschlägt. Bei Mercedes sogar bis ins Chefgehalt. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und Stimme der Sprecherin wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Der Iran-Krieg zeigt sich für uns in Deutschland weiter am konkretesten an der Zapfsäule. Jetzt hat der ADAC in der Preisspitze im Bundesschnitt für einen Liter Super mehr als zwei Euro gemessen. Bei Super E10 lag der Preis noch ganz knapp drunter. Der Verband sagt, Diesel reagiert in Krisen oft sensibler als Benzin. Im Tagesschnitt stieg der Dieselpreis von Freitag, also vor der Eskalation in der Ost, bis Dienstag um fast 18 Cent. Der Treiber dahinter ist vor allem der Ölpreis. Und auch der Dollarkurs spielt eine Rolle. Für alle, die gerade trotzdem tanken müssen, bleibt mehr denn je der pragmatische Tipp vom ADAC. Vergleichen lohnt sich, selbst wenn im Schnitt die 2-Euro-Marke plötzlich sehr real wirkt. Und während diese Krise bei uns im Alltag mit jedem Liter sichtbar wird, versucht Brüssel, das große Bild zu sortieren. Also, wie bleibt unsere Industrie in Europa überhaupt konkurrenzfähig? Da will die EU-Kommission jetzt mit ihrem Industriebeschleunigungsgesetz helfen. Es ist Teil der Brüsseler Strategie, Europas Wirtschaft klimafreundlicher und gleichzeitig resilienter zu machen. Denn die Unternehmen sehen sich immer stärkerer Konkurrenz aus den USA und China ausgesetzt. Und die Politik will verhindern, dass Industrie und damit Jobs abwandern. Nils Redeker, Volkswirt am Jacques Delors-Centre, ordnet das Ganze bei NTV so ein. Also im Wesentlichen geht es hier darum, dass man in ein paar Schlüsselsektoren künftig Kriterien erstellt, die dazu sorgen, dass Unternehmen, die von öffentlichen Ausschreibungen oder von öffentlicher Förderung profitieren wollen, in Europa produzieren müssen. Da geht es um ein paar ausgewählte Sektoren, im Wesentlichen um die energieintensive Industrie, also um Dinge wie Stahl, Aluminium und Zement. Es geht um die Autobranche und es geht um grüne Technologien wie Batterien, Solarpaneele, Equipment für Windkrafttechnologien. In diesen Bereichen soll eine europäische Präferenz gelten, die eben Förderung an Produktion in Europa koppelt. Das klingt so ein bisschen wie Made Europe Great Again, um diesen Slogan aus den USA mal auf Europa zu übertragen. Wird Europa damit erfolgreich sein? Wird Brüssel damit erfolgreich sein? Was halten Sie von diesen Plänen? Ich glaube, es ist grundsätzlich Teil einer Antwort auf eine sehr, sehr veränderte Weltwirtschaftslage. Und Sie haben es schon angesprochen, der wesentliche Ziel dieses Gesetzes ist es, mit den chinesischen Überkapazitäten umzugehen. Man muss sich das immer wieder vor Augen führen. Chinas Exporte sind seit 2019 um 40 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sind die Importe in vielen Kernbereichen stark zurückgegangen. Das heißt, wir haben es jetzt wirklich in Bereichen wie Automobilindustrie, Chemie, Maschinenbau mit einer Schwämme an chinesischen Produkten auf dem Weltmarkt zu tun, die sehr günstig sind. und die das Produkt sind von einer sehr aggressiven Industriepolitik Chinas, von einer stark unterbewerteten Währung. In dem Bereich möchte die Kommission jetzt gegenhalten, indem man eben gezielt Nachfrage in Förderung und öffentlichen Ausschreibungen mehr in europäische Produktion lenkt. Ich glaube, das kann grundsätzlich der richtige Teil einer Antwort sein. Es kommt sehr darauf an, wie man das ausgestaltet. Aber der Weg ist zumindest plausibel erst einmal. Während Europa also versucht, seine Industrie nach vorn zu schieben, sieht man bei manchen Konzernen gerade sehr direkt, wie hart Gegenwind in Zahlen aussieht. Bei Mercedes ist der Gewinn vergangenes Jahr um knapp die Hälfte eingebrochen. Schon 2024 gab es einen deutlichen Gewinnrückgang und die Stuttgarter haben darauf mit einem Sparprogramm reagiert. Jetzt muss sogar der Konzernchef sparen. Wobei, naja, Ola Kelenius bekommt für 2025 immer noch rund 8,8 Millionen Euro. Das ist fast ein Drittel weniger als ein Jahr vorher, auch wenn er es verkraften wird. Mercedes erklärt das vor allem mit der variablen Vergütung. Die hängt am Erfolg des Unternehmens und fällt niedriger aus, wenn die Zahlen schlechter sind. Schlecht sind die Zahlen auch bei Continental. Der Reifenmacher ist in die Verlustzone gerutscht. Allerdings nicht, weil das Tagesgeschäft komplett wegbrechen würde, sondern wegen des großen Umbaus. Die Abspaltung des Auto-Zuliefergeschäfts und eines Teils der Kunststofftechnik-Sparte schlagen in den Büchern mit mehr als einer Milliarde zu Buche. Unter dem Strich steht ein Minus von 165 Millionen Euro. Trotzdem will Conti die Dividende anheben, denn man erwartet jetzt ein profitableres Geschäft. Beim Umsatz erwartet Vorstandschef Christian Kötz aber weiter Gegenwind, auch wegen Zollbarrieren. Wir haben mit ihm gesprochen. Sie sind in Ihrer Prognose, so haben Sie es selber geschrieben, von stabilen Ölpreisen, von stabilen Rohstoffpreisen ausgegangen. Wie gehen Sie jetzt vor? Also rechnen Sie mit einem Energiepreisschock? Also was wäre das Worst-Szenario? Ich kann mir vorstellen, das interessiert natürlich gerade jeden, nicht nur Sie als Vorstandsvorsitzender von Continental. Wir alle in Deutschland fragen uns, was kommen da möglicherweise für Ölpreise auf uns zu? Klar, also es ist ja, der Ölpreis ist ja nicht nur für uns als möglicher Indikator oder Einflussfaktor für unsere Rohmaterialkosten relevant, sondern wie Sie richtig sagen, ja in vielerlei Hinsicht eine extrem relevante Inputgröße sozusagen für unsere Wirtschaft, aber auch für private Haushalte. Es ist sicherlich viel zu früh darüber zu reden, wie denn die quantifizierten und konkreten Einflussfaktoren und Impacts aussehen können. Auf der anderen Seite ist ja der Ölpreis zumindest, was unsere Industrie, unser Produkt anbetrifft, nur ein Faktor, der die Rohmaterialkosten beeinflusst. Das andere ist Angebot und Nachfrage. Und auch hier ist es, glaube ich, viel zu früh darüber zu reden oder zu versuchen zu quantifizieren, wie sich denn der militärische Konflikt im Nahen Osten auf das gesamtheitliche ökonomische, wirtschaftliche Sentiment auswirken wird. Ringen wir auch mal über Nachfrage. Wir haben auch im Programm vor allen Dingen über die Initiative in Brüssel gesprochen. Made Europe great again, könnte man flapsig sagen. Ein bisschen komplizierter heißt das Gesetz eigentlich aus Brüssel Industriebeschleunigungsgesetz. Das soll ja am Ende den Standort Europa wieder wettbewerbsfähiger machen. Was halten Sie von diesen Plänen und wie gehen Sie gerade vor, wie attraktiv ist für Ihr Unternehmen der Standort Deutschland bzw. Der Standort EU? Also zunächst einmal würde ich betonen wollen, dass freier Handel aus unserer Sicht erstmal grundsätzlich das erstrebenswerte Umfeld wäre, in dem wir glauben. Dass sich Wirtschaften und wirtschaftliche Unternehmungen am besten weltweit entwickeln können. Auf der anderen Seite sehen wir, dass Regionen sich mehr und mehr auch abschotten und auch heimische Industrien schützen. Und ich bin fest davon überzeugt, dass auch hier Europa handeln muss, um einen fairen Wettbewerb sicherzustellen. Denn der faire Wettbewerb ist das, was wir brauchen, um am Ende des Tages auch wirtschaftlich und wettbewerbsfähig handeln zu können. Der dritte Punkt, das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen und uns daran hindern zu akzeptieren, dass wir uns dem globalen Wettbewerb stellen müssen. Und da haben wir sicherlich in Europa unsere Herausforderungen, die wir aber als Unternehmen angehen. Und wir sind sehr zuversichtlich, auch langfristig in der Zukunft in Europa für die Welt Reifen produzieren zu können. Christian Kötz war das, der Vorstandsvorsitzende von Continental. Ich danke Ihnen sehr für dieses Gespräch und die offenen Worte auch mit Blick auf das Geschäft und den Ölpreis, den im Moment wirklich noch niemand wirklich vorher prognostizieren kann. Dankeschön. Und während so ein DAX-Konzern Milliarden bewegt, geht es bei anderen um ganz Grundsätzliches. Ob überhaupt noch weiter produziert wird. Bei Eterna gehen die Lichter aus. Nach 163 Jahren stellt der Insolvente Hemden- und Blusenhersteller in Passau im Sommer seinen Betrieb ein, sagt die Geschäftsführung. Es findet sich einfach kein Käufer. Im Dezember stellt das Unternehmen den Insolvenzantrag. Und es gibt mehr als 20 Anfragen potenzieller Investoren. Am Ende springen aber alle wieder ab. Die Geschäftsführung sagt jetzt, die Weiterführung des Geschäftsbetriebs in Passau sei ausgeschlossen. Der Verkaufsprozess ohne Ergebnis beendet. Eterna beschäftigt am Hauptsitz gut 400 Mitarbeiter. Der Gläubigerausschuss hat zugestimmt. Was bleiben soll, ist höchstens der Name. Verkauft wird nun lediglich die Marke Eterna. Damit endet ein weiteres Kapitel der traditionsreichen Textilgeschichte in Deutschland. Auch diese Folge endet jetzt. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.