Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / Angela Elena x MOMENTUM
Transcript
- 0:00Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Momentum. Deinem Podcast, der inspirierende Menschen inspirierende Geschichten erzählt. Mein heutiger Gast ist Angela. Angela ist eine Profi-Rugby-Spielerin. Und das in der Schweiz. In diesem Podcast reden wir, wie Tanji zu diesem Sport gekommen ist. Welche Hürden...
- 0:19sie auf sich genommen hat und immer noch auf sich nimmt. Wir sprechen, wie sie auf der ganzen Welt schon herumgereist ist, um in verschiedenen Clubs und Mannschaften spielen zu können und Games absolvieren zu dürfen.
- 0:34Wir reden über Geschichten von Mobbing, die sie in den Schuhen erlebt hat. Und wir reden über Geschichten von grossem, grossem Erfolg, den sie feiern durfte. Ihr dürft den Podcast auf jeden Fall nicht verpassen, wenn ihr eine Person sehen wollt, die völlig passioniert ist für den Sport. Die Herzblut in das inne gibt. Und wir reden auch darüber, wie ich wahrscheinlich demnächst auf diesem Feld stehen werde und von wahrscheinlich sehr, sehr starken Frauen attackiert werden werde.
- 1:04Das wird auf jeden Fall lustig. Das darf man auch nicht verpassen. Auf jeden Fall, ihr wisst, wie das läuft. Bevor der Podcast anfängt, jetzt das Intro. Stopp, stopp, stopp, stopp, stopp. An dieser Stelle wichtige Info. Und zwar, dieser Podcast wird gesponsert von Metanet. Dein Schweizer Partner für Domains, Hosting und Server. Das seit über 25 Jahren.
- 1:22Ich wusste damals als Jungunternehmer, dass der erste Schritt eine richtige E-Mail-Adresse und eine Domain ist. Um vor allem Kredibilität und Vertrauen bei meinen Kunden aufzubauen. Und dass sie genau wissen, das ist mein Unternehmen. Falls du jetzt kurz vor der Gründung bist oder bereits gegründet hast, findest du hier unten in der Caption den Link zu deiner neuen Domain oder E-Mail-Adresse. Auf was wartest du? Jetzt zugreifen und jetzt Intro ab. Musik
- 1:45Sie können Säcke aufstehen, rein in den Säcke, auf den Boden liegen und sich für Menschen herauskratzen, wieder aufstellen, Vollsprint, wieder herattachen. Es geht auf, ab, auf, ab, auf. Du kannst ja mal 20 Minuten lang Burpees zu Hause machen, wenn du das schaffst. Ich weiss, aber ihre Augen, oh, die zerreissen mich heute, was tut mir heute noch leid. Aber sie ist immer noch eine meiner besten Freundinnen und...
- 2:11Es ist so wertvoll, so Menschen zu haben, die dir sagen, es tut mir weh. Und das ist auch ihr Recht, sie darf das sagen. Ich verstehe das auch, ich kann es nachvollziehen. Aber sie wusste, dass mein Leben mega wichtig ist für mich. Ich war im Nazi-Training und bin heute die letzte und älteste Rugby-Nazi-Spielerin der Schweiz.
- 2:33Irgendwie hat es sich schon gelohnt. Dass du immer deinen Träumen folgst, egal wie gross sie sind und egal wie viele Menschen sich dir im Weg stellen und dir sagen, dass das nicht möglich ist. Träume noch viel grösser und je mehr die Leute sagen, du bist nicht ganz normal, desto besser sind sie und voll sind sie, weil du alles erreichen kannst, was du willst. Das ist glaube ich grenzenlos, dieses Gebiet.
- 2:58Wenn du etwas findest, das dich glücklich macht, dann ist es genau das, was wir hier auf dieser Erde erleben.
- 3:11Liebe Angela, wie geht es dir? Sehr gut, jetzt. Jetzt gut? Jetzt alles ein bisschen... Ja, ja. Ich hoffe, es hat euch irgendwie aus dem Konzept gebracht, dass das, was heute Morgen passiert ist, ein bisschen turbulent war scheinbar. Genau, ja. Aber alles in Ordnung für dich? Alles in Ordnung, ja. Wunderbar. Und hast du es gut gefunden, das schöne Zürich-Klartzentrum? Ja, es erschreckt mich immer wieder, dass wir so wenig Berge haben.
- 3:36Wir haben wirklich nicht so viele. Wir haben ein paar sehr schöne. Wie gesagt, der Jütliberg ist sehr schön. Der Zürichberg ist herrlich. Und wir haben wunderschöne Seen. Das stimmt. Absolut. Das stimmt. Wir haben ein paar sehr schöne Seen. Und wir haben einen sehr schönen Blick auf verschiedene Berge. Das ist auch schön. Ja. Ja. Nein, sag. Ja, du bist auch von Luzern, oder? Genau, ja. Wo genau?
- 3:58Also eigentlich lebe ich im Moment in Horb. Also wirklich gerade am Fuss von Pilatus. Ich wache auf und der Erste, der mich anschaut, ist Pilatus. Das ist natürlich schon mega verwöhnt. Ja, er ist schon nicht ganz wieder in Zürich. Und wir sind aus dem Spielfeld, ich sehe ihn aus dem Gym und ich sehe ihn von meinem Arbeitsort. Ah, wirklich? Ja.
- 4:17Du hast es schon angesprochen vom Spielfeld. Und zwar für die wenigen Personen, die dich noch nicht auf Social Media entdeckt haben. Du betreibst ja weltweit einen sehr bekannten Sport. In der Schweiz aber nicht so etabliert. Es gibt nicht so viel Nonik. Ich glaube, das ist wichtig zu erwähnen. Und ich muss sagen, als ich ein paar Videos gesehen habe, auch das, was ich letztes Mal gepostet habe, wo du durch deinen Menschenmengen rasselst,
- 4:46Wie bist du zu diesem Sport gekommen? Ich habe das einmal in der Pfadi gespielt. Es hat von einigen älteren Jungs geheiss, wir spielen jetzt ein wenig Rugby, da sind dann in einem Baggersee von einer Baustelle und es hiess, den Ball von der einen Seite auf diese Seite zu bringen.
- 5:07Ich fand das super, weil ich rutschen konnte. Ich habe immer gerne gerutscht. Nie geschlägt, das muss man sagen. Das sind zwei ganz, ganz grosse, verschiedene Sachen. Sondern einfach Kräfte zu messen. Und ich habe auch bald versucht, den Ball rüber zu bringen. Es war nach einer halben Lage krank. Aber ich wusste, dass es mega Spass macht. Wir kämpfen zusammen für etwas. Und man kann dort wild sein.
- 5:31Und dann jahrelang nicht mehr davon gesehen. Und wir hatten natürlich kein iPhone. Ich bin ja ein bisschen älter. Was heisst ein bisschen älter? Ich werde das Jahr 42. Ja, also... Aber ich meine, für so eine Handy-Generation. Ich fühle mich überhaupt nicht alt. Absolut nicht. Keine Sekunde. Ich habe null Probleme mit meinem Alter. Also null. Aber wir hatten halt kein iPhone, wo du heutzutage alles nachlesen kannst.
- 5:56was seine Vor- und Nachteile hat. Aber ich wusste nicht, was wirklich Rugby ist. Ich wusste einfach, dass man miteinander kämpft für etwas mit einem Ball in der Hand, mit dem man Vollgas geben kann. Woher kommt der Sport? Ursprünglich aus England. Wenn man die Geschichte anschaut, dass man in den eleganten, reichen Colleges angefangen hat, Rugby in eine Mischung zu bringen,
- 6:22zwischen Fussball und Kampfsport, um miteinander den Ball von der einen Seite auf die andere zu bringen. Du brauchst jeden dafür. Du kannst Rugby nicht gewinnen, indem du einfach einen Superstar hast, sondern du brauchst 15 Superstars. Und wenn nicht jeder von denen Vollgas gibt, kannst du ihn nicht gewinnen.
- 6:44Du bist nur so stark, wie dein Team ist. Das ist das, was mich unter anderem so fasziniert. Du brauchst jede einzelne Position, um ein Match zu gewinnen. Welche Position spielst du? Ich bin Prop. Du bist Prop.
- 6:59Das sind meistens die schwersten, stärksten Spielerinnen auf dem Feld. Früher gab es den Ruf, das seien die hässlichsten, verdrücktesten, kaputtesten Tiere auf dem Feld. Wir haben Narben im Gesicht, wir haben einen eher breiteren Bauch. Das sind Forwards.
- 7:26Nein. Ich zeige, dass es nicht so ist. Geil. Okay. Okay, das sind so die... Die Tiere. Die Tiere auf dem Spielfeld. Aber wir können auch nicht den Match gewinnen. Weil wir müssen... Aber deine Aufgabe ist was genau?
- 7:43quasi Löcher zu kreieren. Ich versuche... Ich dachte, du würdest aber hauen. Genau, weil wenn man es für den Schweizer erklären möchte, ist die Schlacht von Sembach, dass du eigentlich versuchst, alles auf dich zu nehmen, dass die auf der Seite durchbrechen können. Kennst du die Geschichte der Schlacht von Sembach mit den Helibarden und so? Dass die auf der Seite mit den Löchern durchsäkeln können, nämlich alles auf mich. Und das ist so mein Job.
- 8:08Ich versuche, dass viele Leute mich zurückhalten müssen, dass es ganz viele Löcher gibt, dass wir den Ball sauber hinten rausgeben können. Dafür gibt es auch wieder Leute, die dazu sind, nur um den Ball rauszunehmen und das Spiel zu lesen und den Ball dort hinzupassen, wo es ein Loch gegeben hat. Und dann kommen die Schnellen mit den langen Beinen, wo wir eben die Schönen auf dem Feld setzen. Die hübschen, langbeinigen Katzellen und die sekeln dann die Löcher. Die müssen einfach schnell sein.
- 8:37Und wenn wir die nicht hätten, würden wir auch nicht gewinnen.
- 8:41Hast du gerade etwas gepostet von so einem riesen Feig, der noch Geschwindigkeitsangaben ... Ich meine, es wäre nicht so schlimm, dass das so schnell ist, aber das ist ja massiv schnell. Da denkst du einfach so vor dir, weil ich nicht stehenbleibe. Und das ist so ein bisschen mein Glück. Ich habe durch die Entwicklung meiner Fitness fertiggebracht, dass ich trotzdem von einer Masse ... Ich bin 85 Kilo, stolze 85 Kilo, das ist mega wichtig für mich. Jetzt aktuell? Ja.
- 9:0985 Kilo und ich bringe dadurch, dass ich viel trainiere, doch noch ein gewisses Tempo hin. Und dann ist es natürlich umso schwieriger, mich noch zurückzuheben. Mega. Also ganz ehrlich, auch auf dem Video, das ich hier zu Story gemacht habe, ich hätte nicht vor dir stehen wollen, wenn du so...
- 9:30Gefährlich ausgesehen. Ja, der ist so durchgezogen. Er ist einfach in die Vorhinein muss ich. Ein Zug. Ja, dann durch. Ein Klipps. Ja, ist geil. Sehr geil. Und das hat dann angefangen in der Pfadi. Also jetzt habe ich es einfach einmal gesehen.
- 9:48Und dann bin ich mal nach einem Ausgang bei Kollegen daheim auf dem Balkon gesessen und dann kam diese kleine Schwester, 16 Jahre alt damals, eher eine, die in der schnelleren Position ist, eine Feine. Dann kam sie und hatte so blutige Knie und ich habe so «Wieso?» gesessen. «Du, wieso hast du so blutige Knie?» «Weisst du, ich spiele Rugby, wir haben jetzt noch ein bisschen Rugby gespielt.» Und ich so…
- 10:10Geil. Tell me more. Das ist ja genau das, was wir dort im Schlamm gespielt haben. Und ich hatte dort noch so French-Nägel, so richtig lange Krallen. Sie sagten, ja, aber nicht mit denen. Mit denen kannst du das nicht spielen. Ich sagte, kein Problem. Hi, Fingernägel runtergefilet und am Dienstag ins Training gegangen. Mich verliebt niemand mehr weg. Krass. Und unterdessen spielst du für die National League.
- 10:32Mittlerweile spiele ich für die Schweizer Nationalmannschaft und habe sogar einen Namen, dass man mich international einlädt für Fan-Turniere, Charity-Events. Ach, Akim, warte. Zu dem kommen wir alles noch. Richtig grosse Props zu dem. Richtig geil, was du hier angebracht hast. Das ist richtig cool.
- 10:57Wir hatten schon vor ein paar Monaten miteinander gesprochen wegen dem Podcast. Und dann hat sich alles ein bisschen verschlichen, weil ich habe gesagt, wir können mega viel. Und dann habe ich gewusst, wir bauen noch ein Studio auf. Es hat sich alles ein bisschen verzögert. Und in dieser Zeit habe ich immer wieder mit Leuten gesprochen, dass du ein potenzieller Gast bist, dass du bald mal kommst. Und ich so, oh mein Gott, das ist ja krass. Also alle, die das sehen, denken so, what?
- 11:21Wie heftig das ist. Was ich sehr gerne mache, ich tue gerne in der Zeit eine Retour drehen. Michi, du bist immer in Luzern aufgewachsen, du hast aber ein wurzloses Mausland. Du bist von? Ich bin ein Adoptivkind aus Kolumbien, aus Medellin. Ah, wirklich? Ja, der Name ist Elena.
- 11:47Darum hast du vorhin gesagt... Schau, jetzt macht es langsam einen Klick. Du hast vorhin gesagt, mein Bruder ist auch von Südamerika. Ja. Dein Bruder ist auch von Südamerika. Bist du auch von Südamerika? Aber weil er...
- 12:02Ist er dein effektiver Bruder? Nein, er ist auch adoptiert. Wir sind beide adoptiert. Er ist aus Kukuta und ich komme aus Medellin. Also wirklich aus der grossen Stadt, die zu dieser Zeit Pablo Escobar regiert hat. Wie lange warst du dort?
- 12:21Ich kam wirklich auf die Welt und wurde dann im Spital liegen lassen. Die Geschichte weiss man nicht ganz genau, es ist mega schwierig zu rekonstruieren. Eben, Pablo Escobar, das war eine schwierige Zeit, das war eine Kriegszeit, wenn man es so sagen darf. Ich hoffe, kein Lateinamerikaner, der die Geschichte kennt, köfft mich jetzt für diese Aussage. Aber es war eine schwierige Zeit, eine Krise, die er dort... Wieso sollte ich eben dafür...
- 12:46Ja weisst du, heutzutage musst du immer aufpassen, wenn du politische Wörter in den Mund nimmst, dass du sie korrekt sagst. Ich will einfach niemanden mehr erfahren. Und gerade ich, ich bin eigentlich so ein Schweizer mittlerweile. Ich weiss mehr über die Schweizer Kultur und Geschichte und was 1291 passiert ist und über solche Sachen weiss ich viel mehr Bescheid.
- 13:09Ich sage immer, ich bin wie Schweizer Schokolade. Ohne Schokoladen gäbe es keinen Schweizer Schokoladen. Und ich bin wie die Schokoladen, die kommen auch aus Kolumbien. Und wirklich, ich habe gesehen, wie sie dort wachsen. Und dann hat man sie in die Schweiz genommen mit etwas Milch, verfeinert und das ist sie jetzt. Und jetzt ist sie unser Kulturgut. Ich vergesse das Kulturgut, aber ich bin quasi... Vielleicht noch nicht, aber...
- 13:37Mal schauen, vielleicht machst du den Rugby so gross, dass alle Uhren drehen. Das wäre mein Traum. An dem Punkt bist du, wenn ich das jetzt so zum Ausdruck bringe, du bist im Spital liegen gelassen worden von deiner Mama und Papa. Genau. Und dann haben dich die Ärzte... Was ist denn passiert? Wie geht das? Die haben mich dann richtig gefunden und mich in eine Pflegefamilie gegeben. Die hatten dann auch eine Behörde.
- 14:04Eine Sozialbehörde, die dann dafür schaut. Und bei uns in der Schweiz ist es zum Beispiel KESB, die sich dann um das kümmert. Und die hat mich aufgenommen und eine Pflegefamilie gegeben. Und dann hat es natürlich geheiss, jetzt warten wir einmal eine gewisse Zeit, bis sich... Du hast glaube ich drei Monate Zeit, dass liebliche Familien, oder zumindest dazu war es das, dich wieder zu melden. Okay. Und das Kind zurücknehmen. Und wenn sich natürlich niemand meldet, dann schaut man natürlich, dass das Kind weitergegeben wird. Und dann bin ich zur Adoption freigegeben worden.
- 14:34Okay. Das heisst, du hast... Wie lange ist das gegangen, bis du dann... Neun Monate, bis alles abgeschlossen ist. Also du hast eigentlich keine Erinnerungen mehr an das Ganze? Nein. Also wir haben einmal Tagebücher gefunden, wo wir dann meine Liebe zum Kaffee herausgefunden haben. Ich habe mit zwei Monaten meinen ersten Kaffee getrunken.
- 14:50Logisch, also das ist wie Babynahrung. Also klar. Also es ist so genannt ein Tinto. Ich erkläre es gerne in der Schweiz so, es ist wie Entlebuchenkavi. Du musst die Zeitung lesen, so dünn ist es. Und so, das ist nicht mehr viel. Wenn man heutzutage sieht, wie man in den Kindern einen Eistee oder eine Kokosnuss gibt, ist es etwas gleiches oder noch schlimmer. Ja, mit dem Zucker natürlich. Hundertprozentig.
- 15:16In diesem Fall ging es nicht mehr, bis du deine Eltern, die in der Schweiz waren, kennengelernt hast. Sie kamen dann nach Kolumbien, weil meine Mutter und mein Vater keine Kinder hatten. Sie versuchten es, ging aber nicht.
- 15:32Ich weiss nicht, ob damals so die Zeit war, dass man gemerkt hat, dass man dort sicher Kinder adoptieren kann. Von diesem Jahrgang gibt es doch noch diverse Kinder aus Südamerika. Dann sind sie runter und haben mit diesen Behörden Kontakt aufgenommen. Und haben sozusagen dich und deinen Adoptivbruder
- 15:53Sie haben sie fünf Jahre vorher in Kuguta adoptiert. Und haben dann durch Bekanntheit gesagt, wir würden gerne noch mehr Kinder adoptieren. Sie sagten, wir hören euch etwas um, wenn wir etwas hören, lassen wir euch wissen. Die Familie hat dann eigentlich recht lange mit uns Freundschaft gepflegt. Mega herzig. Mega schön, ja. Das war ein Kontakt für uns, um überhaupt eine Bindung zu Kolumbien zu haben. Hast du das erfahren?
- 16:22Immer gewusst. Immer gewusst. Sobald du reden und verstehen konntest. Ja, und das ist so etwas, da bin ich so dankbar an meine Mutter. Mega fest. Weil ich hatte nie diese Krise, so, ah shit, aha, okay. Identitätskrise? Nie. Also natürlich normal, ja, hast du ja auch...
- 16:38Es ist klar. Und dann gerade noch anders auszusehen und so. Rassismus war so ein grosses Thema in meiner Vergangenheit. Aber ich hatte nie das Gefühl, diesen Schockmoment hatte ich nie. Und das war etwas mega wichtiges für mich. Also ich verstehe nicht, wie schlimm das wäre, wenn man das nicht hätte. Also grosse Props an deine Eltern, wie sie alles gekennzeichnet haben. Mega. Meine Mutter war super. Mega herzig. Mega herzig. Ja. Gut, das heisst, du bist relativ schnell in die Schweiz gekommen.
- 17:05Ja, circa mit zwölf Männern war ich in der Schweiz. Und hast du dann auch deine ganze Ausbildung gemacht? Du bist ja gelernte, ich kann es vorhin glaube ich falsch sagen, oder? Macht nicht, diplomierte Pflegefachfrau bin ich. Ich habe noch eine Zusatzausbildung auf IMC, das ist so Vorstufe von Intensivstationen zusätzlich noch gemacht. Wieso hast du dich zu dieser Ausbildung entschieden?
- 17:30Ich fühlte mich mit neun Jahren im Spital gelegen, weil ich auf dem Kopfdash bin. Und ich fand das mega cool, in diesem Zimmer mit diesen vielen Kindern. Es war so viel los. Der Spital-Gelohn und die Pflegefachfrau waren alle so herzig und liebevoll. Ich fand das einen mega coolen Job. Ich wusste natürlich nicht, was das alles überhaupt heisst. Ich fand es einen mega coolen Job. Mein Sandkastenspendel musste der Patient sein und meine Babys wurden verarztet. Ich fand das super.
- 18:01Wie lange warst du dort? Das waren ein paar Wochen. Ziemlich heftige Hirnschütterungen. Hast du Schwerstoff auf den Kopf gegeben? Mhm. Eine Woche in einem Spital zu bleiben... Ich wusste nicht mehr, wie ich heisse. Es war ziemlich heftig.
- 18:18Gut, und so hast du dich dann entschieden, in die Pflege zu arbeiten? Ja, und dann habe ich gemerkt, dass mein Kopf sehr hart ist. Da dachte ich, ich könnte auch noch Rugby spielen. Nein! Also, wie alt bist du, wenn du in die Pfade gehst? Das war auch so mit 10, 11 in dieser Richtung. Und die Party war so mit 19, 18, 19. Und dann habe ich ab dem Tag Rugby gespielt. Ich finde es schade, dass ich es nicht vorher kennengelernt hätte. Ich habe mit Ballett angefangen.
- 18:48Ich habe mit fünf Balletttänzern getanzt. Ich dachte, ich werde wieder eine grazile Balletttänzerin. Eine prima Ballerin. Ja, ich habe einen Tütti, Rosarot, Glitzer. Super, oder? Das hat mir mega gefallen. Aber ich habe nie die Rolle bekommen, die ich wollte. Es hat immer so geheißen, die Prinzessin geht an diese und diese. Und ich wollte immer so gestreckt Prinzessin sein. Ich bin Prinzessin, hallo!
- 19:11Ich konnte es nie überkommen. Und im einen Theaterstück musste ich das böse Mannli spielen, der einen Jungen in Essl verwandelt. Und dann fand ich nachher so, nein, ich bin das Mädchen. Ich bin nicht das Essenhaufen, wo ich spiele.
- 19:26Und dann hast du halt keinen Rackwisch gewonnen. Dann hast du ja all die Prinzessinnen runtergehauen. Genau. Ah, crazy. Gut, jetzt bist du... Du bist dann mit deiner... Ist das Cousine? Ich bin dann zur Xena geworden. Dann bist du zur Xena? Kriegerprinzessin. Ich denke, diese Tüte Prinzessin passt nicht über die Kriegerprinzessin. Die andere. Genau. Die andere Seite. Genau.
- 19:46Dann warst du mit deiner Cousine oder Kollegin, die Rugby gespielt hat? Einfach eine Kollegin an dieser Party, die ich kennengelernt habe. Dann bist du die Woche darauf ins Probetraining? Ja. Und es hat dir dann einfach mega gefallen? Bin nie mehr weg. Wie viel trainierst du in der Woche?
- 20:04Ich habe zweimal mit dem Team Training, Dienstag und Donnerstag. Und wenn ich am Samstag ein Spiel habe, dann trainiere ich zwischen zwei und drei Mal noch im Gym. Je nachdem. Also natürlich anpassendes Training, also kein Hardcore-Training. Und wenn ich kein Training habe oder kein Spiel am Wochenende, dann bin ich sicher sechs Mal am Training in der Woche.
- 20:27Aber du hast auch sehr viel mit dem Team zusammen. Ja. Und du spielst bei den Lutzen, wie heisst die Mannschaft? Die Angels. Die Angels? Ja, wir sehen aus wie Engel. Aber wir sind Tüschle. Nein, ja, das ist unser Name. Genau.
- 20:43Geil. Und als du damals angefangen hast, hast du wahrscheinlich noch keinen Körper für eine professionelle Rugby-Spielerin gehabt. Hast du dann Muskelaufbau, extra trainieren oder allgemein Gewicht zulegen, dass du in der Position, in der du heute bist, auch strahlen kannst und deine volle Power ausnutzen kannst?
- 21:07Ich bin kein Talent. Ich habe wirklich nicht das Glück bekommen, dass ich einfach ein Talent bin, auf dem Spielfeld gestanden bin und gewusst habe, was ich machen kann. Ich konnte nicht passen. Meine Mutter hat schon früher mir so Bälle zugepasst. Ich dachte, ja, schwierig. Ich konnte nicht passen. Ich hatte keine Ahnung vom Spiel. Ich hatte einfach einen dicken Schädel. Ich hatte unglaubliche Energie.
- 21:33Ich habe wirklich sehr viel Energie, wahrscheinlich auch noch zu meiner Naturellheit. Und das war mein Plus. Und wie viele Matchs stand ich draussen und durfte vielleicht am Schluss noch 10 Minuten spielen. Ich habe viel gestruggelt und es hat weh getan. Es hat weh getan, wenn du nicht eingewechselt wirst und du das Gefühl hattest, hey, aber das ist genau das, was ich liebe. Und es macht so viel Spass. Aber ich musste einfach... Ich war unfit.
- 22:02dass ihr diese Teenager-Figur hattet. Ich habe meine Figur nicht geliebt. Und ich habe mich selber sehr schlecht behandelt. Ich habe meinen Körper wirklich ins Mund genommen. Ich habe mich gehasst.
- 22:17Ich konnte nicht mit meiner weiblichen Figur umgehen. Auch das Feedback, das ich von Männern oder anderen Menschen bekam, war negativ. «Du bist zu dick. Du hast ein schönes Gesicht, aber du bist nicht schön.» Ich war mal in einem Club und da kam ein Typ nach dem Club am Abend zu mir am Schluss der Nacht. Er sagte mir «Du wärst mega schön, du kannst mega gut tanzen, aber du bist einfach zu dick.»
- 22:44Ja, er hat das Glück gehabt, er durfte mir das sagen. Sorry, für alle, die das zuhören. Was geht eigentlich in eurem Kopf ab, dass ihr einfach ein Feedback einer Person gebt, die nicht euer Feedback gefragt hat? Ja, meine Tante, eine sehr gute Freundin, die ich in der Ausbildung hatte, sie war wunderschön schlank. Und wenn wir zusammen im Ausgang waren, hat mir ein Typ gesagt,
- 23:07«Ihr Körper und dein Gesicht wären die perfekte Frau.» Einfach solche Sachen. Wir haben zusammen ein Sandwich gegessen und da ist ein Typ durchgelaufen und hat gesagt, «Ich kann Sandwiches essen, aber du würdest es dir noch einlassen.» Solche Sachen. Und wenn du dann auch selber, wir haben vorhin über die Intentitätskrise gesprochen, wenn du dann selber noch in der Pubertät bist, dann solche Sachen hörst, das töten dich. Dann bist du fertig.
- 23:30Genau. Wie bist du mit ihm umgegangen? Ich habe viel gebrüllt. Ich habe dann die ganz schlimmen Diäten gemacht, die jedem heftig standen. Ich bin noch Generation Bravo-Grörl. Jede Diät, coole Diäten, alles, was es gab, habe ich durchgemacht. Mein Körper hat natürlich angefangen, er hatte Panik. Jetzt kommt wieder eine Woche nichts zu essen. Er hat angefangen, Fett anzusetzen, um Angst zu haben, dass ich verhungere. Und dann den klassischen Jojo-Effekt gemacht habe.
- 24:00Ganz, ganz schlimm. Und dann habe ich von Rugby gespielt. Dann war es natürlich cool, diese Masse zu haben. Was heisst das? Wie schwer bist du damals in deinem Peak? Ja, sicher 92 Kilo war das meiste. Aber halt, muss man auch sehen. Aber nicht Muskelmasse. Und das ist das, was ich immer wieder versuche, den Frauen zu erklären, wenn sie sagen, «Ja, du bist ja nicht schwer.» Ich bin im Fall schon schwer, aber weil...
- 24:28Das Gewicht hat nichts mit dem Äusseren zu tun. Das versteht viele noch nicht. Das ist immer noch nicht ganz durch bei den Köpfen. Viele verstehen nicht, dass Muskelmasse schwer ist als Fettmasse. Ja, oder auch so die ganz schlimmen Sätze. Sorry, das war jetzt blöd, was ich gesagt habe.
- 24:44Das Gewicht bleibt ja gleich, aber das Volumen von Fett, ein Kilo Volumen Fett ist viel mehr als ein Kilo Muskulatur. Das ist viel feiner. Das wollte ich so sagen. Ja, und dazwischen viele solche Sprüche, eine Frau, die mehr als 60 Kilo wiegt, ist fett, oder keine Frau mehr und solche Sachen. Da finde ich auch immer so, ja, okay gut, 60 Kilo, das ist mein Warm-up-Gewicht im Gym.
- 25:08Okay. Nein. Ich habe schon Benchpress mit so leichten Frauen. Das ist auch ganz cool. Da ist nachher sogar eine Frage, was Benchpress Max ist. Aber davon kommen wir nachher zurück. Okay, also da standen wirklich auch Mobbing-Fälle für dich, die dich wirklich verletzt haben. Ja, mega fesch.
- 25:35Deine Reaktionen auf das sind dann irgendwelche... Also es war Brühe, es war in dich hineinfressen... Ich habe mich selber gequält, ja. Ich habe mich selber gequält mit irgendwelchen Diäten, die im nächsten Bravo Girl waren. Ja, ja. Und heute weiss man...
- 25:49Das ist nicht der Weg. Ja, mega schlimm. Das kann nicht funktionieren. Und das ist so eins der positiven Dinge an Social Media, dass Leute jetzt mehr darüber erzählen können, dass das im Fall mega ungesund ist und dass Essen etwas mega wichtiges ist, weil du hast, das ist dein Apparat, ich erkläre es so, und dein Apparat funktioniert nur, wenn du ihm...
- 26:14Öl, wenn du ihm Nahrung gibst und du weisst, es läuft nicht ohne Benzin, es läuft keine Maschine und wenn du zu wenig gibst, stellt er ab. Und genauso ist es mit dem Körper, wenn du ihm kein Essen gibst, kann er nicht wachsen, kann er nicht heilen, kann nicht gesund sein und einen Körper, den du nicht gesund behandelst, der kann nichts leisten.
- 26:38Ich habe dann einen Personal Trainer kennengelernt, der relativ krass zu mir sagte, «Loganji, du kannst vieles erreichen, ich sehe dein Potential in dir, aber du kannst nur etwas erreichen, wenn du dir gut tust. Das heisst, hinschauen, fangen an zu essen, fangen an, bei dir ganz tief innen zu arbeiten. Dann kannst du etwas erreichen. Wenn du das nicht machst und dich nur mitleidest und einfach nur weinst,
- 27:05und einfach nur sagst, aber, aber, aber, warum, warum, warum, wirst du nichts erreichen. Ganz Fakt. Und ich habe ihn sehr, sehr verurteilt für die Aussage. Aber er hat ja nicht nur mich klein gemacht, sondern gesagt, ich bin da, ich helfe dir, aber du musst hinschauen und du musst an dem arbeiten.
- 27:25Und ich dachte, okay gut, ich will bessere Rugby-Spielerin werden, ich will mehr auf dem Spielfeld sein, ich will endlich meinen Körper toll finden, ich will die Sätze anderer Menschen nicht mehr werten und nicht mehr gehören.
- 27:40Also, let's go. Und dann habe ich die Chance angepackt und habe einfach ein bisschen mehr gemacht, ein bisschen mehr trainiert. Und dann ist ich früher aufgestanden und habe nochmals einen Tag mehr trainiert. Und diese Party lassen lassen, dieses Fest lassen lassen. Oh Gott, ich vergesse nie mehr die Augen meiner besten Freundin, die sie geheiratet hat, als ich ihr sagte,
- 28:01«Hey, ich gehe jetzt nach Hause, ich habe morgen ein Nazi-Training.» Sie sagt, «Ich weiss.» Aber ihre Augen, oh, die zerreissen mich heute, das tut mir heute noch leid. Aber sie ist immer noch eine meiner besten Freundinnen. Es ist so wertvoll, so einen Menschen zu haben, der dir sagt, «Hey, es tut mir weh.» Und es ist auch ihr Recht, sie darf das sagen.
- 28:22Ich verstehe das auch, ich kann es nachvollziehen. Aber sie wusste, dass mein Leben für mich sehr wichtig ist. Ich war im Nazi-Training und bin heute die letzte und älteste Ragby-Nazi-Spielerin der Schweiz. Irgendwie hat es sich schon gelohnt. Die älteste?
- 28:432011 gründete die Schweiz zum ersten Mal eine offizielle Nationalmannschaft. 2011? Ja. Ja. Rugby kam durch Ex-Pats in die Schweiz. Wie übrigens Bergsteigen. Ich finde die Sätze so lustig. «Es ist halt kein Nationalsport. Wir kennen das halt nicht in der Schweiz. Darum ist es halt nicht interessant.» Da dachte ich mir so «Wir Schweizer?»
- 29:08Die haben Angst vor unseren wunderschönen Bergen. Sie haben nicht getraut, hoch zu steigen, weil dort oben Troll und Drachen und Hexen waren. Und dann kam der Engländer, das ist einfach wirklich so, der Engländer kam und sagte so «Wow, really beautiful mountains» und ging dort hoch. Er fand es mega schön hier oben. Und dann fand der Schweizer «Aha, ja stimmt, können wir auch noch machen.»
- 29:33Und es musste ja auch irgendwie zuerst die Schweiz kommen. Auch Fussball fand nicht Hans Müller heraus. Es braucht halt einfach immer seine Zeit, dass solche Dinge etabliert werden. Und genau so Rugby. Und es kamen natürlich durch die Expats in die Schweiz. Dann hatten die Kantone, die viele Firmen hatten, die englischen Expats, die dann Rugby spielen begannen oder südafrikanische Expats.
- 30:01Sind das die Länder, die am grössten und beliebtesten sind? Ja. Südafrika ist ja riesig mit Rugby und England auch. Und Roger Federer ist ja hauptsächlich Südafrikaner, hauptsächlich Schweizer. Er müsste eigentlich.
- 30:16Es müsste ein Nationalsport sein. Ganz klar. Genau. In den Staaten? Ist das mehr American Football? American Football ist sehr amerikanisch. Aber von den Fans und von den...
- 30:36Rundherum ist Rugby grösser. In Amerika selber ist sehr viel Geld investiert in Football. Ich sage jetzt mehr, die Regeln sind die gleichen. Nein. Andere Regeln. Ihr habt ja auch keine Schützer. Nein, wir haben keine. Ihr seid hart.
- 30:56Es ist ziemlich teuer in der Schweiz, sich neue Zähler zu machen. Wir haben Zahnschoner. In der Schweiz ist auch die Pflicht, du musst. Ich habe einen Feature gespielt, in dem keine Zahnschoner waren. Ich war die Einzige, die einen Zahnschoner hatte. Das ist so normal. Ich hatte noch nie mit einem Zahnschoner im Mund. Wenn du so voll am Zeichnen bist,
- 31:19Kannst du noch gut atmen? Also du musst schon einen guten haben. Ich habe einen, der wirklich gut ist und den habe ich schon ewig. Das ist ein bisschen gross. Nein, wenn du nicht gut isst, ist ja... Das ist super. Und er hält halt wirklich. Aber viele haben Mühe damit. Das ist halt auch wieder so ein Problem. Finde in der Schweiz einen richtig guten Mundschutz. Es gibt so die klassischen, die du halt auch so ein bisschen brauchst für andere Sportarten.
- 31:45Boxen und so. Ja, aber Sportläden haben sie schon. Aber so richtig einen guten, musst du halt wirklich machen mit Abguss und alles. Und dann hast du wirklich einen guten. Und wir haben mal von den Schweizer Nazis einen wirklich guten bekommen mit Abguss und allem. Und der hat natürlich einen.
- 32:02Ich habe sehr austrocknete Lippen, weil der Schnupfen mit dem Mund offen ist. Dann trocknet es relativ schnell aus. Gerade zu den kalten Jahreszeiten. Das ist wirklich das Einzige. Aber es ist etwas Banales. Darüber kann man sehr gut umgehen.
- 32:21Ja. Also ihr seid einfach hart im Nehmen? Ja, das ist das einzige. Als ich anfing zu spülen, hatte ich noch so leichte, weiche Schulterpolster. Ich hatte noch Scheinbeischoner. Wieso Scheinbeischoner? Ja, es tut einem noch weh, wenn dir jemand reinhaut. Ja, natürlich tut es weh. Ich kenne es vom Fussball. Ich habe früher mal Fussball gespielt. Da hattest du auch Scheinbeischoner.
- 32:50Dann kommst du irgendwie automatisch wieder aneinander. Also du kannst das... Ich schreibe mir das Scheinbein schon unter. Wenn vor dir eine Gruppe Menschen am Boden liegt und die irgendwie miteinander kämpfen. Wir haben Stahlstollen. Also Metallstollen. Und wenn dann halt in einem Karacho so ein Bein, das so um die 30-40 Kilo kommt, rausstürzt und dir das Scheinbein tätscht. Das tut mega weh.
- 33:15Ich frage mich immer, wenn es noch kalt ist. Und dann... Und dann hat es noch ein bisschen Sand dran. Und dann drückt es dir das Sand und die Stollen so richtig ins Fleisch hinein. Schön. Sehr schön. Also die Belegsungsgefahr ist hoch.
- 33:31Verletzungsvoll. Also sagen wir mal so, mein nackter Körper ist nicht gemacht für eine Victoria-Secret-Mode-Show. Aber ich könnte easy zwei Models davon auf dem Laufsteig hin- und hertragen. Aber ich könnte jetzt vielleicht rein von dem, was man sich wünscht, nicht mit meinen Beinen mitmachen. Die sind schon vernarbt und blau und verkratzt und ja...
- 33:54Das ist schon so. Aber es ist okay. Ist okay? Ja, voll. Logisch. Und vor allem mit diesem Adrenalinkick, das merkst du nicht. Nachher unter der Dusche fängt es an zu brennen und dann merkst du so, okay, ah, wow, okay, au. Dir tut es noch weh? So, ja.
- 34:09Aber die Verätzungsform, ich habe mal Studien gelesen, Studien sind immer so ein bisschen mehr oder weniger, ein Cheerleader verletzt sich im Fall mehr als ein Rugby-Spieler. Wir haben mega viele Regeln. Das ist so ein bisschen, warum Football. Im Football hast du ein bisschen weniger Regeln, was Tacklen anbelangt. Das heisst einfach, du oder ich.
- 34:28Und im Rugby darfst du nur jemanden tacklen, der eine Rugbyballe in der Hand hat. Und du darfst nur tacklen unterhalb von hier. Also du darfst niemanden am Hals tacklen. Und...
- 34:43Das ist sehr wichtig, weil du keinen Schoner hast. Darum gibt es so viele Regeln, dass du einfach auch niemanden tötest oder verletzt. Das sind brutale Macht und Kräfte, die aufeinanderprallen. Wenn du dort nicht so viele Regeln hast, könnte es schon noch gefährlich werden. Dass du mal eine Nase brichst. Ich hatte einen rechten Cut, den ich in Fiji eingeholt habe.
- 35:07Wenn eine Masse von Leuten um einen Böllen kämpft und du musst dort durchsäkeln. Du hast Stollen an, dass du mal jemandem auf der Grinde stehst mit Stollenschuhen. Diese Möglichkeit ist einfach mal rum. Auf diesem Fall ist es völlig normal. Also auf den Kopf stehen, das kann vielleicht...
- 35:32Beim Durchlaufen merkst du, dass du nicht willentlich auf den Kopf stehst. Logisch, manchmal nicht. Ich habe das auch noch nie wirklich gesehen. Wirklich auf dem Kopf sein. Es gibt ja auch Regeln, du kannst nicht einfach drüben reinlaufen. Du musst meistens um einen solchen Boden rundherum.
- 35:52Aber Füsse... Ich habe Schälnägel, weil meine Zehennägel wahrscheinlich recht hässlich wären. Ich war mal bei einem englischen Rugby-Spieler, da haben alle Profi-Spieler ausgelacht, weil er so hässliche Zehennägel hat. Wenn dir da jemand draufsteht und Anlauf nimmt, das ist ziemlich schmerzhaft.
- 36:14Dann wird es schwarz und es fällt ab. Dann haben alle ihn ausgelacht. Er hat bei seiner Frau gesehen, dass sie Schälnägel macht. Bei der Pädigür fand er das perfekt. Er hat das auch gemacht. Natürlich mit schwarz und dunkelblau. Dann habe ich das gesehen. Das war eine mega schlaue Idee. Seitdem habe ich auch Schälnägel. Ich habe wunderschöne Füsse.
- 36:35Ich flexe halt dementsprechend auch. Ich habe Schälnägel und wenn du diese wegnimmst, dann siehst du darunter die Schotten, dass es hineinblutet. Das ist wirklich mega schmerzhaft. Wenn du zu Hause im Bett merkst, nach einem Match, dass es direkt hineinblutet. Und es pulsiert in so einem grossen Zeichen. Das ist etwas Kleines, aber es ist...
- 36:56Wirklich. Auch das? Part of the game. Part of the game. Die Kriege früher bei Sparta, die hatten auch ihre Schmerzen, aber sie haben Kampf gewonnen. Fast das Gleiche. Fast das Gleiche. Sie haben für ein langes... Du kämpfst auch für ein langes Kampf. Ich kämpfe auch für ein langes Kampf. Hast du so Nazispiele?
- 37:19Als ich mit den Nazis rugby spielen begann, hatten wir relativ viele. Wir haben international die Europacup gespielt. Ich habe gegen Holland, Belgien, Tschechien, Russland
- 37:38gegen die Länder sicher, habe ich gespielt. Wir hatten so einen Europa-Cup, wo ich wirklich auch so in diesen Ländern war. In Finnland habe ich auch noch gespielt. Und das war riesig, das war mega gross. Und dann hat es halt ein bisschen einen Unterschied gemacht. Also dann hat halt angefangen, die Länder haben gemerkt, Rugby kommt immer mehr. Wir investieren Geld rein, wir investieren Zeit rein und die Schweiz. Wir sind ein privilegiertes Land. Wir haben mega Glück und wir haben...
- 38:07Wir können das Glück haben, dass wir überleben dürfen und dass wir eine stabile Zukunft haben, indem wir eine Lehre machen. Viele Länder haben diese Chance nicht und dieses Privileg nicht. Darum haben sie vor allem auch noch den Sport, in den sie sehr viel Geld investieren. In der Schweiz kann man, so sagt mir der Satz relativ schnell,
- 38:31es ist ja nicht nötig. Es ist ein Spass. Es ist dein Hobby. Und das tut man dann ein bisschen damit ab. Und du investierst halt dementsprechend auch nicht so viel Geld und Zeit drin. Und dann kommt es noch dazu, dass man halt
- 38:46der immer noch einen Unterschied zwischen Frauen- und Männersport macht. Es ändert sich. Es ist viel passiert in den letzten 20 Jahren. Ich sehe es. Es ist noch weit weg von dem, was ich wünsche. Dafür kämpfe ich auch. Dafür bin ich auch hier. Aber es hat sich bereits etwas getan. Und genau in diesem Moment sieht man es. In Europa hat sich der Frauenrugby
- 39:12Das hat sich sehr verändert. Die Mannschaften sind um einiges besser geworden. Die Schweiz ist geblieben. Die Mannschaften haben uns irgendwann nach 2016, ich glaube, wir waren noch in Madrid, im grossen Stadion, in den «Dörfer Rap» gespielt. Fantastisch, mega, wirklich. Mega, oder? Brutal.
- 39:33Wir durften noch dort spielen und die gewinnende Mannschaft durfte dann noch ein Auswahlverfahren spielen und an der Weltmeisterschaft dabei sein. Wir gingen mit viel zu grossen T-Shirts hinein. Das erste Ausgabe von unserem T-Shirt hatte noch die falsche Flagge drauf.
- 39:53Schrecklich, aber dort zu sein... Aber das rote Kreuz war schon das Weisse Kreuz. Nein, es war verlängst das Kreuz. Nein. Ja, das ist schlimm. Aber egal. Dort zu stehen und Schweizer Hymnen zu singen, für dein Land in Spanien zu stehen, brutal. Wie habt ihr abgeschlossen?
- 40:16Wir sind nicht die Letzten geworden. Wir sind nicht die Letzten geworden. Ja, es war heftig. Es war wirklich heftig. Wir standen mit Leuten auf dem Spielfeld, wir hatten Mamas dabei, die Kinder zu Hause hatten. Wir hatten Frauen, die wirklich noch während wir am Computer gearbeitet haben. Du musstest etwas leisten, wo ...
- 40:41von anderen Teams, zum Teil Semiprofessionelle oder Leute, die viel vom Militär oder Sportmilitär, dementsprechend auch unterstützt werden, haben wir dagegen spielen müssen. Und das war dann so 2016 wirklich der Change, haben sich dann halt immer weiter höher trainiert, hatten mehr Unterstützung, mehr Zeit zum Trainieren und wir sind geblieben.
- 41:06Irgendwann bekam man es nur noch auf den Kopf. 2018 habe ich noch «Zu fin lang» gespielt. Ich bin nach Fiji nochmals spielen gehen gehen. Frisch operierte Knie. Du kannst einfach gar nicht. Ja, nein. Einfach nein. Ja, eigentlich. Nein, du kannst nicht.
- 41:33Das ist eine andere Geschichte. Aber ich glaube, das war das letzte grosse Spiel im Ausland. Und gut, nachher kam noch die Covid. Und dann... ...kamen sie uns aus der Europacup. Weil sie einfach gesagt hat, jetzt müssen wir etwas machen. Also die Generation, die wir 2011 so ein bisschen... ...das Team mitgründet haben...
- 41:54Die dachten bei Covid, jetzt sei der Punkt und die Zeit. Ich gehe jetzt. Vor allem, da nicht so viel Unterstützung für die Nazi gekommen ist. Dann ist es wie, in was willst du deine Zeit investieren, wo du nichts bekommst eigentlich. Oder zu wenig Anerkennung bekommst. Die haben dann auch von Familiengründen oder anderen Projekten genommen. Karriere oder so. Ich habe gesagt, nein, nein.
- 42:22Ich kämpfe nochmals für das Team. Ich will nochmals dort hinein. Und wenn es ist, dass ich das Team mittragen oder mithilfe, bis an das Tor her, dass wir wieder zurück in den Europacup gehen können, wenn es das ist, dann ist es das. Und wenn die nächste Generation davon profitieren kann, ich gebe mir den Körper dafür. Absolut so etwas. Ich bin Plubo und ich durfte jetzt nochmals gegen Deutschland spielen.
- 42:47Tränen in den Augen, als ich hier stand. Als ich Höhlen gesungen habe. Wie hat das übertragen? Ja, es ist glaube ich einfach auf YouTube, haben wir es gesehen. Und ich glaube in Deutschland hat es sogar Übertragung gehabt. Ich hatte letztes Mal einen anderen Sportler bei mir. Einen Basketballspinner. Hey, same same.
- 43:10Ich glaube, er hat erzählt, in der ganzen Schweiz gibt es zwei oder drei effektive Basketballfelder. Sonst sind es irgendwelche Turnhallen, wo du noch alle anderen Sachen auf dem Feld siehst, wo du Striche auf dem Feld siehst, wo du gar nicht richtig rauskommst. Aber effektive Basketballfelder gibt es zwei vielleicht.
- 43:31Eigentlich fängt es nur schon dort an. Was gibst du für Equipment? Was kannst du für Standorte zur Verfügung stellen? Wo trainiert ihr? Was haben die für ein Feld? Was braucht ihr für ein Feld? Gras. Gras. Und ist es ein Fussballfeld, wo ihr trainieren könnt? Wir haben jetzt in Luzern, wir dürfen es mit den Footballern teilen. Wir haben aber schon ein spezielles Feld. Weil man muss natürlich auch sagen, wir haben natürlich 15.
- 44:01Was wollte ich noch sagen? Was ich wahrscheinlich nicht sagen darf. «Tier» Du darfst sagen. Ich wollte noch ein anderes Wort sagen. 15 Rampen-Säue auf dieser Erde.
- 44:17Dann sieht der Rasen vielleicht nicht mehr so perfekt aus für einen Fussballer, der jedes Gräschen gleich lang sein muss. Darum gab es viele Probleme, dass die Fussballer gesagt haben, dass sie mehr finanzielle Unterstützung haben und wichtiger sind.
- 44:35... durften wir nicht mehr auf diesen Feldern sein, weil es einmal zwei Tage regnete. Und dann hatten wir viel früher auch kein Match. Da hat es geheiss, du spielst abgesehen wegen dem Rasen. Und das ist schlimm, oder? Da darfst du einfach nicht spielen. Da wartest du eine Woche lang, drin bist du eine Woche lang. Dann kommt der Tag X und dann stehst du einfach so da. Das ist wie so...
- 44:54Das ist schlimm. Ganz ein schlimmes Gefühl. Das ist auch nicht richtig. Das ist wie ein Kurb, wenn du ein Date hast und du kommst eine Kurb über. Das ist gleich schlimm oder noch schlimmer für mich. Aber ja, genau. Und jetzt haben wir so ein Feld, das wir bis jetzt immer relativ haben brauchen dürfen. Basel hat zum Beispiel auch ein eigenes Feld, wo nur Rugby gespielt wird. Und
- 45:21Ja, Zug hat natürlich Geld. Es ist ein sehr internationales Ort. Es hat sehr viele Experten. Sie haben sogar einen Campus dort. Dort haben wir sogar ein Europa-Championship gespielt. Europa Cup, ja. Von der Grösse her, wie gross ist das Feld?
- 45:40«Normal, wie ein Fussballfeld.» «Wie ein Fussballfeld.» «Ja, ja, das ist identisch, ja, genau.» «Sind das wie Sektoren, die man da drauf hat?» «Ja, hat es auch, ja. Aber es ist nicht wie beim Fussball, wo du das messst, sondern es hat so ein bisschen andere Regeln für gewisse Dinge.» «Also das Ziel ist, um den Fussball...» «Rugbyball.» «Der Rugbyball, sorry. Der Rugbyball.» «Ja.» «Das Ziel ist, um den Rugbyball...»
- 46:07Händisch auf die andere Seite zu bringen. Ja. Das ist das Ziel. Händisch. Du darfst den Ball auch kicken, aber du darfst ihn nicht gegen vorne passen wie im Football. Du musst mit deinem Körper den Ball weiterbringen.
- 46:26indem du ihn mit dir mitträgst oder gegen den hinteren passst, zum nächsten, der ihn dann weiter trägt. Oder du darfst ihn gegen den Vorderen kicken und musst ihn dir vorne aber wieder abfangen, damit du wie ein Meter gewonnen hast, musst ihn aber wieder abfangen und dann über die Linie tragen. Und ich komme oft in der letzten Zeit zu der Frage auf Social Media, warum jumpen die immer hinter der Linie oder machen so
- 46:52... Flugpode. Meistens fliegen sie mit dem Ball in die Hand und kumpeln dann an die Linie runter. Du musst dir das vorstellen. Du secklst um dein Leben. Du hast deine 20 Meter voll Karacho. Du willst dich rüberkommen, ohne dass dich jemand einfällt und tacklet. Je schneller du bist, desto schwieriger bist du zu tacklen. Jetzt kommst du zu einem Karacho. Wie willst du denn jetzt den Ball noch nehmen und fein an den Boden legen?
- 47:18Die selbste Möglichkeit ist, mit dem Ball drüber reinzuschampen und zu fliegen. So bringst du den Ball sicher an den Boden. Es ist am liebsten ein bisschen schmerzhaft. Je nachdem, testet ihr die Schultern nach hinten oder rammt ihr den Bauch rein.
- 47:33Aber das ist der sicherste Weg. Weil sehr viele, das siehst du auch, verlieren den Ball, wenn sie ihn in einer Hand haben. Oder beim Säcklen, wenn es ihn so an den Boden tut, dann fällt er noch runter. Und das ist ein Knock-on. Das heisst, der Ball ist gegen vorne an den Boden gefallen. Und die Try gilt nichts. Das heisst, der Ball läuft eigentlich nur gegen hinten gespielt. Also sobald er aus der Hand geht, einfach nur gegen hinten. Ja. Oder gekickt werden.
- 48:01Das heisst, du musst den Ball safe über die Linie bringen. Du bist vorne, ich kicke, du bist in meinem Team, du darfst ihn nehmen, obwohl ich nicht... Du musst mich aber überholen haben. Ich muss dich überholen haben? Ich darf dich nicht überholen beim Sprint. Du darfst mich nicht überholen beim Sprint? Nein, aber wenn du dann natürlich einmal bei mir warst, oder zumindest... Ich muss den Anschein machen, dass du mich überholen hast. Und danach kann ich dich schon überholen und auf den Ball losgehen.
- 48:31Aber es geht nicht, dass jemand von hinten nach vorne kickt und dann jemand, der vorne steht, den vorne holt. Das wäre ja auch fehl. Spannend. Es hat mega viele Regeln. Ich muss dir ganz ehrlich sagen, ich könnte dir nicht eins zu eins diese Regeln genau erklären. Ich muss mich auf jeden Fall auch fragen, warum war das so? Es ist ein mega komplexes Spiel. Und es ist halt auch noch so ein bisschen, ich weiss, was ich darf. Was...
- 48:59Wahrscheinlich gibt es diese super schlauen Rugby-Spieler, die das Spiel sehr gut lesen können, jedes Loch sehen können, jede Regel wissen können und dementsprechend sehr gute Rugby-Spielerinnen sind. Ich bin nicht dieses Talent. Das ist nicht meine Stärke. Meine Stärke ist, ich habe eine Masse, ich habe einen verdammten dicken Shadow,
- 49:24Ich will und ich will und ich gehe durch die Türe und mein Körper treibt mich durch die Türe. Und wer mich stoppen will, soll es versuchen. Das ist meine Stärke. Und mit dem kann man relativ gut reden. So geil. Mit dem kann man relativ gut reden.
- 49:41Ja fair, fairer Punkt. Es gibt, wie bei allen Sportarten, so viele Regeln ständig. Dass ein Spieler die alle kennt, wow, schwierig. Ja und es ändert sich auch nochmal, weil man durch die ganzen Filme, Fernsehen und Videoaufnahmen, so ist es korrekt,
- 50:05siehst du natürlich auch, dass das sehr gefährlich ist. Das muss man verändern. Zum Beispiel meine Position ist auch im Scrum. Das heisst, wenn ein Ball gegen vorne an den Boden fällt, dann gibt es einen Scrum. Das heisst, acht Menschen drücken mit aller Körperkraft gegeneinander. Der Ball wird in der Mitte durchgeworfen am Boden.
- 50:29Und du musst mit deinen acht Leuten versuchen, den Ball auf deine Seite überzudrücken. Und mit dem Fuss in die Mitte, in den Hooker, wie die Deutschen sagen, den Hakler. Furchtbar, aber ja, das ist eigentlich der. Der versucht mit dem Fuss den Ball gegen hinten zu kicken. Und ich bin dafür zuständig, als Prop,
- 50:51mit aller Kraft meinen Hucker zu beschützen, dass er die Beine frei hat, um zu hindern. Und drücken, drücken, drücken, drücken auf diese Seite. Dann wird der Ball gegen den Hinteren gegeben, mit dem Fuss und hinten weiter gespielt. Und all die schweren, starken Spieler sind jetzt in der Mitte gefangen. Das heisst, draussen gibt es jetzt mega viele Löcher, die die Schnellen durchbrechen können.
- 51:16Und diese Regeln heisst «Crouch, Bind, Set». Also du gehst «Crouch», gehst in die Tiefe. «Bind», du hältst es auf deiner Seite. Ich habe hier ein Shirt. Wem sind sie? Das Shirt der Gegnerin. Okay.
- 51:34Und dann ist du in Kontakt gegeneinander. Und sobald der Ball reinkommt, gibst du alles. Du drückst deine ganze Kraft, die du hast, plus dein Körperwicht gegen die, die vis-à-vis ist. Das ist...
- 51:49Es gibt ein Video, wo sie gegen einen Formel 1 Rennwagen, ich habe keine Ahnung von Autos, dagegen stossen und er hat keine Kraft. Gegen acht Nazispieler. Es ist wirklich... Manchmal haben wir so eine Ambulanz vom Feld gestossen, weil sie in den Erden hinein...
- 52:12gesattelt warst. Es ist eine unglaubliche Kraft, die du aufbringst gegen die andere Mannschaft. Früher gab es Regeln, wo du das gar nicht gemacht hast, das Crouch-Bind-Sitz, sondern es gab einfach... Ich weiss es nicht mehr auswendig. Da bist du einfach aus einer riesigen Distanz voller Gras aufeinander reingetast.
- 52:29Und ich habe noch das gespielt, ich konnte am nächsten Tag meinen Kopf kaum mehr bewegen. Also das waren Mächte. Ich meine, ich bin immer noch eine Frau und wenn auch vis-à-vis von mir eine andere um die 100 Kilo wiegt und gegen mich voll reinprätscht,
- 52:44Das ist übel krass. Und dann hat man die Regeln angepasst. Und darum ist das Crouch-Bind-Set viel kontrollierter. Weil es einfach sicherer ist. Genau. Ich habe zum Beispiel zu dem, du musst mega bereit sein im Core für die Position. Ich trainiere ja in einem Gym, wo eigentlich mehr Bodybuilder sind. Ich liebe es. Ich finde es mega toll.
- 53:09Es ist schön, kleine Battles zu haben mit den Jungs. Wenn sie kommen, sagen sie, dass es bereit ist. Dann kommen sie und sagen, dass sie das Gewicht annehmen wollen. Ich sage, ja. «Soll ich es wegnehmen?» «Ja, dann kannst du es loslegen.»
- 53:24Ich liebe es. Auf jeden Fall waren zwei Jungs da, mega schön parat, definiert und so. Und ich sagte, hey Jungs, möchtet ihr mal meine Übung machen? Und dann bist du in allen vier auf dem T-Rex. Und dann stoßt du einfach, du hast nur die Fussspitze am Boden, du stoßt in einer, also so, wie sagt man das?
- 53:46Wirklich, die Position. Stösst du die Arme nach vorne, sind beide eingebrochen. Perfekte Bauchmuskeln, perfekte Oberkörper. Es ist so viel mehr. Du musst mega stabil sein, dass du genau dort nicht einbrichst. Sobald du einen runden Rücken hast, brichst du ein. Das ist verdammt gefährlich für deine Wirbelsäule. Das sind Mächte, die du nicht stoppen kannst. Das drückt einfach zusammen.
- 54:15Das ist geil. Was drückst du auf der Wand?
- 54:19Ähm, Benchpress empfand ich nicht so viel. Mein Max ist... Ich muss ja immer jemanden haben, der mich auch noch supportet. Ja. So 85 Kilo. Gut. Drei Wiederholungen. Ist gut. Dann wäre One-Rab-Max noch höher auf jeden Fall. Ja, ja, bestimmt. Aber das habe ich ja nie gemacht. Benchpress-Max ist glaube ich 460 Kilo. Das kann nicht sein. Äh, nicht Benchpress. Legpress. Legpress.
- 54:48Das wäre geil. Legpress ist 460 Kilo. 460? Und Squatted habe ich max. 145 Kilo. Frei. Also an der Stange, ohne...
- 55:03Das ist eine massive Power. Und das Deadlift ist 135, glaube ich. Aber jetzt habe ich einfach aufgehört, weil ich so gedacht habe, meine Knie sind nicht mehr die gesündesten. Und wenn ich jetzt einfach... Hast du das Knie operieren müssen? Ein bisschen.
- 55:22Meine Knie sind nervös. Ich will sie nicht mit dem Gewicht kaputt machen, darum gehe ich nicht auf Max. Ich habe mein erstes Kreuzband in Belgien gegen das englische Rugby-Team gerissen. Mein zweites Kreuzband habe ich in Bern gegen Bern gerissen.
- 55:43Dann sagte mir der Chirurg weiter, ich mache nichts mehr daran. Ich bin nur dafür da, um zu erhalten. Du musst zum Sportarzt, wenn du weiter spielen willst. Und sonst musst du auch für den Rugby spielen. Wo ging du hin? Ich ging zum FCL-Arzt von Luzern, hier in Mollig. Und er ist ein super Chirurg. Er hat mir das linkse Knie noch einmal operiert. Er hat aber gesagt, ich kann dir nichts garantieren. Das ist kein Problem. Danach habe ich das rechte Knie in Fiji gerissen.
- 56:13Auch wieder Kreuzband? Auch wieder Kreuzband. Du hast es ein bisschen mit dem Kreuzband, oder? Ja, und dann habe ich nochmal den Meniskus eingeklemmt in einem Nazi-Training. Den Meniskus eingeklemmt? Ja. Das ist auch nicht so üblich. Das ist relativ schmerzhaft. Was kann man vorstellen? Also ich habe zweimal den linken Knie operiert und zweimal das rechte Knie operiert. Aber ich hatte den besten Chirurg. Ich war in Fiji und habe das Kreuzband gerissen. Danach habe ich ihm aus Fiji angeleitet und gesagt, «Sascha.»
- 56:41«Es ist so weit, ich komme in die Schweiz, ich muss das Knie wieder operieren. Ich habe in neun Monaten das Auswahlverfahren, spiele gegen Finnland. Wenn ich in neun Monaten auf dem Spielfeld stehe und du das Knie gepflegt hast, dann tätowiere ich mir deinen Namen.» Er sagte, dass ich nicht ganz normal sei. Ich sagte, dass ich nicht ganz normal sei. «Pflixt!» Er sagte, dass er pflicht, aber er nehme keine Quarantäne. «Nach sechs Monaten darfst du wieder Kontakt spielen.»
- 57:10Nach den 6 Monaten, als ich ins Training in Kontakt gespielt habe, war ich als Ausfallverfahren. Nach 9 Monaten stand ich auf dem Spielfeld gegen Finnland und spielte gegen Finnland. Und jetzt steht dein Name wo auf deinem Körper? Hier steht jetzt sein Name. Auf dem Knie? Auf dem Knie. Wirklich? Ich bin so in der Praxis, da steht dein Name. Du bist kein Scrum Norman, ich weiss. Das ist geil. Ja.
- 57:40Das ist der einzige Männername neben meinem Bruder, den ich tätowiere. Das bleibt also. Bist du verheiratet? Ich bin Singer. Verheiratet mit meinem Sport. Schön. Schon lange Singer? Ja. Ja, doch. Ist es eine Entscheidung oder aus
- 58:06Haben Männer, oder hast du das Gefühl, Männer hätten Respekt vor einer starken Frau neben sich? Schüchterst du sie vielleicht ein? Ich sage immer, wenn ich zu stark bin, ist er zu schwach. Ja, klar. Und ich meine das nicht körperlich, sondern mental. Ich habe natürlich, als Sportler hast du einen mega Weg hinter dir.
- 58:30Nicht nur körperlich, sondern wenn du erfolgreich sein willst, das weisst du selbst, wenn ich dich so anschaue, bist du doch auch sportlich mega bereit. Du weisst, du kannst nicht Muskeln aufbauen und nicht fit sein, ohne dass es hier und da stimmt. Das muss übereinstimmen. Um besser zu werden, musste ich mir sehr viel Arbeit leisten. Das ist natürlich schon eine gewisse Stärke.
- 59:00Narben hat und dann kommt jemand, der sehr viel aufgearbeitet hat und vielleicht auch gewisse Sachen konfrontiert, das ist schon nicht einfach. Ich gehe aber nicht mehr, ich will nicht mehr therapieren oder so, sondern es ist für mich halt schon wichtig, dass das Gegenüber halt schon auch eine ähnliche Stabilität hat oder...
- 59:25ein Mindset hat und gleich an sich arbeitet. Ich weiss nicht, wie viele haben das Gefühl, du brauchst natürlich auch einen Sportler oder so einen, der bereit ist und da Sixpack und weiss man was. Das ist mir so wurscht. Es ist mir wichtig, dass die Person eine Passion hat. Etwas, wo sie weiss, wieso das sie... Mir kommt ein Leben geschenkt über.
- 59:48Es wird uns geschenkt. Unser Job ist es, etwas zu machen. Es ist unsere eigene Entscheidung, etwas Wertvolles zu machen. Wenn du die Chance nicht nimmst und nichts daraus machst, bleibst du ein Stück weit sitzen. Es ist bequem, gemütlich und wahrscheinlich mega easy.
- 1:00:07Und der Weg, den Menschen mit Passion nicht immer easy haben, aber es macht es mega cool, mega spannend, mega schön. Und das ist natürlich schon noch ziemlich schwierig. Klar, ich habe mich so gewöhnt, ich würde niemals für ein Date auf mein Training verzichten.
- 1:00:25Aber das heisst auch, wenn du mich kennenlernen willst, oder wenn du einen Menschen kennenlernen willst, der weiss, er hat eine Passion, er hat etwas, das ihm sehr wichtig ist, kannst du von diesem Mann nicht erwarten, dass er für dich etwas aufgibt, dass er sich Zeit nimmt für dich? Absolut wahr, ja. Also, auch wenn das Witze sind, oder wenn das auch mal ein Meme ist, das ich mal poste oder einen Witz darüber mache, ich könnte niemals auf mein Training verzichten für ein Date,
- 1:00:51will ich ja auch erwarten, dass die Person das Gefühl hat, ich muss das gar nicht von der Person erwarten, weil sie will ja mich. Und wenn du mich willst, willst du mich ja auch als erfolgreiche Sportlerin. Ja, das ist alles immer eine Perspektivsache, weil auf der anderen Seite kann ja auch diese Person
- 1:01:08ihre Passion nachgehen, ohne dass er etwas für dich vernachlässigen muss. Das wäre, als würde ich einen Autotuner daten und ihm sagen würde, «Du gehst heute nicht in deine Garage, sondern investierst jetzt deine Zeit für mich.» Er würde mich anschauen und sagen,
- 1:01:24Was? Ich habe doch einen glücklichen... Es gibt... Ich habe das irgendwo gehört. Ein Astronaut, der einen Partner hatte. Und er sagte, ich habe jedes Mal Angst, wenn sie ins Weltall fliegt. Um meine Frau. Ich glaube, ich habe das gesehen und gehört.
- 1:01:45Ja, aber wenn ich ihr das verbieten würde, hätte ich einen unglücklichen Menschen zu Hause. Ich liebe sie. Ich will einen glücklichen Menschen haben. Also muss ich damit leben, dass sie sich vielleicht jedes Mal das Leben aufs Spiel setzt.
- 1:02:00Das ist für mich die Erklärung von Liebe. Und das ist das, was ich wünsche, wenn ich einen Partner habe. Klar kann es vielleicht schon sein, dass man vielleicht im ersten Moment, wenn man mich sieht, mich anders einschätzt. Ich kann mich in das Gym gehen, Haut drauf haben, auf die Musik reinhalten und ballern gehen. Ich weiss nicht, ob er dann unbedingt sagen würde «Hallo, darf ich deine Nattelnummer haben?»
- 1:02:28Ich sehe vielleicht schon auf dem Feld aus, als würde ich dir die Kopf abbeissen. Ich bin mega lieb. Wahrscheinlich kennst du es ja auch. Du hättest die Fähigkeit dazu, es zu machen. Über den Kopf abbeissen und runterhauen. Aber absolut. Ich habe in meinem Leben noch nie geschlägt. Noch nie. Ich habe schon die Leute gepackt und gewandert. Ich habe gesagt, stopp. Aber ich habe noch nie meine Hand gegen jemand anderes erhebt. Noch nie.
- 1:02:55Ich bin ja auch noch die Fliegenfachfrau, nicht wahr? Ich bin wahnsinnig empathisch. Das ist eine andere Frage. Kann man oder ab wann kann man in der Schweiz Rugby leben? Gar nicht. Gar nicht.
- 1:03:12Darum habe ich auch Social Media. Wir könnten Möglichkeiten haben, dass wir uns als Athletinnen durch Social Media eine Plattform aufbauen können, mit der wir ein Stück weit unterstützt werden. Aber ich glaube, in der Schweiz als Sportlerin zu leben, ist grundsätzlich fast nicht möglich.
- 1:03:38Ich habe mittlerweile kein finanzielles Ranking von einer Fussballerei. Aber ich glaube auch dort gibt es nach wie vor unglaubliche Kämpfe. Diejenigen, die Geld verdient haben, haben Werbedeals. Aber ich habe noch nie einen Rappen gesehen, für in der Schweiz zu spielen. In Fiji auch. In Fiji kam ich zu Geld. Weil du dort für Fiji gespielt hast?
- 1:04:06Nicht Fidschi selber, weil ich dafür nicht, wenn ich für eine Nationalmannschaft spiele, in einem anderen Land für eine Nationalmannschaft spiele, geschweige denn, habe ich den Ausweis von dort. Ich habe einfach für ein Team... Fidschi ist nochmal anders. Das ist wie für Fussballer Brasilien. Das ist so das Mekka. Weil natürlich die englische Kolonie war einmal in Fidschi und wir haben dann herausgefunden, dass auch noch diese Körper, wie sagt man...
- 1:04:32Wenn er den Körper baut, ist die Physik von fijianischen Menschen sehr schnell Muskeln aufgebaut. Sehr lange Hände, lange, grosse Füsse, die sind wahnsinnig gut im Rugby-Spiel. Also es ist brutal, was für ein Level ich so schnell erlebt habe. Sind das die, die so die Stampf machen?
- 1:04:51Du meinst Neuseeländer. Aber ja, es ist natürlich ähnlich. Es ist alles von dieser Himmelsrichtung. Gerade, wie auch immer. Auf jeden Fall, ich durfte dort spielen und das ist ein riesen... Das ist nicht immer schon zu lang. Nein, nein, ich will nicht. Zeit aufzustehen. Ich will nicht bleiben. Es ist so, Fiji ist... Ich habe dort die Chance bekommen,
- 1:05:17Es wird noch viel kleiner, aber es ist nicht so wie Fiji selbst. Ich habe die Chance, dort auf einem unglaublichen Level zu spielen. Ich durfte gegen Japan, Hongkong, Fiji, Kanada, China Rugby spielen. Ich weiss nicht, ob jemals jemand in der Schweiz gegen solche High-Level-Teams auf dem Spielfeld gestanden ist. Ich weiss, ich stand dort an dem ersten Turnier «Coral Coast 7» und meine Trainerin sagte «Okay, Startaufstellung, Anja dich...» «M-M-Moment...»
- 1:05:45«Denkt ihr, da ist Japan auf dem Feld? Ich gehe gegen Japan spielen? Sind die wahnsinnig, wenn die verlieren?» Sie schaut mich an und fragt, ob ich zum Rugby spielen soll. «Natürlich!» Also gehe ich raus und spiele. Horror! Wie war dein Spiel? Wir haben das Turnier gewonnen.
- 1:06:03Es ist abartig. Du kannst dir das nicht vorstellen. Eine riesige Tribüne voller Leute. Und die Fijianer schreien, die haben Trommeln, die geissen. Auf der anderen Seite des Feldes hatten es Häuser und Bäume. Die sind in den Häusern, auf den Häuserdächern und auf den Bäumen oben gestanden und geschrien. Und sie haben das Turnier geschaut. Und ich bin plötzlich...
- 1:06:24Die kleine Weisse, die auf der Teaslampe war ich weiss, Angie aus der Schweiz, stand irgendwo in Fiji auf einem riesen Rugbyfeld mit einer riesen Tribute und die Leute schrien für mich. Das ist... Was für ein Feeling war das? Brutal. Würdest du dich gerne zurück erinnern? Das war eine meiner geilsten Zeiten in meinem ganzen Leben.
- 1:06:50Und es kam im Fernsehen und die Taxifahrer haben dich erkannt. Du warst in der Zeitung. So wie man sich als athletischer Superstar fühlt, das durfte ich erleben. Das war brutal. Das ist unbeschreiblich, unbezahlbar. Mega.
- 1:07:08Das war echt geil. Ich durfte das Geld nicht zuminden, weil ich eigentlich dort zum Rugby spielen ging. Rein rechtlich war es so, dass ich nicht den Lohn von einem anderen Land annahm. Ich wusste gar nicht, dass ich so hoch dort spiele, dass ich sogar Lohn bekomme.
- 1:07:31Ich musste das mit Behörden technisch... Ich musste sogar zu den höchsten... Ich verbrachte tagelang auf den Behörden. Das ist nicht wie in der Schweiz, wo du weisst, du hast um eins den Termin und holst dein Papier in die Stämpfe. Du bist dort am Morgen hingegangen und wartest, bis du für eine Rücktritts-Heschein hast. Dann bist du die Fuhre nachgekommen und es hat geheisset...
- 1:07:49«Ah, dafür musst du dieses Haus, über die Hände im Fall, morgen wieder öffnen.» «Wie hast du dein Fensterchen genommen?» «Du wirst am nächsten Tag wiederkommen.» Meine Teamgespänne brachten mir Essen. Ich sass und ging jeden Tag weiter, bis ich am Schluss offiziell von der höchsten Substanz, der Stämpfe, bekommen habe, dass ich offiziell Rugby spielen darf. Ich darf einfach keinen Lohn entgegennehmen. Das heisst, wenn wir das Turnier gewonnen haben, das ist mein Lohn, den ich eigentlich bekommen habe, habe ich dann in diesem Team Essen gegeben, damit ich eigentlich nicht
- 1:08:18Nicht mit Geld dort spielen, ich durfte natürlich gratis dort leben und essen. Hättest du andere Möglichkeiten gegeben? Ja, es wäre halt ein riesiges Ding mit Behörden und du musst dich dann anmelden und alles. Und ich dachte mir eigentlich, gut, jetzt sollte ich über ein bisschen Ferien gehen und spiele Career Rugby. Aber dass ich so ein Level dort spielen durfte, hätte ich nicht... Mein Gott, war das ein halbes Arbeitsjahr? Ja, das war recht geil. Was hat dir die Zeit am meisten gelehrt?
- 1:08:49Ich habe null Richtung. Ich bin so glücklich.
- 1:08:54Ich hatte eine Dusche, die manchmal funktionierte, manchmal nicht. Ich kam nach dem Training nach Hause und sie hat nicht funktioniert. Du bist mit dem Lampio zu den Nachbarn herunter, die hatten so eine Tonne. Gott sei Dank war es dunkel und ich habe nicht gesehen, was für Wasser in dieser Tonne ist. Dann hast du ein Kübelchen genommen und dich so abgeduscht, mit was auch immer da drin war. Und bist wieder zurück mit dem Lampio in dein Zimmer hoch, in dein Bungalow und hast dort oben halt dann geschlafen. Ich habe wirklich...
- 1:09:20Manchmal hatte ich keinen Strom, manchmal kein Licht, manchmal kein Wasser. Aber ich wusste, ich stehe um 4 Uhr wieder auf und gehe aufs Spielfeld. Dann hatte ich zwei Stunden Krafttraining. Dann habe ich mich erholt. Am Abend hatte ich wieder zwei Stunden Rugby-Training. Ich habe sehr viel Gewicht verloren, sehr schnell. Aber ich hatte nichts und ich war einfach glücklich. Ich hatte einfach mein Rugby. Was ist für dich die Definition von Glück?
- 1:09:50Dass du das machen kannst, was dich am glücklichsten macht. Dass du... Du spielst Rugby. Ja. Deine Passion kannst du ausleben. Ja. Wo siehst du dann Rugby in den nächsten paar Jahren? Wo würdest du gerne Rugby sehen in der Schweiz?
- 1:10:11Im Fernsehen? Nein, weil ich... Ja, wieso nicht? Ja, natürlich, auf jeden Fall. Für mich, dass es die Wertschätzung bekommt, dass wir die gleiche Wertschätzung bekommen wie Männer im Rugby. Ich weiss, es braucht Zeit und ich weiss, es braucht ganz viel Geduld, aber warum nicht? Ja. Also, ich sehe nicht den Grund, warum nicht. Es ist ja einfach...
- 1:10:42Es sind Menschen, die für etwas Investitionen geben. Es ist schön zu sehen. Und wenn dir der Sport Spass macht, dann willst du ihn doch sehen. Und es sollte doch nicht gewertet werden, nur weil es Frauen sind. Das kann ich einfach nicht nachvollziehen.
- 1:10:57Das ist ein sehr spannendes Thema gerade, weil in den letzten Jahren ist ja das mit dem... Ob das... Allgemein, Frauensportarten kommen immer mehr. Und man hat immer mehr darauf geleuchtet, auch weil es wahrscheinlich einen gesellschaftlichen Druck gegeben hat. Frauenfussball, es gab... Letzten Jahr war eine riesen Parade für Frauenfussball. Megaschön. Megaschön, oder? Also es passiert immer mehr.
- 1:11:28Du als Athletin, als Sportlerin, aber auch als Mensch, der eine grosse Passion für diesen Sport hat, in einem Frauensport,
- 1:11:41Erkennst du diese Unterschiede zwischen dem Mann- und dem Frauensport? Und sagst, wir sollten genau gleich entlöhnt werden wie der Mannesport. Obwohl vielleicht der Mannesport mehr Umsatz generiert, mehr Gewinner wirtschaftet etc. Sagen Sie, das sollte subventioniert werden von irgendjemandem, da braucht es einfach mehr Sponsoren. Oder sagst du, wir haben jetzt einfach noch Arbeit zu machen, um hierher zu kommen.
- 1:12:10Wir verdienen es, weil wir verdienen es, wir sind aber noch nicht da. Es braucht beides. Es braucht den Menschen, der sagt, ich will Zeit investieren. Ich habe mich zum Beispiel voll und ganz dem gewidmet. Ich habe mich entschieden, ich hätte das Leben haben können. Frau, Hund, Kind, Haus, Zuhause.
- 1:12:31Ich habe aber entschieden und gesagt, das ist nicht mein Weg. Ich will um die Welt reisen, ich will eine Rugby-Spielerin sein, ich will ein Rugby-Pirat sein, auf jeder Insel, auf jedem Ort, wo ich kann, Rugby spielen und Athletin sein. Das ist mein Weg und ich entscheide mich dafür. Das heisst nicht, dass andere auch sein müssen. Aber ich habe natürlich dementsprechend auch investiert. Dementsprechend Chancen habe ich auch bekommen. Ich habe mittlerweile Chancen für internationale Teams. Ich habe in Dubai gespielt, ich habe in England gespielt, ich habe in
- 1:13:01Ich habe in Amsterdam gespielt, in Belgien gespielt, jetzt gehe ich wieder nach Belgien. Amsterdam ist auch geplant, auch für ein internationales Team. Ich habe Südafrika Rugby gespielt für ein internationales Team. Ich habe sehr viele Chancen bekommen, weil ich einfach nicht aufgegeben und weitergekämpft habe. Sehr oft haben wir das Gefühl, dass Menschen sagen, es gibt nichts, dafür mache ich nichts.
- 1:13:24Das kann man nicht erwarten. Für das, dass man etwas bekommt, muss man auch etwas leisten. Das ist schon ein wichtiger Punkt. Ohne das geht es nicht. Aber wenn natürlich auch das nicht interessant gemacht wird und man nicht sagt, wenn du das machst, wenn du diese Leistung bringst, hast du das und das zu gut, kann ich es auch nachvollziehen, dass die Leute sagen...
- 1:13:46dann investiere ich mehr Zeit für etwas anderes. Ein Stück weit. Es ist immer... Es ist mega, mega, mega schwierig. Mega schwierig. Mega schwierig. Aber ich denke mir, ich habe einen Vorreiter gemacht und mega viel erreicht durch das. Und nicht nur ich, ich habe vor...
- 1:14:02Vor 16 Jahren war ich im Gym mit meinem Gym-Body und seine Freundin kam rein. Sie ist eine dunkelhäutige, wahnsinnig grosse, starke Frau. Ich schaue sie so an und denke mir «Ja, so eine Frau brauche ich in meinem Team!» «Ich bin Latina, ich darf das sagen!»
- 1:14:22Dann schaut sie mich an und wir haben über Rugby gesprochen. Sie sagte, dass es spannend sei und sie hätte Basketball gespielt. Sie hatte eine sehr muskulöse Beine und war wirklich bereit. Ich habe sie wirklich bearbeitet und sie hat ein mega Talent. Sie ist mega intelligent. Sie spielt jetzt semi-professionell in Frankreich.
- 1:14:46Gott sei Dank kommt sie wieder zurück, weil sie in der Schweiz Medizin studieren will. Aber es war so genial, was passiert ist. Nicht nur sie, sondern wir haben in der Schweiz mittlerweile vier Frauen, die in der französischen Liga spielen. Sie haben einfach gesagt, dass sie beim Rugby gut sein wollen, dass sie dort weiterkommen wollen und in Frankreich spielen wollen.
- 1:15:15Das ist natürlich mega toll. Das ist so... Ich habe mich sehr gefreut, als ich dachte, ich war eine der Ersten, die angefangen hat, in das Ausland zu spielen und in der Schweiz zu zeigen... Wenn du in das Ausland spielen gehst, verdienst du Geld.
- 1:15:33Es wird mir das bezahlt, was ich dort habe. Also ich bezahle nichts. Das ist schon krass. Also die Pflüge muss ich manchmal noch bezahlen. Und ich konnte mittlerweile Gott sei Dank die Chance, Sponsoren zu finden. Aber ja, es ist immer noch... Also du hast ein paar Sponsoren?
- 1:15:49Für die Flüge ab und zu, ja. Aber es ist nicht so, dass ich einen fixen Sponsor habe, sondern für jeden neuen Flug muss ich mich wieder anfragen. Und es ist ja nicht so, dass wir Schweizer gelernt haben, für Geld zu fragen. Das ist ja mega schwierig. Das kommt ja noch dazu. Was wäre ein Traumsponsor für dich? Ein Traumsponsor? Das ist mega schwierig, so weit habe ich mir das noch nie beigetragen. Wegen nicht? Wie sollte es auf dich zukommen, wenn du nie darüber nachdenkst?
- 1:16:17Also es muss schon etwas sein. Ich möchte jetzt nicht gesponsert werden von Zigaretten. Also es ist für mich schon noch wichtig, dass ich mich mit dem identifizieren kann. Darum Traum. Was wäre so dein Sponsor? Das ist schon mega schwer. So eine Rugby-Marke, die mega gross ist und...
- 1:16:43Die, die rennen. Runners. Marathonläufer. Mhm. On. Die haben gesponsert werden. Geil. Ja, ich glaube im Rap ist schon... Shieldbear oder Adidas. Das sind schon die grösseren Sponsoren, die so ein bisschen... Ich habe Nike weniger im Internet. Ja, es ist ein bisschen weniger. Es ist schon mehr Adidas, die so ein bisschen mehr drin ist.
- 1:17:08Aber soweit habe ich mir das noch nicht überlegt. Ich bin so dankbar, wenn ich überhaupt die Chance bekomme. Zum Beispiel auf Dubai habe ich Support bekommen von einem Security-Team aus Zürich, das mich unterstützt hat. Es ist brutal, es ist mega schön. Oder halt auch private Sponsoren. Ich hatte zum Beispiel eine ganz tolle Business-Frau, die gesagt hat, ich will die Frauen unterstützen. Ich finde das cool, was ihr macht, starke Frauen. Wie viel Geld braucht ihr? Ich investiere darin.
- 1:17:38Und das ist mega toll. Ich glaube, es muss mehr Awareness geschaffen werden für das Ganze. Und ich glaube, da machst du einfach einen mega, mega Job bei dem. Nur schon durch dein Auftreten, mit deinem Instagram, du bist sehr aktiv. Du zeigst, dass der Sport richtig cool und geil sein kann, dass es Spass macht. Ich glaube, du machst einen richtig, richtig tollen Job.
- 1:17:59Danke. Es macht auch Spass. Für mich ist das auch so wichtig. Ich weiss noch, als ich mich so in den Rugby-Sport verliebt habe, bin ich in den Ausgang gegangen und da waren so zwei Mädels an der Bahn. Ich sagte, «Hey, wie wäre es, wenn ihr Rugby spielt?» Und die schauten mich so an. «Also, wie hast du das Gefühl, wie wir aussehen?» Und ich dachte so, «Oh, also, wie Menschen, die athletisch gut sein könnten.»
- 1:18:21Und dann war so die Klische, oder so emanzipierte Mannsweiber, die da auf dem Feld waren. Und das ist genau das, womit ich auch gerne spiele. Ich habe mega viele High Heels zu Hause. Ich liebe es, Liebestifte zu tragen. Ich liebe es, mich zu Wegen zu machen. Ich bin Lady durch und durch, aber auf dem Feld? Da stehen wir einfach nicht vor der Nase. Einfach nicht.
- 1:18:46Geil. Also du zeigst, dass beides geht. Absolut. Beides kann funktionieren in dieser Welt. 100%. Ich finde es richtig cool, dass du das machst. So eine Make-up-Marke oder Lippenstift-Marke, um nochmal diese Bahn zu brechen. Das wäre noch geiler. Einfach aus Sephora. Ja. Von Sephora, dein Hauptsponsor. Du so während, vor dem Spiel, nur da der Strich. Genau, genau. Den Strich machen wir nicht, das ist ein Footballer.
- 1:19:13Das machen wir wegen der Sonne, gell? Ja, ich glaube wegen dem Licht, damit es nicht glänzt. Damit es nicht blendet. Genau. Wenn es nicht blendet. Wir schämen auch. Wir sind eh scheissegal. Augen zu und durch. Türe. Manche, ich gehe rein. Ja, genau. Das ist so, wie ich es meine. Genau.
- 1:19:28Hey Angie, ich könnte noch Stunden mit dir reden. Ich finde es richtig spannend und es ist auch richtig toll, zu dir zuhören, weil man merkt bei dir einfach eine Sache. Du brennst für das. Du brennst für das, was du machst. Und das ist sehr erfrischend, so Menschen zu haben, die für eine Sache brennen. Es ist scheissegal, was du machst. Wenn du eine Passion hast für etwas, zieh es durch. Ich glaube, du bist ein Vorzeigebeispiel für genau das.
- 1:19:58Es ist schwierig, es ist ein Sport, der noch nicht so etabliert ist, es wird nicht übertragen, man hat Vorurteile, aber I don't give a shit. Ich ziehe es durch, weil ich es liebe. Und das verkörperst du und ich finde das richtig, richtig nice. Ja, so ist es genau so. Perfekt zusammengefasst.
- 1:20:20Auf Insta habe ich noch eine Fragerunde, wo ihr Fragen stellen könnt. Und ich habe noch eine Schnellfragerunde. Ich glaube, wir machen zuerst die auf Insta beantworten. Jetzt bin ich gespannt. Ich habe noch so Gedanken. Was für Leute melden sich und was haben die Schweizer für Fragen? Jetzt müssen wir gleich schauen, welche Fragen da gekommen sind. Wo haben wir es hier?
- 1:20:47Eine Frau fragt, passt sie ihr diszipliniertes und strenges Training am Zyklus an? Das ist mega etwas Wichtiges und Interessantes. Ich habe mich mit dem noch zu wenig auseinandergesetzt. Aber es kommt immer mehr. Ich bin froh, dass sich die Entwicklung langsam anpasst. Dass man das auch sieht. Ich merke es einfach. Ich habe in Dubai...
- 1:21:14Ich habe bei 35 Grad ein Turnier durchgespielt und meine Menze gehabt. Ich merkte es richtig. Du musst mehr trinken, du bist dehydriert extrem, dein Körper leidet mehr, du hast mehr Schmerzen. Es ist einfach klar,
- 1:21:31Ich bin schon recht heftig und ich bin schon ein bisschen extrem. Und ich kann mir das natürlich nicht noch merken lassen. Aber ich hatte Krämpfe am Abend. Kennst du den Zechen-Exorzismus? Wenn du nur den Zechen lüpfst und dann hast du gerade Krämpfe. Das hatte ich den ganzen Abend. Ich denke mir, das ist sicher ein Punkt, an dem ich mich noch verbessern kann. Das ist auch ein sehr spannendes Thema, um das besser herauszufinden. Ja, mega. Okay. Okay.
- 1:21:59Eine andere Frage ist, gibt es noch andere Sportarten, die dich reizen würden, hier zu beginnen? Ja, also brasilianische Chui... Chui-Chitsu. Ja, das finde ich mega cool. Schon eher so Kampfsportarten. Ich glaube im Fall...
- 1:22:22Also eigentlich machen die Jiu-Jitsu einfach während des Rennens mit voller Kwanze. Ja, ich würde auch noch Eishockey spielen. Ich glaube, jetzt habe ich zwar ein bisschen Angst um meine Knie, weil es anders ist, wenn du vertraust auf einen anderen Schuh. Du hast nicht diesen Boden-Effekt, aber Eishockey wäre auch geil.
- 1:22:38Voll. Und schwingen. Also Vollkontaktsport. Schwingen. Ich hatte sogar ein Edelweiss-Shirt. Ich habe schon mal geschwungen. Ich finde es geil. Ich kann mich da gar nicht aussehen. Ich finde es geil. Aber er, der diese Shirts macht, Valentin, Edelwetika. Das wäre einfach sehr geil. Hey, Valentin, geh mal auf die zu, das ist doch geil, Mann.
- 1:23:01Ja, schwingen sind die. Ihr repräsentiert die Schweiz und etwas Neues. Ja, genau. Is okay und schwingen. Jemand fragt, wie viel auf der Bank nicht Geld drücken. Aber dann hat er noch geschrieben, aber Bank wäre auch spannend.
- 1:23:26Ja, da wird es schwierig auf der Bank finanziell. Aber ja, Bank drücken, 85 Kilo. Aber ich habe noch nie mein Max ausprobiert. Gut. Dann... Stoff ziehen. Ich bin Schweizer Nazi-Spielerin. Wird es getestet? Es droht immer. Sie drohen immer zum Testen. Kann nicht mehr passieren. Aber... Nicht machen, nicht machen ist eins. Schon mal im Kopf gehabt.
- 1:23:57Oder war es nie ein Thema? Wenn du im Sport unterwegs bist, ist das natürlich ein Thema, das du immer irgendwo hörst. Ich verkehre jetzt nicht so in diesen Kreisen. Oder Peptiden, sagt er hier.
- 1:24:15Das ist mega spannend. Ich habe schon mal Peptide gehört. Ich weiss, dass man darüber spricht, aber ich könnte dir nicht sagen, was ich nehme, ist Zink jeden Morgen, Vitamin C, Nahrungsergänzungsmittel. Peptide gibt es im Fall, da nehme ich auch verschiedene Sachen. Ich finde, Peptide ist Medizin in x Jahren. Wir arbeiten uns dort an, dass du so viel mit Peptides rausholen kannst. Da gibt es GHK, CU, TB500,
- 1:24:44Das sind so Peptider zum heilen, zum Muskel- und Sehneriss... Heilen? Heilen? Heilen habe ich nicht gehört, der nimmt mich gerne. Was ich wirklich mal getrunken habe ist ein Fiji Kawa. Das ist eigentlich so ein Ritual. Ah doch, ja. Das ist so ein Ritual, das du trinkst am Abend nach dem Matsch. Das haben eigentlich Krieger früher getrunken, nach einem richtigen Krieg.
- 1:25:06Das wird aus Wurzeln gemacht und dann wird es im Wasser gemixt. Und das gilt natürlich nicht als Drogen, sondern als Heilmittel. Logisch. Wie Ayahuasca. Genau. Wahrscheinlich, ja, vielleicht nicht ganz so heftig. Ich habe das getrunken. Also das erste Mal hast du einfach ein Stück Fleisch in den Mund, weil deine Zunge einfach so flacht. Und dann bist du so ins Bett und du wachst so auf. Aber weil du keine Muskelanspannung mehr hast, die du wahrscheinlich sonst hast. Erholst dich wohl. Du bist aufgestanden.
- 1:25:36Gut, weiter, nächstes Spiel. Krass. Absolut fantastisch. Cava. Cava? Cava ist ein Schokopulver. Cava. Oder in Italien ist es ein Schokopulver. Casi. Cava, ja. Dann habe ich überlegt, hast du schon Sponsoren? Ich habe noch keine fixen Sponsoren.
- 1:25:58Das wäre deine Gelegenheit. Deine Gelegenheit. Und jemand fragt, ist Dating für dich ein schweres Thema? Fühlen sich die Männer eingeschüchtert?
- 1:26:09Ja. Also eben, ich höre wirklich, wie ich auch schon den Satz gehört habe an der Bahrung, ja, ähm, du bist mir zu parat, du bist mir zu stark oder so. Die Leute, ich werde schon im Fall nicht so angesprochen, ja. Auf Social Media traut man ja relativ schnell, jetzt habe ich zu schnell mal einen Hirots-Antrag oder irgendwelche Kommentare. Why not? Dort traut man ja relativ schnell vieles zu schreiben und zu texten. Aber effektiv, sich die Zeit zu nehmen und wirklich auch zu investieren,
- 1:26:40Ja, das ist schon schwierig. Und ich bin nicht so ein Mensch, der auf einer Dating-Plattform geht. Ja, verstehe. Ich bin oldschool. Ist doch gut. Ist auch schön. Ich würde gerne auf der Strasse beim Mikro angesprochen werden. Beim Griff zu den Eiern. So jemand gleichzeitig zu den Eiern gepackt. Das Gleichzeitige. Genau, und dann schaust du hin und her und sagst «Hey, hey!» «Worst du auf Eier treten?» «Nein, keine Ahnung!» Okay, I see.
- 1:27:11Gut. Jemand hat mich sogar noch gefragt, vom privaten Umfeld, ob ich ein Training wie euer aushalten würde.
- 1:27:23Meinst du, jemand, der mit diesem Sport noch nie in Kontakt ist, könnte ein Training bei euch aushalten? Du darfst sehr, sehr gerne zu unserem Training kommen. Es ist halt mega kardiolastig, was viele auch so denken. Sie kommen und wir finden es schon beim Aufwärmen so... schon sehr streng.
- 1:27:43Das ist das, was wir unterschätzen. Das sind 80 Minuten lang Vollkontakt und Zeckelen. Und da musst du fast schon bereit sein. Nicht wegen dir, sondern was viele meinen, einfach einen beraten Körper, einen schönen definierten Körper mit sixpackgeilen Oberarmen.
- 1:28:03ist noch nicht alles gemacht. Nein, nein. Sondern du musst Säcke aufstehen, rein in den Säcke, an den Boden liegen und wie viele Menschen sich rauskratzen, wieder aufstellen, Vollsprint, wieder hertatschen. Das geht auf, ab, auf, ab, auf. Du kannst ja mal 20 Minuten lang Burpees zu Hause machen, wenn du das schaffst. Hey, ich bin letzte Woche auf die Wald gekommen. Letzte Woche bin ich auf die Wald gekommen. Meine Frau hat meiner Schwester auf den Geburtstag ein High Rocks Training geschenkt.
- 1:28:33Ja, ja, ja. Also wirklich so kurz vor dem Gipfel. Also mich jetzt wirklich fast genommen. Das glaube ich sofort. Das ist eben das, was man so ein bisschen unterschätzt. Ich hatte so eine gute Pace bei den einzelnen Sachen, aber...
- 1:28:48Ich habe auch Angst. Meine Freundin sagte mir, wir sollten zusammen an ein High Rocks gehen. Und ich so, mhm, ich komme mit. Sie sagt, ich bin ja gut in den Sachen, die du sonst... Du kannst es doppelt machen. Ja, das ist cool. Ich habe Respekt, ich weiss schon, dass ich bereit bin, aber es ist immer wieder schwierig in einem anderen Sport.
- 1:29:12Ich glaube, High Rocks könnte für dich wirklich etwas sein, weil du hast Ausdauer, weil du säkeln kannst, säkeln, säkeln. Aber du hast eben auch Power. Eigentlich die perfekte Kombi. Bei mir, ich habe zwar Kraft, aber
- 1:29:28Ausdauer? Ciao. Ich glaube, das ist das, was viele bei uns im Rugby strugglen, weil sie das Gefühl haben, ich bin ja stark und bereit. Aber du musst auch noch neben dem stark und bereit sein, auch zicklen.
- 1:29:48Du bist natürlich herzlich willkommen. Fida ist herzlich willkommen. Wir können das mal machen. Dann machen wir ein lustiges Video über mich, wie ihr mich dort zerreisst. Ja, ist gut. Ich frage mich, wieso ich diese Sachen einbrocken müsste. Ja, okay. Es wird lustig. Dann gibst du mir nachher Bescheid, wenn wir im Training sind. Auf jeden Fall. Gut, also liebe Angie, bist du ready für die Schnellfeuerrunde?
- 1:30:21Es gibt ein paar Fragen, die du relativ schnell beantworten kannst, wenn es geht. Vielleicht macht es irgendwo eine Tür auf, aber wir schauen mal, was da passiert. Okay. Angriff oder Verteidigung? Angriff. Ich dachte so... Sie sagt, Kevin, was sind das für Fragen? Logisch, Angriff. Hast du meine Videos gesehen? Ich habe nicht einmal überlegt. Ich habe nicht einmal fertig gelesen. Nein, nein. Härtigste Moment auf dem Feld?
- 1:30:45Wenn ich sehe, dass jemand anders von meinem Team richtig ärztlich verletzt ist, ist es mega schwierig, dass du dort wieder zurückkommst und wieder in dein Ding reinkommst. Wie viel Prozent schaffst du noch in der Pflege? 80 Prozent. 80 Prozent? Ja. Gut. Was tut mehr weh nach einem Match? Match heisst ja Match. Nach einem Game, nach einem Match. Was tut mehr weh nach einem Match? Körper oder Niederlage? Niederlage.
- 1:31:15Das sind zwei verschiedene Sachen in der Lage. Du kannst ein Spiel verlieren, aber mega geil gespielt haben und als Team mega brilliert sein. Oder du hast gewonnen und du weisst, du hast nicht das gegeben, was du eigentlich fähig bist, zu geben. Und das ist das Schlimmste. Hätte ich doch.
- 1:31:36Das ist das Schlimmste. Das verstehe ich. Gut. Die nächste Antwort, besser gesagt, entscheidet, ob der Podcast jetzt weitergeht oder nicht. Es ist eine Frage, die sehr tief da in Ananas auf der Pizza...
- 1:31:58Das hätte nicht kommen sollen. Entschuldigung. Perfekter Podcast geht weiter. Weil du denkst, dass du dich... Nein. Ganz schlimm. Das wäre ein Dating-Anbruch. Ich fasse mal jemanden mit Dating, der das bestellen würde. Ich verstehe das echt nicht. Null. Ich glaube sogar, es gibt Leute, die müssen ins Spital, wenn sie etwas gegessen haben. Weil es ist einfach nicht gesund. Wer pusht dich am meisten im Team?
- 1:32:32Meine ganze Mannschaft. Das ist meine Familie. Und wenn ich auf das Feld rausgehe, kämpfe ich für jeden Einzelnen. Auch für die, die draussen sind, verletzt sind. Die, die gerade nicht spielen können, im Ausland sind, auf der Bank sind und mit mir auf dem Feld stehen. Für jeden von denen gebe ich jede Schweiss, jeden Tropfen Blut, jede Sekunde, Schnuff, alles. Für mein Team.
- 1:32:59Alles für mein Team. Ja. Da müssen wir das Lied darunter tun. Hast du mega schön gesagt. Mega schön gesagt, ja. Ich sag's doch, man merkt, du bist durch und durch Rugby. Ja. Krass. Schön. Hast du ein Ritual vor dem Spiel? Ich bin krisengläubig.
- 1:33:22Jedes Mal, wenn eine solche Herausforderung in meinem Leben kommt, dann habe ich plötzlich ein Ritual. Gut, nein. Ich habe jeden Morgen noch meine Rituale, die ich mache. Aber ja, ich esse relativ immer das Gleiche am Abend vor dem Herd. Was ist das? Pasta. Mit? Trüffelpasta. Wow, love it!
- 1:33:49Der Migros Trüffelpasta? Ja, das sind mega gute. Das sind so... Tortellini, glaube ich. Ah, Tortellini. Ja, klar. Die frischen? Ja. Ah, die sind super. Jede Opa. Die sind sehr geil. Die bekommst du zwei Minuten im Wasser. Mhm. Ja, die sind top. Und am Morgen habe ich auch immer das Gleiche, wie ich esse und schaue, immer Rugby-Match. Ja. Ja. Und ich habe immer die gleichen Unterwäsche an. Das ist auch so ein bisschen... Ja, es gibt schon so Sachen. Es gibt schon ein paar Sachen, die du immer lieferst.
- 1:34:17Okay. Übrigens... Und duschen. Das ist einfach mega wichtig. Ich dusche vor jedem Rugby-Spiel. Es ist wie so auch... Psychisch so, okay, alles weg, weisst du, was passiert ist. Neue mich, ich bin geduscht und jetzt gebe ich alles das, was man nicht kann. Ja, duschen. Ich dusche vor jedem Spiel. Ja.
- 1:34:39Cool. Übrigens eine der besten Trüffelpastas. Puh. Also wenn du wieder einmal in Zürich unterwegs bist, gehst du in die Bäregasse. Okay. Bäregasse. Und La Pasta. Also beide haben eine phänomenale Trüffelpaste. Also das musst du dir wirklich mal geben. Sehr gut. Hast du Angst vor Verletzungen? Nein.
- 1:35:05Wieso frage ich solche Sachen? Sie sind mit Volker Lachow in einem Menschenmangel. Hast du Angst vor der Technologie? Nein. Spinnen? Ja. Nein. Von was hast du Angst? Von Menschen, die mir Ungerecht tun wollen. Wieso? Weil ich das erlebt habe und weiss, wie das tut. Was hast du mit ihnen gemacht?
- 1:35:30Ich musste es verarbeiten. Ich habe versucht, die Narben wieder zu heilen. Ich bin die, die die Spinnen aus der Wohnung für andere trägt. Schön, dass du sagst, aus der Wohnung zu tragen und nicht umbringen. Nein, nein, nein, ich rette sie. Das ist gut. Was unterschätzt Menschen am meisten an Rugby?
- 1:35:58dass es nicht um Massen und Kämpfen geht, sondern dass es ein athletischer Sport ist, dass du Athlet musst sein. Ja. Dein grösster ganzen Hutmoment? Es gibt so viel. Wenn ich die Schweizer Hymne singe, auf dem Spielfeld. Wenn ich auf dem Spielfeld mit meinen Dangers stehe und den Referee pfeife und ich weiss,
- 1:36:31Als ich in Fidschi auf dem Feld stand, mit den Leuten auf den Hausdächern in den Bäumen... Ich kann dir nicht eines alleine sagen. Als wir den Schweizer Meister geholt haben. Als deine Menschen im Publikum zu dir kamen und jubelten. Und du weisst, du hast mit deinem Team den Schweizer Meister geholt. Das ist... Wunder. Ja. Ja. Ich habe noch zwei Fragen. Ja. Wie viele Kalorien am Tag?
- 1:37:02Wahrscheinlich zu wenig an Bezugs, ich schaffe es wirklich nicht genug zu essen. Ich bin aber nicht der Mensch, der trackt, sondern ich weiss mittlerweile durch die vielen Ups und Downs und das Fühlenlehren, was ich essen muss und wie viel ich esse. Und ich esse viel und ich liebe es zu essen mittlerweile, ich liebe es wirklich. Und ich esse oft.
- 1:37:27Und sicher einen Hühnerstahl pro Woche an Eiern. Top. Top. Top. Hammer. So soll das sein. Und die letzte Frage. Und zwar, der Podcast heisst Momentum. Was heisst Momentum für dich? Momentum ist der Moment, wo du absolut innere und äussere Ruhe empfindest.
- 1:37:55Und das ist nicht mit Lärm gemeint, sondern wenn du in deinem Herz den Frieden hast. Und ich komme halt wieder auf das zurück. Wenn mich ein Anästhesist oder ein Mensch in der Therapie fragt, wünschen sie sich jetzt an den Ort, wo sie am liebsten sind, wo sie genau das Momentum haben. Das ist das Rugby-Fall.
- 1:38:23Ich habe es mir gerade überlegt. Bin ich einfach ruhig. Es ist ruhig rundherum. Es ist einfach mein Frieden. Ja, schön.
- 1:38:35Ja, es hat viele schöne Momente in diesem Podcast. Deine Antworten sind, man merkt, dass du einfach durch und durch für das lebst. Es ist wirklich sehr, sehr schön, mit solchen Menschen mich zu unterhalten. Darum liebe ich, dass ich das machen darf. Weil du erfährst so viel von neuen Sportarten, Menschen, Ansichten. Einfach ganz viele verschiedene Perspektiven. Und ich liebe das. Ich finde es so schön, dass es so etwas gibt. So schön.
- 1:39:04Mega. Yes, und wir sind aber noch nicht ganz fertig. Und zwar, die Kamera ist dir. Wenn du jetzt noch eine Message rausbringen willst, etwas mitteilen möchtest für dich, für deine Leute, deine Community oder für Rugby als Sportart, ich schätze, du möchtest. Hast du die rechte Kamera?
- 1:39:30Das Wichtigste, was ich sicher überbringen möchte, ist, dass du immer deinen Träumen folgst. Egal wie gross sie sind und egal wie viele Menschen sich dir im Weg stellen und dir sagen, dass das nicht möglich ist. Träume noch viel grösser und je mehr die Leute sagen, du bist nicht ganz normal, desto besser sind sie und voll sind sie. Du kannst alles erreichen, was du willst. Das Gebiet ist grenzenlos.
- 1:39:56Wenn du etwas findest, das dich glücklich macht, dann ist es genau das, was wir hier auf dieser Erde leben. Dass wir genau das finden, was uns glücklich macht und alles dafür geben. Und wenn es Rugby ist, dann suche dich auf dem Internet nach einem Rugby-Club in deinem Kanton. Ich kann dir garantieren, jeder Rugby-Club hat Freude, wenn du kommst, egal wer du bist, wie du aussiehst, was für eine Religion, was für eine Hautfarbe.
- 1:40:22was für eine Liebe du verfolgst. Auf dem Spielfeld ist nur eines wichtig, und zwar, dass wir zusammen miteinander den gleichen Sport lieben und alles andere ist egal.
- 1:40:33Ich musste das so aufnehmen. Es war mega schön, was du gesagt hast. Danke vielmals für das. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei dir ganz herzlich bedanken, dass es geklappt hat. Obwohl es heute Morgen schon etwas Turbulenzen gegeben hat. Es ist mein Leben. Ganz ruhig und entspannt. So geht es glaube ich nicht. Es war herrlich. Ich danke dir vielmals, dass du mir mehr Einblick in das Ganze gegeben hast. Mehr Einblick in dein Leben. Mehr Einblick in Sport.
- 1:41:00Ich konnte selber auch sehr viel lernen durch den Podcast mit dir. Und das machen wir. Ich komme wirklich mal. Du musst mir dann auch sagen, welchen Verbandskasten ich mitnehmen soll. Aber dann machen wir das. Auf jeden Fall danke vielmals für deine Zeit, Angela. Es hat mich sehr gefreut. Ich wünsche euch alles, alles Gute, viel Erfolg, viele tolle Matchs. Ich wünsche euch ein grosses Wachstum im Schweizer Rugby-Game.
- 1:41:30dass da ganz viele Menschen darauf aufmerksam werden, dass du bald einen coolen, grossen Sponsor hast, der dich da durch alles durchbegleitet. Das ist das, was ich mir für dich wünsche. Natürlich viel Gesundheit und das ist glaube ich mein erstes. Danke vielmals. Danke dir. Und an dieser Stelle auch für dich. Danke vielmals. Hast du wieder eingeschaltet bei Momentum. Dein Podcast, wo inspirierende Menschen inspirierende Geschichten erzählen. Heute mit Angela, eine Rugby-Spielerin, die eine Passion für das Game hat.
- 1:41:59der unmatchable ist. Und du kennst, wie das ganze Spiel ist. Da unten hat es ein paar Knöpfe. Einer heisst abonnieren. Wenn du dort drückst, verpasst du einfach nichts mehr, was auf deinem Kanal abgeht. Genau solche tolle Geschichten wie mit den anderen. Und wenn du sogar noch einen Kommentar schieben willst oder dich informieren willst über Rugby, that's the place to be. Geh direkt auf ihr Profil, da ist alles verlinkt. Und danke vielmals, bist du da gewesen. Alles Gute.