Latest / Amtsallerlei / #05 | Onboarding – Der wichtigste Schritt wird oft unterschätzt
Transcript
- 0:03SPEAKER_00: Herzlich willkommen zu Amts allerlei, ein Podcast für Führungskräfte der Verwaltung mit Laila Achemy.
- 0:11SPEAKER_01: Also auf diese Aufnahme heute habe ich mich ganz besonders gefreut, denn die liebe Iris Kümmerle is heute wieder my guest beim Podcast Amts allerlei.
- 0:21SPEAKER_01: Und die Iris, die Iris is so eine ganz feine.
- 0:24SPEAKER_01: Die kann unfassbar beobachten, wie ich finde, and toll stellen.
- 0:30SPEAKER_01: Die Iris is genau wie ich, for many years Beraterin, Coach in Verwaltungssystemen and so many week intern gibt, um wirklich gemeinsam die PS auf die Straße zu bekommen.
- 0:47SPEAKER_01: And manchmal is es so, dass Verwaltung durchaus auch von Unternehmen lernen kann.
- 0:52SPEAKER_01: Was wäre das?
- 0:54SPEAKER_01: Das haben wir eben in diesem heutigen Thema festgelegt, nämlich onboarding.
- 1:00SPEAKER_01: Onboarding ist ein Begriff, den vor allen Dingen Unternehmen gut kennen.
- 1:06SPEAKER_01: Onboarding ist ein Begriff aus der freien Wirtschaft und bedeutet nichts anderes, als Menschen mit an Bord zu nehmen.
- 1:14SPEAKER_01: Und ja, das sind ganz spannende Prozesse, die da laufen und leider in den meisten Fällen Prozesse, die eher stiefmütterlich behandelt werden.
- 1:26SPEAKER_01: Das heißt, da finden große Enttäuschungen statt, da findet ein Nicht-Kümmern statt.
- 1:31SPEAKER_01: Dieses Ankommen ist eher ein Reinhallen in ein bestehendes System.
- 1:38SPEAKER_01: Oftmals sind Kolleginnen und Kollegen nicht mal informiert.
- 1:41SPEAKER_01: Ach, hört euch einfach an, was wir dazu zu sagen haben.
- 1:44SPEAKER_01: Und wie immer läuft es so, dass wir erst mal kurz aus unserem Trainer- und Coaching-Alltag berichten.
- 1:51SPEAKER_01: Am Ende des Podcasts geben wir euch von Herzen gerne auch so die ein oder anderen Tipps oder Tricks mit, damit es bei eurem onboarding in Zukunft leichter und auch besser läuft.
- 2:04SPEAKER_01: Denn es geht, wenn man einige Sachen berücksichtigt und zwar im Vorfeld auch schon organisiert und klärt.
- 2:11SPEAKER_01: And then freue ich mich auf eure Rückmeldung.
- 2:14SPEAKER_01: Eure Laila.
- 2:15SPEAKER_01: Liebe Zuhörerinnen, liebe Zuhörer, ihr hört amts allerlei, ein Podcast für Führungskräfte der Verwaltung.
- 2:21SPEAKER_01: Und heute ist wir zu Gast, die Iris Kümmerle von der Klip GmbH in Göckingen.
- 2:26SPEAKER_01: Liebe Iris, ich freue mich ganz arg, dass du heute dabei bist.
- 2:30SPEAKER_01: Hallo und willkommen.
- 2:31SPEAKER_01: Hallo, hallo, grüß dich.
- 2:33SPEAKER_01: Schön, dass ich wieder da sein kann.
- 2:35SPEAKER_01: Iris, wir haben uns heute auf das Thema Onboarding verständigt.
- 2:40SPEAKER_01: Onboarding ist ein großer Begriff, der erstaunlicherweise, und das hatten wir schon im Vorgespräch so herausgefunden, erstaunlicherweise für viele Verwaltungen ein nicht ganz so geläufiger Begriff ist, was onboarding auch immer bedeutet.
- 2:54SPEAKER_01: Onboarding, um das schon mal vorwegzunehmen, bedeutet in unserem Fall nicht nur das Ankommen und das sichere Einfinden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dann neu sind, auf Probezeit mit dabei sind, sondern ein Onboarding kann sich auch auf einen Geschäftsführer beziehen, auf eine Führungskraft beziehen, auch auf einen Bürgermeister, eine Bürgermeisterin.
- 3:15SPEAKER_01: Also das bezieht sich dann nicht nur auf das Verhältnis von Führungskraft zu Mitarbeitern.
- 3:23SPEAKER_01: Und die Situation ist eben auch häufig die, wir können uns das so vorstellen, im Grunde genommen, wenn wir uns alle da so hineinversetzen, so ein Onboarding ist wie so ein erster Schultag.
- 3:36SPEAKER_01: Es ist so ein Maximum.
- 3:39SPEAKER_02: So ein schönes Beispiel.
- 3:40SPEAKER_02: Ja, ein klein wenig, ein bisschen aufgeregt, man bringt die Schultüte mit und weiß noch nicht so genau, was einen erwartet dann.
- 3:46SPEAKER_02: Das stimmt dann.
- 3:47SPEAKER_01: Genau, man hat sein Lieblingskleid an.
- 3:49SPEAKER_01: Man freut sich schon auf die Kolleginnen und man ist ganz offen, man hat sich vorbereitet.
- 3:56SPEAKER_01: Da ist ein Maximum an Aufregung dabei, da ist ein Maximum an Motivation dabei, aber auch ein Maximum an Offenheit und auch Verletzlichkeit.
- 4:07SPEAKER_01: Und leider bekomme ich immer wieder erzählt, wie unglücklich so ein Onboarding gelaufen ist und was das dann auch mit den jeweiligen Menschen macht.
- 4:17SPEAKER_01: Gerade eben aufgrund dieser ganz besonderen Situation, deshalb eben auch so dieses Bild des ersten Schultags da geht, was auch unter Umständen ganz tief, was häufig wochenlang braucht, damit man genau diese Enttäuschung, die da stattgefunden hat, auch wieder so ein bisschen in den Griff kriegt.
- 4:35SPEAKER_01: Und ja, ich weiß nicht, wie deine Erfahrungen so dazu sind.
- 4:38SPEAKER_02: Ja, ich denke gerade so, so ganz passt das Bild von dem ersten Schultag, oder es passt nur bedingt für mich gerade.
- 4:46SPEAKER_02: Ich habe überlegt, beim ersten Schultag, wenn ich in die erste Klasse komme, dann geht es ja allen so.
- 4:52SPEAKER_02: Da sind alle da, sind alle neu, wir lernen uns kennen.
- 4:55SPEAKER_02: Und wenn wir jetzt so in ein neues Unternehmen kommen oder in eine Verwaltung, in einen neuen Arbeitsbereich, dann haben wir ja so eine leichte Verschiebung oft drin, dass ich reinkomme als neue Mitarbeiterin, als neue Kollegin und in der Regel ja die anderen sich schon gut kennen und aufeinander eingestimmt sind, womöglich auch schon das eine oder andere über mich wissen.
- 5:16SPEAKER_02: Aber ich bin da ja in der Regel völlig lang, wenn ich da reingehe.
- 5:20SPEAKER_02: Und von daher, glaube ich, haben wir da ganz häufig eine große Range an Gefühlen und Emotionen, die da reingeht.
- 5:26SPEAKER_02: Aber diese Spannung, dieses, was passiert denn, diese Unsicherheit auch sowohl für den neuen Kollegen, die neue Kollegin als auch für das Team, das praktisch diejenigen erwartet, glaube ich, ist es eine ganz spannende Situation.
- 5:43SPEAKER_01: Das finde ich wichtig, das, was du gerade gesagt hast, da nochmal genauer hinzuschauen.
- 5:49SPEAKER_01: Und da passiert ja auch etwas, was so ganz grundmenschlich ist, was so ganz tiefe innere Bedürfnisse auch anbelangt, nämlich genau auch diese Frage, wie reagiert die Welt auf mich?
- 6:02SPEAKER_01: Ich komme da an, ich habe mich auf meine Weise vorbereitet, wie gesagt, maximale Offenheit und dann so die Frage, wie reagiert die Welt auf mich?
- 6:10SPEAKER_01: Ja, und wenn ich dann erzählt bekomme, da gibt es keinen Schreibtischstuhl oder da ist gar kein PC da zum ersten Tag.
- 6:19SPEAKER_02: Genau, keiner weiß, dass ich komme.
- 6:21SPEAKER_02: Noch schlimmer, gell?
- 6:22SPEAKER_02: Wir waren ganz überrascht, dass sie da war.
- 6:25SPEAKER_01: Genau.
- 6:25SPEAKER_01: Neulich erzählte mir eine Mitarbeiterin von der Verwaltung, sie stand in der Kaffeeküche und wurde von einer anderen Mitarbeiterin angesprochen, dass das kein öffentlicher Bereich wäre.
- 6:36SPEAKER_01: Und sie musste sich erstmal rechtfertigen und hat gesagt, nee, ich bin die Neue.
- 6:40SPEAKER_01: Und also was es eben auslöst.
- 6:42SPEAKER_01: Und für manche kann das dann auch ein ganz lustiger Moment sein, aber für die meisten ist es doch eher so ein Gefühl, irgendwie in welches Feld komme ich da hinein?
- 6:51SPEAKER_01: Die sind gar nicht darauf vorbereitet, vielleicht werde ich auch noch ein bisschen angerauenzt, ja, die öffentlichen Toiletten sind unten.
- 6:58SPEAKER_01: Und was da eben alles auch so passiert.
- 7:01SPEAKER_01: Und genau deshalb, glaube ich, ist es uns beiden ein großes Anliegen für das Thema onboarding, da eine Sensibilisierung stattfinden zu lassen.
- 7:10SPEAKER_01: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.
- 7:13SPEAKER_01: Und diesen Zauber, den können wir ganz wunderbar nutzen, indem wir uns vorbereiten und was es da vielleicht auch für Ideen gibt, da können wir dann nachher noch dazukommen.
- 7:25SPEAKER_01: Aber dieser Zauber kann halt leider auch in ganz andere Richtungen gehen, eben nicht nur ins Positive.
- 7:32SPEAKER_02: Und ja, also ich denke gerade, das ist witzig, wenn wir den Podcast jetzt machen.
- 7:38SPEAKER_02: Mir ist es die letzten zwei, drei Wochen wirklich ein paar Mal untergekommen jetzt, das Thema.
- 7:42SPEAKER_02: Also manchmal ist es ja so, dass es dann auf der Straße geht.
- 7:45SPEAKER_02: Und ich stelle auf der einen Seite fest, dass in vielen Verwaltungen durchaus mittlerweile ein großes Verständnis dafür da is, dass das onboarding ein wichtiges Thema ist, welches auch Zeit braucht, welches Ressource braucht, welches nicht irgendwie so nebenherläuft und welches vor allem auch mehr is als Einarbeitung, mach ich Einarbeitung.
- 8:04SPEAKER_02: Und gleichzeitig gibt es aber auch noch ganz viele, so wie du vorher gesagt hast, was du an Erzählungen bekommst, die dann Geschichten mitbringen, wo ich denke, kann das wirklich sein heutzutage, dass die Leute noch so ongeboardet worden oder eben nicht ongeboardet worden?
- 8:18SPEAKER_02: Momentan finde ich so eine ganz große Diskrepanz.
- 8:21SPEAKER_02: Und von daher freue ich mich jetzt echt auch schon drauf, mit dir das auszutauschen, welche Erfahrungen du gemacht hast, was du beobachtest, weil da gibt es eine riesengroße Bandbreite, so meiner Erfahrung nach in den Verwaltungen.
- 8:33SPEAKER_02: Also darum geht es ja uns jetzt auch hauptsächlich, wie das Thema bespielt und bearbeitet wird.
- 8:39SPEAKER_01: Häufig wird es dem Zufall überlassen.
- 8:42SPEAKER_01: Ja, und vielleicht ist die Kollegin aber die, die eigentlich die Einarbeitung mehr oder weniger indirekt auch machen sollte oder weil da so eine stillschweigende Erwartung auch da war, vielleicht die steht sogar im Urlaub oder die ist krank, keiner weiß Bescheid, genau wie wir das gerade eben gesagt haben.
- 8:59SPEAKER_01: Also die Geschichten, die haben unfassbare Blüten, sodass man wirklich manchmal als Beraterin, ich glaube, die geht es dann auch so, so dasteht und denkt, hä, aber das hätte man echt vermeiden können.
- 9:10SPEAKER_01: Und genau zwar ganz einfach.
- 9:13SPEAKER_01: Ja, ganz einfach.
- 9:14SPEAKER_01: Und vielleicht lass uns doch mal dahin gehen, was sind denn so deine Tipps gerade auch an Führungskräfte, was kann man denn da auch in der Vorbereitung schon so mit einbeziehen, damit da ein möglichst gutes Onboarding, wir bleiben mal beim Beispiel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dann da stattfinden kann und eben nicht eine Enttäuschung ist, die man dann nachher über Wochen und teilweise im Übrigen auch über Monate revidieren muss, dass dann übrigens, das hatte ich neulich auch in der Teamentwicklung, so nach einem halben Jahr, wo es dann Konflikt gab im Team, dass es dann hieß, ja damals schon bei meinem Ankommen, da war dann schon, wo dann so Rechnungen auch quasi stehen geblieben sind und noch nicht aufgearbeitet.
- 9:56SPEAKER_01: Also lange Rede, kurzer Sinn, wie können wir diesen ganzen Kleiderrad zu vermeiden, damit eben sowas nicht passiert?
- 10:03SPEAKER_02: Da gibt es natürlich ganz viele Möglichkeiten und auch ganz viel, was ich so wahrnehme.
- 10:08SPEAKER_02: Das Interessante ist ja, dass es auch ganz stark darauf ankommt, in welcher Verwaltung, in welchem Arbeitsbereich, wie ist das Team aufgestellt.
- 10:16SPEAKER_02: Aber eines haben wirklich alle beieinander, finde ich, und das ist, du hast vorher schon angedeutet, das Ganze zu planen.
- 10:23SPEAKER_02: Also sich wirklich im Vorfeld Zeit zu nehmen und zu sagen, okay, wie will ich die Person, die jetzt neu zu uns ins Team kommt, gut an den Start bringen?
- 10:32SPEAKER_02: Das fängt an bei der Planung der technischen Ausstattung, was braucht die, damit sie arbeitsfähig ist, also welches technische Equipment, welche Programme etc.
- 10:40SPEAKER_02: pp?
- 10:42SPEAKER_02: Was haben wir vor, mit welchen Themen starten wir in das Onboarding, inhaltlicher Art, wie schaffen wir es, das Team vorzustellen, Netzwerke aufzubauen.
- 10:52SPEAKER_02: Also es hat ja ganz viele Aspekte und das ist natürlich anstrengend als Führungskraft, weil in der Regel habe ich ja auch keine Zeit und kommen tausend andere Dinge.
- 11:00SPEAKER_02: Aber das wäre für mich wirklich schon im Vorfeld ein ganz wichtiger Punkt, das Ganze zu planen und vielleicht auch damit zusammenhängen, gleich zu überlegen, wer hat denn die Verantwortung?
- 11:10SPEAKER_02: Also das finde ich nochmal ganz spannend.
- 11:13SPEAKER_02: Was hast denn du da bei deinen Kunden?
- 11:15SPEAKER_02: Also bei mir wechselt das immer so.
- 11:16SPEAKER_02: Manchmal ist es HR, manchmal ist es die Führungskraft, manchmal wird es ins Team delegiert.
- 11:21SPEAKER_02: Also da gibt es unterschiedlichste Varianten.
- 11:24SPEAKER_01: Ich habe sehr gute Erfahrungen mit sogenannten Patenschaften gemacht.
- 11:28SPEAKER_01: Also dass die Einarbeitung gar nicht jetzt explizit über die Führungskraft laufen muss.
- 11:33SPEAKER_01: Da müssen natürlich bestimmte Weichen gestellt sein.
- 11:37SPEAKER_01: Aber letztendlich habe ich gute Erfahrungen mit Partnerschaften gemacht.
- 11:40SPEAKER_01: Das kann eine direkte Collection sein, das kann aber auch meinetwegen ein Stockwerk drüber sein.
- 11:45SPEAKER_01: Also eine Person, die die Ansprechpartnerin, Ansprechpartner ist, für unterschiedlichste Belange.
- 11:51SPEAKER_01: Eine Partnerschaft, die sich auch meinetwegen um die ersten Mittagspausen auch mit kümmert, wo es nicht nur um organisatorisches, inhaltliches geht, sondern auch um Emotionales.
- 12:03SPEAKER_01: Und was auch meiner Meinung nach wichtig ist, viele Führungskräfte führen erst am Ende der Probezeit ein Gespräch, ein Evaluierungs- oder Abschlussgespräch.
- 12:12SPEAKER_01: Und ich bin eine große Freundin davon, dass man sagt, dieses Gespräch soll durchaus auch schon bei der Halbzeit stattfinden.
- 12:21SPEAKER_01: So eine kurze Standortbestimmung.
- 12:23SPEAKER_01: Hey, wie geht's?
- 12:24SPEAKER_01: Wo sind wir eigentlich?
- 12:25SPEAKER_01: Läuft es so weiter?
- 12:26SPEAKER_01: Ist das auch, funktioniert das auch mit deinem Paten?
- 12:29SPEAKER_01: Das ist ja auch nicht immer selbstverständlich.
- 12:31SPEAKER_01: Und da können wir auch schon so einiges abfangen, bevor dann die große Abrechnung von beiden Seiten im Übrigen unter Umständen stattfindet.
- 12:40SPEAKER_02: Naja.
- 12:41SPEAKER_02: Das mit den Paten finde ich ganz, ganz spannend, weil da habe ich jetzt ein paar Mal in den Organisationen und man liest ja darüber auch viel, das mitbekommen, dass die das auch inhaltlich getrennt haben.
- 12:52SPEAKER_02: Also es gibt eine Person, die ist für die fachlich, ja, fachlich-inhaltliche Arbeit und Einarbeitung verantwortlich und dann gibt es noch eine Person, die ihr den kulturellen und sozialen Aspekt übernimmt.
- 13:04SPEAKER_02: Also die dann praktisch gefragt werden kann, wie läuft denn das bei uns mit dem Mittagessen?
- 13:09SPEAKER_02: Oder was macht ihr denn, was habt ihr für Rituale, wenn jemand Geburtstag hat?
- 13:13SPEAKER_02: Oder wie sind die Netzwerke, die momentan auch vielleicht die Beziehungen zur Abteilung A oder Abteilung B.
- 13:20SPEAKER_02: Also das fand ich auch nochmal einen guten Gedanken und sei es in der Praxis, dass es wohl gut funktioniert, dass ich nicht nur eine Person habe als Ansprechpartnerin, sondern eine zweite, die aber unterschiedliche Schwerpunkte haben.
- 13:30SPEAKER_01: Das ist ja eine tolle Idee.
- 13:32SPEAKER_01: Und vielleicht auch am ersten Tag mal durchs Haus läuft und ganz grundlegend zeigt, wo hier was ist.
- 13:37SPEAKER_01: Und auch ganz grundlegend mal hilft, sich vorzustellen, das ist die Frau so und so, das ist der Herr so und so.
- 13:45SPEAKER_01: Und da kann es dann eben auch sein, dass man by the way auch beim netten ersten Kennenlernen kurz was austauschen kann und auch schon ein Gefühl zumindest für die Anfangszeit, also eine Einarbeitungszeit braucht ja ein bisschen länger, aber ein Gefühl dafür bekommt, wer ist so ungefähr für was zuständig, dass dann auch so ein schnelleres Freischwimmen stattfinden kann.
- 14:07SPEAKER_01: Und man dann nicht nur auf die Paten jeweils angewiesen ist, sondern auch sagt, ah, okay, den vom Bauamt habe ich schon kennengelernt oder die vom Bürgerbüro, ach, die spreche ich doch gleich mal an und so weiter und so fort.
- 14:19SPEAKER_01: Und ich glaube, dass da durchaus es eine Hilfestellung braucht und eine ganz konkrete Hilfestellung, sowohl was das organisatorische als auch eben diese Beziehungsebene ausmacht.
- 14:30SPEAKER_01: Und deshalb eben auch dieses Bild vom ersten Schultag, auch wenn es etwas hinkt, haben wir festgestellt.
- 14:36SPEAKER_01: Manchmal stimmt es ja.
- 14:37SPEAKER_01: Manchmal stimmt es ja total.
- 14:39SPEAKER_01: Aber vom ersten Gefühl her ähnelt es vielleicht doch auch und einfach nur so auch als Bild, um sich nochmal dessen bewusst zu sein, weil viele gerade auch in Verwaltungen schon so sehr lange dabei sind und das vielleicht auch gar nicht mehr so ganz resent haben.
- 14:53SPEAKER_01: Wie war das eigentlich damals, vor 20 oder 30 Jahren?
- 14:57SPEAKER_01: Welche Aufregung ist denn dann da?
- 14:59SPEAKER_01: Deshalb hilft dem einen oder anderen diese ganze Metapher.
- 15:05SPEAKER_01: Ich finde letztendlich es auch so sehr, sehr wichtig, diese Stadthilfen zu geben und das durchaus auch ernst zu nehmen und nicht dieses, ja, ja, die wird sich schon irgendwie einwursteln und sich da einfinden.
- 15:17SPEAKER_01: Gerade im Zuge von Fachkräftemangel ist es doch auch sehr entscheidend.
- 15:20SPEAKER_01: Ich erlebe immer häufiger, dass Menschen in der Probezeit gehen, entweder tatsächlich auch gekündigt werden, weil es einfach nicht funktioniert.
- 15:30SPEAKER_01: Das ist meiner Meinung nach aber auch häufig ein organisatorisches Problem, dass da von vornherein schon Dinge schieflaufen, aber eben auch, weil die Motivation fehlt.
- 15:41SPEAKER_01: Und wenn wir von der Salutogenese ausgehen, das ist die Lehre der Gesundheit, dann gehört ja immer dazu einmal das Verstehen, zum anderen die Sinnhaftigkeit und aber auch die Machbarkeit.
- 15:54SPEAKER_01: Oder wie es andere auch ausdrückten, es ist ein Können, Wollen und Dürfen.
- 15:59SPEAKER_01: Und wenn diese drei Faktoren gleichermaßen bespielt werden, dann kann es eigentlich nur noch ein gutes Zusammenkommen werden.
- 16:08SPEAKER_01: Und meiner Meinung nach liegt dann auch einer tollen und konstruktiven Zusammenarbeit nichts mehr im Wege.
- 16:16SPEAKER_02: Ja, also da steckt ja auch wieder drin, dieses sich Zeit nehmen, aufmerksam sein, immer wieder reinhören, wo steht die Person oder wo steht das Team, wo braucht es nochmal Unterstützung.
- 16:27SPEAKER_02: Und auch das beobachte ich manchmal, selbst wenn der Start gut war und wirklich gut geplant war und alles irgendwie wunderbar auf der Schiene ist, dann hängt es dann in den nächsten Wochen oder Monaten.
- 16:40SPEAKER_02: Und wenn man dann mal gerade auf die junge Generation guckt, das würde ich gern vielleicht nochmal mit einem Seitenschwung verbinden, wenn man die Generation Z anguckt, dann sind die einfach sehr viel wechselwilliger und sind da auch schneller als jemand vielleicht, der schon mehrere Jahre berufserfahrung dich bringt.
- 16:57SPEAKER_02: Ich habe kurz sich irgendwo gelesen, ein Drittel der Generation Z, wenn die in neuen Unternehmen kommen, ein Drittel steigt in den ersten hundert Tagen wieder aus.
- 17:05SPEAKER_02: Und das fand ich enorm.
- 17:07SPEAKER_02: Also enorm in verschiedenerlei Hinsicht.
- 17:09SPEAKER_02: Das ist natürlich dramatisch für die Menschen, für die jungen Menschen.
- 17:13SPEAKER_02: Das ist dramatisch für die Organisation.
- 17:16SPEAKER_02: Da geht viel Geld verloren, da geht viel Schwung verloren.
- 17:19SPEAKER_02: Die Kollegen und Kolleginnen werden wahnsinnig, weil sie sagen, oh, und jetzt schon wieder jemanden einarbeiten.
- 17:24SPEAKER_02: Also das würde ich gerne nochmal ein bisschen so in den Fokus rücken.
- 17:28SPEAKER_02: Also sagen, was braucht denn wer?
- 17:30SPEAKER_02: Und das ist jetzt nicht nur ein Generationenthema, sondern sicher auch ein Professionsthema, ein Persönlichkeitsthema.
- 17:35SPEAKER_02: Aber da lohnt sich schon nochmal zwei, drei Momente länger darüber nachzudenken und vielleicht auch mal nachzufragen.
- 17:42SPEAKER_02: Laila, was würdest du denn brauchen, wenn du jetzt bei uns neu anfängst?
- 17:45SPEAKER_02: Was würdet ihr guttun?
- 17:47SPEAKER_02: Wie könntest du möglichst schnell in die Jobs reinkommen, die es zu erledigen gilt?
- 17:51SPEAKER_01: Und eben nicht nur die Bedarfe abzuklären, sondern auch die Grenzen zu zeigen, damit nicht unnötig Erwartungen kreiert werden.
- 17:58SPEAKER_01: Ich bin jetzt hier neu dabei, vielleicht noch so ein Azubi und in drei Wochen werde ich den Job vom Bürgermeister übernehmen.
- 18:07SPEAKER_02: Ja, sogar nicht so selten, glaube ich.
- 18:10SPEAKER_02: Die Erwartungsleitung, bestimmt.
- 18:12SPEAKER_02: Da kann man auch nochmal rangucken.
- 18:13SPEAKER_02: Vor allem dann, also das ist vielleicht auch nochmal so ein Scheinbar, von dem man richten kann, wenn die Teams eben zunehmend auch hybrid arbeiten.
- 18:21SPEAKER_02: Also wenn alle irgendwie miteinander im Raum oder auf der Etage sitzen, da hat man auch nochmal eine andere Chance, sich näher zu kommen, kennenzulernen, das eine oder andere sofort zu klären.
- 18:31SPEAKER_02: Wie wenn ein Teil zumindest des Teams von zu Hause aus oder von wo auch immer aus arbeitet.
- 18:37SPEAKER_02: Und da würde ich auch gerne mal nochmal hinhören, welche Erfahrungen du denn da hast.
- 18:42SPEAKER_02: Machen das deine Kunden, Remote Onboarding?
- 18:44SPEAKER_02: Ich habe irgendwie immer den Eindruck, nach Corona haben das alles sofort wieder vergessen und verdrängt.
- 18:49SPEAKER_01: Ja, Remote Onboarding findet schon auch immer wieder statt.
- 18:53SPEAKER_01: Da ist so meine Erfahrung die, dass ich eher nicht so gute Erfahrungen damit gemacht habe.
- 19:00SPEAKER_01: Also ich halte dann schon sehr viel davon, erstmal vor Ort zu sein, das Team auch kennenzulernen, insofern das überhaupt möglich ist, insofern das Team auch in einem Haus ist.
- 19:10SPEAKER_01: Das kommt ja auch nochmal dazu.
- 19:13SPEAKER_01: Wenn wir jetzt von Unternehmen ausgehen, kann es ja auch sein, dass es weltweit verteilt ist unter Umständen.
- 19:20SPEAKER_01: Ich halte, wenn Remote vorwiegend gearbeitet wird, halte ich von ganz festen Vereinbarungen, wann sich Teams wo treffen.
- 19:27SPEAKER_01: Und am Anfang empfehle ich, auch wenn es vielleicht aufwendig ist, Besprechungen tatsächlich in Präsenz zu machen, um sich noch mehr zu spüren.
- 19:36SPEAKER_01: Denn die nonverbale Kommunikation ist ja ganz entscheidend auch dabei, wie fühle ich mich wohl.
- 19:41SPEAKER_01: Und auch mit Verlaub, auch wenn sich so manch einer Remote wünscht, das wäre aber nochmal ein extra Podcast-Thema, glaube ich auch nicht, dass für jeden Remote-Arbeiten gleichermaßen eine gute Wahl ist.
- 19:56SPEAKER_01: Aus unterschiedlichsten Gründen.
- 19:59SPEAKER_01: Ich wollte noch einen, bevor wir zum Ende kommen, liebe Iris, ich wollte noch einen Aspekt mit aufgreifen, nämlich auch ein etwas unangenehmerer Aspekt.
- 20:08SPEAKER_01: Da geht eine Mitarbeiterin, ein Mitarbeiter und es wird eine neue Person neu eingelernt.
- 20:13SPEAKER_01: Also da findet eine Übergabe statt.
- 20:16SPEAKER_01: Und die Person, die da am Gehen ist, aus welchen Gründen auch immer, da gibt es ja auch unterschiedliche Arten von Schlussmachen, wenn man es so allgemein formulieren möchte.
- 20:28SPEAKER_01: Manche gehen ja mit einer Rauchbombe oder mit nochmal Rauchschimpen, um wirklich Grund zu haben, um gehen zu können.
- 20:34SPEAKER_01: Übrigens auch ein tolles Podcast-Thema, die unterschiedlichsten Arten zu gehen.
- 20:38SPEAKER_01: But wie kann denn da auch eine Führungskraft bestmöglich damit umgehen, damit when jemand neu kommt, and ich like the build des ersten Schultags, and then sit there a person and is of good Deutsch nur am Nurgle and upkotzen over the ladder and frage then, this is mirroring, bist du wirklich sicher that you here in the Sauer of so we are sein möchtest.
- 21:06SPEAKER_01: Also sprich, lange Rede, kurzer sind diese Impfungen, die dann stattfinden.
- 21:11SPEAKER_01: Wie können wir die bestmöglich vermeiden?
- 21:13SPEAKER_01: Weil manchmal könnte man dann eigentlich fast sagen, lasst es mit der Patenschaft und lasst es mit der Begleitung, als wenn da eben so emotionale Impfungen stattfinden.
- 21:24SPEAKER_02: Ja, das spricht ja dafür, dass man sich sehr genau überlegt, wen nominiert man als Praten oder als Pratin und wen vielleicht nicht.
- 21:33SPEAKER_02: Also das ist das Erste natürlich, was mir dazu einfällt, aber das wäre auch zu einfach zu sagen, die gleich gesinnt sind.
- 21:40SPEAKER_02: Ich würde schauen, wenn ich das mitbekomme, zum einen, dass ich, dass ich da wirklich auch als Führungskraft, wäre ich die verantwortliche Führungskraft, dass ich da reingehe und das ganz konkret anspreche und vielleicht auch nochmal abhol, weil unabhängig von dem Onboarding-Prozess scheint ja auch in der Welt des erfahrenen Mitarbeiters oder Mitarbeiterinnen irgendwas im Argen zu legen.
- 22:00SPEAKER_02: Das wäre das Erste, das aktiv ansprechen.
- 22:02SPEAKER_02: Das zweite ist, dass ich versuchen würde, dann zumindest die Anzahl derer, die die Person onboarden, vergrößern zu können, das einfach mehr Leute reinzunehmen.
- 22:12SPEAKER_02: Das Ausgleichen.
- 22:14SPEAKER_02: Das Auszugleichen, genau.
- 22:16SPEAKER_02: Und vielleicht auch zu versuchen, zweimal dahingehend zusammenzuspannen, zu sagen, okay, Max Müller sagt, das ist ja alles Käse, weil es so läuft, wie es läuft.
- 22:25SPEAKER_02: Zwischer, du bist neu hier.
- 22:27SPEAKER_02: Wie kann es denn anders gehen?
- 22:29SPEAKER_02: Also versuch doch mal gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln.
- 22:32SPEAKER_02: Das klappt natürlich auch nicht immer und über alles, na klar, aber ich mag schon, dass die Bereitschaft von Führungskräften, solche Konflikte auch wirklich aktiv anzugehen, aufzugreifen und die Leute auch zu challengen dabei, also zu sagen, das ist euer Ding, jetzt löst ihr das mal.
- 22:48SPEAKER_02: Die ist noch nicht so ausgeprägt, wie es in den heutigen Zeiten eigentlich sein sollte.
- 22:52SPEAKER_02: Und das werden auch klare Ansagen.
- 22:55SPEAKER_02: Manchmal ist eben Schleudergang und nicht.
- 22:59SPEAKER_01: So ist es.
- 23:00SPEAKER_01: Und ich bleibe auch nochmal bei dem Wort klare Ansagen, das wäre meine Empfehlung.
- 23:06SPEAKER_01: Gerade auch, weil so ein bisschen eine Konfliktscheuheit da ist, da geht es jemand, da sind ja häufig dann auch Verletzungen auf beiden Seiten da.
- 23:13SPEAKER_01: Und dann will man dann nicht mehr so arg in Kontakt sein.
- 23:16SPEAKER_01: Ich bin der Meinung, dass man als Führungskraft sehr wohl dann zu der Person, die dann die Übergabe macht und die erste Einarbeitungszeit übernimmt, sagen, darf so.
- 23:25SPEAKER_01: Und ich erwarte von Ihnen, vielleicht nicht für mich, vielleicht nicht fürs Haus, sondern für die Commune, dass sie das bestmöglichst machen und dass sie der Kollegin oder den Kollegen einen bestmöglichen Start ermöglichen.
- 23:37SPEAKER_01: Und alles, was persönlich dabei ist, dass sie das außen vorhalten und da auch eine bestimmte Form of Kontrolle walten lassen.
- 23:45SPEAKER_01: Also sobald man dann über den Flurfunk irgendetwas hört, definitiv auch hingehen.
- 23:51SPEAKER_01: Weil die Menschen sind nicht in einer Arbeitssituation, um eine Freizeitbeschäftigung zu haben, sondern die professionelle Rolle muss im Vordergrund stehen.
- 24:00SPEAKER_01: Und deshalb halte ich das für absolut regitim, dann auch an der Stelle sehr autoritär und klar zu formulieren.
- 24:07SPEAKER_01: Und ich erwarte von Ihnen, dass es gut läuft.
- 24:11SPEAKER_01: Das sind alles erwachsene Menschen und alles Persönliche darf jetzt und muss jetzt zurückgehalten werden.
- 24:17SPEAKER_01: Und wenn es doch noch ein Problem gibt, dann bin ich die Ansprechsperson und sonst niemand.
- 24:23SPEAKER_01: Und viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister fragen dann, darf ich das überhaupt so sagen?
- 24:28SPEAKER_01: Und ich sage, ja, bitte ganz klar formulieren.
- 24:32SPEAKER_01: Ja, genau.
- 24:33SPEAKER_02: Wir würden vielleicht nicht die Lieblingschefin bleiben, wenn die Person geht, aber das ist ja auch egal.
- 24:38SPEAKER_02: Mein Spruch ist dann auch in eine ganz ähnliche Form.
- 24:41SPEAKER_02: Wenn man sage immer, naja, sie sind ja nicht ehrenamtlich hier, sondern sie bekommen Geld dafür, dass sie einen Job machen.
- 24:46SPEAKER_02: Und damit sind bestimmte Erwartungen, aber auch Verpflichtungen verknüpft und die kann man durchaus einfordern, finde ich schon auch.
- 24:53SPEAKER_01: Liebe Iris, und so wie sind wir schon am Ende angelangt, das hat mich sehr gefreut.
- 24:56SPEAKER_01: Das Thema Onboarding ist ein großes Thema.
- 24:59SPEAKER_01: Wir können uns natürlich noch weiter darüber unterhalten.
- 25:03SPEAKER_01: Unser Anliegen ist es, Impulse mitzugeben, sich irgendwie ein bisschen daran zu orientieren, was es für Möglichkeiten gibt.
- 25:10SPEAKER_01: Ich hoffe, es hat euch geholfen.
- 25:11SPEAKER_01: Liebe Iris, vielen, vielen lieben Dank für deine Zeit und für deinen Input.
- 25:15SPEAKER_01: Und dann bis zum nächsten Mal.
- 25:16SPEAKER_01: Tschüss.
- 25:17SPEAKER_01: Bis zum nächsten Mal.
- 25:19SPEAKER_01: Ciao.
- 25:22SPEAKER_00: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 25:24SPEAKER_00: Weitere Informationen finden Sie unter amtsalerlei.de.
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- 25:34SPEAKER_00: Und denken Sie daran.
- 25:35SPEAKER_00: Bleiben Sie wirksam für die Menschen, für die Verwaltung, für die Zukunft.
- 25:39SPEAKER_00: Denn gute Führung in der Verwaltung bewegt mehr, als man oft auf den ersten Blick sieht.