Latest / Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast / [Special] Warum können wir uns auf die Wahrheit nicht einigen?
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- 0:00Hier sind wir wieder, ihr Lieben, mit einer neuen Folge von "Ausgeglaubt" und wir haben
- 0:24letzte Woche schon eine Spezialfolge eingeschoben, die nicht ganz unverbunden war mit dem Thema
- 0:32unserer Staffel, weil wir uns ja mit den großen Ideen beschäftigen, die das Erbe des Christentums
- 0:38angetreten haben und die in einer säkularisierten Weltfahrt aufnehmen, in der eben die Kirche
- 0:46und das Christentum immer mehr an Bedeutung verliert.
- 0:49Und wir haben letztes Mal über die Frage nach der Abschaffung von Sonntagmorgen Gottesdiensten
- 0:56gesprochen, die natürlich eng zusammenhängt, genau mit diesem Bedeutungsverlust der Kirchen.
- 1:04Und heute geht es eigentlich auch um ein Thema oder einen Themenkomplex, der zu tun hat,
- 1:13mit einer Zeit, in der eben das Christentum nicht mehr selbstverständlich ist.
- 1:18Und wir tauchen da ein und schauen mal, wohin es uns führt.
- 1:24Stefan, kannst du mal versuchen, so einen ersten Anlauf zu nehmen?
- 1:29Ja, lass mich vielleicht mal mit dem ganz großen Bild anfangen.
- 1:32Also wir beide mit dem Podcast begonnen haben ausgeglaubt, waren ja die Rollen eigentlich
- 1:36ziemlich klar verteilt, oder?
- 1:38Manu ist der, der aus der Freikirche kommt, ich bin der, der schon lange in der Landeskirche
- 1:43ist, sich dieser Theologie und dieser Struktur verbunden fühlt.
- 1:48Und man könnte sagen, wenn wir das jetzt auf unsere Staffel beziehen, dann haben wir eigentlich
- 1:53das letzte Mal mein Feld abgegrast, wenn man so will.
- 1:57Also wir haben mal geschaut, na ja, was sind denn eigentlich die innerkirchtlichen Aufbrüche
- 2:02und Reaktionen auf die Wahrnehmung dieser Problemstellung des Relevanz- und Mitgliederverlusts
- 2:08etc.
- 2:09Heute würden wir auf dein altes Spielfeld gehen und mal schauen, na ja, was kommt aus
- 2:16einer jetzt eher evangelikalen, biblizistisch geprägten Richtung eigentlich an Diagnose
- 2:24und Therapie für dieses darpende Christentum?
- 2:27Ja, ja, ist ein gutes Framing.
- 2:30Also die Frage, wie auch in, was mir noch gefällt, ist der Ausdruck hochreligiös in hochreligiösen
- 2:37Kreisen, aber vielleicht auch spezifisch in freikirchtlichen Kreisen, was dort, als das
- 2:44eigentliche Problem unserer Zeit angesehen wird und auch unserer Kirchen und in welche
- 2:50Richtung man sich eben die Lösung dann vorstellt.
- 2:53Und wir können vielleicht sagen, der Hintergrund oder der Anlass zu dieser Folge war schon
- 3:00auch die Beobachtung, dass es erstaunlich viele auch neue Formate gibt, Podcasts gibt.
- 3:10Wir haben Jana und Yasmin, die von Anfang an in die Top 10 gekommen sind, ein Podcast,
- 3:17der von zwei Frauen betrieben wird, die einen ganz ausdrücklich, auch freikirchlich evangelikalen,
- 3:26auch religiösen Hintergrund haben und auch mit ihrer Meinung nicht zurückhalten und die
- 3:33ganz in kürzester Zeit eine riesige Hörerschaft gewonnen haben und schon auf Social Media
- 3:3910.000 von Followern haben.
- 3:41Aber darüber hinaus ist es leicht zu beobachten, dass eben auch Gemeinden und einzelne Figuren
- 3:50sehr, sehr viel Aufmerksamkeit gewinnen mit, wie soll ich das jetzt ausdrücken, mit auch
- 3:59teilweise sehr kulturpessimistischen, kulturkämpferischen Positionen, die irgendwo ein Stück weit den,
- 4:07das alte Wahrheits- und Selbstbewusstsein des Christentums irgendwie wieder entdecken
- 4:14wollen oder wieder hochhalten wollen.
- 4:16Ja, und es waren nicht zuletzt auch persönliche Begegnungen, die wir beide hatten bis der
- 4:22Zeit, dass ich bei einem christlichen Radiosender eingeladen habe, um über die Hölle zu sprechen
- 4:27und habe da einen wirklich unglaublich netten Menschen kennengelernt, wo ich eigentlich denke,
- 4:33ja wahrscheinlich könnten wir sogar einen super Urlaub zusammen machen, wenn da nicht
- 4:37die Religion zwischen uns stünde.
- 4:39Und das ist ja wirklich eine, also es klingt jetzt so witzig, aber eigentlich ist es doch
- 4:44eine ernste, tragische Bilanz.
- 4:48Da treffen sich zwei Christen zu einem Gespräch über die Hölle und merken, dass sie sich
- 4:52eigentlich gut verstehen, außer wenn es um ihren Glauben geht.
- 4:55Das ist schon verrückt.
- 4:56Ja.
- 4:57Und ich vielleicht magst du es erzählen oder?
- 4:59Ja, ich habe eine ganz ähnliche Erfahrung gemacht, jetzt auch gerade kürzlich, wo ein
- 5:06alter Freund und bekannter mit mir Kontakt aufgenommen hat, der auch als Pastor gearbeitet
- 5:13hat und ernsthaft wissen wollte, wie ich eigentlich dahin gekommen bin, wo ich gelandet bin jetzt
- 5:20inzwischen.
- 5:21Und es war da schon, ich habe da die Frage um mich es verständlich rausgespürt, so
- 5:24quasi wie ist es eigentlich gekommen, dass du deinen alten und irgendwie auch richtigen
- 5:30leidenschaftlichen klaren Glauben aufgegeben hast für eine Wischivashi Theologie oder
- 5:36so, das hat er in ziemlich in no uncertain terms, hat er das deutlich gemacht, aber hat dann
- 5:41auch wirklich zugehört.
- 5:43Wir haben uns eine Stunde unterhalten überzogen und dann unzählige Sprachnachrichten hin
- 5:48und her geschickt und es war eine für mich irgendwo auch verstörende oder ernüchternde
- 5:54Erfahrung zu merken, dass wir bei, ich würde jetzt wirklich sagen, bei Bemühungen auf beider
- 6:00Seiten nicht zu einer Annäherung oder, ne, Annäherung wäre eh schon zu viel, man muss
- 6:07sich ja nicht annähern, aber nicht einmal zu einer Verständigung gekommen sind.
- 6:11Das war echt verstörend.
- 6:13Ich versuche mal kurz diese Bewegung, die wir jetzt versucht haben zu umreißen oder
- 6:18das Phänomen, das wir beschreiben wollen, so mit ein paar Sätzen zu beschreiben.
- 6:23Ich glaube es geht um die These, die der Kirche, dem Christenturm kirchlichen Mitarbeitenden
- 6:31gegengehalten wird, die etwa folgendermaßen lautet.
- 6:34Ihr verliert ständig an Relevanz und das ist gut so, weil ihr euren eigentlichen Kernauftrag,
- 6:45nämlich das Evangelium, die Wahrheit Gottes zu verkünden, ihr seid dieser Aufgabe untreu
- 6:54geworden und deswegen laufen euch die Leute davon.
- 6:58Ihr seid verzweifelt und macht stattdessen irgendwelchen Gender, Öko, Bio, Gaga Mist
- 7:05und völlig logisch, dass das niemand mehr interessiert.
- 7:09Ihr müsst zurück zum Wort Gottes und das wieder in die Welt hinaus tragen.
- 7:14Da ist nicht nur das Heil für die Menschen, da ist auch das Heil für die Kirche.
- 7:18Genau und das ist übrigens auch eine der häufigsten Reaktionen gewesen, die ich auf mein Posting
- 7:25bekommen habe, als ich Hannah Jacobs Blättevaillet für die Abschaffung der Gottesdienste bei
- 7:31mir auf Facebook gepostet habe vor einer Woche oder so und dann habe ich gemerkt, wie viele
- 7:36Leute gerade aus evangelikalen Kreisen dann kommentiert haben, ja natürlich schafft die
- 7:43ruhig ab die Gottesdienste oder die schaffen sich selber ab.
- 7:46Hier wird einfach Jesus Christus nicht mehr verkündigt und das lehrt halt die Kirchen.
- 7:51Also es ist genau, auch im Blick auf unser Thema von letzter Woche, ist es genau diese Argumentation,
- 7:58die dann gefahren wird.
- 8:00Also evangelische, reformierte Gottesdienste sind vom Aussterben bedroht und sind zu Recht
- 8:06dem Untergang weit, weil sie eigentlich den Weg des Evangeliums längst verlassen haben.
- 8:12Ich habe dann schon entgegengehalten, dass natürlich die Freikirchen ein bisschen eine
- 8:17andere Problemkonstellation haben, aber es ist ja diese Ständige, das hat man schon
- 8:21ja auch in den Medienjournalisten haben, das ständig gepusht dieses Narrativ.
- 8:26Die Kirchenbänke lehren sich und die Freikirchen fühlen sich.
- 8:30Das ist so nicht richtig.
- 8:32Also die Freikirchen stagnieren oder schrumpfen leicht.
- 8:37In den letzten Jahren viele Freikirchenverbände haben massive Nachwuchsprobleme.
- 8:42Also es ist so einfach, ist es dann doch nicht, dass einfach, wenn man quasi ein konservatives
- 8:49Bibel treues Evangelium lehrt, dass dann die Kirchen automatisch voll sind.
- 8:55Also es gibt genügend Freikirchen mit ganz, ganz, ich sage jetzt mal bescheidener Gottesdienstbesucheranzahl,
- 9:04auch wenn eben der Kontext natürlich ein völlig anderer ist, eben ohne volkskärliche
- 9:09Mitglieder und so weiter.
- 9:11Aber eben es ist ein bisschen differenziert, aber die Idee ist mir unzählige Male in der
- 9:17Diskussion um die Gottesdienstabschaffung begegnet, dass wenn man das Evangelium wieder entdecken
- 9:24würde und Jesus in den Predigten ins Zentrum stellen würde, dann würden sich die Kirchen
- 9:30eigentlich von alleine wiederfühlen.
- 9:31Es ist ja auch nicht eine ganz neue Idee.
- 9:35Sie war im ganzen 19.
- 9:37Jahrhundert eher schon unglaublich wichtig.
- 9:40Einerseits kommt so was wie eine historisch kritische Theologie auf, Aufklärungsteologien
- 9:48werden stark aufgenommen und auf der anderen Seite gibt es die Bengelschüler, also den
- 9:54Biblizismus, den Pietismus, der aber jetzt nicht eindeutig auf die eine oder andere
- 10:00Seite zuordnen war, ist, würde ich sagen.
- 10:02Oder wir haben auf der einen Seite Schleiermacher, wir haben auf der anderen Seite haben wir
- 10:06eine Halle, was eigentlich beide Rollen auch gespielt hat.
- 10:11Aber was schon typisch ist, ist innerhalb der Kirchengeschichte immer wieder dieser
- 10:18Gestus.
- 10:19Es gibt eine Krisenwarnemo und diese Krise wird direkt verbunden mit Glaubensinhalten,
- 10:29theologischen Ausrichtungen etc., die dann quasi verantwortlich sein sollen für diese
- 10:35Krise.
- 10:36Das ist ja nicht nur bei jetzt eher biblizistischen Theologien oder Denkerinnen und Denkern.
- 10:44Das hatten wir ja im Übergang vom 19.
- 10:48zum 20.
- 10:49Jahrhundert ganz stark in diese Bewegung auch um Tillich, Go, Garten, Bart, Boltmann etc.,
- 10:55also diese dialektische Theologie, die quasi der ganzen Vorzeit das Ende auf den Kopf hin
- 11:02zu gesagt hat und eine Neuorientierung in irgendeiner Art und Weise da quasi gefordert
- 11:07hat, die wieder näher zu dem kommen soll, was eigentlich Evangelium, was eigentlich
- 11:13das Wort Gottes etc.
- 11:15ist.
- 11:16Aber und ich glaube da sind wir in einer wirklich verzwickten Lage und ich weiß aus unserem
- 11:24Vorgespräch, dass du diese Erfahrung teilst.
- 11:27Wir sind an einem Punkt, wo Verständigung ganz, ganz schwierig möglich ist.
- 11:32Kann mich erinnern, so richtig lebhaft habe ich diese Diskussion wahrgenommen, als es
- 11:39um die Frage der Ehe für alle ging.
- 11:42Und da hatten wir auf der einen Seite eine Fraktion, die sagt, naja, was richtig ist und
- 11:50was falsch ist, woher soll ich das entscheiden?
- 11:53Was weiß ich schon?
- 11:54Ich bin nur ein Mensch.
- 11:55Ich habe hier die Heilige Schrift und darin ist das Wort Gottes enthalten und das Wort
- 12:02Gottes sagt und dann kommt ein Zitat.
- 12:04Und auf der anderen Seite hast du eine Theologie, die nicht mal unbedingt liberal sein muss,
- 12:11aber die versucht mit der Realität umzugehen, dass da Menschen sind, die glauben, die sich
- 12:19lieben, die Gottesdienst feiern wollen, die auch kirchlich heiraten wollen und sagen,
- 12:25naja, aber lass uns mal das große Bild, den roten Faden dieser Bibel nehmen, wo stehen
- 12:31wir eigentlich, in welche Richtung deutet das, wofür das hin?
- 12:34Es war ganz, ganz schwierig sich da zu verständigen.
- 12:38Ich habe immer wieder Menschen kennengelernt in den sozialen Medien, die versucht haben
- 12:43in der Sprache der, ja, ich sage das jetzt mal so, biblizistisch argumentierenden Menschen,
- 12:51Argumente zu finden für die Ehe für alle und ich weiß nicht wie erfolgreich das ist,
- 12:57das kann ich wirklich nicht abschätzen, aber ich selbst habe gemerkt, ich verstehe schon
- 13:02nur diese Grundlage nicht.
- 13:04Ja, und das ist eine Beobachtung, die ich wirklich teile, dass manchmal alleine schon die grundsätzliche
- 13:14Verständigung auch über die eigene Position und die des anderen und die Diskussion darüber,
- 13:20dass dieses Ringen um vielleicht auch um einen Konsens oder um die Wahrheit oder so, dass
- 13:27das wahnsinnig schwierig wird im Gegenüber von Menschen, die irgendwie anders vertratet
- 13:36oder gewickelt zu sein, scheinen, ohne dass ich jetzt, das würde mir wirklich fernliegen,
- 13:41ohne dass ich sagen würde, die sind einfach dumm oder die sind nicht gebildet oder so,
- 13:46dass da ist irgendetwas, die funktionieren anders und ich habe das auch in dieser Auseinandersetzung,
- 13:53die ich vorhin erwähnt habe, habe ich das so erlebt, dann ging es natürlich dann ziemlich
- 13:58schnell, ging es ums Thema Homosexualität, das ist so quasi der, das Schipolett und der
- 14:04Lackmusstest überhaupt für Rechtgläubigkeit witzigerweise auf beiden Seiten, also im
- 14:12Evangelikal eher/fundamentalistisch, biblizistischen oder hochreligiösen Lager ist es der Test,
- 14:19wenn man dafür ist, dann gehört man nicht zu ihnen quasi, wenn man das befürwortet,
- 14:24theologisch gut heißt Homosexualität und bei ihm eher, ich würde jetzt sagen, landeskirchlich
- 14:32vielleicht auch liberal oder kultur protestantischen Lager, da ist es klar, also wenn man das nicht
- 14:39instinktiv gut heißt, dann gehört man nicht so wirklich dazu oder hat zumindest einen ganz
- 14:45argen Rechtfertigungsbedarf und ich habe mit ihm dann über dieses Thema gesprochen und
- 14:51gemerkt, wie schwierig es ist überhaupt. Also weißt du, wenn wir uns jetzt unterhalten und wir
- 14:57sind jetzt über, vor mir ist es über eine ethische oder biblische oder sonst theologische Frage völlig
- 15:04uneins, kompletter dissent, dann ist es doch so, dass wir selbst wenn wir sagen wir, wir stehen auf
- 15:10komplett unterschiedlichen, die Pole könnten nicht weiter auseinander sein, dann teilen wir
- 15:16bestimmte Diskursvoraussetzungen und ohne dass wir uns vielleicht darüber verständigt haben,
- 15:24aber es ist wie klar, wenn ich jetzt für meine Position theologisch argumentiere, dann versuche
- 15:29ich zum Beispiel, dann nehme ich dieses geschichtliche Bewusstsein mit und versuche historisch zu
- 15:34argumentieren, wenn es um eine Bibelstelle geht, versuche ich zu argumentieren, wie ist die damals
- 15:39verstanden worden und du versuchst dann gute Gegenargumente zu bringen und sagen, ja aber ich
- 15:46stimme mit dir nicht überein in der damaligen Zeit, war das ganz anders und so und dann haben wir,
- 15:52wir sind an unterschiedliche Positionen, aber irgendwo ähnliche Diskursvoraussetzungen und da
- 15:59ist es dann so gewesen, ich diskutiere über Homosexualität und versuche, versuche auf
- 16:05diese typischen wenigen Stellen in der Bibel einzugehen, die das Phänomen gleichgeschlechtliche
- 16:14Sexualität oder gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehr so zu verurteilen scheinen. Die Leviticus
- 16:22stellen und dann die eine Römerstelle und noch eine andere in Neun Testament und dann diskutiere
- 16:27ich darüber und versuche zu diskutieren über die damaligen Umstände, wie man damals, wie
- 16:33Sexualität gelebt worden ist, wie man das Verhältnis zwischen zwei Männern gedacht hat, welche
- 16:40Formen der Beziehung damals überhaupt möglich oder gängig waren, was uns da überliefert ist
- 16:48und so weiter und dann habe ich gemerkt, ich komme da überhaupt nicht weiter, weil der andere auf
- 16:53diese Ebene, auf dieses Level gar nicht eingestiegen ist, da habe ich dann zurückgehört, ja dein
- 17:00Problem ist eben, dass du die Bibel interpretierst und sie nicht so nimmst, wie sie da steht.
- 17:07Das ist ein ganz interessantes Satz, lass uns mal kurz bei diesem Satz bleiben, weil der ist echt
- 17:13wichtig, also dein Problem ist, dass du die Bibel interpretierst und sie nicht so nimmst, wie sie
- 17:18da steht. Es ist mir aufgefallen, du hast mir ja diesen Podcast geschickt in Zeiten wie diesen
- 17:25von Jana und Jasmin, und da habe ich mir eine Folge angehört und was mir aufgefallen ist, sind
- 17:33zwei Dinge und ich hoffe, die beiden verstehen das jetzt nicht als Bashing, ich meine das überhaupt
- 17:37nicht so, ich habe das wirklich eher so mit Neugierde mir mal angehört. Das Interessante ist,
- 17:45dass beide sehr stark davon ausgehen, dass es so etwas wie eine Bibel gibt, die das Wort Gottes
- 17:54enthält, auf das sie als Christinnen, als die sie sich verstehen, unmittelbar zugreifen können
- 18:02und dann quasi jedes Phänomen der Welt oder alles, was sie zu deuten haben, damit interpretieren
- 18:12können. Also nicht sie müssen dieses Wort interpretieren, sondern das Wort ist quasi wie,
- 18:16das steht fest und das wende ich jetzt quasi an als Schablone auf die Welt. Ja genau,
- 18:22bisschen so habe ich das verstanden. Ich finde den Intro-Jingle für diesen Podcast finde ich
- 18:30absolut bezeichnend, weil sie so sinngemäß wiedergegeben, sie nennen den Podcast in Zeiten wie
- 18:38diesen und sagen dann, in Zeiten wie diesen gibt es tausend verschiedene Antworten auf die drängenden
- 18:46Fragen unserer Gesellschaft oder so. Und wir sagen sie dann, wir sind überzeugt, dass nur eine dieser
- 18:54Antworten war ist. Und das ist quasi der der Standard-Einstieg in den Podcast und damit
- 18:59wird ja ein ganz bestimmtes Wahrheitsverständnis auch mitgesetzt und eine bestimmte hochgestochen
- 19:08könnte man sagen, eine erkenntnistheoretische Position. Also es wird völlig unmissverständlich
- 19:13klar, dass hier zwei Menschen in Erscheinung treten, die von einer einzigen existierenden
- 19:23Wahrheit ausgehen und auch von einem sehr unmittelbaren offensichtlichen Zugriff auf diese
- 19:30Wahrheit. Also es ist eigentlich dann bei vielen Diskussionen ist es auch von Anfang an klar,
- 19:35gerade wenn es um biblische Positionen geht, nicht so sehr, wenn es jetzt irgendwie um Germany's
- 19:41next top model oder das oder die Schummelcamp oder worüber sie sonst noch sprechen, aber bei
- 19:45biblischen Fragen ist klar, sie wissen eigentlich, was war ist. Sieht das, das steht so da. Ja und
- 19:52ich merke da, da sind Mentalitätsunterschiede, die die Verständigung enorm schwierig machen mit
- 20:03Menschen, die irgendwie, also jetzt auch mit mir, der ich ja eigentlich dieses Milieu und diese
- 20:10Eigenlogik sehr gut kenne, aus der Innenerfahrung und Innenansicht kenne und ich selber stoße
- 20:19an Grenzen in der Diskussion mit Menschen, die so gestrickt sind, weil ich wirklich irgendwo,
- 20:25witzigerweise merke ich da meine zwölf Jahre Theologie Studium mit Promotion und drum und
- 20:31dran nützt mir überhaupt nichts in einer Diskussion hier. Ich komme da, ich... Das mir ja im Vorfeld
- 20:39so ein Paper zugeschickt, das von einer Idee lebt, die du von Heinz-Peter Hempelmann übernommen hast
- 20:47und das geht davon aus, dass es unterschiedliche Basismentalitäten gibt, die dazu führen, dass
- 20:56wir am Schluss quasi in einem Sprachspiel drin sind, dass wenn wir diese Basismentalität nicht
- 21:04teilen innerhalb der anderen Basismentalität und dessen Sprachspiel nicht nur schwer anschlussfähig
- 21:13ist, sondern gar nicht verstanden werden kann. Ja, ja, das ist für mich übrigens eine der hilfreichsten
- 21:20Schablonen gewesen. Das ist natürlich eine Schablonen, es ist eine Vereinfachung, das ist ja klar,
- 21:25es ist ein Modell, aber das hat mir so geholfen, nicht nur theologische Diskussionen und Auseinandersetzungen
- 21:32zu verstehen, sondern auch politische Auseinandersetzungen, weil der Witz ist, dass es eigentlich diese
- 21:37Mentalitäten, die Peter Hempelmann da herausdestilliert oder artikuliert hat, das ist eigentlich ein
- 21:44soziologischer Befund, das ist ja kein theologisches Modell, sondern eigentlich sind das die Basismentalitäten,
- 21:51die dem Sinus Milieu-Modell zugrunde liegen. Also man hat ganz links quasi, hat man die
- 21:58bürgerlichen, traditionsorientierten Milieus, in der Mitte hat man eher so diese modernen,
- 22:05kritischen Milieus und rechts, also auf diesem, jetzt nicht politisch rechts, sondern auf diesem
- 22:12Sinus Milieu, das ist ja eine ganz bekannte Art, die Gesellschaft in verschiedene Lebensmilieus
- 22:19einzuteilen. Das wird dann so grafisch dargestellt und rechts sind dann eher die eben die postmodern,
- 22:25die explorativen Milieus und er hat denen folgenden Titel gegeben, also er spricht von prämodern
- 22:33traditionsorientiert, von modern kritisch und von postmodern pluralistisch und er sagt,
- 22:42das sind drei Arten, wie Menschen in unserer Gesellschaft verdrahtet sind und es macht sich
- 22:49ganz stark fest am Wahrheitsbegriff. Okay, dann lass uns das doch einmal mit dem Wahrheitsverständnis
- 22:56und vielleicht noch mit dem Bibelverständnis mal durchspielen, damit es ein bisschen anschaulich
- 23:01wird. Ja, also das ist natürlich dann eng verzahnt, wenn wir jetzt, sag ich mal, im
- 23:05theologischen Kontext reden, kann man sagen, es gibt Menschen, die sind prämodern traditionsorientiert
- 23:12und die sind überzeugt, wenn wir von Wahrheit sprechen, es gibt nur eine Wahrheit, das ist
- 23:18ganz klar, es kann nur eine Sache richtig sein, Jana und Jasmin, wir glauben, dass von diesen
- 23:258.000 Antworten nur eine richtig ist und sie glauben, dass diese Wahrheit eigentlich offensichtlich
- 23:32feststeht und dass man eigentlich da auch nicht großartig dringend und drüber diskutieren
- 23:39muss, sondern dass das steht eigentlich fest, es ist meistens so, dass man die Wahrheit oder
- 23:45in dieser Mentalität ist es so, dass man die Wahrheit von einer Autorität ableitet. Also
- 23:52das kann sein. Okay, weil das ist mir jetzt ein sehr wichtiger Unterschied, weil die Idee
- 23:56zu haben, dass es etwas gibt, das wahr ist und alle anderen Aussagen dazu können falsch
- 24:03sein, die finde ich jetzt nicht grundsätzlich vor modern, also prämodern, sondern das wäre
- 24:09ja genau das moderne Denken. Es gibt diese Wahrheit und wir müssen sie finden. Genau.
- 24:14Aber der Unterschied, wenn ich dich recht verstehe, liegt jetzt darin, dass die Prüfung, ob
- 24:21etwas wahr ist oder nicht, liegt nicht in einer Versuchsanlage oder einem Austausch von Argumenten,
- 24:30sondern in entweder institutionellen, personalen Autoritäten, die diese Wahrheit verbürgen.
- 24:36Genau, die sie verbürgen, die sie vorgeben, man kann sagen, das kann der Papst sein, der
- 24:42sagt, was richtig ist, das kann auch die Tradition sein, also man kann sagen, also du
- 24:50misst das alles nicht, das ist eine bestimmte Art über Wahrheit zu denken, man kann sagen,
- 24:55die Tradition, die überliefert uns, die sagt uns, was sich bewährt hat. Dieses, keine Ahnung,
- 25:01ein traditionelles Familienmodell, was auch immer, das hat sich bewährt. Das haben wir
- 25:06immer so gemacht und das werden wir auch in Zukunft zu machen, das hat sich bewährt.
- 25:10Oder jetzt im Fall, der uns jetzt hier interessiert, ist es natürlich dann ein ganz steiles Verständnis
- 25:18der Bibel als Wort Gottes, wo man sagt, das gibt uns die Wahrheit vor und das ist offensichtlich,
- 25:24das steht nämlich hier zwischen zwei Buchdeckeln und das ist ein ausgesprochen zugängliches
- 25:30Medium, jeder kann sich das kaufen, lesen und da hat er es.
- 25:33Also quasi die Bibel ist wahr, weil sie ist das Wort Gottes, ja, den hat er sich mitgeteilt.
- 25:42Wahrheit generell hat sich daran zu messen, ob sie quasi durch eine nicht mehr hintergehbare
- 25:50Autorität verbürgt ist. Ja, könnte ja jetzt im Fall von Christen, die prémodern werden,
- 25:57dazu führen, dass man sagt, naja, was wahr ist, das sagt aber die Bibel.
- 26:01Das sagt die Bibel oder das sagt der Pastor, das kann auch sein, also ich habe das selber
- 26:06an in verschiedenen evangelikalen Kontexten erlebt, in verschiedenen Gemeinden, auch
- 26:12in denen ich gepredigt oder gearbeitet habe, dass Leute zu mir gekommen sind, teilweise
- 26:1880-jährige Menschen, die ihr ganzes Leben lang die Bibel gelesen haben und gebetet und
- 26:25geglaubt haben, zu mir gekommen sind, als ich in Praktikum war, 27 Jahre alt und gesagt
- 26:31haben, wir haben Bibelstunde, habe ich mit ihnen gemacht und habe einen Text gelesen
- 26:37und versucht zu diskutieren über diesen Text. Was sagt euch dieser Text? Was hält
- 26:42ihr von dieser Aussage? Wie versteht ihr das? Einige davon, der Leute, waren überfordert
- 26:48mit dieser Versuchsanlage und haben mir gesagt, aber du bist der Pastor, du bist der Hirte
- 26:53und wir sind die Schäfchen. Es ist dein Job uns zu sagen, wie dieser
- 27:01Text verstanden werden will oder so. Also das ist eine sehr stark, man könnte auch sagen,
- 27:06es ist ein heteronomes Wahrheitsverständnis, weil was wahr ist, ist uns eigentlich vorgegeben.
- 27:12Es geht nicht einfach darum, die Gegenteese werden, dieses individualistische, entweder
- 27:18jeder strickt sich seine Wahrheit selber oder jeder hat seinen eigenen Verstand, mit dem
- 27:23er die Wahrheit evaluiert, evaluiert. Nein, die Wahrheit ist eigentlich etwas, was uns
- 27:29von traditionellen Autoritäten vorgegeben ist oder eben in der Bibel in die Hand gegeben
- 27:36ist. Das ist ja etwas, was im Christentum eine ziemlich zentrale Rolle spielt, diese
- 27:41Argumentation. Also indem man zum Beispiel die Kanonisierung, also die Auswahl, welche
- 27:47Schrift es in die Bibel schaffen und welche nicht, so geführt hat, dass man gesagt hat,
- 27:52wer hat das verfasst, also war das Paulus oder ist es nur einer, der vorgibt, dass es
- 27:57der Paulus ist. Und wie passt das zu den anderen Autoritäten, die wir schon haben? Also das
- 28:03kriegt dann alles eine eigene Binnen-Rationalität. Wird so ein System, dass sich solche Texte
- 28:10dann einfügen lassen oder nicht einfügen lassen? Ja, ja, auch wenn man natürlich sagen
- 28:14kann, aber das führt vielleicht jetzt schon zu weit, sagen kann, das sind natürlich die
- 28:18Entstehungsgeschichte der Bibel, dass die Entstehungsgeschichte der Bibel diesem Wahrheitsverständnis auch ein Stück
- 28:29weit widersteht. Also weil das ja ein weitausgestreckter dialektischer Prozess ist, dass, ich stelle
- 28:37mir das dann eher so vor, dass da Geschichten am Lagerfeuer erzählt werden von Generation
- 28:42zu Generation und die werden weitergegeben, verknüpft mit neuen Dingen werden niedergeschrieben,
- 28:48andere greifen das wieder auf, es gibt ganz okay, du bist jetzt noch in der früheren Phase
- 28:53oder ich, ich darf jetzt wirklich so sagen, was so zweites, drittes Jahrhundert oder?
- 28:57Ja, genau, nach Christus und da stelle ich es mir ja schon so vor, man schaut einerseits,
- 29:02okay, was hat sich durchgesetzt und ist verbreitet, von wem haben wir irgendwie Zeugnis, dass
- 29:08das jetzt auf ein Apostel zurückgeht zum Beispiel oder dass das Herrenworte sind oder etc.
- 29:14Ja, ja genau, genau, ich wollte nur sagen, die Entstehungsgeschichte der Bibel mit all
- 29:19diesen auch Bibelinternen, selbst Überholungen und so, das ist ja etwas, was ich jetzt erst
- 29:26im Kontext einer universitären Theologie überhaupt erst kennen und Wertschätzen gelernt habe,
- 29:33weil das hat man strategisch irgendwie vernachlässigt in Evangelikalen Kreisen, weil das sehr
- 29:38verunsichern ist, weil sich das ein Stück weit bei ist, wenn man sagt, uns ist eine Bibel
- 29:43gegeben, die quasi die Wahrheit in zwischen zwei Buchdeckeln uns präsentiert und das ist
- 29:49von A bis Z, ist das alles richtig und das muss ja dann auch zusammen stimmen, weil das
- 29:54ja dann höchst verwirrlich wäre, wenn ich im ersten Drittel der Bibel etwas lese, was
- 29:59im zweiten Drittel nochmal anders gesagt und überholt wird und im dritten Drittel dann
- 30:05vielleicht sogar eine Gegentehse aus dem Mund Jesu erfolgt, dann weiß ich ja nicht mehr,
- 30:09was soll ich jetzt mit dem, das ist ja in sich gar nicht konsistent.
- 30:12Aber damit baust du ja jetzt eigentlich eine Superbrücke zum modern kritischen Verständnis
- 30:18oder zur modern kritischen Basis Mentalität, weil daran kann man ja jetzt, wenn wir Bibelkommentare
- 30:24nehmen, kann man ja schon ziemlich gut unterscheiden, wessen Kind diese Idee ist, die hinter diesem
- 30:32Kommentar steckt.
- 30:33Wenn es nämlich heißt "die Theologie der einen Bibel", zum Beispiel, dann wissen wir ja
- 30:39gut, da sind wir jetzt eher bei einem prémodern, traditionsorientierten Verständnis.
- 30:45Wenn es heißt "theologische Inspirationsmomente aus Tritoyeseia fers dddd" in Anlehnung an
- 30:56den Vergleich von dddd und so und so, dann wissen wir ja gut, da sind wir jetzt im modern
- 31:01kritischen Assetting gelandet, da ist der kritische Verstand, also die Fähigkeit des Menschen,
- 31:10denke ist zu unterscheiden, für etwas Gründe zu nennen und für diese gründe Argumentativ
- 31:15einzutreten, ist da das Maß aller Dinge.
- 31:18Das Maß aller Dinge.
- 31:19Auch das Maß der Schrift.
- 31:20Ja, man kann es natürlich zwanglos in Verbindung bringen mit der Bewegung der Aufklärung,
- 31:26die in der Reformation ihre Wurzen hat, aber dann sicher eine Eigendynamik entwickelt hat,
- 31:32in der eben der kritische Verstand immer stärker ins Zentrum gerückt ist als eben nicht hetero-nome
- 31:40Größe, dass uns jemand von außen die Kirche, der Staat, der König sagt, was richtig ist,
- 31:47sondern jeder hat diesen Verstand in sich und er soll sich im Gottes Namen seines Verstandes
- 31:54bedienen und soll ihn quasi zum Gebrauchen, um die Wahrheit zu finden.
- 32:01Also die Idee ist immer noch im modern kritischen Mindset, ist die Idee immer noch, dass es
- 32:06nur eine Wahrheit gibt.
- 32:08Genau.
- 32:09Da stimmen prämoderne und moderne Überein, es gibt nur eine Wahrheit, nur in der moderne
- 32:15oder in modernen Mindset ist diese eine Wahrheit ständig prekär, immer umstritten.
- 32:21Man muss darum ringen, man muss sich wirklich, da hat dann auch der Bildungsaspekt eine ganz
- 32:28zentrale Rolle, man muss tief vergraben, man muss dann, wenn man wissen will, was ein Bibeltext
- 32:34wirklich sagt, dann muss man halt diese Sprachen lernen, man muss wissen, was heißt das Immigration,
- 32:40was haben andere zur Zeit des Alten Testament, der Verfasserschaft dieses Buches gesagt und
- 32:47was heißt das in der damaligen Zeitgeschichte, dieses historische Bewusstsein, ist ganz wichtig
- 32:53für dieses modern kritische Mindset.
- 32:56Und da ringt man darum, man kann schon sagen, das sind natürlich alles Vereinfachungen,
- 33:02aber man kann schon sagen, dass das modern kritische Mindset ist quasi das Biotop oder
- 33:09der Heimateich der Reformierten.
- 33:11Das ist quasi so eine typisch reformiertes Mindset.
- 33:16Und die prämodern traditionsorientierten, die findet man eher im Evangelikalen oder
- 33:23auch im konservativ-katholischen Milieu.
- 33:26Da findet man viele, die so gestrickt sind und jetzt, das ist mir auch ganz krass bei
- 33:33meinem Arbeitsantritt in der Reformierten Kirche, ist mir das so begegnet.
- 33:36Aber ich gemerkt, das ist wirklich an vielen Stellen modernkritisches Denken in Reinkultur.
- 33:42Das drückt sich bis in die Art der Veranstaltungen aus.
- 33:48Dass man Diskussionsveranstaltungen macht, in denen man eben dann gibt es vielleicht
- 33:56einen Vortrag und dann gibt es kritische Repliken auf den Vortrag.
- 34:00Und dann gibt es eine Diskussion, in der sich das Publikum noch beteilen kann.
- 34:04Und dann kann man einem Referenten, egal wie hochdotiert er ist und wie viele Titel er
- 34:09mitbringt, ins Angesicht widersprechen und dann zählt die Kraft des besseren Arguments.
- 34:15Ja, man, aber es ist jetzt genau witzig, dass du da an die reformierte Kirche denkst.
- 34:18Ich finde das übrigens sehr passend.
- 34:21Mein Gedanken war natürlich, naja, das ist für mich die Universität.
- 34:24Ja.
- 34:25Die Universität ist für mich der Ort modern-kritischen Denkens.
- 34:30Ich muss immer angeben können, unter welchen Bedingungen etwas falsifizierbar oder im
- 34:36verifizierbar wäre. Also was muss eintreten, damit meine These ungültig wäre? Das muss
- 34:45ich mitdenken. Das setzt aber voraus, dass es so etwas gibt, wie wahr, nicht wahr. Also
- 34:50wir sind in dieser Binarität letztendlich drin. Ja, ja, ja, genau. Aber es ist eine
- 34:56andere, es ist eine andere Gang-Out als jetzt in einem prémodern, traditionsorientierten
- 35:02Setting. Zum Beispiel kann ich mir viel, viel leichter vorstellen in einer reformierten Veranstaltung,
- 35:09die ebenso modern kritisch gestrickt ist. Viel leichter vorstellen. Sogar in einem Gottesdienst
- 35:15nachher zu sagen, mit dieser Predigt bin ich überhaupt nicht einverstanden. Ich kann
- 35:19mir sogar vorstellen, dass einer Pfarrperson zu sagen, ja, vielen Dank für ihre Bemühungen,
- 35:24aber ich teile diese Art der Argumentation oder ich teile diese Art der Darstellung dieses
- 35:31Bibeltextes oder was, teile ich überhaupt nicht. In Kreisen, in denen ich aufgewachsen
- 35:36bin, wäre das, wenn nicht undenkbar, dann auf jeden Fall unglaublich deplaziert und
- 35:43unhöflich gewesen. Also das hätte man jetzt... Habt ihr nie zum Beispiel Predigt-Nachgespräche
- 35:48gemacht? Ah doch, das habe ich jetzt nicht... Aber es hatte eher eine didaktische Funktion.
- 35:54Nein, wir haben das unter uns, haben wir das schon gemacht. Und ich würde auch sagen,
- 35:57da wo ich gearbeitet habe als Pastor, da haben wir eigentlich einen sehr, sehr kritisch-konstruktiven
- 36:05Umgang mit Predigten und so weiter gehabt. Aber es war doch, wenn ich jetzt an meine
- 36:09pfintstich-charismatischen Zeiten zurückdenke, danach einer Predigt, die der Pastor als
- 36:16der gesalbte Gottes unter der Inspiration des Geistes... Oft war das ja auch noch die
- 36:21Flughöhe, die dann angegeben wurde. Da kommt ein Redner nach vorne an Konferenzen, zigmal
- 36:28erlebt so quasi, ich habe im Hotelzimmer gerungen und der Herr hat mir heute Morgen diese Botschaft
- 36:36aus Herz gelegt und er hat mir dieses Wort gegeben. Für euch ein Wort ist dann eine
- 36:42ganze Predigt oder dieses Wort hat er mir für euch gegeben, maßgeschneidert für euch
- 36:47und dann hat er das gepredigt und das wäre eigentlich eine Auflehnung gegen Gott selber
- 36:51gewesen, wenn man nachher sagt, ich fand es aber scheiße oder ich bin nicht einverstanden.
- 36:55Also zumindest in der Bibel-Schulzeit, die ich da im charismatischen Milie verbracht habe,
- 37:02da wäre das eine Unwenkbarkeit gewesen. Also da hätte man ein Gespräch mit dem Schulleiter
- 37:07gekriegt, wenn man in der Öffentlichkeit beim Mittagstisch so gesagt hätte, nee, das
- 37:11fand ich jetzt gar nicht gut, da bin ich völlig anderer Meinung. Also das hat für mich theologisch
- 37:16würde ich die Gegentehse antreten und so, das wäre überhaupt nicht gern.
- 37:20Okay, wenn wir nochmal versuchen das modernen Kritische jetzt davon abzuheben, dann ist
- 37:27vielleicht keiner besser geeignet als Kant in seiner Behandelheit. Also seine Idee war,
- 37:34also blickt auf Jahrhunderte zurück, wo man drungen hat, in welchem Verhältnis steht
- 37:40eigentlich so was wie eine Erkenntnis durch unseren Verstand, durch unsere Vernunft,
- 37:47durch unsere Sinne zu der Erkenntnis, die ein Mensch haben kann durch göttliche Offenbarung
- 37:54der Schrift. Und da gibt es ganz verschiedene Modelle, ganz, ganz wichtig, bestimmt Thomas
- 38:00von Aquin, der gesagt hat, sie widersprechen sich nicht, aber die Offenbarung kompliziert
- 38:06quasi das was sonst als Erkenntnis und Einsicht möglich ist. Jetzt kommt Kant und dreht eigentlich
- 38:12das ganze Spiel um und sagt, naja, es ist so, kann gut sein, dass es dir hilft, diese Motive
- 38:20und Bilder etc. zu brauchen. Vielleicht ist das ganz nützlich, wenn du das haben möchtest
- 38:27in deinem Leben. Entscheidend ist aber am Schluss schon das was du vernünftig einsehen kannst.
- 38:35Und was du nicht vernünftig einsehen kannst, das darfst du niemals Gott nennen, das wäre
- 38:39sogar ein moralisches Problem, also du kannst es nicht einfach auf deine Heiligkeit oder
- 38:44irgendwie die dunkle Seite Gottes oder irgendwie sowas schieben, sondern dann ist es ganz
- 38:49einfach etwas was für dich nicht gelten darf. Und was darf für dich gelten, für dich darf
- 38:54das gelten, was du vernünftig vertreten kannst und das lässt sich zusammenfassen im kategorischen
- 39:01Imperativ, wenn es um Ethik geht. Also das ist das was du tust zugleich eine Maxime sein
- 39:09könnte für das Handeln insgesamt. Also letztendlich bedeutet es nichts anderes als ich muss abstrahieren
- 39:15vom Einzelfall auf ein Allgemeines und wenn ich das vertreten kann, dann ist es das Richtige.
- 39:21Und das wird jetzt durchgezogen einerseits erkenntnis theoretisch, wenn es darum geht
- 39:28zu sagen was der Fall ist und was nicht der Fall ist, aber andererseits auch moralisch
- 39:33ethisch, wenn es um die Frage geht was das Richtige oder das Gute sein soll. Und das
- 39:39ist ganz bestimmt charakteristisch für das modern kritische Denkungen.
- 39:43Genau, genau. Und man kann das natürlich jetzt auch nochmal weiter drehen, dann kommt man
- 39:47zum dritten Mindset zu diesem Peter Hempelmann hat das genannt postmodern pluralistischen
- 39:52Mindset, weil man natürlich könnte man jetzt auch historisch ein Stück weit mitgehen sagen
- 39:57kann. Im Zuge der Aufklärung hat man den kritischen, unparteiischen, unabhängigen, unbestechlichen
- 40:05Richter des Verstandes hat man quasi ins Zentrum gestellt und gesagt das wird unsere Probleme
- 40:10lösen. Damit kommen wir der Wahrheit auf die Spur, die eine Wahrheit, die wird sich,
- 40:16der werden wir uns mindestens immer mehr annähern. Stimmt ja. Wenn wir kritisch, ja, ja, ja.
- 40:22Und dann, und dann kommt natürlich dann die Einsicht, die bei Nietzsche schon sehr stark
- 40:29anzutreffen ist und dann in der, ich würde sagen in dieser, bei den französischen Philosophen
- 40:34der Neuzeit, bei diesen sogenannten postmodernen Philosophen und so durchgebrochen ist, halt
- 40:39diese, ein Stück weit auch diese Machtsensibilität, das man gemerkt hat, Moment mal. Aber in
- 40:46vielen Zusammenhängen ist es ja gar nicht unbedingt diese unbestechliche Vernunft,
- 40:52das sind ja doch, da mischen sich ja ganz viele Eigeninteressen in diese Positionen, die da
- 40:58unter dem, unter dem Label der Vernünftigkeit vertreten werden und da gibt es ja ganz viele
- 41:04Machtinteressen, Machtspiele richtig gehen, die an Universitäten oder wo auch immer gespielt
- 41:10werden und wo es mitnichten, einfach um einen unbestechlichen Verstand geht, sondern wo
- 41:16der Verstand eben dann doch, der Verstand von Herr Professor so und so und Frau Professorin
- 41:23so und so ist und so weit geht es mit der Unbestechlichkeit des Verstandes gar nicht
- 41:28und die haben dann aus einer sehr stark machtkritischen Perspektive, sind sie dazu gekommen? Nee. Also
- 41:35eigentlich gibt es doch diese eine Wahrheit gar nicht, das sind doch alles Konstruktionen,
- 41:41das sind doch alles irgendwie, das sind eigentlich versteckte Eigeninteressen und Überwältigungsversuche,
- 41:49jeder hat seine eigene Wahrheit. Muss ich dir aber mal ganz kritisch dazwischen
- 41:53grätschen, Manu, weil das finde ich noch nicht die Loslösung von modern-kritischen Denken,
- 41:58das finde ich selbst noch Arbeit an diesem modern-kritischen Denken, weil man eigentlich
- 42:03sagen könnte, also so gut habermaßmäßig oder lass uns mal Erkenntnis und Interesse
- 42:10zusammendenken und besprechen. Ja. Also lass uns mal schauen was Macht tut dabei, aber die
- 42:15Idee dahinter ist ja immer noch, dass man sowas hat wie eine gemeinsame vernünftige Grundlage
- 42:21auf die man sich beziehen kann und von der aus man Machtansprüche oder Versuche Macht
- 42:27durchzusetzen auch transparent machen kann. Es gibt es durchaus, es gibt so etwas wie eine
- 42:33Außenwelt auf die wir gemeinsam Bezug nehmen und es braucht dann sowas wie Diskursregeln
- 42:39und eine Wachsamkeit, dass sich dort nicht eine blinde Macht als Wahrheit durchsetzt,
- 42:44aber es ist eigentlich immer noch ein Ringen um Wahrheit. Ja, also es gibt sicher, dass eben,
- 42:49ich habe ja gesagt, es ist eine Schablone, es ist ein Schema, es gibt natürlich unzählige
- 42:55Mischformen und Übergänge und ich glaube auch, dass das beschreibt vielleicht den Übergang zu
- 43:00einer Position, in der man dann den Wahrheitsbegriff als als im Singular definitiv aufgibt und
- 43:07sagt Leute, im Prinzip muss man sagen, da hat auch die Sprachkritik eine wichtige Rolle gespielt,
- 43:13dass man gesagt hat, ja es gibt ja den Verstand gar nicht, es gibt ja nur den versprachlichen
- 43:17Verstand und Sprache ist unhintergeber, historisch, vergänglich, wandelbar, individuell, jeder Begriff
- 43:25ist geprägt von Erfahrungsinhalten, die mein Gegenüber nicht in gleicher Weise teil und so
- 43:30weiter, da hat man gemerkt, dass das Schluss endlich ist man dann bei der Position gelandet und das
- 43:37wäre eben diese stylisierte postmodern pluralistische Position, es gibt eigentlich nicht nur eine Wahrheit,
- 43:44es gibt ganz viele, jeder hat seine eigene Wahrheit und das ist dann ein großer Unterschied zur modern
- 43:52kritischen Position, ein Ringen um diese Wahrheit ist eigentlich nicht sinnvoll, da verstreite man
- 43:58sich ja nur, jeder soll seine eigenen Erfahrungen mitbringen, das hat man teilweise, würde ich sagen,
- 44:04sieht man das so auch im Blick auf Spiritualität und so, dass man sagt, ja da gibt es nicht richtig
- 44:11und falsch und jeder bringt seine Erfahrungen ein und seine Vorstellungen und selbst wenn die sich
- 44:16eklatant widersprechen, sagt man, das hat alles Platz und da gibt es nicht mehr die eine Wahrheit.
- 44:24Genau und ganz ähnlich natürlich dann auch, was das Bibelverständnis betrifft,
- 44:29oder? Ja. Die Bibel ist dann eine vielleicht mehr oder weniger geschätzte Inspirationsquelle,
- 44:37ja genau, auf die man sich beziehen kann, aber nicht muss, im Zentrum steht die Frage, hilft mir
- 44:44das, tut mir das gut, möchte ich mich gerne in diesem Vers verstehen oder nicht? Genau. Und jetzt
- 44:49machen wir mal die Kategorie und so durch, fragen wir uns mal, was ist denn die Währung in
- 44:54diesen jeweiligen Mentalitäten? Also die Währung spielen wir mal durch an, du kriegst ein Medikament
- 45:01und ich frage dich, Manuel ist das ein gutes Medikament? Und würdest du als prémodern,
- 45:07traditionsorientierter Mensch sagen, ja klar, das hat mir der Arzt verschrieben, natürlich ist
- 45:12es ein gutes Medikament? Ja. Du würdest als modern kritischer Mensch sagen, ja, die Studien haben
- 45:18eine ziemlich gute Wirksamkeit nachgewiesen, es ist sogar noch mal besser als das Vorgängermedikament,
- 45:25das schon durchschlagen war. Und als postmodern pluralistisch denk ich den Mensch, sagst du,
- 45:31hey, ich fühle mich so viel besser seit ich es genau habe. Oder du sagst, ich weiß es noch nie,
- 45:35muss es zuerst nehmen und schauen ob es nützt oder so. Und da ist es aber auch dann egal,
- 45:39wenn es globulisch sind. Genau, völlig gut. Und jetzt glaube ich, sind wir an einem Punkt,
- 45:46wo wir über was Interessantes streiten könnten. Wahrscheinlich denken jetzt viele, ah, Manuel und
- 45:56Stefan wollen uns erklären, dass Jana und ihre Freundin oder die Menschen, mit denen sie zu tun
- 46:02hatten, prémodern, traditionsorientierte Basismentalitäten mitführen und sie sich deswegen nicht mit
- 46:10ihnen verständigen können. Und das könnte ja im ersten Moment tatsächlich so wirken,
- 46:17bezieht sich auf Autoritäten, es gibt die eine unhintergehbare Wahrheit, das könnte man
- 46:25so verstehen. Wenn das so wäre, dann wäre das Phänomen, das sich mit Biblizismus,
- 46:32Fundamentalismus, mit dieser Art von Podcast, mit dieser Art von Spiritualität und Religion
- 46:37etc. verbindet, ja eigentlich etwas, was man sagen könnte, ja, darüber müssen wir nicht
- 46:42mehr sprechen. Das schafft sich selbst ab. Prémoderne Vorstellungen verschwinden,
- 46:49die hatten ihre Zeit, aber sie sind auf dem Rückzug. Jetzt weiß ich nicht, wie du darauf
- 46:55reagierst, meine These wäre, nein, wir haben es gerade mit diesen Positionen mit einem ganz
- 47:01krassen Ausdruck von postmodern pluralistischen Basismentalitäten zu tun. Bei diesen Positionen,
- 47:09das müsstest du jetzt begründen, ich hätte jetzt eher darauf abgehoben zu sagen, die These ist ja
- 47:16nicht, auch wenn man das natürlich historisch ein Stück weit nachverfolgen kann und sagen kann
- 47:21mit der Reformation der Aufklärung ist das modern kritische Denken aufgekommen. In 2021,
- 47:27Jahrhundert hat sich das postmodern pluralistische Denken ausgebreitet, aber es wäre falsch zu
- 47:33sagen, dass Prémodernes Denken oder diese traditionsorientierte Denken sich einfach
- 47:38jetzt übrigt, dass das quasi im Sterben begriffen ist. Ja, ich habe es deswegen drauf bezogen,
- 47:43weil du hast ja die Milieus genannt und da ist schon die Tendenz so, dass der Zeitstrahl jetzt
- 47:48nicht unbedingt der prémodern traditionsorientierten Basismentalität in die Hände spielt. Ja,
- 47:55okay, das stimmt, aber ich denke jetzt weißt du auch an politische Phänomene in den letzten Jahren,
- 48:00wo man sagen muss, das würde ich lose auch an dieses prémoderne Denken anschließen. Weißt du,
- 48:07diesen autoritätsgläubige auch sehr stark konservative, so das christliche Abendland,
- 48:13das hat hunderte von Jahren funktioniert und jetzt bringen da die Grünen und die Voken alles
- 48:18durcheinander und so. Das hat auch einen ganz stark diesen traditionsorientierten Bezug,
- 48:24so was sich bewährt hat. Die deutsche Familie oder die Schweizer Familie, das hat sich bewährt
- 48:32und davon rücken wir nicht ab. Dann lass mich mal ein Versuch starten zu erklären,
- 48:39warum ich glaube und ich mache das jetzt wirklich nicht, um die beiden in die Pfanne zu haben,
- 48:44aber warum der Podcast in Zeiten wie diesen gerade ein Ausdruck eines postmodern pluralistischen
- 48:50Denkens ist und nicht einer prémodern traditionsorientierten Basismentalität. Also ich sehe
- 48:59ein, dass man zunächst auf eine falsche Fertigung geführt werden könnte. Das Intro sagt uns,
- 49:05es gibt nur diese eine Wahrheit für uns. Und es impliziert, dass die beiden eigentlich wissen,
- 49:12was die Wahrheit ist. Ganz genau. Und das, was für diese Wahrheit steht, also wenn man sagen
- 49:19würde, du Jana, dann zeig mal, wo ist diese Wahrheit, würde ich sagen, in der Bibel.
- 49:23In der Bibel, ja. In der Bibel. Und was ihnen doch damit gelingt, ist zunächst mal eine Absage an
- 49:31jede Art anderer Autorität. Also sie sind weder gefangen in irgendwelchen Autoritäten von Kirchenleitungen,
- 49:42von Ansprüchen, die Gesellschaft an sich haben kann. Drückt sich in diesem Gespräch, das ich
- 49:49gehört habe, mehrfach aus. Also die Frage ist, welche Leiter respektieren wir eigentlich? Das
- 49:56sagen sie nicht. Naja, ich gehe mal bei Timotheus nachlesen, was da über Gemeindelleitung steht
- 50:01und dann mache ich mir eine Checkliste und arbeite das durch. Sondern sie sagen, naja,
- 50:06muss dann schon sehen, ist der auch echt im echten Leben oder ist das nur auf der Bühne?
- 50:10Oder das ist dann das Kriterium. Es ist eben dann nicht die Bibel. Sie fragte ich, naja,
- 50:17wie ist das eigentlich mit Partnerschaft und Ehe? Darf ich da einen Freund haben, der nicht Christ
- 50:24ist? Nein, darf ich nicht, weil Gott hat mir das so aufgegeben. Also wieder etwas, würde ich sagen,
- 50:32naja, wäre jetzt die Bibel ziemlich schweigsam zu dem Thema, oder? Dann geht es darum politische
- 50:38Ausrichtung. Also was würdest du tun, wenn du Bundeskanzlerin wärst? Ich war auch in dieser Folge.
- 50:44Ja, und dann kommt das AfD-Programm. Aber das AfD-Programm kommt nicht, indem sie sagen, ja,
- 50:51lass uns mal schauen, was steht denn über eine weise Regierung in der Bibel? Sondern da wird
- 50:57auf etwas rekurriert wie Erfahrung, gesunder Menschenverstand etc. Also da wird ein Kind
- 51:04missbraucht und nichts passiert. Wir brauchen härtere Strafen, wir brauchen bessere Sanktionen,
- 51:09mehr Polizei, weniger Geflüchtete, die reinkommen, damit wir mehr Ressourcen haben etc. Das ist nicht
- 51:15das, wo du jetzt automatisch draufkommst, nachdem du das Lukas Evangelium gelesen hast.
- 51:21Ja. Ja. Also nochmal ist mir ganz wichtig, ich mach mich nicht lustig darüber. Sonst geht mir
- 51:27darum, dass ich sage, indem sie performativ voraussetzen, dass es keine andere Wahrheit gibt,
- 51:36als die Wahrheit der Bibel, die ihnen Gott mitteilt, sind sie allen anderen Geltungsansprüchen und
- 51:44Rechtfertigungszusammenhängen enthoben. Sie müssen nicht mehr erklären, warum sie es schlecht
- 51:50finden, dass homosexuelle Paare heiraten dürfen und Kinder haben können, weil empirisch wäre das
- 51:57mega schwierig, das zu begründen. Es wäre auch mega schwierig, das mit einem Bibelfers Quartett
- 52:04zu begründen, weil auf jede Stelle kommt eine andere, sondern die beiden kaufen sich maximale
- 52:12Freiheit und komplette Eigenständigkeit dadurch ein, dass sie sagen, nur dieses Ding enthält die
- 52:21Wahrheit und in meiner Beziehung mit Jesus weiß ich, was dieses Ding sagt. Und deshalb meinst du,
- 52:30passt das eher zu einem postmodernen Mindset, weil es sehr stark individualistisch eigentlich von
- 52:37einer eigenen selbsterfahrenden oder selbst bestätigten Wahrheit lebt und gar nicht so sehr von einer
- 52:45allgemein verbindlichen Vorgabe, auch wenn man die Bibel zitiert. Genau, also die Bibel kommt
- 52:52ja eigentlich im Podcast gar nicht vor. Nicht wirklich, nein. Also ich glaube kaum je. Der Punkt
- 52:58ist ja auch nicht, dass sie sagen würden, naja, aber der heilige Augustinus hat ja schon gesagt,
- 53:03das oder irgendwie sowas, oder Mutter Teresa, aber weißt du wie ich meine, das alles spielt überhaupt
- 53:08keine Rolle da drin. Es geht ja nur darum zu sagen, dass alle anderen, nämlich alle, die jetzt leben
- 53:16und alle, die jetzt nachdenken, haben keine Grundlage, um ihnen zu widersprechen, weil die
- 53:23einzige Grundlage ist die Bibel und das, was Jesus ihnen mitteilt. Und das bedeutet jetzt streng
- 53:31gesagt, ich treffe eine Vorentscheidung, die dann ganz viele weitere Entscheidungen mit sich ziehen
- 53:38wird, das können wir nachher gerne aufrollen, die aber das, was der Abgrund des postmodern
- 53:46pluralistischen Denken, so der dieser Mentalität mitsetzt, nämlich die Gefahr des Nihilismus,
- 53:52der Beliebigkeit etc., sofort performativ ausschaltet, mir das ganze Feld frei räumt und ich muss nur
- 54:00noch daran gemessen werden, ob das, was ich tue, wirksam ist. Also wenn ich dann fantastische
- 54:07Downloadzahlen habe im Podcast, dann ist das automatisch eine Bestätigung dafür,
- 54:13dass ich da richtig unterwegs bin, weil die anderen, die Liberalen, die haben das ja nicht,
- 54:20deswegen sind die auch nicht richtig unterwegs. Ja, mir kommt jetzt hier, das ist jetzt natürlich
- 54:27ein zugespitztes Beispiel, das ich jetzt nicht abwertend gegenüber, gegenüber diesem Podcast von
- 54:33Jan und Jasmin meine, aber im Zuge der Präsidentschaft Trumps hat man das ganz oft diskutiert. Diese
- 54:40Frage ist der eigentlich ein prä-moderner oder ist er der ultimative postmoderne, weil er
- 54:45aufgetreten ist mit einer starken, vor-eblichen Traditionsorientierung Make America Great Again,
- 54:52wie es früher mal war, oder ständig rekuriert auf quasi wie früher die Dinge besser waren,
- 54:58wie man wusste, wie man umging, wie Arbeit, Wirtschaften, so alles besser früher, wir
- 55:03müssen wieder quasi uns an diese Autor quasi die Vorgaben der Vergangenheit halten und auch immer
- 55:09in seinen Vorträgen und Reden gesagt hat, I tell you the truth, ich sage euch die Wahr,
- 55:14ich sage euch jetzt wie es wirklich ist, aber beim Reden ständig seine eigenen Fakten geschaffen
- 55:21hat und sogar von alternativen Fakten und so gesprochen hat, wo man, wo dann andere argumentiert
- 55:26haben, das ist nicht prä-modern, das ist nicht traditionellistisch, das ist der ultimative
- 55:31postmoderne, der hat seine eigene Wahrheit, was allerdings dann nicht sehr postmodern wäre,
- 55:38ist diese Wahrheit anderen verbindlich unterzujubeln, weil das wäre ein richtiger postmoderner,
- 55:45der würde sagen, ich habe meine Wahrheit und du hast, ich habe meine Fakten und du hast deine
- 55:50Fakten, wird aber nicht in, das Auftreten, das autoritative Auftreten war dann schon prä-modern,
- 55:56muss man sagen, weil das ein richtiger, ein sympathischer postmoderner, der würde sagen,
- 56:02ich lass dir deine Wahrheit und ich habe meine und damit kannst du natürlich keine Politik machen.
- 56:06Ja, aber ich glaube, das ist der große Unterschied zwischen dem Podcast, über den wir sprechen
- 56:11und der Politik Trumps. Trump kann sich nicht damit zufrieden geben, dass die Leute ihm glauben,
- 56:18dass er das für wahrhält. Bei dem Podcast reicht das und du kannst dann auch sagen,
- 56:23ich muss die Diskussion gar nicht mehr führen mit den anderen, oder? Die sagen so absurde Dinge,
- 56:28also jetzt habe ich da mal was gesagt zu Homosexualität, ich meine, ich habe einfach die Bibel zitiert,
- 56:34nicht wahr? Und dann legen die mir das als Queerfeindlichkeit aus, also bitte, ich habe nur die Bibel
- 56:40zitiert, was soll ich da noch sprechen, was soll ich da noch tun? Das reicht auf der Ebene,
- 56:47aber es reicht politisch nicht. Nur politisch, was in Gang bringen willst, dann reicht es nicht,
- 56:53die andere Position zu delegitimieren aus deiner Perspektive, um dir freieram zu verschaffen,
- 56:59sondern du musst deine Position auch plausibilisieren. Ja, aber da bin ich ja eben, um zu diesem Gespräch
- 57:07oder dieser Auseinandersetzung mit einem Freund aus früheren Zeiten zurückzukommen, da bin ich ja
- 57:12dann wirklich angestanden, dass ich gemerkt habe, weißt du, die Plausibilisierung einer persönlichen
- 57:18Überzeugung oder einer Meinung, da sind wir uns überhaupt nicht nähergekommen, weil er ganz
- 57:27andere Ansprüche an eine Plausibilisierung hatte als ich oder ich andere als er. Für mich war klar,
- 57:33ja, dann musst du aber Argumente bringen, dann musst du, du kannst, du kannst doch nicht einfach
- 57:38die Bibel zitieren. Habe ich doch gestern vorgestern, hat jemand auf Facebook, hat irgendwie zu unserer
- 57:44Satanisten Debatte, hat einen Bibelvers zitiert, in dem Satan vorkommt und dann habe ich doch im
- 57:50Kommentar geschrieben, ja, ist das jetzt, das ist jetzt eben ein Unterschied in unserem Glaubens- und
- 57:56Bibelverständnis, dass du offenbar denkst, du könntest einen Bibelvers zitieren und damit
- 58:01eine Debatte erledigen zu. Steht ja da, ohne Kommentar und ohne nichts und das, das geht für
- 58:07mich halt nicht, du kannst nicht einen 2.500 Jahre alten Text zitieren, aber Manu, das ist
- 58:12genau das Problem, das ist genau das Problem, dass du da eine Diskussion löst. Du sprichst jetzt
- 58:16als modern kritischer Manu diese Sätze. Dein Kontrahent ist aber nicht modern kritisch und
- 58:24er ist kein bisschen prémodern, traditionellistisch orientiert, sondern er ist ganz krass postmodern.
- 58:32Er muss gar nicht davon ausgehen, dass du einsehen wirst, dass das stimmt, was er da postet,
- 58:39sondern er kann aus seinem Bibelwörterbuch kurz was nachschlagen, copy-paste und dann sitzen drei
- 58:48gut bezahlte Theologen am Schreibtisch und müssen antworten. Das ist das Game, das ist das Game und
- 58:55das, was wir tun in diesem Spiel als modern kritische Denker, würde ich jetzt sagen, sind wir, ist,
- 59:05dass wir ständig differenzieren müssen. Zum modern kritischen Denken gehört eine krasse
- 59:11Voraussetzung, die jedes Mal viel Zeit kostet und wehtut und das ist das Wodev. Was, wenn ich
- 59:18falsch liege? Was, wenn ich etwas übersehen habe? Was könnte ich nicht bedacht haben? Wo liegt
- 59:24der Kern dieses Arguments? Was ist die Stärke dieses Arguments? Wie kann ich dem gerecht werden und
- 59:30begegnen? Weil wir suchen ja Wahrheit. Aber wenn die andere Seite quasi gar nicht das Spiel mitspielt,
- 59:37dass sie mit dir gemeinsam eine Wahrheit sucht, dann hast du da eigentlich nur ständig verpuffte
- 59:44Energie. Also es wird nichts passieren, es wird dich nicht ändern am Denken, es wird dich nicht
- 59:51ändern in der Welt. Und ich glaube, das, was wir oft unterschätzen, ist, dass wir das Gefühl haben,
- 59:59naja, aber wir müssten doch mindestens über diesen Erfahrungsbezug, wenn wir über Erfahrungen sprechen,
- 1:00:06über das, was wir teilen, an einen Punkt kommen, wo Verständigung wieder möglich ist. Das glaube
- 1:00:12ich halt nicht mehr. Also ich glaube, wenn ich, ich habe Jana damals ein bisschen mitgekriegt,
- 1:00:20dass sie noch für die EKD gearbeitet hat mit diesem YouTube Projekt. Ich habe ja ein Video mit
- 1:00:25ihr gedreht. Du hast ein Video gedreht mit ihr. Und der Punkt ist ja, dass es da eine ganz enge
- 1:00:30Verschränkung gibt zwischen ihrem, ich, ich denke das jetzt so und ich meine es nicht werdend,
- 1:00:35biblizistischen Glauben und dem, was sie sagt, das habe ich persönlich so erlebt. Ich wurde
- 1:00:43geheit. Das ist quasi so die, die Story im Hintergrund. Und das, was sie doch jetzt tut, ist, sie kann
- 1:00:50über alles in der Welt sprechen mit dem Rucksack, der ihr erstens den Fallschirm bietet. Ich hänge
- 1:00:57nicht von euren Bewertungen und Maßstäben ab, sondern nur von der Bibel, nur vom Wort Gottes.
- 1:01:03Und ich verkörper eine Selbstgewissheit in diesem Glauben, weil ich selbst erlebt habe. Das ist
- 1:01:11postmodern. Ja, ja, also so ganz hast du mich noch nicht gewonnen, aber es ist, weil ich denke,
- 1:01:16es sind doch auch ganz, ganz klar irgendwie prä- moderne Denkmuster mit verbaut, weil man sich
- 1:01:22doch auf eine Wahrheit bezieht, die einem vorgeblich ganz klar gegeben ist. Auch wenn natürlich am
- 1:01:32Schluss des Tages dann doch wieder deutlich wird, dass man, dass man, dass man eben, indem man selber
- 1:01:40beansprucht, diese Wahrheit ganz klar zu erkennen, dann doch wieder sich selbst eigentlich ein Stück
- 1:01:47weit absolut setzt, oder? Schaust du Reality TV? Nein, fast. Da gibt es immer wieder diese ganz,
- 1:01:54ganz schrägen Männer und Frauen, die sagen, only God can judge me. Die meinen aber nicht,
- 1:02:01dass Gott sie wirklich verurteilen wird, sondern sie wollen damit nur sagen, du nicht. Du bist
- 1:02:09nun nur mal zu klein. Und genau das kenne ich rhetorisch in diesem Podcast wieder, wenn es drum
- 1:02:16geht, nicht die Maßstäbe der Welt, nicht die Theologie, nicht die Kirchen, sondern nur das
- 1:02:23Wort Gottes ist eine Leitplanke. Sobald man jetzt nachfragen würde, und was sagt das Wort Gottes,
- 1:02:30zum Beispiel zur Aufnahme von geflüchteten Menschen über den Schöntgen, wäre es wahrscheinlich gar
- 1:02:37nicht mehr so eindeutig. Aber dieses Spiel macht natürlich niemand mit, weil das ist das modern
- 1:02:42kritische Game. Das ist nicht das postmodern pluralistische Spiel. Ja, aber es ist halt auch nicht
- 1:02:48das prämoderne Spiel. Das Problem, dass wir jetzt eigentlich schon gegen Ende dieser Folge haben,
- 1:02:56ist natürlich, auf welchem Level kann dann eine Verständigung noch erfolgen? Also für mich ist,
- 1:03:04für mich persönlich, ist diese Einsicht in die unterschiedlichen Arten, wie Menschen verkabelt
- 1:03:10sind. Wenn man sie so nennen will mit Peter Hempelmann, in diese Mentalitäten. Das war für
- 1:03:15mich enorm hilfreich. Das habe ich ein Stück mehr beim Herzigkeit und auch Bescheidenheit gegeben,
- 1:03:21zu merken, die Art, wie ich denke, argumentiere, Wahrheit, Vertreter oder finde, ist nicht einfach
- 1:03:29selbstverständlich und ich kann auch nicht alle unter meinen Diskursbedingungen zwingen. Ich
- 1:03:36bin da voll bei dir und ich finde das auch total hilfreich, die Unterscheidung zwischen prämodern
- 1:03:41modern und postmodern. Nur wenn Donald Trump, wenn der Podcast, wenn die biblizistischen
- 1:03:49fundamentalisten prämodern wären, dann könnte man sagen, okay, jetzt lassen wir mal einfach den
- 1:03:56Johannes Hartl in die Welt erklären. Und da ist es wieder gut. Vollgreicher Gemeindelleiter,
- 1:04:03Doktortitel, Smartbom, das muss doch funktionieren. Aber genau das passiert ja nicht. Und wenn man
- 1:04:12verstehen will, warum nicht, es gibt ja Menschen, dort würde das funktionieren. Also du hast solche
- 1:04:18Menschen auch in deiner Gemeinde kennengelernt, wo man sagt, naja, der Pastor hat aber gesagt das
- 1:04:23und dann ist es gut. Dann ist es ziemlich wurscht. Genau, es ist super gegessen. Aber wenn man verstehen
- 1:04:28will, warum es nicht funktioniert und warum es keine gemeinsame Basis gibt, also warum es keine
- 1:04:34Theologie geben kann, die einen dort verbindet, dann muss man glaube ich kapieren, dass für die einen
- 1:04:41der Bezug auf Wahrheit etwas ist, dass sie zusammensuchen wollen und für die anderen Wahrheit
- 1:04:48etwas ist, dass sie performativ nutzen, um sich von jedem Geldungsanspruch frei zu machen, inklusive
- 1:04:56Kohärent. Ja, klar. Und doch könnte man selbstkritisch sagen, natürlich finden sich auch
- 1:05:03genügend modern kritisch denkende Menschen und der begegnet mir manchmal auch im Spiegel,
- 1:05:10die dann unter modern kritischen Voraussetzungen eigentlich dann auch sich selbst in den Mittelpunkt
- 1:05:19stellen und sich selbst durchsetzen. Weißt du, das ist ja die Vorgabe des Verstandes ist ja leider
- 1:05:25kein Mittel, um auszuschließen, dass Menschen ihre eigene Wahrheit stricken und sie dann,
- 1:05:32es ist ja sogar neurobiologisch nachgewiesen oder neuro, wie sagt man, nachgewiesen, dass Menschen
- 1:05:39ihre Überzeugungen oft zuerst äußern und sie dann nachher rationale Argumente dafür finden. Also
- 1:05:46das gibt es natürlich überall. Ich habe vielleicht als kleine, zum Schluss als kleine auch, wie soll
- 1:05:54ich sagen, vielleicht hoffnungsvolle Aussicht. Was ich erlebt habe, ist, dass man sich dann mit Menschen,
- 1:06:01die völlig anders verdreht sind, dass man sich auf einer theologischen Ebene vielleicht nie wirklich
- 1:06:08findet. Vielleicht schafft man es, sich genügend Wert zu schätzen, um irgendwie Raum zu lassen für
- 1:06:16die Art des anderen so. Aber dass man sich dann vielleicht in ganz anderen praktischen Anliegen
- 1:06:25wiederfinden kann. Also ich habe jetzt vor Augen Anfang des Ukrainekrieges, wo dann Vertreter von
- 1:06:34Gemeinden oder ganze Gemeinden, die ganz unverblümt evangelikal, biblizistisch, fundamentalistisch
- 1:06:42unterwegs sind, sich in einer Art und Weise um Flüchtlinge, um geflüchtete Ukraineinnen und
- 1:06:49Familien und so gekümmert haben und auch zusammengearbeitet haben mit anderen Initiativen und
- 1:06:55anderen Gemeinden und Landeskirchen, die ganz anders gestrickt sind. Aber wo man merkt, wenn es dann
- 1:07:01um, ich will das jetzt nicht romantisch alles übertünken, weißt du, aber an manchen Stellen
- 1:07:09kann man schon sagen, wenn es dann um eine konkrete Not gibt und wenn dann irgendwo das Leben und die
- 1:07:16Würde des anderen einen genug anfasst, dann spielen solche Mentalitätsunterschiede dann manchmal
- 1:07:23keine so trennende Rolle mehr. Ja, ich glaube, dass das stimmt, wenn es um die Basisüberzeugungen geht,
- 1:07:30die quasi genannt werden, die dahinter stehen. Also ob man jetzt biblizistisch oder nicht,
- 1:07:35ich glaube, das spielt nicht so eine große Rolle. Wenn aber jemand gefragt wird, was wird das tun
- 1:07:39als Bundeskanzlerin und dann eigentlich das AfD-Programm vorlieft, dann bin ich da eher skeptisch,
- 1:07:45wenn man sich da findet. Was uns bleibt und es bleibt uns immer, ist die Möglichkeit,
- 1:07:50dass man zusammen Sport machen kann. Das ist immerhin etwas, wodurch ja vielleicht auch was
- 1:07:59in Bewegung kommt. Bald geht es wieder los mit dem großen Fußball. Darauf freue ich mich,
- 1:08:05möge wenigstens das irgendwie über unterschiedliche Mentalitäten hinweg verbinden,
- 1:08:11egal ob man sich bekreuzigt, wenn man im Platz betritt oder nicht. Ja, sag nochmal,
- 1:08:16in welchem Fußballverein oder Verband du noch spießt. Das ist ja weit über nicht nur Mentalität,
- 1:08:23sondern auch Religionsgrenzen. Ja, das ist der FC Religion. Und da spielt ganz viel Religion Fußball,
- 1:08:32aber Religion spielt dabei, mindestens während wir Fußball spielen, nicht so eine große Rolle.
- 1:08:39Hey, ich wünsche euch eine gute Zeit. Wahrscheinlich machen wir noch so eine oder zwei Folgen,
- 1:08:49um euch alle in den Urlaub zu begleiten. Wozu und worüber wissen wir noch nicht genau.
- 1:08:56Vielleicht gibt es ja Reaktionen, die wir aufnehmen können. Wir warten mal ab und melden uns wieder
- 1:09:02nächsten Mittwoch. Bis dann. Tschüss.
- 1:09:06Reflepp.
- 1:09:08[Musik]