Latest / Schwarze Akte - True Crime / #308 Vor deinem Zelt lauert die Gefahr - Der Albtraum-Urlaub für Lindy C.
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- Diese Episode enthält explizite Details über einen wahren Kriminalfall. Weitere Infos in der Folgenbeschreibung. Den ganzen Tag lang hat David darauf gewartet, dass die Sonne endlich untergeht und er seinen Aufstieg beginnen kann. Auch wenn er schon seit mehreren Monaten an der Ostküste Australiens unterwegs ist, so richtig gewöhnt hat er sich noch nicht an die flimmernde Hitze. Wochenlang strahlend blauer Himmel, ohne eine einzige Wolke. Den Sommer kennt David zu Hause bei sich in England eigentlich etwas anders. Schon lange hat er den Wunsch, einmal den wohl bekanntesten Berg Australiens zu besteigen. Den Uluru, den er bisher nur von kostenlosen Bildschirmschonern kannte, die auf eigentlich fast jedem Computer oder Fernseher voreingestellt sind. Ein tiefroter Monolith aus Sandstein, der mitten im australischen Outback in den Himmel ragt und der im Licht der auf- bzw. Untergehenden Sonne sogar seine Farbe wechselt. Der Felsen ist noch warm, als David sich an den Aufstieg macht. Im Licht des Sonnenuntergangs leuchtet der Stein in einem warmen Orangeton mit einem Hauch von Lila. Noch kann David alles ziemlich gut sehen, aber er muss auf jeden Fall wieder zurück beim Zelt sein, bevor die Dunkelheit ihn komplett verschlucken wird. Er weiß, dass es nicht gerade ungefährlich ist, was er hier tut. Doch wann hat er schon einmal die Chance, dem Himmel so nah zu sein? Mit seinen funkelnden Sternen und seiner einzigartigen, unbeschreiblichen Magie. Also klettert David weiter. Und je höher er kommt, desto schwieriger wird es, Halt in dem Gestein zu finden. Doch immerhin wird die Luft langsam kühler. Und David kann nach langer Zeit mal wieder so richtig durchatmen. Ein Lächeln schleicht sich auf seine Lippen. Selten hat er sich mit dem Universum so verbunden gefühlt wie hier oben. Es macht ihm nichts aus, dass seine Hände und Füße schon müde werden vom Klettern und dass er die Felsvorsprünge im Dämmerlicht immer schlechter erkennen kann. Denn je dunkler es wird, desto schöner leuchtet der Nachthimmel. Und dann, von einer Sekunde auf die nächste, rutscht David ab. Er versucht noch, sich zu fangen, doch er findet keinen Halt. Instinktiv streckt er sich nach dem Felsen vor ihm aus, doch seine Finger greifen ins Leere. Und bevor David überhaupt realisiert, was gerade passiert, stürzt er ab. In diesem Augenblick, in dieser sternklaren Sommernacht, stirbt David. Und gleichzeitig bedeutet sein Tod, dass eine Frau, die er nicht einmal kennt, ihr Leben zurückerhält. Schwarze Akte Und damit ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Schwarzen Akte mit Anne Luckmann und mit Patrick Strohbosch. Hallo! Der Uluru ist nicht nur der Ort, an dem Davids Geschichte endet, sondern auch eine ganz andere Geschichte beginnt. Nämlich die von Lindy, die wir euch heute erzählen wollen und die eng mit der des verunglückten Kletterers verknüpft ist. Werbung Werbung Ende Wir befinden uns also mitten im Herzen Australiens, genauer gesagt in einer wunderschönen Wüstenlandschaft im Süden des Northern Territory. Die Gegend hier wird auch als das rote Zentrum Australiens bezeichnet, weil der Wüstensand hier eine rötliche Färbung hat. Temperaturen über 40 Grad sind hier üblich in den Sommermonaten. Regenfälle können da schon mal länger auf sich warten lassen. Trotz der Trockenheit leben zahlreiche Tierarten in der Halbwüste, Darunter verschiedene Reptilien, Dingoes, Beutelspringmäuse und auch so einige Vogelarten. Im roten Zentrum Australiens befindet sich auch ein riesiger Nationalpark, der bei der UNESCO als Weltnatur- und Weltkulturerbe gelistet ist. Zu diesem Park gehört auch der etwa 350 Meter hohe und über 500 Millionen Jahre alte Uluru, der für die Einheimischen eine wichtige Rolle in ihrem Glauben und in ihrer Kultur einnimmt. Der Uluru gilt für sie als heilige Städte, weshalb das Besteigen des Felsens seit 2019 auch offiziell verboten ist. Jedes Jahr kommen Menschen aus der ganzen Welt nach Australien, um das Outback zu bereisen und sich die Wunder anzusehen, die die Natur hier geschaffen hat. Die Region ist dünn besiedelt und die Infrastruktur daher teilweise recht spärlich ausgebaut. Man muss häufig weite Entfernungen zurücklegen, bis man zur nächsten Siedlung oder sogar größeren Stadt gelangt. Viele Leute sind hier daher mit dem Camper unterwegs oder schlagen ihr Zelt auf den Campingplätzen auf. Unterwegs in der unberührten Natur. Das klingt doch ziemlich idyllisch. Aber die echte, unberührte Natur ist eben nicht nur schön, sondern kann auch durchaus ihre Gefahren bereithalten. Denn wilde Tiere sind nun einmal wilde Tiere. Und giftige Spinnen oder Schlangen können sich auch mal in das Badehäuschen eines Zeltplatzes verirren. Oder noch ganz andere Tiere. Zeitlich befinden wir uns im Jahr 1980, also fast 40 Jahre, bevor die Besteigung des Uluru verboten wurde. Es gibt also noch kein Internet, keine Smartphones und auch generell noch keine Handys, die sich als massentaugliches Kommunikationsmedium eignen würden. Wer telefonieren will, der muss noch zum Festnetztelefon greifen. Schön mit Kabel und Wählscheibe. Meistens gibt es nur einen Anschluss pro Haushalt, den sich dann alle Familienmitglieder teilen müssen. Kassetten boomen 1980 bereits, CDs sind allerdings im wahrsten Sinne des Wortes noch Zukunftsmusik. Dafür hat Sony gerade den ersten Walkman auf den Markt gebracht und Musik damit ein Stück weit mobil gemacht. Queen, Pink Floyd und Michael Jackson sind Anfang der 80er Jahre in Australien und an vielen Orten der Welt so richtig angesagt. Und in Deutschland steuert die neue deutsche Welle auf ihren Höhepunkt zu. Wer neben Fernseher und Radio noch eine andere Möglichkeit zur Unterhaltung sucht, der freut sich vielleicht über einen neuen Videorekorder und damit die Chance, Filme nicht nur mehr im Kino, sondern auch ganz ausgewählt zu Hause zu sehen und auch aufzunehmen. Abwechslung bei Langeweile bietet auch der Zauberwürfel, der 1980 auf den Markt kommt. Das ist dieser Würfel mit den verschiedenen farbenen Seiten, den man drehen muss, um die Farben zu sortieren. Aber auch das Spiel des Lebens ist Anfang der 80er Jahre total angesagt, ebenso wie die Panini-Sticker, Langnese-Eis, Rollschuhe und Gummi-Twist. Wer wissen will, was 1980 in der Welt so los ist, schaltet die Nachrichten ein, liest Zeitungen oder greift auf guten alten Klatsch und Tratsch auf dem Markt oder beim Nachbarn zurück. Oder natürlich abends in der Kneipe oder beim Tanzen. Wer sich dabei zeitgemäß kleiden will, der trägt Jeansjacken mit Schulterpolster, Stirnbänder oder breite Taillengürtel. Am besten in Neonfarben oder Metalliktönen, dazu ein Fukuhila oder eine Dauerwelle. Und wer dem ganzen bunten Trubel der Stadt entkommen will, der fährt raus aufs Land. Campen, so wie es im August 1980 auch Lindy tut, um die es heute gehen soll. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael und ihren drei Kindern macht sich Lindy Mitte August 1980 auf eine kleine Reise durch Australien. Lindy heißt eigentlich Alice Lynn, aber so nennen sie eigentlich die wenigsten. Mit ihrem Mann ist sie seit zehn Jahren verheiratet. Sie sind Mitglieder einer evangelischen Freikirche. Die sich die siebenten Tagsadventisten nennt. Im Gegensatz zu vielen anderen christlichen Kirchen versteht die Glaubensgemeinschaft nicht den Sonntag, sondern den Samstag als heiligen Tag. Wie alle evangelischen Christen sehen die Adventisten die Bibel als Grundlage ihres Glaubens an. Allerdings gibt es viele kritische Stimmen, die behaupten, bei den siebenten Tagsadventisten handele es sich um eine Art Sekte. Ein Vorwurf, den die Freikirche selbst weit von sich weist und der auch einfach unbegründet ist, wenn man sich ein bisschen näher mit der Glaubensgemeinschaft auseinandersetzt. Lindys Ehemann Michael ist Pastor ihrer Gemeinde und entsprechend intensiv ist auch Lindy in der Freikirche aktiv. Sie ist nicht nur eine leidenschaftliche Näherin, sondern liebt auch ihre Rolle als Dreifachmama. Sie hat zwei Söhne, Aiden und Dragon, die sechs und vier Jahre alt sind, und eine kleine Tochter, die sie gerade einmal vor neun Wochen zur Welt gebracht hat, Azaria. Lindy ist überglücklich. Sie ist natürlich super stolz auf ihre beiden Jungs, aber tief in ihrem Herzen hat sie sich immer eine Tochter gewünscht. Umso schöner, dass die kleine Azaria jetzt da ist. So anstrengend ein Campingtrip mit drei kleinen Kindern auch sein mag, so sehr genießt Lindy die Zeit, die sie in diesem Sommer mit ihren Lieblingsmenschen in der Natur Australiens verbringen darf. Am Abend des 16. August 1980 trifft die Familie beim Campingplatz am Oluru ein. Sie verbringen eine erste ungestörte Nacht dort und machen sich dann am nächsten Morgen auf, die Umgebung zu erkunden. Die beiden Jungs wollten natürlich am liebsten direkt auf die Felsen klettern. Das war ja 1980 noch erlaubt. Michael begleitet die beiden, während Lindy mit ihrem Baby spazieren geht. Vor einer Höhle im Felsen kommt es zu einer besonderen Begegnung. Denn dort steht plötzlich ein Dingo und beobachtet aufmerksam, was Lindy so macht. Lindy hat keine Angst vor dem Tier, aber sie weiß auch, dass sie sich besser fernhält. Dingoes sind wilde Tiere, die von außen ein bisschen so aussehen wie eine Mischung aus Fuchs und Hund. Obwohl sie von ihrer Natur aus eher scheu und vorsichtig sind, haben sich einige Dingoes gerade in touristischen Gebieten an Menschen gewöhnt. Vor allem, da es immer wieder Leute gibt, die die wilden Tiere füttern oder einfach ihre Essensreste liegen lassen. Und das ist ein großes Problem. Gerade weil Dingoes eine gewisse Ähnlichkeit mit Hunden haben, vergessen viele, dass sie wilde Tiere sind. Sie können gefährlich werden, wenn sie sich bedroht oder eingeengt fühlen. Aber auch wenn Nahrung im Spiel ist. Und da die Dingos gelernt haben, dass es dort, wo Menschen sind, auch immer etwas zu essen gibt. Trauen sie sich immer näher an Campingplätze heran. Es ist sogar schon vorgekommen, dass Dingos sich bis in die Speiseräume von Motels gewagt haben, dort auf die Esstische gesprungen sind und den Gästen das Essen direkt vom Teller geschnappt haben. Es fehlt in den 80er Jahren einfach noch die öffentliche Aufklärung, dass solche Vorfälle keine Urlaubsbegegnungen sind, sondern durchaus auch eine echte Gefahr darstellen können. Aber die Gäste sollen sich natürlich in ihrem Urlaub sicher fühlen und so wird aus dem Dingo-Thema eben keine große Sache gemacht und dementsprechend auch nichts unternommen. Wobei man aber auch sagen muss, dass Angriffe von Dingoes auf Menschen insgesamt eher selten sind. Deutlich seltener auf jeden Fall als durch Haushunde. Dennoch sollte jede Person, die in Australien unterwegs ist, wissen, dass Dingos wilde Raubtiere sind, die man am besten mit Abstand und Respekt betrachtet und vor allem auch in Ruhe lässt. Also so, wie es Lindy tut. Sie geht zurück zum Campingplatz und trifft dort wieder auf die anderen. Am Abend grillen sie zusammen und lernen ein paar andere Familien kennen, die auch gerade auf dem Platz ihre Zelte aufgeschlagen haben. Als Lindy merkt, dass die kleine Azaria langsam müde wird, bringt sie das Baby ins Zelt. Ihr kleinerer Sohn schläft dort bereits, vollkommen platt von dem aufregenden Tag. Nur ihr ältester Sohn bleibt beim Vater am Grill. Als schließlich auch Azaria schläft, gibt Lindy ihren Kindern noch einen Kuss und kehrt zu den anderen zurück. Das Ganze dauert keine zehn Minuten. Und dann geht alles ganz schnell. Gegen 20 Uhr hört Lindy Baby Azaria plötzlich laut weinen und eilt sofort zum Zelt. Als sie beim Platz ankommt, sieht sie dort einen Dingo, der etwas im Maul zu tragen scheint und sich rasch vom Zelt entfernt. Lindy klettert sofort ins Zelt rein zu ihren Kindern. Doch Azarias Schlafplatz ist leer. Das Baby ist weg. Lindy weiß sofort, was Sache ist und schreit voller Schock und Entsetzen, der Dingo hat mein Baby. So laut, dass Michael und die anderen auf dem Grillplatz sie hören können. Ihr kleiner Sohn liegt immer noch unversehrt im Zelt. Er ist mit seinen vier Jahren schon so groß, dass ein Dingo ihn nicht so einfach schnappen und mitnehmen kann. Azaria hingegen ist erst neun Wochen alt. Sie kann noch nicht einmal ihren eigenen Kopf halten, geschweige denn, sich gegen das Tier wehren. Dort, wo sie gelegen hat, entdeckt Lindy Blut. Auf ihrer kleinen Matratze, an der Zeltwand, auf dem Strampler, der zerrissen auf dem Boden liegt, Es ist viel Blut, zumindest für einen Säugling. Der Schlafsack, in dem Azaria geschlafen hat, ist noch warm. Und draußen vor dem Zelt führen die Spuren eines Dingos raus in die Wildnis. Auf dem Campingplatz bricht Chaos aus. Michael ist sofort zur Stelle, ebenso wie andere Camper. Sie machen sich auf die Suche nach dem Baby. Lindy bleibt bei ihren Söhnen. Beide sind total erschrocken und verwirrt. Der Kleinere wird später erzählen, dass er sich daran erinnern kann, wie der Dingo über ihn gelaufen ist. Der ältere Sohn weint, weil er glaubt, dass der Dingo jetzt ihr Baby im Bauch hat. Mit jeder Minute, die verstreicht, sinkt die Chance Azaria zu finden. Unerbittlich wandert die Sonne weiter Richtung Horizont, so wie sie es jeden Abend tut. Es wird immer dunkler und damit auch immer schwieriger, überhaupt etwas zu erkennen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit und niemand weiß, ob man ihn überhaupt gewinnen kann. Auch die Polizei ist schnell vor Ort und beteiligt sich an der Suche. Doch niemand weiß so richtig, wo der Dingo hingelaufen sein könnte, denn seine Spuren verlieren sich an einer Straße. Fast 300 Leute helfen bei der Suche mit, Erwachsene und Jugendliche. Sie bilden eine Menschenkette und durchkämmen das Umland Stück für Stück. Jeder, der eine Taschenlampe dabei hat, nimmt sie mit. Hunderte Lichtkegel wandern jetzt durch die Nacht. Und trotzdem. Etwas in dieser Dunkelheit zu finden, wäre reine Glückssache. Vor allem, da hier ja tagsüber nicht nur ein Dingo, sondern gleich mehrere herumlaufen. Es gibt also jede Menge Spuren und jede einzelne wird verfolgt. Tatsächlich entdeckt jemand an einer Stelle eine Vertiefung im Sand, an der etwas Schweres abgelegt worden sein muss. So wie der Abdruck aussieht, könnte es ein Strickmuster sein, das sich im sandigen Boden abzeichnet, passend zu der gestrickten Jacke, die Azaria getragen hat. Doch bis auf diese Entdeckung bleibt die Suche ohne Ergebnis. Azaria bleibt verschwunden. Alle gehen mittlerweile davon aus, dass sie tot ist. Lindy, ihr Mann und ihre beiden Söhne finden sich plötzlich in einem Albtraum wieder, für den es keine Worte gibt. Und das ist noch nicht alles. Denn anscheinend gibt es ein paar Leute, die Lindy nicht glauben. Die nicht akzeptieren wollen, dass es wirklich ein Dingo gewesen ist, der ihr Baby geschnappt hat. Leute, die glauben, dass Lindy lügt. Leute, die glauben, die Story mit dem Dingo sei nur ein Vorwand gewesen, um zu vertuschen, was wirklich passiert sein muss. Sie glauben, dass Lindy ihr Baby ermordet hat. Und mit diesen Leuten meinen wir nicht die anderen Menschen auf dem Campingplatz, die Aserias Weinen und Lindys Schrei ebenfalls gehört haben. Es hat zwar niemand mit eigenen Augen gesehen, wie der Dingo das Baby aus dem Zelt geholt hat, aber sie sind ja fast die ganze Zeit mit Lindy zusammen gewesen. Es ist die Polizei, die diesen Verdacht zum ersten Mal äußert. Oder, um es genauer zu sagen, die Beamten vor Ort sind sich uneinig. Einige glauben Lindy, andere nicht. Noch nie zuvor hat sich ein Dingo ein Menschenbaby geschnappt. Und für sie ist klar, dass ein Dingo sowas auch nie tun würde. Sie ändern ihre Meinung auch nicht, als eine Woche nach Azarias Verschwinden, am 24. August, ein Tourist zufällig ihre zerrissene Babykleidung findet. Der Tourist wollte eigentlich nur ein paar Wildblumen fotografieren, entdeckt dann aber in der Nähe eines Felsens eine zerfetzte Stoffwindel und weitere Klamotten. Es sind ohne Frage die Sachen von Azaria. Lindy kann sie eindeutig identifizieren, bemerkt aber auch, dass bei den gefundenen Kleidungsstücken etwas fehlt. Sie hatte Azaria vor dem Schlafen noch ein gestricktes Jäckchen übergezogen, weil die Temperaturen nachts ordentlich abkühlen. Von dieser Strickjacke fehlt weiterhin jede Spur. Diejenigen bei der Polizei, die Lindy für eine Mörderin halten, behaupten nun, dass mit der Jacke sei eine Lüge und würde beweisen, dass Lindy nicht die Wahrheit sagt. Lindy selbst kann das alles gar nicht wirklich fassen. Sie weiß doch, was sie ihrer Tochter vor dem Schlafen angezogen hat. Warum sollte sie wegen einer Jacke lügen? Vor allem auch, da bei der Suche in jener Nacht ja ein Abdruck gefunden wurde, der zu einem Strickmuster passt. Es passt doch eigentlich alles zusammen, aber dann auch wieder nicht. Zumindest nicht in den Augen einiger Detektives. Die Polizei nimmt jetzt also Ermittlungen auf. Man will prüfen, ob Lindys Aussagen überhaupt stimmen können. Sie greifen dafür zu teilweise sehr fragwürdigen Methoden. Zum Beispiel lässt man einige Dingos rund um den Oluru erschießen, um zu schauen, ob sich menschliche Knochen oder menschliches Protein in ihrem Inneren befindet. In einem Wildlife Park füttert man die Dingoes mit Fleischstücken, die in eine Stoffwindel eingewickelt sind, damit man diese Windeln anschließend mit der von Nazaria vergleichen kann. Auch die Blut-, Pflanzen- und Haarproben an Nazarias Kleidung werden im Labor untersucht, ebenso wie die Kleidung selbst. Sie wurde zerrissen, das ist offensichtlich. Aber man will prüfen, ob diese Risse wirklich durch die Zähne eines Dingoes oder doch durch menschliches Werkzeug entstanden sind. Und so beginnt die Polizei Stück für Stück eine Mordanklage gegen Lindy aufzubauen. Dabei passiert es immer wieder, dass Details aus den Ermittlungen an die Presse geleakt und so zu ihrem großen Horror öffentlich Zweifel an Lindys Darstellung der Ereignisse gesät werden. Natürlich weiß man längst in ganz Australien darüber Bescheid, was in jener Nacht am Uluru geschehen ist. Oder zumindest glaubt man das zu wissen. Zwar gibt es noch kein Internet, aber die Zeitungen und auch das Fernsehen berichten fast täglich darüber. Und natürlich hat auch jeder eine Meinung zu dem Thema. Die einen glauben Lindy, die anderen nicht. Es wird spekuliert, was das Zeug hält. Von den Fakten scheinen sich viele dabei längst verabschiedet zu haben. Und so wird Lindy langsam, aber unaufhaltbar in der Öffentlichkeit als Mörderin stigmatisiert. Noch bevor sie überhaupt angeklagt wird. Und das, obwohl im australischen Rechtssystem eigentlich gilt, dass jeder unschuldig ist, bis seine Schuld eindeutig bewiesen werden konnte. Rein juristisch gesehen muss Lindy also gar nicht ihre Unschuld beweisen, sondern genau umgekehrt. Ihre Ankläger müssen ihre Schuld beweisen. Doch das scheint einem großen Teil der Öffentlichkeit egal zu sein, wenn man bedenkt, was alles über Lindy und ihre Familie geredet wird. Es wird zum Beispiel gemunkelt, Lindy hätte das Baby getötet, um eine Art religiöses Opfer zu bringen. Die Leute hören nur, dass ihr Mann Michael Pastor bei den siebten Tagsadventisten ist und denken direkt an eine Sekte, ohne sich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen. Für viele scheint es eben leichter zu glauben, eine Mutter würde ihr Baby aufgrund irgendwelcher religiösen Überzeugungen opfern, als dass ein hungriger Dingo ein Baby aus seinem Zelt stehlen könnte. Lindys und Michaels Glaube hat dabei aber rein gar nichts mit diesem Fall zu tun. Es kursieren aber auch Gerüchte, die die Schuld ganz klar nicht bei Lindy sehen. Eines dieser Gerüchte besagt, der gezähmte Dingo eines Rangers habe das Baby gestohlen und nach Hause geschleppt. Daraufhin soll der Ranger die Überreste an dem Felsen abgelegt haben, damit man sie dort finden würde. Das Problem an dieser Theorie ist nur, dass wieder eine Person verantwortlich gemacht wird, die gar nichts mit dem Vorfall zu tun hat. Der Ranger nämlich, der natürlich nicht einen gezähmten Dingo bei sich zu Hause hat. Egal, was Lindy und Michael in den Tagen und Wochen nach Aserias Verschwinden tun, sie können es nicht richtig machen. Sie erklären sich zum Beispiel zu Interviews bereit, um sich auch öffentlich gegen die Vorwürfe zu verteidigen. Die Menschen schauen sich diese Interviews an und ziehen direkt ihre Schlüsse. Einige behaupten zum Beispiel, Lindy und Michael würden sich gar nicht wie Eltern verhalten, die gerade auf tragische Weise ein Kind verloren haben. Sie seien ja viel zu abgeklärt. Besonders Lindy steht dabei im Fegefeuer der Kritik. Sie weine zu wenig im Fernsehen. Sie sei zu schick angezogen. Sie spiele ihre Trauer nur vor. In Momenten, in denen sie dann aber tatsächlich weinen muss, werden ihre Tränen direkt als übertrieben und künstlich dargestellt. Als eine Rolle. Wenn Lindy lächelt, wird ihr vorgeworfen, den Tod ihrer Tochter auf die leichte Schulter zu nehmen. Einige machen sogar Witze über die ganze Sache. Wenn man im Northern Territory ein Baby bekommen wolle, dann heißt es plötzlich zum Beispiel, man müsse einfach nur den Finger in den Rachen eines Dingos stecken. Für einen großen Teil der Öffentlichkeit scheint Aserias Schicksal eine Art Sensation zu sein, die für spannenden Diskussionsstoff beim Abendessen sorgt. Mehr nicht. Für Lindy, Michael und die Kinder ist es ein Albtraum, aus dem sie nicht erwachen können. Michael verliert seinen Job, weil sein Chef die mediale Aufmerksamkeit nicht handeln kann. Die Kinder sehen sich in ihrem privaten Umfeld, in der Schule und in der Freizeit Spott und fiesen Kommentaren ausgesetzt und geraten deshalb immer wieder in Konflikte. Und Lindy muss irgendwie ihre Unschuld beweisen, sonst droht ihr eine lebenslange Haft. In Australien läuft es so, dass bei einem unerwarteten, unnatürlichen oder gewaltsamen Tod ein sogenannter Coroner den Fall untersucht, um herauszufinden, was passiert ist. Man kann das englische Wort Coroner auch mit Rechtsmediziner übersetzen, aber das wäre in diesem Fall komplett falsch. Denn der Coroner hat im australischen Rechtssystem weit mehr Befugnisse und auch Aufgaben als ein klassischer Rechtsmediziner. Der Job des Coroners ist es, Fakten rund um einen Todesfall zu sammeln. Er darf nicht über Schuldfragen entscheiden, sondern muss immer objektiv bleiben und den Fall rechtlich einordnen. Er arbeitet eng mit der Staatsanwaltschaft, der Polizei und der Rechtsmedizin zusammen. Jeder Bundesstaat und jedes Territorium in Australien hat dafür extra ein eigenes Gericht, den sogenannten Coroner's Court. Dieses Gericht ist, wie andere Gerichte auch, unabhängig und besteht aus mehreren juristisch ausgebildeten Personen, Unter anderem einem State und einem Chief Coroner, der in etwa einem Richter entspricht. Jeder unerwartete, unnatürliche oder gewaltsame Todesfall wird von dem Gericht in allen Facetten beleuchtet, um zu klären, wie, wann und warum die Person gestorben ist. So eine gerichtliche Untersuchung kann durchaus einen deutlich größeren Umfang annehmen als ein klassischer Strafprozess. Weil der Coroner auch die sozialen, wirtschaftlichen und institutionellen Hintergründe eines Todesfalls untersuchen und sich zu Themen wie öffentlicher Gesundheit und Sicherheit äußern kann. Solche Untersuchungen haben in der Regel gerade für Familien und Freunde einer verstorbenen Person eine große Bedeutung. Denn sie helfen dabei, die Wahrheit über die Todesumstände herauszufinden, das Leben der verstorbenen Person zu würdigen und die Hoffnung zu bewahren, dass ihr Tod dazu beiträgt, ähnliche Todesfälle in Zukunft zu verhindern. Sie sind aber auch für die australische Gesellschaft insgesamt wichtig, denn sie tragen zur Verbesserung von Gesundheit und Sicherheit bei, helfen Gemeinschaften, Tragödien zu verarbeiten und geben den Toten eine Stimme. In Deutschland gibt es so ein Gericht überhaupt nicht. Übertragen auf unser System könnte man sagen, dass der Coroner eine Art Schnittstelle zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht und Rechtsmedizin ist. Am 15. Dezember 1980, vier Monate nach Asarias Tod, beginnt die erste öffentliche Anhörung vor dem Coroners Court in Alice Springs. Über mehrere Wochen werden alle Informationen gesammelt, die es in dem Fall gibt. Für Lindy und Michael ist es eine Chance, endlich auch offiziell bestätigt zu bekommen, was sie längst wissen. Sie hoffen, dass die Gerüchte nach dieser Anhörung endlich aufhören und sie wieder ein Stück Privatsphäre zurückerlangen können. Am 20. Februar 1981, zwei Monate nach Beginn der Anhörung, gibt der zuständige Coroner seine Feststellung öffentlich im Fernsehen bekannt. Er sagt, dass Azaria ihr Leben verloren hat, weil sie von einem wilden Dingo angegriffen wurde und dass ihre Eltern in keiner Weise für ihren Tod verantwortlich sind. Und dann fügt er noch folgende Worte hinzu, ich zitiere. Sie haben nicht nur den Verlust ihres geliebten Kindes unter den tragischsten Umständen erlitten, sondern sich auch monatelang Gerüchten, Verdächtigungen und vermutlich dem bösartigsten Klatsch und Tratsch ausgesetzt gewesen, der je in diesem Land verbreitet wurde. Damit hätte die Geschichte zu Ende sein können, ist sie aber nicht. Und das nur, weil sich bei der Polizei einige Leute nicht mit der Einschätzung des Coroners zufriedengeben wollen. Sie glauben weiterhin fest an Lindys Schuld und ermitteln weiter gegen sie. Am 19. September 1981, sieben Monate nachdem das Coroner-Gericht Lindy von dem Mordverdacht entlastet hat, durchsuchen Beamte das Haus der Familie und beschlagen über 300 Gegenstände, Kleidungsstücke, Scheren und sogar das Auto, mit dem die Familie zum Uluru gefahren ist. Rechtlich sieht die Polizei den Anlass zu dieser Durchsuchung, weil eine forensische Untersuchung der gefundenen Babykleidung ergeben habe, dass kein Dingo die Klamotten so hätte zerreißen können. Der Generalstaatsanwalt des Northern Territory reicht zwei Monate später einen Antrag ein, die Feststellung des Coroners Gericht für ungültig zu erklären. Er sagt, man habe Beweise gefunden, die belegen, dass Lindy allen nur etwas vorgemacht habe. Denn im Auto der Familie habe man Blut gefunden. Und so wird der Fall am 14. Dezember 1981 erneut vor dem Coroner-Gericht besprochen. Fast genau ein Jahr nach Beginn der ersten Anhörung. Dieses Mal allerdings unter der Leitung eines anderen Coroners. Das Gespräch dreht sich hauptsächlich um das Blut, das man in dem Auto gefunden hat. Und übrigens nicht nur da, sondern auch in einer Kameratasche, die in dem Auto lag. Eine Biologin sagt vor dem Gericht aus, dass es sich um das Blut eines Säuglings handele. Ein Indiz, das schwer wiegt. Ebenso wie die Aussage eines Experten, dass die Risse in Asarias Kleidung eher zu einer Schere als zu einem Dingo passen und dass man wohl an dem zerrissenen Strampler keinerlei Speichelspuren eines Dingos gefunden hat. Lindys Schuld scheint angesichts dieser Indizien nun doch gar nicht mehr so leicht von der Hand zu weisen zu sein. Das sieht auch der zuständige Coroner so und kommt zu dem Schluss, dass es wohl das Beste sei, Lindys Rolle in diesem Fall im Rahmen eines Mordprozesses erneut zu untersuchen. ebenso wie die ihres Ehemanns. Und so wird Lindy im Februar 1982 wegen Mordes an ihrem Baby angeklagt und Michael wegen Beihilfe zur Tat. Sieben Monate später, im September 1982, beginnt der Mordprozess vor dem obersten Gerichtshof. Während drinnen die Staatsanwaltschaft ihren Fall darlegt, wird draußen vor der Tür demonstriert. Die Leute halten Schilder in den Händen, auf denen Sätze stehen wie Der Dingo ist unschuldig. Es werden sogar Stände vor dem Gericht aufgebaut, an denen Souvenir und T-Shirts verkauft werden, die Lindy ins Lächerliche ziehen. Umfragen zeigen, dass zu der Zeit 95% der australischen Bevölkerung von Lindys Schuld überzeugt sind. Noch bevor überhaupt ein Urteil gesprochen wurde. Und dementsprechend verhalten sich auch viele. Es kommt sogar vor, dass einige Besucher des Prozesses vor Lindy auf den Boden spucken oder sie anheulen wie ein Dingo. Für Lindy muss das alles unendlich schwer zu ertragen sein. Vor allem, da sie wieder schwanger ist und weiß, dass man ihr bei einer Verurteilung das Baby nach der Geburt wegnehmen wird. Sie ist bereits im siebten Monat. Das heißt, bis zur Geburt dauert es auch gar nicht mehr so lange. Der Vorwurf der Anklage ist klar. Lindy soll Azaria auf dem Vordersitz des Familienautos die Kehle durchgeschnitten haben. Und zwar mit einem scharfen Gegenstand, wie zum Beispiel einer Schere. Sie soll also nur so getan haben, als wolle sie die Kleine zu ihrem Bruder ins Zelt legen, damit niemand auf dem Campingplatz misstrauisch werde. Die Leiche soll Lindy in der Kameratasche im Wagen der Familie versteckt und später dann entsorgt haben. Das vermeintlich kalte Verhalten von Lindy und auch von Michael in den Wochen nach dem Vorfall würden den Vorwurf nur bestätigen, so die Anklage. Lindys Erklärung mit dem Dingo-Angriff sei nichts als eine fantasievolle Lüge, um die Wahrheit zu verschleiern. Ein Zahnarzt bestätigt, dass der Kopf eines Babys rein anatomisch nicht einmal zwischen die Kiefer eines Dingos passen würde. Und ein Forensiker erklärt, einen blutigen Handabdruck auf Azarias Kleidung entdeckt zu haben. Dagegen stehen die Argumente der Verteidigung. Angefangen damit, dass es keine Leiche gibt und niemand mit Sicherheit sagen kann, dass Azaria wirklich tot ist. Es gibt auch keine Augenzeugen, die den Vorwurf der Anklage unterstützen. Im Gegenteil, sämtliche Menschen, die in jener Nacht auf dem Campingplatz waren, unterstützen Lindy. Einige von ihnen haben Azarias Wein ebenfalls gehört. Ein Wein, das laut war und plötzlich abgebrochen ist. Und sie haben auch die vollkommen geschockte Lindy erlebt, nachdem klar war, dass Azaria von dem Dingo aus dem Zelt geholt wurde. Nicht einer von ihnen stellt Lindys Aussagen in Frage. Sie können bestätigen, dass sie keine zehn Minuten weg waren, um Azaria in jener Nacht im Zelt schlafen zu legen. Eine ziemlich kurze Zeit, um einen Mord zu begehen und dann die Leiche noch zu entsorgen. Der Campingplatz war gut besucht. Ein Mord wäre mit Sicherheit irgendjemandem aufgefallen. Das Blut vorne im Auto der Familie erklärt die Verteidigung damit, dass Lindy und Michael ein paar Monate zuvor einen Tramper mitgenommen haben, der einen Unfall hatte. Das Blut könnte möglicherweise von ihm stammen. Außerdem zeigen sie dem Gericht ein Foto, auf dem zu sehen ist, wie ein Dingo den Kopf einer Puppe im Maul hat. Eine Puppe, die so groß wie ein echtes Baby ist. Seine Eckzähne reichen bis zu den Ohren der Puppe, womit bewiesen ist, dass der Zahnarzt mit seiner Behauptung falsch lag. Ein Dingo kann seinen Kiefer also weiter öffnen, als man denkt. Ein Dingo-Experte erklärt daraufhin, dass ein Dingo bei einer Beute in der Größe eines Babys einen sogenannten Fangangriff ausüben würde. Er würde seine Beute am Kopf packen, um sie bewegungsunfähig zu machen, und sie schütteln, um ihr Genick zu brechen. Danach würde er mit seiner Beute das Weite suchen, bevor ihm die von anderen Dingos streitig gemacht werden kann. So läuft das in der Natur, so unerträglich die Vorstellung auch sein mag. Auch den Punkt mit dem blutigen Handabdruck kann die Verteidigung entkräften. Denn auf dem Abdruck ist zu sehen, dass die vermeintlichen Finger vier Verlangen haben. Verlangen werden die Knochen der Finger und Zähne genannt und praktisch jeder Mensch hat nur drei davon pro Finger. Abgesehen vom Daumen, da gibt es nur zwei. Wenn ihr mal eure Hand krümmt, könnt ihr genau das sehen. Ihr seht die geraden Knochenabschnitte, die verlangen und dazwischen die Gelenke, die sich bewegen lassen. Ein Abdruck mit vier verlangen kann also nicht von einem Menschen stammen. Letztendlich kann niemand mit Sicherheit sagen, woher dieser vermeintliche Abdruck stammt und ob es überhaupt wirklich einer ist. Fest steht nur, dass die Spur nicht von einem Menschen stammt und damit also weder von Lindy noch von Michael. Und ganz abgesehen davon gibt es auch kein Motiv. Beide Eltern haben sich das Baby ja gewünscht und es geliebt, genauso wie die anderen beiden Kinder auch. Ganz abgesehen davon hat es in den Monaten vor Asarius' Tod mehrere Angriffe von Dingos auf Kinder gegeben. Zum Glück ist keine davon tödlich verlaufen, aber dennoch. Es zeigt ja, wie nah die wilden Dingos sich an Menschen trauen und dass sie durchaus aggressiv sein können. Besonders, wenn sie hungrig sind oder das Gefühl haben, ihre Wir verteidigen zu müssen. Etwas mehr als ein Monat nach Beginn des Mordprozesses setzt sich die Jury zur Urteilsfindung zusammen. Neun Männer und drei Frauen werden über das Schicksal von Lindy und Michael entscheiden. Am 29. Oktober 1982 verkündet das Gericht sein Urteil. Lindy ist schuldig. Sie wird zur lebenslange Haft mit Zwangsarbeit verurteilt. Michael wird wegen Beihilfe zur Tat zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt wird. Vermutlich, damit ihren beiden Söhnen nicht plötzlich beide Eltern genommen werden. Sie sind zu dem Zeitpunkt ja auch gerade erst sechs und acht Jahre alt und brauchen jemanden, der sich um sie kümmert. Für sie ist es unglaublich hart, dass ihnen plötzlich ihre Mutter weggenommen wird. Vor allem auch, da sie ja von nun an mit dem schlimmen Vorwurf werden leben müssen, dem man ihrer Mutter entgegenbringt. Ganz zu schweigen davon, wie sich Lindy und Michael fühlen müssen. Ein Albtraum, für den es keine Worte gibt. In fast ganz Australien wird das Urteil mit langanhaltendem Applaus gefeiert. Zwei Tage, nachdem Lindy ihre Haftstrafe angetreten ist, bringt sie ihr viertes Baby zur Welt. Eine Stunde darf sie mit ihrer Kleintochter verbringen, bevor man ihr den Säugling wegnimmt. Niemand darf bei der Geburt anwesend sein, nicht einmal Michael. Das Baby kommt in eine Pflegefamilie, da Michael sich nicht in der Lage sieht, das Kind auch noch zusätzlich zu seinen zwei Jungs ganz alleine zu versorgen. Es gibt keine Worte, die beschreiben, wie Lindy sich fühlen muss. Sie weiß, dass sie unschuldig ist. Sie weiß, dass sie von ihrer Familie gebraucht wird. Sie steht im Briefkontakt mit ihren Kindern und darf nicht einmal vorübergehend aus dem Gefängnis, als einer ihrer Söhne sich an seinem Auge verletzt. Es ist ihr Glaube an Gott, der ihr hilft, nicht zu zerbrechen, der ihr die Kraft gibt, weiterzuatmen und weiterzukämpfen. Ihre Anwälte tun alles, um das Urteil anzufechten und ihr auch nur irgendwie zu ermöglichen, ihre Familie auch außerhalb der Besuchszeiten zu sehen. Aber die Justiz bleibt hart und Lindys Anträge werden abgelehnt, einer nach dem anderen. Doch Lindys Anwälte geben nicht auf. Und nur, weil Lindy jetzt in einem Hochsicherheitsgefängnis sitzt, heißt es nicht, dass das Thema damit für die Öffentlichkeit gegessen wäre. Besonders, weil immer mehr Menschen zweifeln, ob das wirklich alles so korrekt abgelaufen ist vor Gericht. Immer mehr Details über die forensischen Beweise kommen ans Licht und wer genau hinschaut, erkennt, dass einige Experten und Expertinnen für die Anklage anscheinend nicht ganz so sauber gearbeitet haben. Es stellt sich zum Beispiel heraus, dass das Blut im Familienauto und der Kameratasche eigentlich gar kein Blut ist, sondern eine Mischung aus Milchshake, Kupferstaub und einem schalldämmenden Stoff, der bei der Herstellung des Autos dort aufgetragen wurde. Stellt sich also die Frage, was diese Biologin genau für Tests gemacht hat, die behauptet, sie habe in dem Auto Säuglingsblut identifiziert. Sie sagt, sie habe das Testmaterial direkt nach der Untersuchung vernichtet, weil das in ihrem Labor standardmäßig so üblich sei. Das sagt ja eigentlich schon alles. Und so entsteht langsam aber sicher eine Bewegung mit einem klaren Ziel, einen Freispruch für Lindy zu erkämpfen. Über 130.000 Menschen in ganz Australien unterzeichnen Petitionen, die ihre Freilassung fordern. Dennoch bleibt das Land tief gespalten. Immer noch hält sie über die Hälfte der Bevölkerung für schuldig. Und nach wie vor erhalten sich auch noch hartnäckig Gerüchte, für die es keine Beweise gibt. Zum Beispiel, dass der Name Azaria angeblich Opfer in der Wildnis bedeute, was aber komplett falsch ist. Azaria bedeutet so viel wie von Gott gesegnet. Oder dass das schwarze Kleid, das Linde ihrer Tochter mal bei einem Arztbesuch angezogen hat, ein böses Oben gewesen sein soll. Doch zum Glück werden auch immer mehr Stimmen laut, die erkennen, dass hier große Kräfte am Werk sind. Und dass es für das Justizsystem eine riesige Sache wäre, einzugestehen, dass man vielleicht bei der Verurteilung einen Fehler gemacht haben könnte. Und nicht nur für die Justiz, sondern auch für die Wirtschaft steht etwas auf dem Spiel. Denn Anfang der 80er Jahre wird ganz in der Nähe des Uluru gerade eine neue Hotelanlage gebaut. Die Betreiber haben Sorge, dass möglicherweise weniger Touristen in die Gegend kommen, wenn öffentlich werden würde, dass Dingoes hier Babys fressen. Sehr viele unterschiedliche Interessen treffen hier aufeinander. Aber, to be fair, man weiß letztendlich nicht ganz sicher, inwiefern da wer wie seine Finger in der Gerüchteküche im Spiel hat. Aber es sind interessante Informationen, die ja einfach so nebeneinander stehen können. Und dann stürzt im Januar 1986, also knapp vier Jahre nach Lindys Verurteilung, David aus England beim Klettern vom Uluru in den Tod. Der David, den ihr auch schon aus dem Intro kennt. Acht Tage nach seinem Unfall entdeckt man seine Leiche unterhalb der Felswand, in einer Gegend, in der es viele Dingo-Höhlen gibt. Davids Leiche ist nicht mehr ganz vollständig, sein rechter Arm fehlt bereits. Man geht davon aus, dass er von Dingos verschleppt worden sein muss und macht sich auf die Suche nach den fehlenden Knochen. Bei dieser Suche entdeckt man jedoch noch etwas ganz anderes, Und zwar eine helle Babystrickjacke. Es ist Azarias Jacke. Die Jacke, von der Lindy die ganze Zeit behauptet hat, dass sie noch fehle. Was ihr die Polizei aber nie so richtig glauben wollte. Die Jacke ist also nun der Beweis, dass Lindy nicht gelogen hat. Sie lag die ganze Zeit nur knapp 150 Meter von dem Ort entfernt, an dem man den Rest der Babykleidung gefunden hatte. Als Reaktion auf diesen Fund wird nun eine königliche Kommission damit beauftragt, sich noch einmal gründlich mit diesem Fall zu beschäftigen und zu prüfen, ob Lindy wirklich rechtmäßig in Haft sitzt. Nur wenige Tage nach dem Fund der Jacke, im Februar 1986, wird Lindy vorläufig aus dem Gefängnis entlassen, was aber noch nicht bedeutet, dass sie wirklich frei ist. Denn das Urteil steht ja noch. Lindy kehrt zu ihrer Familie zurück und mit ihr auch das Baby, das sie im Gefängnis zur Welt gebracht hat. Die kleine Kalia ist mittlerweile schon drei Jahre alt und lebt bereits in ihrer zweiten Pflegefamilie. Bei beiden Familien hatte sie es sehr gut und alle sind froh, dass die Ursprungsfamilie wieder vereint ist. Etwa anderthalb Jahre später, im Juni 1987, kommt die Königliche Kommission zu dem Schluss, dass Lindy und Michael von jeder Schuld freigesprochen werden sollten. Und das geschieht dann tatsächlich auch. Ein gutes weiteres Jahr später. Inzwischen acht Jahre nach Azarias Tod und zweieinhalb Jahre nach Lindys Entlassung aus der Haft hebt ein Berufungsgericht die Verurteilung auf und erklärt Lindy und Michael für unschuldig. 1988, im selben Jahr, kommt ein Film mit dem Titel A Cry in the Dark in die Kinos, in dem Lindys Geschichte erzählt wird. Mit Meryl Streep in der Hauptrolle als Lindy. Doch Lindy und Michael können nicht so einfach weitermachen, als wäre nichts passiert. Schon bevor das alles passiert ist, hatten sie Probleme in ihrer Beziehung. Der gemeinsame Kampf für Gerechtigkeit hat sie zwar zusammengeschweißt, aber der ist jetzt vorbei. Lindy und Michael beschließen, sich scheiden zu lassen. Beide finden neue Partner. Die Kinder teilen ihre Zeit so gut es geht zwischen beiden Eltern auf. Das verläuft natürlich nicht reibungslos, aber sie bekommen es hin. 1992, vier Jahre nach Lindys Freispruch und ein Jahr nach ihrer Scheidung, erhalten Lindy und Michael eine offizielle Entschädigung der Regierung, und zwar in Form von 1,3 Millionen Dollar. Dazu werden ihnen fast 400.000 Dollar an Rechtskosten erstattet, sowie knapp 20.000 Dollar für das Auto gezahlt, das bei den Ermittlungen komplett demontiert wurde. Umgerechnet entspricht das einer Summe von etwas mehr als einer Million Euro. Aber so richtig frei fühlt sich Lindy immer noch nicht. Sie ist zwar freigesprochen, doch in Azarias Sterbeurkunde ist immer noch nicht die richtige Todesursache eingetragen. Zwar steht jetzt nicht mehr darin, dass Azaria ermordet wurde, doch die Stelle wurde einfach offengelassen. Als würde man Lindy die Geschichte mit dem Dingo immer noch nicht ganz glauben. Es braucht zwei weitere Untersuchungen durch einen Coroner, bis im Juni 2012 endlich offiziell bestätigt wird, dass es ein Dingo war. Lindy und Michael erhalten dann auch endlich eine offizielle Entschuldigung. 32 Jahre nach Azarias Tod und 24 Jahre nach Lindys Freispruch. Damit kommt also diese vierte Untersuchung zu genau dem gleichen Schluss, zu dem auch schon der erste Coroner gekommen ist. Wenn man es also einfach bei dieser ersten Einschätzung belassen hätte, hätte man Lindy und ihrer Familie sehr viel Schmerz ersparen können und dem australischen Rechtssystem einen peinlichen Justizskandal. So ziemlich jeder in Australien kennt diesen Fall. Und der Satz, the Dingo's got my baby, ist zu einer Art Redewendung geworden, die es sogar bis ins Fernsehen geschafft hat und in eine Folge der Simpsons. Lindys und Michaels drei Kinder sind mittlerweile erwachsen und haben ihre eigenen Familien. Doch was passiert ist, hat auch bei ihnen Spuren hinterlassen. Aiden, der älteste Sohn, ist heute Anfang 50 und hat sich jahrelang die Schuld für Azarias Tod gegeben, weil er glaubte, den Reißverschluss des Zeltes nicht richtig zugemacht zu haben. Lange hat er seinen Eltern nichts von diesem Gedanken erzählt. Tatsächlich war der Reißverschluss aber kaputt und Aiden hat natürlich gar nichts falsch gemacht. Der Dingo hätte so oder so einen Weg ins Zelt gefunden. Sein kleiner Bruder Regan ist mittlerweile Ende 40 und erinnert sich noch heute daran, wie es sich anfühlt, als der Dingo an jenem Abend in dem Zelt über ihn gelaufen ist. Er ist davon nämlich wach geworden, weil er zu dem Zeitpunkt aber ganz allein im Zelt war, hat er sich nicht getraut, sich zu bewegen. Das heißt, als Lindy reingekommen ist, um Azaria hinzulegen, hat Regan gar nicht geschlafen. Er hat sich totgestellt, weil er dachte, der Dingo komme zurück, um ihn zu holen. Erst als ihm klar wurde, dass es nur seine Mutter war, konnte er sich wieder beruhigen. Auch Kalia, die jüngste Tochter, hat eine Geschichte zu erzählen. Als Kind war sie nämlich lange traurig, weil sie dachte, ihre Eltern hätten sie nur bekommen, um einen Ersatz für Azaria zu haben. Dabei stimmt das überhaupt nicht. Lindy hat sich schon immer vier Kinder gewünscht. Sie hätte Kalia also so oder so bekommen wollen. 2007 heiratet Kalia und wird von ihren vier Vätern zum Altar geführt. Den beiden Pflegevätern, ihrem leiblichen Vater Michael und von Lindys neuem Mann. Und ich finde, das ist ein wirklich schönes Bild, mit dem wir diesen Fall heute abschließen können. Also wenn das Ganze ein Drehbuch gewesen wäre, was irgendjemand in der Produktionsfirma gepitcht hätte, dann hätten die doch mit Sicherheit gesagt, nee, das ist ja gar nicht realistisch, das ist ja viel zu drüber, das kann ja so gar nicht passieren. Oder manchmal, finde ich, gibt es so Geschichten wie diese hier, wie dieser Fall. Das ist so absurd, was da alles passiert ist, dass man sich das ja gar nicht hätte ausdenken können, oder? Deswegen hat die Polizei wahrscheinlich auch nicht geglaubt, dass es wirklich so passiert ist. Warum hätte Lindy ihr eigenes Kind, was sie sich gewünscht hat, auf einem Campingplatz ermorden sollen? Oder? Das ist doch schon mal die erste große Frage. Mit welchem Motiv soll sie das gemacht haben generell und dann auch noch dort auf diesem Campingplatz? Das ist auch das, was ich die ganze Zeit gesucht habe. So die Anklage hat ständig irgendwelche Indizien versucht zu pitchen, wie sie es gemacht hat, aber nicht warum sie es gemacht hat. Und klar gab es diese Gerüchte mit der in Anführungsstrichen jetzt Sekte, wo ihr Mann Pastor ist. Aber das hat alles keinen Sinn ergeben. Das ist auch ein bisschen, was mich, also besonders als wir das erste Mal darüber gesprochen haben, über den Fall gesprochen haben, richtig wütend gemacht hat. Jetzt, wo wir nochmal drüber sprechen, denke ich mir wenigstens, ich versuche es mir schön zu reden, die Polizisten müssen ja trotzdem allem irgendwie nachgehen. Problem ist halt nur, im Coroner's Court wurde ja eigentlich direkt gesagt, beim ersten Mal, sie ist unschuldig. Und trotzdem haben sie ja gesagt, wir werden jetzt aber trotzdem weitergucken, ob da nicht doch noch was dahinter steckt. Ich meine, das ist dieses typische Thema. Retrospektiv lässt sich immer sehr einfach judgen, aber ich will gar nicht verschweigen, dass es mich trotzdem wütend gemacht hat, um ehrlich zu sein. Ja, das Problem war ja vor allem, dass es Experten gab, die einfach Quatsch erzählt haben. Das ist ja das eigentliche Problem, die Biologin. Also bei der Biologin denke ich mir auch, ey, sorry. Also, als ich diesen ersten Fakt gehört habe, dass sie sogar herausfinden konnte, dass es sich um Säuglingsblut handelt, dachte ich so, oh krass, das ist ja schon, also wow, ein hartes Indiz so, ein schwerwiegendes Indiz. Aber dass das eigentlich so Milch Shake und irgendwas anderes noch war, da denke ich mir, sorry, was bist du für eine Biologin? Das ist ja fernab von Blut, dieses Gemisch, was es tatsächlich war. Also wie hart kann man seinen Job verkacken? Entschuldige bitte diese Aussprache, Aber das ist, finde ich, unfassbar. Ich fand es auch schon fast lustig, um ehrlich zu sein, dass dann ein Zahnarzt als erstes gefragt worden ist, ob ein Dingo überhaupt ein Baby tragen kann. Ich dachte mir so, ich weiß nicht, ob ein Zahnarzt jetzt wirklich genau die Person ist, die ich als erstes fragen wollen würde. Weil später wurde ja ein Dingo-Experte auch eingeladen, der gesagt hat, ey, es gibt einen Fanggriff, natürlich ist es möglich. Ja, fragt einen Dingo-Experten. Vielleicht wäre das mal die erste Wahl, statt einen menschlichen Zahnarzt. So, hä, what the fuck? Und Schüler und Schülerinnen haben sicherlich auch schon mal gesagt, mein Hund hat die Hausaufgaben gefressen, wo ja jeder Lehrer, jede Lehrerin auch gedacht hat, so eher genau. Und natürlich klingt das erstmal absurd, wenn jemand sagt, mein Kind ist weg, ein Dingo hat mein Kind genommen. Das verstehe ich schon, dass das erst mal auf Fragen stößt. Aber wenn man sich diese Geschichte hier anguckt, dann müsste doch relativ klar sein, okay, das kann ja wirklich stimmen. Ich weiß auch nicht, ob das damals noch nicht so präsent war generell. Dieses ganze Thema, dass Wildtiere immer näher zu uns kommen beziehungsweise eigentlich müsste man richtiger sagen, wir den Wildtieren immer näher kommen. Und so wie wir es ja auch heute erzählt haben, Die Tiere wissen, dass es bei uns Fressen gibt und es auch Leute gibt, die den Aktivessen geben. Deswegen vielleicht nochmal ein kleiner Reminder an euch alle da draußen. Ey, falls ihr es lieb meint oder so, trotzdem bitte füttert keine Wildtiere. Das kann natürlich im schlimmsten Fall dann genau zu sowas führen oder generell zu Angriffen allgemein. Dann würde ich sagen, machen wir einfach jetzt den Switch Indie. Vielleicht nennen wir es in der Zukunft Weiße Akte. Das habe ich letztens in einem Spotify-Kommentar gelesen. Fand ich sehr cool. Du hattest noch einen anderen Gegenvorschlag, right? Ja, zum Beispiel, also das Ende einer Akte heißt ja Schlussbericht oder Abschlussbericht. Und man könnte das Ganze auch positiven Abschlussbericht sozusagen nennen. Aber ich würde sagen, wir geben das einfach mal raus an euch. Was findet ihr denn besser? Wie sollen wir die Überleitung in unseren, ich nenne es jetzt mal flapsig, Laberteil nennen? Ich würde sagen, wir machen einfach eine Umfrage hier bei Spotify und auch auf Instagram. Dann könnt ihr einfach mal abstimmen, welchen der beiden Vorschläge ihr besser findet. Oder wenn ihr selbst noch einen ganz anderen Vorschlag habt, dann schreibt uns das doch gerne in die Kommentare bei Spotify oder eben auch bei Instagram. Und dann gehen wir danach in Klausur und schauen uns das alles an und gucken mal, was wir am besten finden, um in diesen lockeren Part einzusteigen, der uns alle so ein bisschen, ja, positiv hier aus dieser Folge rausbringen soll. Ganz genau. Schreibe ich mir einen Reminder, dann posten wir das in die Story bei Instagram. Dann könnt ihr da abstimmen und dann gehen wir danach vielleicht nochmal in eine zweite Runde, wenn wir ganz viele tolle Vorschläge von euch bekommen. Und dann würde ich sagen, steigen wir doch da auch mal genau ein. Was läuft bei dir die Woche? Es steht was Spannendes an. Ja? Ja, und bei dir auch. Das hast du anscheinend gerade vergessen. Steht bei mir was Spannendes an? Ja, wenn diese Folge online geht, dann sind wir morgen am Mittwoch bei den Deutschen Podcast Awards. Stimmt. Da freuen wir uns richtig doll drauf. Der Podcast Award, der ist dieses Jahr so in der Form neu ins Leben gerufen worden von sämtlichen Podcast Firmen, die es so gibt. Da sind auch ganz, ganz viele nominiert in den verschiedensten Kategorien. Und Patrick und ich werden da zu Gast sein im Publikum. Da freuen wir uns drauf. Zusammen mit Alex von Wahre Verbrechen. Der ist dabei. Und Laura von Ice in the Dark. Das weiß ich schon. Mal gucken, wen wir da noch so treffen. Seht ihr dann auf Instagram, würde ich sagen. Oder? Da machen wir doch mal ein schönes Foto. Yes, auf jeden Fall. Seht ihr natürlich dann auch wieder in unserem Weekly Recap. Sehr geil. Wonderful. Ich freue mich. Ja, ich habe mir dafür eigentlich auch einen Reminder geschrieben, aber ich habe es trotzdem vergessen. True. True. Ey, apropos, weil du mir damals davon erzählt hast, hast du eigentlich die neueste Staffel von The Race geguckt, die dritte? Nee, noch nicht. Ja, stimmt, Staffel 1 und Staffel 2 habe ich ja voll geliebt. Ich habe bis heute auch Staffel 1 noch nicht geguckt, zu werden. Nein. Wollen wir mal ganz kurz für alle erklären, was es ist für Leute, die es nicht wissen. Also ganz basic erklärt für euch, Leute werden an Punkt X irgendwo in der Welt ausgesetzt. Jetzt in Staffel 3 war es zum Beispiel Hanoi in Vietnam. Und ohne Geld, ohne Handy, mit Internet, müssen sie dann halt irgendwo anders hinkommen. Zu dem Ziel. Genau. Leute halt um Geld fragen und vielleicht so trampen. Und da, also im Stream haben wir jetzt die dritte Staffel zu Ende geguckt. Und ich muss sagen, sehr geil. Wieder sehr gut geworden. Weil vielleicht, wenn du es noch nicht weißt, die dritte Staffel hat ja ein kleines Gimmick. Das sind dieses Mal Teams. Ah, das wusste ich noch nicht. Weißt du, warum ich noch nicht angefangen habe zu schauen? Weil ich wusste, dass Dave, der Macher von The Race, der sich das ausgedacht hat, in der dritten Staffel nicht dabei sein wird. Der war ja in Staffel 1 und 2 selber als Teilnehmer noch dabei. Und als er so erzählt hat, er ist nicht mehr dabei, dachte ich so, ach, naja. Und dann habe ich es irgendwie vergessen. Aber finde ich ehrlich gesagt gar nicht... Du bist ja erhuckt, ne? Vielleicht sollte ich es mir doch anschauen. Ja, ich finde es ehrlich gesagt auch gar nicht so schlecht. Weil um so ein Konzept wirklich auch langwierig dann laufen lassen zu können. Dann finde ich, ist so eine Entkopplung von so einer Einzelperson gar nicht mal so schlecht. Also deswegen, ich kann es schon empfehlen. Wir fanden es sehr, sehr cool, auch das Finale. Und deswegen auch nochmal für euch da draußen, du hast es mir damals empfohlen, ich empfehle es wirklich allen anderen noch weiter, weil das Schöne ist einfach, du siehst, wie gut die Menschen sind. Und ich finde, das passt auch nochmal perfekt hier in unseren Abschlussbericht, in unsere Weiße Akte, wie auch immer wir es bald nennen werden. Ich freue mich schon richtig auf die ganzen Vorschläge. Ich bin richtig hyped. Sehr schön. Und mit diesen Worten würde ich sagen, schließen wir die schwarze Akte, die weiße Akte. Wir schließen diese Folge für heute und freuen uns natürlich wie immer, wenn ihr dann nächste Woche Dienstag wieder auf Play drückt, auf eurer Lieblings-Podcast-Plattform. Und wir freuen uns, wenn ihr da wieder zuhört. Wir sind eure Hosts Anne Luckmann und Patrick Strohbusch. Redaktion Silber-Hane-Kamp und wir. Schnitt Anne Luckmann. Produktion Nadine Lenfer-Unterweger und Lea Backes. Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios. Besonderer Dank geht an Falco Schulte.