Latest / ntv Wirtschaft / Beiträge sollen vorerst nicht steigen: Wo wir nach der Krankenkassen-Reform stattdessen draufzahlen
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- Die Regierung einigt sich auf eine Reform der Krankenkassen. Und für Versicherte bringt die mehr Zuzahlungen und einige Einschnitte. Außerdem schauen wir auf die Inflation, die der Iran-Krieg weiter antreibt. Und wir gucken, wo sie die Menschen heute schon zum Sparen zwingt. Ach ja, und dann gibt's noch frische Zahlen von Mercedes und von der Deutschen Bank. Hallo. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Die Regierung hat ihre umstrittenen Sparpläne für die Krankenkassen auf den Weg gebracht. Aber das eine oder andere noch kurz vor dem Kabinettsbeschluss heute geändert. Die Kassen sollen kommendes Jahr um gut 16 Milliarden Euro entlastet werden. Weniger ist zunächst geplant. Aber die Beiträge sollen trotzdem nicht steigen. Für Versicherte heißt das, sie müssen woanders mehr beisteuern. Zum Beispiel, die Zuzahlungen, die seit 22 Jahren stabil bei 5 bis 10 Euro liegen, sollen auf 7,50 bis 15 Euro steigen und danach jährlich angepasst werden. Homöopathische Leistungen sollen gar nicht mehr von den Kassen bezahlt werden. Festzuschüsse für Zahnersatz sollen sinken. Und die bisher alle zwei Jahre mögliche Hautkrebsvorsorge soll überprüft werden. Außerdem sollen Gutverdiener stärker herangezogen werden. Die Beitragsbemessungsgrenze soll 2027 zusätzlich um 300 Euro steigen. Der mit Abstand größte Teil der Entlastungen soll aber am Ende nicht von den Patienten, sondern durch Vergütungsbegrenzungen und Einsparungen bei Praxen, Kliniken und Pharmaherstellern kommen. Von Entlastung kann derweil bei den Preisen hier bei uns so gar keine Rede sein. Der Iran-Krieg treibt die Inflation in Deutschland weiter nach oben. Im April steigen die Preise im Jahresvergleich um 2,9 Prozent. Das teilt das Statistische Bundesamt nach erster Schätzung mit. Vor allem die Energiepreise ziehen kräftig an. Sie liegen 10% über dem Vorjahresmonat. Raimund Brichter hat über die Preissprünge an der Börse mit dem Chefvolkswirt der Dekabank gesprochen, Ulrich Kater. Herr Kater, 2,9% klingt erst mal nach viel, nach 2,7%, aber immerhin unter 3%. Ist das nicht sogar eine gute Nachricht? Naja, die schlechte Nachricht ist, dass es nach oben geht, auch aus dem letzten Monat, aber eben nicht mehr so stark. Im April ist ja der Benzinpreis auch nicht mehr so stark gestiegen, weil er ja eben so hoch gewesen ist. Und deswegen ist eben die Veränderung eben nicht mehr so stark. Wir sind jetzt in der Phase erhöhter Benzinpreise und bleiben es. Und das hängt eben davon ab, wie die Versorgungslage ist. Das Einzige, was wir nun tun können, ist diesen Inflationsprozess zu beobachten. Und da müssen wir sagen, dass wir im Vergleich zur letzten großen Inflationswelle vor vier Jahren, Ukraine-Krieg. Etwa um 4 Prozentpunkte, das heißt 4 Prozentpunkte unterhalb dessen liegen, was zum gleichen Zeitpunkt nach dem Ukraine-Krieg eben der Fall gewesen ist. Da ging es also noch viel, viel stärker nach oben. Waren aber die Voraussetzungen auch nicht ganz anders. Damals gab ja vorher ein Aufblähen der Geldmengen wegen der Corona-Krise, der Corona-Hilfen überall. Da war viel Geld im Umlauf und das hat zur Inflation auch geführt. Das ist der eine Grund. Das Ausgangsniveau der Inflation war eben damals schon sehr viel höher. Wir kamen aus Corona und wie Sie sagen, es gab große Nachfragewelle und das kann man kaum vergleichen mit heute. Aber auch die Geschwindigkeit ist ein bisschen langsamer. Und nochmal, es hängt eben, wir wissen das alle jetzt zur Genüge, es hängt davon ab, wann das Öl wieder fließt. Ja genau, Sie haben vorhin gesagt, der Ölpreis ist ja nicht weiter gestiegen jetzt im letzten Monat. Er ist hoch geblieben. Heißt das jetzt auf die nächsten Monate gerechnet, wenn er da bleibt, bleiben die Inflationsraten auch ungefähr um die drei Prozent? Genau, dann bleiben die Inflationsraten bei 3. Es geht also nicht mehr noch schneller. Das hängt aber wie gesagt davon ab. Selbst wenn aber jetzt die Straße von Hormuz wieder freigegeben würde, dann, und das haben wir auch schon zu Genüge von den Lieferanten gehört, dann dauert es noch, bis die Läger wieder aufgefüllt werden, bis das Rohöl ankommt in den Verbraucherhäfen. Und das bedeutet, dass der Ölpreis dann nicht sofort wieder auf 70 runtergeht. Aber eine Entlastung ist es natürlich schon. Und auch an den Kapitalmärkten schaut alles gebannt auf eine diplomatische Lösung dieses Themas, die aber ja zurzeit eben anscheinend stockt. Zumindest hört man hier nichts. Wie es da weitergeht, das wissen wir nicht. Ganz herzlichen Dank, Herr Kater. Und wo Preise steigen, da wird eben gespart. Das zeigt jetzt auch eine neue Forsa-Umfrage im Auftrag von NTV und RTL. 58 Prozent der Befragten sagen, dass sie sich wegen der gestiegenen Preise zuletzt im Alltag eingeschränkt haben. Und das am häufigsten beim Essen gehen. Viele Befragte geben außerdem weniger Geld für Neuanschaffungen und auch für Lebensmittel aus. Und, nicht zuletzt, fürs Autofahren. Knapp jeder dritte Nutzer eines Benzin- oder Dieselautos fährt aktuell seltener als noch vor einigen Wochen. Besonders stark ist dieser Effekt in Haushalten mit weniger als 2500 Euro Nettoeinkommen. Da lassen sogar 44 Prozent das Auto häufiger stehen. Apropos Auto. Da ist die Stimmung ja nicht nur bei den Fahrern in Deutschland schlecht, sondern insgesamt auch bei den Herstellern. Und das schon eine ganze Weile. Einer hat jetzt Zahlen vorgelegt und die sind, naja, zumindest nicht so schlimm wie erwartet. Mercedes-Benz meldet für das erste Quartal den nächsten Gewinnrückgang. Aber das Minus fällt mit 17 Prozent etwas kleiner aus als zuletzt befürchtet. Unterm Strich bleibt damit noch ein Konzernergebnis von 1,4 Milliarden Euro. Auch der Umsatz, der sinkt leicht. In China schwächelt der Absatz weiter. Trotzdem sehen sich die Stuttgarter bei ihren Jahreszielen noch auf Kurs. Auch wenn die Geschäfte mittlerweile auf einem Niveau angekommen sind, das den Autobossen früher noch Albträume beschert hätte. Frank Mayer hat darüber gesprochen mit dem Analysten Jürgen Pieper. Herr Pieper, viel erwartet wurde nicht. Glänzt der Stern wieder? Nein, ich würde sagen, mattglänzend. Also glänzend tut er, wie man das gewohnt war, sicherlich nicht. Ganz schlecht ist es auch nicht, wie Sie sagen. Also die Erwartung ist wahrscheinlich noch ein Tick schlechter gewesen, wenn ich das richtig sehe. Aber toll ist es bei weitem nicht. Absatz geht zurück, Umsatz geht zurück, Gewinne gehen etwas deutlicher zurück. Also man kann wirklich nicht sagen, das ist eine tolle Mercedes-Benz, so wie man sie gewohnt war. Binnen drei Jahren wollen die 40 neue Modelle auf die Straße bringen. Könnte man auch sagen, bevor die alle da sind, hält man sich mit der Käufer-Schicht zurück? Ja gut, das wäre ein Argument eigentlich zu jeder Zeit. Weil es kommen immer jedes Jahr relativ viele neue Modelle bei einem Hersteller wie Mercedes. Ich denke, die 40 sind ein bisschen sehr auf die Pauke gehauen. Wenn man das genau analysiert, dann würde ich sagen, sind da vielleicht ein Viertel davon wirklich neu. Der Rest sind überarbeitete Modelle oder Erweiterungen einer bestehenden Produktpalette. Das ist also richtig neu, ist im Moment der CLA und die elektrische C-Klasse kommt irgendwann im Laufe des Jahres. Das sind echte Neuheiten, aber viel von dem anderen Rest ist eine Baby-G-Klasse kommt irgendwann, worauf die Automobilpresse schon, glaube ich, ziemlich sehnsüchtig wartet. Aber so richtig, richtig neu sind dann eben doch nicht so viele davon. Wenn man aber nach China schaut, dann denkt man, oh je, das ist der große Hoffnungsschimmer oder die große Hoffnung, die ist irgendwie ganz klein geworden. Ja, absolut. Der Gesamtmarkt in China geht auch ziemlich in die Knie im Moment. Das kam jetzt auch noch obendrauf sozusagen zu der Schwäche, die die Deutschen zurzeit in China haben. Der chinesische Markt ist, glaube ich, um 15 Prozent oder so zurückgegangen. Und Mercedes liegt aber in diesem Markt noch mal ein Tick schwächer als die meisten anderen Deutschen. sodass man wirklich sagen kann, China ist zurzeit ein sehr großes Problem für Mercedes. Wie viel Trump steckt in den Zahlen drin? Ja, die Zölle machen aus. Ich habe es jetzt so schnell nicht, die genaue Zahl nicht gesehen. Ich denke, das sind immer noch ein paar hundert Millionen in dem Quartal, die die Zölle in den USA gekostet haben. Also das ist natürlich nach wie vor eine Belastung. Man gewöhnt sich ja blöderweise an solche Dinge wie die Trumpschen Zölle. Aber im Grunde genommen ist das weiterhin eine ziemliche Bürde, gerade für die deutschen Exporteure. Welche Möglichkeiten hat Mercedes? Man könnte auf der einen Seite immer auf die Modelle setzen, auf der anderen Seite noch restriktiver sparen. Oder vielleicht beides? Ja, beides. Also in der Situation, wenn man jetzt eine Rendite hat von 4 Prozent, was ungefähr ein Drittel von dem ist, was man anstrebt, dann muss man beides machen. Ja, die Produkte sind auch, der CLA wird ja sehr, sehr stark gelobt, das ist sicherlich ein sehr gutes Produkt, aber es fehlt eben dieser besondere Appeal, den eher BMW zurzeit hat. Die beiden neuen BMW-Modelle der neuen Klasse, die erregen, wirklich aufsehen, die werden auch sehr, sehr stark nachgefragt und dieses Aha-Erlebnis, das fehlt bei Mercedes zurzeit. Und generell bei den Autoaktien gibt es auch nicht sehr viel Appeal zu sehen? Nein, absolut nicht. Also man hofft immer darauf. Jetzt ist zum Beispiel in Europa ist der März ein richtig guter Monat gewesen, überraschend guter Monat gewesen. China war auf der anderen Seite eben sehr schwach und in den USA gibt es diese bekannten Probleme. Das ist alles noch nicht geeignet, um aus dieser Misere rauszukommen. Aber es ist mal so ein Hoffnungszeichen, dass die Mercedes-Zahlen sind jetzt eben auch nicht wirklich grottenschlecht und vielleicht sogar ein Tick besser als erwartet. Also das sind so ein paar kleine Hoffnungszeichen. Aber richtig gehen darauf setzen, auf die Autoindustrie würde ich zurzeit als Investor auch nicht. Am Ende steht immer die Hoffnung, auch in unserem Interview. Dankeschön, Jürgen Pieper. Absolut. Und weil es heute gleich so einige Zahlen gab, schauen wir zum Schluss noch ganz kurz auf die Deutsche Bank. Da läuft das Geschäft nämlich gut. Überraschend gut. Deutschlands größtes Geldhaus startet das Jahr mit einem Gewinnsprung. Auf die Aktionäre entfallen im ersten Quartal unterm Strich 1,9 Milliarden Euro. Damit ist es das beste Auftaktquartal seit fast 20 Jahren, zumindest was das Ergebnis angeht. Trotz des instabilen geopolitischen Umfelds tragen alle Geschäftsbereiche zum guten Ergebnis bei, freut sich Konzernchef Seewing. Und erwartet trotz der wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs dieses Jahr weniger Kreditausfälle. Hoffen wir, dass auch die Wirtschaft im Gesamten bald wieder ein bisschen was von diesem Optimismus der Frankfurter zeigt. Und beenden damit unseren Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.