Latest / Gin And Talk / Anika Nilles über Schlagzeug, Takt und Rhythmus
Transcript
- 0:00Speaker 1: Ich liebe Instrumentalmusik aus dem Grund auch, weil ich liebe mein Instrument und schreibe selbst Songs.
- 0:07Speaker 1: Und ich kann mich einfach in der Instrumentalmusik mit meinem Instrument am besten ausdrücken.
- 0:12Speaker 1: Ohne YouTube und damals noch Facebook wäre ich wahrscheinlich genau da gelandet wie es mir vorgenommen hatte im Anfang also als Seidfrau mit Bands of Tour oder für Künstler auf der Bühne.
- 0:26Speaker 1: Es ist total inspirierend, immer wieder mit anderen Leuten auch zu spielen oder selbst nur mal auf ein Konzert zu gehen.
- 0:32Speaker 1: Sich andere Künstler anzuhören und zu hören und zu fühlen, wie die Musik fühlen und erleben soll.
- 0:39Speaker 1: Das ist total spannend und inspirierender jeden Fall.
- 0:44Speaker 0: Herzlich willkommen!
- 0:45Speaker 0: Mein Name ist Daniel Fürg und ich freue mich sehr euch heute zu einer neuen Episode Gen & Talk begrüßen zu dürfen.
- 0:52Speaker 0: Ich bin heute in Mannheim und treffe mich hier mit Annika Nilles.
- 0:56Speaker 0: Die gebürtige Erschaffenburgerin ist international erfolgreiche Schlagzeugerin, und wurde für ihre Arbeit mit einigen der weltweit wichtigsten Preisen ihrer Zunft ausgezeichnet.
- 1:06Speaker 0: Neben eigenen Instrumentalalben mit ihrer Band geht sie regelmäßig auch mit anderen Künstlern auf Tour – so z.B Ich wollte von ihr wissen, wie man erfolgreiche Schlagzeugerin wird.
- 1:20Speaker 0: Welche Musik sie am meisten inspiriert?
- 1:22Speaker 0: Wie wichtig es ist musikalische Regeln zu brechen und warum sie ausgerechnet in Mannheim geblieben ist!
- 1:28Speaker 0: Wenn euch diese Episode Genantalk gefällt folgt uns bei Spotify Apple Podcast oder wo auch immer ihr gerne Podcast hört und hinterlasst uns eine positive Bewertung.
- 1:37Speaker 0: Diese und viele weitere Episoden findet ihr als Video-Podcast auf unserem YouTube Kanal.
- 1:43Speaker 0: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören.
- 1:45Speaker 0: Schön, dass ihr alle wieder mit dabei seid.
- 1:48Speaker 1: Zwei Menschen,
- 1:50Speaker 0: eiskalte Drinks und eine
- 1:52Speaker 1: Menge Zeit für ein
- 1:53Speaker 0: persönliches Bargespräch.
- 1:56Speaker 0: Herzlich willkommen an unseren Bartresen!
- 2:00Speaker 0: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Gin & Talk.
- 2:05Speaker 0: Mach es dir gemütlich,
- 2:07Speaker 1: lehne dich zurück und tauche
- 2:09Speaker 0: ein in die verrucht düstere
- 2:11Speaker 1: Atmosphäre
- 2:12Speaker 0: unserer Studio-Bar.
- 2:22Speaker 0: Liebe Annika, ich freu mich sehr, dass wir uns heute hier in Mannheim treffen können.
- 2:26Speaker 0: Mein allererstes Mal in Manheim tatsächlich umso besser aber wir haben uns den Location mit einem wunderschönen Ausblick so mehr oder weniger aufs Wasser ausgesucht.
- 2:35Speaker 0: herzlich willkommen!
- 2:36Speaker 0: Hi
- 2:36Speaker 1: schön hier zu sein.
- 2:39Speaker 0: Ja du bist Schlagzeugerin.
- 2:42Speaker 0: das ist per se ja schon mal eine um das gleich das größte Klischee einmal ganz am Anfang rauszuräumen, damit wir dann gar nicht mehr so sehr darauf rumhacken müssen.
- 2:53Speaker 0: Du bist eine Frau, du bist Schlagzeugerin und du bist erfolgreich.
- 2:58Speaker 0: Gibt's gar nicht mal so viele ... Um das ganz kurz abzuarbeiten?
- 3:03Speaker 0: Weil das wahrscheinlich hast du schon fünftausendmal beantwortet.
- 3:06Speaker 0: Aber wird die Situation denn besser?
- 3:09Speaker 1: Ja, ich würde sagen es gibt auf jeden Fall immer mehr Schlagzeugerin ... die auch auf der Leinwand auftauchen.
- 3:15Speaker 1: Die schaffen, wirklich auf die Bühne zu gehen und mit Bands zu spielen, doch relativ dadurch bekannt zu waren.
- 3:23Speaker 1: Das war jahrzehntelang irgendwie, hat sich das so auf fünf, sechs ... Bekannte Schlagzeugerinnen reduziert und über die letzten, ich würde sagen, sieben, acht Jahre hat sich das schon deutlich und auch viel schneller geändert.
- 3:36Speaker 1: Und es ist immer noch im Wandel.
- 3:37Speaker 1: Ich hoffe, dass es sich über den nächsten Jahrzehnte so vielleicht, wenn wir Glück haben mal einpendet ... Dass es ja ungefähr so viele Frauen wie Männer am Schlagzeuge gibt.
- 3:50Speaker 0: Du hast schon ganz früh als ... Kind angefangen Schlagzeug zu spielen, hast auch eine gewisse familiäre Vorbelastung.
- 3:58Speaker 0: Also dein Vater hat glaub ich auch Schlagzeuge gespielt und dann gab's in der Familie noch einen Cousin.
- 4:05Speaker 0: Wann war denn für dich das Moment, dass du gesagt hast okay, ich möchte das hauptberuflich machen und nicht nur so als Nebenherr-Hobby was ja auch völlig legitim gewesen wäre?
- 4:16Speaker 1: Für mich war eigentlich schon relativ früh klar, Ich hab den Wunsch aber so das erste Mal, glaub ich, geäußert als ich vierzehn war vielleicht oder fünfzehn.
- 4:28Speaker 1: Und nachher natürlich auch noch ein paar mal, aber ... bis halt so ist.
- 4:34Speaker 1: ja also meine Eltern haben dann halt gesagt, ich sollte doch erst mal was Vernünftiges machen und danach kann ich tun und lassen, was ich will?
- 4:44Speaker 1: So kam's dass ich halt erstmal eine Ausbildung gemacht habe zu Erzieherin bin da auch hängen geblieben, noch mal ein paar Jahre im Berufsleben und hab dann aber mich nochmal für die Leidenschaft entschieden.
- 4:57Speaker 0: Hast du ja in dem Beruf ganz schön Gas gegeben?
- 5:00Speaker 0: Was hast du mit Anfang zwanzig schon den Kindergarten geleitet?
- 5:04Speaker 0: Was hilft einem diese Erfahrung eigentlich im Umgang mit Bands?
- 5:08Speaker 0: Ich kann mir vorstellen, da geht es manchmal ganz schön drunter und drüber!
- 5:11Speaker 1: Ja, das ist kein großer Unterschied.
- 5:16Speaker 1: Also es hilft natürlich schon extrem einfach ... wenn man mit Menschen gearbeitet hat im sozialen Umfeld, ist natürlich was anderes als wenn man jetzt irgendwo ein Büro sitzt und irgendwas in den Computer einhakt.
- 5:30Speaker 1: Dadurch dass ich sehr viel mit verschiedensten Menschen geararbeitet hab kommt einem das natürlich immer zugute im Umgang mit Bandmitgliedern oder auch ... Business-Geschichten oder auch Studierenden.
- 5:45Speaker 1: Ich habe lange an der Musikschule unterrichtet, also kleinere Kinder und Jugendliche.
- 5:52Speaker 1: Da hilft es extrem einzuschätzen, wo stehen die?
- 5:56Speaker 1: Wo kann ich sie abholen?
- 5:57Speaker 1: Wo fangen wir an?
- 5:58Speaker 1: Wo steigen wir ein von der Förderung her?
- 6:03Speaker 1: Die Ausbildung als Erzieherin ist nicht falsch gewesen, sagen wir mal so!
- 6:08Speaker 0: Wann war denn eigentlich der Moment, an dem du gesagt hast okay jetzt ist es nicht nur ein Wunschstraum eine Idee einen Vorhaben?
- 6:16Speaker 0: Sondern jetzt habe ich festgestellt.
- 6:18Speaker 0: Ich kann wirklich auch davon leben und das funktioniert so dass sich mich nur darauf fokussieren kann.
- 6:24Speaker 1: Der Schritt zur zum Berufsmusiker von der Erzieherin zum Berufsmusiker war erst mal nicht so einfach aus dem Grund weil Wenn man es gewohnt, ist das ein festes Gehalt eintrudelt.
- 6:39Speaker 1: Jeden Monat und so eine gewisse Sicherheit sich eingestellt hat dann ... Ist es nicht mehr so einfach, dass loszulassen?
- 6:48Speaker 1: Aber der Wunsch war natürlich viel größer als jetzt irgendwie ein Gehalt was monatlich eintrudelt.
- 6:56Speaker 1: Ich hab das auf jeden Fall im schleichen Übergang gestaltet.
- 7:00Speaker 1: Also ich habe es jetzt nicht rabiat von heute auf morgen meinen Job gekündigt und dann geguckt, wie ich als Musikerin durchkomme.
- 7:07Speaker 1: Sondern ich hab schon früh auch Unterricht gegeben, hab einfach viel mehr Unterricht ab einem gewissen Punkt möglich gemacht.
- 7:14Speaker 1: also hab dann halbtags gearbeitet und die Unterrichtszeiten einfach erhöht.
- 7:20Speaker 1: Und das war dann schon mal so ein Schritt in die richtige Richtung, und da haben sich auch viele spielerische Jobs ergeben.
- 7:29Speaker 1: Das war dann auch machbar.
- 7:30Speaker 1: Ich hab immer weiter die Arbeit eigentlich zurückgeschraubt bis ich gemerkt habe, jetzt verdiene ich fast mehr Geld mit Musik als mit meinem Job.
- 7:39Speaker 1: Dann kam aber das Studium, die Zusage zum Studium.
- 7:43Speaker 1: Das ist für mich der endgültige Schritt raus aus dem ... Erzieherleben, genau.
- 7:49Speaker 0: Ist es ein Weg zu dem du auch anderen jungen Leuten raten würdest?
- 7:52Speaker 0: Die sagen sie wollen Musiker werden das du sagst macht erst mal irgendwas anderes.
- 7:58Speaker 0: verdient damit euer Geld.
- 7:59Speaker 0: sichert irgendwie euren Lebensunterhalt aber lasst diese Leidenschaft nicht sterben und arbeitet euch quasi nebenberuflich zu einem Level hoch wo ihr dann auch wirklich davon leben könnt.
- 8:10Speaker 1: ich weiß nicht ob ich's raten würde.
- 8:13Speaker 1: also im nachhinein war es jetzt kein falscher Weg oder kein schlechter Weg.
- 8:18Speaker 1: Aber ich merke natürlich auch, dass die ersten zehn Jahre ... Oder nicht die ersten zehn Jahre, aber die frühen zehn Jahre, die man als junger Mensch, wenn man irgendwie siebzehn ist, achtzehn isst gerade so auf dem Weg ist vielleicht die Schule zu beenden, dass diese Jahre doch entscheidend sind wie sehr sich was setzt also wie sehr Inhalte oder auch Spielerliches einfach so grundlegend in der Basis sich da setzt und wovon man dann die nächsten Jahre profitiert.
- 8:52Speaker 1: Und das ist bei mir was, wo ich immer noch am Aufholen bin.
- 8:56Speaker 1: Wo ich merke okay, das hätte ich schon vor dreißig Jahren vielleicht können sollen oder so... Es ist halt immer noch nicht so safe, wie ich es eigentlich wollte.
- 9:08Speaker 1: Wenn man halt einfach früh die Entscheidung trifft, ich möchte Musik machen.
- 9:13Speaker 1: Dann beschäftigt man sich auch ganz anders damit viel intensiver und hat auch die Zeit dafür, weil neben dem Berufsleben ist dann nicht mehr so viel Zeit, um sich total intensiv noch mit Musik zu beschäftigen.
- 9:26Speaker 1: Und deshalb ... Ich würde es vielleicht jetzt nicht unbedingt raten, aber ich würde jedem sagen der Sperrt überlegt nochmal die Richtung einzuschlagen, das einfach zu wagen vor allen Dingen das zu machen, was man denkt, dass einmal ein Glücklichsten macht.
- 9:43Speaker 1: Weil ich glaube da gibt mir dann auch alles dafür.
- 9:46Speaker 1: Also zumindest hab' ich die Erfahrung gemacht, dass mich in die Musik und im Studium und in ... ähm, dass die Interesse für das Instrument- und die Musik generell etwas ganz anderes bewirkt hat als ich es geleistet habe im Berufsleben als Erzieherin.
- 10:03Speaker 1: also das war alles eher so Ich mach nicht mehr als ich muss Und als ich der Leidenschaft nachgegangen bin, war das was komplett anderes.
- 10:12Speaker 1: Ist es bis heute noch?
- 10:14Speaker 1: Also
- 10:14Speaker 0: würdest du sagen eigentlich ist es heute auch mehr Leidenschaft als Beruf nur dass du heute glücklicherweise davon auch leben kannst?
- 10:21Speaker 1: Genau.
- 10:21Speaker 1: also es fühlt sich auch ganz oft nicht wie arbeiten an und ich muss mich da immer mal selbst wieder bremsen wenn ich zwei Wochen ohne einen freien Tag irgendwie ähm irgendwie mir die Tage zugelegt habe so und es fühlte sich dann Einfach nicht an wie Arbeit, also ... Ja.
- 10:38Speaker 1: Genau.
- 10:39Speaker 1: Aber
- 10:39Speaker 0: wenn du von so einer langen Tour zurückkommst, dann sind da schon Arbeitserscheinungen oder?
- 10:45Speaker 0: Da ist man ja schon ein bisschen kao.
- 10:47Speaker 1: Ja, wobei ich immer versuche wenn ich von der langen Tour zurückkomme erst gar nicht in so ein Loch zu fallen.
- 10:52Speaker 1: Das gibt das berühmte Tourloch
- 10:54Speaker 1: d.h.,
- 10:54Speaker 1: weil man wochenlang organisiert wurde von anderen Leuten und immer gesagt bekommen halt so jetzt das ist dein Tagesablauf du bist einfach fremdorganisiert und du kommst zurück und nichts ist mal organisiert.
- 11:07Speaker 1: dann fällt mein so ein berühmtes Tourlochs Und ich versuch dann eigentlich immer gleich, natürlich schon zwei, drei Tage die Füße stillzuhalten.
- 11:16Speaker 1: Aber dann auch schon wieder mich zu organisieren ... Dann kommst du die ersten Termine wieder rein und so.
- 11:22Speaker 1: Das mach' ich aber ganz bewusst!
- 11:25Speaker 1: Ein Tulloch ist schon ziemlich was Übliches.
- 11:28Speaker 0: Du hast dich ja auch so ein bisschen ... für eine Nische entschieden in deinem Stil.
- 11:33Speaker 0: Für diejenigen, die jetzt vielleicht noch nie was von dir gehört haben oder zumindest noch nie bewusst etwas von dir gehört haben?
- 11:39Speaker 0: Wie würdest du das dann beschreiben?
- 11:42Speaker 0: Was macht deinen Stil so außergewöhnlich oder besonders ... Oder anders?
- 11:49Speaker 1: Ja mein Stil ist definitiv ne Nische.
- 11:51Speaker 1: also es ist instrumentale Musik.
- 11:53Speaker 1: Es ist dazu noch irgendwie ne Mischung aus Jazz auch ein bisschen rockig, dann haben wir auch Pop-Elemente drin.
- 12:03Speaker 1: Sollige funkige Elemente drin.
- 12:05Speaker 1: also Endeffekt ist das Fusion und das ist natürlich eine totale Nische.
- 12:10Speaker 1: Allein schon dass kein Gesang dabei ist macht es zur Nische und dann noch mal diese spezifische Kombination.
- 12:17Speaker 1: andere sagen es ist irgendwie nicht Fisch oder Fleisch so.
- 12:21Speaker 1: Macht's dann nochmal ne Ecke nördiger vielleicht genau.
- 12:25Speaker 0: Wie kam das?
- 12:26Speaker 0: also?
- 12:26Speaker 0: du hättest ja auch dir das Leben vielleicht ein bisschen leichter machen können und sagen können ich geh jetzt voll auf die Mainstream Schiene.
- 12:34Speaker 0: Spiel mit irgendwelchen großen Bands zusammen oder schließe mich einer großen Band an wie auch immer und mache einfach das was alle irgendwie machen und macht es vielleicht auch in Perfektion wäre vielleicht auch einfacher gewesen, ich weiß es nicht.
- 12:48Speaker 0: aber Wie kam das?
- 12:51Speaker 1: Der erste Gedanke, als ich damals angefangen hab zu studieren oder der Wunsch damals war auch genau das.
- 12:57Speaker 1: Mein Wunsch war eigentlich im Prinzip Tour-Drummerin zu sein und einfach für Bands die vor allem in der Poprichtung unterwegs sind zu spielen oder für Künstler irgendwie in der Tourband zu sein.
- 13:10Speaker 1: Und nebenbei ein bisschen zu unterrichten und Workshops zu machen.
- 13:14Speaker 1: Das war mein Ziel, meinen Vorhaben.
- 13:17Speaker 1: Es kam natürlich ... Ganz anders, als man es plant.
- 13:22Speaker 1: Und wie's jetzt letztendlich ist hat sich das auch entwickelt.
- 13:26Speaker 1: Das war keine bewusste Entscheidung in diesem Musikstil zu spielen.
- 13:32Speaker 1: Es hat sich einfach so entwickelt.
- 13:35Speaker 1: Im Nachhinein liebe ich Instrumentalmusik aus dem Grund auch weil ... Ich liebe mein Instrument!
- 13:42Speaker 1: Und ich schreibe auch selbst Songs und ... Ich kann mich einfach in der Instrumentalmusik mit meinem Instrument am besten ausdrücken.
- 13:49Speaker 1: Das ist immer so ein bisschen eine Sache, wo man sich halt am Ende selbst zieht.
- 13:52Speaker 1: Wenn man Begleitmusiker ist, dann erfüllt man eine gewisse Rolle und spielt auch so.
- 14:00Speaker 1: Also ... Ähm ... Und das gibt oft nicht mehr so viel künstlerische Freiheit.
- 14:06Speaker 1: Und ich sehe mich schon mehr als Künstlerin als als Begleitungmusikerin.
- 14:11Speaker 1: Ich mach zwar beides Und es funktioniert auch gut für mich, weil's beides gibt.
- 14:16Speaker 1: Ich könnte glaube ich nicht nur Begleitmusikerin
- 14:19Speaker 1: sein.".
- 14:19Speaker 0: Du warst ja auch ... zwanzig-zwanzig mit Jeff Beck noch auf Tour?
- 14:25Speaker 0: Wie war das da?
- 14:26Speaker 0: Weil der ist ganz explizit über deine YouTube-Videos auch auf die ihr auch merkst.
- 14:30Speaker 0: Der wusste ja, worauf er sich sozusagen einlässt und wollte dich genau deswegen haben.
- 14:36Speaker 0: War das dann so eine besondere Zusammenarbeit an der Stelle?
- 14:39Speaker 0: Weil er genau verstanden hat was du machst Und warum du
- 14:42Speaker 1: es machst?
- 14:43Speaker 1: Also ich hatte schon das Gefühl, dass wir musikalisch total auf einer Wellenlänge waren.
- 14:51Speaker 1: Er hat ja mit der Gitarre im Prinzip auch Dinge gemacht, wo's immer hieß, das macht man nicht auf der Gittare und er hat's einfach gemacht!
- 15:01Speaker 1: Ich hab' das ähnlich mit dem Schlagzeug in meiner ganz eigenen Welt sozusagen auch so gemacht gibt nichts auf Regeln und er gibt auch nix oder gab auch nicks auf Regel.
- 15:13Speaker 1: Und wir haben irgendwie sofort auch spielerisch, das war ... ab dem ersten Moment wo wir gespielt haben hat es gepasst so.
- 15:22Speaker 1: Und das Schöne bei Jeff war einfach dass es sehr viel Improvisationen gab auf der Bühne.
- 15:28Speaker 1: Obwohl es feste Arrangements waren.
- 15:31Speaker 1: Er wollte einfach immer auch also er hat ja selbst fast nur improvisiert bis auf ein paar spezifische Melodien Und er hat das auch gefordert.
- 15:40Speaker 1: Er hat es richtig auf der Bühne eingefordert, Energie, Improvisation und das hat natürlich tierisch Spaß gemacht so.
- 15:47Speaker 1: Das war noch richtig ... Ich sag immer Mucke machen!
- 15:53Speaker 0: Wenn wir nochmal zurückgehen in deine Kindheit als du angefangen hast, gerade wenn's auch um dieses Regelbrechen geht, wann ging das dann los?
- 16:01Speaker 0: Also wie hast du überhaupt ... Schlagzeug gelernt.
- 16:05Speaker 0: Also gab's dann den Moment, wo du gesagt hast, ich möchte jetzt professionellen Unterricht haben von dem richtigen Lehrer.
- 16:12Speaker 0: oder war vielleicht auch dein Vater derjenige, der dir die ersten Schritte beigebracht hat?
- 16:17Speaker 1: Ich würde erst mal sagen bei mir waren nichts im klassischen Sinne.
- 16:22Speaker 1: also man muss ja wenn man sich gewisse Musiker anschaut, die wirklich wirklich erfolgreich sind, dann haben die meistens nie was anderes gemacht.
- 16:31Speaker 1: Die haben keinen Job gelernt und gearbeitet, sondern wahrscheinlich war der Vater schon oder die Mutter schon Musiker.
- 16:37Speaker 1: Und sie sind gefördert worden... Also bei mir ist das überhaupt nicht so gewesen!
- 16:43Speaker 1: Und zwar auch klassischen Unterricht gehabt in der Musikschule, was man gar nicht gefallen hat.
- 16:50Speaker 1: Damals noch irgendwie so Anfang der Neunziger war das wirklich noch sehr star und steif.
- 16:55Speaker 1: Bis man mal an Strumsight durfte, muss man erst mal zwei Jahre nur kleine Trommel spielen und Noten lesen lernen und sowas.
- 17:02Speaker 1: Das ist schon hart wenn man sieben Jahre ist!
- 17:08Speaker 1: Mir hat es überhaupt nicht gefallen.
- 17:09Speaker 1: Mein Vater hat mich dann so ein bisschen gerettet und halt überbrückt, hat mir auch immer wieder am Schlagzeug daheim Sachen gezeigt.
- 17:17Speaker 1: Und irgendwann hatte ich aber doch einen Privatlehrer, der mich mehr in diese Rock-Poprichtung unterrichtete, was ich eigentlich machen wollte.
- 17:28Speaker 1: Ich wollte nicht dieses klassische ... erst mal ein paar Jahre Snare, dann Schlagzeug und am besten noch Marimba und Pauke.
- 17:35Speaker 1: Das war so überhaupt nicht mein Ding!
- 17:39Speaker 1: Und deshalb ging es eigentlich weg von der Musikschule hin zum Privatlehrer.
- 17:42Speaker 1: Aber der Privat-Lehrer war auch kein Profi-Musiker.
- 17:45Speaker 1: Ich bin auf dem Land groß geworden und da war der Musikverein ... Dann wird man da halt unterrichtet.
- 17:53Speaker 1: Es ging dann ein paar Jahren mit verschiedenen Privatlärern auch...
- 17:59Speaker 0: Du hast ja auch viele Jahre Erfahrung im Unterrichten von Studenten, die Schlagzeug lernen möchten hier an der Pop-Akademie in Mannheim.
- 18:11Speaker 0: Wie unterrichtest du denn?
- 18:12Speaker 0: Also wie bringst du gerade dieses Regelbrechen, dieses einfach mal drauf los und auch der Intuitionfreien Lauf lassen?
- 18:21Speaker 0: Wie bringt man das Menschen bei?
- 18:24Speaker 1: Ich versuche viel mehr auf ... den emotionalen Part der Musik einzugehen.
- 18:28Speaker 1: Also ich bin mittlerweile schon sehr weit weg, was heißt weit weg?
- 18:33Speaker 1: Also im Rahmen des Studiums muss man natürlich auch gewisse theoretische Kenntnisse vermitteln und so.
- 18:40Speaker 1: aber ich versuche viel mehr diesen ... ... emotionalen Bereich in der Musik aufzugreifen.
- 18:46Speaker 1: Also was drückst du aus mit deinem Spiel?
- 18:48Speaker 1: Wie kannst du mehr Emotionen einbringen?
- 18:51Speaker 1: Was sagt dir das Song und wie begleitest du den Song?
- 18:54Speaker 1: Und da gehören so dynamische Elemente dazu, also... Das ist ein Riesenbaustein in meinem Unterricht Dynamik!
- 19:01Speaker 1: Wie kannst Du quasi als nicht harmonisches Instrument trotzdem rhythmisch melodisch spielen
- 19:07Speaker 1: sozusagen?!
- 19:10Speaker 1: Da liegt eigentlich mein Fokus drauf.
- 19:12Speaker 0: Wie kommerziell muss man eigentlich grundsätzlich denken, um in dieser arten Musikwelt überleben zu können.
- 19:19Speaker 0: Auch finanziell überleben kann.
- 19:21Speaker 0: Also wie sehr fließt es auch irgendwo bei dir ein?
- 19:24Speaker 0: Dass du sagst okay ich würde jetzt gern vielleicht noch einen Ticken mehr verrückt sein oder noch einen ticken mehr Regeln brechen, um mit dem Muster zu bleiben.
- 19:34Speaker 0: aber vielleicht geht das dann doch nicht weil ... vielleicht hören sich's am Ende nicht mehr genug Leute an.
- 19:40Speaker 1: Das
- 19:41Speaker 0: muss ja auch wie so ein innerer Zwiespalten manchmal sein?
- 19:43Speaker 1: Ja, also ich sag mal so ... Wenn ich jetzt Songs schreibe, dann geh ich erst mal so go with the flow.
- 19:50Speaker 1: Also wirklich erstmal mach' ich das so, wie es rauskommt und ... Manchmal spielt da Gedanke mit, oh ist das jetzt zugänglich genug oder ist es schon zu weit weg irgendwie.
- 20:03Speaker 1: Aber im Endeffekt wenn ich jetzt mal so wirklich überdenke Songs schreibe, dann kommen natürlich irgendwelche freakigen Sachen manchmal dabei raus.
- 20:13Speaker 1: Aber auch wieder viel, viel kommerziellere Songs und im Endeffekt ist es die Mischung das macht, das Spannend macht.
- 20:20Speaker 1: Wenn jetzt jeder Song kommerziell wäre in meiner Nische ... Dann wird's schnell langweilig weil grade die Instrumentalecke auch davon lebt dass man mal solidiert, dass am Instrument auch mal irgendwie komplett ausgefriegte Sachen machen kann und das ja auch dann quasi die Musik belebt.
- 20:41Speaker 1: Und auch das Publikum gebanthält, gerade beim Live-Konzert.
- 20:48Speaker 1: Das ist auch das Schöne an den Instrumentalen, dass man das machen darf.
- 20:53Speaker 1: Es lebt ja alles von den Instramenten und jetzt nicht unbedingt vom Gesang der Stimme oder vom Text.
- 20:59Speaker 0: Jetzt hat bei dir ja YouTube auch sehr deine Karriere befeuert oder generell Social Media weil du irgendwann dich dann dazu, man kann ja eigentlich fast sagen durchgerungen hast.
- 21:09Speaker 0: Auch selbst dort Videos zu veröffentlichen, ich glaube du warst da gar nicht mal so der große Fan davon im ersten Moment.
- 21:17Speaker 0: Ist das was wo du sagen würdest?
- 21:18Speaker 0: Das hat auch geholfen um eben mit deinem Weg und deinem Stil überhaupt auch gehört zu bekommen.
- 21:24Speaker 0: Weil vielleicht wenn du jetzt so irgendwelchen Labels gegangen wärst vorgespielt hättest oder irgendwelche Demotapes eingereicht, die gesagt hätten.
- 21:33Speaker 0: Das ist ein bisschen sehr komplex und vielleicht will sich das jetzt niemand wirklich anhören?
- 21:37Speaker 0: Aber mit dem YouTube-Channel konntest du ja am Ende dann auch beweisen.
- 21:41Speaker 0: Ja doch da sind richtig viele Leute, die sich das anhören.
- 21:45Speaker 0: Und am Ende wurden ja dann auch Leute wie Jeff Becker auf dich aufmerksam.
- 21:49Speaker 1: Also YouTube oder Social Media hat auf jeden Fall einen Rieseneinfluss auf meine Karriere, wie sie verlaufen ist.
- 21:55Speaker 1: also... Ohne YouTube und damals noch Facebook, wäre ich wahrscheinlich genau da gelandet.
- 22:02Speaker 1: Wie es mir vorgenommen hat am Anfang einfach als ... Seidfrau mit Bands of Tour oder für Künstler auf der Bühne.
- 22:10Speaker 1: Aber dadurch dass meine YouTube-Videos irgendwie erfolgreich waren, musste ich mich irgendwann entscheiden, ob ich das mehr verfolgen will?
- 22:21Speaker 1: Oder ob ich meinen eigentlichen Vorstellungen ... irgendwie hinterherlaufen will.
- 22:27Speaker 1: Und am Anfang hab ich versucht, das gleich ... also gleichzeitig irgendwie zu bewältigen.
- 22:32Speaker 1: Bin zweikleißig gefahren, aber es war dann irgendwie nach zwei, drei Jahren klar so... Das geht nicht!
- 22:37Speaker 1: Ich habe dann schon Bands reduziert und Auftritte mit Bands immer wieder so abgegeben.
- 22:43Speaker 1: Und hab mich dann wirklich fokussiert auf die eigene Sache.
- 22:47Speaker 1: Was jetzt im Nachhinein für mich auch wirklich die richtige Entscheidung war.
- 22:50Speaker 0: Ich hab die kommende Frage ... vor ein paar Wochen Sven Regner gestellt von Element of Crime.
- 22:57Speaker 0: Er war so ein bisschen zwiespältig in seiner Antwort, würdest du denn sagen dass durch gerade durch Social Media es für junge Künstler einfacher geworden ist auch wirklich gehört zu finden und Aufmerksamkeit zu erregen?
- 23:12Speaker 0: oder hat das noch ein bisschen komplizierter gemacht?
- 23:15Speaker 0: weil einfach die Flut an Inhalten, die Flute an Künstlern.
- 23:20Speaker 0: An Creators wie auch immer.
- 23:22Speaker 0: Die Umaufmerksamkeit Buhlen so wahnsinnig groß geworden ist?
- 23:25Speaker 1: Also ich glaube das muss man betrachten in Zeitschwannen weil damals also wir reden jetzt vor von vor zehn Jahren als es zumindest bei mir losging war's noch so dass Social Media noch nicht so ausge ähm checkt war, wie es jetzt ist.
- 23:44Speaker 1: Also ... Es gab noch nicht vor allen Dingen diese ganz schnellen Plattformen wie Instagram oder TikTok.
- 23:49Speaker 1: Ist noch kurzlebiger und noch schneller.
- 23:52Speaker 1: Und mit Facebook und YouTube waren das noch Plattforms, wo man sich auch Sachen ganz ehrlich gesagt drei Minuten lang angeguckt hat.
- 24:01Speaker 1: Und davon konnten wir noch wirklich profitieren als Musiker, als Künstler.
- 24:07Speaker 1: Man ist auch anders wahrgenommen worden.
- 24:09Speaker 1: Ich hatte das Glück, in dieser Zeit irgendwie am Start zu sein.
- 24:13Speaker 1: Und ich glaube, dass dadurch auch ... also in dieser Zeitspanne und durch diese Medien es möglich war, auch in the long-term eine Karriere aufzubauen.
- 24:24Speaker 1: Was sich jetzt viel schwieriger finde.
- 24:26Speaker 1: Also jetzt ist es erst mal ... natürlich sind viel mehr Leute unterwegs im Social Media mittlerweile als es noch vor zehn Jahren der Fall war.
- 24:36Speaker 1: Und das verteilt sich auch auf alle Plattformen.
- 24:38Speaker 1: Man muss jetzt viel mehr Plattform bedienen und dafür auch eigenen Content erstellen, also es ist als viel aufwendiger geworden.
- 24:45Speaker 1: Ich frag mich immer ... wenn mal zehn Jahre rumgegangen sind, welche dieser nicht YouTube-Instagramm oder TikTok bekannten, man nennt's ja auch Influencer, werden da noch ... davon leben können oder am Start sein.
- 25:04Speaker 1: Ich hab das Gefühl, dass es einfach viel kurzlebiger ist.
- 25:07Speaker 1: Ähm ... ich frag mich, ob's wirklich möglich ist eine Karriere, ne längerfristige Karrieren da drauf aufzubauen?
- 25:16Speaker 1: Also ... wird sich zeigen wahrscheinlich.
- 25:20Speaker 0: Gerade auf TikTok habe ich zumindest beobachtet, dass es in den USA vor allem ganz viele Schlagzeugerinnen auch gibt die richtig Gas geben mit ihren Channels, die wirklich wahnsinnige Reichweiten haben und vor allem einfach ja auf bekannte Songs ihr Schlagzeug spielen.
- 25:42Speaker 0: Beobachtest du so was?
- 25:43Speaker 0: Schaust du dir sowas an, wie siehst du das.
- 25:46Speaker 1: Ich muss ehrlich sagen, dass ich immer weniger auf Social-Media unterwegs bin, weil ich seit zehn Jahren lang gemacht hab und bisschen müde geworden bin ... Aber es gab auch damals auf YouTube schon wirklich eine Geschlagzeugerin, die über Cover irgendwie versucht haben, an Start zu kommen, was ja auch irgendwie gut ist.
- 26:05Speaker 1: Nur ist halt ein Covermaterial jetzt nicht das, wo man finde ich zumindest meine ... persönliche Meinung, um jetzt eine Karriere drauf aufbauen kann.
- 26:14Speaker 1: Man kann Glück haben und dadurch entdeckt werden von einem Künstler der sagt, du spielst ja echt gut, komm wir probieren es mal ein Gen of Tour.
- 26:22Speaker 1: das kann natürlich passieren und das wäre wahrscheinlich auch der beste Fall.
- 26:25Speaker 1: aber so eine ganz eigenständige karriere darauf aufzubauen finde ich das immer ganz schwierig dass selber auch mit Sängern oder anderen Instrumentalisten gar nicht mal Schlagzeug reduziert.
- 26:37Speaker 1: Aber es ist natürlich immer die Frage auch, wo sieht man sich selbst so?
- 26:39Speaker 1: Das will man damit bezwecken.
- 26:41Speaker 1: Und wenn man's irgendwie als Plattform sieht um in real life eine Karriere aufzubauen dann mag das nach wie vor ein guter Schritt sein.
- 26:52Speaker 1: aber ich find's einfach schwierig mit dem Content auf diesen Plattformen weil's einfach so kurzlebig ist und hat ja zum Teil nur drei Sekunden oder vier Sekunden die entscheiden, ob jemand vielleicht noch weitere zehn Sekunden dein Video anguckt bevor es weggeschoben wird.
- 27:09Speaker 1: Und das ist halt vom Inhalt her total schwer.
- 27:13Speaker 1: Da kann man eigentlich kaum noch eine künstlerische Message irgendwie unterbringen und deshalb finde ich auch den Content oft so langweilig weil's einfach nur irgendwie albern is oder halt mich nicht anspricht einfach.
- 27:28Speaker 0: Wie siehst du denn deine Karriere ganz persönlich für die nächsten ... fünf bis zehn Jahre, wie viel Strategie packst du denn da rein?
- 27:35Speaker 0: Oder wie viele konkrete Zukunftspläne machst du dir da?
- 27:39Speaker 0: oder ist das auch so ein bisschen go with the flow.
- 27:45Speaker 1: Das ist jetzt nicht unbedingt go-with-the-flow.
- 27:47Speaker 1: also ich hab schon auf jeden Fall meine Ziele und meine Vorstellung aber die sind vielleicht jetzt nicht mehr so einfach zu erreichen wie es noch vor ein paar Jahren der Fall war weil's in real life eben der Fall ist.
- 28:02Speaker 1: Also, ich versuche das, was ich mir aufgebaut habe international über die Plattform jetzt einfach im echten Leben noch zu intensivieren und ja auch eine andere Audience nochmal aufzubauen, die eben nicht kurzlebig ist.
- 28:19Speaker 1: Und es bedeutet viel mehr Energieaufwand, Zeitaufwand ... und auch natürlich irgendwie Kontakte in echtem Leben knüpfen und pflegen Was natürlich was ganz anderes ist als über eine Social Media Plattform am Handy.
- 28:34Speaker 0: Du hast ja eingangs auch gesagt, du ... bei dir sind ein bisschen zweigeteilt und machst auf der einen Seite deine eigene Musik.
- 28:40Speaker 0: Auf der anderen Seite gehst du mit Künstlern auch auf Tour.
- 28:44Speaker 0: Wie verschiebt sich da der Fokus bei dir?
- 28:47Speaker 0: Also schaust du einfach wie es sich entwickelt oder ist da schon klar der Fokuss darauf, dass du sagst, du möchtest eigentlich immer mehr auch eigene Dinge machen?
- 28:57Speaker 1: Ich habe sehr viel Zeit und viele Jahre in die eigenen Musik investiert.
- 29:03Speaker 1: Und liebe auch, was ich tue!
- 29:07Speaker 1: Mein Spiel lebt davon, dass ich eigene Songs schreibe und sich da etwas entwickelt.
- 29:14Speaker 1: Das ist mein Fokus, egal was ich noch sonst für Projekte am Start hab.
- 29:19Speaker 1: Also das ist ganz klar ... Mein Fokus.
- 29:22Speaker 0: Das heißt, wenn wir so ein bisschen in die nähere Zukunft schauen ... Was werden wir von dir sehen und hören?
- 29:28Speaker 0: Also,
- 29:28Speaker 1: wir sind grade dabei mit der Band quasi ein neues Album zu schreiben.
- 29:34Speaker 1: Und haben auch Videoproduktion am Start mit ein paar Live-Videos dazu gehen.
- 29:40Speaker 1: Ich hab' ein neues Buch geschrieben das jetzt beim Verlag vorliegt und dann Anfang des nächsten Jahres wahrscheinlich rauskommt.
- 29:48Speaker 1: Also, es wird immer weitergehen in dem Sinn und ... Es sind grad so viele neue Songs in der Mache.
- 29:54Speaker 1: Dass das eigentlich mehr ist als wenn wir auf ein Album packen wollen.
- 29:58Speaker 1: Wahrscheinlich haben wir schon so eineinhalb Album durch sozusagen.
- 30:05Speaker 1: Genau!
- 30:05Speaker 1: Und natürlich viel Live spielen.
- 30:07Speaker 1: also Wir strengen die Fühler aus, versuchen noch einen Fuß mehr ins Ausland zu bekommen auch ins weitere Ausland wie Asien usw.
- 30:17Speaker 1: und versuchen, viel live zu spielen.
- 30:19Speaker 0: Wir sitzen ja hier in Mannheim, du lebst auch hier?
- 30:23Speaker 0: Was bedeutet die Stadt eigentlich für dich?
- 30:25Speaker 0: Und warum ist hier so ein Musik-Hotspot?
- 30:30Speaker 0: Wie kam das überhaupt?
- 30:31Speaker 0: Kann man das erklären?
- 30:32Speaker 1: Also ich kam nach Mannheim wegen dem Studium an der Pop Academy und bin mehr oder weniger hängen geblieben.
- 30:38Speaker 1: Ich bin irgendwie mal zwei Jahre weggezogen und bin dann aber wieder zurück ... Weil ich einfach gemerkt hab, nee ... Mannheim hat doch schon was irgendwie.
- 30:51Speaker 1: Man muss es lieben lernen, würde ich sagen.
- 30:53Speaker 1: Aber wenn man's dann mal liebt, ist das auch so ... Man will ja nicht mehr weg.
- 30:59Speaker 1: Vielleicht für den einen oder anderen schwer zu verstehen, aber Mannheim ist wirklich so urban und eine kreative Stadt.
- 31:06Speaker 1: Hier geht einfach unfassbar viel und ... Allein schon musikalisch.
- 31:11Speaker 1: durch die Pop-Akademie und durch den Musikhochschule laufen hier sehr, sehr viele Musiker rum.
- 31:17Speaker 1: Auch viele Künstler... Also ja ich finde das hier schon eine sehr kreative Umgebung in der ich mich als Musiker wohlfühle.
- 31:26Speaker 0: Gibt es eigentlich eine Künstlerin egal ob Tod oder Lebendige mit der du gerne mal auf der Bühne stehen würdest?
- 31:37Speaker 1: Ja, ich sag immer John Mayer.
- 31:39Speaker 1: Und das ist auch nach wie vor so ... Das ist schon so ein fast Kindheitstraum mittlerweile.
- 31:45Speaker 1: Aber ich bin mit John Mayr groß geworden seit dem ersten Album und ich find ihn einfach unfassbar für mich ein unfassbarrer Musiker.
- 31:57Speaker 1: Das wär so'n Traum definitiv, mit ihm mal zu spielen!
- 32:01Speaker 0: Du hast vorhin gesagt, du hast ganz viele Einflüsse auch für deine Musik.
- 32:04Speaker 0: Was hörst du denn eigentlich selbst an Musik?
- 32:07Speaker 0: Also wenn man jetzt deine ... Deine Spotify-Rückblick des Jahresliste anschauen würde was würden wir da finden?
- 32:14Speaker 0: an Genres am Künstlern?
- 32:16Speaker 1: Das ist witzig dass du das ansprichst weil vor kurzem hatte ich es noch irgendwie mit paar Freunden davon, dass man ja eigentlich gar nicht mal so richtig ein Album durchhört und dadurch auch oft gar nicht mehr weiß wen man da eigentlich hört.
- 32:27Speaker 1: Weil Spotify dann irgendwas vorschlägt und man hört und hört und findet dann einen Song gut.
- 32:33Speaker 1: Und das ist von irgendeinem Künstler, von dem er noch nie was gehört hat und man vergisst es auch direkt wieder.
- 32:37Speaker 1: Ich finde die Fragen ... Also diese Frage immer schwerer dahingehend zu beantworten, was hörst du gerade?
- 32:43Speaker 1: Weil's wirklich manchmal so random is'.
- 32:46Speaker 1: Aber ich hab eine Playlist, die ich mir selbst erstellt habe.
- 32:49Speaker 1: Da sind so dreihundert Songs drin und was ich doch viel gehört hab ist Live Follow Back.
- 32:54Speaker 1: Das ist ein kanadischer Singer-Songwriter mit sehr eingängigen Hooks, sehr sanft auch.
- 33:02Speaker 1: Dann im Gegensatz dazu Otis McDonald Bin ich auch ein großer Fan geworden.
- 33:08Speaker 1: Der auch instrumental schreibt mit ab und zu bisschen Gesang drin, aber eher alles so low-fi mäßig ... Auch hat schöne Hooks, aber ganz anderes Stil.
- 33:21Speaker 1: Dann der Alltime Classic.
- 33:22Speaker 1: in meiner Playlist ist natürlich Snuggie Puppy Ghost Note.
- 33:27Speaker 1: Also ja es ist irgendwie schon immer so'n bisschen jasik angehaucht hip hop mesch angehauchten oder singersong writer angehauchen.
- 33:37Speaker 0: Ganz interessant hast du das mit den mit dem playlisten beziehungsweise mit dem spotify algorithmus sagst weil mir ist es tatsächlich auch sehr aufgefallen und irgendwann haben wir uns einen plattenspieler ins büro gestellt, wenn man sich dann mal platten wirklich von vorne bis hinten anhört dann merkt man ja erst mal wieder was man eigentlich ja schon längst vergessen hat, dass sich der Künstler oder die Künstlerin irgendwann auch mal Gedanken gemacht hat.
- 34:02Speaker 0: Welcher Song kommt denn nach welchem?
- 34:04Speaker 0: und wie kann auch so ein Album vielleicht eine ganze Geschichte erzählen?
- 34:08Speaker 0: Das ist ja heute eigentlich kaum noch möglich.
- 34:11Speaker 0: also gut.
- 34:11Speaker 0: Die Venylzahlen gehen wieder ein bisschen hoch aber in der großen Masse nimmt ein Albumjahr kaum noch.
- 34:17Speaker 0: jemand war, oder?
- 34:18Speaker 1: Ja das ist so!
- 34:19Speaker 1: Also es wirklich schwierig noch irgendwie eine Message über ein Album raus, also auszudrücken und auch ... Ich mach mir natürlich beim Songwriting ja auch Gedanken so.
- 34:32Speaker 1: Wie passt das zusammen?
- 34:35Speaker 1: Wie du sagst, welcher Song kommt nach dem nächsten?
- 34:37Speaker 1: Wie baut man Spannungsbogen auf, dass der Zuhörer gefesselt ist ungefesselt bleibt, das Album über.
- 34:45Speaker 1: Aber wenn du natürlich sobald du das auf Spotify oder sonstigen Plattformen released, ist es eigentlich total ... hinfällig, weil man bekommt irgendein Song vorgeschlagen und dann gefällt einem der nicht.
- 34:58Speaker 1: Und das war es dann, Chance vertan so.
- 35:01Speaker 1: Man hat gar nicht die Chance irgendwie den Hörer vielleicht über zwei drei andere Songs erst mal irgendwie zu fesseln.
- 35:08Speaker 1: Man kennt's ja noch von der Zeit der CD.
- 35:12Speaker 1: Man ist in so ein Laden gerannt und hat sich erstmal fünf CDs rausgezogen Eis kalt, eine Stunde lang durchgehört und standen schon fünf Leute Schlange mit weiteren CDs.
- 35:23Speaker 1: Und dann hat man entschieden irgendwie so auf der CD sind fünf Songs die gefallen mehr, es sind eigentlich zwölf.
- 35:28Speaker 1: kaufe ich das jetzt.
- 35:29Speaker 1: Und irgendwann musste man sich entscheiden ab wieviel Songs mein Album kauft?
- 35:34Speaker 1: Dann hat man das gehört und irgendwann haben einem auch die Songs, die einem erst mal nicht gefallen haben plötzlich gefallen und irgendwann sogar die Songs abgelöst, die einen am Anfang angesprochen haben.
- 35:45Speaker 1: Und in manche Künstler muss man sich auch echt erst mal einhören, bis man Zugang findet.
- 35:51Speaker 1: Die Chance ist eigentlich vertan durch die ganzen Plattformen wie Spotify und
- 35:57Speaker 1: Co.,
- 35:57Speaker 1: also es ist schon schwieriger geworden dadurch.
- 36:00Speaker 0: Wie funktioniert das Songwriting eigentlich bei dir?
- 36:02Speaker 0: Ist es wirklich am physischen Schlagzeug sitzend und ausprobieren oder mit dem Schlagzeug im Kopf irgendwo in der Natur, oder ... Mit der ganzen Band zusammen in irgendeinem Proberaum.
- 36:15Speaker 0: Oder wie funktioniert das bei dir ?
- 36:17Speaker 1: Ähm... ist total unterschiedlich.
- 36:19Speaker 1: also manchmal so dass ich wirklich am Schlag Zeugsitze und dann auch direkt was aufnehme.
- 36:27Speaker 1: Manchmal so, dass ich mehrere Groove-Ideen hab und die dann direkt Rekorde mitnehme.
- 36:32Speaker 1: Und wenn Zeit ist im Tourbus oder sonst wo bei den Eltern daheim im Grünen ... Dann das Drum Layout auspacken und anfangen, harmonisch was draufzuschreiben.
- 36:44Speaker 1: Es ist aber meistens geleitet von einem Gefühl.
- 36:48Speaker 1: Bei mir ist es oft so, beim Reisen gewisse ... Ja?
- 36:53Speaker 1: Gefühlszustände, Speicher.
- 36:56Speaker 1: Also wenn ich jetzt irgendwo mal zehn Minuten hab und sitz dann da, dann genieße sich die Landschaft oder ich genießt die Stadt in der wir sind oder ein bestimmtes Gebäude oder ... ähm, die Sonne, den Sonnenuntergang oder die grundsätzliche Stimmung.
- 37:12Speaker 1: Und ich versuch das schon sehr bewusst auch einmal wahrzunehmen und so abzuspeichern.
- 37:17Speaker 1: Und versuch dass immer, wenn ich im Songwriting-Modus bin und so ein bisschen auszupacken.
- 37:23Speaker 1: Es ist aber nicht so, dass ich mir denke, jetzt schreibe ich ein Song zu diesem Gebäude, was ich da mal gesehen habe, sondern es eher so ... Ich fang irgendwie an und dann bekomme ich eine gewisse Stimmung und die erinnert mich dann an eben solche Momente.
- 37:37Speaker 1: Und dann versuche ich das weiterzuführen.
- 37:39Speaker 1: Das Gefühl, was sich dann da hatte.
- 37:41Speaker 0: Wie wichtig sind da manchmal vielleicht auch ... irgendwelche Jam-Sessions mit anderen Musikern, um mal wieder einen anderen Input von außen reinzubekommen.
- 37:52Speaker 0: Unabhängig von der eigenen Band.
- 37:54Speaker 0: Die kennst du ja alle ganz gut.
- 37:56Speaker 0: Aber vielleicht auch mal andere Leute, die dir dann vielleicht wieder einen ganz anderen Inpot geben allein durch die Art und Weise wie sie spielen?
- 38:04Speaker 0: Auf welche Ideen sie kommen?
- 38:05Speaker 0: Vielleicht auch in einer Improvisation ...
- 38:07Speaker 1: Das ist immer sehr inspirierend also total.
- 38:10Speaker 1: Ich hatte das vor Kurzem, wo ich nachher ein Song geschrieben hab.
- 38:13Speaker 1: Ich glaub, dann hätte ich vorher nie so schreiben können.
- 38:15Speaker 1: Also das ist total inspirierend.
- 38:18Speaker 1: immer wieder mit anderen Leuten auch zu spielen oder selbst nur mal auf den Konzert zu gehen sich andere Künstler anzuhören und zu hören und zu fühlen, wie die Musik fühlen und erleben.
- 38:30Speaker 1: Das ist total spannend und inspirierender jeden Fall!
- 38:35Speaker 0: Da kann ich live all the back life empfehlen.
- 38:37Speaker 1: Hast du ihn gehört schon?
- 38:38Speaker 0: Zwei Mal tatsächlich, einmal in Austin auf der South by Southwest letztes Jahr genau und dann war er witzigerweise ein paar Wochen später in München und hat den München gespielt und ich bin direkt noch mal hin.
- 38:52Speaker 0: aber in Austin war schon besonders weil die haben es gibt immer einen Showcase der auf der south bei in so einer Kirche stattfindet das heißt was dieses Kirchengebäude.
- 39:02Speaker 0: Und dann eher da vorne mittendrin, mit einer echt richtig guten Band.
- 39:07Speaker 0: Das war schon gut!
- 39:09Speaker 1: Ja und ich finde auch also er als Typ und die Stimme und dann spielte auch die Instrumente ja zum Teil gleichzeitig also richtig gut.
- 39:19Speaker 0: Gibt es noch so ein Bucketlist-Künstler, den du mal live sehen willst?
- 39:21Speaker 0: Ähm
- 39:22Speaker 1: das sind eher so die Drama mit ihren Bands muss ich sagen.
- 39:25Speaker 1: Also ich würde sehr gerne Nates Miss mal live hören.
- 39:27Speaker 1: Ich hätte's auch fast geschafft.
- 39:29Speaker 1: Dann ist mir Zwischengekommen.
- 39:31Speaker 1: Ich würde gern Marc Juliana mal live hören, eigentlich egal mit wem er spielt.
- 39:36Speaker 1: das finde ich sehr, sehr spannend!
- 39:38Speaker 1: Ich würde gerne Chris Dave hören und ich würde auch gerne noch mal ... ja es gibt so viele Spaven mit Band, würde ich gerne nochmal hören.
- 39:53Speaker 1: Richard Spaven Es ist natürlich schon, mein Fokus ist immer auch sehr Rhythmus-Botont.
- 40:00Speaker 1: Aber also Live-Folleybag ist auf jeden Fall auf meiner Liste das ich ihn mal live sehe und höre ganz oben.
- 40:07Speaker 1: Habe ich leider selbst nicht geschafft bisher?
- 40:10Speaker 0: Was sind da eigentlich ... Jetzt hast du die Chance mal einmal damit aufzuräumen, was sind eigentlich die größten Schlagzeugerklischees, die nicht stimmen?
- 40:17Speaker 1: Oh Gott!
- 40:17Speaker 1: Ich weiß gar nicht, was Klischees in der richten Sicht sind.
- 40:21Speaker 1: Also Schlagzeuge können nicht tanzen... Glaub ich, das ist so eins.
- 40:27Speaker 0: Habe ich auch schon mal gehört?
- 40:29Speaker 1: Weiß nicht!
- 40:29Speaker 1: Also würde ich jetzt so nicht bestätigen ... Ansonsten weiß gar nicht was es noch für ... Kennst du Klischees?
- 40:35Speaker 1: Schlagzeugerklischees.
- 40:37Speaker 1: Hm.
- 40:38Speaker 0: Ich hatte vorhin noch eins im Kopf aber irgendwo verloren gegangen.
- 40:46Speaker 0: Naja okay.
- 40:47Speaker 0: Ähm... Ich dank dir sehr für deine Zeit und dass wir ein bisschen in die ... in die Welt des Schlagzeugs und in deine ganz persönliche Musikwelt eintauchen durften.
- 41:00Speaker 0: Und bin gespannt, was da so alles kommt von dir also auch im Hinblick auf das neue
- 41:04Speaker 0: Album.".
- 41:05Speaker 1: Danke dir!
- 41:06Speaker 1: Hat Spaß gemacht.
- 41:08Speaker 0: Das war's leider schon – Die letzte Runde ist ausgetrunken, das Gespräch zu Ende.
- 41:14Speaker 0: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 41:17Speaker 0: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise wenn du die
- 41:20Speaker 1: Bar verlässt
- 41:22Speaker 0: Aber vergiss auf keinen Fall, den abonnieren Button zu klicken.