Latest / Beyond expectations - the art of mastering life and business / #91 Was Persönlichkeitsentwicklung wirklich bedeutet und was nicht
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- BiancaMaria Klein: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge meines Podcasts Beyond Expectations und heute wieder mit einer Solo Folge Das Thema, ein nicht geringeres Thema als Persönlichkeitsentwicklung. Gott, und jetzt schalten die ersten schon wieder ab, weil sie sagen, Gott, nee, das will ich jetzt nicht hören, obwohl wahrscheinlich hast du es schon im Titel gelesen. Und deswegen bist du trotzdem drin geblieben. Warum möchte ich über dieses Thema noch heute mal bisschen ausführlicher sprechen? Es begegnet mir wirklich ja so oft. Und gestern hatte ich ein Vorgespräch oder ein Kennenlerngespräch mit einer zukünftigen Kundin. Und wir haben uns wirklich supernett unterhalten und auch natürlich hinterfragt, warum sie gerne ein Coaching machen möchte. Und da haben wir über das Thema Persönlichkeitsentwicklung gesprochen. Warum das einfach so wahnsinnig aufregend sein kann und richtig schön sein kann und wirklich. Ich habe mich selber reden hören und gesagt, es ist eine Reise, die sich wirklich lohnt und eine Reise, für die man ewig dankbar sein wird. Und deswegen habe ich das heute gerne nochmal aufgegriffen. Und tatsächlich. Als Folge möchte ich die aufnehmen. Vielleicht auch für die, die das Thema schon längst kennen. Vielleicht gibt es da neue Aspekte. Vielleicht für Menschen, noch irgendwie gar nichts mit dem Begriff anfangen können und mir nur zuhören, weil sie mich kennen. Wer weiß? Lasst euch einfach mal drauf ein, aus meiner Perspektive ein bisschen über dieses Thema zu erfahren. Warum habe ich gerade so gesagt, vielleicht schalten einige ab? Weil wir viele Dinge mit Persönlichkeitsentwicklung verbinden. habe das Gefühl, uns oder nicht das Gefühl, ich weiß einfach, dass dieser Begriff uns wirklich ganz, ganz oft begegnet. In Büchern, in Podcasts, Social Media, überhaupt in dieser ganzen Coachingbranche, in Unternehmen, dann sogar auch in der ganzen Speakerbranche wird viel über Persönlichkeitsentwicklung gesprochen. Es wird ganz viel, ähnlich wie meine eigene Geschichte erzählt, dass man durch Krisen geht und durch die Krise dann zu neuen Themen gekommen ist. wie es bei mir auch war, meine Krise hat dazu geführt, dass ich mich mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt habe, weil ich halt aus dieser Krise raus wollte. Also wir hören diesen Begriff sehr oft und dann wird dann so oft so, ja, wie so deklariert, man soll sich weiterentwickeln, an sich arbeiten, das eigene Potenzial entfalten, die beste Version seiner selbst werden. Ich würde dem Ganzen überhaupt nicht widersprechen, aber Manche dieser Formulierungen sind halt einfach zu banal und ich reagiere ein bisschen skeptisch drauf. Denn da kann ja schnell der Eindruck vermittelt werden, dass wir so wie wir heute sind, nicht gut genug sind. Ich glaube, darum geht es ja gar nicht. Es geht nicht ein ständiges Optimieren, noch erfolgreicher, gelassener, noch produktiver, noch selbstbewusster, noch disziplinierter zu werden, sondern für mich persönlich mittlerweile. steht der Fokus auf dem Wort Entwicklung und nicht Optimierung. Sonst würde es ja Selbstoptimierung oder Persönlichkeitsoptimierung heißen. Persönlichkeitsentwicklung bedeutet halt nicht, dass du irgendwie dich verändern musst, ein anderer Mensch werden musst. Das bedeutet auch nicht nochmal, dass du dich ständig verbessern musst oder irgendwelche Schwächen ausmerzen musst oder beseitigen musst, sondern für mich Wenn ich das als Bild nehme, so eine Entwicklung und mir kommt dann immer so dieses Bild ganz klassisch von der Raupe in einem Konkon, die sich so rauswickeln muss, zum Schmetterling zu werden, bedeutet eigentlich für mich, sich selbst besser kennenzulernen und zu verstehen, warum denke ich so, wie ich denke, warum fühle ich und handle ich so, wie ich es tue. Zu erkennen, welche Muster habe ich denn, welche Erfahrungen aus der Kindheit, aus meiner Karriere haben mich geprägt. Und natürlich und deswegen ist ja auch mein Lieblingsthema Erwartungen entstanden. Welche Erwartungen habe ich an mich selbst, an andere und überhaupt an das Leben, was mir geschenkt wurde? Und dann ganz bewusst entscheiden zu können, möchte ich weiterhin, jetzt wo ich mich besser kennenlerne, weiterhin so reagieren, so leben und gleich eine Entscheidung treffen. Oder aber gibt es vielleicht eine andere Möglichkeit? Und genau darum soll es in dieser Folge gehen und warum mir das so wichtig ist, das nochmal zu besprechen. Zu gucken, was ist eigentlich Persönlichkeitsentwicklung wirklich für mich aus meiner Perspektive? Ich kann ja nur von mir sprechen und warum ich persönlich das auch so als so wertvoll finde und all meinen Kunden natürlich auch mit meiner Arbeit das nahelege. Und ich möchte vor allem auch vermitteln, dass das gar nichts Schwieriges ist. und ein bisschen auch sagen, wie das eigentlich funktioniert. Und vor allem finde ich auch immer zu gucken, was sie eigentlich nicht bedeutet. Und ich werde ein bisschen anteasern, warum auch diese Reise für mich persönlich einen ganz besonders schönen Effekt hat. Vielleicht beginne ich damit mal. Ich glaube, ganz sicher, also ich bin mir sicher, je besser ich mich selbst verstehe, desto gnädiger Und liebenswerter kann ich mit mir sein? Und je mehr ich mich selbst verstehe und liebenswerter zu mir bin und mich selber mag, desto leichter fällt es mir auch, andere Menschen zu verstehen und zu mögen und auch manche Menschen in diesem ganzen Konstrukt der Gesellschaft auch zu ignorieren, auf die nicht zu reagieren und, auch wenn ich sie nicht unbedingt mag, einfach sein zu lassen. Vielleicht kennst du Situationen, denen du dich über dich selber erst mal ärgerst. Du reagierst viel zu emotional oder emotional leer, als du eigentlich hinterher gedacht hast oder als du wolltest. Dann ein klassisches Beispiel. Man sagt ja, obwohl man nein meint. Oder du nimmst Kritik viel zu persönlich und ärgerst dich hinterher. Oder du bist jemand, die es allen recht machen möchte. die auch sagt oder der sagt, ich mach das lieber selber, weil du sehr kontrollierend unterwegs bist. Oder du bist jemand, der sich zurückzieht und nichts sagt, obwohl man eigentlich was zu sagen hätte, gerade so in Team Meetings oder so. Vielleicht auch umgekehrt, du sagst etwas und hinterher sagst, Gott, das hätte ich mal sein lassen können, das hätte ich mal anders formulieren können, vielleicht hätte ich einfach mal die Klappe halten sollen. Vielleicht sagst du dann so zu dir, warum bin ich eigentlich so, wieso bekomme ich das nicht besser hin, warum passiert mir das immer wieder und Hör auch mal in dich hinein, wie oft ergänzt du auch irgendwelche fiesen Wörter, die du zu anderen Menschen sowieso nie sagen würdest. ich Idiot, ich bin so doof und Gott, wie kann man nur so dämlich sein. Ja und diese Sätze sind ja nicht freundlich und die helfen dir überhaupt nicht weiter. Denn das ist ja eine ganz, starke Wertung. Ich Idiot, wie konnte man nur und wie dämlich und so. Die bewerten dich, aber sie versuchen ja in dem Moment gar nicht, dich wirklich näher zu verstehen. Und genau das bedeutet für mich Persönlichkeitsentwicklung. Nicht mit der Frage, ey, was stimmt denn mit mir? Sondern zu fragen, warum ergibt mein Verhalten aus meiner Geschichte eigentlich Sinn? Also das heißt nicht, dass jedes Verhalten gut oder hilfreich ist. Das heißt aber nicht, dass wir irgendwie überhaupt nicht Verantwortung übernehmen müssen für das, was wir tun. Aber fast jedes Verhalten hat irgendwo eine Funktion und eine Funktion, die wir irgendwo von früher gelernt haben. Ja, vielleicht hast du früher gelernt als Kind auch, dass wenn du Anerkennung bekommst oder also wenn du Anerkennung brauchst, dafür musst du viel leisten. Dann ist ja klar, dass du heute Schwierigkeiten damit hast, mal nichts zu tun oder einfach zu sagen, ich mache heute mal nur halbe Kraft. Vielleicht hast du aus der Kindheit oder von früheren Jobs oder so gelernt, dass Konflikte gefährlich sind. Hatte ich gerade neulich wieder einen Kunden, ganz, ganz klar formuliert hat, dass er hier nichts sagt, weil er nicht anecken will. Und dann habe ich gefragt, warum? er hat gesagt, ja, das ist beim letzten Mal im letzten Unternehmen schiefgegangen. Ja, dann ist ja klar, dass du in Meetings oder in Teams Harmonie suchst und Auseinandersetzungen lieber vermeidest, wenn du dich ganz böse verbrannt hast an einem alten Chef. Vielleicht hast du erlebt, dass du dich nur so auf dich selber verlassen kannst. Anderen kann man nicht vertrauen, andere machen es nicht so gut wie ich. Ja, dann ist es ja logisch, dass Delegieren für dich schwierig ist. Dann einen Satz, ich selber sehr gut kenne und den du vielleicht schon gehört hast, sei nicht so empfindlich, was bist du denn so sensibel? Dann hast du wahrscheinlich gelernt, deine Gefühle lieber nicht zu zeigen. Tränen zu unterdrücken, eigene Emotionen gar nicht erst aufkommen zu lassen. Vielleicht hast du aber auch gelernt, dass du besonders stark, laut oder überzeugend sein musst, damit du überhaupt gehört wirst. Aufbrausend zu sein, damit irgendjemand dich wahrnimmt. Das sind ja Muster. Viele dieser heutigen Muster sind also nicht einfach nur irgendwelche Angewohnheiten oder Charakterschwächen, sondern die waren mal eine Lösung für uns. Das finde ich halt psychologisch so wahnsinnig wertvoll und spannend, dass das früher mal eine Lösung war. Nur passt halt diese Lösung von früher nicht mehr in unser heutiges Alter und in unsere heutige Situation. Und genau da beginnt Entwicklung, das zu verstehen. Denn wenn wir unsere Muster erkennen, dann können wir die auch unterbrechen. Oder umgekehrt, solange wir die Muster nicht erkennen, laufen die automatisch im Hintergrund ab in unserem System. Die fühlen sich manchmal noch gar nicht so schlimm an, weil wir sie ja gewohnt sind. Und ich habe ja schon über Reiz in Reaktion gesprochen. Also das ist genau hier ein Reiz kommt, wir reagieren. Jemand kritisiert uns, wir verteidigen uns. Jemand meldet sich nicht mehr bei uns. und wir merken, Gott, oder wir denken, wir sind nicht wichtig, die mögen uns nicht. Jemand trifft eine Entscheidung ohne uns, wir fühlen uns direkt übergangen. Jemand ist schlecht gelaunt und aggressiv, wir fragen uns sofort, was haben wir denn überhaupt falsch gemacht. Wir denken dann oft gar nicht, wir würden, also wir denken dann oft, nee umgekehrt, das habe mich verfallen, also wir denken dann oft, wir würden auf diese Situation reagieren. Aber wir reagieren eigentlich auf alte Erfahrung und mit dem, was wir erwarten, was passiert. Sozusagen auf eine alte Angst, eine frühere Verletzung, auf eine Prägung. Also auf eine Erwartung, die wir schon ganz lange mit uns herumgetragen haben, weil wir sie erlebt haben. Und Persönlichkeitsentwicklung schafft genau zwischen diesem Reiz und dieser Reaktion diesen Raum. Natürlich nicht immer und auch nicht sofort. Aber wenn man das trainiert und sich damit beschäftigt und ich kann das wirklich, weil ich das seit Jahren ja mache und ich bin ja immer noch dabei, ich bin ja selber noch im Entwicklungsprozess, wirst du merken, das passiert immer häufiger und das ist so ein schönes Gefühl. Du merkst dann genau dann, wow, interessant, da ist es ja wieder. Ich möchte gerade sofort erklären, Also mir selber erkläre einfach, warum ich da gerade so reagiert habe. Wenn du zum Beispiel eine Situation hast, ja, klasse, da möchte ich gerade mal wieder Recht haben. Da möchte ich mich am liebsten wieder zurückziehen. Da bin ich gerade total unklar und stottere, weil ich eigentlich Angst habe, zu sagen, was ich sagen möchte. Oder ja, wieder klasse, hier merke ich gerade, bin ich voll der Perfektionist und mache hier gerade Controlletti. Wie spannend das ist. in dem Moment solche Sachen wiederzuerkennen. Und dieses Erkennen verändert schon ganz viel. Vielleicht ist es halt im Nachhinein, ja, also am Anfang, wenn man anfängt zu trainieren, passiert es natürlich erst, wenn man gerade mal wieder in so ein Muster reingetappt ist. Aber du bist da nicht in diese Muster gefangen und machst einfach weiter, sondern du erkennst es schon mal. Du kannst es beobachten. Es wie wenn jemand jemand spricht eine neue Sprache und am Anfang macht man ganz viele Fehler und redet einfach weiter und stottert rum. Und wenn man langsam die Vokabeln besser lernt, dann redet man und dann versucht man sich gleich wieder zu korrigieren. Das heißt, man hat ja trotzdem den Fehler gemacht, aber man wird sich dessen bewusst und kann ihn dann korrigieren. Das heißt, du bist nicht mehr gefangen in der Fehlerhaftigkeit, auch wenn das jetzt doof klingt, wenn es Persönlichkeit geht. Aber nehmen wir mal an, es ist ein Fehler in der Sprache und dann, zack, siehst du es und kannst es korrigieren. Sodass jemand, der mit dir spricht, sieht, wow, die hat es ja viel besser gelernt. Also das heißt, Der erste Schritt ist in diese Beobachtung zu gehen. Da komme ich aber gleich noch bisschen hin. Das heißt also, wenn du es schaffst, dich selbst zu beobachten, hast du die Chance, anders damit umzugehen. Wie gesagt, nicht unbedingt sofort perfekt. Bei mir ist es auch, obwohl ich mich da seit Jahren mit beschäftige, auch nicht perfekt, aber viel bewusster. Und jetzt könnte man jemand fragen, naja, warum ist es denn wichtig, sich selbst besser kennenzulernen? Naja, weil du dich selbst Doch in jede Situation mitnimmst. Du bist doch den ganzen Tag mit dir zusammen. In jeder Beziehung, in jeder Situation, in jedem Team, in deinen eigenen Rollen, in jedem Konflikt, du hast, in jeder Entscheidung, die du triffst. Ja, da bist du doch immer mit dir selber. Du kannst zwar den Arbeitsplatz wechseln, Beziehungen wechseln, eine neue Stadt ziehen, du kannst dir neue Aufgaben suchen, aber deine inneren Muster, solange die du nicht anguckst, reisen immer mit dir mit. Und ich glaube, manche schreckt genau das ab, diese unangenehme Erkenntnis. Verdammt, ich bin eigentlich immer mir am nächsten. Und genau deswegen, das ist jetzt ein interessanter Gedankengang, genau deswegen glauben mir auch dann viele, hey, die anderen sind doch schuld. Weil das ja viel leichter ist. Die anderen sind das Problem, meine Führungskraft ist, also meine Chefin ist total schwierig, mein Team ist total unmotiviert. Die Kunden sind anstrengend. Mein eigener Partner, der ist so auf sich bezogen, versteht mich überhaupt nicht. Meine Kollegin, die ist total sensibel. Na ja klar, es gibt immer Schwierigkeiten, immer schwierige Menschen mich herum. dazu erkennen, es liegt auf der einen Seite nicht immer an uns, aber es liegt auch nicht auf der anderen Seite immer an den anderen. Ja, weil es liegt etwas dazwischen. Ja, ich möchte ausdrücklich hier sagen, Persönlichkeitsentwicklung bedeutet nicht vor alles die Verantwortung bei sich selbst zu suchen. Aber genauso wenig bedeutet es auch, die anderen für alles schuldig zu befinden. Deswegen Entwicklung bedeutet, eigenen Anteil ehrlich anzuschauen. weil dann wird es dir auch viel, weniger passieren, dass du den anderen ständig die Schuld aufdrückst. Also sich zu fragen, was löst diese Situation bei mir aus? Was erwarte ich? Was befürchte ich? Das ist ja auch der Ursprung von meiner Blackbox Methode mit den drei Fragen. Was ist wirklich die Situation? Was löst das gerade in mir aus? Was erwarte ich? Was befürchte ich? Wovor mache ich mir? Was macht mir gerade Sorgen? Und dann dich zu fragen, was ist denn eigentlich mein Anteil? Was trage ich denn dazu bei? Was tue ich immer wieder, obwohl ich weiß, dass es nicht funktioniert? Was könnte ich denn verändern, auch wenn ich die andere Person nicht verändern kann? Na klar ist das nicht immer angenehm, aber ich sage dir, wer du das gerade zuhörst und es selber noch nicht machst, es ist so eine tolle Kraft, die da ausgelöst wurde. Weil denn in dem Moment, wo du deinen eigenen Anteil erkennst, gewinnst du Handlungsmöglichkeit zurück. Wenn wir immer den anderen die Schuld geben, dann sind wir ja total handlungsunfähig. Dann müssten wir ja abwarten, dass der andere sich irgendwie ändert. Wie ätzend ist das denn, immer in so einer Wartehaltung zu sein? Ja, also... Jetzt noch mal, mir kommt gerade so ein Impuls, ich nicht möchte, dass das falsch verstanden wird. Also Persönlichkeitsentwicklung bedeutet nicht, ganzen Tag an dir herumzudoktern. Bedeutet auch nicht, dass du dich da die ganze Zeit analysierst, Gott, was ist mit mir los? Auch nicht, dass du irgendwie denkst, hinter jeder Emotion steckt irgendwie ein Riesenmuster oder ein riesiges Thema. Aber bedeutet auch nicht, dass du irgendwie falsch bist. Und ich glaube auch, es gibt gar keinen Zustand, wo du komplett entwickelt bist und nie wieder unsicher, wütend, traurig oder unvernünftig reagierst. Dann wärst du, glaube ich, entweder tot oder irgendwie ein Roboter. Und ich glaube, das macht dich genau dann zum Menschen und authentisch, wenn du das weiterhin tust. Du kannst auch weiterhin schlechte Tage haben. Du darfst empfindlich sein, du darfst Fehler machen, darfst was falsch machen, ungerecht sein. Du darfst auch wiederholen von Mustern. Vielleicht auch, du irgendwie wieder reingerutscht ist, obwohl du dachtest, das ist längst Überwindung. Aber ich stelle mir immer wie so eine Art Wollkneu vor. Das ist ja nicht ganz, ganz stringent aufgerollt, diese klassischen Wollknäule, die man so malen würde, sondern das sieht ja immer so aus, als wüsste man eigentlich gar nicht so genau, wo der Faden langgeht. Und das ist für mich Entwicklung. Das läuft nicht gerade. Ja, manchmal ist da auch ein kleiner Knoten drin, den ich erst mal auflösen muss. gibt Fortschritt, gibt Rückschritte, Umwege, dann passiert wieder was. Also es sind Wiederholungen, es sind Schleifen, die sich bilden. Und es kann auch sein, dass, und jetzt springe ich ein bisschen, es kann auch sein, dass sich Muster, während du da drin bist, erst erkennbar sind. Manchmal passiert es später, manchmal passiert es irgendwie am nächsten Tag, manchmal, das finde ich immer so spannend bei mir, erkenne ich Dinge, die vielleicht Jahre vorher passiert sind und auf einmal macht es Pling! Und dann denke ich, ja klar, das war doch in der und der Situation auch schon. Und genau das ist Entwicklung. Ja, wie großartig ist das? Und ich glaube, auch wenn du jetzt vielleicht hier ganz jung bist und noch irgendwie, weiß ich nicht, Anfang 20 bist und das hörst, dann freue ich dich drauf, dass je älter man wird, desto mehr Entwicklung entsteht da. Weißt du, vielleicht haben wir früher drei Jahre gebraucht und heute brauchst du nur drei Tage oder vielleicht drei Stunden oder irgendwann ist es dann drei Minuten, aber es hört nie auf. Das heißt also für mich der größte Mehrwert ist, eigene Muster zu erkennen. Dinge zu sehen, die ich früher nicht bemerkt habe. also nochmal irgendwie, ich habe zu viele Verantwortung übernommen, weil ich irgendwie das Gefühl von Wichtigkeit brauchte. Ich habe irgendwie das Gefühl, ich muss immer alles kontrollieren, alles im Blick haben. Wenn ich ganz, ganz hohe Erwartungen an mich selbst habe, wenn ich ungeduldig war oder immer noch werde, weil es manches nicht schnell genug geht oder Leute nicht klar genug mit mir kommunizieren. Das regt mich immer noch. Also nicht falsch verstehen. Diese Muster sind da, aber die sind viel schneller erkennbar. Und ich kann mich dann fragen, interessant ist dieses Verhalten gerade wirklich notwendig? Muss ich mich hier gerade aufregen oder ist das hier nur wieder mein, teilweise auch Charakteranteil, der sich bemerkbar macht? So, wie kann ich es besser machen? Nicht perfekt, aber wie kann ich es besser machen? Muss zum Beispiel die andere Person meine Erwartungen gerade erfüllen oder muss sie die überhaupt kennen, wenn ich sie noch gar nicht angesprochen habe? ... Ich hab das so, dass ich wirklich, das ist wie so eine innere Stimme, die mir sagt, hey, da bist du ja wieder. Ach guck mal, hast du wieder Mist gebaut. Ja, lustig. Du hast mich immer noch nicht ganz verlassen. Da bist du wieder und hast dich wieder, da hast du wieder Gehör verschafft. Und das nicht mit Wut und Ärger und Frust, sondern mit diesem, hallo, da bist du wieder. Okay, schön, dass du dich bemerkbar gemacht hast. Du kannst jetzt aber auch wieder gehen. Diese alte Bekanntheit, die in dir wieder, wieder hallo sagt. Genau, also sich besser verstehen. Und ich gucke hier gerade ein bisschen auf meine Notizen, damit ich mich hier nicht verrede. Die Fragen, die wir dann stellen, warum bist du denn gerade schon wieder so ungeduldig? Warum kannst du das nicht lockerer nehmen? Was macht denn gerade irgendwie wieder alles so wahnsinnig schwierig? Das sind die falschen Fragen. Sondern heute brauchst du eher, was brauche ich gerade? Brauche ich mehr Klarheit? Brauche ich mehr Sicherheit? Brauche ich mehr Ruhe? Heute sage ich, hey, das war nicht meine beste Reaktion. Aber warum habe ich die denn gerade getroffen? Was war in dem Moment so wichtig, dass ich das so gemacht habe? Ja, also das ist nicht eine Selbstverurteilung, sondern eine Selbstwiedererkenntnis und dann in die Verantwortung zu gehen für das, was ich getan habe. Selbstverurteilung sagt, hey, du bist doof, du bist falsch, Mist gebaut. Selbstverantwortung sagt, hey, klar, das war jetzt nicht hilfreich, aber schau es dir nochmal an und kümmere dich darum, dass es nicht nochmal passiert. Ein Riesenunterschied, oder? Und ich glaube halt, wir können uns viel besser entwickeln, wenn wir uns nicht die ganze Zeit selbst beschimpfen. Diese Härte. Das führt nicht zu Wachstum, sondern das führt eigentlich eher dazu, dass wir uns noch mehr in diesem Muster verfangen, dass wir uns noch mehr abschotten, dass wir uns verteidigen, dass wir uns schützen. Deswegen mag ich das Wort gnädig so gerne. Also das Wort gnädig in diesem Zusammenhang bedeutet, ich möchte gnädiger zu mir sein. Natürlich nicht alles durchgehen zu lassen, aber es bedeutet, so bin ich gewesen. So möchte ich nicht mehr sein und ich kann mich verändern. Ich sehe meine Begrenzung oder meine Grenzen. Ich sehe meine Geschichte, ich sehe meine Muster. Ich höre auf, mich dafür ständig abzuwerten und ich kann erkennen, wieso ich in dieser Situation so gehandelt habe, warum ich so gehandelt habe und was mir in dem Moment eigentlich zur Verfügung stand, damit ich so handle. Klar war es nicht optimal, vielleicht hat sich ein anderer verletzt, aber es gibt mir Handlungsspielraum, das auch wieder zu revidieren. Weil ich mich entschuldigen kann und ich kann daraus lernen. Aber ich muss mich nicht immer dafür verurteilen. Genädig mit sich selbst umzugehen bedeutet, finde ich, auch geklärte und realistische Erwartungen an sich selbst zu haben. Weil wir wissen, du kannst nicht alles gleichzeitig schaffen, du kannst nicht alle Leute also gleichzeitig erreichen und glücklich machen. Du kannst auch nicht jede Rolle perfekt erfüllen. kannst nicht immer wach, kompetent, gelassen, klar und souverän sein. Und du kannst vor allem nicht und kannst nicht und musst auch nicht jede Erwartung von anderen Menschen erfüllen. Deswegen ist auch Persönlichkeitsentwicklung genau das, diese Grenzen zu erkennen und die Entscheidung zu treffen, nicht mehr zu leisten, sondern ich darf weniger von mir verlangen. Und in dem Moment, wo du weniger von dir verlangst, passiert nämlich was ganz Schönes. Du erkennst deine Muster viel, leichter und du erkennst dadurch auch andere Muster von anderen viel, leichter. Du erkennst, wenn du dich magst und deine Muster verstehst, dass andere auch ein Verhalten haben, irgendwo herkommt. Dass die auch Erfahrung haben, dass die engste Bedürfnisse und Erwartungen haben und die nicht leicht sind wie deine. Das heißt also, du musst nicht alles akzeptieren, was die machen und du musst es auch nicht entschuldigen oder rechtfertigen. Du musst auch nicht, wie gesagt, das toll finden, aber du kannst es fair stehen. Deswegen ganz wichtig, verstehen bedeutet nicht gleich Zustimmung. Aber es verändert deinen Blick. Du veränderst deinen Blick auf die anderen und wirst dadurch auch gnädiger. Sondern du sagst nicht, was für ein Punkt-Punkt-Loch, was für ein ätzender, schwieriger Mensch, sondern eher, interessant, was könnte denn eigentlich dazu geführt haben, dass er oder sie so reagieren? Was könnte hinter diesem Verhalten stehen? Der Kollege, der irgendwie ausrastet, hat vielleicht Angst, dass irgendwas schiefgeht. Die Kollegin, die sofort anfängt zu weinen bei jeglichem Feedback, hat vielleicht einen total hohen Anspruch an sich und möchte keine Fehler machen. Deine Chefin, die irgendwie nie delegiert, hat vielleicht gelernt, dass Fehler sofort auf sie zurückfallen, wenn es andere Fehler machen. Jemand, der immer laut wird, hat vielleicht das Gefühl, sonst nicht gehört zu werden. Das könnte man ja alles mal hinterfragen. Oder jemand, der sich total zurückzieht, einfach hat Angst vor Konflikten. Ja, noch mal, es macht nicht jedes Verhalten richtig und wir müssen es auch nicht gut finden, aber wir verstehen jemanden viel, besser. Und wenn wir Menschen besser verstehen, mögen wir sie auch mehr. Ja, oder mindestens ist es weniger schnell, dass wir sie verurteilen. Deswegen, das ist immer so mein Standardsatz, wer sich selbst versteht und mag, mag auch andere Menschen lieber. Weil stell dir vor, du bist ständig im Kampf mit dir, dann bist du auch ständig im Kampf mit anderen. Wenn du selber dir gar keine Fehler erlaubst, dann fallen dir die Fehler bei anderen genauso stark auf. Wenn du von dir total Leistung erwartest, dann bist du doch nicht gnädig mit anderen. Wenn du deine eigenen Bedürfnisse komplett ignorierst, dann ärgert dich das total vielleicht, wenn andere ihre Bedürfnisse deutlich äußern. Wenn du selbst dir nie Schwäche erlaubst. dann bist du wahrscheinlich auch mit Schwächen von anderen total getriggert. Und genau in dem Umkehrschluss bedeutet das nämlich, andere Menschen spiegeln uns genau das, was wir bei uns selbst manchmal nicht akzeptieren können. Der Mensch, nein sagt, der Grenzen setzt, der offen zugibt, etwas nicht zu wissen, das regt uns manchmal genau auf, weil wir es eigentlich auch gerne hätten. Und deswegen sage ich, wenn du dich selber erkennst, an dir arbeitest, dich entwickelt, hast du viel größere Chance, mit anderen Menschen besser klarzukommen. Ich glaube, gerade wenn wir mit anderen Menschen zusammenarbeiten, gerade wenn du auch Führungskraft bist oder ein Team hast, dann solltest du unbedingt dich mit Persönlichkeitsentwicklung auch im Zusammenhang mit Führung auseinandersetzen. Weil Führung bedeutet immer auch entwickelt zu sein und Führung bedeutet auch immer Selbstführung. Und zu Selbstführung bedeutet ein Interesse für dich selbst zu haben, deine eigenen Grenzen zu kennen, dich selber führen zu können. Denn deine eigenen Muster erkennen andere ja auch und du bist ja ein Vorbild für andere. Und wenn du schlecht unter Druck reagierst, wenn du schlecht mit Kritik umgehen kannst, wenn du selber nie Fehler eingestehst, wenn du hart mit dir reagierst, wenn Erwartungen hoch sind, wenn du selber ganz verunsichert wirkst, dann hat das ja eine Reaktion auf andere Menschen. Deswegen eine Führungskraft, die sich selbst nicht kennt, kann ganz unbewusst viel auch auf andere übertragen und wird sie andere dann auch nicht kennenlernen. Also frag dich mal, bist du selber ungeduldig und findest ungeduldige Menschen anstrengend? Wie ist es mit deinem eigenen Perfektionismus? Regt dich das auf, wenn andere perfektionistisch sind oder erwartest du das sogar? Hast du Angst, die Kontrolle zu verlieren? Wie reagierst du deswegen auf Menschen, die dir die Kontrolle nehmen? Also all diese Fragen sind eigentlich Beobachtungsfragen. Und in dem Moment kannst du dich dann, weil du schon in der Entwicklung bist, vielleicht feststellen und du erkennst, hey, das ist gerade meine Angst und nicht automatisch die Realität und die Wahrheit. Das ist meine Erwartungshaltung. Aber die habe ich eigentlich nie mit irgendwem vereinbart. Oder, hey, ich stehe gerade unter Druck und deswegen muss ich doch aber schon noch lange nicht mein eigenes Team so unter Druck setzen. Oder, ja, mich nervt dieses Verhalten, aber vielleicht ist es einfach nur anders als meins oder vielleicht beneide ich sogar dieses Verhalten. Und ich finde, das ist die Herausforderung bei Führung. In dem Moment halt wirklich auf sich zu achten und die eigene Reaktion unter Kontrolle zu haben. Viel bewusster und viel menschlicher zu sich selbst zu sein. So, vielleicht fragst du dich aber jetzt, was mache ich denn miteinander konkret? Ich glaube, Persönlichkeitsentwicklung gibt es nicht den einen richtigen Weg. Aber einige Dinge können da, glaube ich, total hilfreich sein. erst mal als ersten Schritt ist in die Beobachtung zu gehen. Dich zu beobachten, nicht sofort zu werten, sondern erst mal wirklich neutral zu beobachten. Wann reagiere ich besonders stark? Welche Situationen wiederholen sich, mich ärgern? Bei welchen bestimmten Menschen werde ich schnell unsicher, wütend oder irgendwie fühle mich klein? Was oder wer bringt mich dazu, dass ich mich zurückziehe und nicht mehr sprechen möchte? Oder bei wem oder wann versuche ich es immer allen recht zu machen? Wann werde ich besonders kontrollierend oder aggressiv? Und habe ich mit diesen Menschen je eine Erwartungshaltung mal ausgesprochen? Das wäre erstmal in die Beobachtung zu gehen. Der erste Schritt. Der zweite Schritt ist dann in die Reflektion zu gehen. Du kannst dir nach solchen schwierigen Situationen diese Fragen stellen. Was ist wirklich passiert? Was habe ich da eigentlich gedacht? Wie habe ich mich gefühlt? Was habe ich erwartet? Wovor hatte ich Angst? Was kann ich jetzt tun? Oder was habe ich dann getan? Und was hätte ich eigentlich stattdessen gebraucht? Diese Fragen können unglaublich viel sichtbar machen. Und dann, und das ist ja so ein bisschen diese Blackbox Methode, die ich immer wieder wiederhole, ist der dritte Schritt erst ins Feedback zu gehen. Dann gehst du erst in die Kommunikation. Weil eigentlich ist das Beobachten und Selbstreflektion eine Kommunikation mit dir selber. Und dann gehst du erst ins Feedback. Andere Menschen erleben nämlich dann Seiten an dir, die du selbst gar nicht gesehen hast. Und deswegen kann dann dieses ehrliche Feedback total wertvoll sein. nicht in jedem Moment, nicht in jeder Form und auch nicht von jeder Person. Aber wenn du Menschen hast, dem Moment, den du vertraust und wo du weißt, sind dir wohlwollend gegenüber, dann kannst du zum Beispiel fragen, sag mal, wann hast du schon mal so eine Situation erlebt, als ich mich unter Druck gefühlt habe? Was hättest du da eigentlich gebraucht? Oder wirke ich eigentlich insgesamt klar auf dich? Oder wann wirke ich besonders klar oder wann eben nicht? Wann wird es schwierig, mir zusammen zu arbeiten? Was tue ich es, ohne vielleicht selbst zu merken? Solche Fragen, in allen solchen Feedback zu gehen, klar, das braucht ein bisschen Mut, aber es braucht Leute, denen du vertraust, mit denen du darüber reden kannst. Und das, ich garantiere euch, ich habe das schon so oft gemacht, das kann so wertvoll sein. Und dann ist der vierte Schritt, es auszuprobieren und in dieses Training zu gehen. Bei Persönlichkeitsentwicklung, da kannst du noch so viele Bücher lesen und noch so viel darüber nachdenken. Du musst es ausprobieren. Neue Erfahrungen damit machen. Zu gucken, was ist denn, wenn ich mal nicht sofort reagiere? Was passiert, wenn ich mal nein sage? Was passiert, wenn ich jetzt mal aktiv Hilfe bitte? Eine Erwartung mal klar ausspreche. Einen Fehler zugebe. Eine andere Meinung mal einfach unkommentiert stehen lassen. nicht alles kontrollieren zu müssen, Dinge zu delegieren, gucken, wie machen es denn andere. Diese kleinen Handlungen, die man immer wieder trainieren kann, die mir zeigen, hey, es geht doch auch anders. Und der fünfte Schritt, und ich glaube, das ist ein ganz, ganz wichtiger, ist, wenn du daran Spaß hast und das wirklich als Mehrwert siehst, dann ist der fünfte Schritt, dir auch Unterstützung zu holen. Ja, weil manche Muster können wir sehr gut erkennen und auch verändern. Bei anderen hilft aber echt, es zu beschleunigen im Gespräch. Wie gesagt, mit der Freundin, mit der Kollegin oder aber in einem Coaching. Oder tatsächlich dann so auch weiter in einer Therapie mit einer professionellen Begleitung. Und ich bitte dich, wenn der jetzt sofort irgendwie da ist zuschnürt, in ein Coaching zu gehen, sich Unterstützung zu holen oder sogar in eine Therapie zu gehen, bedeutet alles andere als Schwäche. sondern es ist genau eine absolute wunderbare Stärke, sich Unterstützung zu holen. Weil genau das bedeutet, zu sich zu stehen. Und ich vergleiche das immer. Du würdest ja auch nicht kritisieren, wenn jemand zum Zahnarzt geht, man Zahnarzt ... äh, nicht Zahnarztschmerzen hat, sondern Zahnschmerzen hat. So, und wenn wir einen Knoten in unserer Brust fühlen, weil Dinge nicht so rundlaufen, dann holen wir uns halt Unterstützung. Und wenn ich mein Coaching mache und einfach gelernt habe, bestimmte Fragen zu stellen, bestimmte Themen ... zu bearbeiten, dann mache ich das mit meinem ganzen Herzen und mit Leidenschaft und ich freue mich, wenn Leute zu mir kommen und sich Unterstützung holen. Und das sind manchmal nur zwei Sessions, die alles auslösen können. Manchmal sind es zehn Sessions und die Leute sind begeistert, weil sie diesen Prozess durchmachen. Also warum sich alleine immer auf einer gleichen Stelle drehen oder nicht weiterkommen und nicht das Gefühl zu haben, da entwickelt sich was, anstatt Hilfe zu holen? Und dann noch mal ganz wichtig, Entwicklung braucht Zeit. Ja, ich mache jetzt dieses Coaching-Business in meiner Selbstständigkeit mit Vorträgen und Workshops seit sechs Jahren. Mein Prozess, meine Reise hat viel früher angefangen. Ja, also das ist nicht mal eben so, ich mache mal ein Wochenendseminar und dann bin ich Firmen in der Persönlichkeitsentwicklung. Du liest mal ein Buch und dann bist du komplett anderer Mensch. Darum geht es ja gar nicht. Und du busst auch nicht nur ein Seminar und hast dann plötzlich alle Muster aufgelöst. So funktioniert das nicht. Beziehungen brauchen Zeit und die Beziehung zu dir selber, seitdem du geboren bist, braucht Zeit und sie braucht Training und Wiederholung. Wie mit einer Sprache zu lernen. Du erkennst was, dann vergisst du es mal wieder, dann passiert wieder eine Situation, dann bräuchtest du den Satz, dann denkst du dir, ach, wie war das nochmal, guckst nochmal nach, dann suchst du ihn wieder raus und dann wendest ihn beim nächsten Mal an. Genauso ist es mit deinen Mustern. Die passieren, Also es passiert etwas, du reagierst und später fällt dir auf, Mist, hätte ich anders machen können. Und dann beim nächsten Mal fällst du dir früher auf und du änderst was. Vielleicht sogar mitten in der Situation. Und beim nächsten Mal bist du vorher schon schlauer, hältst inne und machst es gar nicht erst überhaupt nahbar an dem Muster. Das heißt nochmal, das ist eine Reise. Und auf dieser Reise verändert sich halt nicht nur dein Verhalten. sondern es verändert sich dein ganzer Blick auf dich selbst. Ich mag mich jetzt viel lieber als vor, sagen wir mal, zehn Jahren. Und ich sehe mich auch viel weniger als das Problem, das ich lösen muss, sondern ich sehe mich viel mehr als mein eigener Sparing-Partner, mit dem ich wachsen kann. Und ich glaube im Alter, gerade auch in meiner Branche, ich erlebe so viel und ich kenne oder lerne so viele neue Leute kennen. Da wäre es für mich total schwierig, mit denen umzugehen und die gewisse Dinge auch zu akzeptieren und zu tolerieren, wenn ich mich selbst nicht mögen würde. Das heißt, ich glaube Persönlichkeitsentwicklung, nein, ich glaube Blödsinn. Ich bin überzeugt davon und ich stehe mit meinem gesamten Also mit meiner gesamten Person, mit all dem, was ich tue, dafür, dass es darum geht, Stärken zu erkennen, Widersprüche zu erkennen, Erfahrungen zu sammeln in schwierigen Zeiten, so wie in ganz guten Zeiten. Und sozusagen diese Erfahrung so zu sammeln, dass ich mehr gewappnet bin für alle Situationen, die noch kommen. Und vor allem, auch mit anderen Menschen in Zusammenhang kommen. Und ich glaube, ein springender Punkt ist, und da sind wir nochmal bei einem anderen Thema, dass dadurch, dass du dich selber lernst zu mögen, du auch mehr Empathie für dich selber entwickelst und dadurch diese Empathie für andere entwickeln kannst. Ja, also versuch doch mal zu gucken, magst du dich bewusst entscheiden, dich zu entwickeln? Ja, und da würde ich dich jetzt einfach so als Abschluss dazu einladen. Einfach mal in den nächsten Tagen zu beobachten, bist du, wer bist du, was tust du. Und nicht dich kritisch zu beobachten, sondern neugierig. Wie so eine Forscherin oder ein Forscher, der etwas Spannendes entdeckt. Wenn du merkst, dass du emotional reagierst, fragst du dich, was passiert da gerade, was bedeutet diese Situation für mich, welche Erwartungen habe ich gerade, was hat mich hier gerade irritiert. Kenne ich das Gefühl aus anderen Situationen? Erinnert mich die Person vielleicht an jemanden von früher? Und dann sich zu fragen, was würde ich jetzt eigentlich gebrauchen können? Und da erkennst du vielleicht und beobachtest du schon ein Muster oder irgendeine ganz bestimmte eigene Handlungsweise, die du gar nicht unbedingt an dir magst. Vielleicht beobachtest du am Anfang erst mal gar nichts und dann kommt es ganz plötzlich. Aber beobachte mal. ob du irgendwas entdeckst. Manchmal ist es auch etwas, worauf du noch gar keine Antwort hast. Dass du einfach sagst, irgendwas ist da, aber ich weiß noch nicht was. Irgendwas ist da interessant gerade, warum ich so bin, wie ich bin, aber verstehen tue ich es noch nicht. Also, entwickelt Neugier, entwickelt Interesse, Empathie für euch selbst. Du sollst nicht immer anders werden, sondern immer mehr zu der Person werden. du bist und die du sein möchtest, aber halt bewusster, freier, freundlicher mit dir, besseres Verständnis für dich zu haben, mehr Verantwortung für dich zu übernehmen, deine Erwartungshaltung zu kennen und dann viel mehr Frieden mit dir zu schließen? und dich mehr zu verstehen, wer du bist und gleichzeitig dich darauf zu freuen, was da alles noch kommen kann, wo du noch wachsen kannst, was du noch lernen kannst. Und dann damit so gnädig zu dir zu sein, dass du dich weniger schützen und verteidigen und beweisen musst und dadurch auch nahbarer für andere Menschen bist. Denn dann kannst du Unterschiede, andere Erwartungshaltung, andere Prägung viel besser aushalten und auch Fehler viel eher verzeihen. Also ich bin eigentlich jetzt zum Abschluss. bin nochmal überzeugt davon, wenn du dich magst und lernst dich zu mögen, magst du andere und ich lade dich ein auf diese Reise dich zu begeben. Manchmal ist die anstrengend, manchmal ein bisschen schmerzerhaft, glaub mir. Manchmal aber extremst überraschend und richtig lustig. Vor allem wenn man das vielleicht auch mit jemandem zusammen macht. Jemand der Vielleicht mit dir gemeinsam das Buch liest, ein Seminar macht oder bei einer ähnlichen Person oder bei einer Person Coaching macht. Aber es ist eine Reise, die kannst du alleine machen, die musst du nicht zu zweit machen oder mit jemand anderem. Aber es ist eine Reise, die sich lohnt. Weil du verbringst dein ganzes Leben mit dir selbst. Und deswegen lohnt es sich doch, diesen Menschen wirklich kennenzulernen, den Menschen zu verstehen, zuzuhören und dann immer mehr zu mögen. Also in diesem Sinne, wünsche euch eine richtig, richtig spannende, erfolgreiche und gute und wirklich wertvolle Reise mit euch selber. Also willkommen in der Persönlichkeitsentwicklung. Wenn du bis jetzt hier zugehört hast, dann konnte ich dir hoffentlich ein bisschen meinen Einblick da vermitteln und meine Begeisterung vermitteln. Und wenn ihr Kommentare habt oder Fragen zu diesem Thema, wie ich auch das alles selber erlebt habe, dann schreibt mir einfach. Schreibt es in die Kommentare oder über meine Webseite könnt ihr mich kontaktieren. Immer sehr, sehr gerne. Also in diesem Sinne, bis zur nächsten Folge. Liebe. Ciao, ciao.