Latest / Holger ruft an / Holger ruft an ... wegen Roland Weißmann
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- 0:00Speaker 1: Willkommen zu.
- 0:00Speaker 1: Holger ruft an einem Podcast von Übermedien, dem unabhängigen Werbefreien-Magazin für Medienkritik ausschließlich finanziert durch unsere Community.
- 0:09Speaker 1: Und wer da auch dazu gehören will erfährt im Abspannen wie das geht.
- 0:17Speaker 1: Hallo Barbara hier ist Holger!
- 0:19Speaker 1: Hallo Holger Ich ruf an wegen Roland Weismann Du auch?
- 0:24Speaker 1: Du bist leitende Redakteurin bei Österreich und Falter und ihr habt gerade die Weisman Chats veröffentlicht.
- 0:31Speaker 1: Die wenigsten in Deutschland werden wissen, wer Roland Weissmann überhaupt ist.
- 0:34Speaker 1: Wer ist Roland Weißmann?
- 0:35Speaker 0: Roland Weismann ist oder man muss eigentlich sagen war bis vor kurzem ORF-Generaldirektor.
- 0:41Speaker 0: Der ORF ist bei uns der öffentlich rechtliche Rundfunk das wichtigste Informationsmedium in Österreich und Roland Weismann war der Generaldirektor.
- 0:51Speaker 0: es achten März am Frauentag zurückgetreten.
- 0:55Speaker 0: von seiner Funktion als Generaldirektor
- 0:57Speaker 1: Ist ein Generaldirector sowas wie bei uns in Deutschland der Intendant.
- 1:01Speaker 0: Es ist der oberste Chef, also der CEO des ORF.
- 1:06Speaker 0: Über ihn ist keiner mehr im Management.
- 1:11Speaker 0: Bei uns heißt das Stiftungsrat und das Aufsichtsgremium, dass ihn kontrolliert.
- 1:16Speaker 0: Aber im Management in der Hierarchie ist er der absolute Schäfer.
- 1:21Speaker 1: Die Geschichte um Weißmann ist ein bisschen älter als die letzten Chatveröffentlichungen.
- 1:25Speaker 1: Wie ist die Geschichte?
- 1:26Speaker 1: Was wird Weißman vorgeworfen?
- 1:31Speaker 0: Also die Vorwürfe sind Machtmissbrauch und ich sage jetzt mutmaßlich dazu, sexuelle Belästigung nicht nach dem Strafrecht sondern nach dem Gleichbehandlungsgesetz.
- 1:40Speaker 0: Also sexuelle belästigung am Arbeitsplatz.
- 1:43Speaker 0: Vielleicht ums kurz zurück zu spulen?
- 1:46Speaker 0: Die Vorwüfe hat eine ORF Angestellte erhoben, die über Jahre von ihm mit anzüglichen Nachrichten, mit sexualisierten Nachrichtungen Bemerkungen und eben auch mit expliziten Fotos sogenannten Dickpicks konfrontiert war.
- 2:00Speaker 0: Und die hat sich nicht, wie man es vielleicht auch hätte machen können an die internen Instanzen im ORF gewandt.
- 2:08Speaker 0: Also der ORF hat natürlich wie jedes ordentliche Unternehmen eine Gleichbehandlungsbeauftragte und er hat einen Whistleblower Hotline sondern sie hat sich direkt an das Kontrollgremium nämlich an diesen Stiftungsrad gewand mit dem belastenden Material und hat dort um Aufklärung gebeten.
- 2:28Speaker 0: Der Grund dafür war dass In den letzten Jahren es im ORF leider immer wieder Fälle gab, wo Frauen den normalen Weg gegangen sind und das hat mich dazu geführt dass sie zu ihrem Recht gekommen sind.
- 2:38Speaker 0: Meistens haben die Frauen den ORF verlassen und die Betroffenen oder die Herren die Täter sind im Unternehmen verblieben wurden vielleicht ein bisschen abgemahnt aber in wesentlichem konnten sie ihre Karriere fortsetzen.
- 2:50Speaker 1: Wie ist denn der aktuelle Stand bei Weißmann?
- 2:52Speaker 1: gibt er's
- 2:52Speaker 0: zu?
- 2:53Speaker 0: Nein!
- 2:54Speaker 0: Er bestreitet nach wie vor alle Vorwürfe.
- 2:58Speaker 0: Er spricht immer von einer einvernehmlichen und wechselseitigen Beziehung.
- 3:03Speaker 0: Er hat in großen, exklusiv Interviews im österreichischen Boulevard, vor allem in der Kronenzeitung auch im Kurier, Dinge gesagt wie er nie kompromittierende Fotos geschickt, die er heute bereuen würde und die Frau sei, sagt die Unwahrheit also es sozusagen voll in die Offensive gegangen.
- 3:23Speaker 1: Ist das der Grund, warum ihr die Textnachrichten und die Gesprächsprotokolle veröffentlicht habt?
- 3:28Speaker 1: Ihr habt ja eine große Keule rausgeholt.
- 3:29Speaker 1: Man hätte sie auch anders erzählen können.
- 3:32Speaker 0: Es wurde anders erzählt ... Ich recherchere in dieser Geschichte seitdem Sie aufgekommen ist, also seit dem achten März im Frauentag.
- 3:39Speaker 0: Und sie wurde vielfach schon anders erzählt, indem die expliziten Fotos nur beschrieben wurden, in dem Chat Nachrichten indirekt wiedergegeben worden.
- 3:49Speaker 0: Die Berichterstattung dazu läuft seit vielen Wochen Und das hat offenbar nicht dazu geführt, dass Herr Weißmann von seiner Meinung zu dem Ganzen sich in irgendeiner Form irritieren lässt.
- 4:03Speaker 0: Das war mit ein Grund, was man gesagt hat – also jetzt wo er sozusagen so in die Offensive gehts mit einer ganz klassischen Litigation-PR-Aktion aus auch in Anwesenheit seines Anwaltes und weil er eben so eine relevante Person von öffentlichem Interesse ist rechtfertigt, dass die Chats wortwörtlich abzudrucken.
- 4:28Speaker 1: Was ist Litigation-Pair?
- 4:30Speaker 0: Litigation Pair ist die gezielte anwaltschaftlich begleitete ... Also ein Spin-Doctoring also sozusagen man versucht die Öffentlichkeit für die eigene Sicht auf gewisse Dinge im Vorfeld eines anstehenden Gerichtsprozesses zu begeistern.
- 4:48Speaker 0: Funktioniert
- 4:49Speaker 1: das?
- 4:49Speaker 1: Schafft er das?
- 4:51Speaker 0: Ja, er hat es kurzfristig vielleicht geschafft.
- 4:53Speaker 0: Weil man nicht vergessen darf bei solchen Me Too-Skandalen – das haben wir ja in Deutschland auch schon oft erlebt – da werden ja oft auch sehr klassische Rollenbilder, traditionelle Rollen bilder und altmodische Rollend Bilder verhandelt.
- 5:07Speaker 0: Also eine Frau beschwert sich über mutmaßlichen Machtmissbrauch oder sexuelle Belästigung durch einen Mann.
- 5:14Speaker 0: Und dann hört man ja oft, aber sie hat es doch eh gewollt.
- 5:17Speaker 0: Die hat sich doch gar nicht gewährt, die hat das vielleicht sogar produziert.
- 5:19Speaker 0: Mach
- 5:20Speaker 1: halt die Bluse zu!
- 5:21Speaker 0: Genau, mach halt knöpft ihr halt die bluse zu.
- 5:23Speaker 0: Also diese Muster laufen immer ab und sind auch in Österreich natürlich abgelaufen.
- 5:29Speaker 0: Und typisch ist es ja auch dass der Mann sehr oft zuerst einmal sagt, aber das war doch alles privat?
- 5:37Speaker 0: Das hat ja gar nichts mit meiner... mit meinem Job zu tun.
- 5:40Speaker 0: Das ist ja nur was Unter-Erwachsenen, da haben sich Erwachsene halt sehr, sehr privat unterhalten und auch das hat natürlich Herr Weißmann argumentiert.
- 5:49Speaker 0: aber die Chats, die wir einsehen konnten zeigen einfach dass er doch immer wieder auch seine Machtposition ins Spiel bringt und dass das auch keine private Affäre ist sondern dass es hier einfach ganz klassisch um Machtmissbrauch am Arbeitsplatz geht.
- 6:05Speaker 1: Literation PR ist das eine, wenn solche Geschichten inhaltlich tendenziell unstrittig scheinen.
- 6:11Speaker 1: Dann gehen die Beschuldigten ja gerne gegen die Presse vor also gegen den Überbringer der schlechten Nachrichten sozusagen.
- 6:16Speaker 1: In Deutschland sehen wir das ja gerade zum Beispiel bei der Sache um Christian Ulmen macht.
- 6:19Speaker 1: weiß man sowas auch?
- 6:21Speaker 0: Ja Herr Weißmann hat drei Anwälte sehr professionelle Anwält und geht nicht nur gegen den Fall davor so die Anklage ist noch nicht zugestellt aber sie ist schon angekündigt.
- 6:34Speaker 0: Er ist auch gegen die Frau vorgegangen, er ist gegen ihren Anwalt vorgegangene.
- 6:37Speaker 0: Er hat auch schon angekündigt, dass er gegen Userinnen und User, die unsere Geschichte im Netz geliked haben, kommentiert haben, retweeted haben, das er auch gegen sie vorgehen wird.
- 6:50Speaker 0: also er fährt sozusagen alles auf was man in so einer Situation auffahren kann.
- 6:54Speaker 0: Das Fachwort dafür wäre dann wahrscheinlich die Slapklage
- 6:58Speaker 1: Die Slap Klagen?
- 6:59Speaker 1: Wie weit beeindruckt euch das?
- 7:02Speaker 0: Nicht sehr, weil wir das erwartet haben.
- 7:04Speaker 0: Wir haben natürlich bevor wir uns entschieden haben die Chats jetzt dann doch auch im Wortlaut und nicht mehr indirekt abzudrucken und sehr gut beraten lassen.
- 7:16Speaker 0: Wir habe eine exzellente Medienrechtsanwältin, das ist die Maria Wintager, die auch sehr erfahren im Opferschutz ist und die Überlegung oder sozusagen die Risikobwegung war natürlich da dass er auf eine Person von öffentlichem Interesse ist, dass er selber seine Sichtetinge und damit auch sein Privatleben an die Öffentlichkeit gebracht hat durch diese erwähnte Litigation PR.
- 7:43Speaker 0: Und vielleicht auch noch sehr wichtig wir sind der Meinung das wir mit der wortwörtlichen Veröffentlichung beitragen dazu dass wir aufklären darüber was sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz bedeutet weil ich glaube da gibt es noch einiges Unwissen und Missverständnissen.
- 8:02Speaker 0: Und ich glaube es wird jeder, so jede Frau und jeder Mann lernt gerade ganz viel dazu was ist eben heißt sexuell belästigt zu werden oder sexuell zu Belästigen am Arbeitsplatz.
- 8:11Speaker 0: da gibt hoffentlich einen großen Lerneffekt in Österreich
- 8:14Speaker 0: gerade.".
- 8:15Speaker 1: Diese Ankündigung einer Slapklage oder von Slap klagen also des Mundtotmachens der Berichterstattung.
- 8:20Speaker 1: Inwieweit sollte das die Menschen beeindruckend die eure Bericht erstattung liken wenn er denen auch droht?
- 8:27Speaker 0: Also ich habe das jetzt auch schon in den Sozialmedien, die Debatten dazu verfolgt.
- 8:31Speaker 0: Die läuft schon.
- 8:32Speaker 0: also es gibt schon Leute, die jetzt sagen oh!
- 8:34Speaker 0: Ich hab' das geleigt.
- 8:36Speaker 0: muss ich jetzt Sorge haben dass ich auch eine Klage ins Haus bekomme?
- 8:40Speaker 0: Wir hatten ähnliche Einzelfälle dazu auch schon im Österreich.
- 8:45Speaker 0: da entwickelt sich gerade eine Praxis die von Expertinnen und Experten extrem kritisch gesehen wird.
- 8:51Speaker 0: Da wird's wahrscheinlich auch ein bisschen Nachschärfung brauchen bei den jeweiligen Gesetzen dazu.
- 8:57Speaker 0: Aber das Bewusstsein ist schon da, dass so etwas passieren kann und ich kann mir auch vorstellen, dass der eine oder andere jetzt sich vielleicht denkt okay dann nehme ich den Retweet halt zurück.
- 9:07Speaker 0: Man muss ja nicht immer alles online dokumentieren man kann sich ja auch mit Freunden darüber austauschen und es ist natürlich das Thema in Österreich momentan also die Weißmann-Chats, da spricht jeder drüber weil's halt alle irgendwie
- 9:17Speaker 0: betrifft.".
- 9:17Speaker 1: Du schreibst ,dass der Falter ein Präjudiz in Sachen Pressefreiheit schaffen will.
- 9:23Speaker 1: was bedeutet das?
- 9:26Speaker 0: Naja, also die wortwörtliche Veröffentlichung der Chats ist etwas das neu ist.
- 9:32Speaker 0: Das es so in der Form noch nicht in Österreich gab.
- 9:36Speaker 0: Also wir betreten damit juristisch ein Neuland – das ist auch Frau Wintage unserer Anwältin bewusst.
- 9:45Speaker 0: und dahinter steht auch der Gedanke, dass einmal durchzujudizieren, quasi vor den Gerichten durch alle Instanzen durchzutragen weil wir eben der Meinung sind, dass es hier ein exemplarischer Fall ist wo jemand, der mutmaßlich seine Macht missbraucht hat.
- 10:02Speaker 0: Ich sage jetzt immer mutmaesslich, weil das hat noch kein Gericht ein letztgültiges Urteil gesprochen aber weil jemanden, der eben mutmaißlich seine macht missbrauchte um eine Frau zu bedrängen sich auf den Persönlichkeitsschutz berufen hat um gewisse Quellen nicht offen zu legen.
- 10:15Speaker 0: und deswegen sind die Quellen in dem fall so besonders wichtig weil es sind eben schriftliche Quellen es sind Dokumente Es ist nicht Aussage gegen Aussage, wie sehr oft bei solchen Mithu-Fällen.
- 10:28Speaker 0: Sondern es gibt wirklich Dutzende Seiten an dokumentierten Chats plus Fotos plus auch noch vielleicht ganz wichtig Gedechnisprotokolle von sehr verstörenden Telefonaten.
- 10:41Speaker 0: Also ich habe dieses ganze Material zugespielt bekommen und durfte Einsicht nehmen Und ich bin keine Juristin, auch keine Gleichbehandlungsexperte Ich bin von der Ausbildung eine Historikerin Aber das ist als Historikerin extrem relevantes Quellmaterial, das finde ich von öffentlichem Interesse.
- 11:00Speaker 1: Die betroffene Frau wollte zuerst nicht mit den Medien reden?
- 11:03Speaker 1: Wie bist du trotzdem an die Rande gekommen?
- 11:05Speaker 0: Indem ich sie angefragt habe ob sie bereit wäre.
- 11:10Speaker 0: Sie hat es zuerst abgelehnt und nachdem das Ganze bekannt wurde, hat sie Medienanfragen abgelehmt.
- 11:16Speaker 0: Ich war auch nicht die Einzige, glaube ich, die angefragt hat.
- 11:20Speaker 0: Dann habe ich eben angefangen zu berichten und hab natürlich meine Anfrage ja immer wieder erneuert.
- 11:26Speaker 0: Und dann kam der Moment, wo sie gesagt hat Sie wäre bereits etwas zu dem Ganzen zu sagen.
- 11:34Speaker 0: Im Übrigen hat sogar Herr Weismann in seinen Interviews uns auch immer wieder die Presse aufgefordert nach dem Motto Da müssen sie die Frau fragen!
- 11:45Speaker 0: Also er hat indirekt auch dazu aufgerufen, die Frau zu kontaktieren.
- 11:50Speaker 0: Was vielleicht auch ein interessanter Punkt ist wenn es um die Frage geht darf man das oder soll man das?
- 11:56Speaker 0: Das werden sich da die Gerichte anschauen.
- 11:58Speaker 1: Wie geht's der Frau denn aktuell?
- 12:00Speaker 0: also sie ist natürlich massiv unter Druck dass alles extrem belastend.
- 12:06Speaker 0: Vielleicht der Fairness halber muss man sagen.
- 12:08Speaker 0: Es ist für alle Beteiligten wahnsinnig Belastend Wenn so ein Thema so viel Öffentlichkeit bekommt, das ist für niemanden eine angenehme Erfahrung.
- 12:20Speaker 0: Sie hat Gott sei Dank professionelle Hilfe und sie ist sehr... Also ich durfte ja jetzt mehrfach mit ihr mich austauschen.
- 12:30Speaker 0: Sie ist eine sehr würde ich sagen starke und mutige Person, eine taffe Frau aber natürlich jetzt sehr unter Druck und sehr belastet und sehr angespannt.
- 12:38Speaker 1: Und wie geht's dem ORF?
- 12:41Speaker 0: Auch sehr belastet, angespannt.
- 12:44Speaker 1: Jetzt nach Weißmanns Rücktritt hat der ORF jetzt eine Interimstirektorin Ingrid Thornherr heißt die.
- 12:49Speaker 1: Die hat umfassende Transparenz und Aufklärung versprochen.
- 12:52Speaker 0: Passiert das?
- 12:53Speaker 0: Ja, mir tun die Kolleginnen und Kollegen im ORF bis zu einem gewissen Grad leid weil diese Geschichte spielt sich ja im Management ab.
- 13:03Speaker 0: also hier geht es um den CEO.
- 13:05Speaker 0: Es sind parallel dazu auch aus der zweiten Management-Ebene Menschen beurlaubt, alte Fälle wieder aufgetaucht wo es um Machtmissbrauch geht und Complianceverstöße.
- 13:14Speaker 0: Also wir erleben da jetzt gerade ein Aufbrechen von vielen Dingen die so ein bisschen unter der Decke gehalten wurden wie oft eigentlich bei so Skandalen also dass quasi das eine ins andere greift und mit tunikollegen extrem leid weil das hat nichts mit ihrer journalistischen Arbeit zu tun.
- 13:32Speaker 0: Der ORF macht in dieser Phase in eigener Sache einen exzellenten Job.
- 13:37Speaker 0: Wir erleben, dass es in vielen Sendungen diese Weißmann-Chats thematisiert werden.
- 13:42Speaker 0: Die Frau wurde auch interviewt den ORF-Sendungen.
- 13:45Speaker 0: Es gibt ein Medienmagazin im ORF Double Check die sehr kritisch berichtet haben.
- 13:49Speaker 0: also sie machen einen super Job die Kollegen beim ORF aber leider sind sie.
- 13:53Speaker 0: natürlich wird das halt in der Öffentlichkeit alles zusammen gemischt und die FPÖ freut sich bei unsere AfD sozusagen weil die können jetzt voll auf den OR F einhauen.
- 14:03Speaker 0: Die Interims-Chefin, Frau Thurnher hat Aufklärung versprochen.
- 14:08Speaker 0: Das hat nicht so gut funktioniert weil sie eine Compliance Stelle mit einer Prüfung beauftragt hat und die kam dann zum Schluss es gab keinen sexuellen Missbrauch im rechtlichen Sinne.
- 14:21Speaker 0: aber wir kündigen Herrn Weißmann trotzdem weil er hat schon Fehlverhalt bzw den Anschein von Fehl Verhalten an den Tag gelegt.
- 14:28Speaker 0: da hat niemand ganz verstanden was das jetzt eigentlich soll.
- 14:31Speaker 0: Und mittlerweile gibt es auch massive Kritik an diesem Prozess und der Entscheidung.
- 14:36Speaker 0: Der ORF wurde sogar gerügt von einer Gleichstellungskommission, das ist bei uns so eine Instanz der Verwaltung die sich um dieses Thema kümmert.
- 14:45Speaker 0: dass die Art und Weise wie die das aufgearbeitet haben also kontraproduktiv und gar nicht gar nicht vorbildlich war kommt ganz schön viel hin zu rutschen gerade hier in Österreich.
- 14:55Speaker 1: Du hast gerade erwähnt, es gibt ältere Geschichten auch – in deinem Newsletter hast du auch einen älteren Fall beschrieben um eine Managerin noch ein paar mehr Compliance-Fälle.
- 15:03Speaker 1: Das klingt so als hätte der ORF ein sehr tiefgehendes strukturelles Problem im Management?
- 15:09Speaker 1: Es ist
- 15:09Speaker 0: richtig und das kann man vielleicht so erklären dass der OR F immer noch sehr politiknah aufgesetzt ist.
- 15:21Speaker 0: Wir diskutieren da jetzt auch gerade eine grundlegende Reform, hoffentlich wird das im Herbst passieren.
- 15:26Speaker 0: Also im Grunde vielleicht um es verkürzt zu sagen noch jede Regierung die in Österreich angetreten ist hat sich das ORF-Management ausgesucht und sie haben sich das einfach im Koalitionsbakt im Seiteliter ausgemacht.
- 15:39Speaker 0: wer kriegt welche Direkturen posten?
- 15:41Speaker 0: welche Partei darf welchen Direktor nominieren?
- 15:43Speaker 0: Das führt natürlich dazu dass in die Management Ebene Parteigünstlinge aufgerückt sind und nicht unbedingt die besten Köpfe.
- 15:52Speaker 0: Und das führt auch dazu, dass quasi mit jedem Regierungswechsel die alte Garde, Managementgarde irgendwie versorgt werden musste.
- 15:59Speaker 0: Die wollten dann halt immer nicht auf Geld verzichten und in den schönen Titel und sind als sogenannte weiße Elefanten im ORF herumgelaufen also Menschen mit viel Tagesfreizeit aber guten Gehalt.
- 16:10Speaker 0: Es wurde eine neue politisch motivierte Managementgade installiert.
- 16:17Speaker 0: Das schichtet sich dann halt zu über die Jahre und über den Regierungswechsel.
- 16:21Speaker 0: Und das genau bricht jetzt auf, also wir sehen dass politische Einfluss in einem Medium oder in einem Unternehmen immer ins Management mittelmaß wenn nicht sogar weniger als Mittelmaß führt.
- 16:36Speaker 1: Die Lösung des Problems liegt nahe, schmeißt die Politik aus dem ORF raus?
- 16:40Speaker 1: Ist Österreich dazu in der Lage?
- 16:42Speaker 0: Da bin ich ehrlich gesagt skeptisch!
- 16:44Speaker 0: einen Medienminister, der Andreas Barblau ist auch SPÖ-Chef.
- 16:48Speaker 0: Der kündigt das jetzt zwar an und es wird im Herbst auch ein Konvent dazu geben.
- 16:54Speaker 0: aber ob das realpolitisch diesmal wirklich passiert würde ich sagen stehen die Chancen fünfzig zu fünfzig also dafür spricht dass wir von einer Dreierkoalition regiert werden aus den Konservativen der Sozialdemokratie und den Liberalen.
- 17:10Speaker 0: Das ist eine relativ breit aufgestellte Koalition, vor allem die NEOS sind da auch ein guter Reformantreiber.
- 17:18Speaker 0: Dagegen spricht die Erfahrung der letzten Jahrzehnte.
- 17:21Speaker 0: Wir hatten ja immer wieder ... Der ORF stand immer wieder in der Kritik, dass er einfach zu Politik nahe ist und es hat sich dann noch nie wirklich was geändert.
- 17:28Speaker 0: Vielleicht jetzt auch noch ein Antreiber könnte sein das die FPÖ sehr stark ist in Österreich mit den Umfragen immer bei Mitte dreißig Prozent.
- 17:43Speaker 0: was die FPÖ mit diesem Durchgriff im ORF anstellen könnte, wenn sie bei den nächsten Nationalratswahlen gewinnt und dann auch an die Regierung kommt.
- 17:54Speaker 0: Vielleicht motiviert das die drei anderen Parteien jetzt es doch mal richtig anzugehen.
- 17:59Speaker 1: Barbara Todt, vielen Dank!
- 18:01Speaker 0: Gerne!
- 18:02Speaker 1: Dieser Podcast und ganz über Medien sind werbefrei unabhängig und ausschließlich finanziert durch unsere Community.
- 18:08Speaker 1: Ein Abo gibt's ab sechs Euro monatlich und dafür gibt es sofort Zugang zu allen Artikeln und oben drauf unseren wöchentlichen Newsletter.
- 18:15Speaker 1: Wer unabhängige Medienkritik ebenfalls unterstützen möchte, findet alle Infos auf übermedien.de Und dort gibt´s auch reichliche Übermedien zu lesen bis wir in der nächsten Folge wieder über Medien reden.
- 18:26Speaker 1: Ich bin Holger Klein und danke für die Aufmerksamkeit.